{"id":7964,"date":"2021-07-08T06:36:09","date_gmt":"2021-07-08T04:36:09","guid":{"rendered":"https:\/\/gegenstrom.org\/?p=7964"},"modified":"2021-07-08T06:36:09","modified_gmt":"2021-07-08T04:36:09","slug":"die-europaeer-haben-ein-tierisches-problem","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gegenstrom.org\/en\/die-europaeer-haben-ein-tierisches-problem\/","title":{"rendered":"Die Europ\u00e4er haben ein tierisches Problem"},"content":{"rendered":"<p>Der Skye Terrier des Nachtw\u00e4rters John Gray soll nach dem Tod seines Herrchens, so erz\u00e4hlt man es sich, 14 Jahre lang an dessen Grab auf dem Kirchhof der Greyfriars Kirk in Edinburgh getrauert haben, bis er im Jahre 1872 schlie\u00dflich selbst starb und in der N\u00e4he seines Herrchens beerdigt wurde. Das seltsame Verhalten des Vierbeiners machte in Schottland bald die Runde und es fanden sich um die Mittagszeit regelm\u00e4\u00dfig Schaulustige ein, die den Hund bei seinem t\u00e4glichen Trott zum nahegelegenen \u201eCoffee House\u201c beobachten wollten, wo man ihm das Fressen reichte. Sir William Chambers, seines Zeichens B\u00fcrgermeister der Stadt Edinburgh und Direktor der Schottischen Gesellschaft zur Pr\u00e4vention von Tierqu\u00e4lerei, kaufte dem Terrier ein Halsband, das sich heute im Museum der Stadt befindet. Um \u201eGreyfriars Bobby\u201c, so hatte man das Tier getauft, posthum zu ehren, veranlasste Lady Burdett-Coutts ein Jahr nach dessen Ableben den Bau eines Brunnens, der von einer lebensgro\u00dfen Statue des Skye Terriers gekr\u00f6nt wurde. Eine Autopsie von Bobbys sterblichen \u00dcberresten ergab als Todesursache Krebs. Zahlreiche B\u00fccher und Filme handeln von Greyfriars Bobby, darunter auch ein Roman der amerikanischen Schriftstellerin Eleanor Stackhouse Atkinson aus dem Jahr 1912 sowie der darauf basierende Walt-Disney-Spielfilm <em>Greyfriars Bobby \u2013 Die wahre Geschichte eines Hundes<\/em>. Dass die Faszination f\u00fcr den Terrier trotz der Einw\u00e4nde von Freizeithistorikern wie Jan Bodeson, der die Ansicht vertritt, es habe sich in den 14 Jahren um zwei verschiedene Hunde gehandelt, von denen keiner jemals John Gray geh\u00f6rt habe, auch heute noch gro\u00df ist, wird daran deutlich, dass erst 2016 ein Orchesterst\u00fcck mit dem Titel <em>Greyfriars Bobby \u2013 Die Geschichte einer bedingungslosen Liebe<\/em> komponiert wurde.<\/p>\n<p>Man sieht an der Verehrung dieses Vierbeiners ganz deutlich, dass die fast schon bis ins Absurde gesteigerte Tierliebe der Europ\u00e4er, die Martin Sellner unl\u00e4ngst in einem seiner Videos thematisiert hat, kein neues Ph\u00e4nomen ist. Auch ich stand schon vor Bobbys Grab \u2013 allerdings eher zuf\u00e4llig. Ich bitte insbesondere alle Haustierbesitzer unter den Lesern die folgenden Ausf\u00fchrungen, zu denen ich urspr\u00fcnglich von einem Freund aus Bosnien angeregt wurde, <em>cum grano salis<\/em> zu nehmen und nicht jedes meiner Worte auf die Goldwaage zu legen.<\/p>\n<p>Es ist bekannt, dass die Tierliebe der Europ\u00e4er, besonders der Nord- und Mitteleurop\u00e4er, beinahe grenzenlos ist, wenn wir ihr die Grausamkeit zur Seite stellen, mit der in vielen Teilen der Welt Tiere gequ\u00e4lt werden. Aus eigener Anschauung kenne ich diese Tierqu\u00e4lereien aus dem arabischen Raum, aus Indien und Afrika, aber auch philippinische Matrosen lassen zuweilen eine Ziege auf qualvolle Weise verenden, indem sie ihr einen Wasserschlauch die Gurgel hinuntersto\u00dfen und das Ventil aufdrehen. Davon jedenfalls berichtete mir ein Freund, der als Deckskadett einer solchen Grausamkeit beiwohnen musste. Die Filipinos h\u00e4tten sich dabei vor Lachen die B\u00e4uche gehalten, und er habe sich um ein Haar \u00fcbergeben m\u00fcssen. Ich bin durchaus froh, dass wir als Europ\u00e4er eine solche Tierqu\u00e4lerei in der Regel nicht als gelungenen Scherz auffassen. Trotzdem kann man es auch mit der Tierliebe zu weit treiben. Am ernstesten scheint die Lage in Deutschland und Gro\u00dfbritannien, wo man mit dem \u201eCruel Treatment of Cattle Act\u201c von 1822 das Wohlergehen von Nutztieren sicherstellte, bevor man sich 1842 mit dem \u201eMines Act\u201c dazu entschloss, das gesetzliche Mindestalter f\u00fcr Minenarbeiter auf zehn Jahre festzulegen.<\/p>\n<p>Dabei denke ich nicht einmal an die wenigen Zeitgenossen, die ihre Hunde in feinste Seide kleiden oder ihnen die Krallen lackieren. Das Marktvolumen f\u00fcr Heimtierbedarf betr\u00e4gt in Deutschland insgesamt rund 4,7 Milliarden Euro, was die Bundesrepublik nach Gro\u00dfbritannien zum zweitwichtigsten Markt der Branche in Europa macht. Das nachgefragteste Produkt ist dabei die Fertignahrung mit mehr als drei Milliarden Euro Umsatz. Auf Zubeh\u00f6r und Bedarfsartikel entfallen \u00fcber 900 Millionen Euro j\u00e4hrlich.<\/p>\n<p>Rund 34 Millionen Haustiere halten die Deutschen sch\u00e4tzungsweise, von denen Katzen und Hunde laut Berechnungen des Zentralverbandes Zoologischer Fachbetriebe den gr\u00f6\u00dften Anteil stellen. Sieht man sich zum Vergleich die Anzahl der Kinder an, die 2016 in der Bundesrepublik lebten, bekommt man es mit der Angst zu tun: 11,05 Millionen Kinder gab es in der Bundesrepublik im Jahr 2016. Besonders pikant ist die Tatsache, dass in jenem Jahr so viele Kinder geboren wurden, wie seit Jahrzehnten nicht mehr und 20 Prozent dieser Neugeborenen eine ausl\u00e4ndische Mutter hatten. Dabei sind zum einen die Kinder, die einen Vater mit ausl\u00e4ndischem Pass hatten, nicht eingerechnet, zum anderen die Heerscharen von Eingeb\u00fcrgerten und weiters diejenigen Personen mit partiellem Migrationshintergrund, die schon mit der deutschen Staatsangeh\u00f6rigkeit zur Welt kommen.<\/p>\n<p>Obgleich es dazu meines Wissens keine Zahlen gibt, ist davon ausgehen, dass die \u00fcberwiegende Mehrheit der Haustierbesitzer sich aus den Reihen derjenigen rekrutiert, \u201edie schon l\u00e4nger hier leben\u201c, denn wenn wir von den jungen T\u00fcrken mit Jogginghose, Alpha-Jacke, Boxerschnitt und Kampfhund einmal absehen, m\u00fcssen wir den Hund und auch die Katze, erst recht aber den Hamster in erster Linie als Accessoires von Einheimischen betrachten. Jedenfalls werden Haustiere selten mit unbegleiteten Minderj\u00e4hrigen in Verbindung gebracht, und auch die typische mohammedanische Gro\u00dffamilie legt sich im Normalfall keinen \u201edreckigen K\u00f6ter\u201c zu. Hat man schon jemals einen Afghanen mit Dalmatiner gesehen oder einen nicht in Deutschland aufgewachsenen Schwarzafrikaner von seinem Bartagame schw\u00e4rmen h\u00f6ren? Ich glaube, dass man hier getrost von Einzelf\u00e4llen sprechen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Nehmen wir einmal an, dass von den elf Millionen Kindern sechs bis sieben Millionen keinen Migrationshintergrund haben, von den 34 Millionen Haustieren indes 30 Millionen oder mehr bei einem Herrchen ohne Migrationshintergrund wohnen. In diesem Fall h\u00e4tten Deutsche viermal so h\u00e4ufig Tiere im Haus wie Kinder! Selbstverst\u00e4ndlich besitzen manche Herrchen auch mehr als ein Tier, aber das gilt schlie\u00dflich auch f\u00fcr Eltern und die Anzahl ihrer Kinder. Ein Hund kommt den Besitzer nat\u00fcrlich billiger als ein Kind und ist obendrein pflegeleichter. Der Hund verlangt nicht nach Markenkleidung, wenn er in die Pubert\u00e4t kommt, \u00fcbertreibt es garantiert nie mit dem Alkohol und wird auch mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit kein kostspieliges Studium aufnehmen, sofern es die Gr\u00fcnen mit der Inklusion in absehbarer Zeit nicht noch weiter auf die Spitze treiben.<\/p>\n<p>Aber es gibt noch andere Gr\u00fcnde f\u00fcr die Kynomanie, also die Hundebesessenheit der Deutschen. Wenn der Eros geht, kommt bei vielen \u00e4lteren Weibchen der Spezies <em>Homo sapiens<\/em> die Religiosit\u00e4t, pflegte ein Freund aus \u00d6sterreich immer zu sagen. Bei anderen kommt das Scho\u00dfh\u00fcndchen \u2013 und bisweilen auch beides zusammen, m\u00f6chte ich hinzuf\u00fcgen. Und das zumal in den F\u00e4llen, in denen Madame sich zeitlebens nicht ein einziges Mal in anderen Umst\u00e4nden befunden hat. Das Haustier wird zum Ersatz f\u00fcr eigene Kinder, wenn eine Frau sich pl\u00f6tzlich in den Wechseljahren findet und bis dahin ihre biologische Bestimmung nicht erf\u00fcllen konnte, weil sie fast zwei Jahrzehnte lang einer Karriere oder dem perfekten Partner nachgejagt ist. Diese Frauen sind aus demselben Grund auch besonders gef\u00e4hrdet, sich gleichsam als Ersatzm\u00fctter der kleinen Fl\u00fcchtlingsbabys mit den gro\u00dfen Kulleraugen zu gerieren, die man in der Glotze so h\u00e4ufig zu sehen bekommt. Das beste Beispiel f\u00fcr diese Klientel ist unsere Frau Bundeskanzlerin selbst, von der zwar bisweilen behauptet wird, sie m\u00f6ge keine Hunde, die sich daf\u00fcr aber umso r\u00fchrender um unbegleitete Minderj\u00e4hrige sorgt. Auch sie ist kinderlos. Die Leidtragenden sind unsere eigenen Kinder, deren Zukunft sehenden Auges verspielt wird. Alles in allem bleibt uns mit einem Augenzwinkern zu konstatieren, dass Europa ein tierisches Problem hat. So oder so.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Skye Terrier des Nachtw\u00e4rters John Gray soll nach dem Tod seines Herrchens, so erz\u00e4hlt man es sich, 14 Jahre lang an dessen Grab auf dem Kirchhof der Greyfriars Kirk in Edinburgh getrauert haben, bis er im Jahre 1872 schlie\u00dflich selbst starb und in der N\u00e4he seines Herrchens beerdigt wurde. 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