Disrupt the disruptor – Eine rechte Digitalstrategie ist notwendig

von | 12. Mrz. 2021 | Philosophie & Theorie

Jeden Tag passiert es: Kritische Kommentare oder Videos werden gelöscht, Tweets entfernt, Nutzer blockiert, Strafverfahren und Unterlassungsklagen wegen „Hassrede“ oder anderer windiger Begründungen eingeleitet. Das Internet, als politischer Aktionsraum der neuen Zeit, hat der Rechten viele Möglichkeiten beschert. Doch im Moment sieht es so aus, als ob ihr diese Schritt-für-Schritt genommen werden. Die bewusste Gesellschaftsumgestaltung, welche von der herrschenden Klasse von oben durchgedrückt wird, findet in der digitalen Welt ihren Akzelerator. System- und Herrschaftskritik sind unerwünscht. Die großen globalen Player dominieren die wesentlichen Spielfelder: Social Media (Facebook, Alphabet Inc.), E-Commerce (Amazon), Soft- und Hardware (Microsoft, Apple), Hosting (Microsoft, Amazon, Alphabet Inc.). Das ist nichts Neues. Und dennoch hat die Rechte scheinbar jahrelang gedacht, dass sie so weitermachen könne als wären diese Dienstleistungen für jedermann gleichsam zugänglich. Wieso sonst hat man nicht schon frühzeitig versucht, sich von den Großen zu emanzipieren? Jahre wurden verschlafen und anstatt das eigene Handeln zu hinterfragen, fühlt man sich jetzt wohl in der Opferrolle. Dabei war es Irrwitzig zu glauben, dass die Privatunternehmen Rücksicht auf private Einzelmeinungen nehmen müssten. Die Gerichte werden dies bestätigen oder haben dies unlängst getan[1]. Eine Partizipation an ihren Angeboten ist nicht möglich, wenn man sich nicht an die Regeln hält und diese werden regelmäßig neu und nach eigenem Belieben definiert. Das Diskoprinzip greift: Der Türsteher sagt, wer reinkommt und wer nicht. Anstatt also heulend darauf zu hoffen, auch einmal wieder für eine gewisse Zeit Zutritt zu erhalten und kurzlebigen Trends hinterherzulaufen, sollte die Rechte sich zurücknehmen und an einer echten Digitalstrategie arbeiten. Nur so können auch langfristig die unzweifelhaft vorhandenen Vorzüge des Web gewinnbringend genutzt werden.

Viel hilft nicht immer viel

In den letzten Jahren hat sich unzweifelhaft eine Menge getan im patriotischen Medienmilieu. Alternative Medienprojekte haben Hochkonjunktur. Auch auf der rechten Seite haben sich reichweitenstarke Influencer etabliert, welche immensen Einfluss auf ihre Zuschauer nehmen können. Zugleich ist eine begrüßenswerte Professionalisierung des Schnittes, der Bilder und allgemeinen Qualität wahrzunehmen. Wer einen Blick in die USA wirft, weiß, welcher Markt sich insbesondere im Bereich des Influencing gebildet hat. Die Gehälter bzw. Spendenaufkommen, je nachdem ob es sich bei dem Kanal um einen kommerziellen oder nicht-kommerziellen handelt, sind hoch für reichweitenstarke Akteure. Zudem bieten sie Zielgruppengerechte Inhalte an und erreichen dadurch einen viel höheren Wirkungsgrad als klassische Outbound-Marketing Aktivitäten, welche eindimensional kommunizieren und oftmals auf reinen Werbeanzeigen basieren. Die Influencer haben der Rechten ein Gesicht gegeben. Das ist Ihnen hoch anzurechnen, denn jeder, der einmal in das Aufmerksamkeitsfeld des politischen Feindes gerückt ist, weiß, was das bedeutet.

Umso wichtiger, dass die Aktivitäten zielführend sind. Genau hier ist jedoch der Knackpunkt. Auf welches Ziel steuern die Akteure zu? Es scheint, dass viele im Wesentlichen nur die reine Unterhaltung ihrer „Follower“ im Blick haben. Der Inhalt leidet unter dieser kurzfristigen Ausrichtung. Schnelle Produktionen, wenig Skript, wenig Inhalt, wenig Neues. In der allgemeinen Youtube-Welt mag das in Ordnung sein. Influencer kommen und gehen und bis zu dem Zeitpunkt, an dem sie verschwinden, haben sie in der Regel ausreichend Geld abgeschöpft. Dieses Verhalten sollte nicht als Benchmark gesetzt werden. Viel wichtiger wäre es, ein ausgewogenes und abgestimmtes Verhalten an den Tag zu legen. Heißt, Themen pointiert zu setzen und in der Breite zu vertreten. Diese im Nachgang dann Zielgruppengerecht zu kommunizieren und sich wieder fachgebietsspezifisch aufzuteilen.

Kurzum: Es mangelt der Rechten – wie in allen Bereichen – an einer tragfähigen (Digital)Strategie. Das betrifft im Hinblick auf den Netzaktivismus nicht nur die Influencer. Viel wichtiger ist die Infrastruktur. Hier wurde genau genommen noch nichts unternommen, um sich unabhängig aufzustellen. Eigene Webhosting Services gibt es nicht. Dies ist eine riesige Gefahr für die zukünftige Verfügbarkeit alternativer Netzseiten. Zudem bieten die nicht-anonymisierten Dienstleister keinerlei Schutz vor den Übergriffen des Gegners und seiner Gummiparagraphen. Die Linke hat hier bereits vor über einem Jahrzehnt vorgearbeitet und stellt vielen ihrer Gruppen günstigen Webspace bis hin zu Angeboten inklusive Content-Management-System, Monitoring, Data Recovery und Backup sowie Lastverteilung zur Verfügung. Jeder, der schon einmal versucht hat, juristisch gegen diese Portale vorzugehen, wird die Aussichtslosigkeit des Unterfangens bestätigen können. Natürlich leistet die staatliche Motivation oder eben Nicht-Motivation zur strafrechtlichen Aufklärung hierzu einen Beitrag, aber die Aufwände sind doch bereits deutlich höher und abschreckender als anderswo. Es muss der Rechten also in jeglicher Hinsicht darum gehen, die eigene Unabhängigkeit auszubauen. Dies kann nur über Vernetzung, Integration und Professionalisierung geschehen.

Das Versagen der Geldgeber

Diese Professionalisierung würde zudem noch weitere positive Nebeneffekte bewirken. Gerade junge Leute sehnen sich nach Anstellungen im IT-Bereich. Auf dem Arbeitsmarkt werden diese aufgrund des Fachkräftemangels in der Regel fündig, dennoch möchten gerade Idealisten gern ihre Arbeitskraft entsprechenden Projekten zur Verfügung stellen. Bot die Rechte in der Vergangenheit oftmals nur Hilfsarbeiterstellen für (mehr oder weniger) gescheiterte Politikwissenschaftler und Soziologiestudenten an[2], wäre dies die Gelegenheit auch gut ausgebildeten bis hochqualifizierten Absolventen eine Perspektive in den eigenen beruflichen Reihen zu bieten. Datenanalytiker, Software- und Mobile App-Entwickler, IT-Architekten und viele mehr werden dringend benötigt. Hier hätte insbesondere der parlamentarische Arm die finanziellen Möglichkeiten gehabt, ein Fundament zu errichten. Jedoch hat auch hier, wie in allen Belangen, das Zusammenspiel von parlamentarischer Rechten und dem alternativen Milieu vollkommen versagt. Zwei „Konferenzen der Freien Medien“ – ausgerichtet von MdBs der AfD – haben bisher nichts Nennenswertes hervorgebracht, außer netten Videos im hohen Haus[3].

Die Gesinnung ist entscheidend

Dabei muss die Rechte einsehen, dass ihre kurzfristigen Überlegungen nicht zukunftsträchtig sind. Wer argumentiert, dass seine Zuschauer sich heute bei Youtube aufhalten und kein Interesse daran haben, auf einen alternativen Anbieter umzuschalten, verkennt, dass er selbst nicht lange mehr ein Teil dieser Plattform sein wird. Um Menschen zu sich zu locken, muss – wie überall im Produktmarketing – Arbeit investiert werden. Es ist allgemein bekannt, dass das Zeitbudget des Publikums sich durch die Programmvielfalt massiv verändert hat. Mit einfachen Kopien und nicht-exklusiven Inhalten kann man die Menschen nicht dauerhaft unterhalten. Gerade hier schlummert doch das riesige Potential für die Rechte. Wer gute Inhalte zu bieten hat, der ist auf einer exklusiven Plattform viel besser aufgehoben als im Einheitsbrei des Mainstreams. Besondere Meldungen, Mitteilungen und Hintergrundinformationen müssten im besten Fall sogar ausschließlich an den Mainstreammedien vorbei veröffentlicht werden. So würden sich Potentiale zur Klickratenerhöhung und Gegenfinanzierung bieten. Gleichsam hätte man die vollkommene Deutungshoheit über die eigenen Inhalte.

Wie schnell auch sogenannte alternative Plattformen an Zuwachs gewinnen können, zeigte sich jüngst an der Userentwicklung des Unternehmens Parler. In der Zeit vom 6. auf den 10. November kamen über 4,5 Millionen neue Nutzer hinzu. Die Zahl verdoppelte sich in nur einem Monat von fünf auf zehn Millionen.[4]

Exklusive Inhalte auf ausgewählten, idealerweise eigenbetrieben Plattformen in abgestimmter Orchestrierung wären ein gewaltiger Schritt nach vorn: „Disrupt the disruptor“ lautet das Motto; die Wirkmechanismen und Burgwälle der Großen müssen durchbrochen werden.

Es gibt viele Möglichkeiten

Darüber hinaus gäbe es eine Vielzahl möglicher Schritte, die gegangen werden könnten. Am wichtigsten erscheint jedoch die schrittweise Entkoppelung und Individualisierung der eigenen Infrastruktur. Alternative Plattformen müssen errichtet und mit den eigenen Inhalten bespielt werden. Das ganze möglichst weit außerhalb des Zensurgriffes der Behörden. Die linken Netzaktivisten sind hier mit gutem Beispiel vorangegangen. Derlei Servicemodelle würden viele Gruppen und Organisationen entlasten und eine höchstmögliche Erreichbarkeit der eigenen Inhalte sicherstellen.

Sobald diese Grundlage gelegt ist, bieten sich weitere Möglichkeiten, Inhalte unabhängig und vor allem wirtschaftlich rentabel anzubieten. Hierbei kann man sich gern bei den gängigen Geschäftsmodellen der Plattformökonomie bedienen. Diese sind ihrem Wesen nach alles andere als schlecht. Nur sind sie, neben ihrer zensureifrigen Ausrichtung, oftmals finanziell uninteressant für kleinere Nischenanbieter. Eigene Plattformen könnten dies ändern und das Geld direkt an die richtige Adresse fließen lassen.

Einige Ideen, deren Vertiefung und Ausgestaltung erstrebenswert erscheint, wären:

  • Ein patriotisches Spotify: Viele alternative Künstler klagen heute darüber, dass sie von den gängigen Online-Musikdiensten (Spotify, SoundCloud, Deezer usw.) nach kurzer Zeit gelöscht werden. Beispiele gab es in der Vergangenheit viele (Chris Ares, Komplott, Confident of Victory uvm.). Ein eigenes Musikportal würde Exklusivität besitzen und den Künstlern die Möglichkeit bieten, ihre Beiträge zu monetarisieren. Zudem würde es eine gewisse interne Qualitätskontrolle erlauben, die ihren Fokus auf Text- und Aufnahmequalität richtet und somit einer Professionalisierung der alternativen Musikszene dienen könnte. Hörbücher wären eine weitere förderungswürdige Erscheinung, welche dadurch begünstigt würde.
  • Ein patriotisches Amazon: Heute gibt es bereits unzählige alternative Shops. Kunst, Schmuck, Bücher, CDs, Bekleidung, landwirtschaftliche Erzeugnisse, Naturmittel, Kosmetika und weiteres können im patriotischen Einzelhandel erworben werden. Das Problem ist, dass all diese Artikel auf unzählige Anbieter verteilt sind. Das bedeutet langes Suchen und hohe Versandkosten. Warum also nicht alles auf einer Plattform bündeln und so gleichzeitig der ganzen Welt zeigen, wie vielfältig und kreativ das eigene Spektrum sein kann? Viele Einzelhändler sind/waren bereits bei Amazon aktiv – Grund genug, sie auf eine der Sache dienliche Plattform zu locken.
  • Ein Online Radio: Auch heute noch hören viele Menschen täglich Radio. Das Hintergrundrauschen ist fester Bestandteil jedes Bauwagens und vieler Bürogemeinschaften. Zeit also etwas Abwechslung in den nervig-schrillen Alltag des Dauergedudels zu bringen und mit eigenen Inhalten aufzuwarten. Dies könnte an die Musikplattform geknüpft sein und den Künstlern zu zusätzlicher Popularität verhelfen. Interviews mit Influencern, Politikern und anderen relevanten Gruppen würden das Angebot abrunden.
  • On- und Offline gehören zusammen: Es muss eine Koordination der Influencer geben. Das Netz lebt von offenen Debatten. Warum sollten also innerrechte Akteure also nicht im Netz miteinander ins Gespräch kommen und gemeinsame Aktionen oder Kampagnen initiieren. Die Vielfältigkeit der Akteure würde eine individuelle, zielgruppengerechte Ansprache ermöglichen und so höchstmögliche Synergieeffekte schaffen. Es muss das Ziel sein, den Protest vom Netz auf die Straße zu bekommen. Dafür werden viele Stimmen benötigt.

Die Rechte muss auch für ihre Arbeit im Netz begreifen, dass diese unnütz ist, wenn sie keiner übergeordneten Strategie folgt. Taktische Mittel sind vielfältig und können situativ angepasst werden. Wenn jedoch die derzeit vorherrschende kurzfristige Denkweise überwiegt und aus Bequemlichkeit der Aufbau eigener Strukturen ausfällt, dann wird das Schlachtfeld des Web sehr ungünstige Begebenheiten für die Rechte offenbaren.

Wie immer muss bei jeder virtuellen Aktion die Frage im Vordergrund stehen: Wo möchte ich hin und was möchte ich dadurch erreichen? Wenn die Rechte hier dran arbeitet, dann offenbaren sich ihr gigantische Möglichkeiten in jederlei Hinsicht.

Anmerkungen & Literaturhinweise

Anmerkung: Der Ausspruch „disrupt the disruptor“ im Titel dieses Artikels geht auf den zyprischen Ökonomen Constantinos C. Markides zurück, welcher diesen in seiner Rolle als Robert P. Bauman Professor of Strategic Leadership der London Business School einst tätigte.

[1] Siehe hierzu beispielhaft das Urteil des Oberlandesgerichtes Dresden gegen den patriotischen Verein „Ein Prozent“: https://www.mdr.de/sachsen/bautzen/goerlitz-weisswasser-zittau/urteil-sperrung-ein-prozent-facebook-instagram-100.html (Stand: 03. März 2021)

[2] Anmerkung des Autors: Achtung – Sarkasmus!

[3] Verwiesen wird hier auf die „Konferenz der Freien Medien“ welche bereits zweimal durch die AfD Bundestagsfraktion durchgeführt wurde: https://www.afdbundestag.de/freiemedienkonferenz/ (Stand: 03. März 2021).

[4] Dieser Anstieg hing unweigerlich mit dem sogenannten „Sturm auf das Kapitol“ zusammen, welcher im Rahmen des US-Präsidentschaftswahlkampfes stattfand.

5 Kommentare

  1. Eine solche Initiative wäre sehr zu begrüßen, ich würde es aber „frei“ oder „alternativ“ nennen/praktizieren, nicht „rechts“.

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  2. Von „Linken“ siegen lernen
    Einst verfügte fast jede linke Organisation über ihr eigenes „Zentralorgan“, damit unabhängig von
    den etablierten Medien das Eigene kommuniziert werden konnte. Wenn nun die sozialen Medien,das Internet zusehens mehr kontrolliert werden, ist es wirklich mehr als notwendig, im Internet Präsenzen zu schaffen, die nicht der Zensur und Kontrolle der etablierten Mächte unterworfen sind. Wie dies technisch und finanziell machbar ist, ist sicher keine leicht beantwortbare Frage, aber ohne das wird
    es bald nur noch die politisch korrekte Einheitsmeinung in den Medien geben.
    Uwe Lay

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  3. Es gab ja den „Donnersender“ als Videoplattform. Im Februar wurde die Plattform jedoch von der Staatsanwaltschaft Hessen beschlagnahmt. Ein solches Projekt von Rechts wird sicher nicht unbehelligt betrieben werden können wie eine Netzseite à la indymedia (und das seit über 10 Jahren). Ansonsten wäre das in der Form wie vom Autor dargestellt natürlich äußerst wünschenswert.

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  4. Ich finde diesen Artikel sehr wertvoll. Er zeigt das zentrale Problem, womit ich mich schon länger beschäftige. Wir müssen uns auch digital besser aufstellen, um den Freidenkern, die im gesamten Land verstreut sind, eine Anlaufstelle zu bieten. Aktuell finanzieren wir den Feind!

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  5. Ich denke der Autor meint es gut, liegt aber mMn in einigen Punkten etwas daneben bzw. sieht das schöne Ergebnis, aber den Aufwand dahinter nicht.
    Zum einen gab es, entgegen der Äußerungen des Autors, vor 10 Jahren schon den nationalen Server/Bloghoster logr.org, auf dem es kostenlosen Webspace für unsereins aus ganz Europa gab. Auch einen eigenen E-Mail-Dienst namens 0x300 gab es. Soll zumindest laut Wikipedia vom Dortmunder Dennis Giemsch betrieben worden sein. Die vom Autor genannten Bestrebungen gab es also durchaus. Warum sie am Ende im Sande verlaufen sind kann ich allerdings nicht sagen.

    Dennoch muss man festhalten, dass die Ideen des Autors das Zensurproblem unterm Strich nur verlagern. Weg von den Plattformbetreibern hin zu den Betreibern von Datenzentren und anderen Infrastrukturbetreibern. Dass diese definitiv nicht zensurfrei sind, zeigt das Beispiel Parler, welchem die Server-Infrastruktur von Amazon genommen wurde.
    https://www.golem.de/news/social-media-amazon-schaltet-parler-die-server-ab-2101-153264.html

    Als naiver Ansatz könnte man nun anführen, dass man doch einfach selbst seine Infrastruktur aufbaut, doch dieser Ansatz greift zu kurz. Man könnte sich natürlich für viel Geld ein paar leistungsfähige Server hinstellen und diese für nicht wenig Geld mit einer schnellen Internetanbindung versehen. Doch diese Herangehensweise hat ihre Beschränkungen und ist heutzutage eher für lokale Verwendungen geeignet. Es hat seine Gründe warum selbst mittelständische Unternehmen bereits ihre Webanwendungen nicht lokal betreiben, sondern diese bei großen Cloudanbietern hosten. Ganz davon abgesehen, dass diese Anbieter deutlich mehr Funktionen bieten ist auch die Verteilung von einer Vielzahl von Rechenzentren über ganz Europa und der Welt ausschlaggebend. Denn nur so ist eine möglichst ausfallfreie und schnelle Verfügbarkeit gewährleistet. Wenn der Autor von Diensten wie Spotify und Amazon träumt, dann hat er mMn die Ausmaße dieser Dienste nicht wirklich begriffen. Aber selbst wenn man einen Gang (oder realistischer mehrere Gänge) zurückschaltet, ist das reine Betreiben eines kleinen Dienstes nicht damit abgetan, dass dieser nur läuft. Wie man ebenfalls am Falle Parler sieht ist aufgrund der interessanten Daten auch ein erhöhtes Angriffspotenzial vorhanden.
    https://www.golem.de/news/rechtes-netzwerk-hacker-erbeuten-70-tbyte-daten-von-parler-2101-153287.html
    Daher sind auch mehr Spezialisten für die Abwehr solcher Angriffe notwendig. Doch genau diese Spezialisten sind meinen Erfahrungen nicht nur in der Wirtschaft Mangelware, sondern erst recht in nationalen/patriotischen Kreisen.

    Es ist mMn eine schöne Vision die der Autor hier wiedergibt, doch ihm scheint die Vorstellung zu fehlen, was hinter dieser Vision alles steckt und wie begrenzt unser Handlungsspielraum dabei ist.
    Ich für meinen Teil denke, dass es sinnvoller wäre, wenn sich fähige Leute aus unseren Kreisen zusammen tun und Infrastruktur in diesem Bereich schaffen, welche nicht explizit auf rechtes oder nationales Kundenklientel ausgerichtet ist, sondern die breite Masse von Kunden erreichen will, die es heutzutage gibt. Nur mit dem Unterschied, dass diese Leute nicht links eingestellt sind, wie die großen Techfirmen, oder so rückgratlos und distanziert agieren, wie es die Konservativen nach ‘45 gerne taten. Dadurch könnten auch Spezialisten und Talente an dieser Infrastruktur arbeiten, die normalerweise mit unsereins nichts am Hut haben (wir könnten die fehlende Kompetenz zumindest etwas ausgleichen) und könnten durch die Otto-Normal-Kunden auch besser die teure Infrastruktur finanzieren. Um diese Kunden zu bekommen und sie zu halten, um am Markt bestehen zu können, sind innovative Ideen gefragt. Doch diese lassen sich nicht ohne weiteres aus dem Ärmel schütteln.

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