{"id":9747,"date":"2023-09-21T06:32:25","date_gmt":"2023-09-21T04:32:25","guid":{"rendered":"https:\/\/gegenstrom.org\/?p=9747"},"modified":"2023-09-21T06:32:25","modified_gmt":"2023-09-21T04:32:25","slug":"lucien-cerise-gegen-das-ende-des-sinns-einfuehrung-in-den-konservativen-materialismus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gegenstrom.org\/en\/lucien-cerise-gegen-das-ende-des-sinns-einfuehrung-in-den-konservativen-materialismus\/","title":{"rendered":"Lucien Cerise: Gegen das Ende des Sinns. Einf\u00fchrung in den konservativen Materialismus"},"content":{"rendered":"<p>In der Regel ver\u00f6ffentlichen wir auf unserem Blog ausschlie\u00dflich Erstlingsartikel. Der folgende Teil wurde uns jedoch von einem aufmerksamen Leser und Rezensenten vorgelegt. Wir finden das Format des Artikels sehr interessant. Zudem w\u00fcrdigen wir gern die geistige und theoretische Arbeit, die von Anderen geleistet wird. Nat\u00fcrlich dienen auch unseren Autoren verschiedene Plattformen als Inspiration. Der Beitrag widmet sich der geistigen Grundlagen des Transhumanismus und weist auf, warum sich die verschiedenen Formen der Spiritualit\u00e4t so schwer tun, ihm etwas entgegenzusetzen. <a href=\"https:\/\/multipolaristen.de\/lucien-cerise-gegen-das-ende-des-sinns-einfuehrung-in-den-konservativen-materialismus-14-07-2023\/\">Hier<\/a> geht es zum Originalbeitrag. Wer sich dar\u00fcber hinaus mit dem Thema auseinandersetzen m\u00f6chte, dem sei unsere <a href=\"https:\/\/gegenstrom.org\/en\/shop\/agora-europa\/homo-deus-oder-hybris\/\">Ausgabe 2 der AGORA EUROPA<\/a> ans Herz gelegt.<\/p>\n<p>(Redaktionelle Vorbemerkung zur Entstehung dieses Textes von <em><a href=\"https:\/\/multipolaristen.de\">multipolaristen.de<\/a>:<\/em> Arthur Sapaudia, ein <a href=\"https:\/\/sapaudia.org\/a-propos\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/sapaudia.org\/a-propos\/\">\u201ejunger antiglobalistischer Aktivist\u201c<\/a><sup>1<\/sup>, ver\u00f6ffentlicht auf seiner Internetseite sapaudia.org eine Reihe von Texten, die er \u201eEn r\u00e9action\u201c nennt. Er l\u00e4dt verschiedene Intellektuelle dazu ein, auf einen bestimmten Text zu \u201ereagieren\u201c. In der Folge Nr. 3 dieser Reihe ist nun Lucien Cerise gebeten worden auf ein Zitat zu reagieren.)<\/p>\n<p>Arthur Sapaudia: Hallo Lucien! Ein einziges Zitat in dieser dritten Runde. Es stammt aus dem Vorwort zu Abel Bonnards Buch \u201e\u00c9loge de l\u2019ignorance\u201c (Lob der Unwissenheit, 1926). Dieses Vorwort stammt aus dem Jahr 2019 und wurde von Yves Morel verfa\u00dft.<\/p>\n<p>Hier der Auszug:<\/p>\n<blockquote class=\"wp-block-quote\"><p>Wie Nietzsche glaubt Bonnard, da\u00df der Mensch nicht dazu bestimmt ist, gem\u00e4\u00df seiner Vernunft zu leben \u2013 nach dem sokratischen Modell, der Matrix der Philosophie und der Wissenschaft \u2013 und daher nicht zu einem \u201aunendlichen Fortschritt\u2018 in Richtung universeller Gl\u00fcckseligkeit berufen ist, sondern zum Mythos und zur Trag\u00f6die bestimmt ist. Er glaubt, da\u00df der Mensch dazu geschaffen ist, die Welt und ihre Geheimnisse zu sublimieren und poetisch zu verkl\u00e4ren, nicht aber dazu, sie aufzukl\u00e4ren, sie in Wissensobjekte und Informationen zu verwandeln, sie letztlich zu verdinglichen (sie auf Dinge zu reduzieren, wie \u00c9mile Durkheim es mit den sozialen Tatsachen tut) und sie schlie\u00dflich zu t\u00f6ten. Der Mensch ist ein triebhaftes, tragisches, sentimentales, tr\u00e4umerisches Wesen, ein Dichter im etymologischen Sinne des Wortes (ein Sch\u00f6pfer), kein Wissenschaftler \u2013 oder ein B\u00fcrger. Er ist ein Wesen mit Seele, Herz und Bauch, bevor er ein sokratisches, kartesianisches oder kantianisches rationales Subjekt ist. Wissen ist eine Art Gewalt, die der Natur angetan wird. Wissen ist das Ergebnis einer kolossalen Anstrengung, die Geheimnisse der Welt zu entschl\u00fcsseln und sich bis zu einem gewissen Grad von den versklavenden Auswirkungen der Naturgesetze zu befreien. Doch die Zahl seiner Errungenschaften bleibt begrenzt, und die Natur bleibt der St\u00e4rkere \u2013 und damit auch die Unwissenheit.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<h2><\/h2>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die Reaktion von Lucien Cerise:<\/h2>\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><\/figure>\n<p>Vielen Dank, da\u00df Sie mir die Gelegenheit gegeben haben, mich zu diesem Thema zu \u00e4u\u00dfern, das mich schon seit einiger Zeit umtreibt!<\/p>\n<p>Dieses Zitat fa\u00dft die Dialektik zwischen Natur und Kultur, die die Conditio humana sowie die Ideengeschichte strukturiert, gut zusammen. Diese Spaltung \u00fcberschneidet sich auch mit der zwischen den Leidenschaften und der Vernunft im Vokabular der klassischen Moralphilosophie. Im 19. Jahrhundert formulierte die Psychologie diese Dualit\u00e4t neu, indem sie eine Konfrontation zwischen dem Unbewu\u00dften und dem Bewu\u00dften annahm. Und im 20. Jahrhundert zeigte die strukturalistische Schule, da\u00df es sich genauer gesagt um eine grundlegende Spaltung zwischen der Sache und dem Wort, das sie repr\u00e4sentiert, zwischen dem Territorium und seiner Karte handelt. Je h\u00f6her die Kultur der Lebewesen entwickelt ist, desto mehr droht die Karte das Territorium vollst\u00e4ndig zu ersetzen und droht auch, sich so weit von der Natur zu entfernen, da\u00df sie diese in unnat\u00fcrlichen Lebensweisen verleugnet.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst ist die Kultur jedoch eine schematische Nachahmung der Natur. Im technisch-wissenschaftlichen Bereich sind die ersten Werkzeuge und Artefakte biomimetisch, also nat\u00fcrlichen Vorbildern nachempfunden. Religi\u00f6se Gr\u00fcndungsgeschichten sind ebenfalls anthropomorph, sie ahmen die menschliche Natur nach, denn sie haben die Funktion, die sozialen Bindungen zu stabilisieren, indem sie die Bedeutung der in einer menschlichen Gruppe verwendeten W\u00f6rter stabilisieren, damit sich alle \u00fcber die Bedeutung der W\u00f6rter einig sind und denselben Kommunikationscode teilen. Um dies zu erreichen, mu\u00df sich die Gruppe jedoch emotional mit der Erz\u00e4hlung identifizieren, weshalb es eine Vielzahl von Bezugspunkten gibt, die aus der nat\u00fcrlichen Welt \u00fcbernommen werden. Die gro\u00dfen polytheistischen und monotheistischen Erz\u00e4hlungen stellen h\u00f6here Wesen, Titanen, G\u00f6tter und Halbg\u00f6tter dar, in denen sich der Durchschnittsmensch trotz allem wiedererkennen kann, da ihre Motive menschlich entschl\u00fcsselbar und ihre Existenzweise nachvollziehbar ist. Im Christentum zum Beispiel geht ein Gott sogar so weit, da\u00df er in einer menschlichen Familie geboren wird. Die j\u00fcdischen und muslimischen G\u00f6tter sprechen zu ihren Anh\u00e4ngern wie ein Vater zu seinen Kindern, in einer Mischung aus Autorit\u00e4t und Zuneigung.<\/p>\n<p>Nachdem die Kultur der Natur gedient hat, bietet sie in einem zweiten Schritt eine Einrahmung der Natur an \u2013 eine Z\u00e4hmung, eine Domestizierung, eine Bevormundung. In der Bibel, Genesis 1,28, erschafft Gott Adam und Eva und fordert sie dann auf: \u201eSeid fruchtbar, vermehret euch, f\u00fcllt die Erde und macht sie euch untertan. Herrscht \u00fcber die Fische im Meer, \u00fcber die V\u00f6gel des Himmels und \u00fcber alle Tiere, die auf der Erde kriechen.\u201c In gewisser Weise widerspr\u00fcchlich zu dieser g\u00f6ttlichen Anweisung kn\u00fcpft das biblische Thema vom Baum der Erkenntnis und der verbotenen Frucht an die griechische Mythologie und die Figur des Prometheus an, die quasi zum Synonym f\u00fcr \u201eFortschrittlichkeit\u201c geworden ist, wenn auch mit einer manchmal negativen Konnotation. Einige Jahrhunderte sp\u00e4ter setzt das Descartes mit seinem kurzen Satz im <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Discours_de_la_m%C3%A9thode\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Discours_de_la_m%C3%A9thode\">\u201eDiscours de la m\u00e9thode\u201c<\/a><sup>2<\/sup> fort, wo er uns ermahnt, \u201ewie Herren und Besitzer der Natur zu werden\u201c.<\/p>\n<p>Die konkrete Bedeutung dieser Konzeption l\u00e4\u00dft sich am besten an dem Unterschied zwischen dem englischen Garten, der versucht, ein organisches Muster dezentraler, asymmetrischer und nicht geradliniger Entwicklung nachzubilden \u2013 wie der Park Buttes Chaumont \u2013 und dem franz\u00f6sischen Garten im Stil von Versailles nachvollziehen, der das Pflanzenreich innerhalb strenger geometrischer Formen einhegt, diszipliniert und neu gestaltet.<\/p>\n<p>Hegel beschrieb den Sinn der Geschichte als den Proze\u00df der Rationalisierung der Welt durch das reflexive Bewu\u00dftsein, d.h. das Wissen und das bewu\u00dfte Denken, das sich aus der Natur herausl\u00f6st.<\/p>\n<p>Im 20. Jahrhundert schlug Martin Heidegger das Konzept vom \u201eGestell\u201c vor, das man mit \u201eReifikation\u201c, \u201eVersachlichung\u201c, \u201eVerdinglichung\u201c oder \u201eVerzweckung\u201c <em>(arraisonnement,\u00a0r\u00e9ification, chosification) <\/em>\u00fcbersetzen k\u00f6nnte, um die Ausw\u00fcchse des rationalen Denkens im Rationalismus, Positivismus und Szientismus zu beschreiben, deren gemeinsamer Nenner darin besteht, das bewu\u00dfte Denken an den Anfang und \u00fcber die Welt zu stellen. Mit seinem \u201eIch denke, also bin ich\u201c hatte Descartes das Sein mit dem bewu\u00dften Denken, dem Cogito, in eins gesetzt.<\/p>\n<p>Im 19. Jahrhundert zeigten die drei \u201eDenker des Zweifels\u201c \u2013 Marx, Nietzsche und Freud \u2013, da\u00df bewu\u00dfte Ideen nur der symptomatische \u00dcberbau einer unbewu\u00dften oder halbbewu\u00dften Infrastruktur \u00f6konomischer, emotionaler oder organischer Art sind. Nietzsches formulierte Kritik an der Metaphysik ist in erster Linie ein Versuch, die Anspr\u00fcche des bewu\u00dften Denkens, sich wichtiger machen zu wollen, als es in Wirklichkeit ist, zurechtzur\u00fccken.<\/p>\n<p>F\u00fcr die spiritualistische Metaphysik \u2013 Platonismus, Aristotelismus, Monotheismus \u2013 geht der Geist der Materie voraus. In kartesianischen Begriffen geht die <em>res cogitans<\/em> der <em>res extensa<\/em> voraus. In dieser Tradition erschafft Gott, oder ein \u00c4quivalent, die Welt und nicht umgekehrt. Am Anfang ist der Geist, am Anfang ist das bewu\u00dfte Denken, am Anfang ist das Wort. Im Gegensatz dazu ist in der naturalistischen oder materialistischen Tradition am Anfang die unbewu\u00dfte Materie. Das bewu\u00dfte und reflexive Denken ist nur eine sp\u00e4te und oberfl\u00e4chliche Entstehung. Am Anfang ist die Natur, die Kultur kommt sp\u00e4ter. Am Anfang ist das Ding, das Wort kommt erst an zweiter Stelle. Am Anfang ist das Territorium, die Karte ist nur eine Darstellung davon. Das Wort, d.h. der bewu\u00dfte Gedanke, ist ein Epiph\u00e4nomen der unbewu\u00dften Materie. Durch die Umkehrung der Hierarchie zwischen Natur und Kultur hat die Metaphysik \u2013 etymologisch das, was \u00fcber der Natur steht, im Griechischen <em>physis<\/em> \u2013, aber auch der Spiritualismus, der Idealismus, der Essentialismus und der Ideenrealismus \u2013 der Glaube, da\u00df Ideen objektiv existieren \u2013 den Boden f\u00fcr den Transhumanismus bereitet, d.h. f\u00fcr die Theoretisierung einer rein kulturellen, von der nat\u00fcrlichen Ordnung losgel\u00f6sten Lebensform. Wie die Spiritualisten und Idealisten wollen auch die Transhumanisten mit dem Primat der unbewu\u00dften Materie, sowie mit deren unbewu\u00dften Prozessen der nat\u00fcrlichen Auslese, Schlu\u00df machen und versuchen, die Kontrolle \u00fcber die Evolution zu erlangen, indem sie das bewu\u00dfte Denken, das Wort, den Geist und das Wissen an den Anfang der Selektion von Lebensformen stellen.<\/p>\n<p>In einem dritten Schritt ist Kultur daher ein Mord an der Natur. Kultur wird zu einem Projekt, das die Natur zerst\u00f6rt oder das zumindest darin besteht, die Natur zu \u00fcberwinden und sie durch eine neue Natur zu ersetzen, die von der Kultur v\u00f6llig umgeschrieben, \u00fcberarbeitet und ver\u00e4ndert wird und von den nat\u00fcrlichen Bedingtheiten und Determinismen unabh\u00e4ngig gemacht wird. Die Natur w\u00fcrde dann durch eine neue Seinsweise, eine neue Realit\u00e4t, eine neue Normalit\u00e4t, eine neue, durch Kultur erweiterte und umgestaltete Natur \u00fcberfl\u00fcssig, \u00fcberholt und altmodisch werden.<\/p>\n<p>Dieses umfassende Programm wird von der Spitze des Kapitalismus (IWF, Davos-Forum, GAFAM usw.) unterst\u00fctzt, die es als <em>Great Reset<\/em>bezeichnet. Diese neue kulturelle Ordnung k\u00f6nnte sich im Widerspruch zu den organischen Koh\u00e4renzen der nat\u00fcrlichen Selektion etablieren. Dort sind wir jetzt mit dem Transhumanismus angelangt, der der LGBT-Lobby die Ideen liefert; beide versuchen, die Welt nach ihrem Bild zu formen, was bedeutet, da\u00df die reproduktive Sexualit\u00e4t, d.h. die Heterosexualit\u00e4t und die nat\u00fcrliche Fruchtbarkeit, abgeschafft werden m\u00fcssen. Wie soll das geschehen? Durch die Sterilisierung des Lebendigen unter verschiedenen Vorw\u00e4nden, seien sie gesundheitlicher, klimatischer oder anderer Art.<\/p>\n<p>Yuval Harari spricht davon, die nat\u00fcrliche Auslese zu beenden und eine neue, nicht-biologische Lebensform zu entwickeln, die also mit dem nat\u00fcrlichen Entstehungsproze\u00df bricht und aus einem durchdachten Projekt, also einem kulturellen Projekt, hervorgeht <em>(Intelligent Design)<\/em>. Die nat\u00fcrliche Selektion zu beenden bedeutet, das zu beenden, was funktioniert, was durch einen Proze\u00df der Anpassung der lebenden Formen an die Umwelt selektioniert wurde, um von Anfang an funktionsf\u00e4hig und lebensf\u00e4hig sein. Diese neue, nicht-biologische Lebensform, die aus nat\u00fcrlicher biologischer Sicht nicht lebensf\u00e4hig ist, w\u00e4re also von Anfang an dysfunktional und entspringt nicht einem unbewu\u00dften Proze\u00df der Anpassung von Parametern und der Auswahl dessen, was funktioniert, sondern einem bewu\u00dften Projekt, das versucht, eine Simulation des Lebendigen zu reproduzieren, wobei es ihm jedoch gelingt, sich von den tats\u00e4chlichen Bedingungen des Lebendigen, insbesondere der sexuellen Fortpflanzung, zu l\u00f6sen.<\/p>\n<p>Wenn man Jean Baudrillard und Renaud Camus kombiniert, k\u00f6nnte man dies als den Gro\u00dfen Austausch des Lebendigen durch das Pseudo-Lebendige bezeichnen. Die Pseudolebewesen k\u00f6nnten ohne sexuelle Fortpflanzung auskommen, da sie nicht durch die Paarung und Verschmelzung eines m\u00e4nnlichen mit einem weiblichen genetischen Code gezeugt w\u00fcrden, sondern durch eine nicht-biologische, rein epigenetische und artefaktische Konstruktion. Eine Pseudolebensform mit nicht-reproduktiver Sexualit\u00e4t k\u00f6nnte sich dann auf der Erde etablieren und dominant werden. Die Homosexualit\u00e4t k\u00f6nnte dann die Heterosexualit\u00e4t vollst\u00e4ndig verdr\u00e4ngen.<\/p>\n<p>Der Transhumanismus tr\u00e4gt das Projekt in sich, die nat\u00fcrliche Fortpflanzung und die Heterosexualit\u00e4t zu beenden und sie durch eine neue homosexuelle oder weiter gefa\u00dfte LGBT-Menschheit zu ersetzen. Die vollst\u00e4ndige Losl\u00f6sung der menschlichen Spezies und des Lebendigen im allgemeinen von der Natur kann nur in K\u00f6pfen keimen, die selbst bereits teilweise aus dem Lebendigen herausgefallen sind, reine Produkte des Endstadiums des Kapitalismus, der \u00fcberm\u00e4\u00dfigen Terti\u00e4risierung und einer postnat\u00fcrlichen, im wesentlichen urbanen Lebensweise. Diese Lebensweise w\u00e4re nur die Erweiterung und Normalisierung der als unnat\u00fcrlich angesehenen Lebensweise, die im Laufe der Geschichte von bestimmten aktiven Minderheiten angenommen wurde und auf einem biologisch sterilen, aber intellektuell hyperaktiven Kompensations- und Sublimierungsmechanismus beruht \u2013 nat\u00fcrlich steril, aber kulturell kreativ. Eine biologisch nicht lebensf\u00e4hige, da biologisch sterile Lebensform k\u00f6nnte dann trotz allem die Welt beherrschen, indem sie voll und ganz auf Kultur und Technowissenschaft setzt.<\/p>\n<p>Darin liegt eine ultimative Gewalt gegen die Realit\u00e4t, aber im Namen von Liebe und Fortschritt \u2013 also eine doppelte Gewalt: 1. eine physische Gewalt durch die Vernichtung des Lebens auf der Erde und seine Ersetzung durch ein postnat\u00fcrliches Pseudoleben und 2. eine symbolische Gewalt durch die L\u00fcge, mit der dieser V\u00f6lkermord zu rechtfertigen versucht wird \u2013 und sogar eine dreifache Gewalt durch den darauf folgenden totalen Zusammenbruch und den vorhersehbaren Selbstmord dieser Form des transhumanistischen Pseudolebens.<\/p>\n<p>In der Tat f\u00fchrt uns die K\u00fcnstlichkeit des Lebendigen zur Pseudo-Natur: eine Pseudo-Natur, die die urspr\u00fcngliche Natur nachahmt, also eine Simulation, eine Parodie ist \u2013 eine zombifizierte Natur. Der Zombie wird als ein Wesen definiert, das bereits tot ist, sich aber noch bewegt. Der Zombie besteht also auf einer Ebene der D\u00e4mmerung fort, die weder Leben noch Tod, sondern Pseudoleben ist \u2013 \u00e4hnlich wie Frankensteins Kreatur. Der Trend zur K\u00fcnstlichkeit des Lebendigen, um daraus Pseudoleben zu machen, ist weltweit zu beobachten \u2013 aber der Westen ist Vorreiter \u2013, was zu einem allgemeinen Stre\u00df des Lebendigen f\u00fchrt, das diesen Trend intuitiv als schlimmer als einen V\u00f6lkermord empfindet. Die Ausrottung der Biomasse erfolgt n\u00e4mlich nicht offen im Namen eines erkl\u00e4rten Ziels, sondern im Namen der L\u00fcge vom Schutz der Biomasse und der \u00d6kologie \u2013 ein T\u00e4uschungsman\u00f6ver des <em>Social Engineering,<\/em> das noch mehr Stre\u00df verursacht, da die Biomasse nicht versteht, was mit ihr geschieht, und sogar zustimmen mu\u00df, indem sie ihre organische Intuition und ihren eigenen Selbsterhaltungsinstinkt verleugnet.<\/p>\n<p>Der Gro\u00dfe Austausch des Lebendigen durch genetisch ver\u00e4nderte Organismen und pseudo-lebendige Zombies schreitet unter einem Deckmantel voran. Der Stre\u00df, der durch das Aufbrechen nat\u00fcrlicher Zusammenh\u00e4nge unter dem Vorwand, sie in eine h\u00f6here kulturelle Koh\u00e4renz zu retten, hervorgerufen wird, induziert permanentes Leiden und innere Anspannung, was zu psychischen Aufl\u00f6sungserscheinungen und einem Anstieg geistiger Verwirrung und Inkoh\u00e4renz in den K\u00f6pfen und in der Gesellschaft f\u00fchrt. Das ist das Ende des Sinns. Unlogische Argumentationen, inkoh\u00e4rente \u00c4u\u00dferungen und abwegige, anormale Verhaltensweisen werden immer h\u00e4ufiger, banalisiert und normalisiert. L\u00fcge und Heuchelei \u00fcberziehen alles, Simulation und Schein haben alles bis in den letzten institutionellen Winkel durchdrungen und st\u00fcrzen die westliche Welt in eine allgemeine Doppelz\u00fcngigkeit, eine st\u00e4ndige kognitive Dissonanz und eine Nicht\u00fcbereinstimmung zwischen Denken und Sprechen auf der ganzen Welt.<\/p>\n<p>Die offene Gesellschaft und die grenzenlose Einwanderung tragen zu dieser allgemeinen Entwurzelung und unendlichen entropischen Spaltung bei, indem sie die Kommunikationscodes vervielfachen, was die Sprache an ihre Grenzen und bis an den Punkt des Zusammenbruchs treibt. Wir baden in widerspr\u00fcchlichen oder unverst\u00e4ndlichen Informationen, Botschaften und Erz\u00e4hlungen; die Gesamtsituation wird unlesbar, es gibt keine Strukturen mehr.<\/p>\n<p>Hybridformen nehmen zu, insbesondere mit dem Aufkommen ideologischer Bewegungen wie dem inklusiven Islam und den <a href=\"https:\/\/multipolaristen.de\/multipolaristen\/politik\/internationale-politik\/lucien-cerise-der-wokismus-und-sein-identitaeres-kanonenfutter-14-12-2022\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/multipolaristen.de\/multipolaristen\/politik\/internationale-politik\/lucien-cerise-der-wokismus-und-sein-identitaeres-kanonenfutter-14-12-2022\/\">wokistischen Identit\u00e4ren<\/a>, die EU- und NATO-freundlich sind. Die Ukraine, die den Judeo-Banderismus (\u0436\u0438\u0434\u043e\u0431\u0430\u043d\u0434\u0435\u0440\u0438\u0437\u043c), also den Judeo-Nazismus, erfunden und auf ihrem Boden ein Bataillon von LGBT-Soldaten aufgestellt hat, ist das Laboratorium daf\u00fcr.<\/p>\n<p>Der Westen und seine Kolonien werden zu einer riesigen psychiatrischen Klinik, in der die Kranken das Sagen haben und die auf jede erdenkliche Weise explodiert: Explosion von psychischen und Verhaltensst\u00f6rungen, Hypernarzi\u00dfmus, Hysterisierung von Beziehungen, Wellen von Paranoia und paranoiden Beschuldigungen, kontrollierte Opposition zu sein, psychotische, d.h. subjektive Rekonstruktion der Realit\u00e4t aufgrund von Medien und des Internets, aber auch Ausbr\u00fcche von blinder physischer Gewalt, v\u00f6llige Entfesselung sadomasochistischer Todestriebe, st\u00e4dtische Unruhen, galoppierende Unsicherheit, verdeckter B\u00fcrgerkrieg vor dem Hintergrund frei fallender I- und E-Quotienten, die zu einem allm\u00e4hlichen Verschwinden der menschlichen Sprache, einem Anstieg der Inkompetenz und einem vollst\u00e4ndigen sozio\u00f6konomischen Zusammenbruch f\u00fchren.<\/p>\n<p>Gleichzeitig wird die Technowissenschaft immer invasiver, die computergest\u00fctzte Betreuung des Lebens schreitet unaufh\u00f6rlich unter dem Vorwand voran, immer anormalere Verhaltensweisen zu regulieren, aber diese digitale Betreuung vom Typ \u201eSozialkredit\u201c wird selbst immer dysfunktionaler werden. Unsere Zukunft ist keine funktionierende Computerdiktatur, sondern eine mit immer mehr Fehlern und Pannen. Unsere Zukunft ist gleichsam Matrix und Idiokratie \u2013 ein digitales Gef\u00e4ngnis, in dem nichts funktioniert, aus dem wir aber auch nicht mehr herauskommen.<\/p>\n<p>Ich fasse zusammen: Alle Formen von Spiritualit\u00e4t, die dem griechisch-monotheistischen Kulturkreis angeh\u00f6ren, sind gegen den Transhumanismus machtlos, da erstere mit letzterem den Glauben an den Vorrang des Geistes vor der Materie teilen. Nur ein richtig verstandener Materialismus, ein konservativer Materialismus, w\u00fcrde es erm\u00f6glichen, Leitplanken gegen den Mythos des \u201eunendlichen Fortschritts\u201c zu errichten, um sicher zu gehen, da\u00df die Natur und die Unwissenheit immer st\u00e4rker sein werden, wie Abel Bonnard und Yves Morel in dem von mir hier kommentierten Auszug sagen.<\/p>\n<p>Die Weisheit des Materialismus r\u00fchrt daher, da\u00df es sich um eine Disziplin f\u00fcr das bewu\u00dfte Ich handelt. Das Ego mu\u00df seine Grenzen anerkennen, seine Anspr\u00fcche verringern und sich auf das einlassen, was es nicht beherrscht, anstatt von einer totalen Kontrolle \u00fcber sich selbst und die Realit\u00e4t zu fantasieren. Die Ethik des Materialismus l\u00e4\u00dft sich wie folgt zusammenfassen: Der Geist wird nie mit der Materie fertig werden, die Kultur nie mit der Natur, die Vernunft nie mit den Leidenschaften \u2013 es wird immer ein Kern des Irrationalen, der Unwissenheit und des nicht unterdr\u00fcckbaren Unbewu\u00dften bleiben, der sich dem Wissen und seinen Allmachtsphantasien entzieht.<\/p>\n<p><sup>1<\/sup> https:\/\/sapaudia.org\/a-propos\/<\/p>\n<p><sup>2<\/sup> Abhandlung \u00fcber die Methode, seine Vernunft gut zu gebrauchen und die Wahrheit in den Wissenschaften zu suchen: https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Discours_de_la_m%C3%A9thode<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der Regel ver\u00f6ffentlichen wir auf unserem Blog ausschlie\u00dflich Erstlingsartikel. Der folgende Teil wurde uns jedoch von einem aufmerksamen Leser und Rezensenten vorgelegt. Wir finden das Format des Artikels sehr interessant. 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