Zusendung: Abschied vom Nationalismus?

von | 28. Okt. 2020 | Debatte

Der folgende Text wurde uns von einem interessierten Leser zugeschickt. Arnold Rolant gibt hierbei seine persönliche Position zum Nationalismus wieder. Wir weisen darauf hin, dass die Positionen der Autoren nicht zwangsläufig die Überzeugungen der Redaktion wiedergeben, möchten aber auch betonen, dass wir zugesandte Artikel und Stellungnahmen von unseren Lesern gerne veröffentlichen, soweit wir darin ein Interesse unserer Leserschaft erkennen können. An dieser Stelle möchten wir auch Sie animieren es Herrn Rolant gleich zu machen und Ihren Artikel einzureichen. Nach einer Prüfung veröffentlichen wir auch unregelmäßig zugesandte Texte, die außerhalb der Redaktion verfasst wurden. Somit kommt Gegenstrom seinem Auftrag nach als Plattform für rechte Metapolitik zu dienen. Die Redaktion.

Eine Endung auf „-ismus“ kennzeichnet im sozialen, politischen und kulturellen Kontext den Namen einer Ideologie. So kennen wir den Marxismus, den Genderismus und den Globalismus, dessen neuester Auswuchs der totalitäre Corona-Kommunismus oder Coronismus ist. Diese und ähnliche „Ismen“ weisen auf eine dahinter liegende Gedankenwelt hin, die nur im Kopf existiert und keine faktische Grundlage in der Wirklichkeit hat. So behauptet der Genderismus, es gäbe mehr als zwei Geschlechter, obwohl es faktisch nur Mann und Frau gibt. Die selten vorkommenden Hermaphroditen besitzen männliche und weibliche Geschlechtsmerkmale im gleichen Körper, was sie aber nicht zu einem dritten Geschlecht macht, sondern lediglich zu einem Zwitter. Es gibt eben faktisch nur männlich und weiblich.

Auch der Marxismus bewegt sich in einer Traumwelt, die nur im Kopf existiert und auch nur dort funktioniert. Die Behauptung, alle Menschen wären gleich, kann jeder selbst als Unsinn entlarven, wenn er sich mit seinen Mitmenschen vergleicht. Selbst eineiige Zwillinge sind nicht gleich, höchstens ähnlich. Die vom Marxismus propagierte Gleichheit existiert faktisch nicht. Hier sieht man ein durchgängiges Merkmal aller Ideologien: Sie gehen an der Realität vorbei. Darum kann man Ideologien auch nur mit Gewalt oder durch stetige Manipulation durchsetzen. Allerdings meist nicht für sehr lange, denn die Natur zeigt den Menschen ständig die Wahrheit und widerlegt die Ideologie.

Wie steht es nun mit dem Nationalismus? Die Begriffe „Nation“ und „national“ beziehen sich auf das Volk, den Volksstamm und die Abstammung, also auch auf die Familie oder Sippe. Ein Nationalist ist jemand, der seine Nation im weitesten Sinne als seine Familie betrachtet, der er sich zugehörig und verpflichtet fühlt. So wie jeder Mensch sich um das Wohlergehen seiner Familie sorgt und für ihre Rechte, ihre Freiheit und ihr Überleben zu kämpfen bereit ist, so sorgt der Nationalist sich um das Wohlergehen seines Volkes und ist bereit dafür zu kämpfen, wenn es sein muss. Auch Tiere setzen sich für das Wohlergehen ihres Rudels, ihrer Herde oder ihres Schwarms ein und bieten Feinden ihrer Gemeinschaft die Stirn. Der Wolf braucht keine Ideologie, die ihm sagt, dass er sein Rudel verteidigen soll. Die Bienen folgen keiner Ideologie, wenn sie ihr Bienenvolk und ihren Honig vor Räubern schützen. Sie wissen instinktiv, was zu tun ist. Denn der Schutz des Eigenen ist die einzige Strategie, die das Überleben sichert – ganz ohne Ideologie, einfach weil das so ist.

Darum wäre es falsch, den Einsatz für das eigene Volk als Ideologie zu bezeichnen, denn es ist keine. Es ist vielmehr die einzige Überlebensstrategie, die funktioniert. Trotzdem nennen sich viele volksbewusste Deutsche „Nationalisten“ ausgehend vom ideologischen Begriff „Nationalismus“. Aber ist dieser „Ismus“ nicht vielmehr ein toxischer Begriff, der unterschwellig besagt, Volkszugehörigkeit wäre auch nur eine Ideologie, ein gedankliches Konstrukt? Darüber hinaus ziehen solche „Ismen“ Grenzen in den Köpfen und erzeugen Spaltungen, wo keine sein müssten. So grenzt sich etwa der Konservatismus vom Nationalismus ab, was schon wiederholt zu unnötigen Reibungsverlusten bis hin zu Spaltungen im rechten Lager geführt hat. Diese „Ismen“ sind ein Teile-und-herrsche-Spiel auf Begriffsebene – ein Verwirrspiel, das spaltet und gegeneinander ausspielt. Wird Zeit, damit aufzuhören!

Wenn mich jemand nach meiner politischen Einstellung fragt, dann meide ich „Ismen“ und ideologische Zuordnungen wie „Konservativer“ oder „Nationalist“. Ich sage einfach: „Ich bin Deutscher, und als Deutscher vertrete ich deutsche Interessen.“ Punkt.

1 Kommentar

  1. Ideeologielosigkeit?
    Eine Szene aus einer Sportunterrichtsstunde: Der Lehrer fordert die
    Schüler auf, gemeinsam Ball zu spielen. Aber wie, wenn nicht gesagt
    wird, nach welchem Regelsystem sie Ball spielen sollen? Etwa Fußball,
    Handball…? Die Forderung, sachgemäß mit dem Ball umzugehen,hilft
    da nicht weiter, denn die Kriterien für einen sachgemäßen Umgang mit
    diesem Sportgerät liefert nur das jeweilige Ballspielregelsystem.
    Das gilt genauso für die Politik: Es kann keine Politik ohne ein ideologisches
    Fundament geben. Nur in Zeiten, wo alle politischen Akteure die gleiche
    Ideologie teilen (wie jetzt bei uns: der Liberalismus) gibt es keine ideolo-
    gischen Auseinandersetzungen mehr, erscheint so Politik ideeologielos.
    Der obige Artikel ist nun selbst voller Ideologie: daß die Politik sich am
    Natürlichen zu orientieren habe, ist ein rein ideolgische Setzung.
    (Vgl Hume: Der naturalistische Fehlschluß von dem, was ist auf das.
    was sein soll!)
    Uwe C. Lay

    Antworten

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Social media & sharing icons powered by UltimatelySocial