{"id":6398,"date":"2020-03-03T07:41:43","date_gmt":"2020-03-03T06:41:43","guid":{"rendered":"https:\/\/gegenstrom.org\/?p=6398"},"modified":"2020-03-07T10:56:51","modified_gmt":"2020-03-07T09:56:51","slug":"machiavelli-menschenkenner-oder-meister-der-dunklen-instinkte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gegenstrom.org\/en\/machiavelli-menschenkenner-oder-meister-der-dunklen-instinkte\/","title":{"rendered":"Machiavelli \u2013 Menschenkenner oder Meister der dunklen Instinkte?"},"content":{"rendered":"<p>Auf Niccol\u00f2 di Bernardo dei Machiavelli (03.Mai 1469 &#8211; 21.Juni 1527) geht der Begriff des \u201eMachiavellismus\u201c zur\u00fcck. Er kennzeichnet Vorgehensweisen oder Denkschulen, bei denen die Erlangung von Macht im Mittelpunkt steht, und zwar ohne Beschr\u00e4nkungen durch geltendes Recht oder bestehende Moralvorstellungen. Er ist die r\u00fccksichtslose Machtpolitik unter Ausnutzung aller Mittel. In der Psychologie ist der Machiavellismus als <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pers%C3%B6nlichkeitsmerkmal\">Pers\u00f6nlichkeitsmerkmal<\/a> auch Bestandteil des Konzepts der \u201e<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Dunkle_Triade\">Dunklen Triade<\/a>\u201c<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a>: Neben ihm stehen <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Narzissmus\">Narzissmus<\/a> und (subklinische) <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Psychopathie\">Psychopathie<\/a>.<\/p>\n<p>Allerdings wird der abwertend gebrauchte Begriff des Machiavellismus dem geistigen Werk des bedeutenden Taktikers und Menschenkenners aus Florenz sicherlich nicht gerecht. Vielmehr enth\u00fcllt gerade die betonte moralische Herabw\u00fcrdigung der strategischen \u00dcberlegungen Machiavellis die Intentionen seiner Kritiker: Ihnen geht es zumeist darum, missliebige Gegner eines skrupellosen und machtversessenen Verhaltens zu beschuldigen und damit gleichzeitig die eigene \u2013 eben gerade \u201emachiavellistische\u201c \u2013 Machtpolitik als harmlos oder menschenfreundlich erscheinen zu lassen. Die Erfinder von \u201eSchurkenstaaten\u201c und \u201eTerrormilizen\u201c lassen gr\u00fc\u00dfen.<\/p>\n<p>Machiavelli schuf als erster eine politische Theorie und gilt als bedeutendster <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Staatstheorie\">Staatsphilosoph<\/a> der Neuzeit. Er orientierte sich bei seiner Arbeit weniger an Glaubensfragen, sondern an Erfahrungswissen und der Analyse der Geschichte. Damit geriet er in einen nat\u00fcrlichen Konflikt zur r\u00f6mischen Kirche, die auch Jahrhunderte nach seinem Tod seine Werke als ketzerisch brandmarkte.<\/p>\n<p>Zu Machiavellis Lebzeiten wurden Gedanken um Herrschaft und Politik von moralischen Grunds\u00e4tzen beherrscht: Wer moralisch gut ist, der ist ein guter Herrscher; ein guter, moralischer Mensch betreibt eine gute Politik und sorgt so f\u00fcr ein bl\u00fchendes Gemeinwesen. So sollte es den jungen F\u00fcrsten, die sp\u00e4ter gro\u00dfe Politik betrieben, beigebracht werden. Machiavelli widerspricht: Moralisch gute Menschen machten nicht immer gute Politik, die Erfahrung und die Geschichte lehrten oftmals das genaue Gegenteil. Au\u00dferdem k\u00f6nne ein Herrscher nicht immer moralisch einwandfrei handeln, denn es gebe Situationen, in denen man nicht gleichzeitig sein Vaterland und sein eigenes Seelenheil lieben k\u00f6nne. Ein F\u00fcrst habe sich in solchen Situationen f\u00fcr das Vaterland zu entscheiden.<\/p>\n<p>Ein guter F\u00fcrst m\u00fcsse auch moralisch schlecht handeln k\u00f6nnen, je nach Notwendigkeit. Allerdings m\u00fcsse er den Ruf b\u00f6ser Laster vermeiden, \u00fcber denen der Staat scheitern k\u00f6nnte. Grunds\u00e4tzlich d\u00fcrfe er aber keine \u00fcbertriebene Angst vor dem b\u00f6sen Rufe gewisser Untugenden haben, denn: \u201ealles in allem genommen, findet man vermeintliche Tugenden, bei deren Befolgung man untergeht, und scheinbare Laster, bei denen man Sicherheit und Wohlbefinden erlangt.\u201c<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a><\/p>\n<p>Durch seine scharfsinnigen Analysen befreite Machiavelli die Politik gewisserma\u00dfen von ihrer Aufsicht und Oberhoheit durch Moral und Theologie. Er analysierte die Erlangung von Macht und das fortdauernde Bestehen von Machtstrukturen an Hand des Feststellbaren: anhand seiner Erfahrungen und anhand geschichtlicher Verl\u00e4ufe, der seinerzeitigen und insbesondere der antiken Geschichte.<\/p>\n<p>Machiavelli war auch Historiker: Wir kennen die Geschichte der Stadt Florenz heute nur deshalb so gut, weil sie um 1520 von ihm erstmals aufgeschrieben wurde. Schon in seiner Jugendzeit hatte er damit begonnen, die Geschichte seiner Heimatstadt schriftlich niederzulegen. Nach Machiavelli wiederholt sich die Geschichte insofern, als dass die Menschen in ihrem Verhalten einem kalkulierbaren Mechanismus unterliegen. Wenn die Umst\u00e4nde gleich seien, l\u00f6sten gleiche Ursachen gleiche Wirkungen aus, und daher erforderten dieselben Tatsachen dieselben Verhaltensregeln. Er schreibt: \u201eDie L\u00e4nder pflegen zumeist bei ihrer Ver\u00e4nderung von der Ordnung zur Unordnung zu kommen und dann von neuem von der Unordnung zur Ordnung \u00fcberzugehen. Es ist von der Natur dem Menschen nicht gestattet, still zu stehen. Wie sie daher ihre h\u00f6chste Vollkommenheit erreicht haben und nicht mehr steigern k\u00f6nnen, m\u00fcssen sie sinken. Ebenso, wenn sie gesunken sind, durch die Unordnungen zur tiefsten Niedrigkeit herabgekommen, und also nicht mehr sinken k\u00f6nnen, m\u00fcssen sie notwendigerweise steigen. So sinkt man stets vom Guten zum \u00dcbel und steigt vom \u00dcbel zum Guten.\u201c<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a><\/p>\n<p>Wir sehen hier also eine zyklische und skeptische Geschichtsauffassung mit Ankl\u00e4ngen an die Werke Oswald Spenglers, welche dem positivistischen und linearen Weltbild heutiger Tage, bei dem sich der Mensch fortlaufend weiter- und h\u00f6herentwickle, entgegensteht.<\/p>\n<p>Machiavelli genoss eine exzellente Bildung, die ihm sein Vater, ein verarmter Beamter, erm\u00f6glichte. Er wuchs in einem Florenz auf, das in der damaligen Zeit durchaus als ein abendl\u00e4ndisches Zentrum von Handel und Kultur bezeichnet werden kann und gerade auch deshalb immer wieder zum Spielball der M\u00e4chte wurde. Joachim Fernau hat bspw. die Frage, weshalb deutsche Kaiser immer wieder unter riesigen Opfern an Menschen und Material nach Italien auf Eroberung gingen, sinngem\u00e4\u00df damit beantwortet, dass im deutschen Raum seinerzeit einfach nichts los gewesen sei. Italien sei einfach das Zentrum der Welt gewesen.<\/p>\n<p>Florenz war ein Stadtstaat, immer wieder wie die anderen Stadtstaaten Italiens bedroht von seinen Nachbarn, den Deutschen, den Schweizern und Franzosen und insbesondere auch den spanischen K\u00f6nigen. In unmittelbarer Nachbarschaft gewann der Kirchenstaat mehr und mehr an Bedeutung, und schlie\u00dflich wurde der Bischof Roms zum p\u00e4pstlichen Oberhaupt der westlichen r\u00f6mischen Kirche.<\/p>\n<p>In Florenz herrschen die Medici seit 1435 in gewisserma\u00dfen oligarchisch-republikanischem Stil, wobei das Republikanische eher in den Hintergrund tritt. Die Medici sind eine immer einflussreicher werdende Familie, die sich gegen die anderen m\u00e4chtigen Familien in Florenz durchsetzen kann. Unter Lorenzo di Medici, dem Pr\u00e4chtigen (1449\u20131492), erreicht sie ihren H\u00f6hepunkt. Nach seinem Tod kommt es zur Krise in Florenz, die rasch ganz Italien erfasst. Franzosen, Spanier und Deutsche fallen im Land ein, es kommt zu Unordnung, Kriegen und der Einsetzung skrupelloser Gewaltherrscher. Der Dominikanerm\u00f6nch Girolamo Savonarola kann mit gl\u00fchenden Predigten und apokalyptischen Endzeitvisionen die Bev\u00f6lkerung von Florenz zeitweise hinter sich bringen und fordert eine Art Gottesdiktatur. Aufsehenerregend sind seine erzieherischen Ma\u00dfnahmen, bei welchen er mit Kindern durch die Stra\u00dfen der Stadt zieht und dabei Luxusgegenst\u00e4nde und frevelhafte Schriften einzieht, die auf einem gro\u00dfen Scheiterhaufen verbrannt werden. Wir begegnen hier wohl einem der ersten Massenpolitiker der beginnenden Neuzeit, der auf dem R\u00fccken der st\u00e4dtischen Massen mit religi\u00f6sem Eifer pl\u00f6tzlich nach ganz oben getrieben wird, um dann genauso unversehens wieder nach ganz unten zu fallen: Mit Hilfe des Papstes wird Savonarola gest\u00fcrzt und landet als Ketzer nun selbst auf dem Scheiterhaufen.<\/p>\n<p>Nach seinem Tod werden alle seine Anh\u00e4nger aus ihren \u00c4mtern vertrieben. Und in dieser Phase wird \u00fcberraschender Weise Machiavelli zum Sekretario de la Republica in milit\u00e4rischen und au\u00dfenpolitischen Beziehungen der Stadt Florenz gew\u00e4hlt. Er ist nun oberster Herr des Heeres und Chefdiplomat, und das, obwohl er zuvor g\u00e4nzlich unbekannt gewesen ist. M\u00f6glicherweise hat ihm der Einfluss seines alten Lateinlehrers geholfen, in das Amt zu kommen, denn er setzte sich gegen nicht unerhebliche Konkurrenz durch.<\/p>\n<p>Machiavelli erkennt das Problem der S\u00f6ldnerheere seiner Zeit. Er kennzeichnet sie als unzuverl\u00e4ssig, unb\u00e4ndig, ohne Disziplin, \u00fcberm\u00fctig gegen ihre Freunde, feig gegen die Feinde. \u201eIm Frieden wird man von ihnen selbst beraubt, im Kriege vom Feind. Solange kein Krieg zu f\u00fchren ist, wollen sie wohl Soldaten sein. Wird der Feldzug er\u00f6ffnet, laufen sie nach Hause.\u201c<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a> Italien sei zugrunde gegangen, weil man sich zu lange auf derartige Miettruppen verlassen habe. Man k\u00f6nne daher nur durch eigene Truppen Erfolge haben und auch nur dann, wenn ein Mann aus der Mitte des Volkes an der Spitze stehe, weil sonst die Heerf\u00fchrer im Falle von Siegen eigene Ziele verfolgten.<\/p>\n<p>Machiavelli baut folgerichtig eine B\u00fcrgermiliz auf und es kommt 1509 zum Sieg \u00fcber Pisa, Machiavellis gr\u00f6\u00dftem Erfolg. Seine Gedanken zur erfolgreichen Kriegsf\u00fchrung l\u00e4sst er der Nachwelt auch in seinem 1521 erschienen Buch mit dem Titel \u201e<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Die_Kunst_des_Krieges_(Machiavelli)\">Dell\u2019Arte della guerra<\/a>\u201c (Von der Kriegskunst) zukommen. Beim Sieg \u00fcber Pisa arbeitet er mit <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Leonardo_da_Vinci\">Leonardo da Vinci<\/a> zusammen, der als Naturforscher und Zeichner an der strategischen Planung beteiligt ist. Beide treffen sich am Hofe Cesare Borgias, einem der m\u00e4chtigsten Herrscher seiner Zeit, Feldherr, Kardinal und Erzbischof, au\u00dferdem unehelicher Sohn des sp\u00e4teren Papstes Alexanders VI. Offenbar inspirierte dieser Cesare Borgia Machiavelli zu seinem epochemachenden Werk \u201eDer F\u00fcrst\u201c, welches die Grundlage f\u00fcr den sp\u00e4teren Begriff des Machiavellismus bildete.<\/p>\n<p>Machiavelli befindet sich auf dem H\u00f6hepunkt seines politischen Einflusses, trifft mit dem Papst, dem franz\u00f6sischen K\u00f6nig und dem deutschen Kaiser zusammen. Aber dann erobern die Spanier Florenz, machen die Republik zunichte und setzen die Medici wieder als Herrscherfamilie ein. Machiavelli wird seines Amtes enthoben und wegen Verdachts der Verschw\u00f6rung zu Gef\u00e4ngnis und Folter verurteilt. Er kommt frei durch eine allgemeine Amnestie, wird aber in die Verbannung geschickt und muss sich mit seiner Frau und seinen sechs Kindern auf sein Landgut zur\u00fcckziehen. Man erkennt seine politischen F\u00e4higkeiten und seine Bedeutung daran, dass er einer der wenigen Personen ist, die nach dem Sturz der Republikanischen Verfassung all ihrer \u00c4mter enthoben werden. Auch zeigt sich bei Beschlagnahme seiner Kasse, dass er offenbar v\u00f6llig unbestechlich gewesen ist.<\/p>\n<p>Da Politik sein Leben ist, fl\u00fcchtet sich Machiavelli in die politische Schriftstellerei. Er versucht immer wieder, ein politisches Amt zu erlangen, scheitert aber regelm\u00e4\u00dfig, da er den Medici als verd\u00e4chtig gilt. W\u00e4hrend er manchmal tags\u00fcber in einer Wirtschaft sitzt, zieht er sich abends in seine Phantasiewelt zur\u00fcck, kleidet sich vornehm und liest alte Werke.<\/p>\n<p>Aber er schreibt auch flei\u00dfig, neben politischen Werken sind es vor allem Kom\u00f6dien, mit denen er einen gewissen Erfolg hat. Eine handelt von der Planung eines Ehebruchs durch einen gelangweilten Lebemann, eine kupplerische Mutter und einen impotenten Ehegatten.<\/p>\n<p>1520 erh\u00e4lt er von den Medici dann doch noch einen Auftrag: Er soll die Geschichte der Stadt Florenz niederschreiben. Sicherlich macht sich Machiavelli in dieser Zeit Hoffnungen, wieder in der Politik mitmischen zu k\u00f6nnen, aber dann marschieren 1527 die Truppen des deutschen Kaisers in Florenz ein, vertreiben die Medici und Florenz wird wieder Republik. Machiavelli hat unter den neuen Herrschern nun gerade deswegen keine Chance mehr, weil er wegen der florentinischen Chronik f\u00fcr die Medici als verd\u00e4chtig gilt. Er wird wieder abgewiesen. Vielleicht war das zu viel des Schlechten f\u00fcr einen Mann wie ihn, und so stirbt er im selben Jahr 1527. Es wird erz\u00e4hlt, dass der herbeigeeilte Priester den sterbenden Machiavelli dr\u00e4ngt, den Teufel und alle seine Werke zu verfluchen. Machiavelli aber habe geantwortet: \u201eDies ist nicht der Zeitpunkt, sich Feinde zu machen.\u201c<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a><\/p>\n<p>1513 schrieb Machiavelli sein Hauptwerk \u201eDer F\u00fcrst\u201c, dem er die Pr\u00e4gung des Begriffs Machiavellismus verdankte. Es ist aber beileibe nicht geschrieben als Handbuch f\u00fcr die Karriere machthungriger F\u00fcrsten, sondern insbesondere zur Rettung Italiens, das damals Schauplatz des Kampfes fremder M\u00e4chte um die Herrschaft in Europa war. Machiavelli ist eben kein Bef\u00fcrworter unumschr\u00e4nkter F\u00fcrstenmacht gewesen, er entwickelte vielmehr in seinem Werk \u201e<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Discorsi_sopra_la_prima_deca_di_Tito_Livio\">Discorsi sopra la prima deca di Tito Livio<\/a>\u201c (Abhandlungen \u00fcber die ersten zehn B\u00fccher des <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Titus_Livius\">Titus Livius<\/a>, 1532) das Ideal einer Republik ohne F\u00fcrsten. Seiner Meinung nach sollten F\u00fcrst, Adel und Volk zur Regierung vereinigt werden und sich gegenseitig \u00fcberwachen. Macht und pers\u00f6nlicher Status sollten getrennt sein. Der Staatsschatz solle \u201estets wohlgef\u00fcllt, der B\u00fcrger hingegen arm\u201c sein.<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\">[6]<\/a> Das Rom der Fr\u00fchzeit gilt Machiavelli immer wieder als Vorbild und die Gedanken an die einstige r\u00f6mische Gr\u00f6\u00dfe und Einfachheit sollen ihm \u00fcber manche verzweifelten Situationen hinweggeholfen haben. Seine Bestrebungen zur Einigung Italiens und seine Hinwendung zu r\u00f6mischer Gr\u00f6\u00dfe f\u00fchren auch dazu, dass Machiavelli schlie\u00dflich im 19. Jahrhundert als Ahnherr der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Risorgimento\">italienischen Nationalbewegung<\/a> verehrt wird. Mehr als 300 Jahre nach seinem Tod kommt es zu der von ihm ersehnten Einigung des Landes durch den Grafen Cavour und Guiseppe Garibaldi.<\/p>\n<p>Die Endfassung des \u201eF\u00fcrsten\u201c wird erst nach Machiavellis Tod ver\u00f6ffentlicht, kursierte aber vorher in verschiedenen Abschriften. Sie wird zun\u00e4chst mit p\u00e4pstlicher Erlaubnis in Rom gedruckt. Wenige Jahre sp\u00e4ter schreibt aber der Kardinal Reginald Pole in einer dem Kirchenmanne eigent\u00fcmlichen Weise: \u201eKaum begann ich es zu lesen, so erkannte ich, dass es \u2013 obwohl es den Namen und Stil eines Menschen vorweist \u2013 doch von der Hand des Teufels geschrieben ist.\u201c<a href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref7\">[7]<\/a> Diese Vorstellung bestimmte \u00fcber Jahrhunderte hinweg Machiavellis Rezeption. Denn die Zeit der Renaissance ging zu Ende, es begann die Zeit der Gegenreform. Der Stil der Freim\u00fctigkeit und Freigeistigkeit verschwand und es kam eine Zeit, die man wohl als \u201epolitisch korrekt\u201c bezeichnen kann.<\/p>\n<p>Schauen wir uns das verd\u00e4chtige Werk des Teufels einmal in Ausschnitten an:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2><strong>Ein F\u00fcrst \u2013 wie muss er sein?<\/strong><\/h2>\n<p>Ein F\u00fcrst muss selbst\u00e4ndig sein und darf nicht von anderen abh\u00e4ngig sein. Machiavelli betont, dass man in der Lage sein m\u00fcsse, das Unternehmen nicht lediglich mittels guter Worte, sondern auch mit Gewalt durchzusetzen zu k\u00f6nnen. \u201eDaher haben alle bewaffneten Propheten den Sieg davongetragen, die unbewaffneten aber sind zugrunde gegangen.\u201c<a href=\"#_ftn8\" name=\"_ftnref8\">[8]<\/a> Das Volk lasse sich zwar leicht etwas einreden, aber es sei schwer dabei festzuhalten. Wenn es nun aufh\u00f6re zu glauben, m\u00fcsse man die Menschen mit Gewalt gl\u00e4ubig machen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem d\u00fcrfe ein erfolgreicher F\u00fcrst niemals den Kampf vermeiden, denn gew\u00f6hnlich schiebe er ihn nur zugunsten seines Feindes auf. Die Zeit treibe alles vor sich her, Gutes wie Schlimmes, und man k\u00f6nne sich daher niemals aus gewaltt\u00e4tigen Verwicklungen g\u00e4nzlich heraushalten. Daher suche sich ein kluger F\u00fcrst diejenigen Konflikte aus, die er schnell und leicht gewinnen k\u00f6nne, bevor sie zu immer gr\u00f6\u00dferen und immer schwierigeren w\u00fcrden. Machiavelli vergleicht diese Art der Konfliktl\u00f6sung mit der Behandlung der Schwindsucht: Im Anfangsstadium ist diese nicht leicht zu erkennen, aber schnell zu heilen. In fortgeschrittenem Stadium ist die Schwindsucht dagegen f\u00fcr jeden erkennbar, aber sie ist nun nicht mehr so leicht zu heilen. Deshalb habe das Alte Rom in seiner Glanzzeit stets Konflikte schnell und kriegerisch zu l\u00f6sen versucht, bevor sie zu gr\u00f6\u00dferen Konflikten werden konnten, die dann kaum mehr in den Griff zu bekommen waren.<\/p>\n<p>Um konfliktbereit zu sein, so Machiavelli, darf ein F\u00fcrst kein Genie\u00dferdasein f\u00fchren und das Kriegerhandwerk niemals vernachl\u00e4ssigen: Es sei im Frieden noch mehr zu \u00fcben als im Krieg. Der F\u00fcrst m\u00fcsse sich und seine Mannschaften in Form halten, seinen K\u00f6rper abh\u00e4rten, jagen gehen. Dadurch lerne er auch sein Land besser kennen, um es bez\u00fcglich kriegerischer Handlungen einsch\u00e4tzen zu k\u00f6nnen. Der F\u00fcrst solle sich geistig bilden mit den Anschauungen ber\u00fchmter M\u00e4nner vom Krieg, mit den Ursachen von Siegen und Niederlagen.<\/p>\n<p>Grunds\u00e4tzlich seien die St\u00fctze aller Staaten gute Gesetze und t\u00fcchtige Wehrwesen. Aber gute Gesetze k\u00f6nnten nicht bestehen ohne eine gute Kriegsmacht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2><strong>Sollte der F\u00fcrst einen wilden, draufg\u00e4ngerischen Charakter haben oder besser ruhig und berechnend vorgehen?<\/strong><\/h2>\n<p>Diese Frage h\u00e4nge sehr oft von \u00e4u\u00dferen Faktoren ab, denn die Umst\u00e4nde k\u00f6nnten entweder einen Berserker beg\u00fcnstigen oder aber einen Schachspieler. Machiavelli fordert zwar von einem F\u00fcrsten, sein Schicksal selbst in die Hand zu nehmen, gesteht aber bei einer Sichtung der Geschichte und pers\u00f6nlicher Erfahrungen ein, dass eine Art unpers\u00f6nliches Schicksal zumindest zur H\u00e4lfte die Geschicke eines Herrschers bestimme. Es habe trotz bester f\u00fcrstlicher Eigenschaften und Zielsetzungen oft einen entscheidenden Einfluss darauf, ob ein kalt-berechnendes oder ein verwegenes Vorgehen von Erfolg gekr\u00f6nt sei. Aber am Ende sei das Schicksal doch \u201ewie ein Weib. Wer dasselbe unter sich bringen will, muss es schlagen und sto\u00dfen. Es l\u00e4sst sich lieber von einem, der es so behandelt, unterjochen, als von einem, der ruhig und kalt zu Werke geht.\u201c<a href=\"#_ftn9\" name=\"_ftnref9\">[9]<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2><strong>Auswahl von Mitarbeitern<\/strong><\/h2>\n<p>Mitarbeiter, die in all ihren Handlungen den F\u00fcrsten vor Augen haben und t\u00fcchtige Leistungen zeigen, m\u00fcssen nach Machiavelli geehrt werden. Ihnen m\u00fcssten eine gute Entlohnung, Ehre und Reichtum zuteilwerden, damit sie nicht nach H\u00f6herem streben. Au\u00dferdem f\u00fcrchte ein so behandelter Mitarbeiter jegliche Staatsver\u00e4nderung und halte in der Gefahr zum F\u00fcrsten. Wenn der F\u00fcrst und seine Minister sich so verhielten, dann k\u00f6nnten beide einander trauen. Wenn nicht, nehme es mit einem von beiden ein schlechtes Ende.<\/p>\n<p>Mitarbeiter, die mehr an sich als an den Herrn denken, die in allen ihren Handlungen den eigenen Vorteil vor Augen haben, w\u00fcrden niemals gute Minister, man k\u00f6nne ihnen nicht vertrauen. Machiavelli warnt zur Vorsicht bei zu ehrgeizigen Menschen.<\/p>\n<p>Des Weiteren m\u00fcssten Personen, die sich gegen\u00fcber dem F\u00fcrsten nicht verpflichten wollten, zwei Arten unterschieden werden: Derjenigen, die sich aus Angst nicht verpflichteten, m\u00fcsse man sich bedienen, besonders wenn sie Verstand h\u00e4tten. Dann ehrten sie einen, wenn es gut laufe. Im Ungl\u00fcck dagegen habe man vor ihnen nichts zu f\u00fcrchten. Aber vor solchen, die sich aus ehrgeizigen Gr\u00fcnden nicht verpflichteten, m\u00fcsse sich der F\u00fcrst h\u00fcten, denn sie seien immer bereit, bei Missgeschicken an seinem Sturze mitzuarbeiten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2><strong>Herrscher durch das Volk oder Herrscher durch die Gro\u00dfen des Volkes<\/strong><\/h2>\n<p>Machiavelli erkl\u00e4rt, dass es in jedem Staat zwei Grundstimmungen gebe: Das Volk wolle die Herrschaft und Unterdr\u00fcckung der Gro\u00dfen nicht ertragen, die Gro\u00dfen hingegen wollten das Volk unterdr\u00fccken und beherrschen. Aus diesem Widerstreit entstehe entweder Alleinherrschaft, Freiheit oder Anarchie. Dabei werde die Herrschaft entweder vom Volk oder von den Gro\u00dfen herbeigef\u00fchrt, je nachdem ob der eine oder andere Teil dazu Veranlassung habe. Wenn die Gro\u00dfen bspw. sehen, dass ihr Volk zu stark wird, dann geben sie einem der Ihrigen besondere Autorit\u00e4t, um sodann unter dem Schutz seines Ansehens ihre W\u00fcnsche befriedigen zu k\u00f6nnen. Ebenso mache es das Volk, wenn es den Gro\u00dfen nicht widerstehen kann: Es verhelfe einem besonders Angesehen zum F\u00fcrsten, um durch ihn gesch\u00fctzt zu werden.<\/p>\n<p>Aus dieser \u201eGemengelage\u201c ergebe sich folgende Aufgabe f\u00fcr den F\u00fcrsten: Er m\u00fcsse immer bestrebt sein, den Ehrgeiz der Gro\u00dfen und die Z\u00fcgellosigkeit des Volkes zu bek\u00e4mpfen. Wer durch die Hilfe der Gro\u00dfen F\u00fcrst wird, der halte sich schwerer an der Macht, als wenn er durch das Volk nach oben gekommen ist. Denn er findet sich umgeben von vielen, die sich auf ebensolcher H\u00f6he wie er sehen und die er nicht immer nach seinem Willen behandeln kann. Der F\u00fcrst durch das Volk dagegen steht ganz allein hoch und muss nur vermeiden, dass sich das Volk von ihm abwendet. Ein F\u00fcrst durch die Gro\u00dfen m\u00fcsse stets versuchen, das Volk zu gewinnen. Aber wem die Gro\u00dfen feind sind, der laufe Gefahr, dass sie ihn nicht nur verlassen, sondern gegen ihn aufstehen. Und das sei einem F\u00fcrsten besonders nahegelegt: Die Gro\u00dfen eines Volkes vergessen Beleidigungen nie, auch nicht durch Wohltaten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2><strong>Behandlung des Volkes<\/strong><\/h2>\n<p>In einem gesunden Staatswesen d\u00fcrfen die B\u00fcrger laut Machiavelli keine Sorge haben, dass sie das, was sie sich erarbeitet haben, nicht auch irgendwann genie\u00dfen k\u00f6nnen. Sie d\u00fcrfen nicht aus Furcht vor neuen Steuern den Handel liegenlassen. Der F\u00fcrst m\u00fcsse die Z\u00fcnfte ehren, das Volk mit Festlichkeit und Schauspielen besch\u00e4ftigen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2><strong>Was ist besser f\u00fcr einen F\u00fcrsten? Wenn er geliebt oder wenn er gef\u00fcrchtet ist?<\/strong><\/h2>\n<p>Machiavelli erkl\u00e4rt, wenn es m\u00f6glich w\u00e4re, w\u00e4re beides am besten. Aber das liege nun mal nicht in der menschlichen Natur, da stets eines von beiden \u00fcberwiege. Deshalb sei es besser, gef\u00fcrchtet zu werden. Denn die Menschen seien undankbar, wankelm\u00fctig und heuchlerisch, feig in der Gefahr, begierig auf Gewinn. \u201eWenn du ihnen wohltust, sind sie dir ergeben, wollen alles f\u00fcr dich opfern. Kommt die Gefahr aber n\u00e4her, emp\u00f6ren sie sich. Wer sich auf ihre Worte verl\u00e4sst, geht zugrunde.\u201c<a href=\"#_ftn10\" name=\"_ftnref10\">[10]<\/a> Was Menschen in Friedenszeiten sagten, sei nicht viel wert. Insbesondere verletzten die Menschen eher einen, der sich beliebt mache, als einen, der gef\u00fcrchtet werde. \u201eDie Zuneigung der Menschen beruht auf einem Bande der Dankbarkeit, das rei\u00dft, sobald der Eigennutz damit in Streit ger\u00e4t. Furcht vor Z\u00fcchtigung versagt aber niemals.\u201c<a href=\"#_ftn11\" name=\"_ftnref11\">[11]<\/a> Da die Liebe der Menschen von ihrer Neigung abhinge, die Furcht aber vom Betragen des F\u00fcrsten, lasse es ein weiser F\u00fcrst nicht auf die Neigungen anderer ankommen.<\/p>\n<p>Allerdings d\u00fcrfe er den Bogen hier nicht \u00fcberspannen, denn dann werde er verhasst, was eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr seine Herrschaft darstelle. Um gef\u00fcrchtet, aber nicht verhasst zu sein, m\u00fcsse ein Eingriff in das Verm\u00f6gen der B\u00fcrger und ihrer Frauen vermieden werden. Wenn jemand get\u00f6tet werden m\u00fcsse, so habe der gerechte Grund zutage zu liegen. \u201eMenschen verschmerzen allenfalls noch eher den Tod des Vaters als den Verlust des Verm\u00f6gens\u201c<a href=\"#_ftn12\" name=\"_ftnref12\">[12]<\/a>. Und au\u00dferdem: Wer einmal Verm\u00f6gen raube, der finde immer wieder Gr\u00fcnde, neues Verm\u00f6gen an sich zu rei\u00dfen.<\/p>\n<p>Ein F\u00fcrst m\u00fcsse zu befehlen wissen und ein Mann von Herz sein. Er d\u00fcrfe nicht als wankelm\u00fctig, kleinm\u00fctig, weibisch, unentschlossen gelten, in allen Verhandlungen mit den Untertanen m\u00fcssten seine Entscheidung unwiderruflich sein. Insbesondere d\u00fcrfe er im Ungl\u00fcck nicht weichen, sondern m\u00fcsse hier dreist seine Anordnungen halten, dann folge ihm auch das Volk. Er m\u00fcsse in dieser Hinsicht nur aufpassen, dass er nicht von der verfassungsm\u00e4\u00dfigen Ordnung zur absoluten Herrschaft \u00fcbergehe.<\/p>\n<p>Freigebigkeit k\u00f6nne einen F\u00fcrsten schnell verzehren, da sie viel Aufwand erfordere, der irgendwann das Volk belaste und den F\u00fcrsten verhasst oder bei Geldnot schlie\u00dflich auch ver\u00e4chtlich mache. Freigiebig solle der F\u00fcrst nur dann sein, wenn er fremdes Gut durchbringen k\u00f6nne, um z. B. seine Soldaten zu motivieren, die von Raub, Pl\u00fcnderung und Brandschatzung leben. \u201eFremdes Gut durchzubringen, macht keinen schlechten Namen\u201c<a href=\"#_ftn13\" name=\"_ftnref13\">[13]<\/a>. Ein F\u00fcrst, der keine gro\u00dfen Mittel hat, der solle lieber sparsam wirtschaften, aber sicher. Er solle bei einem sicheren Haushalt nicht f\u00fcrchten, f\u00fcr geizig gehalten zu werden. Denn darauf beruhe ja die Sicherheit seiner Herrschaft.<\/p>\n<p><strong>Unter allen Dingen, die ein F\u00fcrst vermeiden m\u00fcsse, stehe obenan, verachtet und verhasst zu sein. Freigebigkeit f\u00fchre zu beidem.<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2><strong>Grausamkeit und Gnade<\/strong><\/h2>\n<p>Machiavelli fragt sich, weshalb verbrecherische Herrscher sich manchmal ungew\u00f6hnlich lange an der Macht halten k\u00f6nnen. Seiner Ansicht nach h\u00e4ngt das wohl von der rechten oder schlechten Anwendung von Grausamkeit ab. Die rechte Grausamkeit ereigne sich ein einziges Mal zur Sicherung der Macht und werde danach lediglich zum Vorteile der Untertanen benutzt. Es sei wichtig, alle Grausamkeiten mit einem Mal zu vollf\u00fchren, um nicht alle Tage wieder damit anzufangen. Der F\u00fcrst k\u00f6nne hernach Freundschaften aufbauen, indem er von seiner demonstrierten Macht, anderen weh zu tun, eben keinen Gebrauch mache.<\/p>\n<p>Eine schlechte Grausamkeit dagegen fange zun\u00e4chst klein an und nehme mit der Zeit immer mehr zu. Der F\u00fcrst m\u00fcsse best\u00e4ndig das Schwert in der Hand halten und k\u00f6nne sich auf seine Untertanen nie verlassen, weil diese durch die unaufh\u00f6rlich erneuerten Beleidigungen kein Zutrauen finden k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Deshalb m\u00fcssten alle Verletzungen einmal geschehen, damit sie weniger \u00fcberdacht und besprochen und weniger tief gef\u00fchlt w\u00fcrden. Wohltaten aber m\u00fcssten nach und nach gezeigt werden, damit sich das Volk unaufh\u00f6rlich damit besch\u00e4ftige. Ein F\u00fcrst mag f\u00fcr milde gelten, d\u00fcrfe aber den Ruf der Grausamkeit nicht scheuen, um seine Untertanen in Einheit und Gehorsam zu halten. Mit wenigen harten Strafen k\u00f6nne er viel milder sein, als wenn durch unzeitige Milde Unordnung hervorgerufen werde mit Mord und Raub, die dann immer mehr Gewalt zur Machtsicherung n\u00f6tig mache.<\/p>\n<p><strong>Wer klug ist, der lasse alle harten Ma\u00dfregeln durch seine Mitarbeiter ausf\u00fchren, behalte Gnadenakte aber unbedingt sich selbst vor.<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2><strong>Muss ein F\u00fcrst sein Wort halten?<\/strong><\/h2>\n<p>Nein, das muss er nicht. Zwar w\u00e4re es lobenswert, aber die Erfahrung, so Machiavelli, lehre ebenso wie die Geschichte, dass F\u00fcrsten, welche mit List die Menschen zu bet\u00f6ren verstehen, gro\u00dfe Dinge ausgerichtet und am Ende die Ehrlichen und Redlichen \u00fcberwunden haben. Ein kluger F\u00fcrst k\u00f6nne und d\u00fcrfe daher sein Wort nicht halten, wenn dessen Erf\u00fcllung sich gegen ihn selbst richten w\u00fcrde oder wenn die Ursachen aufh\u00f6rten, die ihn dazu bewogen h\u00e4tten. Dies insbesondere vor dem Hintergrund, dass man von den meisten Menschen realistischerweise nicht erwarten k\u00f6nne, dass sie sich an ihr gegebenes Wort hielten.<\/p>\n<p>Es gebe zwei Wege f\u00fcr den F\u00fcrsten, zu k\u00e4mpfen: den gesetzlichen Weg, das ist die Sitte der Menschen, und den gewaltsamen Weg, das ist die Weise der Tiere. Wenn der erste nicht reiche, m\u00fcsse zum anderen \u00fcbergegangen werden, da oftmals die Beschr\u00e4nkung auf den einen Weg nicht zum Ziel f\u00fchre. Machiavelli verweist in diesem Zusammenhang auf Achilles und andere Helden der antiken Sagenwelt, welche von dem Zentauren Chiron aufgezogen und unterwiesen wurden. Das halb menschliche, halb tierische Wesen habe seinen Sch\u00fclern beigebracht, beide Naturen gleicherma\u00dfen gebrauchen zu lernen.<\/p>\n<p>Die Tierseite im Menschen beinhalte zwei M\u00f6glichkeiten, die Machiavelli als Fuchs- und L\u00f6wennatur bezeichnet. Der starke L\u00f6we entgehe der Schlinge nicht, der kluge Fuchs aber k\u00f6nne sich nicht gegen den Wolf wehren. Machiavelli nimmt an, dass eine ausgepr\u00e4gte Fuchsnatur den F\u00fcrsten am weitesten bringe. Man m\u00fcsse diese aber nach au\u00dfen hin gut verstecken.<\/p>\n<p>\u201eJa, ich wage zu sagen, da\u00df es sehr scha\u0308dlich ist, sie zu besitzen und sie stets zu beachten; aber fromm, treu, menschlich, gottesfu\u0308rchtig und ehrlich zu scheinen ist nu\u0308tzlich. Man mu\u00df nur sein Gemu\u0308t so gebildet haben, da\u00df man, wenn es no\u0308tig ist, auch das Gegenteil vermag. Und dies ist so zu verstehen, da\u00df ein Fu\u0308rst, insbesondere ein neuer Fu\u0308rst, nicht all das beachten kann, was bei anderen Menschen fu\u0308r gut gilt; denn oft mu\u00df er, um seine Stellung zu behaupten, gegen Treu und Glauben, gegen Barmherzigkeit, Menschlichkeit und Religion versto\u00dfen.\u201c<a href=\"#_ftn14\" name=\"_ftnref14\">[14]<\/a><\/p>\n<p>Nichts sei notwendiger als der Schein der Tugend. Denn die Menschen urteilten im Ganzen mehr nach den Augen als nach dem Gef\u00fchl. Augen habe jeder offen, das richtige Gef\u00fchl aber bes\u00e4\u00dfen nur wenige. Jeder sehe, was der F\u00fcrst zu sein scheine, nur wenige merkten, wie er wirklich beschaffen sei. Diese wenigen aber wagten es nicht, der Stimme des gro\u00dfen Haufens zu widersprechen. Der F\u00fcrst sei nur darauf bedacht, zu siegen und den Staat zu erhalten. Die Mittel w\u00fcrden immer f\u00fcr ehrenvoll gelten und von jedermann gelobt werden, denn der gro\u00dfe Haufen halte es immer mit dem Schein und mit dem Ausgang.<\/p>\n<p>\u201eDie Welt ist voll von P\u00f6bel, und die wenigen Kl\u00fcgeren kommen nur zu Worte, wenn es dem gro\u00dfen Haufen, der in sich selbst keine Kraft hat, an einer St\u00fctze fehlt.\u201c<a href=\"#_ftn15\" name=\"_ftnref15\">[15]<\/a><\/p>\n<p>Machiavelli res\u00fcmiert: Wenn man die Macht habe, dann verlasse man den geraden Weg nicht. Aber wenn es sein m\u00fcsse, dann m\u00fcsse man auch den krummen Weg betreten k\u00f6nnen. In diesem Zusammenhang sei eine Anekdote aus dem Leben des oben erw\u00e4hnten Cesare Borgias erz\u00e4hlt. Als dieser die Romagna unter sich brachte, fand er das Land in Unordnung, denn die alten Herrscher hatten es hemmungslos gepl\u00fcndert. Um die Ordnung wiederherzustellen, erteilte Borgia einem entschlossenen und grausamen Mann alle Gewalt in seinem Namen. Er sah, dass dadurch zwar die Ordnung wiederhergestellt wurde, aber dass durch die H\u00e4rte seines Vertreters Hass entstehen konnte. Um dem abzuhelfen, hielt er einen allgemeinen Gerichtshof ab, zu dem jede Stadt ihren Vertreter schickte. Borgia suchte sodann die Gunst des Volkes zu gewinnen, indem er erkl\u00e4rte, dass alle Grausamkeit nicht von ihm herr\u00fchre, sondern von seinem obersten Vertreter. Wenig sp\u00e4ter lie\u00df er diesen dann in zwei St\u00fccke zerrissen ausstellen, so dass das Volk seine Genugtuung erhielt und eine Zeitlang in dumpfer Ruhe gehalten war.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2><strong>Behandlung von Gegner und Kollaborateuren<\/strong><\/h2>\n<p>Einen besiegten Gegner m\u00fcsse man nicht hart bestrafen, erkl\u00e4rt Machiavelli entschieden. Diejenigen, die gegen einen Eindringling gek\u00e4mpft haben, k\u00f6nnten nach der Niederlage leicht gewonnen werden. Sie m\u00fcssten ja den ersten schlechten Eindruck ausl\u00f6schen. Auf der anderen Seite seien diejenigen, die mit dem Eindringling kollaboriert haben, vorher unzufrieden gewesen und w\u00fcrden es irgendwann auch mit dem neuen F\u00fcrsten sein, stellten also eine latente Gefahr dar. Diejenigen jedoch, die gegen den Einmarsch gek\u00e4mpft h\u00e4tten, seien vorher zufrieden gewesen und k\u00f6nnten es auch zuk\u00fcnftig bleiben.<\/p>\n<p>Ein F\u00fcrst m\u00fcsse sich vor dem Eindringen in ein fremdes Land immer zun\u00e4chst mit den schwachen Unzufriedenen im Land verb\u00fcnden, die ihn hereinlie\u00dfen. Er sollte sich aber gut \u00fcberlegen, wie lange er diese Bande pflegt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2><strong>Ein F\u00fcrst muss Partei ergreifen, Neutralit\u00e4t kann gef\u00e4hrlich sein<\/strong><\/h2>\n<p>Grunds\u00e4tzlich m\u00fcsse der F\u00fcrst den Ruf des Gro\u00dfen suchen und sich daher als ernstlicher Freund oder Feind erweisen. Daher sollte er ohne Bedenklichkeit und entschieden Partei ergreifen, weil dies mehr Ruhm bewirke, als neutral zu bleiben.<\/p>\n<p>\u00dcberdies k\u00f6nne es erhebliche Gefahren mit sich bringen, wenn ein F\u00fcrst die Anfrage auf Unterst\u00fctzung eines m\u00e4chtigen Nachbarn, der sich im Streite mit einer fremden Macht befindet, mit dem Einnehmen einer neutralen Haltung beantworte. Siegt die fremde Macht, erwarte sie nichts von dem F\u00fcrsten und werde ihn schnell zur Beute nehmen wollen \u2013 zur Zufriedenheit des Geschlagenen, der es dem F\u00fcrsten \u00fcbel nehme, dass man lediglich neutral geblieben sei. Gewinnt aber der m\u00e4chtige Nachbar, habe man keinen Freund, weil man ja eben nur neutral geblieben ist. Der Nachbar ist noch m\u00e4chtiger geworden und werde den F\u00fcrsten nun \u00fcber kurz oder lang ebenfalls als Beute betrachten.<\/p>\n<p>Ganz anders sieht es aus, wenn der F\u00fcrst entschieden Partei ergriffen hat: Verliert der Nachbar, so habe er zumindest einen Freund, der dem F\u00fcrsten beistehe. Gewinnt der Nachbar, dann ist er zwar der M\u00e4chtige in der Region geworden, aber er sei dem F\u00fcrsten doch zur Dankbarkeit verpflichtet, denn so vollst\u00e4ndig siege niemand, dass er darauf keine R\u00fccksicht zu nehmen brauche.<\/p>\n<p><strong>Machiavelli warnt: Jemand, der dir r\u00e4t, neutral zu bleiben in seinem Konflikt, ist dir feind, weil du dann auf jeden Fall verlierst.<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2><strong>Wie k\u00f6nnen Schmeichler gemieden werden?<\/strong><\/h2>\n<p>Es gibt laut Machiavelli nur ein geeignetes Mittel: Der F\u00fcrst muss zeigen, dass er die Wahrheit h\u00f6ren kann, ohne dadurch beleidigt zu werden. Aber nicht jeder d\u00fcrfe die Wahrheit sagen, denn das verletze die Ehrerbietung. Der F\u00fcrst m\u00fcsse gescheite Leute ausw\u00e4hlen, denen allein es erlaubt sei, die Wahrheit zu sagen. Sie m\u00fcssten gedr\u00e4ngt werden, stets ganz offen die Tatsachen zu benennen, und der F\u00fcrst m\u00fcsse ihnen z\u00fcrnen, wenn sie das nicht tun. Allerdings d\u00fcrfe ihnen nur erlaubt werden, frank und frei \u00fcber diejenigen Gegenst\u00e4nde zu sprechen, \u00fcber die sie befragt w\u00fcrden. Niemand d\u00fcrfe dem F\u00fcrsten ungefragt einen Rat erteilen.<\/p>\n<p>Am Ende m\u00fcsse der F\u00fcrst selbst die Entscheidung treffen und d\u00fcrfe beschlossene Sachen nicht wieder besprechen oder von fr\u00fcheren Beschl\u00fcssen abweichen. Wer es anders mache, werde von Schmeichlern ins Verderben gebracht oder durch sein Schwanken in seinen Entschl\u00fcssen ver\u00e4chtlich.<\/p>\n<p>Deshalb, so schlie\u00dft Machiavelli, gebe es keine guten F\u00fcrsten wegen guter Berater. Denn ein schlechter F\u00fcrst werde irgendwann von einem f\u00e4higen Berater gest\u00fcrzt.<\/p>\n<p>\u201eDer F\u00fcrst\u201c hat Machiavelli f\u00fcr Jahrhunderte dem Verdacht ausgesetzt, egoistische, machtbesessene Herrschaftsanspr\u00fcche zu rechtfertigen bzw. sie auch noch zu adeln. Bei genauerer Betrachtung wird aber ein Werk erkennbar, das von n\u00fcchterner Menschenkenntnis und herausragenden strategischen Gedankeng\u00e4ngen gepr\u00e4gt ist. Man ist geneigt zu sagen, dass Machiavelli gerade dadurch zum b\u00f6sen Meister der Machtinstinkte geworden ist, weil er allzu offen Mechanismen beschrieb, welche den gro\u00dfen \u201eF\u00fcchsen\u201c der Weltgeschichte nur zu bekannt und gel\u00e4ufig waren.<\/p>\n<p>Machiavelli widmete dieses Werk Lorenzo di Medici, Sohn des Piero, dem Enkel <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Lorenzo_il_Magnifico\">Lorenzos des Pr\u00e4chtigen<\/a>. Sicherlich nicht ohne Hintergedanken, aber insbesondere auch mit dem Wunsch, seine Ratschl\u00e4ge k\u00f6nnten dereinst einem gro\u00dfen F\u00fcrsten den Weg bereiten zur Rettung und Einigung Italiens. Wie idealistisch und heimatverbunden Machiavelli neben seinen skeptischen Analysen der Menschen und der Politik dachte und f\u00fchlte, zeigt der abschlie\u00dfende Aufruf am Ende des \u201eF\u00fcrsten\u201c sehr deutlich:<\/p>\n<p>\u201eMan lasse also diese Gelegenheit nicht voru\u0308bergehen, auf da\u00df Italien nach so langer Zeit seinen Retter erscheinen sehe. Ich finde keine Worte dafu\u0308r, mit welcher Liebe er in all den La\u0308ndern aufgenommen wu\u0308rde, die unter fremder Bedru\u0308ckung gelitten haben, mit welchem Rachedurst, welcher unwandelbaren Treue, welcher Ehrfurcht, welchen Tra\u0308nen! Welche Tore wu\u0308rden sich ihm verschlie\u00dfen? Welches Volk wu\u0308rde ihm den Gehorsam versagen? Welcher Neid ko\u0308nnte sich gegen ihn regen? Welcher Italiener wu\u0308rde ihm die Ehrerbietung verweigern? Jeden ekelt die Herrschaft der Barbaren. So ergreife denn Euer erlauchtes Haus diese Aufgabe mit dem Mut und der Hoffnung, womit gerechte Unternehmungen begonnen werden, damit das Vaterland unter seinen Fahnen geadelt werde und unter seiner Fu\u0308hrung das Wort des Petrarca in Erfu\u0308llung gehe:<\/p>\n<p>Wenn Tapferkeit den Rasenden Entgegentritt, so wird der Kampf nicht lang:<br \/>\nNoch ist die Kraft des Altertums In italienischen Herzen nicht erstorben.\u201c<a href=\"#_ftn16\" name=\"_ftnref16\">[16]<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4><strong>Quellen:<\/strong><\/h4>\n<p><em>Der F\u00fcrst<\/em>, Frankfurt am Main, Insel Verlag, 2001.<\/p>\n<p>Machiavelli Der Fu\u0308rst, Aus dem Italienischen von Friedrich von Oppeln-Bronikowski, Insel Verlag, Frankfurt am Main, 1990.<\/p>\n<p>Volker Reinhardt: <em>Machiavelli oder Die Kunst der Macht. Eine Biographie.<\/em> M\u00fcnchen 2012.<\/p>\n<p>Niccolo Machiavelli: <em>Geschichte von Florenz.<\/em> In: Herfried M\u00fcnkler (Hrsg.): <em>Politische Schriften.<\/em> \u00dcbersetzt von Johannes Ziegler. Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt a. M. 1991.<\/p>\n<p><u>Wikipedia<\/u><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Discorsi_sopra_la_prima_deca_di_Tito_Livio\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Discorsi_sopra_la_prima_deca_di_Tito_Livio<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Niccol\u00f2_Machiavelli\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Niccol\u00f2_Machiavelli<\/a><\/p>\n<p><u>Youtube<\/u><\/p>\n<p>\u201eNiccol\u00f2 Machiavelli Portrait\u201c , <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=EfzHCppazq4\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=EfzHCppazq4<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> \u201c(<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/w\/index.php?title=Delroy_L._Paulhus&amp;action=edit&amp;redlink=1\">Paulhus<\/a>&amp; <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/w\/index.php?title=Kevin_M._Williams&amp;action=edit&amp;redlink=1\">Williams<\/a>, 2002)<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Machiavelli Der Fu\u0308rst, Aus dem Italienischen von Friedrich von Oppeln-Bronikowski, Insel Verlag, Frankfurt am Main, 1990, S. 79.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> ( <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Niccolo_Machiavelli\">Niccolo Machiavelli<\/a>: <em>Geschichte von Florenz.<\/em> In: <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Herfried_M%C3%BCnkler\">Herfried M\u00fcnkler<\/a> (Hrsg.): <em>Politische Schriften.<\/em> \u00dcbersetzt von Johannes Ziegler. Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt a. M. 1991, S. 318)<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Machiavelli Der Fu\u0308rst, Aus dem Italienischen von Friedrich von Oppeln-Bronikowski, Insel Verlag, Frankfurt am Main, 1990, S. 65.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> \u201eNiccol\u00f2 Machiavelli Portrait\u201c , <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=EfzHCppazq4\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=EfzHCppazq4<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a> Machiavelli Der Fu\u0308rst, Aus dem Italienischen von Friedrich von Oppeln-Bronikowski, Insel Verlag, Frankfurt am Main, 1990, S. 87.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref7\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a> Reginald Pole (1961 : 55) Vgl. (Michael Szurawitzki ,Contra den &#8222;rex iustus\/rex iniquus&#8220;?: der Einfluss von Machiavellis Il Principe auf Marlowes &#8222;Tamburlaine&#8220;, Shakespeares &#8222;Heinrich V.&#8220; und Gryphius&#8216; &#8222;Leo Armenius&#8220;, K\u00f6nigshausen &amp; Neumann, 2005)<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref8\" name=\"_ftn8\">[8]<\/a> Machiavelli Der Fu\u0308rst, Aus dem Italienischen von Friedrich von Oppeln-Bronikowski, Insel Verlag, Frankfurt am Main, 1990, S. 38.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref9\" name=\"_ftn9\">[9]<\/a> Machiavelli Der Fu\u0308rst, Aus dem Italienischen von Friedrich von Oppeln-Bronikowski, Insel Verlag, Frankfurt am Main, 1990, S. 120.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref10\" name=\"_ftn10\">[10]<\/a> Machiavelli Der Fu\u0308rst, Aus dem Italienischen von Friedrich von Oppeln-Bronikowski, Insel Verlag, Frankfurt am Main, 1990, S. 83.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref11\" name=\"_ftn11\">[11]<\/a> Machiavelli Der Fu\u0308rst, Aus dem Italienischen von Friedrich von Oppeln-Bronikowski, Insel Verlag, Frankfurt am Main, 1990, S. 104.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref12\" name=\"_ftn12\">[12]<\/a> Machiavelli Der Fu\u0308rst, Aus dem Italienischen von Friedrich von Oppeln-Bronikowski, Insel Verlag, Frankfurt am Main, 1990, S. 84.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref13\" name=\"_ftn13\">[13]<\/a> Machiavelli Der Fu\u0308rst, Aus dem Italienischen von Friedrich von Oppeln-Bronikowski, Insel Verlag, Frankfurt am Main, 1990, S. 81.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref14\" name=\"_ftn14\">[14]<\/a> Machiavelli Der Fu\u0308rst, Aus dem Italienischen von Friedrich von Oppeln-Bronikowski, Insel Verlag, Frankfurt am Main, 1990, S. 88.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref15\" name=\"_ftn15\">[15]<\/a> Machiavelli: Der F\u00fcrst von Niccol\u00f2 Machiavelli, August Wilhelm Rehberg (\u00dcbersetzer), Armin Fischer (Hrsg.\/\u00dcbersetzer), Aurabooks, 2019, S. 65.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref16\" name=\"_ftn16\">[16]<\/a> Machiavelli: Der F\u00fcrst von Niccol\u00f2 Machiavelli, August Wilhelm Rehberg (\u00dcbersetzer), Armin Fischer (Hrsg.\/\u00dcbersetzer), Aurabooks, 2019, S. 125.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf Niccol\u00f2 di Bernardo dei Machiavelli (03.Mai 1469 &#8211; 21.Juni 1527) geht der Begriff des \u201eMachiavellismus\u201c zur\u00fcck. 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