{"id":9371,"date":"2023-05-22T14:10:23","date_gmt":"2023-05-22T12:10:23","guid":{"rendered":"https:\/\/gegenstrom.org\/?p=9371"},"modified":"2023-05-22T14:10:23","modified_gmt":"2023-05-22T12:10:23","slug":"ein-platz-an-der-tafel-der-koenige-teil-2-deutschland-zu-gross-fuer-eine-nation-zu-klein-fuer-ein-reich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gegenstrom.org\/en\/ein-platz-an-der-tafel-der-koenige-teil-2-deutschland-zu-gross-fuer-eine-nation-zu-klein-fuer-ein-reich\/","title":{"rendered":"Ein Platz an der Tafel der K\u00f6nige Teil 2 \u2013 Deutschland: Zu gro\u00df f\u00fcr eine Nation, zu klein f\u00fcr ein Reich?"},"content":{"rendered":"<p><em>Der zweite Teil des Leitartikels der <a href=\"https:\/\/gegenstrom.org\/shop\/agora-europa\/neugeburt-oder-selbstmord\/\">dritten Ausgabe der AGORA EUROPA<\/a>, befasst sich eingehender mit der Rolle Deutschlands im Macht- und Interessenkomplex Europa. In welcher Ausgangslage befindet sich Deutschland, aufgrund seiner geographischen Lage und geschichtlichen Rolle? Und welche strategischen M\u00f6glichkeiten und Wege, zur\u00fcck zu einer F\u00fchrungsposition ergeben sich daraus? <\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>\u201eWer Deutschland hat, der hat Europa, und wer Europa hat, hat die Welt.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Konrad Adenauer, mit Verweis auf Lenin als indirekten Urheber<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>\u201eDer Weg nach Konstantinopel f\u00fchrt durch das Brandenburger Tor.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Indirektes Zitat von Jordis von Lohausen<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die wohl \u00e4lteste Frage, die sich Europa stellt, ist die nach dem Zeitpunkt und Ort des n\u00e4chsten Krieges. Wer dieser Frage nachgeht, wird nicht umhinkommen, dabei die Interessen Deutschlands mit in seine Betrachtungen einzubeziehen. Daher ist die alte Europafrage, wie es schon der ber\u00fchmte US-amerikanische Geostratege George Friedman sagte, in Wirklichkeit die Deutschlandfrage<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\"><sup>[1]<\/sup><\/a>. Denn immer herrschte in Europa dann Frieden, wenn die Deutschen geteilt, zersplittert und au\u00dfenpolitisch schwachbr\u00fcstig auftraten. Gleichzeitig bedeutete ein erstarkendes, sich einendes Deutschland eine Verschiebung der ersten Reihe innerhalb des Konzertes der M\u00e4chte (Metternich)<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\"><sup>[2]<\/sup><\/a>. Innerhalb der pluralistischen Ordnung des Westf\u00e4lischen Friedens, der das Ergebnis des Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieges war, wurde ein Wiedererstarken eines Deutschen Reiches zu verhindern versucht. Die Ursachen des Ausbruches 1618 liegen tief im deutschen Lutheranismus und der damit einhergehenden Emanzipierung von der alten r\u00f6misch-katholischen Universalit\u00e4t begr\u00fcndet. Innerhalb dieser Zeit kristallisierte sich das Konzept der <em>Balance of Power<\/em><a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\"><sup>[3]<\/sup><\/a> heraus, indem eine Verbindung von mehreren Entit\u00e4ten zu einer Gro\u00dfmacht, die Europa alleine beherrschen k\u00f6nnte, vehement verhindert werden sollte. Das gro\u00dfe Sorgenkind dabei blieb Deutschland. Spannungen zwischen den H\u00e4usern Habsburg und Hohenzollern \u2013 und somit zwischen dem protestantisch dominierten Norden sowie dem katholisch dominierten S\u00fcden des Reiches \u2013 geh\u00f6rten zur \u00dcberlebensstrategie der geopolitischen Ordnung. Auch die heutige Weltordnung spielt nach den gleichen Regeln, wie seit Unterzeichnung der Friedensvertr\u00e4ge von 1648 in M\u00fcnster und Osnabr\u00fcck, wenn sie auch 1806 mit dem Auftreten des m\u00e4chtigen Korsen Napoleon aufgel\u00f6st wurden. Nach dem Sieg \u00fcber Frankreich 1813\/1814 manifestierte der Wiener Kongress diese internationale Ordnung, womit sie endg\u00fcltig ein Bestandteil der Weltpolitik wurde. So kann und wird die bestehende Weltordnung nur auf zwei Arten infrage gestellt werden:<\/p>\n<p>Eine der bestehenden M\u00e4chte ersten Ranges hebt sich zur Hegemonialmacht auf oder eine zweitrangige Macht tritt in den Kreis der Entit\u00e4ten des ersten Ranges ein, was wiederum zu einer Anpassung aller anderer erstrangigen M\u00e4chte f\u00fchrt (namentlich das \u00d6konomische und Milit\u00e4rische).<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\"><sup>[4]<\/sup><\/a><\/p>\n<p>Es wundert daher nicht, dass der zweimal amtierende britische Premierminister Benjamin Disraeli die deutsche Einigung von 1871 in Form der \u201eKleindeutschen L\u00f6sung\u201c als ein weitaus wichtigeres Ereignis als die Franz\u00f6sische Revolution betrachtete<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\"><sup>[5]<\/sup><\/a>.<\/p>\n<p>Als Deutsche haben wir Interesse daran, uns mit der Rolle unseres Landes in der Weltpolitik zu befassen. Auf der einen Seite steht der sicherlich von jedem vernunftbegabten Menschen angestrebte Frieden. Auf der anderen die geopolitischen und vielleicht zun\u00e4chst nationalen Interessen des Vaterlandes. Diese Diskrepanz soll Gegenstand dieses zweiten Teils sein.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Deutschland, (k)ein souver\u00e4ner Akteur<\/strong><\/p>\n<p>Was ist <strong><em>Souver\u00e4nit\u00e4t<\/em><\/strong>?<\/p>\n<p>Das \u201eEtymologische W\u00f6rterbuch des Deutschen\u201c versteht unter Souver\u00e4nit\u00e4t die \u201e<em>unumschr\u00e4nkte Herrschaft, h\u00f6chste staatliche Herrschaftsgewalt<\/em>\u201c oder gar \u201e<em>staatliche \u00dcberlegenheit<\/em>\u201c. Das Wort souver\u00e4n stammt von dem lateinischen <em>superanus<\/em>, was \u201e<em>oben<\/em>\u201c oder \u201e<em>dar\u00fcber stehend<\/em>\u201c bedeutet. Allgemein kann der Begriff mit \u201eSelbstbestimmung\u201c \u00fcbersetzt werden. Souver\u00e4n ist also nur, wer selbstbestimmt ist.<\/p>\n<p>Die Souver\u00e4nit\u00e4tsfrage der Deutschen ist zu einer der wesentlichsten \u00fcberhaupt geworden \u2013 sowohl au\u00dfen- wie auch innenpolitisch. Die Souver\u00e4nit\u00e4tsbewegungen, die sowohl linke wie auch rechte Elemente integrieren, zeugen davon. Dabei wird oft versucht, diese offensichtlich fehlende und bereits im ersten Teil dieses Essays erw\u00e4hnte Souver\u00e4nit\u00e4t juristisch zu begr\u00fcnden. Doch wenn man versucht, diese Frage <em>de jure<\/em> zu beantworten, wird man sich im Kreis bewegen. Ein wesentliches Grundgesetz in der Politik besagt, dass Recht nicht Macht, sondern umgekehrt die Macht das Recht setzt. Es ist tats\u00e4chlich unerheblich, welche Regeln <em>de jure<\/em> feststehen, denn diejenigen, die die hoheitliche Gewalt aus\u00fcben, k\u00f6nnen <em>de facto<\/em> sowieso machen, was sie wollen. Es n\u00fctzt niemandem und am wenigsten den Ukrainern, auf die v\u00f6lkerrechtliche Situation zum Einmarsch der Russen in ukrainisches Gebiet hinzuweisen. Der Kreml schafft Fakten und braucht dazu keine Rechtspamphlete. Die USA beherrschen diese Art von Politik <em>par excellence<\/em>. Weder den Afghanen, den Serben, den Irakern, noch den Libyern hat diese rechtliche Argumentation geholfen.<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\"><sup>[6]<\/sup><\/a><\/p>\n<p>Souver\u00e4nit\u00e4t ist demnach die Grundvoraussetzung f\u00fcr die Durchsetzung geopolitischer Interessen. M\u00f6chte Deutschland also seine Aufgaben auf der eurasischen Halbinsel wahrnehmen, muss es seine Souver\u00e4nit\u00e4t zur\u00fcckerlangen. Dies wird weniger durch juristische Spitzfindigkeit, als vielmehr durch das Schaffen von Fakten bewirkt. \u2013 Es sei an dieser Stelle betont, dass die juristische Situation keineswegs ignoriert werden soll, aber hervorgehoben werden muss, dass die de-facto-Situation entscheidend ist. Die juristischen Knebelungen z.\u00a0B. durch das Besatzungsrecht seit 1945 sind in der Analyse durchaus zu betrachten und auch entscheidend. Allerdings gibt die Jurisprudenz keine hinreichende L\u00f6sung daf\u00fcr, wie dieser Umstand negiert werden kann. Das k\u00f6nnen einzig und allein die souver\u00e4nen, also geistig selbstbestimmten K\u00f6pfe eines Volkes.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Immer noch Akteur<\/strong><\/p>\n<p>Zwar hat Deutschland den Gro\u00dfteil seiner Souver\u00e4nit\u00e4t eingeb\u00fc\u00dft, doch ist es wirtschaftlich betrachtet ein sehr m\u00e4chtiger Spieler auf der Weltb\u00fchne. Im Jahr 2021 war es immerhin auf Platz vier der gr\u00f6\u00dften Volkswirtschaften auf diesem Planeten, gemessen am Bruttoinlandsprodukt. Die Deutschen haben es allein im 19. Jahrhundert zweimal geschafft, wie der Phoenix aus der Asche zu einer Gro\u00dfmacht mit Potenzial zur Weltmacht aufzusteigen. Dieser Umstand liegt tief in den Erinnerungen seiner Nachbarn vergraben, weshalb es auch von allen Entit\u00e4ten in und au\u00dferhalb Europas argw\u00f6hnisch be\u00e4ugt wird. Man traut dieser jungen Nation nicht so recht, die es immerhin in den letzten 150 Jahren mehrfach fertigbrachte, dass der gesamte Kontinent tobte. Es sei an die Einigungskriege von 1864 bis 1871 erinnert. Beide Weltkriege hatten ihren Ursprung in diesem europ\u00e4ischen Zentrum. Die Sieger des zweiten Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieges<a href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref7\"><sup>[7]<\/sup><\/a> tun \u2013 aus ihrer Sicht betrachtet \u2013 gut daran, den Deutschen die alleinige Kriegsschuld einzutrichtern. Doch diese Schuldgef\u00fchle haben nicht verhindert, dass sich auch nach der Katastrophe von 1945\/1946 Deutschland wieder aufraffte und heute die gr\u00f6\u00dfte europ\u00e4ische Wirtschaftsmacht ist.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wie bereits zuvor betrachtet, ist die Europ\u00e4ische Union ein Kind der beiden gr\u00f6\u00dften europ\u00e4ischen M\u00e4chte, Deutschland und Frankreich<a href=\"#_ftn8\" name=\"_ftnref8\"><sup>[8]<\/sup><\/a>. Letztere wollten den Euro forcieren, um die wirtschaftliche St\u00e4rke der Deutschen, die auch eng verbunden mit ihrer W\u00e4hrung, der D-Mark, verkn\u00fcpft war, einzud\u00e4mmen<a href=\"#_ftn9\" name=\"_ftnref9\"><sup>[9]<\/sup><\/a>. Trotz der Tatsache, dass die Einf\u00fchrung des Euro eine Beschneidung deutscher w\u00e4hrungspolitischer Macht bedeutete, befl\u00fcgelte dies die Exporte deutscher Produktionen und Dienstleistungen<a href=\"#_ftn10\" name=\"_ftnref10\"><sup>[10]<\/sup><\/a>. Heute stehen sich beide Nationen wieder gegens\u00e4tzlich gegen\u00fcber. W\u00e4hrend Deutschland das wirtschaftlich gut und fiskalpolitisch ordentlich aufgestellte Nordeuropa repr\u00e4sentiert, erhebt Frankreich als Vertreterin des hochverschuldeten S\u00fcdeuropas die Forderung einer gesamthaften Schuldenunion. Diese Divergenzen k\u00f6nnen sich zu einem Brennpunkt entwickeln.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Deutschland, Knecht seiner geographischen Lage<\/strong><\/p>\n<p>Deutschland ist geographisch betrachtet der Schnittbereich aller durch Europa f\u00fchrenden Interkontinentalachsen. Die Abbildung 4 zeigt diese in Form von Linien nach Jordis von Lohausen. Dabei wird deutlich, dass Deutschland Dreh- und Angelpunkt des Weltgeschehens sein muss. Von Lohausen bezeichnete Deutschland daher auch als Europas \u201e<em>Zwischengela\u00df mit nach sieben Seiten offenen T\u00fcren<\/em>\u201c<a href=\"#_ftn11\" name=\"_ftnref11\"><sup>[11]<\/sup><\/a>.<\/p>\n<p>Es handelt sich dabei um das Koordinatenkreuz zwischen allen Eurasien betreffenden Gr\u00f6\u00dfen (siehe die Ausf\u00fchrungen in Teil I):<\/p>\n<p>Die nordische Welt (Skandinavien und die n\u00f6rdlichen Meere)<\/p>\n<p>Die mediterrane Welt im S\u00fcden (S\u00fcdeuropa und Afrika)<\/p>\n<p>Die ozeanische im Westen (Atlantik)<\/p>\n<p>Die festl\u00e4ndische und kontinentale (Eurasien) im Osten<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-9373 alignleft\" src=\"https:\/\/gegenstrom.org\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Weltschnittpunkt-Deutschland.jpg\" alt=\"\" width=\"314\" height=\"251\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Abbildung 4: Weltschnittpunkt Deutschland<a href=\"#_ftn12\" name=\"_ftnref12\"><sup>[12]<\/sup><\/a><\/p>\n<p>Zusammen mit Frankreich macht es die Rumpflandschaft Europas aus<a href=\"#_ftn13\" name=\"_ftnref13\"><sup>[13]<\/sup><\/a>. Von Lohausen bezeichnete Skandinavien, England, Spanien, Italien und den Balkan als die f\u00fcnf Finger der Halbinsel. Deutschland sei dabei die Hand, die zu diesen f\u00fcnf Fingern geh\u00f6rt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ein Blick auf die Karte verdeutlicht, dass Deutschland keine nat\u00fcrlichen Au\u00dfengrenzen, jedoch unz\u00e4hlige Innengrenzen besitzt. Dadurch war es stets von potenziellen Konkurrenten umgeben, was die Furcht vor einer Einkreisung lebendig hielt. Otto von Bismarck f\u00fchrte daher in seinem ber\u00fchmten Kissinger Diktat aus, dass der \u201eAlbtraum von Koalitionen\u201c in Europa verhindert werden m\u00fcsste. Denn strategisch ist es in der schier ung\u00fcnstigsten Position, was die Defensive anbelangt. Gleichzeitig ist es jedoch in der strategisch g\u00fcnstigsten Position, was die Offensive angeht.<\/p>\n<p><em>Deutschland hat demnach nur zwei M\u00f6glichkeiten, seine Stellung in Europa zu wahren: Entweder es erreicht eine derartige milit\u00e4rische Macht, dass auch Koalitionen zwischen einzelnen Entit\u00e4ten ihm nichts anhaben k\u00f6nnen oder es betreibt eine ausgekl\u00fcgelte Diplomatie, die eine solche Koalition von vornherein verhindert.<\/em><\/p>\n<p>Da 1. insbesondere heute ziemlich unrealistisch ist, muss auf 2. gesetzt werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Deutschland ist die politische Br\u00fccke zwischen der Alten und der Neuen Welt, was auch der momentane Krieg in der Ukraine wieder verdeutlicht. Alle Augen, ob russisch, ukrainisch, amerikanisch oder europ\u00e4isch, sind auf Deutschland gerichtet. Deutschland kann sich seiner Verantwortung nicht entziehen, es kann nicht so ohne Weiteres von der politischen Weltb\u00fchne verschwinden. Dies h\u00e4tte massivere Auswirkungen als der Abgang Spaniens oder Gro\u00dfbritanniens. Ein kurzer Blick in die j\u00fcngere Geschichte des Kalten Krieges unterstreicht diesen Umstand noch einmal. Deutschland war Dreh- und Angelpunkt zwischen den beiden Weltm\u00e4chten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Die Deutschen, ein Reichsvolk<\/strong><\/p>\n<p>Die Deutschen sind aber nicht nur im Zentrum des politischen Weltgeschehens, sondern leben in der Sph\u00e4re, in der der europ\u00e4ische \u00fcberregionale Reichsgedanke seinen Ursprung hat. Mit Karl dem Gro\u00dfen und der Kaiserw\u00fcrde von 800 n.\u00a0Chr. entstand ein weit umspannendes Reich auf der europ\u00e4ischen Halbinsel. Die Deutschen sind, genauso wie die Russen und die Chinesen, ein Reichsvolk. Deutschland war immer mehr Reich als Nationalstaat. Dieser ist eine sehr junge Idee, die bei den Deutschen recht versp\u00e4tet eintrat. Eine nationale Identit\u00e4t haben die Deutschen allerdings schon lange. Nur sich als einheitliche Entit\u00e4t zu betrachten, hat lange gedauert und ist auch bis heute nicht sicher. Immer wieder kommen Animosit\u00e4ten zwischen den Bundesl\u00e4ndern auf. Es sei an die Separationsbewegungen in Bayern und Sachsen erinnert.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das deutsche Volk ist viel zu gro\u00df, um eine Nation im nationalstaatlichen Sinne zu bleiben. Seine Geschichte ist zu stark mit den Historien anderer europ\u00e4ischer Kulturen verwurzelt, um nicht Einfluss auf diese auszu\u00fcben. Auch aus rein geopolitischen und letztlich damit auch strategischen \u00dcberlegungen heraus ist es als Nation f\u00fcr Deutschland viel zu gef\u00e4hrlich, darauf zu warten, dass sich der Alptraum der Koalitionen wiederholt. Nur als Reich oder als Bestandteil einer bundesstaatlichen, konf\u00f6deralen oder f\u00f6deralistischen Konstitution kann es sich auf dem eurasischen Schachbrett behaupten und den Frieden auf der Halbinsel erhalten. Wichtig ist dabei, dass sich Deutschland seiner Verantwortung bewusst wird. Denn die Geschichte zeigt, dass in ihm auch der Wahn schlummert, der immer wieder zu massiven Ausschweifungen f\u00fchrte. Die Deutschen machen keine halben Sachen. Erfolg und Katastrophe standen hier verd\u00e4chtig oft in enger Verbindung miteinander. George Friedman schreibt daher treffend: \u201e<em>Es gibt kein Land in Europa, das nicht schlechte Erinnerungen an Deutschland hat. Selbst die Deutschen haben schlechte Erinnerungen an sich selbst.<\/em>\u201c<a href=\"#_ftn14\" name=\"_ftnref14\"><sup>[14]<\/sup><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Deutschland und \u00d6sterreich<\/strong><\/p>\n<p>Es f\u00e4llt auf, dass in der Diskussion \u00fcber die Deutsche Frage \u00d6sterreich in der Regel ausgespart wird. Mittlerweile hat sich unter den \u00d6sterreichern eine eigene Identit\u00e4t als Nation etabliert. Dennoch betrachten viele Deutsche die \u00d6sterreicher ebenfalls als deutsch (Ostm\u00e4rker). Auch machen die aus der BRD stammenden Deutschen die gr\u00f6\u00dfte Gruppe Eingewanderter in der BR\u00d6 aus. Die Geschichte des \u00d6sterreichischen Kaiserreiches ist eng verwoben mit der von Deutschland. Immer wieder war es in der Vergangenheit ein wesentliches Streitthema \u2013 zuletzt 1938 mit Anschluss an das Deutsche Reich unter einem \u00f6sterreichisch st\u00e4mmigen Reichskanzler. Der Deutsche Bund, der sich aus dem geopolitischen Ordnungskonzept des Wiener Kongresses ergab, ist eine der wenigen Beispiele deutsch-\u00f6sterreichischer Bundesstaatlichkeit mit weitestgehend befriedender Wirkung auf Europa. Insbesondere deutsche Nationalisten betrachten diese Zeit eher mit Argwohn, da der Staatenbund sich vor allem durch seine Klein- und Kleinststaaterei auszeichnete. Ziel dieses Bundes war es schlie\u00dflich, das im Zuge der Franz\u00f6sischen Revolution und w\u00e4hrend der Napoleonischen Kriege aufkeimende Nationalbewusstsein der Deutschen einzud\u00e4mmen und damit zu verhindern, dass eine einzelne Gro\u00dfmacht mit Potenzial zur Vorherrschaft auf der eurasischen Halbinsel entsteht. Dennoch hielt diese Ordnung ein halbes Jahrhundert an und befriedete Europa, weshalb es zumindest als geboten erscheint, sich n\u00e4her damit zu befassen<a href=\"#_ftn15\" name=\"_ftnref15\"><sup>[15]<\/sup><\/a>.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Deutsche Bund sollte seine Mitgliedstaaten an den Au\u00dfengrenzen sch\u00fctzen. Durch die Zersplitterung in die vielen F\u00fcrstent\u00fcmer und den beiden Antipoden Preu\u00dfen und \u00d6sterreich, gab es keine Macht, die gro\u00df genug gewesen w\u00e4re, seine Nachbarn einzuverleiben. Gleichzeitig war der Bund in seiner Gesamtheit stark genug sich vor Angriffen von au\u00dfen zu verteidigen. Ein herausragendes Beispiel f\u00fcr ein Gleichgewicht der M\u00e4chte (<em>Balance of Power<\/em>).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Dennoch zerbrach dieses bundesstaats\u00e4hnliche Gebilde letztlich unter der Reibung zwischen den Antipoden und der viel zu unterschiedlichen Vorstellungen von Staat und Gesellschaft. W\u00e4hrend \u00d6sterreich \u2013 insbesondere zu Zeiten eines F\u00fcrst von Metternich \u2013 einen eher europ\u00e4ischen und universellen Charakter hatte, war Preu\u00dfen ein nationalstaatlich und auf seine eigenen nationalen Interessen ausgerichtetes K\u00f6nigreich. Dieser Unterschied zwischen Nord und S\u00fcd wird bis heute deutlich, weshalb der Deutsche Bund eher als Lehrbeispiel f\u00fcr eine anzustrebende Gro\u00dfraumordnung dient.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Raumdenken vor Nationalegoismus<\/strong><\/p>\n<p>Als historisches Reichsvolk mit einer Geschichte von sich stetig abwechselnden, gen Himmel ragenden H\u00f6hen und abgr\u00fcndigen Tiefen sowie wegen seiner geographischen Zwangslage ist das Deutsche Volk gleich dem Russischen daf\u00fcr pr\u00e4destiniert, in R\u00e4umen zu denken. Auch letztlich aus reinem nationalen Interesse heraus, muss es den Deutschen ein Anliegen sein, in Europa wieder eine befriedende Ordnung zu schaffen. Das Konzept des Europa der R\u00e4ume, wie es Dominik Schwarzenberger in dieser Ausgabe skizziert, in Verbindung mit dem durch Alexander Dugin popul\u00e4r gewordenen geopolitischen Konzept einer multipolaren Weltordnung dient hierbei als Anlaufpunkt. Wie genau diese R\u00e4ume konzipiert sein sollen, welche Verfasstheit selbige aufweisen und welche Entit\u00e4ten mit wem zusammenarbeiten, steht auf einem anderen Blatt und sollte weiterhin untersucht werden. Dabei muss klar sein, dass diese Ordnung steten Dynamiken ausgesetzt ist und daher nicht auf dem Rei\u00dfbrett Gestalt finden kann.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Mit mehreren Gro\u00dfr\u00e4umen auf der eurasischen Halbinsel, mit jeweiligen Ordnungsm\u00e4chten an der Spitze, w\u00fcrde ein \u00e4hnliches Gleichgewicht zu schaffen sein, wie es zu Zeiten des Deutschen Bundes vor 1864\/1866 der Fall war. Hier k\u00f6nnen vor allem Frankreich und Deutschland f\u00fcr ihre Nachbarn und ggf. sp\u00e4tere Gro\u00dfr\u00e4ume Verantwortung \u00fcbernehmen. Osteuropa und der Balkan werden eine eigene L\u00f6sung finden m\u00fcssen, die unabh\u00e4ngig von den westeurop\u00e4ischen Bestrebungen ist. Nur so werden sich die europ\u00e4ischen Entit\u00e4ten\u00a0 einer zu \u00fcbergriffigen Behandlung durch Russland oder US-Amerika erwehren k\u00f6nnen. Ohne europ\u00e4ische Gro\u00dfr\u00e4ume kein Drittes Europa.<\/p>\n<p><em>Eines muss daher bereits jetzt klar sein: Der Nationalegoismus \u2013 so nat\u00fcrlich er auch sein m\u00f6ge \u2013 muss eben aus der Liebe zur eigenen Nation dem Raumdenken zur\u00fcckstehen. Wer, wenn nicht die Deutschen muss das verstehen k\u00f6nnen?<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Die Deutschen haben Verantwortung<\/strong><\/p>\n<p>Es d\u00fcrfte mehr als deutlich geworden sein, dass den Deutschen eine unglaublich wichtige Verantwortung in die Wiege gelegt wurde. Es ist das Schicksal dieser noch jungen Nation mit einer Jahrhunderte alten Reichsgeschichte. Den Deutschen fehlt allerdings die Vision, die sie der Welt schulden. Gleichzeitig ist der historisch belegte Hang zum Wahn mit Vorsicht zu betrachten. Die Deutschen sind jeweils von null auf hundert hochgefahren und deshalb immer wieder dem Gr\u00f6\u00dfenwahn verfallen. Es ist hier wie mit allen Dingen in dieser Welt, die zu schnell wachsen. Wer eine Pflanze nur zu gie\u00dfen braucht, muss nicht noch extra an den Bl\u00e4ttern ziehen. Allenfalls verhindert er die reiche Bl\u00fcte, die in der Zukunft auf ihn wartet. Die Bl\u00e4tter dieses Pfl\u00e4nzchens sind noch klein und schwach, doch mit stetigem, wenn auch langatmigem Bew\u00e4ssern werden sie gro\u00df und m\u00e4chtig zum Vorschein kommen. Die Bl\u00fctenkrone wird vielleicht noch sehr lange auf sich warten lassen, doch, wenn der G\u00e4rtner Geduld und Ausdauer aufbringt, ist sie am Ende dieses Zyklus sicher.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Sendungsbewusstsein<\/strong><\/p>\n<p>Wer also Deutschland liebt, muss auch lernen, Europa zu lieben. Wer Europa liebt, muss dar\u00fcber wachen, dass die Liebe f\u00fcr Deutschland ihn nicht ertr\u00e4nkt. Dieses Sendungsbewusstsein mit dem klaren und durchaus attraktiven Anliegen, Europa den Frieden zu bringen und ihm damit seinen Platz in der Multipolaren Weltordnung zu sichern, ist Voraussetzung daf\u00fcr.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Ordnungsmacht, keine Hegemonialmacht<\/strong><\/p>\n<p>Das bedeutet auch, dass Deutschland sich als Diener der Ordnung sieht. Es darf und soll sich nicht als Hegemonialmacht begreifen. Im Gegenteil, die Ordnung ist nur aufrechtzuerhalten, wenn das Hegemonialbestreben und somit auch das nationalegoistische Denken dem Raumdenken weicht. Es ist den Mitgliedern eine gewisse Souver\u00e4nit\u00e4t zuzusprechen. Deutschland sollte sich daher eher als Suzer\u00e4n verstehen, der seine teilsouver\u00e4nen Bundesgenossen sch\u00fctzt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ohne Deutschland d\u00fcrfte es in der Welt sehr dunkel werden. Zumindest sollte das deutsche Volk von diesem Willen beseelt sein und sich somit auch seiner Aufgabe gewahr werden. M\u00f6gen diese Zeilen sehr missionarisch klingen. Die Deutschen haben keine andere Wahl: Entweder sie \u00fcbernehmen Verantwortung oder \u00fcberlassen anderen das Schachbrett, mit dem hohen Preis, dass selbige Deutschland als Spielball gebrauchen werden. Will Deutschland sich selbst erhalten, muss es lernen, in R\u00e4umen zu denken.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\"><sup>[1]<\/sup><\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Vgl. dazu Friedman, George (2015, S. 213). Flashpoints. Pulverfass Europa. Krisenherde, die den Kontinent bedrohen. Deutsche Ausgabe. Plassen Verlag, Kulmbach<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\"><sup>[2]<\/sup><\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Henry Kissinger schreibt dazu in seinem Buch \u201eWeltordnung\u201c auf S. 78-79: \u201e<em>Wenn Deutschland zu schwach war, provozierte es ausl\u00e4ndische (zumeist franz\u00f6sische) Interventionen, w\u00e4hrend es als geeinte Nation so stark wurde, dass es alleine seine Nachbarn besiegen k\u00f6nnte, die dadurch in Versuchung gerieten, sich gegen diese Gefahr zu verb\u00fcnden. So gesehen war Deutschland lange Zeit f\u00fcr einen Frieden in Europa entweder zu schwach oder zu stark<\/em>.\u201c<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\"><sup>[3]<\/sup><\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Diese Politik wurde massiv von den Franzosen, allen voran Kardinal Richelieu, fokussiert. Hier liegt auch die Geburt des bis heute schwelenden Konfliktes zwischen Deutschland und Frankreich. Die Teilung Mitteleuropas ist bis heute wesentlicher Bestandteil franz\u00f6sischer Au\u00dfenpolitik. Die Furcht vor einem Zusammenschluss Deutschland, \u00d6sterreich und Norditalien lag und liegt bis heute Tief in der DNS franz\u00f6sischer Politiken.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\"><sup>[4]<\/sup><\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Ich verweise hierzu auf meine bereits im Dezember 2019 ver\u00f6ffentlichten Ausf\u00fchrungen \u00fcber die Geschichte der europ\u00e4ischen und globalen geopolitischen Ordnung. Steinborn, P. (2019). Europa als Gemeinschaft \u2013 Gro\u00dfraum und Nationalstaat. Verf\u00fcgbar unter: https:\/\/gegenstrom.org\/europa-als-gemeinschaft-grossraum-und-nationalstaat\/ (14.08.2022)<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\"><sup>[5]<\/sup><\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Vgl. dazu Kissinger, H. (2014, S. 92). Weltordnung (3. Auflage). Bertelsmann Verlag, M\u00fcnchen<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\"><sup>[6]<\/sup><\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Es sei auf den von mir auf www.gegenstrom.org erschienenen Artikel \u201eNeuerungen auf dem Eurasischen Schachbrett \u2013 Teil 1: Warum uns die Moral nicht weiterbringt\u201c verwiesen. Verf\u00fcgbar unter: https:\/\/gegenstrom.org\/neuerungen-auf-dem-eurasischen-schachbrett-teil-1-warum-uns-die-moral-nicht-weiterbringt\/ (14.08.2022).<\/p>\n<p>Auch J\u00fcrgen Schwab ver\u00f6ffentlichte auf derselben Plattform erst im Juli 2022 seine Ausf\u00fchrungen zum Schmitt\u2019schen Interventionsverbot raumfremder M\u00e4chte und stellt dabei das bestehende V\u00f6lkerrecht in Frage. Verf\u00fcgbar unter: https:\/\/gegenstrom.org\/zum-weltbild-der-neuen-rechten\/ (14.08.2022)<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref7\" name=\"_ftn7\"><sup>[7]<\/sup><\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Damit ist die Zeit von 1914 bis 1945 gemeint.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref8\" name=\"_ftn8\"><sup>[8]<\/sup><\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Der franz\u00f6sische Au\u00dfenminister Robert Schumann sprach bei seiner Erkl\u00e4rung zur Gr\u00fcndung der Europ\u00e4ischen Gemeinschaft f\u00fcr Kohle und Stahl (EGKS) 1950 davon, dass die Zusammenfassung der europ\u00e4ischen Nationen voraussetze, \u201e<em>da\u00df der Jahrhunderte alte Gegensatz zwischen Frankreich und Deutschland ausgel\u00f6scht wird<\/em>\u201c. Daher m\u00fcssen Deutschland und Frankreich als wichtigste Nationen dabei sein. Siehe dazu die Schuman-Erkl\u00e4rung vom 09.05.1950<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref9\" name=\"_ftn9\"><sup>[9]<\/sup><\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 So bezeichnete der damalige au\u00dfenpolitische Berater des franz\u00f6sischen Ministerpr\u00e4sidenten Mitterand, Jacques Attali, die deutsche W\u00e4hrung als Atombombe.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref10\" name=\"_ftn10\"><sup>[10]<\/sup><\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Dieser Umstand ist zum einen durch die f\u00fcr das Ausland (Nicht-EU-Land) g\u00fcnstigeren Preise zu erkl\u00e4ren \u2013 die D-Mark verursachte h\u00f6here Kosten bei den Importeuren \u2013 und zum anderen durch die Entstehung der europ\u00e4ischen Freihandelszone, die insbesondere innerhalb des Euroraums g\u00fcnstigere Bedingungen f\u00fcr EU-Nachbarn lieferte.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref11\" name=\"_ftn11\"><sup>[11]<\/sup><\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Lohausen, Jordis (1981, S. 123). Mut zur Macht. Denken in Kontinenten. Vowinckel-Verlag, Berg am See<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref12\" name=\"_ftn12\"><sup>[12]<\/sup><\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Bildquelle: ebd., S. 124<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref13\" name=\"_ftn13\"><sup>[13]<\/sup><\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Geschichtlich sind beide L\u00e4nder die Ost- und Westh\u00e4lfte des alten nach Karl dem Gro\u00dfen geteilten Frankenreiches.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref14\" name=\"_ftn14\"><sup>[14]<\/sup><\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Friedman, G. (2015, S. 219).<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref15\" name=\"_ftn15\"><sup>[15]<\/sup><\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Auch hier scheiterte die Friedensordnung am Interesse am Balkan durch \u00d6sterreich, Gro\u00dfbritannien, Frankreich, Russland und das Osmanische Reich.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der zweite Teil des Leitartikels der dritten Ausgabe der AGORA EUROPA, befasst sich eingehender mit der Rolle Deutschlands im Macht- und Interessenkomplex Europa. In welcher Ausgangslage befindet sich Deutschland, aufgrund seiner geographischen Lage und geschichtlichen Rolle? Und welche strategischen M\u00f6glichkeiten und Wege, zur\u00fcck zu einer F\u00fchrungsposition ergeben sich daraus? &nbsp; &nbsp; \u201eWer Deutschland hat, der [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":28,"featured_media":9352,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_et_pb_use_builder":"","_et_pb_old_content":"","_et_gb_content_width":"","_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[4,1580],"tags":[1635,238,239,253,1637,155,1487,213,1527,1636],"class_list":["post-9371","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-deutschland-und-die-welt","category-standpunkte","tag-deutsches-reich","tag-deutschland","tag-eu","tag-europa","tag-friedensvertrag","tag-geostrategie","tag-nato","tag-russland","tag-souveraenitaet","tag-vision"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v27.6 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Ein Platz an der Tafel der K\u00f6nige Teil 2 \u2013 Deutschland: Zu gro\u00df f\u00fcr eine Nation, zu klein f\u00fcr ein Reich? - Gegenstrom<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/gegenstrom.org\/en\/ein-platz-an-der-tafel-der-koenige-teil-2-deutschland-zu-gross-fuer-eine-nation-zu-klein-fuer-ein-reich\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"en_US\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Ein Platz an der Tafel der K\u00f6nige Teil 2 \u2013 Deutschland: Zu gro\u00df f\u00fcr eine Nation, zu klein f\u00fcr ein Reich? - Gegenstrom\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Der zweite Teil des Leitartikels der dritten Ausgabe der AGORA EUROPA, befasst sich eingehender mit der Rolle Deutschlands im Macht- und Interessenkomplex Europa. 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In welcher Ausgangslage befindet sich Deutschland, aufgrund seiner geographischen Lage und geschichtlichen Rolle? 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