Erste Ausgabe 2020 des ARCADI-Magazins erschienen

von | 05. Aug. 2020 | Deutschland und die Welt

Es ist viel Zeit vergangen, seit ich das erste Mal das gedruckte Arcadi-Magazin in den Händen hielt. Damals hatte ich im November 2017 eine Rezension verfasst, weil mir dieses Magazin, trotz seiner doch etwas anderen Schwerpunktsetzung hinsichtlich der Themen und des Anspruchs, als durchaus erwähnenswert erschien. Erwähnenswert als metapolitischer Akteur, der sich im vorpolitischen Raum bewegt und vorwiegend Jugendliche anspricht. Tatsächlich musste ich feststellen, dass einiges passiert ist, seitdem ich in der ersten Ausgabe herumstöberte.

Die neueste Ausgabe, die erste dieses Jahres, wirkt schon allein aufgrund seines Titelthemas bereits deutlich politischer, als mir die vergangenen Ausgaben in Erinnerung waren. Denn diesmal befassen sich die Autoren – vielleicht nicht unbedingt überraschend – mit Corona, jedoch als Folge einer immer mehr globalisierten Welt. So warnt der Redaktionsleiter Yannick Noé im Vorwort der Ausgabe vor einer „Weltwirtschaftskrise ungeahnten Ausmaßes“ sowie vor einer uns bevorstehenden „Grenzöffnung an der EU-Außengrenze mit weitreichenderen Folgen als in der Krise 2015“.

Mit einer risikosoziologischen Betrachtung wartet Florian Sander auf, der es versteht, dem Leser die pandemische Ausbreitung eines zumindest für ältere und immunschwache Menschen gefährlichen Virus als Folge der Globalisierung zu verdeutlichen. Dabei analysiert der Autor die Folgen von Entgrenzung und erhöhter Mobilität von Gesellschaften, wobei er die Vernachlässigung dieses eigentlich für die Rechte gewichtigen Themas als sträflich empfindet und sie gleichzeitig auffordert, sich diesem Themenspektrum vermehrt zu widmen. An dieser Stelle kann ich dem Autor nur beipflichten, auch wenn diese Erkenntnis zugegebenermaßen nicht neu ist. Was in den letzten Jahren zwar thematisch von der politischen Rechten vernachlässigt wurde, war für die metapolitische und intellektuelle Rechte stets ein hohes Anliegen. Globalisierungskritik kennt die Neue Rechte spätestens seit Alain de Benoist, der bereits in seinem 2009 im Deutschen veröffentlichten Buch „Abschied vom Wachstum – Für eine Kultur des Maßhaltens“ vor den Grenzen des Wachstums warnte und sich für eine neurechte Ökologie einsetzte. Doch auch zuvor widmeten sich bereits rechte metapolitische Gruppen diesem überaus bedeutenden Thema.

Der Blogger Young German geht derweil auf die „Dissidenten in der Ordnung“ ein und beschreibt hierbei einen Prozess, der bereits seit Jahren in der Bundesrepublik zu beobachten ist. Der Autor meint damit die Fragmentierung des Sicherheits- und Ordnungsapparates. Diese drückt sich durch einige sehr prominente Beispiele wie die Bundeswehroffizierin Wencke Sarrach, den ehemaligen Verfassungsschutzpräsidenten Hans-Georg Maaßen oder den Wirtschaftsprofessor Markus C. Kerber aus. Der bekannte Blogger bleibt dabei, den Status Quo zu analysieren, während es aus meiner Sicht wichtig wäre zu beleuchten, was diese Entwicklung für uns Dissidenten zu bedeuten hat.

Wie immer wird der Leser ein Interview mit einem interessanten rechten Akteur vorfinden. Diesmal befragt Reimond Hoffmann den Sprecher der Deutschen Burschenschaft Florian Reinicke unter anderem  zu der burschenschaftlichen Antwort auf “Fridays for Future“ sowie zur Entwicklung und den Plänen des heimattreuen Studentenbundes.

Mit dem Psychologen und Publizisten Dr. Wolfgang Caspart hat die Redaktion einen hochkarätigen Unterstützer gefunden, der sich in seinem Beitrag mit freiheitlicher Kultur- und Bildungspolitik befasst. Von der Bedeutung der Kultur für eine Gesellschaft und für den Menschen selbst bis hin zu klaren politischen Forderungen skizziert der gebürtige Salzburger dem Leser die Kulturpolitik des Freiheitlichen Österreichs.

Neben philosophischen und politischen Inhalten bietet das Magazin bekanntlich auch vieles in Bereich der Kultur, Literatur und Musik. So besteht ein Großteil wieder einmal aus Rezensionen zu Literatur, Musikstücken und Filmen.

Insgesamt hat sich die Qualität des Magazins sowohl vom Design her als auch von der inhaltlichen Qualität um einiges gesteigert. Dieses Medium wird damit zunehmend zu einem Muss für junge Einsteiger. Ich bezeichne es daher auch gerne als literarische Einstiegsdroge mit regelmäßigem Erscheinungsdatum. Für einen „ausgewachsenen“ und politisch erfahrenen Aktivisten scheinen die Autoren noch sehr an der inhaltlichen Oberfläche zu kratzen, aber anderes sollte auch nicht der Anspruch eines Jugendmagazins sein.

Hier geht es zur neuesten Arcadi-Ausgabe.

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