Peter Backfisch – „Crisis – Journal für christliche Kultur“

von | 05. Aug. 2022 | Debatte, Deutschland und die Welt

 Unser Autor Peter Backfisch stellt die neue christliche Zeitschrift „Crisis – Journal für christliche Kultur“ vor. Die Zeitschrift, mit christlich-orthodoxen Hintergrund, lässt durch ihren kritische Charakter und Ton, gegenüber der zeitgenössischen Lebensweise, aufhorchen. Herausgeber der Zeitschrift ist der Hagia-Sophia-Verlag.

 

Im Juni 2022 erschien auf dem Zeitschriftenmarkt eine neue hochinteressante Zeitschrift, „Crisis- Journal für christliche Kultur“

Die Erstausgabe hat zum Thema „Der Great Reset – das Ende der Geschichte“ und behandelt das Thema aus christlich-orthodoxer Sicht. Auffallend ist, dass das Magazin sich nicht auf einen engen theologischen Standpunkt beschränkt, sondern vielmehr Stellung zu geistlichen, ethischen, gesellschaftlichen und politischen Fragen nimmt.

Die Redaktion geht davon aus, dass sich die Welt im Umbruch befindet und „alles auf den Untergang des Abendlandes“ hindeutet, verknüpft mit der Zielsetzung, eine transhumane Weltordnung an dessen Stelle zu setzen. Sie bezieht sich auf Oswalt Spengler, der in seiner Philosophie eine „stetig wachsende Tyrannei“ für uns voraussah.

Die vielfältigen Beiträge beziehen sich natürlich zum einen auf theologische Fragen des orthodoxen Christentums, aber immer werden diese in einen Kontext propagierter globaler transhumanistischen Tendenzen gestellt. So findet Prof. Dr. Walentin Jurjewitsch Katasonow, Vorsitzender der S.F. Sharapow Russian Economic Society, Antworten auf den Great Reset in der Offenbarung des Johannes. Er zieht den Schluss, „Schwab und seine Gefährten treten in der Rolle der kleinen falschen Propheten auf, die dem Antichristen den Weg bereiten.“

Sebastian Bischof von Slatinau und Romanatilor sieht uns vom Liberalismus, einem „Kult der Selbstvergötterung“ beherrscht. Mit ihm wurden Materialismus, Atheismus und die Abkehr vom Sakralen in die Welt gesetzt.

Priester Zecharih Lynch sieht in den Entwicklungen der „digitalen Revolution“ und „Künstlichen Intelligenz“ ein gigantisches Überwachungspotential in den Diensten des Transhumanismus und der herrschenden Eliten. Transhumanismus bezeichnet er als „die Religion des Untergangs“, die total antichristlich und menschenverachtend ist, da sie den Wert des Menschen danach bemessen will, wie er dem geplanten „System“ von Nutzen ist. Das versprochene Glück kann nämlich nur erreicht werden, wenn die Menschen mit der herrschenden Ideologie konform gehen und ihre Privatsphäre, ihre Autonomie und Individualität aufgeben. Dieser pessimistischen Analyse wird am Ende ein optimistischer Ausblick angeboten. Stärkung familiärer Bindungen, feste Prinzipien an den der Einzelne sein Leben ausrichten kann sowie Charakterstärke sind Eigenschaften mit denen man gegen Verführungen bestehen kann. Ohne es zu nennen, kann es als „Großes Erwachen“ verstanden werden.

In weiteren Beiträgen wird das Verhältnis von Wissenschaften, Wirklichkeit und Wahrheit kritisch beleuchtet, wobei die Wissenschaften nicht als Garant zum Erkennen von Wahrheit gesehen werden. Im Gegenteil werden sie durch Macht und Verführungskünste der Eliten, also durch Propaganda, den Menschen aufgezwungen. „Wir erleben nun die Folgen dieses wissenschaftlichen Denkens als die Verengung, die Entleerung, die Umweltzerstörung, die Neu-Versklavung der Menschheit.“

Ausgesprochen positiv sind die umfangreichen Buchbesprechungen zum Thema zu erwähnen, so Alexander Dugins, „Das Große Erwachen gegen den Great Reset“; Leon Wilhelm Plöcks, „Menschendämmerung.“; Wassilij A. Schipkow „Nach dem Menschen. Ideologie und Propaganda des Transhumanismus in der Postmoderne.“ So wie weitere andere Autoren.

Zu Erwähnen ist ein aufschlussreiches Interview mit Beile Ratut und Benjamin Kaiser mit dem Thema „Kompendium des Übermenschen.“

Abschließend ist festzuhalten, Crisis ist eine Bereicherung auf dem Zeitschriftenmarkt. Kritische Auseinandersetzung mit dem Zeitgeist, wie die konstruktive Besinnung auf Althergebrachtes. Bezugnehmend auf den Namen kann zugestimmt werden, dass, „jede CRISIS durch die ihr inhärente Instabilität eine Chance ist, den Lauf der weiteren Entwicklung zu beeinflussen. Hierfür sollen in dem Journal erste Ansätze geliefert werden.“

Peter Backfisch

 

 

Crisis – Journal für christliche Kultur;

Ausgabe 1

Sommer 2022

9,50 Euro, Jahresabo 38,00 Euro

www.crisis-journal.de