{"id":756,"date":"2017-08-02T18:49:13","date_gmt":"2017-08-02T17:49:13","guid":{"rendered":"https:\/\/gegenstrom.org\/?p=756"},"modified":"2025-05-03T12:53:59","modified_gmt":"2025-05-03T10:53:59","slug":"die-rechte-heute-ein-entlegenes-fast-unbewohntes-land","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gegenstrom.org\/en\/die-rechte-heute-ein-entlegenes-fast-unbewohntes-land\/","title":{"rendered":"Die  Rechte \u2013 heute ein entlegenes, fast unbewohntes Land"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 14pt;\"><strong><em>From Sacrifice Comes Victory <\/em>(Britisches Sprichwort)<\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 14pt;\">Eine linke Veranstaltung, irgendwo auf unserem durch Fortschrittsgl\u00e4ubige ramponierten Planeten, wie ich sie zu hunderten erlebt habe. Alle reden durcheinander und so entsteht der zutreffende Eindruck, dass keiner etwas zu sagen hat. Im allgemeinen Gemurmel und Geschwafel, das allenfalls durch steigende und fallende Ger\u00e4uschpegel so etwas wie eine Struktur erf\u00e4hrt, w\u00fcrden selbst innovative oder bedenkenswerte Gedanken und Ideen\u00a0 untergehen. F\u00fcr Menschen, die tats\u00e4chlich etwas zu sagen h\u00e4tten, w\u00e4re es in solchen Veranstaltungen\u00a0 unm\u00f6glich, von den anderen \u00fcberhaupt wahrgenommen zu werden. Akustisch und als unterscheidbare Person. Zwischent\u00f6ne werden unh\u00f6rbar, differenziertes Denken bleibt Privatsache; die \u00f6ffentliche Ausstrahlung solcher basisdemokratischer Veranstaltungen l\u00f6st sich in einem Gebrabbel auf, das wahlweise an einen summenden Bienenschwarm oder eine br\u00fcllende Affenhorde erinnert.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 14pt;\">Selbstverst\u00e4ndlich ist jeder Teilnehmer Demokrat und links. Beide Begriffe werden von den Diskutanten als Synonyme begriffen, weshalb sie st\u00e4ndig in den Mund genommen werden, um die eigene Position mit der Aureole des All-Guten, des All-Richtigen, nat\u00fcrlich aber auch des All-Gemeinen, All-Gesagten zu umgeben. Die Steigerungsform ist dann das Zauberwort \u201eDemokratisierung\u201c: Der Prozess der politischen Willensbildung muss \u201etransparenter\u201c, \u201eoffener\u201c , das kollektive Zusammenleben der Menschen noch mehr \u201edemokratisiert\u201c werden, lokale, von der \u201eDemokratisierung\u201c bislang verschont gebliebene Hierarchien m\u00fcssen<em> \u201ezerbrochen\u201c<\/em> werden und durch eigene oligarchische Strukturen ersetzt werden, wie man es gedanklich hinzuf\u00fcgt, nat\u00fcrlich ohne es offen auszusprechen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 14pt;\">Diese und vergleichbare Spr\u00fcche werden von allen Teilnehmern mit derselben quasi-religi\u00f6sen Inbrunst verwandt wie primitive Zauberer und Schamanen Beschw\u00f6rungsformeln aussto\u00dfen in der Hoffnung, b\u00f6se Feinde auf diese Art und Weise besser bek\u00e4mpfen zu k\u00f6nnen bzw. den Sieg sicherzustellen. Dumm daran ist nur, dass in der Regel auch die andere Seite \u00fcber dieselbe Methodik verf\u00fcgt und man sich in der Regel gegenseitig neutralisiert. Anders gesagt, links und demokratisch zu sein, bringt keine Vorteile mehr, wenn <strong>alle <\/strong>Anwesenden links und demokratisch sind. \u00a0Und wer auf solchen Treffen f\u00fcr sich in Anspruch nimmt, <strong>noch <\/strong>linker und demokratischer zu sein als sein Vorredner oder die konkurrierende Gruppe, wird von diesen\u00a0 als nicht ernst zu nehmender Besserwisser verlacht, der durch rhetorische Tricks nur versucht, sich pers\u00f6nliche oder kollektive Vorteile zu verschaffen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 14pt;\">Im weiteren Verlauf dieses Aufsatzes wird klar werden, warum diese Einleitung n\u00f6tig war, wobei der Autor dieses Beitrages keineswegs die Absicht hat, die Psychologie linksdemokratischen Verhaltens auch nur ansatzweise einer grunds\u00e4tzlichen Kritik zu unterwerfen. Daf\u00fcr ist hier nicht der Ort, denn es gibt nichts nervt\u00f6tenderes,\u00a0 als an einer Veranstaltung pathologisch selbstgerechter Linksliberaler teilzunehmen.<\/span><\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Worum geht es in diesem Aufsatz?<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 14pt;\">Vor kurzem ver\u00f6ffentlichte Norbert Borrmann (1) ein Buch, in dem zentrale, ja konstitutive rechte Themen wie Kulturenvielfalt, \u00dcberzeitlichkeit, Begrenzung, ein rechter und damit authentischer Antikapitalismus, aber auch Mut und Freiheit als rechte Grundbegriffe\u00a0 angesprochen und gedeutet werden. Sinn dieses Aufsatzes ist es daher nicht, den Inhalt dieses Buches zu wiederholen, sondern einige erg\u00e4nzende Aspekte aufzuzeigen. Dazu geh\u00f6rt eine ausgew\u00e4hlte, keineswegs das Thema ersch\u00f6pfende Aufz\u00e4hlung derjenigen politischen Ideologien und staatsbildenden Versuche, die entgegen landl\u00e4ufiger\u00a0 Meinung bzw. Propaganda eben <strong>nicht <\/strong>den Anspruch erheben k\u00f6nnen, rechts\u00a0 zu sein.\u00a0 Abschlie\u00dfend soll aufgrund einer skizzenhaften Liste noch einmal zusammengefasst werden, was denn nun tats\u00e4chlich \u201erechts\u201c ist. Endlich wird darauf verwiesen, warum es nur eine rechte, nicht aber eine linksliberale oder linksdemokratische Zukunft f\u00fcr die Menschheit geben kann.<\/span><\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Gescheiterte Versuche, linke und rechte Positionen zu kombinieren<\/h2>\n<ol style=\"text-align: justify;\">\n<li>\n<h3>Der Nationalsozialismus<\/h3>\n<\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 14pt;\">Der spektakul\u00e4rste Versuch, linke und rechte Ideen miteinander zu\u00a0 verm\u00e4hlen, war ohne Zweifel der Nationalsozialismus. \u00dcber diesen wurden ganze Bibliotheken verfasst, wobei der Gro\u00dfteil dieser Ver\u00f6ffentlichungen so vorurteilsbehaftet ist, so jenseits jeglicher Wissenschaftlichkeit liegt, dass sich eine Lekt\u00fcre nicht lohnt und zu reiner Zeitverschwendung verkommt. Zu den wenigen, allerdings durchweg positiv zu\u00a0 wertenden Ausnahmen geh\u00f6ren die Hitler-Biographie von Joachim Fest (2) und die beiden Ausgaben der Schriftenreihe \u201eAufs\u00e4tze zur Diskussion\u201c, die sich mit dem Thema Nationalsozialismus besch\u00e4ftigen (3). Sicherlich wird es noch andere lesenswerte Ver\u00f6ffentlichungen zum Thema geben. Diese hier aufzureihen ist aber nicht unser Thema.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 14pt;\">Auf welchen sozialen, politischen oder kulturellen Gebieten \u00fcbernahm nun der Nationalsozialismus\u00a0 Themen, Motive, Traditionen, die urspr\u00fcnglich der Linken zugeordnet wurden bzw. heute linke Praxis sind? Ein wichtiger Punkt war sicher die kulturelle Gleichschaltung. Neben den vergeblichen Versuchen der marxistischen Linken, die Aufhebung des Widerspruchspaares Arbeit-Kapital zu erreichen, ist ein anderer Kernpunkt linken Denkens die Vereinheitlichung kulturellen Verhaltens. Wobei dies f\u00fcr die Menschen als auch f\u00fcr die Herstellung kultureller G\u00fcter gilt. Die Vernichtung \u201eentarteter Kunst\u201c\u00a0 im Nationalsozialismus war beispielsweise dem Faschismus fremd und ist heute in Zeiten totaler linksliberaler Hegemonie wieder traurige Mode geworden; wobei im Unterschied zu damals es mittlerweile fast unm\u00f6glich geworden ist, nicht dem Gleichschaltungswahn unterworfene Kulturg\u00fcter (B\u00fccher, Plastiken, Denkm\u00e4ler etc.) \u00fcberhaupt herzustellen oder einer breiteren Bev\u00f6lkerung bekannt zu machen. Ein Beispiel: B\u00fccherverbrennungen sind heute nicht n\u00f6tig, weil nonkonforme B\u00fccher totgeschwiegen werden und nicht \u00fcber die normalen Vertriebswege verkauft werden \u201ed\u00fcrfen\u201c. Hier geben sich Nationalsozialisten und linke Demokraten die totalit\u00e4r verklebte Hand. Auch die Einrichtung ahistorischer Gaue, die sich bizarrerweise an den <em>d\u00e9partements <\/em>des franz\u00f6sischen \u201eErzfeindes\u201c orientierten und die Verschickung von Kindern beispielsweise aus Oberbayern nach Ostfriesland und umgekehrt, nur um die traditionsreichen Dialekte \u201eauszumerzen\u201c, zeigt wie sehr die Nationalsozialisten von der Gleichschaltung besessen waren und wie weit entfernt sie manchmal von rechtem Denken waren.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 14pt;\">Ein anderer Aspekt, aus dem deutlich hervorgeht, dass der NS linke Anleihen nahm, war der feste Glaube an den Machbarkeitswahn (4), die grunds\u00e4tzlich Segen bringenden technischen Neuerungen und den unaufhaltsamen Fortschritt. Als Stichworte m\u00f6gen hier der Autobahnbau, die Produktion des Volkswagens und die Raketentechnologie gen\u00fcgen.\u00a0 Rechtes Denken geht aber von der Begrenzung aller Dinge, Waren und Ressourcen aus, wie Borrmann richtig feststellt. Bescheidenheit und nicht Gr\u00f6\u00dfenwahn sind rechte Tugenden. Tugenden, die der Menschheit bis noch vor den Umw\u00e4lzungen gegen Ende des 18. Jahrhunderts (amerikanische Unabh\u00e4ngigkeit und franz\u00f6sische Revolution) das \u00dcberleben sicherte. Von Bescheidenheit war weder bei den Nationalsozialisten die Rede, noch ist sie es heute bei den herrschenden linken Demokraten. Die Folgen waren bzw. werden verheerend sein.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 14pt;\">Nationalismus (4) und Rassismus sind Ph\u00e4nomene, die sowohl aus rechten als auch aus linken Denkweisen hervorgingen. Sie besitzen somit einen <strong>Doppelcharakter<\/strong>. Evola spricht richtigerweise von dem \u201eDoppelantlitz des Nationalismus\u201c (5) Er unterscheidet zwischen einem defensiven und einem aggressiven Nationalismus (Diese unterschiedlichen Definitionen finden wir \u00fcbrigens auch im Begriffspaar Imperium und Imperialismus wieder. Mehr dazu im Kapitel \u00fcber den Faschismus). Nationalismus kann differenzieren, aber auch nivellieren, er kann Identit\u00e4ten zerst\u00f6ren (wie in Frankreich) oder garantieren (wie im Befreiungsnationalismus gegen Napoleon). Das Problem ist nur, wenn die Nation den Charakter einer Person annimmt: <em>\u201eDu bist nichts, Dein Volk ist alles.\u201c <\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 14pt;\">An anderer Stelle spricht Evola von einer \u201eRasse des Geistes\u201c, nie von einer biologisch definierten, \u00fcberlegenen Rasse, die einen Menschen nach dessen \u00c4u\u00dferlichkeiten klassifiziert (sei es die Hautfarbe oder Physiognomie des angeblich Minderwertigen).<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 14pt;\">Und auch D\u00e1vila sieht bei aller Kritik die positiven Seiten des Nationalismus, denn dieser stemmt sich fast als letzter einer allumfassenden Globalisierung entgegen. Und weiterhin stellt er zu Recht fest, dass sowohl Rassisten als auch Antirassisten <em>\u201eunglaublich viele Dummheiten von sich gegeben haben\u201c. <\/em>Und mit einer weiteren Scholie belustigt er sich \u00fcber verbissene Antirassisten: <em>Niemand sch\u00e4tzt den Geschmackssinn desjenigen, der behauptet, alles schmecke gleich.\u201c<\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 14pt;\">Der Antirassismus der heutigen Linken ist \u00fcbrigens in hohem Ma\u00dfe verlogen, denn das einzige Motiv, das dahintersteckt, ist der Versuch, ein neues revolution\u00e4res Subjekt zu finden, nachdem das revolution\u00e4re Subjekt von Marx und Engels,\u00a0 n\u00e4mlich das wei\u00dfe, m\u00e4nnliche Proletariat, sich weigerte, die Welt entsprechend den\u00a0 theoretischen \u00dcberlegungen der beiden deutschen Philosophen zu ver\u00e4ndern. Es war ganz mit seinem sozialen Aufstieg ins Kleinb\u00fcrgertum besch\u00e4ftigt und verlor dabei jedes Interesse, sich f\u00fcr das\u00a0 Wohl der\u00a0 gesamten Menschheit aufzuopfern, wie Marx und Engels es gehofft bzw. gefordert hatten.<\/span><\/p>\n<ol style=\"text-align: justify;\" start=\"2\">\n<li>\n<h3>Der Nationalbolschewismus oder sozialrevolution\u00e4re Nationalismus<\/h3>\n<\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 14pt;\">Diese Randstr\u00f6mung versuchte in besonders aktiver und teilweise militanter Weise linkes Gedankengut in rechtes zu integrieren und umgekehrt. Die Literatur \u00fcber diese Denkschule ist vergleichsweise \u00fcberschaubar. Zu empfehlen ist das Werk des Franzosen Louis Dupeux (6), das diese Str\u00f6mung der Zwischenkriegszeit sachlich beschreibt. Heute berufen sich zumeist nur Einzelpersonen und Kleingruppen auf diese Wanderer zwischen nationalem und internationalem Marxismus.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 14pt;\">Neben den Hamburger Nationalkommunisten Laufenberg und Wolffheim war es vor allem Ernst Niekisch, der dieser Bewegung Namen, Inhalt und politisch-ideologische Identit\u00e4t verlieh. Weithin bekannt ist das Wort von Sebastian Haffner, dass nicht Marx, Engels, Trotzki oder gar Stalin, sondern Niekisch der \u201ewahre Theoretiker der Weltrevolution\u201c gewesen sei, da er am konsequentesten die nationale mit der sozialen Frage verband. Der Autor dieses Aufsatzes steht mit seiner Einsch\u00e4tzung sicher nicht allein, dass beispielsweise Mao-Tsetung in Wirklichkeit kein Marxist-Leninist, sondern chinesischer Nationalbolschewist war. Schon diese keineswegs polemisch gemeinte Feststellung, aber auch seine programmatischen Aussagen belegen eindeutig, dass der Nationalbolschewismus keine rechte Str\u00f6mung war und ist, sondern letztlich eine etwas diffuse Mischung aus Nationalkommunismus und sozialistischem Nationalismus (7). Irgendwie konnten oder wollten die Protagonisten des Nationalbolschewisten nie so recht zwischen den Interessen des nationalen und des internationalen Proletariats unterscheiden. Auch bezeichneten die Nationalbolschewisten das deutsche Volk in seiner Gesamtheit zusammen mit dem russischen als <em>\u201eproletarische Nationen\u201c<\/em>, die im Kampf gegen den Weltimperialismus zusammen zu stehen h\u00e4tten. Marxistisch klingende Parolen mit rechten Inhalten. Auch Karl Radek, einem KPD-F\u00fchrer der Zwischenkriegszeit, wurden nationalbolschewistische Tendenzen unterstellt. Vor allen Dingen, als die KPD kurzzeitig den Schlageter-Kurs einschlug unter dem Radek-Schlagwort \u201emutiger Konterrevolution\u00e4r\u201c f\u00fcr den von franz\u00f6sischen Besatzungssoldaten ermordeten deutschen Nationalisten.<\/span><\/p>\n<ol style=\"text-align: justify;\" start=\"3\">\n<li>\n<h3>Der Faschismus (8)<\/h3>\n<\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 14pt;\">Immer h\u00e4ufiger, vor allen Dingen in den romanischen L\u00e4ndern, wurde und wird der Faschismus von Geschichtswissenschaftlern als \u201eweiche\u201c, nichtrassistische Form des Nationalsozialismus bezeichnet. Auch der angesehene deutsche Historiker Ernst Nolte (9) hat in mehreren Werken ausf\u00fchrlich und kenntnisreich zu dem Thema Stellung genommen, wobei er zunehmend eine entspannte und offene Sichtweise des Faschismus entwickelte (10). Bedeutendster Vertreter faschistischer Traditionen inner- und au\u00dferhalb Italiens ist heutzutage Roberto Fiore, langj\u00e4hriger, charismatischer Vorsitzender der italienischen Partei Forza Nuova (\u201eNeue Kraft\u201c). Neben der Tatsache, dass die Faschisten unter Mussolini nur mit gro\u00dfem Widerwillen sich an der Judenverfolgung in ihrem Land beteiligten und diese trotz der Forderungen Hitlers nur hinhaltend durchf\u00fchrten, ist bemerkenswert, dass sie w\u00e4hrend ihrer gesamten Regierungszeit eine kulturelle Vielfalt erm\u00f6glichten, von der heutige nonkonforme K\u00fcnstler nur tr\u00e4umen k\u00f6nnen (11).<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 14pt;\">Ein Beispiel: Im faschistischen Italien konnte der f\u00fchrende marxistische Theoretiker Antonio Gramsci seine \u201eGef\u00e4ngnishefte\u201c schreiben und wurde aufgrund einer schweren Erkrankung sogar entlassen. Kurz darauf starb er zwar, Th\u00e4lmann dagegen, eher Volkstribun als marxistischer Theoretiker, hatte dieses Gl\u00fcck nicht. Und in unserer \u201ewehrhaften Demokratie\u201c steht zu bef\u00fcrchten, dass in Zukunft politische Gefangene nicht mehr das Recht haben werden, sich publizistisch nach au\u03b2en zu bet\u00e4tigen. Schon d\u00fcrfen manche von ihnen nicht mehr die keineswegs verbotenen Zeitschriften und B\u00fccher erhalten, die sie bestellten.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 14pt;\">Dennoch besitzt der Faschismus Eigenschaften, die zeigen, dass auch er nicht der Versuchung widerstand, linke Theorien und Praktiken in seine Politik zu integrieren. Am besten zeigt sich dies an den Versuchen Mussolinis, ein eigenen italienisch-imperialistischen Staat im Mittelmeerraum zu errichten (und eben <strong>kein<\/strong> Imperium, wie es rechte Tradition gewesen w\u00e4re). Dies in Anlehnung an die bereits existierenden imperialistischen Staaten England, Frankreich, Sowjetunion, Japan und Russland. All diesen Staaten ging es bei ihren expansionistischen Bestrebungen nicht um die Verwirklichung einer Reichsidee, sondern mittels ideologischer Scheinargumente\u00a0 (\u201e<em>to make the world save for freedom and democracy\u201c, <\/em>bzw. <em>\u201eVerbreitung des proletarischen Internationalismus und wissenschaftlichen Sozialismus auf der ganze Welt\u201c<\/em>) die eigenen Machtgrenzen auszubauen, um Absatzm\u00e4rkte und billige Arbeitskr\u00e4fte zu sichern. Auch die italienischen Faschisten wollten letztlich auf Kosten der unterworfenen V\u00f6lker sich Vorteile verschaffen. Die urspr\u00fcngliche Reichsidee war und ist aber, die V\u00f6lker unter einer Idee, einem Symbol zu vereinigen, dabei aber ihre Eigenarten, ihre Identit\u00e4ten, kurz ihre Traditionen zu wahren.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 14pt;\">Auch mit der kulturellen Vielfalt war es im Italien Mussolinis nicht ganz so weit her, wie zwei Beispiele beweisen: Evola konnte sich zeitweise nur mit einer Leibwache in Rom bewegen und beim Tod D\u00b4Annunzios widerfuhr dem \u00dcberbringer der Todesnachricht an Mussolini ein peinlicher Versprecher; <em>\u201eIch habe eine gute Nachricht f\u00fcr Sie, Duce. D\u00b4Annunzio ist gestorben!\u201c<\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 14pt;\">Dennoch kann man bei allen Einschr\u00e4nkungen und im Vergleich mit den anderen hier beschriebenen politisch-ideologischen Systemen bzw. Vorstellungen dem historischen Faschismus noch am ehesten eine gewisse N\u00e4he zu original rechtem Denken unterstellen. Der <strong>Doppelcharakter<\/strong> des Faschismus ist offensichtlich und kann wie der Nationalismus und der Begriff\u00a0 \u201creaktion\u00e4r\u201c (zu diesem weiter unten mehr) von Rechten sowohl positiv als auch negativ bewertet werden. Es kommt darauf an, welche Aspekte dieser politischen Ph\u00e4nomene man zur Hauptseite erkl\u00e4rt.<\/span><\/p>\n<ol style=\"text-align: justify;\" start=\"4\">\n<li>\n<h3>Ebenfalls nicht rechts: Der heutige Konservativismus als verkappter Liberalismus<\/h3>\n<\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 14pt;\">Dass sich viele Konservative f\u00fcr rechts und antiliberal halten, obwohl sie in der Praxis gegenteilige Positionen vertreten, ist nichts Neues, wie zuletzt Paul Edward Gottfried (12) bemerkte. Interessanter und vor allem bezeichnender ist aber der Fall Armin Mohler. Wie viele Konservative glaubte auch der ehemalige Sekret\u00e4r von Ernst J\u00fcnger lange Zeit, dass \u201erechts\u201c und \u201ekonservativ\u201c fast Synonyme seien. Erst viel zu sp\u00e4t, als all seine Versuche scheiterten, eine politisch relevante \u201erechts-konservative\u201c Str\u00f6mung in der BRD zu etablieren, versuchte er noch einmal, das Ruder herumzurei\u00dfen (13).<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 14pt;\">Das Problem beginnt mit dem Begriff \u201eKonservativ\u201c selbst und der immer mehr um sich greifenden politisch-ideologischen Selbstkastration der Konservativen aus Angst, nur nicht mit den \u201eb\u00f6sen\u201c Rechten verwechselt zu werden, indem sie sich selbst als \u201eliberal-konservativ\u201c oder \u201echristlich-konservativ\u201c bezeichnen. Beliebt ist auch der Begriff \u201eStrukturkonservative\u201c, die nur die \u00f6konomischen und institutionellen Eigenschaften der BRD retten wollen. In diesem Zusammenhang fordert dann sogar eine Frau Knobloch, ehemalige Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland, <em>\u201emehr Patriotismus\u201c <\/em>bei den Bundesb\u00fcrgern.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 14pt;\">Zudem identifiziert man das Wort \u201ekonservativ\u201c nicht zu Unrecht mit einer Konserve, eine Assoziation, die f\u00fcr Au\u03b2enstehende das Obsolete, Verkalkte,\u00a0 Feige, Duckm\u00e4userische kontempor\u00e4ren konservativen Denkens plastisch wiedergibt.\u00a0 Auf politisch interessierte Jugendliche wirkt die Begrifflichkeit \u201ekonservativ\u201c sogar ausgesprochen l\u00e4cherlich und altv\u00e4terlich.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 14pt;\">Konservative, obwohl v\u00f6llig einflusslos, gefallen sich gerne in der Rolle eines Schiedsrichters, auf dessen Pfiffe freilich niemand h\u00f6rt. Sie sind die Weltmeister des Sich-Distanzierens. Von niemandem ernst genommen, f\u00fchren sie ein Schattendasein und wo sie noch den Mut haben, sich \u201eKonservative\u201c zu nennen, wie in Gro\u00dfbritannien, betreiben sie eine Politik, die von den Liberalen kaum noch unterscheidbar ist (14). L\u00e4ngst haben fast alle Konservativen sich von den ideologischen Inhalten verabschiedet, die man als \u201erechts-konservativ\u201c bezeichnen kann: Aristokratische\u00a0 Regierungsformen, Religiosit\u00e4t, autorit\u00e4rer Staatsaufbau bei gleichzeitiger Rechtssicherheit, rechter Antikapitalismus durch Kleinhaltung der H\u00e4ndler- und Kapitalistenklasse.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 14pt;\">Bei einigen Erscheinungen des Konservativismus vor allem in der Zwischenkriegszeit waren dagegen die \u00dcberg\u00e4nge zum Faschismus flie\u00dfend. Erinnert sei an die katholische Soziallehre, prominent repr\u00e4sentiert durch den \u201eAustrofaschismus\u201c und dessen Chefideologen Othmar Spann, den Distributismus des Engl\u00e4nders Chesterton (dessen Bruder \u00fcbrigens die katholisch-konservative Figur des Pater Brown erfand), der katholische Integralismus (15) neben \u00d6sterreich haupts\u00e4chlich in Brasilien (Plinio Salgado und Get\u00falio Vargas), Frankreich (Charles Maurras), Portugal (Salazar), Polen (Pilsudski), Spanien (Franco) und Mexiko (Goldhemden)\u00a0 vertreten.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 14pt;\">Dass Konservative in unserer modernen Welt keine Rechten mehr sind, ist ein so offensichtlicher Tatbestand, dass er eigentlich von niemandem bestritten wird. Allenfalls Antifaschisten bezeichnen gelegentlich Konservative als \u201eRechte\u201c in der Hoffnung, erstere damit diffamieren und noch mehr ins politische Abseits dr\u00e4ngen zu k\u00f6nnen.<\/span><\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 14pt;\">Was also ist rechts?<\/span><\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 14pt;\">Zwei geschichtliche Daten markieren den schleichenden, aber anscheinend unaufhaltsamen \u00dcbergang von rechter nach linker politischer Hegemonie. Es sind dies, wie bereits angedeutet, die Amerikanische Unabh\u00e4ngigkeitserkl\u00e4rung von 1776 und die Franz\u00f6sische Revolution von 1789. Diese beiden welthistorischen Ereignisse markierten einen entscheidenden Wendepunkt in der Menschheitsgeschichte. Zum ersten Mal waren die Menschen formell aufgerufen, sich aktiv an den politischen Prozessen in ihrem Land\u00a0 zu beteiligen, indem ihnen die neue Obrigkeit einredete, diese durch pers\u00f6nliches Engagement beeinflussen zu k\u00f6nnen. Vorher war Politik die Angelegenheit einer kleinen Minderheit, die Masse des Volkes nahm politische Entscheidungen nur dann wahr, wenn sie selbst davon betroffen war. Mit der Einbindung weiter, aber keineswegs aller Bev\u00f6lkerungskreise (die Sklaven und der Vierte Stand blieben weiterhin au\u00dfen vor), gelang es dem B\u00fcrgertum, die Aristokratie schrittweise von der Macht zu verdr\u00e4ngen. Dabei waren keineswegs philanthropische, heute euphemistisch als \u201edemokratisch\u201c bezeichnete, sondern eisenharte egoistische Motive die Triebfeder der beginnenden\u00a0 Machtverschiebung, die in der politischen Regierungsform endete, die wir heute als Demokratie bezeichnen.<\/span><\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Prinzipien statt Illusionen \u2013 ein Kurzkompendium rechter und linker Denkweisen<\/h2>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li><span style=\"font-size: 14pt;\">Identit\u00e4t statt Globalismus und Entfremdung. Ordnung statt Aufl\u00f6sung, Differenzierung statt Gleichschaltung. DAS sind die drei rechten Grundprinzipien. Jeder mag nach der Lekt\u00fcre dieses Aufsatzes f\u00fcr sich selber entscheiden, ob Nationalsozialisten, Nationalbolschewisten, Faschisten und Konservative ihrem konkreten Verhalten nach diesen Prinzipien entsprechen.<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-size: 14pt;\">Reichsidee statt Nationalstaat. Imperium statt Imperialismus. Die Thematik wurde bereits beim Kapitel \u00fcber den Faschismus genauer erl\u00e4utert und muss hier nicht wiederholt werden.<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-size: 14pt;\">Schwacher Staat und wenig B\u00fcrokratie, aber starke Regierung. Linke Experimente enden dagegen stets mit der Einschr\u00e4nkung pers\u00f6nlicher Freiheiten; Einschr\u00e4nkungen, die immer wieder bis zum Bau von Stacheldrahtverhauen und Konzentrationslagern f\u00fchren, um das \u201elinke Paradies\u201c vor imagin\u00e4ren Feinden oder vor dem von linken Gutmenschen angeblich so hingebungsvoll betreuten gemeinen Volk zu sch\u00fctzen. \u00dcbrigens ein besonders plastisches Beispiel daf\u00fcr, dass der Nationalsozialismus linke Praktiken \u00fcbernahm und \u201everfeinerte\u201c bzw. brutalisierte, nicht aber erfand. Rechte brauchen keine Lager, um die Menschen zu ihrem Gl\u00fcck zu zwingen. Aus rechten Staaten konnte und kann man jederzeit problemlos ausreisen. Eine Zwangsbegl\u00fcckung ist rechtem Denken fremd.<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-size: 14pt;\">Rechtes Denken ist nicht doktrin\u00e4r verh\u00e4rtet, dogmatisiert oder gar \u201ealternativlos\u201c. Rechte verf\u00fcgen \u00fcber keine Klassiker, seien es Marx, Engels, Adam Smith, Voltaire, Rousseau oder Darwin. Rechte orientieren sich an den Menschen, wie sie Gott oder ein anderes h\u00f6heres Wesen geschaffen hat. Rechte wollen im Gegensatz zu Linken keine Kunstmenschen durch ideologische Experimente oder Erziehungsdiktaturen klonen. Dazu D\u00e1vila:<em>\u201eWenn der Mensch sich nicht von den G\u00f6ttern in Zucht nehmen l\u00e4sst, nehmen ihn die D\u00e4monen in die Zucht.\u201c<\/em><\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-size: 14pt;\">Rechte halten die Vorstellung f\u00fcr zukunftsf\u00e4higer, dass es G\u00f6tter gibt, denen man sich freiwillig unterordnet als die heute g\u00e4ngige Praxis, dass Menschen sich selber zu G\u00f6ttern erkl\u00e4ren und heilige Haine plattwalzen, um Raum f\u00fcr Einkaufszentren zu schaffen. Hier ein diesmal geringf\u00fcgig von mir (WB) ver\u00e4ndertes D\u00e1vila-Zitat: <em>Wo die traditionale Religion verschwindet, erfinden Habsucht, Neid und Geilheit tausend Ideologien, um sich zu rechtfertigen.\u201c <\/em>Das Original-Zitat ist in den <em>\u201eEinsamkeiten\u201c <\/em>auf S.105 nachzulesen.<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-size: 14pt;\">Rechte sind gelassen, bescheiden und l\u00e4cheln gerne. Linke sind laut, schreien und lachen gr\u00f6lend.<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-size: 14pt;\">Die Ansammlung materieller G\u00fcter ist f\u00fcr Rechte nicht identisch mit dem Sinn des Lebens. Habgier ist eine linke Eigenschaft.<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 14pt;\">In diesem Zusammenhang sind zwei statistische Erhebungen von Interesse. So stieg das Bruttosozialprodukt Brasiliens im Zeitraum\u00a0 2007 \u2013 2011 von 2 558 Mrd. R$ auf 4143 R$, also um ca. 61% (16).\u00a0 Selbst wenn man das w\u00e4hrend der Berechnungszeit erfolgte Bev\u00f6lkerungswachstum mit einberechnet, ergibt sich eine deutliche Steigerung des Pro-Kopf-Einkommens. Die Brasilianer sind also reicher geworden, sie verf\u00fcgen heute \u00fcber deutlich mehr materielle G\u00fcter. Nach allen linken Theorien m\u00fcssten sie deshalb gl\u00fccklicher und zufriedener sein. Bezeichnenderweise ist das Gegenteil der Fall. Im gleichen Zeitraum, also von 2007 \u2013 2011 ging die Zahl der Brasilianer, die sich selbst als <em>\u201egl\u00fccklich\u201c <\/em>bezeichnen von 39% auf 30% zur\u00fcck (17). Das ist zwar immer noch \u00fcber dem Weltdurchschnitt, der bei 20% liegt (in der BRD bezeichnen sich \u00fcbrigens 16% der Bundesb\u00fcrger als <em>\u201egl\u00fccklich\u201c<\/em>), aber es ist ein signifikanter R\u00fcckgang.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 14pt;\">Wohlstand macht nicht gl\u00fccklich, sondern erzeugt Neid und Missgunst. Eine alte menschliche Erkenntnis, die nur von linker Seite heftig bestritten wird.<\/span><\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li><span style=\"font-size: 14pt;\">F\u00fcr Rechte gibt es ewigg\u00fcltige Gesetze und Werte, die kein Parlament und kein Aristokrat der Welt abschaffen kann. Das schafft Rechtssicherheit und verhindert Rechtsbeugung. Linke \u00e4ndern Gesetze in einer Schnelligkeit und Gedankenlosigkeit, wie der moderne Mensch seine Lebensabschnittspartner,\u00a0 Parteien oder auch seine Unterw\u00e4sche wechselt.<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-size: 14pt;\">Freiheit bedeutet f\u00fcr Rechte, keine Angst zu haben \u2013 vor nichts und niemandem. Rechte besitzen die innere Freiheit, demjenigen Herren freiwillig zu dienen, der sich dessen als w\u00fcrdig erweist.<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 14pt;\">Welche Freiheit sucht dagegen die Linke? Die Freiheit, ihren Hedonismus, ihren Narzissmus, ihre Gemeinschaftsunf\u00e4higkeit und ihren Materialismus ungest\u00f6rt und ungehemmt austoben zu k\u00f6nnen.<\/span><\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li><span style=\"font-size: 14pt;\">Rechte betrachten Hierarchie und Aristokratie als Normalformen menschlicher Herrschaft und \u00fcberlassen es Dritten, dar\u00fcber zu entscheiden, wer an der Spitze der Hierarchie steht, weil er aristokratisch handelt. Linke betrachten sich automatisch und ausnahmslos als an der Spitze der Hierarchie stehend (vgl. meine einleitende Beobachtung).<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-size: 14pt;\">Rechte wollen kein Zur\u00fcck in eine nostalgisch verkl\u00e4rte Vergangenheit, sondern nur erreichen, dass dieser Planet f\u00fcr die Spezies Mensch auch in Zukunft bewohnbar bleibt. Linke dagegen tr\u00e4umen von einem fernen Paradies, das schrecklicher sein w\u00fcrde, als all das, was wir uns heute auch nur ausmalen k\u00f6nnen.<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-size: 14pt;\">F\u00fcr Rechte gibt es wertvollere und andere Gen\u00fcsse als diejenigen, die wir mit den Tieren teilen. Eine Vorstellung, die linkem Denken vollkommen fremd ist. Geistig verharren die Linken in der Vorstellungswelt und den Problemen der ersten H\u00e4lfte des 19. Jahrhunderts, ohne begriffen zu haben, dass sich der Menschheit l\u00e4ngst neue Herausforderungen stellen. Problemstellungen, die von den Klassikern des Marxismus und der Aufkl\u00e4rung nicht vorauszusehen waren bzw. mitverursacht wurden.<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-size: 14pt;\">Rechte betrachten das Wort <strong>\u201ereaktion\u00e4r\u201c<\/strong> nicht als negativ besetzt, sondern als einen weiteren Begriff mit <strong>Doppelcharakter<\/strong> wie die Ausdr\u00fccke <strong>Nationalismus<\/strong> and <strong>Faschismus<\/strong>. Ihre Konnotationen sind offen. D\u00e1vila bezeichnet sich selbst als \u201ereaktion\u00e4r\u201c, um sich bewusst von Konservativen, aber auch von weichgewaschenen \u201eRechten\u201c abzugrenzen. Er benutzt den Begriff aber auch, um zu provozieren. Im Gegensatz dazu \u00fcbersetzte Ernst J\u00fcnger das Wort reaktion\u00e4r mit <em>\u201ehistorischer Wehleidigkeit\u201c<\/em>. Dazu muss man aber wissen, dass J\u00fcnger in der Zwischenkriegszeit im Anschluss an seine Erlebnisse als Frontsoldat Mitglied der \u201eGruppe Sozialrevolution\u00e4rer Nationalisten\u201c (GSRN) war, einer nationalbolschewistischen Kleingruppe. Und aus deren Sicht war damals alles und jeder reaktion\u00e4r, weil man sich selbst an der Spitze von etwas v\u00f6llig Neuem stehend verstand.<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 14pt;\">Auf Fehlentwicklungen zu reagieren, also reaktion\u00e4r zu handeln, ist per se nichts Schlechtes. Actio und reactio sind physikalische Prinzipien und damit wertneutral. Es kommt also beim Begriff \u201ereaktion\u00e4r\u201c vor allem darauf an, herauszustellen, wer dieses Wort in die Diskussion einbringt und warum.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 14pt;\">Andere haben nun vorgeschlagen, die Begrifflichkeit \u201eRenatismus\u201c, also Wiedergeburt, einzuf\u00fchren, um darauf hinzuweisen, dass das heutige System nicht nur nicht zu reformieren ist, sondern auch eine Reaktion nicht mehr m\u00f6glich ist. Der Niedergang kann nicht mehr aufgehalten werden, eine R\u00fcckkehr zu den gar nicht so guten alten Zeiten ist weder machbar noch w\u00fcnschenswert und die von manchen geforderte Beschleunigung des Niedergangs der modernen Welt durch Akte der Sabotage, d\u00fcrfte au\u00dferhalb jeglicher Realit\u00e4t stehen. Eine Art Wiedergeburt k\u00f6nnte tats\u00e4chlich einen Ausweg aufzeigen, wenn sie einige der hier beschriebenen Prinzipien integrierte. Es w\u00fcrde sich lohnen, zu diesem Thema eine eigene Debatte zu f\u00fchren. Daf\u00fcr ist hier aber weder der richtige Ort, noch ausreichend Platz.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 14pt;\">Die Umsetzung bzw. Wiederbelebung dieser Ideen, die der Menschheit seit \u00fcber 70 000 Jahren (18) das Existenzrecht auf diesem Planeten gesichert haben, k\u00f6nnte verhindern, was der Aphoristiker G\u00f3mez D\u00e1vila in einer seiner Scholien so klar zum Ausdruck bringt: <em>\u201eDie Erde wird nie ein Paradies sein, aber vielleicht l\u00e4sst es sich vermeiden, dass sie zu einem sch\u00e4bigen, verkommenen Abklatsch der H\u00f6lle wird.\u201c<\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 14pt;\">Das Land der Rechten ist heute weit entfernt, schwach bewohnt und bei den modernen Klonmenschen aufs heftigste verrufen. Es ist tats\u00e4chlich ein gef\u00e4hrliches Land geworden, denn es fehlen\u00a0 die gewohnten Trampelpfade, die nicht bev\u00f6lkert sind von Polittouristen, die sich dar\u00fcber streiten, wer f\u00fcr ihre \u201eEntbehrungen\u201c aufkommt, sollten sie Opfer von Unannehmlichkeiten werden, die nicht in ihren politischen Lehrb\u00fcchern vorgesehen waren. Es ist ein Land, in dem noch Abenteuer warten, \u00dcberraschungen, Entdeckungen. Kurz gesagt, es ist eine neue, eine aufregende, eine spannende, eine faszinierende Welt. Fast vergessen und dabei so alt wie das Leben der Menschen auf unserem Planeten. Erobern und erforschen wir dieses Land aufs Neue, w\u00e4hrend die linken Herdentiere keifend und geifernd darum streiten, wer auf ihrem Trampelpfad in den Untergang den Vortritt erh\u00e4lt.<\/span><\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Anmerkungen und Literaturverweise<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 14pt;\">(1) Norbert Borrmann: <em>Warum rechts? Vom Wagnis, rechts zu sein. <\/em>Regin-Verlag 2011.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 14pt;\">\u00a0(2) Joachim Fest: <em>Hitler. Eine Biographie<\/em>. Frankfurt a. M., Propyl\u00e4en 1973, 1190 Seiten, zahlr. schwarz-wei\u00df Abb., Gebunden. Das Standardwerk \u00fcber Entstehung, Aufstieg, Macht und Niedergang des Nationalsozialismus. Fest vermeidet dabei konsequent politisch-korrekte Sprechblasen und ahistorische Legendenbildungen und versucht stattdessen, den Nationalsozialismus aus seiner Zeit zu erkl\u00e4ren. Mit anderen Worten, das Buch ist ein historisches Werk wie es der Vater aller deutschen Geschichtsschreiber Ranke forderte und damit weder eine Apologie des Dritten Reiches noch eine irrationale Verteufelung desselben.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 14pt;\">(3) Aufs\u00e4tze zur Diskussion, Hefte Nr. 69 und 70, <em>Nationalsozialismus I und II<\/em>, erschienen im Verlag Theoretischer Kampf (VTK). In diesen Heften wird \u2013 eine Seltenheit, um nicht zu sagen Einmaligkeit in marxistischen Kreisen &#8211; versucht, den Nationalsozialismus sachlich und ohne hysterische Denunziation zu erkl\u00e4ren. Bezugsquelle: <a href=\"http:\/\/www.kommunistische-debatte.de\/\">www.kommunistische-debatte.de<\/a><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 14pt;\">(4) Frank-Lothar Kroll: <em>\u201eNeuer Mensch \u2013 Utopische Potentiale im Nationalsozialismus und im Bolschewismus,\u201c <\/em>in: Uwe Backes (Hrsg.): Rechtsextreme Ideologien in Geschichte und Gegenwart, K\u00f6ln 2003, S. 139-157.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 14pt;\">(5) Julius Evola: <em>Das Doppelantlitz des Nationalismus\u201c, <\/em>in: Tradition und Herrschaft. Aufs\u00e4tze von 1932 \u2013 1952, Aschau im Chiemgau 2003, S. 21-29<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 14pt;\">(6) Louis Dupeux: <em>\u201eNationalbolschewismus\u201d in Deutschland 1919\u20131933, Kommunistische Strategie und konservative Dynamik<\/em>, Beck, M\u00fcnchen 1985. In Historikerkreisen mittlerweile anerkannt als das das Thema abschlie\u00dfende Werk \u00fcber die Str\u00f6mungen der Weimarer Republik, die \u00fcblicherweise unter den Begriffen Nationalbolschewismus und sozialrevolution\u00e4rer Nationalismus subsumiert werden und links von den \u201eKonservativen Revolution\u00e4ren\u201c Armin Mohlers zu verorten sind.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 14pt;\">(7) Im Zuge der Griechenlandkrise zeigte die vermeintlich orthodoxe KKE (Kommunistische Partei Griechenlands) eindeutig nationalbolschewistische Z\u00fcge, indem sie griechisch-nationalistische Forderungen stellte, die mit proletarischem Internationalismus nichts mehr zu tun haben. \u00c4hnliches, wenn auch in abgeschw\u00e4chter Form gilt f\u00fcr die portugiesische PCP. Alle anderen vormals orthodox-kommunistischen Parteien sind ins Lager des ehemaligen Klassenfeindes \u00fcbergelaufen. Besonders krasse Beispiele sind die deutsche und die schwedische Linkspartei.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 14pt;\">(8) Auf die Bezeichnung \u201eFaschist\u201c und \u201eFaschismus\u201c f\u00fcr jeden und alles, das sich in der BRD nicht gleichschalten l\u00e4sst, wird hier nicht weiter eingegangen, da es bei dieser Vorgehensweise nur um die systematische Kriminalisierung Oppositioneller und Andersdenkender geht, \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 die sich der von der rot-gr\u00fcnen Obrigkeit verordneten Uniformierung des Denkens widersetzen und ein selbstbestimmtes Leben f\u00fchren wollen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 14pt;\">(9) Ernst Nolte: <em>Der Faschismus in seiner Epoche. Action francaise \u2013 Italienischer Faschismus \u2013 Nationalsozialismus<\/em>. M\u00fcnchen 1963. Im Vergleich zu seinen Sp\u00e4twerken und seinen Aussagen im Historikerstreit\u00a0 (1986) noch relativ an den politischen <em>mainstream <\/em>angepasstes Buch.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 14pt;\">(10) Ernst Nolte: <em>Sp\u00e4te Reflexionen: \u00dcber den Weltb\u00fcrgerkrieg des 20. Jahrhunderts<\/em>, Karolinger Verlag, Wien 2011. In seinem Sp\u00e4twerk zeigt Nolte mehr Sympathien bzw. Verst\u00e4ndnis f\u00fcr den Faschismus als in seinem oben erw\u00e4hnten Fr\u00fchwerk. Vgl. auch Arne Schimmer, <em>Weltb\u00fcrgerkrieg, Singularit\u00e4t, kausaler Nexus: Ernst Nolte und die Schl\u00fcsselfragen des 20. Jahrhunderts. <\/em>hier&amp;jetzt Nr. 18, S.134 ff.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 14pt;\">(11) In Asmara, der Hauptstadt des ostafrikanischen Staates Eritrea, gelten die w\u00e4hrend der italienischen Besatzungszeit von 1936 \u2013 41 errichteten \u00f6ffentlichen Geb\u00e4ude mittlerweile als \u201eWeltkulturerbe\u201c. Eine undenkbare Vorstellung f\u00fcr irgendein Bauwerk, das von den deutschen Nationalsozialisten errichtet wurde.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 14pt;\">(12) Paul Edward Gottfried, <em>Die linke Weltpolitik scheint mir verquer zu sein, <\/em>hier&amp;jetzt, Nr. 18,\u00a0 S.32 ff.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 14pt;\">(13) Karl-Heinz Wei\u03b2mann: <em>Armin Mohler. Eine politische Biographie,<\/em> Edition Antaios, Schnellroda 2011. Obwohl sich Mohler in seinen letzten Jahren als \u201eFaschist\u201c <em>outete<\/em>, beschreibt Wei\u03b2mann anschaulich, wie Mohler w\u00e4hrend seiner aktiven Zeit als Publizist stets versuchte, den liberal-konservativen Franz-Josef Strauss als \u201eRechten\u201c aufzubauen bzw. diesen in diese Richtung zu beeinflussen. Ohne jeden Erfolg, wie wir heute wissen. Strauss betrachtete seine \u201erechten\u201c Anh\u00e4nger bestenfalls\u00a0 als <em>\u201eHilfstruppen\u201c,<\/em> mit denen man <em>\u201enicht zimperlich\u201c<\/em> umzugehen brauche.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 14pt;\">(14) Das ist auch der Grund, weshalb es in Gro\u00dfbritannien mittlerweile zwei nennenswerte Parteien rechts der Konservativen gibt: Die v\u00f6lkisch-nationale British National Party (BNP) und die EU-feindliche, isolationistische United Kingdom Independence Party (UKIP).<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 14pt;\">(15) Unter <strong>Integralismus<\/strong> versteht man die kirchenpolitische Tendenz, die alle Lebensgebiete aus dem Katholizismus heraus gestalten will und damit eine relative Selbst\u00e4ndigkeit der verschiedenen kulturellen Gebiete leugnet. Ein aktuelles Beispiel f\u00fcr den Versuch den Integralismus (heute oftmals als Katholischer Traditionalismus bezeichnet) in die Realit\u00e4t umzusetzen, ist die Priesterbruderschaft St. Pius X. Auch im Islam gibt es Gruppen, die man als \u201eislamische Integralisten\u201c bezeichnen k\u00f6nnte (Wahabiten, Salafisten, Schiiten z.B.) Etwas \u00fcberspitzt formuliert k\u00f6nnte man den Integralismus als Theokratie, aber nicht mit Theologen, sondern Politikern oder Monarchen an der Staatsspitze bezeichnen. Vgl. auch: <a href=\"http:\/\/www.kathpedia.com\/index.php?title=Integralismus\">http:\/\/www.kathpedia.com\/index.php?title=Integralismus<\/a><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 14pt;\">(16) IBGE (Instituto Brasileiro de Geografia e Estat\u00edstica) 2007 beziehungsweise 2011.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 14pt;\">(17) Zeitschrift \u201cSuper Interessante\u201d, S\u00e3o Paulo, April 2012, S.13<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 14pt;\">(18)\u00a0 Vgl. W.Bendel, in hier&amp;jetzt Nr.18, Fu\u00dfnote 5, Seite 64. \u00a0Vor ca. 74 000 Jahren geriet die Menschheit durch einen gigantischen Vulkanausbruch im indonesischen Archipel an den Rand der Ausrottung. Die Sch\u00e4tzungen schwanken, ob damals nur einige tausend oder doch ca. 100 000 Angeh\u00f6rige unserer Spezies \u00fcberlebten. (&#8230;)<\/span><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>From Sacrifice Comes Victory (Britisches Sprichwort) Eine linke Veranstaltung, irgendwo auf unserem durch Fortschrittsgl\u00e4ubige ramponierten Planeten, wie ich sie zu hunderten erlebt habe. Alle reden durcheinander und so entsteht der zutreffende Eindruck, dass keiner etwas zu sagen hat. 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