{"id":7627,"date":"2021-01-26T08:02:24","date_gmt":"2021-01-26T07:02:24","guid":{"rendered":"https:\/\/gegenstrom.org\/?p=7627"},"modified":"2021-01-26T08:02:24","modified_gmt":"2021-01-26T07:02:24","slug":"das-ende-der-studentischen-verbindungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gegenstrom.org\/en\/das-ende-der-studentischen-verbindungen\/","title":{"rendered":"Das Ende der studentischen Verbindungen?"},"content":{"rendered":"<p>Als in Wien 1848 inmitten der Revolution das Lustspiel mit dem Titel <em>Das bemooste Haupt oder Der lange Israel<\/em> aufgef\u00fchrt wurde, l\u00f6ste es Begeisterungsst\u00fcrme unter dem studentischen Publikum aus.<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> Dass Roderich Benedix\u2019 St\u00fcck \u201ebei der Wiener Premiere auf Anhieb z\u00fcndete\u201c, so die Literaturwissenschaftlerin Ethel Matala de Mazza, habe \u201eweniger an seiner durchsichtigen Kritik am Filz des Obrigkeitsstaates als an den burschenschaftlichen Ritualen\u201c gelegen, die \u201eauf der B\u00fchne mit viel Pathos zelebriert\u201c worden seien.<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a> Die anwesenden Korporierten schwenkten ihre M\u00fctzen und gr\u00f6lten lauthals die dargebotenen Studentenlieder mit, sodass sich die Auff\u00fchrung in ein \u201erauschendes Revolutionsfest\u201c verwandelte.<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a><\/p>\n<p>Am 13. M\u00e4rz 1848 war es in Wien zur Errichtung von Barrikaden und zu Kampfhandlungen zwischen dem Milit\u00e4r einer- und Studenten sowie Arbeitern andererseits gekommen, sodass Staatskanzler Metternich sich gezwungen sah, nach England zu fl\u00fcchten.<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a> Der \u00f6sterreichische Dichter und Jurist Hermann von Glim zu Rosenegg kommentiert die Ereignisse in einem Brief wie folgt: \u201e<em>Seit drei Tagen trag ich die Muskete. Meine Hand ist schwer, mein Herz zittert, meine Augen sind feucht. Wien hat eine glorreichere Revolution gehabt als Paris. Wir sind frei. Frei!!! [\u2026] Alle Finsterlinge sind verschwunden. Metternich vertrieben und mit ihm das ganze glei\u00dfnerische Gez\u00fccht.<\/em>\u201c<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a><\/p>\n<p>Bereits zu Anfang der 1790er Jahre hatten Studentenkrawalle in Jena Herzog August von Sachsen-Weimar und seinen der Nachwelt noch besser im Ged\u00e4chtnis gebliebenen Minister, Johann Wolfgang von Goethe, an die Aufhebung der Universit\u00e4t denken lassen.<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\">[6]<\/a> Jena war es auch, wo sich im Juni 1815 die Urburschenschaft gr\u00fcndete, nachdem der Senioren-Convent der Jenaischen Landsmannschaften am 29. Mai seine Aufl\u00f6sung beschlossen hatte. Die \u00e4lteren Landsmannschaften als Zusammenschl\u00fcsse von Studenten gleicher regionaler Herkunft galten den vaterl\u00e4ndisch gesinnten Studenten, die zum gro\u00dfen Teil im L\u00fctzowschen Freikorps gegen Napoleon gek\u00e4mpft hatten, als Symbol der Zersplitterung Deutschlands. Das \u2013 freilich nie erreichte \u2013 Ideal war der Zusammenschluss aller Studenten in <em>einer<\/em> Verbindung. In Jena gelang es immerhin, in den Folgejahren bis zum Wintersemester 1819\/20 knapp zwei Drittel der immatrikulierten Studenten an die Allgemeine deutsche Burschenschaft zu binden. Zwischen diesen Jahren liegt das Gro\u00dfereignis des ersten Wartburgfestes, das anl\u00e4sslich des 300. Jahrestages von Martin Luthers Thesenanschlag abgehalten wurde und, so der deutsch-franz\u00f6sische Historiker \u00c9tienne Fran\u00e7ois, als eine \u201eMischung aus protestantischem Gottesdienst und politischer Kundgebung\u201c beschrieben werden kann.<a href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref7\">[7]<\/a><\/p>\n<p>Einer der Teilnehmer des Wartburgfestes war der radikaldemokratische und tiefgl\u00e4ubige Jenaer Burschenschafter Carl Ludwig Sand,<a href=\"#_ftn8\" name=\"_ftnref8\">[8]<\/a> der auch an der symbolischen B\u00fccherverbrennung teilnahm, bei der man u. a. August von Kotzebues <em>Geschichte des deutschen Reichs<\/em> den Flammen \u00fcberantwortete, da man ihn f\u00fcr einen Verr\u00e4ter an der deutschen Sache hielt. Schon im Mai des darauffolgenden Jahres hatte Sand die Ermordung Kotzebues erwogen, den er in seinem Tagebuch einen \u201eVerf\u00fchrer der Jugend\u201c nennt,<a href=\"#_ftn9\" name=\"_ftnref9\">[9]<\/a> aber erst am 23. M\u00e4rz 1819 kam es tats\u00e4chlich zum Mordanschlag auf den Schriftsteller. Der Student suchte Kotzebue in dessen Mannheimer Wohnung in den Quadraten auf und t\u00f6tete ihn mit mehreren Stichen in die Brust. Anschlie\u00dfend versuchte er, sich selbst zu erdolchen, was jedoch misslang. Er konnte wiederbelebt werden und wurde nach einem Jahr in Mannheimer Festungshaft, wo er als Verwundeter zahlreiche Privilegien genoss, mit dem Schwert hingerichtet. Die Tat erregte international Aufsehen und kein Geringerer als der russische Nationaldichter Alexander Puschkin verfasste ein Gedicht auf den deutschen Theologiestudenten.<\/p>\n<p>Was auf die revolution\u00e4re Aufbruchsstimmung und das Sand\u2019sche Attentat an dem Theaterdichter August von Kotzebue folgte, das waren die Karlsbader Beschl\u00fcsse und die endg\u00fcltige Stabilisierung der restaurativen Politik, die mit dem Wiener Kongress 1814\/15 ihren Anfang genommen hatte.<a href=\"#_ftn10\" name=\"_ftnref10\">[10]<\/a> Es sollte bis zur Juli-Revolution von 1830 im benachbarten Frankreich dauern, bis die Freiheitsbewegung auch in deutschen Landen wieder Auftrieb erhielt.<a href=\"#_ftn11\" name=\"_ftnref11\">[11]<\/a> Dies war der Beginn des Vorm\u00e4rz, einem vorrevolution\u00e4ren G\u00e4rprozess, der in den eingangs beschriebenen Barrikadenk\u00e4mpfen im M\u00e4rz 1848 und den folgenden revolution\u00e4ren Umbr\u00fcchen kulminierte, die freilich nur von kurzer Dauer waren. Die eigentliche Ouvert\u00fcre f\u00fcr diese Ereignisse bildete wiederum ein Fest: das Hambacher Fest vom 27. bis zum 30. Mai 1832. Die \u201eneubelebte und erstarkte Opposition dokumentierte\u201c mit dem Fest, an dem zwischen 20.000 und 30.000 Menschen teilnahmen, \u201eihren politischen Anspruch\u201c.<a href=\"#_ftn12\" name=\"_ftnref12\">[12]<\/a><\/p>\n<p>Zum ersten Mal wurden beim Zug auf das Hambacher Schloss \u00f6ffentlich die auf die Jenaer Urburschenschaft und die Uniform des L\u00fctzowschen Freikorps zur\u00fcckgehenden sp\u00e4teren Nationalfarben Schwarz-Rot-Gold \u201e<em>als Symbol der deutschen Einheits- und Freiheitsbewegung gezeigt<\/em>\u201c.<a href=\"#_ftn13\" name=\"_ftnref13\">[13]<\/a> Einfarbig rot waren hingegen die Fahnen, die w\u00e4hrend der 68er Studentenrevolte \u201e<em>aus allen Fenstern der zur Stadt gewandten Fassade des Schloss-S\u00fcdtraktes<\/em>\u201c der Universit\u00e4t Mannheim (Wirtschaftshochschule) geh\u00e4ngt wurden.<a href=\"#_ftn14\" name=\"_ftnref14\">[14]<\/a> Zwar hatten die Studentenproteste in Mannheim wie andernorts im Sommersemester 1968 ihren H\u00f6hepunkt,<a href=\"#_ftn15\" name=\"_ftnref15\">[15]<\/a> doch erreichten sie im M\u00e4rz des Folgejahres einen weiteren H\u00f6he-, man k\u00f6nnte auch sagen: Tiefpunkt. Am 13. M\u00e4rz 1969 verschaffte sich eine Gruppe vandalierender Studenten gewaltsam Zutritt zum B\u00fcro des Rektors, indem sie die T\u00fcr aus den Angeln brach, und pflanzte daselbst eine rote Fahne auf.<a href=\"#_ftn16\" name=\"_ftnref16\">[16]<\/a> Die Aktion, bei der auch eine Fensterscheibe zu Bruch ging, fand w\u00e4hrend der Wahl des neuen Rektors statt, zu der sich die ver\u00e4rgerten Studenten keinen Zutritt hatten verschaffen k\u00f6nnen, da die Senatssitzung kurzerhand in einen Saal des Reiss-Engelhorn-Museums verlegt worden war.<a href=\"#_ftn17\" name=\"_ftnref17\">[17]<\/a> Laut dem Mannheimer Historiker Philipp Gassert war es das erste Mal, dass w\u00e4hrend der Studentenproteste in Mannheim Gewalt angewendet worden sei, wenngleich sie sich nicht gegen Personen gerichtet habe.<a href=\"#_ftn18\" name=\"_ftnref18\">[18]<\/a> Die <em>Rhein-Neckar-Zeitung<\/em> zitiert Gassert mit folgenden Worten: \u201e<em>Wenn Sie sich die Geschichte dieses Studentenprotestes anschauen, waren die Sozial- und Geisteswissenschaften die Tr\u00e4ger. In Mannheim waren hingegen die BWL-Studenten in der \u00dcberzahl, die \u2013 ohne ihnen nahetreten zu wollen \u2013 ja eher konsensorientiert sind und sich als St\u00fctze der Gesellschaft verstehen.\u201c<a href=\"#_ftn19\" name=\"_ftnref19\"><strong>[19]<\/strong><\/a> <\/em><\/p>\n<p>Es ist geradezu ein Topos, dass die Burschenschaften, die im Vorm\u00e4rz durch besonders progressive und radikaldemokratische Forderungen aufgefallen waren,<a href=\"#_ftn20\" name=\"_ftnref20\">[20]<\/a> im zwanzigsten Jahrhundert zur Inkarnation der Reaktion geworden seien \u2013 von anderen Verbindungstypen wie den Corps oder Landsmannschaften ganz zu schweigen. Man stand ihnen von marxistischer Seite feindselig gegen\u00fcber. So schreibt etwa Gerhard Sch\u00e4fer in seiner 1977 publizierten historisch-soziologischen Analyse der studentischen Verbindungen in der Bundesrepublik, die \u201e<em>hochschulpolitische Szenerie der f\u00fcnfziger Jahre<\/em>\u201c sei \u201e<em>weitgehend von dem Diskussionsproze\u00df \u00fcber die Wiederzulassung der Korporationen<\/em>\u201c bestimmt gewesen, \u201e<em>jener sozialen Gruppierungen, die am offenkundigsten die historische, soziologische und politisch-ideologische Kontinuit\u00e4t des Konservatismus, Nationalismus und Militarismus in Deutschland verk\u00f6rperten.<\/em>\u201c<a href=\"#_ftn21\" name=\"_ftnref21\">[21]<\/a> Sch\u00e4fer ist ferner der Ansicht, die Korporationen f\u00f6rderten mit ihren Verbindungsh\u00e4usern usw. \u201e<em>die soziale und politische Selektion und damit die Spaltung in privilegierte und zunehmend deprivilegierte Studenten<\/em>\u201c, um \u201e<em>hochschul- und gesellschaftspolitisch objektiv die Funktion von Handlangern des Kapitals und der herrschenden Klassen auf dem Sektor ideologischer Infiltration wahrzunehmen<\/em>\u201c.<a href=\"#_ftn22\" name=\"_ftnref22\">[22]<\/a><\/p>\n<p>Der Autor tr\u00e4gt seine Angriffe gegen das Verbindungswesen zu einer Zeit vor, in der die Korporationen nach einem anderthalb Jahrzehnte andauernden Abw\u00e4rtstrend wieder etwas mehr Zulauf erhalten. Nachdem n\u00e4mlich die Mitgliederzahlen der studentischen Verbindungen um die Mitte der 50er Jahre einen relativen H\u00f6chststand erreicht hatten, nahm die relative Zahl der Korporierten seit 1956 stetig ab.<a href=\"#_ftn23\" name=\"_ftnref23\">[23]<\/a> Waren 1955 knapp 30 Prozent aller m\u00e4nnlichen Studierenden Mitglied einer Verbindung, betrug deren Anteil im Wintersemester 1967\/68 nur noch 20,1 Prozent.<a href=\"#_ftn24\" name=\"_ftnref24\">[24]<\/a> Gerhard Sch\u00e4fer selbst bemerkt aus der Retrospektive der 70er Jahre: \u201e<em>Obwohl der Anstieg der Zahl der m\u00e4nnlichen Studierenden seit etwa 1964 sprunghaft gesteigert werden konnte, geht seit 1964 auch der absolute Mitgliederbestand \u2013 verst\u00e4rkt durch die R\u00fcckwirkungen der Studentenbewegung \u2013 kontinuierlich zur\u00fcck, um unter den ver\u00e4nderten politischen, \u00f6konomischen und ideologischen Bedingungen der fr\u00fchen 70er Jahre wieder zuzunehmen \u2026<\/em>\u201c<a href=\"#_ftn25\" name=\"_ftnref25\">[25]<\/a> Da der Anteil der Korporierten unter den Studierenden beiderlei Geschlechts heute <em>unter einem Prozent<\/em> (!) liegt, ist offenkundig, wohin die Reise letztlich ging. Interessant \u2013 wenngleich nicht verwunderlich \u2013 ist der Umstand, dass Sch\u00e4fer den ab Mitte der 60er Jahre zu beobachtenden R\u00fcckgang von Korporierten an der Gesamtzahl der an bundesdeutschen Universit\u00e4ten Immatrikulierten trotz steigender Studierendenzahlen <em>auch<\/em> auf R\u00fcckwirkungen der Studentenbewegung zur\u00fcckf\u00fchrt.<\/p>\n<p>Ich bin jedoch der Ansicht, der geringe Anklang, den studentische Korporationen heute \u2013 verglichen mit ihrer bundesrepublikanischen Bl\u00fctezeit in den 1950er Jahren \u2013 bei den Studierenden finden, habe nicht prim\u00e4r ideologische Ursachen, gehe also nicht in der Hauptsache auf die 68er Bewegung zur\u00fcck, sondern liege zuv\u00f6rderst an dem Unwillen der heutigen Jugend, sich dauerhaft zu binden. Es sind psychologische Faktoren, die den studentischen Korporationen zu schaffen machen. Auch ich selbst bin als freiwillig Geschiedener nicht frei von dem Manko meiner Generation. Ein Alter Herr einer Mannheimer Verbindung schrieb mir die folgenden Zeilen, mit denen ich den Aufsatz enden lassen m\u00f6chte: \u201e<em>Der Zulauf zu den Verbindungen und die Akzeptanz historischen Brauchtums sind stark wechselnd, lassen aber in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich nach. Das betrifft alle Gemeinschaften, bei denen die pers\u00f6nlichen Freir\u00e4ume irgendwie eingeengt werden. Umso h\u00f6her die Anforderungen sind, desto sp\u00e4rlicher der Zulauf. Das reicht vom M\u00f6nchsorden bis zum Gesangsverein und von der Freiwilligen Feuerwehr bis zum Hausfrauenbund.<\/em>\u201c<\/p>\n<h2>Literaturhinweise<\/h2>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> In dem St\u00fcck geht es um einen patriotischen, duellerprobten und trinkfesten Theologiestudenten im drei\u00dfigsten Semester. Die Kabale der korrupten Gerichtspr\u00e4sidentin Roth verhindern zun\u00e4chst, dass der nicht mehr ganz so junge Protagonist eine Pfarrstelle erh\u00e4lt und sein geliebtes Hannchen heiraten kann. Am Ende triumphiert indes das Gute und alle sind gl\u00fccklich. Das schrille n\u00e4chtliche St\u00e4ndchen, das der Pr\u00e4sidentin von den B\u00fchnenstudenten im Rahmen der Auff\u00fchrung dargebracht wurde, fand als \u201eCharivari\u201c oder \u201eKatzenmusik\u201c umgehend Eingang in das tats\u00e4chlich genutzte Repertoire an Protestformen in der Stadt, sodass sogar ein politisches \u201eTagsblatt f\u00fcr Spott und Ernst mit Karikaturen\u201c f\u00fcr sich den Namen <em>Wiener Charivari<\/em> w\u00e4hlte.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Ethel Matala de Mazza, \u201eVolkstheater unter Revolutionsdruck. Roderich Benedix, Johann Nestroy und der M\u00e4rz in Wien\u201c, in: Michael Gamper\/ Peter Schnyder (Hrsg.), <em>Dramatische Eigenzeiten des Politischen<\/em>, Hannover 2017, S. 215\u2013231, hier S. 221.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Ebd; vgl. hierzu auch die Darstellungen bei Heinrich Reschauer\/ Moritz Smets, <em>Das Jahr 1848. Geschichte der Wiener Revolution<\/em>, 2 Bde., Wien 1872, Bd. 2, S. 45 und Meike Wagner, <em>Theater und \u00d6ffentlichkeit im Vorm\u00e4rz. Berlin, M\u00fcnchen und Wien als Schaupl\u00e4tze b\u00fcrgerlicher Medienpraxis<\/em>, Berlin 2013, S. 340\u2013346.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Siehe Werner Frotscher\/ Bodo Pieroth, <em>Verfassungsgeschichte<\/em>, 17., \u00fcberarbeitete Auflage, M\u00fcnchen 2018, S. 152.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> Moritz Necker (Hrsg.), <em>Hermann von Glims Familien- und Freundesbriefe<\/em>, Wien 1912, S. 350.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a> Siehe Harald L\u00f6nnecker, \u201eStudenten und Gesellschaft, Studenten in der Gesellschaft. Versuch eines \u00dcberblicks seit Beginn des 19. Jahrhunderts\u201c, in: Rainer Christoph Schwinges (Hrsg.), <em>Universit\u00e4t im \u00f6ffentlichen Raum<\/em>, Basel 2008, S. 387\u2013438, hier S. 387; f\u00fcr eine \u00dcberblicksdarstellung speziell zu Studentenunruhen siehe Hans-Walter Rote, \u201eStudentische Opposition Einst und Jetzt. Ein R\u00fcckblick \u00fcber 900 Jahre studentischer Unruhe\u201c, in: <em>EuJ<\/em> 15 (1970), S. 40\u201350.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref7\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a> \u00c9tienne Fran\u00e7ois, \u201eDie Wartburg\u201c, in: Ders.\/ Hagen Schulze, <em>Deutsche Erinnerungsorte<\/em>, Bd. 2, M\u00fcnchen 2001, S. 55.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref8\" name=\"_ftn8\">[8]<\/a> Es gibt eine Flut von Monographien und Aufs\u00e4tzen, die sich der Person Carl Ludwig Sands widmen. Einen Lexikoneintrag in der <em>Neuen Deutschen Biographie<\/em> hat Harald L\u00f6nnecker vorgenommen: Harald L\u00f6nnecker, s. v. \u201eSand, Carl Ludwig\u201c, in: <em>Neue Deutsche Biographie<\/em>, Bd. 22, Berlin 2005, S. 413f.; f\u00fcr eine Bibliographie, in der die Titel bis um das Jahr 1970 aufgef\u00fchrt sind, siehe Hermann Sand, \u201eBibliographie \u00fcber Carl Ludwig Sand\u201c, in: <em>Einst und Jetzt. Jahrbuch des Vereins f\u00fcr corpsstudentische Geschichtsforschung<\/em> 16 (1971), S. 225\u2013234.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref9\" name=\"_ftn9\">[9]<\/a> <em>Carl Ludwig Sand, dargestellt durch seine Tageb\u00fccher und Briefe von einigen seiner Freunde<\/em>, Altenburg 1821, S. 151.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref10\" name=\"_ftn10\">[10]<\/a> Siehe hierzu generell Eberhard B\u00fcssem, <em>Die Karlsbader Beschl\u00fcsse von 1819. Die endg\u00fcltige Stabilisierung der restaurativen Politik im Deutschen Bund nach dem Wiener Kongress von 1814\/15<\/em>, Hildesheim 1974.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref11\" name=\"_ftn11\">[11]<\/a> Vgl. Frotscher\/ Pieroth, <em>Verfassungsgeschichte<\/em>, S. 129.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref12\" name=\"_ftn12\">[12]<\/a> Ebd., S. 130.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref13\" name=\"_ftn13\">[13]<\/a> Ebd., S. 131.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref14\" name=\"_ftn14\">[14]<\/a> Siehe Manfred K. G\u00f6tzinger, \u201eDie 68er Studentenrevolte und die Jahre bis 1978\u201c, in: Altherrenverband der Burschenschaft Germania im Schwarzburgbund (SB) zu Mannheim e. V. (Hrsg.), <em>Festschrift zum 100. Stiftungsfest. Germania Mannheim 1919\u20132019<\/em>, Mannheim 2019, S. 168\u2013171, hier S. 168.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref15\" name=\"_ftn15\">[15]<\/a> Vgl. ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref16\" name=\"_ftn16\">[16]<\/a> Siehe Olivia Kaiser, \u201eDie 68er Bewegung in Mannheim. Mit der roten Fahne ins Rektorb\u00fcro\u201c, in: <em>Rhein-Neckar-Zeitung<\/em>, 28.04.2018, URL: https:\/\/www.rnz.de\/nachrichten\/mannheim_artikel,-die-68er-bewegung-in-mannheim-mit-der-roten-fahne-ins-rektorbuero-_arid,355072.html (zuletzt besucht am 14.05.2020).<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref17\" name=\"_ftn17\">[17]<\/a> Vgl. ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref18\" name=\"_ftn18\">[18]<\/a> Ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref19\" name=\"_ftn19\">[19]<\/a> Philipp Gassert, zit. nach ebd. \u2013 Adorno betrachtete das Agitieren der von seiner Frankfurter Schule ma\u00dfgeblich mitgepr\u00e4gten Studentenbewegung \u201e<em>um jeden Preis, auch um den Preis einer gewaltsamen Zerschlagung der repr\u00e4sentativen Demokratie<\/em>\u201c als Besessenheit. In seinem letzten Brief an Marcuse schrieb Adorno, der Studentenbewegung sei \u201e<em>ein Quentchen Wahn beigemischt, dem das Totalit\u00e4re teleologisch<\/em>\u201c innewohne (zit. nach Steffen Graefe, \u201eKritische Theorie und Studentenbewegung [3 B\u00e4nde], Von der Flaschenpost zum Molotowcocktail. Ein Projekt des Hamburger Instituts f\u00fcr Sozialforschung\u201c, in: <em>Deutschlandfunk<\/em>, 20.05.1998, URL: <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/kritische-theorie-und-studentenbewegung-3-baende.700.de.html?dram:article_id=79437\">https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/kritische-theorie-und-studentenbewegung-3-baende.700.de.html?dram:article_id=79437<\/a> [zuletzt besucht am 20.06.2020]). Doch das weltanschauliche Fundament f\u00fcr den Exzess war von Marx und Adorno gelegt worden. So bescheinigt Thomas Bauer dem Vater der Kritischen Theorie in seiner Schrift <em>Die Vereindeutigung der Welt<\/em> kein hohes Ma\u00df an Ambiguit\u00e4tstoleranz: \u201e<em>Im Gegenteil: Auf nur einer einzigen Seite gelingt es Adorno, alle drei fundamentalismuskonstitutiven Auspr\u00e4gungen von Ambiguit\u00e4tsintoleranz zu versammeln, n\u00e4mlich die Wahrheitsobsession, die Ablehnung von Konvention und Geschichte sowie das Streben nach Reinheit.<\/em>\u201c Thomas Bauer, <em>Die Vereindeutigung der Welt. \u00dcber den Verlust an Mehrdeutigkeit und Vielfalt<\/em> (= Reclams Universal-Bibliothek 19492), 12. Auflage, Ditzingen 2018, S. 44. Wie Philipp Gassert konstatiert, waren die Sozial- und Geisteswissenschaften die Tr\u00e4ger der Studentenrevolte, w\u00e4hrend die angehenden Wirtschaftswissenschaftler eher abseits standen. Es w\u00e4re in diesem Kontext interessant, den Grad der Involvierung von Studenten technischer F\u00e4cher zu eruieren. Intuitiv m\u00f6chte man bei ihnen kaum ein Potential zum <em>Jakobinertum erkennen, doch sind Ingenieure \u201eunter<\/em> islamischen Gewaltt\u00e4tern mit 45 Prozent \u00fcberproportional vertreten\u201c, was u. a. auf \u201e<em>deren Intoleranz gegen\u00fcber Zweideutigkeiten<\/em>\u201c zur\u00fcckgef\u00fchrt wird (ebd., S. 39).<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref20\" name=\"_ftn20\">[20]<\/a> So hat J\u00fcrgen Habermas bspw. im Zusammenhang mit der 68er Bewegung davon gesprochen, dass \u201eheute zum ersten Mal seit den Tagen des Vorm\u00e4rz wieder eine \u201alinke\u2018 Studentengeneration an deutschen Universit\u00e4ten\u201c vorherrsche: J\u00fcrgen Habermas, <em>Protestbewegung und Hochschulreform<\/em>, Frankfurt a. M. 1969, S. 28.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref21\" name=\"_ftn21\">[21]<\/a> Gerhard Sch\u00e4fer, <em>Studentische Korporationen. Anachronismus an bundesdeutschen Universit\u00e4ten?<\/em>, Lollar 1977, S. 60.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref22\" name=\"_ftn22\">[22]<\/a> Ebd., S. 101.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref23\" name=\"_ftn23\">[23]<\/a> Siehe ebd., S. 63f.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref24\" name=\"_ftn24\">[24]<\/a> F\u00fcr eine Tabelle, in der alle Zahlen vom WS 1954\/55 bis zum WS 1967\/68 aufgef\u00fchrt sind, siehe ebd., S. 64.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref25\" name=\"_ftn25\">[25]<\/a> Ebd., S. 64.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als in Wien 1848 inmitten der Revolution das Lustspiel mit dem Titel Das bemooste Haupt oder Der lange Israel aufgef\u00fchrt wurde, l\u00f6ste es Begeisterungsst\u00fcrme unter dem studentischen Publikum aus.[1] Dass Roderich Benedix\u2019 St\u00fcck \u201ebei der Wiener Premiere auf Anhieb z\u00fcndete\u201c, so die Literaturwissenschaftlerin Ethel Matala de Mazza, habe \u201eweniger an seiner durchsichtigen Kritik am Filz [&hellip;]<\/p>","protected":false},"author":26,"featured_media":7628,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_et_pb_use_builder":"","_et_pb_old_content":"","_et_gb_content_width":"","_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[4],"tags":[97],"class_list":["post-7627","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-deutschland-und-die-welt","tag-burschenschaften"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v26.2 - https:\/\/yoast.com\/wordpress\/plugins\/seo\/ -->\n<title>Das Ende der studentischen Verbindungen? 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