{"id":769,"date":"2017-08-15T12:47:12","date_gmt":"2017-08-15T11:47:12","guid":{"rendered":"https:\/\/gegenstrom.org\/?p=769"},"modified":"2020-02-03T18:02:31","modified_gmt":"2020-02-03T17:02:31","slug":"der-mann-als-geschichtsphilosophische-gestalt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gegenstrom.org\/en\/der-mann-als-geschichtsphilosophische-gestalt\/","title":{"rendered":"Der Mann als geschichtsphilosophische Gestalt"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Der heutige f\u00fcr die Lebenswirklichkeit gehaltene Liberalismus mag es als \u00fcberfl\u00fcssig erscheinen lassen, doch die Geschichte wird weiterhin von M\u00e4nnern gemacht. In unserer durchzivilisierten Zeit, die sich u.a. dadurch auszeichnet, dass der Mensch sich immer mehr von der Natur emanzipiert, gilt dieses Postulat als archaisch und verkrustet. Tats\u00e4chlich wissen wir aber, dass der Mensch sich nicht signifikant ge\u00e4ndert hat. Er unterliegt den gleichen Gesetzen wie der Urmensch, der noch mit anderen um einen Platz in einer H\u00f6hle konkurrieren musste. Er wird von den selben Instinkten und Trieben angeTRIEBEN, wie einst seine Urahnen. So k\u00e4mpfen die M\u00e4nner dieser Tage nach wie vor um Anerkennung des jeweils anderen Mannes. Sie sammeln sich in Gruppen, gehen gemeinsam auf die Jagd und versuchen, einander zu beeindrucken. In dem tiefsten Inneren strebt der Mann nach M\u00e4nnlichkeit, nach einem Abenteuer, danach, aus dem langweiligen Alltag auszubrechen und es anderen M\u00e4nnern zu beweisen. Auch wenn es die Genderideologen und so mancher Sozialp\u00e4dagoge dieser Tage gerne verleugnen, so geh\u00f6rt es zu unserer Identit\u00e4t, Mann oder Frau zu sein. Diese Identit\u00e4t ist nicht nur biologischer, sondern vor allem geistiger Natur. Wenn ein Mann einem anderen Mann sagt \u201eSei ein Mann!\u201c, dann meint dieser eine bestimmte Art zu leben, ein bestimmtes Verhalten, welches sich logischerweise von dem der Frau unterscheidet. Wir sprechen bei einem gro\u00dfen Krieger nicht umsonst h\u00e4ufig von einem gro\u00dfen Mann. Denken wir an den Krieg oder das Kriegertum, werden nur wenige eine so gerne in den griechischen Mythen besungene Amazone vor Augen haben. Es ist der starke, schier unbesiegbare Mann. Er zeichnet sich durch Kraft, Mut, Kompetenz und Ehre (Jack Donovan) aus. Diese Eigenschaften sind zutiefst m\u00e4nnlich. Sie sind der Garant gro\u00dfer Reiche und gro\u00dfer Geschichten.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Dies soll kein Abgesang gegen die Frauen sein. Sie sind ein wichtiger und wertvoller Bestandteil einer jeden Gesellschaft. Ohne sie w\u00e4re der Mann auch nicht zu denken. Doch es ist nicht Aufgabe dieser Arbeit, die Frau zu skizzieren oder ihr einen Ehrenplatz einzurichten. Es soll im Folgenden um M\u00e4nner gehen. Es soll darum gehen, dem Mann unserer Tage vor Augen zu f\u00fchren, dass er ein Mann ist. Und wenn ich schreibe \u201cein Mann\u201c, so meine ich auch alles, was dazu geh\u00f6rt. \u201eDer Weg der M\u00e4nner ist der Weg der Bande\u201c, wei\u00df uns der US-Amerikaner Jack Donovan zu erz\u00e4hlen. Doch was genau ist diese Bande? M\u00e4nner haben sich, seit dem es Menschen gibt, in Banden zusammengefunden. Thomas Hobbes postulierte den \u201eNaturzustand des Menschen\u201c und zeigte in seinen Werken auf, dass \u201evor der Entstehung menschlicher Gesellschaftsformen\u201c kein anderer Zustand als der Krieg geherrscht haben kann. Mit seinem \u201eBellum omnium contra omnes\u201c (\u201eKrieg aller gegen alle\u201c) beschreibt Hobbes den Naturzustand, in dem es kein allgemeines Recht und Gesetz gibt, sondern nur das Recht und Gesetz ist, was der St\u00e4rkere sich erk\u00e4mpft. Jeder hat demnach das Recht dazu, alles zu tun. Gehen wir in den Urzustand des Menschen zur\u00fcck, so werden wir dieses oben beschriebene lateinische Postulat sicherlich nicht in seiner reinen Form vorfinden. Wir werden vielmehr einen Krieg zwischen Banden, zwischen Gruppen, zwischen M\u00e4nnergruppen vorfinden. Denn der Mensch ist ja kein Emerit von Hause aus. Er ist kein Einzelg\u00e4nger und rein individualistisches Wesen, das sich nur um sich selbst schert und dessen Egozentrismus eine \u00fcberm\u00e4\u00dfige Ignoranz gegen\u00fcber dem Umfeld an den Tag legt, so dass hier getrost von einer <em>Hybris<\/em> gesprochen werden kann. Tats\u00e4chlich bekommen wir in der Moderne sehr h\u00e4ufig den Eindruck, dass wir es fast ausschlie\u00dflich nur noch mit Menschen zu tun haben, die sich nicht mehr um das k\u00fcmmern, was gestern war und auch nicht wirklich \u00fcberlegen, was nach dem Morgen auf sie zukommt. Dennoch schlummert im Menschen und im Mann noch immer das Potenzial wieder \u201egeerdet\u201c zu werden. Alexander Dugin beschreibt in seinem Buch \u201eDie vierte politische Theorie\u201c sehr gut, wie sich die Moderne entwickelt hat und was aus ihr wird, wenn der zeitliche Verlauf weiterhin \u201eprogressiv\u201c verl\u00e4uft. Er spricht hier von der Postmoderne und meint, dass dieses Individuum zu einem \u201eDividuum\u201c, also einem gespaltenen Wesen wird, dass nicht einmal mehr das Morgen und das Heute, sondern nur noch das Hier und Jetzt kennt. Eine solche Hybris w\u00fcrde de facto zur Abschaffung des Menschen f\u00fchren. Dieser Postmensch w\u00e4re wahrscheinlich transhumanistisch, autonomistisch und vollkommen apolitisch. Zugegeben weist dies auf eine sehr negative Zukunft hin, die wohlm\u00f6glich mit dem Mann nicht mehr viel zu tun hat. Tats\u00e4chlich ist die Geschichte von Gesellschaften immer die Geschichte von M\u00e4nnern gewesen. Keine Frage, dass es auch gro\u00dfartige Frauen in der Geschichte gab, doch die Geschichten gro\u00dfer M\u00e4nner, die durch ihre M\u00e4nnlichkeit zu historischer Gr\u00f6\u00dfe gelangten, ist bei weitem umfangreicher.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">So fanden sich M\u00e4nner aus Naturnotwendigkeiten heraus immer in Gruppen zusammen. Wenn sie jagten, waren sie in der Gruppe effektiver und demzufolge war die Jagd erfolgsversprechender. Auch um die Sicherheitsbed\u00fcrfnisse, d.h. jene Bed\u00fcrfnisse nach k\u00f6rperlicher Unversehrtheit, befriedigen zu k\u00f6nnen, verlie\u00df sich der Mann auf W\u00e4chter, die das Revier auf eventuelle feindliche Eindringlinge \u00fcberwachten. Wurden sie bedroht, schlugen sie gemeinsam zu.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Das oben beschriebene Konkurrenzverhalten unter M\u00e4nnern schl\u00e4gt sich heute mehr auf der \u00f6konomischen Ebene nieder. In einer Zeit, in der selbst ein ehrenwerter und der Erde so naher Beruf wie der des Bauern allm\u00e4hlich verschwindet, hat sich die F\u00e4higkeit, physischen Druck auszu\u00fcben (Kraft) stark reduziert. Der Landwirt, der den Bauern abl\u00f6ste, ist heute eine eigene Art des Industriearbeiters. Die k\u00f6rperlich sehr anspruchsvolle Arbeit wird heute von schweren Maschinen erledigt, so dass der Beruf Landwirt immer weniger eine Herausforderung f\u00fcr den Mann bez\u00fcglich seiner physischen Kraft darstellt. Heute ist der Wunsch eine B\u00fcrot\u00e4tigkeit auszu\u00fcben bei jungen Leuten st\u00e4rker ausgepr\u00e4gt als es in der Vergangenheit der Fall war. Es versteht sich von selbst, dass der Mann hier keinerlei Herausforderungen mehr ausgesetzt ist und demnach seine typisch m\u00e4nnliche Kraft vernachl\u00e4ssigt. Dennoch sind selbst emanzipierte M\u00e4nner, die den physischen Kampf zwischen Menschen f\u00fcr archaisch halten, nach wie vor dem Konkurrenzdenken unter M\u00e4nnern unterlegen. So kaufen sie sich das neueste Auto, protzen mit ihrer 5.000-Euro-Uhr oder versuchen mit ihren weiblichen Eroberungen anzugeben und es damit anderen M\u00e4nnern zu zeigen. Obwohl die Anwendung oder gar Verherrlichung von Gewalt \u2013 eine Sache, die in der Regel auch eher dem Mann zugesprochen wird \u2013 heute keine gesellschaftliche Anerkennung besitzt, haben Filme, die voll Gewalt strotzen, bei denen es nicht selten um den ber\u00fchmten Weltuntergang geht und in denen brennende Autos und menschliches Blut die eigentliche Handlung bestimmen, Hochkonjunktur. Wer denkt an der Stelle, wo Leonidas in dem Film \u201eSparta\u201c den persischen Gesandten in den Abgrund tritt, w\u00e4hrend er den Eindringlingen die Worte \u201eDas ist Sparta!\u201c zuruft, selber an seiner Stelle zu stehen? Oder warum h\u00e4ufen sich Filme wie Resident Evil, die offensichtlich fernab von jeglicher Realit\u00e4t sind in den Kinos\u00e4len? Ist es der heimliche Wunsch, selber zum Zombiej\u00e4ger zu werden?<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Der J\u00e4ger steckt noch immer im Mann. Auch wenn sich dieser heute in einem ziemlich verformten K\u00f6rper befinden m\u00f6ge, ist er noch da. Bedenkt man, dass nun jeden Tag Tausende \u00fcberwiegend junge M\u00e4nner aus fremden Kulturen die Tore Europas passieren, ist es nur eine Frage der Zeit, dass die heute sehr au\u00dfer Form gebrachten m\u00e4nnlichen Europ\u00e4er sich in Hobbes ber\u00fchmten \u201eBellum omnium contra omnes!\u201c wiederfinden werden. Diese jungen, sich nicht selten in k\u00f6rperlicher Topform befindenden kulturfremden M\u00e4nner haben gro\u00dfenteils gef\u00e4hrliche Reisen auf sich genommen. Sie sahen schreckliche Dinge und nahmen gro\u00dfe Opfer in Kauf, um nach Europa und namentlich nach Deutschland zu gelangen. Nun sind sie hier und fangen bereits an, mit den M\u00e4nnern in Deutschland zu konkurrieren. Die Silvesternacht von 2015 zu 2016 machte deutlich, welcher Naturzustand uns erwarten wird. Die M\u00e4nner in K\u00f6ln riefen lieber die Polizei und verlie\u00dfen sich auf den Rechtsstaat, der jeden Tag aufs Neue ad absurdum gef\u00fchrt wird. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis auch wieder deutsche M\u00e4nner zum \u00c4u\u00dfersten getrieben werden. Dann hei\u00dft es, wieder den Weg der M\u00e4nner zu gehen. Und dieser ist nun mal der Weg der Bande.<\/span><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der heutige f\u00fcr die Lebenswirklichkeit gehaltene Liberalismus mag es als \u00fcberfl\u00fcssig erscheinen lassen, doch die Geschichte wird weiterhin von M\u00e4nnern gemacht. 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