{"id":7057,"date":"2020-05-28T17:08:30","date_gmt":"2020-05-28T15:08:30","guid":{"rendered":"https:\/\/gegenstrom.org\/?p=7057"},"modified":"2020-05-28T17:08:30","modified_gmt":"2020-05-28T15:08:30","slug":"corona-bonds-das-endspiel-um-den-euro-beginnt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gegenstrom.org\/en\/corona-bonds-das-endspiel-um-den-euro-beginnt\/","title":{"rendered":"Corona-Bonds \u2013 das Endspiel um den Euro beginnt"},"content":{"rendered":"<h2>\u201eJetzt m\u00fcssen sie zahlen\u201c \u2013 immer neue Umsetzungsformen f\u00fcr Frankreichs gro\u00dfes Ziel<\/h2>\n<p>Wie nach dem verlorenen Ersten Weltkrieg hatte Deutschland mit seiner Teilvereinigung einen hohen Preis zu zahlen. Die Jubelarien nach dem 9. November 1989 und der Fall des Eisernen Vorhangs m\u00f6gen das deutsche Herz erfreut haben, doch Schattenseiten waren auch auf \u00f6konomischer Ebene, insbesondere der W\u00e4hrung, zu verzeichnen. Der Preis f\u00fcr die deutsche Einheit war f\u00fcr die Bundesrepublik die Preisgabe eines seiner Identit\u00e4tssymbole: die Deutsche Mark musste der Kunstw\u00e4hrung Euro weichen.<\/p>\n<p>Konnten die franz\u00f6sischen Kriegsgewinnler beim Versailler Diktatfrieden 1918 noch Rache f\u00fcr ihre schmerzliche Niederlage beim deutsch-franz\u00f6sischen Krieg 1871 nehmen und unversch\u00e4mte finanzielle Forderungen stellen, gab es f\u00fcr den Nachbarn im Westen nach dem Vertrag von Maastricht erneut Grund zum Jubeln: Wie nach dem ersten Teil des gro\u00dfen europ\u00e4ischen Bruderkrieges durften antideutsche Kreise links des Rheins in ihrem Sprachrohr \u201eLe Figaro\u201c erneut verk\u00fcnden: \u201eJetzt m\u00fcssen sie zahlen.\u201c Diese Einbindungs- und Kleinhaltungsstrategie Frankreichs kulminiert in dem denkw\u00fcrdigen Diktum der Zeitung \u201eLe Figaro\u201c am 18. September 1992: \u201eMaastricht, das ist der Versailler Vertrag ohne Krieg.\u201c<\/p>\n<h2>Euro-Wunschtr\u00e4ume fallen den Eurokraten seit der Finanzkrise 2008 auf die F\u00fc\u00dfe<\/h2>\n<p>Prof. Thomas Mayer, u. a. fr\u00fcherer Chef-Volkswirt der Deutschen Bank, kommt der Verdienst zu, die Mythen um den Euro bei seiner Konstruktion und Konzeption entschl\u00fcsselt zu haben. Bei der Frage der Funktionalit\u00e4t des Euro standen vor dessen Sch\u00f6pfung zwei Theorien im Blickfeld: die Kr\u00f6nungstheorie und die Konversionstheorie.<\/p>\n<p>Im Rahmen der Kr\u00f6nungstheorie wurde angenommen, Voraussetzung f\u00fcr die Funktionalit\u00e4t des Euro, also der Vollendung der Wirtschaftsunion, sei die politische Union. Vom \u201eVater der deutschen Einheit\u201c Helmut Kohl wurde die Idee eines europ\u00e4ischen Bundesstaates durchaus ins Spiel gebracht. Aber noch viel mehr als in Deutschland holte er sich bei Briten und Franzosen mit dieser Idee eine blutige Nase.<\/p>\n<p>Die Souver\u00e4nit\u00e4t des ehemaligen \u201eBritish Empire\u201c aufgeben, die \u201eGrande Nation\u201c in einem europ\u00e4ischen Superstaat aufl\u00f6sen, das ging nicht nur diesen beiden gro\u00dfen europ\u00e4ischen Nationen zu weit. Deutschland sollte in der EU eingehegt und zur Kasse gebeten werden. Dieses Ziel mochte von hoher Bedeutung sein, konnte aber nicht den Wunsch nach Unabh\u00e4ngigkeit und Selbst\u00e4ndigkeit \u00fcbertreffen. Damit war der einzig richtige \u00f6konomische Weg zu einer Einheitsw\u00e4hrung nach Installation eines Euro-Bundesstaates vom Tisch.<\/p>\n<p>Nach dem ohnehin vorsichtigen Vortasten in Richtung EU-Bundesstaat insinuierte man fortan als Hilfskonstrukt die wirtschaftliche Konversion des gemeinsamen W\u00e4hrungsraumes. Aufgrund der gemeinsamen W\u00e4hrung, damit der Unm\u00f6glichkeit einer eigenst\u00e4ndigen nationalen Zinspolitik, der mit der Euro-Einf\u00fchrung verbundenen Ann\u00e4herung des Marktzinses in den Mitgliedsstaaten und verbilligter Staatsfinanzierung insbesondere der s\u00fcdlichen Eurol\u00e4nder sollten sich die Wettbewerbsf\u00e4higkeit im Euroraum ann\u00e4hern.<\/p>\n<blockquote><p>\u201eGrau, teurer Freund, ist alle Theorie [..]\u201c (Johann Wolfgang von Goethe)<\/p><\/blockquote>\n<p>Die aus der Konversionstheorie erwachsenden Hoffnungen erf\u00fcllten sich nur vom Zeitpunkt der Ank\u00fcndigung der Einf\u00fchrung des Euro bis zu seiner tats\u00e4chlichen Umsetzung. Die Zinssubvention f\u00fcr Staaten wie Griechenland mit zweistelliger Verzinsung von Staatsanleihen vor Euro-Einf\u00fchrung bewirkte in der Tat einen Investitions- und Bauboom im S\u00fcden Europas. Italien und Spanien sonnten sich in der von Deutschland gespendeten Zinssubvention. Mehr aber auch nicht. Soziale Wohltaten und eine geringe Haushaltsdisziplin flankierten die Jahre bis zur Weltfinanzkrise 2008, die in die Euro-Staatsschuldenkrise m\u00fcndete. Die Zinssubvention wurde freilich nicht genutzt, die Wettbewerbsf\u00e4higkeit nachhaltig zu st\u00e4rken. Deutschland, zur Jahrtausendwende noch der kranke Mann Europas, schaffte mit der epochalen Politikleistung im Rahmen der Agenda 2010 unter Gerhard Schr\u00f6der die Wende. Damit war die einstige DM-Nation wieder der Spielverderber, mutierte die Bundesrepublik doch erneut zum beneideten Mustersch\u00fcler bei der bis 2008 anhaltenden Niedrigzinsparty der s\u00fcdlichen Euro-S\u00fcndenl\u00e4nder.<\/p>\n<h2>Finanzkrise zeigte bereits 2008 das Scheitern der Konversionstheorie auf<\/h2>\n<p>Nach der Krise 2008, die schonungslos die Lebensl\u00fcge des real existierenden Euro zu Tage f\u00f6rderte, erfolgten irrsinnige Rettungsma\u00dfnahmen. Nach Vorbild Alan Greenspans wurde der Zins gegen Null gedr\u00fcckt und Liquidit\u00e4t ohne Unterlass in den Markt gepumpt. Da das Interbankensystem zu kollabieren drohte, kann man f\u00fcr letzteres Verst\u00e4ndnis aufbringen. Das globale Finanzarmageddon sollte verhindert werden. Aber alle weiteren Rettungsma\u00dfnahmen, die vielzitierten Rettungsschirme f\u00fcr Griechenland &amp; Co., hatten nach Ausbrechen der Euro-Schuldenkrise nur noch ein Ziel: den Euro zu retten.<\/p>\n<blockquote><p>\u201eScheitert der Euro, dann scheitert Europa\u201c (Dr. Angela Merkel)<\/p><\/blockquote>\n<p>Das vielzitierte Diktum der uns\u00e4glichen Fl\u00fcchtlingskanzlerin ist ebenso falsch, wie politisch bestimmend gewesen. Da von gewichtigen Marktteilnehmern auf das Zerbrechen des Euro gewettet wurde und die Zinsen f\u00fcr die s\u00fcdlichen Euro-S\u00fcnderstaaten zu explodieren drohten, ersann man im lebenslustigen Land des Bordeaux ein neues Mittel, Deutschland weiterhin zahlen zu lassen.<\/p>\n<p>Da die Euro-Einf\u00fchrung nicht zur gew\u00fcnschten \u00f6konomischen Nivellierung gef\u00fchrt hatte, musste nun der Versuch unternommen werden, die gute Bonit\u00e4t der solide wirtschaftenden Euro-L\u00e4nder den Staaten zur Verf\u00fcgung zu stellen, die bisher in Saus und Braus, die seit Euro-Einf\u00fchrung stets \u00fcber ihre Verh\u00e4ltnisse gelebt hatten. Die Idee der Schuldenvergemeinschaftung wurde ausgegraben.<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Wenn es kritisch wird, muss man l\u00fcgen.&#8220; (Jean-Claude Juncker)<\/p><\/blockquote>\n<p>Die Idee der Eurobonds wurde nicht zuletzt in Kreisen der frankophonen Eurokraten ersonnen. Dabei ist der Artikel 125 AEUV (Vertrag \u00fcber die Arbeitsweise der Europ\u00e4ischen Union) eindeutig: \u201eDie Union haftet nicht f\u00fcr die Verbindlichkeiten der Zentralregierungen, [..].\u201c Mit diesem ausdr\u00fccklichen Verbot der Schuldenvergemeinschaftung, mit diesem Erlass einer Nichtbeistandsklausel im Falle von Schuldenkrisen der Teilnehmerl\u00e4nder, wurde einer uralten Erfahrung Rechnung getragen: Die Geschichte der Vereinigten Staaten von Amerika Mitte des 19. Jahrhunderts als Beispiel f\u00fcr das Konfliktpotential einer Schuldenunion. Verpflichten sich (Bundes-) Staaten im Falle der Schuldenkrise eines Teilnehmers, diesem beizustehen, tr\u00e4gt dies stets den Keim des Zerfalls eines Staatenbundes in sich.<\/p>\n<p>Im Wissen darum, dass einem der erfolgreichere Staat im Falle des eigenen Scheiterns hilft, verleitet dies Teilnehmer tendenziell zu h\u00f6herer Risikobereitschaft und unsoliderer Haushaltspolitik. Der Weg, der zur geringeren Sorgfalt moralisch erforderlich w\u00e4re, ist bereitet. Historisch haben Schuldenunionen stets zum Verfall der Union gef\u00fchrt. Bestes Beispiel hierf\u00fcr ist der oben angesprochene Konf\u00f6derationskrieg der USA, also der vielfach in Western verfilmte Krieg der Nord- gegen die S\u00fcdstaaten. Mag es auch den liberalistischen Verfechtern der Weltauffassung der Gleichheit all dessen, was Menschenantlitz tr\u00e4gt, nicht gefallen: Der Streit um die Befreiung von Negersklaven war nicht der entscheidende Ausl\u00f6ser des US-Sezessionskrieges.<\/p>\n<h2>Art. 125 AEUV (Vertrag \u00fcber die Arbeitsweise der Europ\u00e4ischen Union) gilt<\/h2>\n<p>Mit frankophon-eurokratischer Rabulistik wurden Konstrukte ersonnen, um die von der Idee her eindeutige Nicht-Beistandsklausel des Art. 125 AEUV zu umgehen. \u00c4hnlich wie die Idee erfolgreich umgesetzt wurde, die an sich verbotene monet\u00e4re Staatsfinanzierung \u2013 also den direkten Aufkauf von Staatsanleihen durch die EZB \u2013 zu umgehen, sollte die Schuldenunion durch die Hintert\u00fcr verwirklicht werden. Hatte man im Falle der verbotenen direkten Staatsfinanzierung ausgelagerte Schuldengarantien und schlie\u00dflich den ESM als dauerhaften europ\u00e4ischen Stabilit\u00e4tsmechanismus mit gigantischer Schlagkraft entwickelt, gelang es im Falle der Schuldenunion nicht, den wirtschaftlichen Kern zu verschleiern. War es im Falle des ESM und der indirekten Staatsfinanzierung noch gelungen, den politischen Fokus auf die Rettung des Euro zu legen, erreichte man dies mit dem ersonnenen Modell der Euro-Bonds nicht.<\/p>\n<p>Die Idee mag f\u00fcr die wirtschaftsschwachen Staaten der Euro-Zone verlockend sein, denn mit der gemeinsamen Haftung k\u00f6nnten sich die verschuldeten Euro-S\u00fcnderstaaten zu deutschen bzw. wirtschaftssoliden Konditionen refinanzieren. Eine weitere Zinssubvention und Niedrigzinsparty w\u00e4re m\u00f6glich, ohne die strukturellen Wirtschaftsdefizite zu beheben. Letztere w\u00e4re nur mit erheblichen sozialen Einschnitten und einer rigiden Sparpolitik m\u00f6glich. Eine interne Abwertung zur Erzielung einer \u00e4hnlichen Wettbewerbsf\u00e4higkeit von Frankreich oder Spanien, beide freiwillig gefangen im Euro-Raum, ist aber undenkbar, erfordert es doch eine reale Lohnsenkung um ungef\u00e4hr 30%.<\/p>\n<h2>Nur Billigzinsen und Liquidit\u00e4ts\u00fcberfluss steigern nicht die Wettbewerbsf\u00e4higkeit<\/h2>\n<p>Allein weitere Kredite auszureichen bzw. Kreditgarantien abzugeben sowie Niedrigzinsen und Liquidit\u00e4t im \u00dcberfluss zur Verf\u00fcgung zu stellen, gen\u00fcgen nicht, um die Wettbewerbsf\u00e4higkeit der Euro-Krisenstaaten zu steigern. Genau dies w\u00e4re aber erforderlich, um den Euro \u00fcberhaupt als zukunftstr\u00e4chtiges Modell zu etablieren. Fakt ist derzeit: Bei nahezu vergleichbarem Zinsniveau der Eurol\u00e4nder ist aufgrund der Gemeinschaftsw\u00e4hrung keine (externe) Abwertung des eigenen Geldes m\u00f6glich, um die Wettbewerbsf\u00e4higkeit der Krisenl\u00e4nder zu steigern. Ergebnis: Der Euro ist f\u00fcr Deutschland zu schwach. Es macht unsere Wirtschaft tr\u00e4ge und verbilligt bzw. erleichtert die bundesdeutschen Exporte \u00fcber Geb\u00fchr. F\u00fcr Italien, Spanien, Griechenland und Portugal ist der Euro viel zu stark. Exporte au\u00dferhalb des Euroraums werden deutlich erschwert.<\/p>\n<h2>Nach der Pandemie bekommen Euro-Bonds einen neuen Namen: Corona-Bonds<\/h2>\n<p>Die Corona-Pandemie trifft nun seit M\u00e4rz 2020 die Euro-S\u00fcdl\u00e4nder, die bisher noch nicht einmal die Weltfinanzkrise 2008 richtig \u00fcberstanden haben. Da nun der Euro-Zusammenbruch\u00a0erneut aufgrund dr\u00fcckender Schuldenlasten im S\u00fcden bei gigantischen, f\u00fcr erforderlich gehaltenen staatlichen Konjunkturprogrammen droht, ersinnt man abermals einen neuen Anlauf zur Schuldenvergemeinschaftung in Anbetracht der Krise: Die Corona-Bonds.<\/p>\n<p>Um explodierende Finanzierungskosten aufgrund steigender Zinsen f\u00fcr Europas S\u00fcden zu vermeiden, soll erneut auf die Bonit\u00e4t der soliden Euro-Mitgliedsstaaten zur\u00fcckgegriffen werden. Corona-Bonds: Alter Eurobonds-Kack im neuen Frack. Da dies f\u00fcr alle wettbewerblich starken Eurostaaten offensichtlich ist, kann diese \u00f6konomische Nonsens-Idee auch im neuen Kleid nicht durchgesetzt werden.<\/p>\n<h2>EU-Wiederaufbauplan von Merkel\/Macron: Helikoptergeld f\u00fcr Pleitestaaten<\/h2>\n<p>Nach dem Abwinken aus insbesondere deutschen, \u00f6sterreichischen und niederl\u00e4ndischen Kreisen zur Schuldenvergemeinschaftung durch Euro- bzw. Corona-Bonds kommt nun das unzertrennliche Duo der Polit-Wahnsinnigen Merkel\/Macron mit einem noch irrsinnigeren Projekt um die Ecke: Weil die Corona-Not so gro\u00df sei, sollen im Rahmen eines 500 Milliarden schweren Programms durch Instrumente der EU nicht etwa Kredite ausgereicht oder garantiert werden, sondern es sollen gleich Zusch\u00fcsse aus dem EU-Haushalt flie\u00dfen. Die gleiche gemeingef\u00e4hrliche Idee des Helikoptergeldes f\u00fcr Privathaushalte und kleine Unternehmen soll nun also Europas Wirtschaft \u2013 in Wahrheit den Euro und die Eurokratie \u2013 retten. Widerstand regt sich auch hier zum Gl\u00fcck von \u00d6sterreich, den Niederlanden &amp; Co.\u2013 was aus deutscher Sicht derartigem \u00f6konomischen Schwachsinn entgegengesetzt wird, bleibt abzuwarten.<\/p>\n<h2>Merkel, Macron, Lagarde &amp; Co. mangelt es an Respekt vor dem Gesetz<\/h2>\n<p>Der Art. 125 AEUV steht. Er hat eine ganz klare Sto\u00dfrichtung. Keine Schuldenvergemeinschaftung. Damit verbunden ist die Vermeidung mangelnder Sorgfalt bei der Haushaltspolitik. Mit dieser Grundkonzeption sollte der Spaltpilz f\u00fcr die gegr\u00fcndete Gemeinschaft vermieden werden. Mit immer neuen Anl\u00e4ufen versucht man \u2013 teilweise formell korrekt \u2013 diese entscheidende S\u00e4ule der Gemeinschaftsw\u00e4hrung zu umgehen. Da der EU-Wiederaufbaufonds mit nicht zur\u00fcckzuzahlenden Zusch\u00fcssen in Anbetracht der Krise arbeitet, wird ein neuer Anlauf genommen, diese S\u00e4ule einzurei\u00dfen. Was aber klar wird: Merkel, Macron und Lagarde haben keinerlei Respekt vor dem Gesetz, vor dem zentralen Anliegen einer Regelung. Zur Rettung des Hirngespinsts Euro scheint jedes Mittel recht, nicht zuletzt frankophone Eurokraten-Rabulistik.<\/p>\n<h2>B\u00f6hm-Bawerk-Theorem wird mittelfristig Fakten schaffen<\/h2>\n<p>Der gro\u00dfe deutsche \u00d6konom, Eugen B\u00f6hm-Bawerk, hat im Rahmen seines Aufsatzes \u201eMacht oder \u00f6konomisches Gesetz\u201c ein wirkkr\u00e4ftiges Theorem entwickelt, das mittelfristig auch im Hinblick auf den Euro Fakten schaffen wird. Nach B\u00f6hm-Bawerks Auffassung brechen sich \u00f6konomische Gesetzm\u00e4\u00dfigkeiten auch dann Bahn, wenn die Politik massiv entgegensteuert.<\/p>\n<p>Im Falle des Euro ist es h\u00f6chste Zeit, dem Rechnung zu tragen: Der Euro ist eine Fehlkonstruktion- ruppiger ausgedr\u00fcckt: eine Missgeburt. Kredite im \u00dcberfluss, Dauerflutung des Marktes mit Billiggeld, jetzt sogar angedachte Zusch\u00fcsse f\u00fcr Euro-Krisenl\u00e4nder \u2013 Helikoptergeld f\u00fcr Euro-Versager, all das wird nicht helfen. Entweder Italien, Spanien und Griechenland scheiden zun\u00e4chst vor\u00fcbergehend aus der Eurozone aus (Idee der atmenden W\u00e4hrungsunion von Hans-Werner Sinn) und f\u00fchren zumindest wieder eine eigene nationale Parallelw\u00e4hrung ein, oder die Geschichte des Euro findet sein Ende.<\/p>\n<p>Historisch betrachtet ist bisher noch jede Gemeinschaftsw\u00e4hrung gescheitert. Dem Euro droht das gleiche Schicksal, wenn die politisch Verantwortlichen nicht den \u00f6konomischen Gesetzm\u00e4\u00dfigkeiten Rechnung tragen \u2013 wenn sie zu lange am Traum des stabilen Euros in Nord und S\u00fcd festhalten. Am Ende gilt: Was strukturell instabil ist, muss nach (vielleicht) \u00fcberstandener Krise konzeptionell umgestaltet werden. Verschlie\u00dft man sich dieser Erkenntnis, dann ist der Euro in K\u00fcrze Geschichte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eJetzt m\u00fcssen sie zahlen\u201c \u2013 immer neue Umsetzungsformen f\u00fcr Frankreichs gro\u00dfes Ziel Wie nach dem verlorenen Ersten Weltkrieg hatte Deutschland mit seiner Teilvereinigung einen hohen Preis zu zahlen. Die Jubelarien nach dem 9. 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