{"id":9182,"date":"2023-01-22T21:20:01","date_gmt":"2023-01-22T20:20:01","guid":{"rendered":"https:\/\/gegenstrom.org\/?p=9182"},"modified":"2023-01-23T22:02:43","modified_gmt":"2023-01-23T21:02:43","slug":"im-gespraech-mit-der-jungen-rechten-polnischen-denkfabrik-nowy-lad","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gegenstrom.org\/en\/im-gespraech-mit-der-jungen-rechten-polnischen-denkfabrik-nowy-lad\/","title":{"rendered":"Interview mit der jungen, rechten polnischen Denkfabrik &#8222;Nowy \u0141ad&#8220;"},"content":{"rendered":"<p><em>Der junge polnische Think Tank, &#8222;Nowy \u0141ad&#8220;, befasst sich mit langfristigen Fragen und Problemen, vor denen Polen aus Sicht von &#8222;Nowy \u0141ad&#8220; in absehbarer Zeit stehen wird. Sowohl die geografische Lage, als auch Polens geschichtliche Verwicklungen, stellen den Nachbarn Deutschlands vor besondere Herausforderungen, wenn es seine Interessen gewahrt sehen m\u00f6chte. Das umfangreiche Gespr\u00e4ch mit MetaPol, drehte sich um innenpolitische, sowie au\u00dfenpolitische Themen, wobei in Anbetracht des Ukraine-Kriegs, Polens Ostpolitik nat\u00fcrlich verst\u00e4rkt im Fokus stand. Aber auch das Verh\u00e4ltnis mit Deutschland und den Vereinigten Staaten war Gegenstand der Unterhaltung.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Sehr geehrter Herr Adamus,<\/em><\/p>\n<p><em>Sie sind Redakteur und Autor der Plattform &#8222;Nowy Lad&#8220;. K\u00f6nnten Sie diese Plattform und ihre Ziele freundlicherweise unseren deutschen Lesern vorstellen? <\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Nowy \u0141ad ist eine seit \u00fcber zwei Jahren bestehende Denkfabrik, die von einer Gruppe junger polnischer Nationalisten gegr\u00fcndet wurde. Wir schreiben \u00fcber die Schl\u00fcsselprobleme, denen Polen und Europa in den kommenden Jahren und Jahrzehnten gegen\u00fcberstehen, aus Sicht des polnischen nationalen Interesses. Au\u00dferdem interessieren wir uns f\u00fcr Metapolitik und langfristige kulturelle und gesellschaftliche Prozesse, nicht nur f\u00fcr aktuelle Ereignisse &#8211; wobei wir Stellungnahmen zum Alltagsgeschehen auch nicht aus dem Weg gehen. Wir arbeiten mit f\u00fchrenden polnischen Kommentatoren, Professoren und Experten ihres Gebietes zusammen. Unser Ziel ist es, ein hohes intellektuelles Niveau beizubehalten und dabei faule ideologische Kompromisse zu meiden. Wir wollen eine starke polnische Volksgemeinschaft, welche politisch und kulturell souver\u00e4n ist.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Auf Ihrer Webseite ist ein Manifest ver\u00f6ffentlicht, in dem Sie beschreiben, dass Polen turbulenten Zeiten gegen\u00fcbersteht, auf die Sie das Land nicht gut vorbereitet sehen. K\u00f6nnten Sie bitte die gr\u00f6\u00dften Herausforderungen beschreiben, mit denen Ihr Land und Ihre Gesellschaft aktuell konfrontiert sind, und schildern, warum Sie Ihre Regierung nicht in einer guten Verfassung sehen, diese Herausforderungen zu bew\u00e4ltigen? <\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wir stehen vor der Notwendigkeit eines gro\u00dfen Umdenkens seitens der polnischen Eliten. Seit Beginn der 1990er Jahre strebten diese den Anschluss an den Westen an, also den Beitritt zur NATO und der Europ\u00e4ischen Union. In Polen gab es einen partei\u00fcbergreifenden Konsens \u00fcber die Richtung der Au\u00dfenpolitik. Wir wollten &#8222;Teil des Westens&#8220; werden. Dies sollte die L\u00f6sung f\u00fcr all unsere Hauptprobleme darstellen. Ich glaube, dass viele Mitglieder unserer Eliten diese Sichtweise so sehr verinnerlicht haben, dass sie viele Jahre lang nicht in der Lage waren, weitere politische Richtungen und ehrgeizige Ziele festzulegen. Einer der beliebtesten Autoren der polnischen Rechten, Rafa\u0142 Ziemkiewicz, zitiert in seinem neuesten Buch &#8222;Great Poland&#8220; folgende Anekdote: \u201eIn den 1990er Jahren hielten Deutsche aus einer Parteistiftung einen Vortrag \u00fcber ihre Vision und ihre Interessen aus deutscher Sicht. Als sie die Polen nach ihrer Sicht fragten, konnten sie nicht beantworten, was die Interessen Polens sind, nur, dass sie wollen, dass \u201calles so ist wie in Europa.&#8220;<\/p>\n<p>Diese Anekdote spiegelt das Ausma\u00df der polnischen Komplexe und die grenzenlose Faszination f\u00fcr den Westen gut wider.<\/p>\n<p>Was wir also brauchen ist ein unabh\u00e4ngiges Denken &#8211; dies w\u00e4re die Grundlage f\u00fcr die L\u00f6sung vieler anderer Probleme. Eins davon ist die Tatsache, dass Polen niedrige demografische Indikatoren hat: Nach Polens EU-Beitritt wanderten 2 Millionen Menschen aus dem Land aus &#8211; haupts\u00e4chlich junge Menschen, die im reicheren Westen eine bessere Perspektive f\u00fcr sich sahen.\u00a0 Dabei hat der polnische Staat vor einiger Zeit die finanzielle Unterst\u00fctzung f\u00fcr Familien oder auch die Anzahl von Krippenpl\u00e4tzen deutlich erh\u00f6ht, und in den letzten 30 Jahren war das polnische Wirtschaftswachstum nach China das zweitst\u00e4rkste weltweit. Dank dieser Tatsache hat sich die L\u00fccke zwischen Polen und Westeuropa deutlich verkleinert.<\/p>\n<p>Das BIP pro Kopf, einschlie\u00dflich der Kaufkraft, ist in Polen nun h\u00f6her als in Portugal und n\u00e4hert sich dem Niveau Spaniens.<\/p>\n<p>Nach Angaben des Internationalen W\u00e4hrungsfonds betrug unser BIP pro Kopf, inklusive Kaufkraft, im Jahre 1990 nur 8% des deutschen. Heute sind es bereits 66%. Leider f\u00fchrte dieser materielle Erfolg nicht zu einer Verbesserung der Demographie.<\/p>\n<p>Dies wirft eine fundamentale Frage auf: Werden die Polen eine stolze und wohlhabende Nation sein, oder nur eine Ansammlung wohlhabender Individuen, welche nach und nach die Ideologien des Westens \u00fcbernehmen?<\/p>\n<p>Paradoxerweise f\u00fchrt \u00f6konomischer Erfolg manchmal zu sozialer Degeneration. Das Ziel, das wir uns gesetzt haben, ist die maximale Eingrenzung dieses Ph\u00e4nomens in Polen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Viele rechte Akteure in Deutschland blicken gerne ins Ausland in die alten \u201esowjetischen\u201c Staaten, wie Polen, Ungarn oder auch Russland, und auf die Tatsache, dass diese Gesellschaften immer noch an unsterblichen Werten wie Glaube, Familie und Nation als konstituierende Faktoren einer gedeihenden Zukunft festhalten. Betrachtet man jedoch die Geburtenrate genauer, sind die Zahlen in Polen erschreckend und unterscheiden sich nicht von denen in Deutschland oder anderen westeurop\u00e4ischen L\u00e4ndern. Was ist Ihr Ansatz dazu? <\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Sicherlich zeigen postsowjetische Gesellschaften in vielerlei Hinsicht ges\u00fcndere soziale Instinkte. Das liegt am sogenannten \u201ecommunist social freezer\u201c:\u00a0 Als sich die westlichen Gesellschaften aufgrund der globalisierenden Popkultur, der sexuellen Revolution und der Abkehr von den Lehren der katholischen Kirche und der christlichen Moral im Allgemeinen ver\u00e4nderten, wurden unsere Gesellschaften von der westlichen Infosph\u00e4re und dem Einfluss von Trends abgeschnitten, die die nationale Gemeinschaft zersetzten. Soziale Ver\u00e4nderungen hatten hier andere Ursachen als im Westen. Zudem suchten viele Menschen als Widerstand gegen den verachteten Kommunismus Zuflucht in der Kirche, im Patriotismus und traditionellen Werten. Andererseits sollte die sowjetische Realit\u00e4t auch nicht idealisiert werden &#8211; die Kommunisten k\u00e4mpften aktiv gegen die Kirche, Religion, Familie und traditionelle Werte, sie f\u00e4lschten die Geschichte und t\u00f6teten und verfolgten Patrioten.<\/p>\n<p>Nach dem Fall des Kommunismus ver\u00e4nderte der westliche kulturelle Einfluss die postsowjetischen Gesellschaften rapide. Ich erw\u00e4hnte vorhin einen gewissen westlichen Komplex, der unter den Polen vorherrscht \u2013 das ist einer der wichtigen Gr\u00fcnde f\u00fcr das schnelle und gedankenlose Nachahmen kultureller Trends aus dem Westen. 1989 hatten viele polnische Patrioten ein idealisiertes Bild des antikommunistischen Westens und Politikern wie Ronald Reagan, w\u00e4hrend sie sich der tiefgreifenden Ver\u00e4nderungen, die im Westen nach dem symbolischen Jahr 1968 stattfanden, nicht bewusst waren.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich waren diese Ver\u00e4nderungen selten Ergebnisse souer\u00e4ner Entscheidungen unserer Nation, sondern wurden in vielerlei Hinsicht vom Westen inspiriert und finanziert. Nach 1989 \u00fcbernahm das westliche Kapital die meisten polnischen Medien und erzog einen gro\u00dfen Teil der polnischen Gesellschaft in dem Glauben, dass sie dem polnischen Patriotismus und der christlichen Moral abschw\u00f6ren m\u00fcssten, um Teil des ersehnten Westens zu werden. Deutsche Stiftungen, welche von Bundestagsparteien oder diversen westlichen F\u00f6rderprogrammen finanziert wurden, machten die \u201eSt\u00e4rkung der Zivilgesellschaft\u201c oder den \u201eKampf f\u00fcr Menschenrechte\u201c zum Ziel \u2013 unter diesen Schlagworten wurde die \u00f6ffentliche Debatte in Polen in die \u201erichtige\u201c Richtung gelenkt.<\/p>\n<p>Der Wahlsieg der PiS im Jahr 2015 war in gewisser Weise eine Reaktion darauf. Doch die Schuld f\u00fcr jeden Fehler der jetzigen Regierung \u2013 und es gab viele \u2013 gaben die linksliberalen Medien der Tatsache, dass Polen von \u201er\u00fcckst\u00e4ndigen\u201c Leuten regiert werde, die \u201euns aus Europa hinausf\u00fchren\u201c. Gleiches gilt beispielsweise f\u00fcr die hohen Energiepreise, die derzeit unseren gesamten Kontinent betreffen. Die polnische Gesellschaft ist heute stark polarisiert. Ein gro\u00dfer Teil der Polen wurde in den letzten 30 Jahren entwurzelt und hat eine &#8222;westliche&#8220;, linksliberale Mentalit\u00e4t angenommen.<\/p>\n<p>Gewiss sind wir heute immer noch in einer viel besseren Situation als die westeurop\u00e4ischen Gesellschaften. Polnische Patrioten haben es geschafft weiterzubestehen, und der durchschnittliche Pole ist konservativer als der durchschnittliche Deutsche oder Franzose. Die PiS ist seit 7 Jahren an der Macht und im Parlament sitzt neben der linksliberalen Opposition die nationalliberale Konfederacja. Verschiedene patriotische, nationalistische, katholische Kreise etc. haben ihre eigenen Medien, Institutionen und Veranstaltungen. Wir k\u00e4mpfen jedoch f\u00fcr die Zukunft und die Identit\u00e4t unserer Nation und haben die enorme Macht westlicher Medien, Popkultur, internationaler Organisationen, Stiftungen und des Gro\u00dfkapitals zum Gegner.<\/p>\n<p>Trotz dieser Probleme sind wir optimistisch. Wir sehen, dass ein gro\u00dfer Teil der polnischen Nation immer noch gesund ist und nicht nur an der Verteidigung seiner Identit\u00e4t, sondern auch an einer aktiven Gegenoffensive interessiert ist. Das ist auch das Ziel unseres Projektes. Wir freuen uns auch \u00fcber die wachsende Beliebtheit patriotischer Bewegungen in den westlichen L\u00e4ndern. Das Jahr 2022 brachte viele Gr\u00fcnde f\u00fcr Optimismus \u2013 die \u201eFratelli d\u2019Italia\u201c und die Schwedendemokraten \u00fcbernahmen die Macht in ihren L\u00e4ndern, und das nationale Lager in Frankreich verzeichnete einen gro\u00dfen Zuwachs an Unterst\u00fctzern. \u00dcber Meloni, Salvini, Le Pen, Zemmour und Akesson haben wir viel geschrieben.<\/p>\n<p>Gerade haben wir einen neuen Abschnitt auf unserer Website mit dem Titel \u201eDer neue Fr\u00fchling der V\u00f6lker\u201c gestartet. Wir glauben, dass die europ\u00e4ischen Nationen ihre Souver\u00e4nit\u00e4t \u2013 wie bereits 1848 &#8211; immer mutiger gegen die internationale, kosmopolitische Elite verteidigen werden, weil sie ihre engstirnigen Interessen im Geiste einer undemokratischen Ideologie erkennen.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem glauben wir auch, dass die \u00fcberwiegende Mehrheit der europ\u00e4ischen Patrioten, trotz der Probleme zwischen unseren Nationen in der Vergangenheit, heutzutage versteht, dass wir uns gemeinsam derselben Bedrohung entgegenstellen sollten. Wir bereiten uns auf einen langfristigen Kampf vor. Sie kennen es aus Ihrer eigenen Geschichte \u2013 deutsche Patrioten brauchten im 19. Jahrhundert Dutzende von Jahren f\u00fcr die Wiedervereinigung ihres Landes. Die Aufst\u00e4nde von 1848 blieben zun\u00e4chst erfolglos, doch am Ende siegte die nationale Idee. Das k\u00f6nnte jetzt genauso sein.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>In den letzten Monaten wurden in Deutschland einige Presseberichte ver\u00f6ffentlicht, die thematisierten, dass die \u201eWokeness\u201c auch in Polen zunimmt. Es wurden Demonstrationen gezeigt, bei denen vor allem junge Akademiker f\u00fcr die Menschenrechte des neuen Jahrhunderts, wie LGBTQ+, protestierten. Welche Relevanz haben diese Proteste und Bewegungen wirklich im heutigen polnischen Alltag?<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die LGBTQ+-Agenda wird von den linksliberalen Medien und den aus dem Ausland finanzierten NGOs sehr aggressiv gef\u00f6rdert. Sie haben es geschafft, eine Gruppe junger ideologischer Aktivisten heranzuz\u00fcchten, die sich zwar in der Minderheit befindet, aber sehr laut und engagiert ist. Noch vor wenigen Jahren war dies in Polen komplett marginal. Die Mehrheit der polnischen Gesellschaft \u2013 insbesondere Menschen mittleren Alters und \u00e4ltere Menschen \u2013 ist sich des Ernstes der Situation nicht bewusst und denkt, dass es sich um eine vor\u00fcbergehende Exzentrizit\u00e4t handelt oder dass LGBTQ+-Forderungen auf eine gesellschaftliche Akzeptanz des Zusammenlebens homosexueller Paare reduziert werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Jedes Mal, wenn Sie die \u00d6ffentlichkeit fragen, was ihrer Meinung nach das wichtigste Problem ist, mit dem sich Politiker befassen sollten, werden fast alle auf die wirtschaftliche Situation oder den Krieg in der Ukraine hinweisen, w\u00e4hrend \u201edie Rechte sexueller Minderheiten\u201c usw. von etwa 1-2 % als Priorit\u00e4t angesehen werden. Auf der anderen Seite aber \u00fcbt eine Gruppe engagierter Aktivisten immer mehr Druck auf die gesamte linksliberale Opposition der jetzigen Regierung aus, die sich radikalisiert, um &#8222;westlich&#8220; genug zu sein.<\/p>\n<p>Weiterhin wird in den Medien wiederholt, dass alle jungen Menschen politisch links sind, was eine Art sich selbst erf\u00fcllende Prophezeiung sein soll \u2013 denn nat\u00fcrlich sind junge Menschen rebellisch gegen\u00fcber Erwachsenen, aber innerhalb ihrer eigenen Gruppe konform. Seit 1989 wird von denselben Kreisen stets wiederholt, dass die n\u00e4chsten Generationen linksliberaler sein werden, die Rechten also &#8222;wie Dinosaurier aussterben&#8220; werden. Die Realit\u00e4t ist komplizierter \u2013 manchmal waren aufeinander folgende Generationen eher linksgerichtet, manchmal eher rechtsgerichtet. Bei den letzten Wahlen gab es unter den J\u00fcngsten (18-29) mehr Stimmen f\u00fcr linke und liberale Kandidaten als in der gesamten Gesellschaft. Jedoch gingen immer noch jeweils gut 20% an den derzeitigen Pr\u00e4sidenten Andrzej Duda der PiS und an den nationalistischen Kandidaten Krzysztof Bosak &#8211; zusammen \u00fcber 40%.<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich haben wir in den letzten Jahren in Polen gro\u00dfe soziale Ver\u00e4nderungen erlebt, insbesondere bei der jungen Generation. Konsumismus und Hedonismus nehmen zu, w\u00e4hrend viele nicht vorhaben, eine Familie zu gr\u00fcnden. Immer weniger junge Leute gehen in die Kirche. Auch die Zahl der Menschen, die dem Christentum einfach feindlich gesinnt sind, w\u00e4chst. Junge Menschen sind der englischen Sprache m\u00e4chtig, und englischsprachige soziale Medien sowie die westliche Popkultur pr\u00e4gen sie oft mehr als ihre eigenen Eltern. Eine unserer Aufgaben als Nowy \u0141ad ist es, zu zeigen, dass es m\u00f6glich ist, als junger Mensch eine wohlverstandene Modernisierung voranzutreiben und sich dennoch gegen die \u201ewestlichen\u201c Pseudowerte zu stellen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Warum, denken Sie, scheint gerade die j\u00fcngere Generation in Ihrem Land offener f\u00fcr diese \u201ewestlichen Ideale\u201c zu sein? Warum haben die oben genannten Werte in den j\u00fcngeren Altersgruppen an Attraktivit\u00e4t verloren?<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das ist eine sehr schwierige Frage, besonders wenn wir die letzten 10-15 Jahre betrachten. Vor nicht allzu langer Zeit, in den Jahren 2010-2015, gab es unter jungen Menschen in Polen einen \u201ePatriotismus-Trend\u201c. Konservative und nationalistische Organisationen entwickelten sich rapide. Das Ph\u00e4nomen des \u201eUnabh\u00e4ngigkeitsmarsches\u201c startete \u2013 ich spreche von Feierlichkeiten zur Wiedererlangung der Unabh\u00e4ngigkeit Polens, organisiert vom Mann nebenan aus dem einfachen Volk, die jedes Jahr \u00fcber 100.000 Menschen nach Warschau locken. Mit dieser Welle begann auch ich, mich gemeinschaftlichen Aktivit\u00e4ten zu widmen. Dann begann sich dieses gemeinschaftliche Gef\u00fchl abzuschw\u00e4chen. Grund hierf\u00fcr war meines Erachtens zum einen die Macht\u00fcbernahme der derzeit regierenden Partei \u201cRecht und Gerechtigkeit\u201d. Diese Partei bezieht sich auf patriotische Werte, indem sie patriotische Gef\u00fchle f\u00fcr ihre eigenen Parteiinteressen benutzt.<\/p>\n<p>Dies f\u00fchrte zu einer bestimmten Abkehr von diesen Werten. Auch die vielerorts zu eng mit der Obrigkeit verbundene polnische Kirche hat viel von ihrer Authentizit\u00e4t und gesellschaftlichen Autorit\u00e4t eingeb\u00fc\u00dft. Patriotismus ist in gewisser Weise zum Mainstream geworden. Unter der vorherigen Regierung, der B\u00fcrgerplattform (regierend von 2007 bis 2015), gab es Ans\u00e4tze einer gewissen jugendlichen Rebellion und Opposition gegen die Eliten, die den Patriotismus oft verachtete. Heute \u201erebellieren\u201c junge Menschen \u201epro-westlich\u201c, w\u00e4hrend sie unter der vorherigen Regierung \u201epatriotisch\u201c rebellierten. Menschen \u00e4ndern jedoch oft ihre Ansichten, wenn sie erwachsen werden, ihren Abschluss machen, anfangen zu arbeiten oder eine Familie gr\u00fcnden. Dann wenden sie sich oft von ideologischen Blendwerken ab. Inwieweit wird diese aktuelle Rebellion eine nachhaltige Entscheidung sein? Das h\u00e4ngt auch von uns ab.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Was muss getan werden, um sie zur\u00fcckzugewinnen und wie tr\u00e4gt Ihre Plattform dazu bei?<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst einmal sollten wir unsere Werte attraktiv pr\u00e4sentieren. Patriotismus und Arbeit f\u00fcr die Volksgemeinschaft m\u00fcssen als Abenteuer dargestellt werden &#8211; als etwas, das wertvoll, objektiv gut und gleichzeitig befriedigend sein kann. Wir m\u00fcssen auch in der Lage sein, junge Menschen zu erreichen und neue Formen der Kommunikation zu nutzen. Es ist notwendig, L\u00fcgen zur\u00fcckzuweisen und Konzepte wie Modernit\u00e4t und Fortschritt aus den H\u00e4nden der Linken zu nehmen. Wir m\u00fcssen zeigen, dass es die Nation und das Christentum sind, die Quellen der Modernisierung und des Fortschritts sein k\u00f6nnen und es bereits in fr\u00fcheren Jahrhunderten waren. Wir m\u00fcssen nicht nur nach politischer Macht streben, sondern vor allem nach kultureller Hegemonie, wie sie von Antonio Gramsci definiert wurde. Wir m\u00fcssen von der Linken lernen und den Marsch durch die Institutionen wiederholen, Strukturen schaffen, die unsere Weltanschauung wieder und wieder in die Gesellschaft tragen.<\/p>\n<p>In Nowy \u0141ad arbeiten wir seit Kurzem am Konzept des Neoprogressivismus \u2013 einer neuen Moderne als Versuch, auf die Herausforderungen der Postmoderne zu antworten. Wir m\u00fcssen die Avantgarde des Fortschritts sein, wir m\u00fcssen auch erkl\u00e4ren, dass die gegenw\u00e4rtige progressive Linke veraltet ist, ihre L\u00f6sungen oberfl\u00e4chlich sind und die Komplexit\u00e4t des Menschen nicht verstehen. Wie einer unserer Autoren schrieb: \u201eWas sind &#8222;Gender Studies&#8220; schon im Vergleich zur Gr\u00fcndung von Universit\u00e4ten durch die Kirche? Wie nichtig ist der Individualismus, der versucht, die niedrigsten Instinkte zu befriedigen, im Vergleich zum Personalismus, der versucht, den Menschen in seinem ganzen Wesen zu umfassen? Wie markant ist der Kontrast zwischen dem Relativismus, der es als unm\u00f6glich akzeptiert, die Wahrheit zu kennen, und der traditionellen Bescheidenheit, die vom Menschen verlangt, sich st\u00e4ndig um das vorhandene Wissen zu bem\u00fchen und sich ihm zu stellen?<\/p>\n<p>Von unserem Konzept eines \u201eneuen V\u00f6lkerfr\u00fchlings\u201c habe ich bereits gesprochen. Wir wollen jungen Menschen zeigen, dass \u201eRebellion\u201c im Namen von LGBTQ+ eigentlich erb\u00e4rmlicher Konformismus ist, der Botschaft der bedeutendsten Medien, der reichsten Milliard\u00e4re und der einflussreichsten Politiker folgend. Echte, authentische Rebellion bedeutet heute, an der Seite von Nation und Tradition zu stehen, Verantwortung f\u00fcr die eigene Familie oder Gemeinschaft zu \u00fcbernehmen und kein gedankenloser Konsument zu sein. Wir glauben, dass es in den kommenden Jahren sowohl in Polen als auch in Europa immer mehr Platz f\u00fcr eine solche authentische Bewegung geben wird.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Um den Rahmen etwas auszudehnen \u2013 wie bewerten Sie die aktuelle geopolitische Lage Polens und denken Sie, dass die PiS sie angesichts der aktuellen Umst\u00e4nde angemessen verwaltet? Hat sich die Lage Polens seit der deutlichen Intensivierung des russisch-ukrainischen Krieges in diesem Jahr ver\u00e4ndert und wenn ja, in welchem Ausma\u00df?<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Polens geopolitische Lage hat sich im letzten Jahrzehnt deutlich verschlechtert, was vor allem mit der Expansionspolitik Russlands zusammenh\u00e4ngt. Polen ist seit Jahrhunderten Opfer des russischen Imperialismus und wir sind uns der Bedrohung aus dem Osten bewusst. Tats\u00e4chlich hat Putin selbst im Dezember seine Forderungen pr\u00e4sentiert, die darauf hinausliefen, uns zu einem NATO-Mitglied zweiter Klasse zu machen. Unsere Region w\u00e4re ein geopolitisches &#8222;Niemandsland&#8220;, das Russland den Weg ebnen sollte, seinen Einfluss in Mittel- und Osteuropa auszuweiten. Das Wiederaufleben des russischen Imperialismus wird in Polen als die gr\u00f6\u00dfte milit\u00e4rische Bedrohung unserer Unabh\u00e4ngigkeit angesehen.<\/p>\n<p>Die Situation wurde nach Russlands Aggression gegen die Ukraine sogar noch schlimmer. W\u00e4re Kiew gefallen und Russland h\u00e4tte eine neue Marionettenregierung in der Ukraine geschaffen, k\u00f6nnten wir jetzt russische Truppen auf \u00fcber 1200 km der polnischen Grenze haben \u2013 von der Kaliningrader Oblast \u00fcber Wei\u00dfrussland bis hin zur gesamten Grenze zur Ukraine. In einer solchen Situation w\u00e4re unsere Sicherheit viel st\u00e4rker gef\u00e4hrdet als sie es nun ist.<\/p>\n<p>Gleichzeitig m\u00fcssen wir uns daran erinnern, dass die Bedrohung durch Russland nicht auf einen m\u00f6glichen umfassenden Krieg reduziert werden kann, was wohl unwahrscheinlich ist. Zum Beispiel haben Wei\u00dfrussland und Russland letztes Jahr eine v\u00f6llig k\u00fcnstliche Krise an unserer Grenze verursacht, indem sie tausende von Einwanderern aus kulturell fremden L\u00e4ndern im Nahen Osten herbrachten. Anschlie\u00dfend st\u00fcrmten diese haupts\u00e4chlich muslimischen Einwanderer die polnische Grenze. Gl\u00fccklicherweise gab die Regierung dem Druck der Medien und internationalen Organisationen nicht nach \u2013 die Polizei und das Milit\u00e4r verteidigten unsere Grenze konsequent und nach einigen Monaten wurde eine Mauer an der Grenze zu Wei\u00dfrussland errichtet. Nun soll auch an der Grenze zu Russland eine Mauer gebaut werden. Lukaschenko und Putin arbeiteten hier Hand in Hand mit der radikalen zuwanderungsfreundlichen Linken in Polen und Europa. W\u00e4hrend der Krise schrieben die linken Medien in Polen ununterbrochen \u00fcber \u201edramatische Menschenrechtsverletzungen\u201c, verglichen unsere Soldaten mit Nazis usw. Einige schreiben noch immer dar\u00fcber.<\/p>\n<p>Daher ist es ein zentrales polnisches Interesse, die Ukraine zu unterst\u00fctzen und Russland so weit wie m\u00f6glich nach Osten zu verlagern. Ich glaube, dass unsere Regierung ganz gut mit der aktuellen Krise umgeht. Wir sind ein wichtiger Partner der Ukraine, wir unternehmen diplomatische Anstrengungen, um eine breite Koalition zur Unterst\u00fctzung der Ukraine aufzubauen und wir beschleunigen gerade das Modernisierungsprogramm unserer Streitkr\u00e4fte \u2013 in dieser Angelegenheit sehen wir eine enorme R\u00fcckst\u00e4ndigkeit, an der sowohl die PiS als auch fr\u00fchere Regierungen schuld sind. Derzeit kaufen wir viel, aber nicht alles, auf eine durchdachte und rationale Weise, gemessen an der Entwicklung des Potenzials der polnischen Verteidigungsindustrie.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Was ist Ihre Meinung zu den westeurop\u00e4ischen Reaktionen auf diesen Konflikt, insbesondere der in Deutschland? Gibt es in Polen eine \u00f6ffentliche Wahrnehmung der deutschen Geopolitik?<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>F\u00fcr mich, wie auch f\u00fcr viele Menschen, die die Realit\u00e4t so sehen wollen, wie sie ist, war die Haltung Deutschlands keine gro\u00dfe \u00dcberraschung. Im Laufe der Jahre hat Deutschland die Zusammenarbeit mit Russland auf Kosten der Interessen unserer Region weiterentwickelt \u2013 viele Menschen in Polen haben versucht, die Realit\u00e4t zu verdammen und die deutsche Politik zu besch\u00f6nigen, die den polnischen Interessen seit Jahren schadet. Paradebeispiele daf\u00fcr sind die Gaspipelines Nord Stream I und Nord Stream II. Meine Meinung zur Haltung Deutschlands oder, etwas allgemeiner, Westeuropas zum Krieg in der Ukraine ist eindeutig negativ, das sage ich als Pole.<\/p>\n<p>Auch aus einer objektiveren, geopolitischen Perspektive betrachtet, \u00fcberrascht mich die Haltung Deutschlands \u00fcberhaupt nicht. Russland ist noch relativ weit weg, Sie sind vor potentieller Aggression auch bei einem m\u00f6glichen Zusammenbruch der Ukraine durch einen Puffer gesch\u00fctzt: Polen. Gleichzeitig sind Sie stark abh\u00e4ngig vom russischen Kohlenwasserstoff geworden. Es liegt in Ihrem wirtschaftlichen Interesse, dass weiterhin billige russische Rohstoffe in Ihre Unternehmen flie\u00dfen und so die Wettbewerbsf\u00e4higkeit der Wirtschaft st\u00e4rken. Ich denke, Deutschlands Haltung zur Unterst\u00fctzung der Ukraine w\u00e4re weitaus distanzierter, wenn nicht der starke US-Druck auf die Regierung in Berlin da gewesen w\u00e4re. Ich bin mir der Interessen- und Perspektivenunterschiede zwischen Polen und Deutschland in dieser Beziehung bewusst. Das ist normal und wir k\u00f6nnen ehrlich und frei dar\u00fcber sprechen.<\/p>\n<p>Die Haltung Deutschlands in diesem Konflikt machte einem gro\u00dfen Teil der polnischen \u00d6ffentlichkeit bewusst, wie heuchlerisch die Behauptungen waren, die Deutschen w\u00fcrden nicht von eigenn\u00fctzigen Interessen, sondern vom \u201eInteresse Europas\u201c geleitet. Jeder wird von seinem eigenen Interesse geleitet \u2013 das ist normal, daran werden wir nichts \u00e4ndern. Auch von Seite der liberalen Parteien und Kreisen, die seit Jahren von Angela Merkel angetan waren, geriet die Bundesregierung in die Kritik. Der Krieg hat der polnischen \u00d6ffentlichkeit auch bewusst gemacht, wie unterschiedlich die Bedrohungswahrnehmung zwischen Ost- und Westeuropa ist, und gezeigt, dass wir uns auf Westeuropa einfach nicht verlassen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Eine Initiative, die in den letzten Jahren \u00f6ffentliches Interesse erregt hat, ist die Initiative \u201eIntermarium\/Mi\u0119dzymorze\u201c. In der Zwischenkriegszeit und unter antikommunistischen Auswanderern gab es mehrere geopolitische Konzepte f\u00fcr diese Initiative, die sich teilweise sogar erg\u00e4nzten. Es gab f\u00f6derale und konf\u00f6derative Ans\u00e4tze sowie Konzepte, die milit\u00e4rische oder wirtschaftliche B\u00fcndnisse anstrebten. Wie sieht das Ideenspektrum heute aus und gibt es ein Modell, das Sie favorisieren?<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u00dcberschw\u00e4ngliche Ideen f\u00fcr ein f\u00f6derales oder konf\u00f6derales Intermarium scheiterten aus einem einfachen Grund: Andere, kleinere Nationen unserer Region betrachteten sie als Formen des polnischen Imperialismus und Versuch der Vorherrschaft. Einige bef\u00fcrchteten auch, dass Intermarium ein alternatives Projekt zur EU sein w\u00fcrde, das ihr entgegentritt. Auch wir als Nowy \u0141ad stehen jeglicher Verw\u00e4sserung der Souver\u00e4nit\u00e4t der Nationalstaaten in internationalen Organisationen grunds\u00e4tzlich skeptisch gegen\u00fcber. Daher erscheint es ratsam, statt \u00fcber ein politisches B\u00fcndnis \u00fcber eine wirtschaftliche Zusammenarbeit nachzudenken, die die Beziehungen zwischen den Nationen unserer Region allm\u00e4hlich st\u00e4rken wird. Wie einer unserer Redakteure schrieb: \u201eDer Name Intermarium sollte nicht mehr mit der Schaffung eines kompakten Staatenblocks verbunden werden, sondern mit einer ganzen Reihe von Infrastrukturprojekten und multilateralen Formaten, in denen Polen eine wichtige, manchmal sogar die wichtigste Rolle spielt.&#8220;<\/p>\n<p>Auch die 2015 gestartete Drei-Meere-Initiative (3SI) geht in diese Richtung \u2013 nicht umsonst wurde hier ein neuer Name eingef\u00fchrt und die Mitgliedschaft in der Organisation auf EU-Staaten beschr\u00e4nkt. Ihr schlossen sich 12 L\u00e4nder an &#8211; neben Polen auch Litauen, Lettland, Estland, Tschechien, Ungarn, die Slowakei, Kroatien, Slowenien, Rum\u00e4nien, Bulgarien und \u00d6sterreich. 3SI hat im Prinzip drei Bereiche der Kooperation: Energie, Infrastruktur und digitale Transformation. In diesem Rahmen wurden beispielsweise mehrere Energienetzwerke geschaffen, die es den L\u00e4ndern erm\u00f6glichten, ihre Abh\u00e4ngigkeit vom russischen Gas zu verringern (Polen er\u00f6ffnete eine Gaspipeline aus Norwegen und eine Verbindungsleitung, die es den Slowaken erm\u00f6glicht, dieses Gas zu nutzen). Es ist auch geplant, ein Netz von Hochgeschwindigkeitsz\u00fcgen und Autobahnen zu schaffen. Wir beurteilen diese Richtung als positiv, betonen aber gleichzeitig den Vorrang der Souver\u00e4nit\u00e4t des Nationalstaates. Wir bewahren eine gesunde Skepsis gegen\u00fcber der M\u00f6glichkeit, andere Nationen einfach und schnell in unsere polnischen Projekte einzubeziehen. Dabei behalten wir stets im Hinterkopf, dass einzelne L\u00e4nder in vielen wichtigen Fragen unterschiedliche Ansichten haben k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Welche Rolle spielen Ihrer Meinung nach L\u00e4nder wie die Ukraine, Wei\u00dfrussland oder die Russische F\u00f6deration hierbei?<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Zukunft der Ukraine h\u00e4ngt vom Ausgang des aktuellen Krieges ab. Es scheint jedoch klar zu sein, dass die Ukraine die M\u00f6glichkeit verteidigt hat, als separater Staat zu existieren. Aus polnischer Sicht ist dies wichtig, weil die Ukraine als Puffer fungiert, der uns von Russland trennt. Die Frage ist jedoch, inwieweit die Ukraine ihr gesamtes Territorium und ihre volle Souver\u00e4nit\u00e4t durch das Schlie\u00dfen von Allianzen zur\u00fcckgewinnen kann. Grunds\u00e4tzlich liegt es im Interesse Polens, die Ukraine weiterhin in ausgew\u00e4hlte regionale Infrastruktur- oder Energieprojekte miteinzubeziehen. Theoretisch ist es mit Wei\u00dfrussland \u00e4hnlich, aber die Aussichten, die Beziehungen zu Minsk zu verbessern oder dort die Regierung zu \u00e4ndern, sind momentan gering. Ein neutrales Wei\u00dfrussland zwischen uns und Russland ist eine L\u00f6sung, die theoretisch sch\u00f6n klingt, aber in der Praxis sehr schwierig umzusetzen ist. Daher sollte unser Fokus im Moment auf der Zusammenarbeit mit den L\u00e4ndern in der Region liegen, die der EU und der NATO angeh\u00f6ren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Hat die Eskalation des russisch-ukrainischen Konflikts etwas an Ihren Vorstellungen einer polnisch-russischen Beziehung ge\u00e4ndert? Falls ja, was genau?<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ich hielt eine ernsthafte Zusammenarbeit zwischen Russland und Polen in absehbarer Zukunft noch nie f\u00fcr m\u00f6glich. Um diese M\u00f6glichkeit zu schaffen, m\u00fcsste Russland seine Anspr\u00fcche aufgeben, seinen eigenen Einflussbereich in der direkten Umgebung von Polen wieder auszuweiten und Polens Rolle zu der eines reinen Puffers zu reduzieren &#8211; eines geopolitischen Niemandslandes zwischen dem russischen Einflussbereich und dem des Westens. Die Formulierung des letztgenannten Anspruchs von Wladimir Putin selbst war eine eindeutige Best\u00e4tigung, dass auch Polen ein wichtiges Moment in Russlands Expansionspl\u00e4nen darstellt. Moskau will ein souver\u00e4nes Polen nach wie vor nicht akzeptieren.<\/p>\n<p>Putin h\u00e4tte beim Status Quo des 23. Februar [2022] bleiben k\u00f6nnen: Die Ukraine mit einem besetzten Donbass und einer besetzten Krim w\u00e4re der NATO oder EU sowieso nicht beigetreten und Polen w\u00e4re weit entfernt vom Konflikt. Westeuropa war an einer intensiven wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit Russland interessiert und hat dadurch auch unsere Region unter Druck gesetzt. Genauso haben die USA Nordstream 2 zugestimmt, Trump und Biden haben sich beide mit Putin getroffen und ihn als einen der global wichtigen f\u00fchrenden Regierungschefs anerkannt. Polen hatte einen \u201eNeustart\u201c mit Russland von 2007-2014 &#8211; er endete mit der Einnahme der Krim und des Donbass. In der Zwischenzeit h\u00e4tte noch einmal neuer Raum f\u00fcr eine Normalisierung der russisch-polnischen Beziehungen geschaffen werden k\u00f6nnen, wenn Russland sich dazu entschieden h\u00e4tte, den Status Quo zu normalisieren. Stattdessen fiel die Entscheidung auf einen weiteren Expansionsversuch und die Destabilisierung Mittel- und Osteuropas. Nur ein Beispiel: Am 15. Februar [2022], wenige Tage vor dem Konflikt, war der polnische Au\u00dfenminister in Moskau, um sich mit Sergey Lavrov zu treffen, und sprach unter anderem davon, dass es \u201ein dieser schwierigen politischen Lage unsere Pflicht [bleibe], den Kontakt auf allen Ebenen zu pflegen.\u201c<\/p>\n<p>S\u00e4mtliche wichtige westliche Politiker besuchten Wladimir Putin, riefen ihn an und versuchten, an ihn zu appellieren &#8211; auch diejenigen, die ihm sehr nahestanden und unbedingt daran interessiert sind, den amerikanischen Einfluss in Europa zu schw\u00e4chen. Putin hat jedoch die Entscheidung getroffen, dass die totale \u00dcbernahme der Ukraine, und am besten auch der R\u00fcckzug der NATO aus Mitteleuropa, so wichtig f\u00fcr ihn ist, dass er dazu bereit ist, einen Krieg anzufangen. Er entschied, dass Gewalt mehr erreichen w\u00fcrde als Verhandlungen. Es ist in Polens Interesse, dass Russland diesen Krieg verliert und seine M\u00f6glichkeiten, weitere Aggressionen zu starten, so sehr wie m\u00f6glich und so lange wie m\u00f6glich geschw\u00e4cht sind. Was nach dem Krieg passieren wird, ist heute schwer zu sagen. Aber es ist sehr unwahrscheinlich, dass Putin oder ein andere russische F\u00fchrungsperson von Russlands gegenw\u00e4rtigen Zielen abr\u00fccken wird.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Was erwarten Sie von Deutschland, und wie sollte eine deutsch-polnische Zusammenarbeit aussehen? Gibt es ein starkes Interesse an einer deutsch-polnischen Koalition?<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wir sind Nachbarn und naturgem\u00e4\u00df Partner, wir haben einander am Hals, ob wir wollen oder nicht. Deutschland ist Polens wichtigster Handelspartner. Polen ist Deutschlands f\u00fcnftwichtigster Handelspartner, nach China, den Niederlanden, den USA und Frankreich. Wir m\u00fcssen danach streben, Br\u00fccken und Zusammenarbeit zu errichten, wobei diese Zusammenarbeit auf einer Partnerschaft fu\u00dfen soll. Wie ich bereits erw\u00e4hnt habe, hat Polen bedeutend zu Ihnen aufgeschlossen, wenn es um Wohlstand und Lebensstandard geht. Das heutige Polen hat die Ambitionen, eine wichtigere Rolle innerhalb Europas zu spielen, und Deutschland sollte dies verstehen.<\/p>\n<p>Leider sieht die Realit\u00e4t so aus, dass Deutschland seit 32 Jahren, seit der Wende 1990, stets von Gruppierungen regiert wurde, die mehr oder weniger die Zentralisierung Europas auf Kosten der Souver\u00e4nit\u00e4t der einzelnen Nationen anstreben, sowie die F\u00f6rderung einer ideologisch linksliberalen Agenda. Parteistiftungen, die vom deutschen Bundeshaushalt finanziert werden, f\u00f6rdern polnische Woke-Aktivisten und die radikale Linke sehr gro\u00dfz\u00fcgig. Die Heinrich-B\u00f6ll-Stiftung schrieb in einem ihrer Berichte ganz offen davon, dass der einzige Weg, um in Polen \u201edie Rechtsstaatlichkeit dauerhaft wiederherzustellen\u201c, der Zerfall der derzeitigen demokratisch gew\u00e4hlten Regierung sei, die durch eine linksliberale ersetzt werden m\u00fcsste. Viele polnische Medien, die die LGBTQ+-Agenda, die Zentralisierung der EU, kulturfremde Einwanderung oder die sexuelle Revolution propagieren, werden vom deutschen Kapital kontrolliert. F\u00fcr den durchschnittlichen polnischen Patrioten von heute hat Deutschland das Gesicht Angela Merkels, und das ist definitiv keine positive Assoziation. Nat\u00fcrlich k\u00f6nnte dies anders aussehen, wenn sich die interne Lage in Deutschland \u00e4ndern w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Zurzeit sind die Beziehungen zwischen der polnischen und der deutschen Regierung schlecht. Die deutschen Obrigkeiten behandeln uns immer noch als einen Staat, der h\u00f6flich nicken soll, wenn Ideen aus Berlin und Br\u00fcssel vorgetragen werden, selbst wenn sie die grundlegendsten Interessen Polens bedrohen. Wir wissen sehr wohl, dass die gegenw\u00e4rtige Regierung nicht dem Geschmack des deutschen Establishments entspricht, aber seri\u00f6se Partner sollten unabh\u00e4ngig davon einen Dialog mit jedem anstreben, der gerade in Polen regiert. Im Moment ist die Situation die, dass Ihre politische Klasse nicht mit der polnischen F\u00fchrung sprechen m\u00f6chte. Nat\u00fcrlich denke ich auch, dass polnische Politiker mit jeglicher deutschen Regierung sprechen sollten, auch wenn sie weltanschaulich weit von der polnischen entfernt ist. Das ist grunds\u00e4tzlicher politischer Realismus.<\/p>\n<p>Deutsche linksliberale Kreise haben eine gro\u00dfe Gruppe von polnischen Politikern, Journalisten und \u201eExperten\u201c gro\u00dfgezogen &#8211; oft wortw\u00f6rtlich gro\u00dfgezogen, indem sie ihnen das Studium finanziert und sp\u00e4ter Arbeit verschafft haben -, die ihnen nun immer das erz\u00e4hlen, was sie h\u00f6ren wollen. Zum Beispiel, dass die PiS-Regierung die n\u00e4chsten Wahlen garantiert verlieren wird (das wird \u00fcber jede kommende Wahl gesagt), und deshalb sei es sinnlos, eine Beziehung mit dieser aufzubauen. Dieselben Leute in Polen stellen Deutschland als beispielhaftes Land dar, das uns \u201ezivilisiert\u201c und \u201eeurop\u00e4isiert\u201c, uns r\u00fcckst\u00e4ndige osteurop\u00e4ische Homophobe, Ausl\u00e4nderfeinde, Faschisten, usw.<\/p>\n<p>Wie dem auch sei, nichts macht es f\u00fcr Polen und Deutschland unm\u00f6glich, in der Zukunft sehr gute Beziehungen zu unterhalten. Deutschland ist der gr\u00f6\u00dfte und m\u00e4chtigste Staat in Europa und wird dies bleiben, und dasselbe gilt f\u00fcr Polen in Mittel- bzw. Osteuropa. Wie Sie sehen, klappt die wirtschaftliche Zusammenarbeit trotz der vielen politischen Meinungsverschiedenheiten wunderbar. Die Innenpolitik bestimmt h\u00e4ufig die Au\u00dfenpolitik.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Sie sind ein Experte im Bereich der chinesischen Wirtschaft. Wie beeinflusst Chinas Politik uns hier in Europa und was ist Ihrer Meinung nach die beste Haltung gegen\u00fcber China aus einer polnischen und einer europ\u00e4ischen Perspektive?<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>China ist ein unglaublich wichtiges Land und eine starke Wirtschaftskraft. Nat\u00fcrlich sollte Europa nicht von den USA und deren Taktik, China in Schach zu halten, vereinnahmt werden. Gleichzeitig m\u00fcssen wir uns bewusst sein, dass China Europa wie eine Zitrone pressen m\u00f6chte und so viel Technologie und so viele sonstige Exportm\u00e4rkte wie m\u00f6glich von uns abzieht. Wir sehen diese ungleichm\u00e4\u00dfige \u00d6ffnung des Marktes zwischen China und Europa (und, weiter gefasst, der ganzen Welt). China besch\u00fctzt seinen Markt und hat gleichzeitig einen breiten Zugang zu den globalen M\u00e4rkten. Wir sollten es uns zum Ziel setzen, dies zu \u00e4ndern und wirtschaftliche Zust\u00e4nde zu schaffen, die dem so symmetrisch wie m\u00f6glich entsprechen. Auf jeden Fall ist der chinesische und asiatische Markt im Allgemeinen eine riesige Gelegenheit f\u00fcr Europa.<\/p>\n<p>Auf Polen bezogen finde ich nicht, dass Chinas Einfluss hier gro\u00df ist, verglichen mit den Vereinigten Staaten oder der EU. Aus polnischer Perspektive stellt China einen potenziell wichtigen Handelspartner im Bereich der Technologie dar. Wir k\u00f6nnen sehen, dass chinesische Unternehmen auf der neuen Welle der technologischen Innovation sehr stark sind. Das ist bestimmt eine Chance f\u00fcr L\u00e4nder wie Polen, die einen Technologietransfer und die Modernisierung ihrer Wirtschaft anstreben. Die letzten zehn Jahre waren sicherlich eine Zeit gro\u00dfer Hoffnungen in Bezug auf die Intensivierung des Kontakts zwischen Polen und China. Leider ist dieses Unterfangen in vielen Aspekten gescheitert: Trotz vieler Besuche und Ank\u00fcndigungen blieb die Zusammenarbeit relativ unbedeutend &#8211; was auch mit dem Missverh\u00e4ltnis des chinesischen Angebots an die polnischen Gegebenheiten zusammenh\u00e4ngt. Ich hoffe, dass sich dies \u00e4ndern wird.<\/p>\n<p>Es gibt gewisse Tendenzen, die auf einen zunehmenden Isolationismus von Seiten Chinas hindeuten, und die europ\u00e4ischen Gesellschaften blicken mit zunehmendem Misstrauen nach China. Dies schafft kein gutes Klima f\u00fcr die Erschlie\u00dfung einer Zusammenarbeit.<\/p>\n<p>Meiner Meinung nach m\u00fcssten wir umfassender auf ganz Asien schauen, welches immer st\u00e4rker wird und auch in der globalen Politik immer mehr bedeutet. Von China abgesehen gibt es dort auch andere m\u00e4chtige L\u00e4nder wie Indien oder Indonesien. Es gibt technologisch fortschrittliche L\u00e4nder wie S\u00fcdkorea oder Japan. Asien ist eine Chance f\u00fcr uns, die zu verpassen wir uns nicht leisten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Und wie sieht es mit den Vereinigten Staaten aus? Sollte Europa sich komplett vom Westen trennen oder sehen Sie eine Chance f\u00fcr eine Partnerschaft auf gleicher H\u00f6he?<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die geografische Position zwischen Deutschland und Russland war f\u00fcr Polen jahrhundertelang ein Fluch. W\u00e4hrend der Zeit der Teilungen Polens (1795-1918) sowie vor dem Zweiten Weltkrieg suchte Polen, das sich gegen\u00fcber Deutschland und Russland mit einem unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfigen Kr\u00e4ften auseinandersetzen musste, einen externen Partner, der uns dabei helfen w\u00fcrde, unsere Unabh\u00e4ngigkeit und Souver\u00e4nit\u00e4t beizubehalten. Damals konzentrierten wir uns auf Frankreich und Gro\u00dfbritannien. Im Moment setzen wir auf die USA. Ich erkenne mehrere negative Auswirkungen einer solchen Strategie, einschlie\u00dflich des Fakts, dass uns die Amerikaner manchmal als ihre eigene Kolonie ansehen.\u00a0 Auch ist es klar, dass die meisten amerikanischen Eliten ihr Denken nach einem kulturellen, liberalen Imperialismus ausrichten. Auf der anderen Seite denken heute die deutschen und franz\u00f6sischen Eliten in genau denselben Kategorien. Sie alle belehren Polen eifrig, f\u00f6rdern die linksliberale Opposition, \u201everfolgte sexuelle Minderheiten\u201c oder die \u201eZivilgesellschaft\u201c. Die amerikanische Popkultur vergiftet unsere Zivilisation am st\u00e4rksten, aber die politische Einmischung aus Berlin und Paris steht der Washingtons in nichts nach.<\/p>\n<p>Die Frage ist die &#8211; welche Alternative haben wir als Polen? Es gibt kaum welche, insbesondere in Anbetracht der deutschen Lieb\u00e4ugelei mit Russland. Deshalb glaube ich, dass Polen weiterhin mit den USA zusammenarbeiten, aber im selben Moment auch in den gro\u00dfen westeurop\u00e4ischen L\u00e4ndern pragmatische Partner suchen und seine F\u00fchler nach aufstrebenden asiatischen Nationen ausstrecken sollte, angef\u00fchrt von China und Indien. Man muss mit jedem sprechen. Die Amerikaner m\u00fcssen Polen auch als souver\u00e4ne Entit\u00e4t wahrnehmen.<\/p>\n<p>Gleichzeitig gibt es in Deutschland und Frankreich das Bestreben, den amerikanischen Einfluss einzugrenzen und ein souver\u00e4nes Europa als eine eigenst\u00e4ndige geopolitische Macht zu etablieren. Verst\u00e4ndlicherweise, sind doch Deutschland und Frankreich Nationen mit einer bedeutend l\u00e4ngeren Geschichte und reicheren Kultur als die USA, und sie f\u00fchlen sich in der Rolle eines schw\u00e4cheren Partners nicht wohl. Dies kann jedoch nicht ohne ein ausreichend starkes Milit\u00e4r erreicht werden, und kein europ\u00e4isches Land besitzt ein solches. Der Krieg in der Ukraine hat gezeigt, dass die Vereinigten Staaten immer noch in der Lage sind, ihren Willen in Westeuropa durchzusetzen. W\u00fcrde Europa versuchen, eine Partnerschaft mit Amerika auf Augenh\u00f6he zu bringen, m\u00fcsste es eine gemeinsame au\u00dfenpolitische Richtlinie geben, um als geopolitische Macht aufzutreten. Wir folgen dieser deutschen und franz\u00f6sischen Debatte und bleiben auf dem Laufenden, wenn es um Konzepte wie die strategische Autonomie geht. Obwohl Schritte in diese Richtung unternommen werden, glaube ich nicht an ihren Erfolg. Es gibt keine europ\u00e4ische Nation, nur mehrere dutzend Nationen, die alle leicht voneinander abweichende Identit\u00e4ten und Interessen besitzen. Wie k\u00f6nnte das Interesse unserer Region repr\u00e4sentiert werden, wenn die Au\u00dfenpolitik der EU-Staaten zentralisiert w\u00e4re, wie Bundeskanzler Scholz es gerne h\u00e4tte? Zum Beispiel im Kontext des Ukrainekriegs: Meiner Meinung nach w\u00fcrden die starken westeurop\u00e4ischen Staaten, die den Ton bez\u00fcglich der Strategie angeben, die Interessen unserer Region f\u00fcr ihren Vorteil opfern. Deshalb kann man von unserer Region eine Menge Widerstand gegen eine solche Zentralisierung erwarten.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem sehe ich in naher Zukunft auch keine M\u00f6glichkeit, sich von den Vereinigten Staaten loszusagen &#8211; beide Seiten des Atlantiks sind auf so viele Weisen miteinander verbunden, einschlie\u00dflich der milit\u00e4rischen, sodass diese Option in der absehbaren Zukunft wohl Wunschdenken bleibt. Auch in den USA gibt es nat\u00fcrlich isolationistische Tendenzen, aber dies ist leichter gesagt als getan, wie die Pr\u00e4sidentschaft Trumps gezeigt hat. Zusammenfassend bin ich f\u00fcr einen vern\u00fcnftigen Dialog mit jeglichen potentiellen Partnern, ohne dass man sich von anderen abkehrt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Eine letzte Frage, die etwas vom Thema abweicht, aber unsere deutschen Leser interessiert: \u00dcberraschenderweise verlangt die PiS Reparationszahlungen von Seiten der Deutschen f\u00fcr den Zweiten Weltkrieg. Was ist Ihre Meinung dazu und warum, glauben Sie, hat die PiS sich in diesen ungewissen Zeiten dieses Thema auf die Fahnen geschrieben?<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ich denke, dass die Politiker der PiS ganz genau wissen, dass es sehr unwahrscheinlich ist, die Reparationszahlungen durchzusetzen. Ich glaube das auch. Die PiS m\u00f6chte es nur als politisches Mittel verwenden, das in verschiedenen Verhandlungen mit der Regierung in Berlin n\u00fctzlich sein wird. Die EU-Institutionen \u00fcben immer mehr Druck auf Polen aus, das Bestreben, sich in Polens Innenpolitik einzumischen und die Feindseligkeiten gegen\u00fcber der gegenw\u00e4rtigen polnischen Obrigkeit nehmen zu. Daher m\u00f6chte die PiS die M\u00f6glichkeiten zur Verhandlung mit den deutschen Eliten ausweiten, die eine Schl\u00fcsselrolle in der Richtungsgebung vieler Prozesse innerhalb der EU spielen. Ich wiederhole: Sich auf den Zweiten Weltkrieg und die Verbrechen der Nazis zu beziehen ist eine Antwort auf den Kampf gegen die polnische Regierung im Namen der \u201eRechtsstaatlichkeit\u201c, der \u201eLGBTQ+-Rechte\u201c usw. &#8211; auf derselben moralistischen Ebene. Da die deutsche Regierung und die deutschen Eliten (also die Medien, Lobbys, und damit verbundene Institutionen) der polnischen Regierung u.a. Autoritarismus und die Verfolgung von Minderheiten vorwerfen und versuchen, in den Polen Scham und Schuldgef\u00fchle hervorzurufen, antwortet die PiS auf eine \u00e4hnliche Art und Weise: Nein, ihr seid es, die die Erben eines totalit\u00e4ren verbrecherischen Regimes sind, und ihr solltet euch sch\u00e4men, schuldig f\u00fchlen und euch bei uns entschuldigen &#8211; nicht anders herum.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Worauf, glauben Sie, steuert Europa zu? Wo wird sich Europa im Jahr 2035 befinden und welche Rolle wird Polen dabei spielen?<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Europas Rolle im globalen System wird immer kleiner. Europas Anteil am weltweiten Bruttoinlandsprodukt, der kleiner werdende Anteil an den gr\u00f6\u00dften globalen Unternehmen, die schrumpfende Zahl der liberalen, demokratischen Staaten weltweit &#8211; all dies sind Zeichen von Europas abnehmender Wichtigkeit und globaler Attraktivit\u00e4t. Dazu kommen wahrscheinlich Ver\u00e4nderungen in der Handhabung des globalen Systems, weil die Stimme Europas in diesem Bereich mehr Macht hat als Europas tats\u00e4chliche St\u00e4rke suggeriert. Jahrhundertelang bedeutete\u00a0 Europa politisch viel mehr, als die Gr\u00f6\u00dfe seiner Einwohnerzahl vermuten lie\u00df.\u00a0 Heute haben China und Indien zusammen ungef\u00e4hr viermal so viele Einwohner wie Europa. Europa &#8211; oder allgemeiner: der Westen &#8211; ist nicht mehr der wichtigste Ort auf dem Planeten und wir m\u00fcssen uns daran gew\u00f6hnen. Abgesehen von materiellen und politischen Angelegenheiten sind der europ\u00e4ische Seelenzustand, der Zustand unserer Zivilisation und nationalen Kulturen genauso wichtig. Sie alle stehen unter dem zerst\u00f6rerischen Einfluss von Leuten, die glauben, dass Geschichte und Tradition vernichtet geh\u00f6ren, w\u00e4hrend wir Europ\u00e4er uns ekeln und sch\u00e4men sollen, wenn wir an unsere Vergangenheit denken. Die Kreise, die den europ\u00e4ischen Baum von seinen Wurzeln abtrennen wollen, sind eine gro\u00dfe Bedrohung. Werden wir genug Kraft haben, genug Kampfes- und \u00dcberlebenswillen, um diese Machenschaften zu stoppen? Um die nationalen Kulturen und Identit\u00e4ten zu erneuern, die auf dem Erbe der europ\u00e4ischen Zivilisation fu\u00dfen? Ich wei\u00df es nicht, aber die langatmigen Aktivit\u00e4ten\u00a0 der postmodernen Linken haben dem Geisteszustand des durchschnittlichen Europ\u00e4ers auf jeden Fall sehr geschadet. Ich hoffe, dass wir bis 2035 mehr Erfolge von europ\u00e4ischen Patrioten als Teil des \u201eneuen Fr\u00fchlings der V\u00f6lker\u201c verzeichnen k\u00f6nnen, und dass Polen einer der wenigen wichtigen Akteure auf unserem Kontinent sein wird.<\/p>\n<p><em>Herr Adamus, haben Sie vielen Dank f\u00fcr das ausf\u00fchrliche und detaillierte Gespr\u00e4ch.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Aus dem Englischen \u00fcbersetzt von:\u00a0 Sabrina B\u00fclow\u00a0 und Kim Diedrichsen<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der junge polnische Think Tank, &#8222;Nowy \u0141ad&#8220;, befasst sich mit langfristigen Fragen und Problemen, vor denen Polen aus Sicht von &#8222;Nowy \u0141ad&#8220; in absehbarer Zeit stehen wird. Sowohl die geografische Lage, als auch Polens geschichtliche Verwicklungen, stellen den Nachbarn Deutschlands vor besondere Herausforderungen, wenn es seine Interessen gewahrt sehen m\u00f6chte. 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