{"id":8169,"date":"2021-10-01T17:06:37","date_gmt":"2021-10-01T15:06:37","guid":{"rendered":"https:\/\/gegenstrom.org\/?p=8169"},"modified":"2021-10-01T17:06:37","modified_gmt":"2021-10-01T15:06:37","slug":"the-great-awakening-statt-great-reset-eine-neue-politische-oekonomie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gegenstrom.org\/en\/the-great-awakening-statt-great-reset-eine-neue-politische-oekonomie\/","title":{"rendered":"The Great Awakening statt Great Reset \u2013 Eine neue Politische \u00d6konomie"},"content":{"rendered":"<div>\n<p>Im Folgenden ver\u00f6ffentlichen wir einen Aufsatz unseres Autors Peter Steinborn, welcher in der ersten Ausgabe unserer neuen Zeitschrift <a href=\"https:\/\/gegenstrom.org\/en\/shop\/agora-europa\/agora-europa-the-great-reset\/\">Agora Europa \u2013 The Great Reset<\/a> erschienen ist.<\/p>\n<p>Mittlerweile d\u00fcrfte jeder schon einmal etwas von \u201eThe Great Reset\u201c geh\u00f6rt haben. Dieser Begriff, der im Zuge der Corona-Pandemie aufkam, ist unmittelbar mit dem World Economic Forum<a href=\"applewebdata:\/\/519DE887-26F2-47DC-870A-ADD8A737FE05#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> (kurz WEF) und dem Namen Klaus Schwab verbunden. Letzterer hatte erst im Juli 2020, also etwa sieben Monate (!), nachdem SARS-CoV-2 das erste Mal im chinesischen Wuhan beschrieben wurde, zusammen mit Thierry Malleret ein Buch unter dem Titel \u201eCOVID19: The Great Reset\u201c (zu Deutsch: \u201eDer gro\u00dfe Neustart\u201c oder \u201eDer gro\u00dfe Umbruch\u201c) herausgebracht.<a href=\"applewebdata:\/\/519DE887-26F2-47DC-870A-ADD8A737FE05#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a> Wohlgemerkt ist es f\u00fcr mich als Mitarbeiter eines Verlages mehr als erstaunlich, wie ein Buch, das immerhin 282 Seiten stark ist, \u00fcber die Folgen einer Viruserkrankung, die bis dato niemand gekannt haben wollte und deren wirtschaftliche, gesundheitliche oder auch politische Folgen f\u00fcr niemanden absehbar sein konnten \u2013 offenbar au\u00dfer f\u00fcr Klaus Schwab \u2013 so schnell erarbeitet, lektoriert, layoutiert und vermarktet werden konnte. Das grenzt an ein Wunder, vorausgesetzt, der Autor hatte keine Glaskugel. Ich m\u00f6chte dies an dieser Stelle einmal unkommentiert lassen und dem Leser selber \u00fcberlassen, an dieses Wunder zu glauben \u2013 oder auch nicht.<\/p>\n<\/div>\n<p>Was genau allerdings meint Klaus Schwab mit diesem \u201eGreat Reset\u201c? Wer sich ein wenig mit den Inhalten des WEF sowie den Ideen seines Gr\u00fcnders befasst, der wird feststellen, dass diese Ambitionen, einen Neustart unseres Lebens \u2013 und weniger strebt man hier nicht an \u2013 hervorzurufen, nichts Neues ist. Tats\u00e4chlich umfasst dieser recht abstrakte Titel bereits oft im Kreise der Davoser Elite (die Wirtschaftselite trifft sich jedes Jahr im Schweizerischen Davos) diskutierte und forcierte \u00dcberlegungen \u00fcber Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Doch der Reihe nach: Auf seiner Internetseite schreibt das WEF \u00fcber den Great Reset: \u201eEs ist dringend erforderlich, dass globale Interessengruppen zusammenarbeiten, um gleichzeitig die direkten Folgen der COVID-19-Krise zu bew\u00e4ltigen. Um den Zustand der Welt zu verbessern, startet das Weltwirtschaftsforum die Initiative The Great Reset.\u201c<a href=\"applewebdata:\/\/519DE887-26F2-47DC-870A-ADD8A737FE05#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a><\/p>\n<p>Es geht also darum, die Welt zu verbessern, was im \u00dcbrigen auch zu dem ausgegebenen Leitmotiv des WEF passt: \u201e<em>Committed to improving the state of the world<\/em>\u201c. (z. dt.: <em>\u201eDer Verbesserung des Zustands der Welt verpflichtet\u201c<\/em>).<\/p>\n<p>Konkret formuliert Schwab dies in seinem viel beachteten Artikel \u201e<em>Now is the time for a \u201agreat reset\u2018<\/em>\u201c<a href=\"applewebdata:\/\/519DE887-26F2-47DC-870A-ADD8A737FE05#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a> und fasst die drei wichtigsten Komponenten dieses Great Reset wie folgt zusammen:<\/p>\n<ol>\n<li>Die Lenkung des Marktes hin zu einer Stakeholder-\u00d6konomie, wobei Stakeholder alle Interessengruppen meint, die an einem Prozess oder einem Projekt beteiligt sind.<\/li>\n<li>K\u00fcnftige Investitionen m\u00fcssten mehr Nachhaltigkeit und Glei<em>chberechtigung zum Ziel haben. Dies k\u00f6nnte z. B. die \u201e<\/em>Errichtung von gr\u00fcner st\u00e4dtischer Infrastruktur\u201c (\u201e<em>building \u201agreen\u2018 urban infrastructure\u201c<\/em>) bedeuten.<\/li>\n<li>Die Umsetzung bzw. Forcierung der Vierten Industriellen Revolution, die das Leben der Gesellschaft grundlegend verbessern w\u00fcrde.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Diesen drei abstrakt klingenden Hauptkomponenten (\u201e<em>main components<\/em>\u201c) wird man kaum etwas entgegensetzen wollen. Doch dahinter verbirgt sich eine Agenda, bei der nicht wenige Kritiker meinen, dass es sich um die Verl\u00e4ngerung eines l\u00e4ngst in sich marode gewordenen liberalkapitalistischen Systems handelt. Ich habe dieses Vorhaben des WEF, welches im \u00dcbrigen nicht erst seit der \u201eCOVID-19-Krise\u201c besteht, bereits auf dem Blog von \u201eGegenstrom \u2013 Plattform f\u00fcr rechte Metapolitik\u201c in dem Essay \u201eThe Great Reset \u2013 Wie die globalen Eliten einen Neustart planen\u201c<a href=\"applewebdata:\/\/519DE887-26F2-47DC-870A-ADD8A737FE05#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a> beschrieben. Wer sich mit dem WEF und insbesondere den etwa 1.000 Unternehmen, die es finanzieren, befasst, wird schnell feststellen, dass es sich eben um genau jene Global Players handelt, die diesen von Klaus Schwab kritisierten Zustand hervorgerufen haben. In Wirklichkeit versucht man hier ein Finanzsystem, welches ohnehin fr\u00fcher oder sp\u00e4ter kollabiert w\u00e4re (schauen wir uns die Zyklen der Finanz- und Wirtschaftscrashs an, stellen wir fest, dass dieselben immer k\u00fcrzer wurden) in Eigenregie zu \u201ereseten\u201c. Ein gesteuerter Neustart ist besser als ein unerwarteter Zusammenbruch. In dem vom WEF herausgegebenen \u201eGlobal Risks Report 2020\u201c z\u00e4hlen die 800 daran beteiligten Wissenschaftler und Experten eine ganze Reihe von Risiken auf, die allesamt Resultat der von Klaus Schwab und Co. vorangetriebenen Globalisierung sind. Vor allem f\u00e4llt auf, dass dieselben die gr\u00f6\u00dfte Gefahr von einer nationalen globalisierungskritischen Bewegung herkommen sehen. Die Echte Rechte ist demnach gefragter denn je. Denn diese Krise wird neue T\u00fcren \u00f6ffnen. Mit dem Zusammenbruch \u2013 ob nun gesteuert oder nicht \u2013 wird sich in der Bev\u00f6lkerung ein gewaltiger Mangel abzeichnen, der den Schrei nach Ver\u00e4nderung lauter werden l\u00e4sst. Dies bietet die Chance, ein ohnehin kaputtes Finanz- und Wirtschaftssystem zu \u00fcberwinden und zu revolutionieren.<\/p>\n<h2>Aristoteles statt Adam Smith: Zoon Politikon statt Homo Oeconomicus<\/h2>\n<p>Die Wirtschaft scheint in der Politik die zentrale Disziplin zu sein, mit der sich der Herrscher Beliebtheit beim Volke und die rechten Ressourcen beschaffen kann, die beide seine Herrschaft konsolidieren und bewahren. Mit vollem Bauch revoltiert es sich schlecht und wer Geld hat, der kann Soldaten, Polizei und Waffen bezahlen. Sie wird heute f\u00e4lschlicherweise wie eine eigene Wissenschaft betrachtet. Vielen scheint sie ein Buch mit sieben Siegeln zu sein und so verstehen nur die wenigsten die Hintergr\u00fcnde des bestehenden Wirtschafts-, Finanz- und Geldsystems. Die Wahrheit allerdings ist, dass selbst die \u00d6konomen h\u00e4ufig wenig davon verstehen. Denn in Wirklichkeit ist Wirtschaft keine reine Wissenschaftsdisziplin, sondern im Gegenteil ein interdisziplin\u00e4res Beleuchten aller Lebensbereiche. Heute wird in den Universit\u00e4ten die klassische bzw. neoklassische \u00d6konomie gelehrt. Diese basiert auf der Annahme, dass alle Wirtschaftssubjekte (Unternehmer, Verbraucher, Wettbewerber und andere Marktteilnehmer) nach dem Prinzip des <em>Homo Oeconomicus<\/em> handeln. Dieser handele gem\u00e4\u00df seiner rationalen \u00dcberlegung grunds\u00e4tzlich so, dass er unter den bestehenden Alternativen immer diejenige ausw\u00e4hlt, die seinen Nutzen maximiere. Somit gebe es eine unsichtbare Hand (<em>invisible hand<\/em>), nach der sich unbewusst ein Wohlstand entwickeln w\u00fcrde, von dem alle Marktteilnehmer partizipieren k\u00f6nnten.\u00a0 Diese Theorie geht auf den schottischen National\u00f6konomen Adam Smith (1723-1790) zur\u00fcck, der dem Menschen, \u00e4hnlich wie sp\u00e4ter John Kells Ingram (1823-1907) und Vilfredo Pareto (1848-1923), unterstellte, dass dieser grunds\u00e4tzlich nach seinem eigenen Nutzen ausgerichtet sei und stets Wohlstand anstrebe.<\/p>\n<p>Diesem seit dem 18. Jh. anhaltenden Paradigma m\u00f6chten wir jedoch widersprechen. Gehen wir zum Ursprung der \u00d6konomie zur\u00fcck. Mit Aristoteles (384 bis 322 v. Chr.), einer der ersten uns bekannten dialektischen Denker des Abendlandes, ist der Begriff der \u00d6konomie das erste Mal aufgekommen. Der hellenische Philosoph sprach von der <em>Oikonomia<\/em>, also dem Gesetz vom Haus (altgr. <em>oikos<\/em> f\u00fcr \u201eHaus\u201c und <em>nomos<\/em> f\u00fcr \u201eGesetz\u201c). Dabei betrachtete Aristoteles den Menschen weniger als ein Subjekt, das seinem eigenen egoistischen Nutzen nachgeht, als vielmehr ein gemeinschaftliches Wesen, welches einem inneren angelegten Zweck nachstrebt. Dieser Zweck sei es, sich mit anderen Menschen zusammenzufinden und Gemeinschaften zu gr\u00fcnden. Dabei ist die Paarbildung von Mann und Frau sowie die sich i. d. R. daraus ergebende Familie die kleinste Gemeinschaft. Im Gegensatz zu den klassischen Theoretikern und Neoklassizisten betrachtete der Lehrer von Alexander dem Gro\u00dfen den Markt nicht als eigenst\u00e4ndiges System, sondern als eine mit der Politik im Kontext stehende Ordnung. Demnach sei der Mensch ein Zoon Politikon, also ein soziales und politisches Wesen, das zwischen N\u00fctzlichem und Unn\u00fctzem sowie Gerechtem und Ungerechtem unterscheide. Letztlich sei der Ma\u00dfstab daf\u00fcr, die wirtschaftlichen Aktivit\u00e4ten zu bewerten, grunds\u00e4tzlich das sittliche gute Leben.<\/p>\n<ol>\n<li>h. der griechisch-antike Denker sah als ordnendes Element ein dem Menschen innewohnendes Streben nach Gemeinschaft. Die Gemeinschaft ist demnach ein Selbstzweck und unterscheidet sich insoweit von der uns heute bekannten Gesellschaft, als das die Mitglieder derselben nicht nur dem eigenen rein materialistischen Zweck gem\u00e4\u00df, sondern auch in Kopplung mit der Gemeinschaft handeln. Zugegeben wirkt diese Vorstellung vom Menschen als Zoon Politikon angesichts der heute ganz offenbar individualistischen Gesellschaft nicht unbedingt evident, dennoch ist sie tats\u00e4chlich n\u00e4her an der Wahrheit als der Homo Oeconomicus, der stets alle Informationen \u00fcber den Markt hat und entsprechend nach seinem eigenen Nutzen so handelt, dass der gr\u00f6\u00dftm\u00f6gliche Wohlstand f\u00fcr alle zu Tage tritt. Wirtschafts- und Finanzkrisen w\u00e4ren dann wohl kaum m\u00f6glich.<\/li>\n<\/ol>\n<h2>Die arbeitsteilige Gemeinschaft als Netzwerk zur Daseinsvorsorge<\/h2>\n<p>Somit ist die Grundlage jeder Gesellschaftsordnung nach Aristoteles die Arbeit bzw. die arbeitsteilige Daseinsvorsorge. Tats\u00e4chlich trat mit der neolithischen Revolution vor etwa 10.000 bis 12.000 Jahren ein Epochenwechsel innerhalb der Menschheitsgeschichte ein, der die uns heute bekannte arbeitsteilige Wirtschaft ma\u00dfgebend beeinflusste. Mit der landwirtschaftlichen Revolution und damit einhergehenden Sesshaftigkeit des Menschen \u2013 vorher lebte er ein eher nomadenhaftes Leben als Wildbeuter \u2013 entstand ein Netzwerk von Arbeitsleistungen, die eine Daseinsvorsorge erm\u00f6glichte, welche zu einer Bev\u00f6lkerungsexplosion f\u00fchrte. Im Zuge der Zeit spezialisierten sich die Menschen immer mehr, um sich gegenseitig mit ihrer Arbeitsleistung zu unterst\u00fctzen. Der Landwirt brauchte Ger\u00e4te, die zum einen hergestellt und zum anderen auch repariert werden mussten, wenn sie verschlissen waren. Wiederum ben\u00f6tigten diese Nahrung und Rohstoffe, die abgebaut und bearbeitet werden mussten. Dies ist zwar sehr vereinfacht dargestellt, illustriert jedoch im Kleinen die Entwicklung bis heute im Gro\u00dfen.<\/p>\n<p>Demnach ist die Grundlage jeder Gemeinschaft die Arbeit. Der Mensch ist kein einzelnes Teil ohne einen konkreten Bezug zum Ganzen. Aristoteles hat dieses in folgende treffende Worte gegossen: \u201e<em>Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile<\/em>\u201c. Denn jedes Teil an sich geh\u00f6rt einem gro\u00dfen Ganzen an, wodurch es \u00fcber etwas Besonderes, ein identit\u00e4res Moment verbunden ist. Die Globalisten vom WEF hingegen betrachten den Menschen lediglich als ein Einzelnes, welches irgendwie zur Menschheit geh\u00f6rt. Obwohl selbige die Stakeholder-Economy postulieren, meinen sie damit nichts weiter als die Aufrechthaltung des Liberalkapitalismus, der ggf. mit sozialistischen Elementen \u201eaufgefrischt\u201c werden soll. Dabei steht f\u00fcr die Eliten die Zentralisierung im Mittelpunkt. K\u00fcnstliche Intelligenz, Industrie 4.0 und zentrale Datenverwaltung sind die Instrumente einer zentralistischen Weltregierung. Das WEF und Klaus Schwab werden nicht m\u00fcde, vom <em>global shaping<\/em> und der <em>global governance<\/em> zu sprechen. Eine Abkehr von dieser Globalisierung hin zu einer kleinteiligen Gesellschaftsordnung w\u00e4re hingegen ein echter Reset. Denn wir erleben, dass mit zunehmenden Massengesellschaften, wozu V\u00f6lker, Nationen und ggf. supranationale Gebilde geh\u00f6ren, ein Kitt notwendig wird, um die Menschen zusammenzuhalten. Anders ist dies in kleinr\u00e4umigen Wirtschaftskreisl\u00e4ufen. Je st\u00e4rker die Bindung untereinander ist, desto harmonischer ist das Zusammenleben.<\/p>\n<p>Die Familie ist an sich die kleinste Gemeinschaft, der ein Mensch angeh\u00f6ren kann. Die ersten Arbeitsgemeinschaften waren Familien. Heute ist die Familie zu einer Art Feierabendgesellschaft verkommen, in der die Eltern sich teilweise nur am Wochenende, im besten Fall zum Feierabend sehen, ihren Kindern, die den ganzen Tag in der Kindertagesst\u00e4tte verbracht haben, noch einen Gute-Nacht-Kuss gebend.<\/p>\n<h2>Der Great Reset von rechts: Ein Appell<\/h2>\n<p>Die Echte Rechte steht heute vor der gro\u00dfen Herausforderung, dieses Gegenmodell zum Globalismus genau zu umrei\u00dfen und den Menschen, die sich zurecht gegen die Globalisierung zur Wehr setzen, eine Vision zu geben. Es steht ein Paradigmenwechsel an. Im Gegensatz zu den Verlautbarungen der Werbep\u00e4pste in den Massenmedien k\u00f6nnen wir einen Renationalisierungs-Trend ausmachen \u2013 und das weltweit. Wenn die Corona-Krise eins gezeigt hat, dann ist es das, dass die heutigen von der Globalisierung gezeichneten Gesellschaften vollkommen zerr\u00fcttet sind. Weltweit k\u00f6nnen wir eine zunehmende Polarisierung beobachten, die sozio\u00f6konomischer, teilweise auch religi\u00f6ser und ethnischer Natur sind. Wir k\u00f6nnen aber auch beobachten, dass viele Staaten wieder in den Nationalmodus \u00fcbergingen, in dem sie z. B. einseitig die Grenzen schlossen, einen eigenen Kurs innerhalb der EU fahren oder sich immer mehr von den \u201eGlobal Shapers\u201c abwenden.<\/p>\n<p>In Deutschland haben wir eine zunehmend erstarkende Bewegung, die gegen die Ma\u00dfnahmen, gegen eine fehlgeleitete Corona-Politik und aus Angst vor Diktatur auch gegen die Regierung selbst demonstriert. Noch handelt es sich dabei um eine formlose Masse, die sich nur darin einig ist, gegen etwas zu sein. Um eine erfolgreiche Bewegung zu werden, bedarf es jedoch neben einem Mythos auch einer Vision von dem, was danach kommt. Wir glauben, dass eine Neue Politische \u00d6konomie, die eben auf diese von mir o. g. Prinzipien und Erkenntnissen fu\u00dft, genau diese Vision skizzieren kann. Mein Kollege Per Lennart Aae, der ebenfalls f\u00fcr diese Ausgabe einen Beitrag beigesteuert hat, hat hierf\u00fcr die aus meiner Sicht richtige Begrifflichkeit gefunden: eine raumorientierte Volkswirtschaft. Diese fu\u00dft auf dem Gemeinschaftsgedanken und zeichnet sich insbesondere durch eine kleinteilige Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung aus, in der die sozio\u00f6konomischen Beziehungen zwischen den Menschen engmaschiger strukturiert und somit auch die Volkswirtschaft dezentraler gestaltet werden soll. Im Zuge der Digitalisierung, werden sich neue M\u00f6glichkeiten ergeben, um dezentrale Netzwerke zu st\u00e4rken und auch die Familie wieder in den Mittelpunkt der Gesellschaft zu r\u00fccken. Auch wenn dies nicht f\u00fcr alle Berufsgruppen gilt, so kann das \u201eHome-Office\u201c-Gebot die St\u00e4rkung der Familie bedeuten. Genauso muss die Zukunft des Internets nicht den gro\u00dfen Tech-Giganten geh\u00f6ren. Im Gegenteil erm\u00f6glicht das Internet eine dezentrale Strukturierung, wenn die digitale Infrastruktur daf\u00fcr gegeben ist. Genauso k\u00f6nnen wir ja heute schon eine Tendenz zur Dezentralisierung der Energieversorgung beobachten. D. h. Strom und W\u00e4rme m\u00fcssen wir k\u00fcnftig nicht mehr zentral beziehen, sondern k\u00f6nnen selbige dezentral in kleinen Netzwerken, vielleicht sogar in Inselnetzwerken generieren und verbrauchen. Damit werden Kosten gespart und der Bezug zwischen Anbieter, Verbraucher und der Peripherie w\u00fcrde sich steigern. Mit der Technologisierung und Computerisierung der Berufs- und Gesellschaftswelt werden immer mehr Generalf\u00e4higkeiten von den Menschen verlangt. Die hochspezialisierte Arbeitsteilung, die sich insbesondere in der Flie\u00dfbandarbeit auszeichnet, bei der der Arbeiter lediglich einen oder zwei Handgriffe beherrschen muss (sehr hoher Spezialisierungsgrad), ver\u00e4ndert sich hin zum Generalismus.<\/p>\n<p>Die Zeichen stehen gut, dass die Erkenntnis f\u00fcr die Notwendigkeit eines Reset mit abnehmendem materiellen Wohlstand in der Gesellschaft steigen wird. Die Echte Rechte ist jetzt gefragt: <strong>The Great Awakening!<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/519DE887-26F2-47DC-870A-ADD8A737FE05#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Zum WEF gehe ich ausf\u00fchrlich in einem ebenfalls in dieser Ausgabe publizierten Artikel ein.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/519DE887-26F2-47DC-870A-ADD8A737FE05#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Mittlerweile gibt es dazu auch eine deutsche \u00dcbersetzung unter dem Titel \u201eCovid-19: Der gro\u00dfe Umbruch\u201c.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/519DE887-26F2-47DC-870A-ADD8A737FE05#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Eigene \u00dcbersetzung auf Grundlage von WEF (2021). The Great Reset. Verf\u00fcgbar unter: <a href=\"https:\/\/www.weforum.org\/great-reset\">https:\/\/www.weforum.org\/great-reset<\/a>(23.01.2021); Der englische Text lautet: \u201eThere is an urgent need for global stakeholders to cooperate in simultaneously managing the direct consequences of the COVID-19 crisis. To improve the state of the world, the World Economic Forum is starting The Great Reset initiative.\u201c<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/519DE887-26F2-47DC-870A-ADD8A737FE05#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Zu finden bei WEF-A. Now is the time for a \u201agreat reset\u2018\u201c. Verf\u00fcgbar unter: <a href=\"https:\/\/www.weforum.org\/agenda\/2020\/06\/now-is-the-time-for-a-great-reset\/\">https:\/\/www.weforum.org\/agenda\/2020\/06\/now-is-the-time-for-a-great-reset\/<\/a> (23.01.2021)<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/519DE887-26F2-47DC-870A-ADD8A737FE05#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> Nachzulesen auf <a href=\"https:\/\/gegenstrom.org\/en\/\">www.gegenstrom.org<\/a>.\u00a0 The Great Reset \u2013 Wie die globalen Eliten einen Neustart planen. Verf\u00fcgbar unter: <a href=\"https:\/\/gegenstrom.org\/en\/the-great-reset-wie-die-globalen-eliten-einen-neustart-planen\/\">https:\/\/gegenstrom.org\/the-great-reset-wie-die-globalen-eliten-einen-neustart-planen\/<\/a> (22.01.2021)<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Folgenden ver\u00f6ffentlichen wir einen Aufsatz unseres Autors Peter Steinborn, welcher in der ersten Ausgabe unserer neuen Zeitschrift Agora Europa \u2013 The Great Reset erschienen ist. Mittlerweile d\u00fcrfte jeder schon einmal etwas von \u201eThe Great Reset\u201c geh\u00f6rt haben. 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