{"id":9080,"date":"2022-12-13T14:22:46","date_gmt":"2022-12-13T13:22:46","guid":{"rendered":"https:\/\/gegenstrom.org\/?p=9080"},"modified":"2022-12-13T14:23:52","modified_gmt":"2022-12-13T13:23:52","slug":"die-rosafarbene-ebbe-oder-wie-lateinamerika-seine-linke-verloren-hat","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gegenstrom.org\/en\/die-rosafarbene-ebbe-oder-wie-lateinamerika-seine-linke-verloren-hat\/","title":{"rendered":"Die rosafarbene Ebbe oder wie Lateinamerika seine Linke verloren hat"},"content":{"rendered":"<h2 style=\"font-weight: 400;\"><strong>Hei\u00dfes Chile<\/strong><\/h2>\n<p style=\"font-weight: 400;\">&#8211; Der Fall der Berliner Mauer lie\u00df zahlreiche Weisen zur\u00fcck, zuallererst unter den Kadern der kommunistischen Parteien im Westen. Das Nachbeben konnte man \u00fcberall wahrnehmen, besonders im eigenen Hinterland des Westens: Lateinamerika. Traditionell reformistisch, parlamentarisch und kleinb\u00fcrgerlich eingestellt, wiederverwerteten sich viele kommunistische B\u00fcrokraten auf dem Kontinent selbst in Form von aus Washington finanzierten NGOs und bef\u00fcrworteten Menschenrechte, Demokratie sowie Feminismus. Dies geschah zu einem Zeitpunkt als Moskau, welches in eine Legitimationskrise gest\u00fcrzt war, anscheinend f\u00fcr immer die internationale Arena verlassen hatte. Doch diese professionelle Leere sollte so oder so gef\u00fcllt werden: Also gebar der scholastische Marxismus in den offiziellen Salons und den Universit\u00e4ten notwendigerweise eines Tages einen wenig \u00fcberzeugenden Postmodernismus. Dieser fragliche Zeitraum \u00fcberschnitt sich grob mit dem Ende der neoliberalen Diktaturen in S\u00fcdamerika, insbesondere in Chile, dessen R\u00fcckkehr zur Demokratie von einer marathonartigen Welle sozialer Proteste in der zweiten H\u00e4lfte der 1980er Jahre begleitet wurde.<\/p>\n<h4 style=\"font-weight: 400;\"><strong>Nun machen wir einen Schnellvorlauf 30 Jahre in die Zukunft<\/strong><\/h4>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Generationen nach dem Tod von Pinochet<a href=\"applewebdata:\/\/2CA848EB-DD1A-405B-B7B3-4F49B56F98F8#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> stellte Chile einen \u00e4hnlichen Kreislauf von Volksaufst\u00e4nden genau am H\u00f6hepunkt des COVID-19 Ausbruchs nach: Die St\u00e4dte wurden von beinahe zwei Millionen Demonstranten \u00fcberrannt, einige davon waren mit Molotowcoctails und ludditischen Eifer ausgestattet. Bis dahin wurden die Sessel bei der politischen Fassung von \u201cReise nach Jerusalem\u201d zwischen s\u00fc\u00dfholzraspelnden Sozialdemokraten und drakonischen Neoliberalen aufgeteilt, wobei die von oben nach unten tr\u00f6pfelnde Wirtschaft immer dieselbe blieb. Es war ein Hasardspiel, dass von Paretos&#8216; F\u00fcchsen und L\u00f6wen erfolgreich betrieben wurde, wobei die \u201eRechte\u201c und die \u201eLinke\u201c nach US-amerikanischer Fa\u00e7on gestaltet wurden. All das passierte w\u00e4hrend die chilenische Wirtschaft ein in der Hoffnungslosigkeit versandetes Prekariat nachschleppte und dabei das BIP von Finnland und den GINI-Koeffizienten von Lesotho miteinander kombinierte.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Schlie\u00dflich m\u00fcndete die chilenische Farbrevolution von 2019 in einen zweifachen Prozess. Einerseits bereitete sie der halbgaren Linksallianz bei den Pr\u00e4sidentschaftswahlen den Sieg, die sich sowohl aus \u201e<em>woken<\/em>\u201c Fortschrittlichen als auch aus normalen Kommunisten zusammensetzte. Andererseits entz\u00fcndete die Mobilisierung auf der Stra\u00dfe eine Verfassungsgebende Versammlung, die urspr\u00fcnglich vom Establishment geplant worden war, um als Sicherheitsventil f\u00fcr die Wankelm\u00fctigkeit und den Unmut der B\u00fcrger zu dienen. Jedoch stellte sich heraus, dass die Versammlung zu einem Selbstl\u00e4ufer wurde, der derartig fortgeschritten war, dass der aus ihm resultierende Entwurf f\u00fcr eine neue Verfassung einem multikulturalistischen Flickmuster \u00e4hnelte, wenn man auch zugeben muss, dass die Arbeiterrechte eine gewisse dauerhafte Anerkennung in ihren letzten Erw\u00e4gungen erhielten. Zum gegenw\u00e4rtigen Zeitpunkt scheinen die Verfassungsgebende Versammlung und die neue Verwaltung, vertreten durch Herrn Boric<a href=\"applewebdata:\/\/2CA848EB-DD1A-405B-B7B3-4F49B56F98F8#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a>, seines Zeichens ein ehemaliger Studentenf\u00fchrer, schlecht aufeinander abgestimmt, teilweise weil letzterer seine Wahlversprechen gebrochen hat und Austerit\u00e4ts- sowie Deflationsma\u00dfnahmen ergriffen hat. Tats\u00e4chlich birgt einen Monat nach der Angelobung von Pr\u00e4sident Boric der \u00fcbliche Hochzeitsurlaub zwischen den W\u00e4hlern und dem neuen Kabinett die Vorzeichen f\u00fcr einen Scheidungskrieg.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die Angelegenheit ist einfach. Chile monopolisiert buchst\u00e4blich den weltweiten Kupferabbau, obwohl der Staat angesichts geopolitischer Arrangements, die bis zur Diktatur Pinochets zur\u00fcckgehen, daran scheitert die Gewinne, die von seinem eigenen Boden hervorgebracht werden, einzufangen. Auf diese Weise macht die Steuer Jagd auf die arbeitenden Massen, deren Pensionsersparnisse in abgeschiedenen, von durch die Strafverfolgung legitimierten Ponzi-Porfolios in die Labyrinthe amerikanischer Finanzmakler kaskadieren \u2014 den ber\u00fcchtigten Pensionsfondsverwaltern (\u201ePension Funds Administrators\u201c kurz PFAs).<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">W\u00e4hrend der j\u00fcngsten Quarant\u00e4nen waren \u00f6ffentliche Beihilfen f\u00fcr die Arbeitslosen so mager, dass die Menschen die Forderung aufstellen die Pensionskonten aufzul\u00f6sen, woraus ein Tauziehen zwischen den Pensionsversicherungsanstalten und deren alternden Klientel, das sich in der Position eines Gefangenen befand, entstand. Vermutlich sind diese Investments so illiquide und undurchsichtig, dass sie am Rande der buchst\u00e4blichen Nichtexistenz stehen. Jedoch hat sich die gegenw\u00e4rtige progressiv-kommunistische \u201erosa-rote\u201c Verwaltung auf die Seite der lokalen Finanzlobby geschlagen, die aufs engste mit der Wall Street verbunden ist. Folglich schwankt Boris&#8216; eigene linke W\u00e4hlerschaft zwischen Apathie und Wut, indem sie auf den wahrgenommenen Verrat mit der Drohung eines politischen Fenstersturzes antwortete.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die Vernunft diktiert, dass, einmal mehr, der rebellische Geist des Volkes im Untergrund weiter vor sich hink\u00f6chelt. Aber dieses Mal wird es schlimmer werden, da die Regierung buchst\u00e4blich <em>niemanden<\/em> mehr auf der Linken zur Verf\u00fcgung hat \u2013 keinen formalen Gegenspieler, den man konfrontieren, an ihn appellieren oder mit dem man verhandeln k\u00f6nnte, au\u00dfer einen amorphen, den Gezeiten unterworfenen, gr\u00f6\u00dftenteils jugendlichen Mob der an die allgegenw\u00e4rtigen Barrikaden und Streitpostenketten dr\u00e4ngt. Nat\u00fcrlich kann aus einem institutionellen Feind ein loyaler Verb\u00fcndeter und damit eine Legitimationsquelle werden. Trauriger Weise ist das nicht l\u00e4nger eine Option. Stattdessen behauptet die multikulturelle Agenda von Herrn Boric, dass die materielle Not und der soziale Hass durch das Beschw\u00f6ren und das Aufschwatzen sexueller Rechte, Umweltaktivismus aus der Boutique und der Rehabilitierung von Minderheiten beschwichtigt werden k\u00f6nnen. Aber vielleicht ist dieses Unterfangen eher m\u00fc\u00dfig und seine Brisanz bereits pass\u00e9. Warum? Ganz einfach: Weil die Verfassungsgebende Versammlung, die parallel zur unaufrichtigen Komplizenschaft l\u00e4uft, all diese Themen bereits schon zuvor aufgegriffen hat.<br \/>\nInsgesamt ist Chile bislang ein politischer Witz ohne Pointe.<\/p>\n<h4 style=\"font-weight: 400;\"><strong>Andische Antinomien<a href=\"applewebdata:\/\/2CA848EB-DD1A-405B-B7B3-4F49B56F98F8#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a><\/strong><\/h4>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Letztes Jahr, nachdem er beim Stichwahlentscheid als erster durchs Ziel lief, musste der Cowboyhuttragende Lehrer vom Land, Pedro Castillo<a href=\"applewebdata:\/\/2CA848EB-DD1A-405B-B7B3-4F49B56F98F8#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a>, auch bekannt als <em>El Profesor,<\/em> einen Pakt mit der Repr\u00e4sentantin der akademischen Linken und Anthropologin Ver\u00f3nika Toledo improvisieren, um f\u00fcr die drohende Stichwahl gewappnet zu sein. Letztendlich siegte Castillo, aber nicht ohne unter einer gerichtlichen Pr\u00fcfung zu leiden, die darauf abzielte die Zahl seiner W\u00e4hler zu bestreiten, da die Stimmen f\u00fcr ihn haupts\u00e4chlich im indigenen Hinterland konzentriert waren.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Obwohl er vermeintlich von der leninistischen Partei Per\u00fa Libre unterst\u00fctzt wurde, blieb Castillo ein klassischer Populist lateinamerikanischen Schlags, der sich auf die Bauern konzentrierte und vom katholischen Ethos erf\u00fcllt war. Es ist nicht notwendig zu erw\u00e4hnen, dass dieses Profil seine fortschrittlichen Verb\u00fcndeten in Lima peinlich ber\u00fchrte. Gebildete linke Stadtbewohner von Castillos&#8216; Plattform r\u00fcmpften die Nase und be\u00e4ugten auch seine politische Rolle mit scheelen Blicken, die sowohl moralistisch als auch rustikal ist. Schlimmer noch, die \u00fcbertriebene zur\u00fcck-zum-Land Phraseologie von <em>El Profesor<\/em> passte, unter anderem, nur schlecht mit dem pro-Abtreibungs-Elan der akademischen Clique hinter Toledo zusammen. Sozialismus-mit-Familismus t\u00f6nte in den Ohren der linken Konformit\u00e4t wie ein Tinitus.<br \/>\nAber sie sollten es besser wissen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Bauernfamilien wurden durch die neoliberale Eugenik von Fujimoris&#8216;<a href=\"applewebdata:\/\/2CA848EB-DD1A-405B-B7B3-4F49B56F98F8#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a> autorit\u00e4ren Regime (1990-2000) brutal dezimiert, dass die unwillent- und unwissentliche Sterilisierung zehntausender indigener Frauen durchf\u00fchrte. Dieser Entv\u00f6lkerungskreuzzug, der sowohl vom NED als auch offiziellen japanischen Wohlt\u00e4tigkeitsorganisationendurchgef\u00fchrt wurde (Fujimori selbst ist in Japan zur Welt gekommen), traumatisierte die jungen Frauen zutiefst, in dessen eingeborenen Milieu gro\u00dfer Wert auf Schwangerschaft und das Geb\u00e4ren von Kindern gelegt wird. Paradoxerweise fand diese strafende Familienpolitik in einem bereits sehr d\u00fcnn besiedelten Land statt, was einen Verdacht hinsichtlich des eigentlichen Zwecks dieser Initiative hochkommen l\u00e4sst.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wie auch immer, die Senkung der Geburtenraten steht gegenw\u00e4rtig auf der W\u00e4scheliste der Abtreiber, beginnend mit der postmodernen S\u00e4uberung des Patriarchats und der M\u00e4nnlichkeit der Arbeiterklasse: Zuerst die Peitsche, dann das Zuckerbrot&#8230; In Wahrheit hatte der peruanische Regierungsblock bis jetzt einen holprigen, erratischen Verlauf und es scheint unwahrscheinlich, dass die fantastische Zusammenarbeit zwischen Hinterlandspopulisten und Schwachk\u00f6pfen aus den Universit\u00e4ten \u00fcberhaupt funktionieren kann. Zun\u00e4chst einmal geh\u00f6rt der Finanzminister zur liberalen Entourage von Ver\u00f3nika Toledo, woraus der unverminderte Rohstoffkapitalismus resultiert.<\/p>\n<h4 style=\"font-weight: 400;\"><strong>Tango &amp; Bargeld<\/strong><\/h4>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Nach seiner schweren Geburt gipfelte der Widerspruch des lateinamerikanischen Proletariats im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts, der die Konjunktur der modernen Klassenpolitik s\u00fcdlich des Rio Grande einl\u00e4utete. Der ber\u00fchmte Cananeastreik<a href=\"applewebdata:\/\/2CA848EB-DD1A-405B-B7B3-4F49B56F98F8#_ftn6\" name=\"_ftnref6\">[6]<\/a> in Mexiko und der Generalstreik, die sich beide in den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts ereigneten kennzeichneten den politischen Aufstieg des Fabrikarbeiters \u2013 Protagonist langwieriger sozialer K\u00e4mpfe die in den Redistributionsexperimenten von C\u00e1rdena und Peron kulminierten.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Was den weiteren Prozess anbelangt, so entwickelte Argentinien selbst nie eine marxistische Massenpartei europ\u00e4ischen Zuschnitts, trotz der umfangreichen Einwanderungswelle, die von jenseits des Atlantiks an seine Gestade gesp\u00fclt wurde \u2013 was wiederum im Nachbarland Chile der Fall war. Stattdessen diente Argentiniens paternalistischer und plebeiischer Faschismus unter General Juan Per\u00f3n (1945-1955) sowohl als Ersatz als auch als Katalysator f\u00fcr den Kampf der Arbeiterklasse in den kommenden Jahren. Bis zum heutigen Tage stellt die Herrschaft Per\u00f3ns bildhaft das Goldene Zeitalter der Importsubstitution und des vertikalen Syndikalismus dar.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Einst von einer rechtsgerichteten Milit\u00e4rjunta besiegt, lief der Peronismus bald mit dem Gueverismus zusammen und bildetet eine Subkultur des revolution\u00e4ren Machocharismas, die sich sp\u00e4ter zur Stadtguerilla weiterentwickelte. Dieser auftauchende Zusammenhang veranlasste die konventionellen marxistischen Parteien zur reformistischen Introvertiertheit. Diese Trope war so intensiv, dass die Kommunistische Partei im Verbund mit den konservativen Grundbesitzern sogar kurzzeitig die Diktatur von General Videla<a href=\"applewebdata:\/\/2CA848EB-DD1A-405B-B7B3-4F49B56F98F8#_ftn7\" name=\"_ftnref7\">[7]<\/a> in den 1970er Jahren unterst\u00fctzte. W\u00e4hrenddessen degenerierte der revolution\u00e4re Peronismus in eine Reihe von putschistischen Gr\u00fcppchen, deren Anh\u00e4nger wiederum von den Henkern der Junta massakriert wurden.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">W\u00e4hrend dieses \u00fcbersprudelnden Vers\u00e4umnis kultivierte die revolution\u00e4re Linke eine nativistische und aufopferungsvolle Praxis. Folglich dauerte es bis zur R\u00fcckkehr der b\u00fcrgerlichen Regierungen, dass die antikapitalistischen Bewegungen eine Haltung der Opferrolle und der Passivit\u00e4t annahmen. Um ehrlich zu sein war dies nur dank der Installation der Menschenrechtsideologie m\u00f6glich \u2013 das Epizentrum dieses Diskurses bildete die Regierung Carter. Von daher r\u00fchrt die tragische Ironie: Die Unterdr\u00fccker des argentinischen Milit\u00e4rs erhielten ihre Instruktionen aus Fort Benning und dem Pentagon, w\u00e4hrend ihre Opfer von den Laienmissionaren der amerikanischen NGOs unterst\u00fctzt wurden sowie ihnen von diesen gepredigt wurde.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Dies geschah zeitgleich mit der mexikanischen Schuldenkrise von 1982 \u2013 die urspr\u00fcnglich von Volckers&#8216; Zinsratencoup verursacht wurde \u2013 welcher den letzten Kurzschluss des keynesianisch-fordistischen Paradigmas in Lateinamerika herbeif\u00fchrte. Schlie\u00dflich f\u00fchrte diese Beugung dazu, dass der Weg f\u00fcr die d\u00fcstere Goldgrube der Strukturanpassungsprogramme (SAPs) des IMF ge\u00f6ffnet wurde, die den \u00f6konomischen Elan der meisten L\u00e4nder in der Hemisph\u00e4re <em>untergrub<\/em>. In dieser Hinsicht stellen Argentiniens Auslandsschulden einen plastischen Anschauungsunterricht dar. Die s\u00fcdliche Republik stellte relative Solvenz bis ins Jahr 1976 zur Schau, als die Diktatur den vorherigen Schuldenstand versechsfachte. Seitdem sind die roten Zahlen sprunghaft angestiegen, die die argentinischen Steuerzahler zur chronischen Schuldensklaverei unter den internationalen Kreditgeber verurteilten. In der R\u00fcckschau kann man sich die Frage stellen, ob die Menschenrechtsideologie und nach ihr der Multikulturalismus mit seinen ihn begleitenden Tropen nichts Anderes ist, als ein machiavellistischer Trost, ein Trick zur Z\u00e4hmung, um die Zivilgesellschaft zu neutralisieren und zu entpolitisieren, insbesondere die Arbeiterorganisationen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Eine journalistische Charakterskizze ist von N\u00f6ten, wenn wir die Dinge klarstellen wollen. In der Mitte des Jahres 2002 verklagte der Pleitegeier und Anlageninhaber Paul Singer Buenos Aires erfolgreich daf\u00fcr, dass es seine Staatsschulden nicht mehr bedienen konnte, w\u00e4hrend er erfolgreich darin war, ein argentinisches Ausbildungsschiff auf legale Art zu beschlagnahmen, dass an der K\u00fcste von Ghana mit 22 jungen Matrosen am Kai anlegte. Dabei handelte es sich buchst\u00e4blich um L\u00f6segeld, auferlegt aus weiter Ferne, auf den Stilllegungsbefehl eines Gerichts in New Jersey hin, dessen extraterritoriale Wirkung heute fragw\u00fcrdig erscheint.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Doch er kam mit seiner Erpressung durch und es gelang dem aktivistischen Investor Singer mehr als 2,4 Milliarden Dollar aus dem argentinischen Staatsschatz herauszupressen \u2013 die vierfache Menge seiner anf\u00e4nglichen Investition. In der Zwischenzeit wurden die Parlamentsdebatten in Buenos Aires von Kulturk\u00e4mpfen dominiert, bei denen es um Schwulenrechte oder andere Tageskontroversen ging, w\u00e4hrend es nur marginale Stimmen wagten, das Kernproblem der verabscheuungsw\u00fcrdigen Schulden zu diskutieren. Seltsamerweise ist Singer selbst ein gro\u00dfz\u00fcgiger F\u00f6rderer der Schwulenrechtsbewegung im globalen Ma\u00dfstab, ein karitatives Unternehmen, das nicht so selbstlos ist wie behauptet.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Bei weiterer Reflexion erkennen wir ein grundlegendes Muster: Wie bereits zuvor erw\u00e4hnt verst\u00e4rken die Rhetorik der Menschenrechte und des Multikulturalismus die Unt\u00e4tigkeit der Schuldendisziplin und den \u00f6konomischen Extraktivismus, seitdem die politischen Akteure in Lateinamerika zu institutionalisierten Opfern geworden sind, die um Unterkunft betteln. Dieser Lauf der Dinge kann so lange nicht in andere Bahnen gelenkt werden, bis die liberale Hegemonie in der Kultur herausgefordert und auf die Banalit\u00e4ten, die sie beinhaltet, reduziert wurde. Die neue postmoderne Linke in Lateinamerika, die k\u00fcnstlich auf eine reiche populistische Tradition aufgepfropft wurde, deren Andenken die einstigen Parasiten raffiniert dem Vergessen anheimfallen lassen, kann vielleicht nur noch Desillusionierung und Anomie mit sich bringen. Die Beispiele daf\u00fcr sind Legion.<\/p>\n<h4 style=\"font-weight: 400;\"><strong>Trojanische Pferde<\/strong><\/h4>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Im Hinblick auf heute ist es offensichtlich, dass der atlantische Kapitalismus die fortschrittliche Linke als einfachen Weg zur geostrategischen Kontrolle seines traditionellen Hinterhofs f\u00fcr Rohstoffe auserkoren hat.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Tats\u00e4chlich stellt sich die sozialliberale Linke, die jeglicher proletarischer Anspielung beraubt wurde, als formvollendetes Trojanisches Pferd heraus, die die globalistische Agenda in ihrer neuen fortschrittlichen Inkarnation vorantreibt. Die j\u00fcngsten Entwicklungen best\u00e4tigen diesen Verdacht.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Petro, ein ehemaliger Guerrillak\u00e4mpfer der zu einem clintonschen Speichellecker wurde, hat die Rolle Kolumbiens innerhalb der NATO bekr\u00e4ftigt, aber auch die buchst\u00e4bliche Besetzung des Karibikstaates mit dutzenden neuen, vom Pentagon finanzierten, Basen durch das US-Milit\u00e4r ausgeweitet. Inzwischen hat Boric in Chile das Verfahren f\u00fcr die Zustimmung zur Transpazifischen Partnerschaft (TPP11) beschleunigt, eine Initiative die zuvor von Trump fallen gelassen und nun von der Diplomatie Bidens wiederaufgenommen wurde. Interessanterweise bewahrt die st\u00e4rker traditionell orientierte Linke, die aus den echten revolution\u00e4ren Prozessen in Mexico (1910), Kuba (1959) und Nicaragua (1979) hervorging, noch immer ihren revolution\u00e4ren Elan.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Lulas Brasilien ist ein Musterbeispiel f\u00fcr die Zukunft des linken Populismus auf dem Kontinent. Die Brasilianische Arbeiterpartei PT ging aus den christlichen Gewerkschaften und Bauernkooperativen hervor. Dementsprechend dr\u00fcckte sich ihre Ideologie in Form von nationalistischen, kommunitaristischen und defensiv-modernistischen Tropen aus. Wie man diese ideologisch auch immer genau einordnen mag, letztlich bleibt Lulas erste Regierung dennoch ein neoliberales Experiment, versteckt hinter der Fassade einer inflation\u00e4ren, von oben nach unten tr\u00f6pfelnden Politik der Umverteilung. Es ist also kein Zufall, dass Lulas Finanzminister und Zentralbankchefs aus der Dreht\u00fcr von IMF-Goldman-Sachs kommen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Nichtsdestotrotz kann sich Brasilien wegen seines demographischen Gewichts mit einem internen Markt r\u00fchmen, der eine minimalistische nationale Bourgeoisie erm\u00f6glicht, eine Schicht die danach strebt ihren Platz innerhalb des BRICS-B\u00fcndnisses zu stabilisieren. Daraus resultiert die neutralistische Haltung Bolsonaros gegen\u00fcber Russland, von wo Brazilien den Gro\u00dfteil seiner D\u00fcngemittel f\u00fcr die Sojabohnen erwarb, um China zu ern\u00e4hren. Zuk\u00fcnftig k\u00f6nnte Lula das BRICS-Projekt entweder unterst\u00fctzen oder es fallen lassen. Die Kreuzung verl\u00e4uft zwischen der Real- und Finanzwirtschaft, da die Entwicklung des brasilianischen Wachstumsmotors von der chinesischen Nachfrage nach seinen Feldfr\u00fcchten abh\u00e4ngt, wohingegen die anglo-amerikanischen Dollar-Schulden-Mechanismen Brasilien immer noch an die westliche Hemisph\u00e4re ketten und es zur Unterwerfung unter diese zwingen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Insofern ist es m\u00fc\u00dfig zu sagen, dass die internationale Politik aus mehr als einem blo\u00dfen Reflex auf innere Angelegenheiten besteht, folglich wird die geplante Entnationalisierung und Extraterritorialisierung des Amazonasbeckens unter dem Vorwand des globalen Umweltmanagements ein entscheidender Moment f\u00fcr Lulas neue Regierung werden. Ein weiterer Punkt ist die Frage nach der zuk\u00fcnftigen Rolle von Petrobras, dem \u00f6ffentlichen \u00d6lunternehmen, dass aufgrund des herrschenden Klientelismus und Korruptionsf\u00e4llen in seiner Entwicklung gebremst wird. Die Selbstversorgung mit Energie ist von gro\u00dfer Wichtigkeit f\u00fcr die nationale Entwicklung, Brasilien ist ein Roh\u00f6l Nettoexporteur, obwohl es hohe Preise f\u00fcr Konsumenten im Inland aufweist. An diesem Punkt bleibt nur zu hoffen, dass Lula sich vielleicht f\u00fcr einen Zugang im Sinne eines wirtschaftlichen Ressourcen-Nationalismus entscheiden k\u00f6nnte, um damit die neutralistische Diplomatie der BRICS-Staaten wieder zu st\u00e4rken.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div>\n<p class=\"Textbody\"><em><span lang=\"DE-AT\">Aus dem Englischen \u00fcbersetzt von Alexander Markovics<\/span><\/em><\/p>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/2CA848EB-DD1A-405B-B7B3-4F49B56F98F8#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a>Augusto Jos\u00e9 Ram\u00f3n Pinochet Ugarte (1915 \u2013 2006), chilenischer General und von 1973 bis 1990 Diktator Chiles mit Segen der USA. War ma\u00dfgeblich am 11.09.1973 am von den USA unterst\u00fctzten Putsch gegen den kommunistischen Pr\u00e4sidenten Salvador Allende beteiligt. Seine Herrschaft gilt als Beispiel f\u00fcr die Verbindung von Technokratie und Autoritarismus. W\u00e4hrend seiner Diktatur wurde Chile zum Experimentierfeld der neoliberalen \u201eChicago Boys\u201c, eine Gruppe von den neoliberalen Ideen Milton Friedmans beeinflusste Wirtschaftswissenschaftler, die das sozialistische Land einer neoliberalen Schocktheraphie unterzogen \u2013 \u00e4hnliche Praktiken wurden nach dem Zusammenbruch der UdSSR in Osteuropa und der ehemaligen DDR angewandt. Unter Pinochets Herrschaft wurden mehrere tausend Regimegegner ermordet, mehr als eine Million Chilenen fl\u00fcchteten vor seiner Herrschaft ins Ausland.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/2CA848EB-DD1A-405B-B7B3-4F49B56F98F8#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a>Gabriel Boric Front (*11.02.1986), seit dem 11.03.2022 der 37. Pr\u00e4sident Chiles. W\u00e4hrend der Proteste in Chile im Jahr 2019 bereitete er gemeinsam mit anderen Oppositionspolitikern einem Referendum \u00fcber die Ab\u00e4nderung der chilenischen Verfassung den Weg. Sein Vorschlag wurde mit einer knappen Mehrheit abgelehnt.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/2CA848EB-DD1A-405B-B7B3-4F49B56F98F8#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a>Eine Anitnomie (sinngem\u00e4\u00df Unvereinbarkeit von Gesetzen) bezeichnet den logischen Widerspruch, bei dem die zueinander in Widerspruch stehenden Aussagen gleicherma\u00dfen gut begr\u00fcndet oder bewiesen sind.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/2CA848EB-DD1A-405B-B7B3-4F49B56F98F8#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Jos\u00e9 Pedro Castillo Terrones seit dem 28. Juli 2021 der 64. Pr\u00e4sident Perus. Der ehemalige Schullehrer und Gewerkschaftsf\u00fchrer gilt als Linkspopulist, der sich der Neoliberalisierung der Linken verweigert und gesellschaftspolitisch konservative Positionen vertritt.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/2CA848EB-DD1A-405B-B7B3-4F49B56F98F8#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a>Alberto Kenya Fujimori (*28.07.1938) Pr\u00e4sident Perus vom 28.07.1990 bis zum 17.11.2000. Fujimori wurde vor allem durch seine wirtschaftliche Schocktheraphie, die das Land stabilisierte und seinen brutalen Kampf gegen die maoistische Rebellengruppe Sendero Luminoso bekannt. Gegen Ende seiner Herrschaft fl\u00fcchtete er nach Japan, wurde aber bei seiner Wiedereinreise nach Peru 2005 verhaftet. Wegen schwerer Menschenrechtsverletzungen wurde er zu 25 Jahren Haft verurteilt. Dar\u00fcber hinaus wird ihm die Zwangssterilisierung von hunderttausenden indigenen Frauen vorgeworfen.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/2CA848EB-DD1A-405B-B7B3-4F49B56F98F8#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a>Streik der im Juni 1906 in der mexikanischen Bergbaustadt Cananea stattfand und als Vorbote der Mexikanischen Revolution von 1910 gilt.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/2CA848EB-DD1A-405B-B7B3-4F49B56F98F8#_ftnref7\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a>Jorge Rafael Videla (1925 \u2013 2013) argentinischer General und Diktator Argentiniens von 1976 bis 1981. 1976 st\u00fcrzte er gemeinsam mit den Kommandanten der argentinischen Marine und Luftwaffe die Populistin Isabel Per\u00f3n. Videla wurde im Rahmen des \u201eschmutzigen Krieges\u201c gegen die linke Opposition die Mitschuld am Mord von bis zu 30.000 Menschen vorgeworfen, ebenso wie der Entzug Neugeborener von ihren leiblichen M\u00fcttern und ihre Weitergabe an die Familien argentinischer Milit\u00e4rangeh\u00f6riger. 2012 wurde er in Buenos Aires zu einer Haftstrafe von 50 Jahren verurteilt.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hei\u00dfes Chile &#8211; Der Fall der Berliner Mauer lie\u00df zahlreiche Weisen zur\u00fcck, zuallererst unter den Kadern der kommunistischen Parteien im Westen. Das Nachbeben konnte man \u00fcberall wahrnehmen, besonders im eigenen Hinterland des Westens: Lateinamerika. 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