{"id":566,"date":"2017-03-06T19:32:16","date_gmt":"2017-03-06T18:32:16","guid":{"rendered":"https:\/\/gegenstrom.org\/?p=566"},"modified":"2020-02-03T17:59:22","modified_gmt":"2020-02-03T16:59:22","slug":"von-ausgetrampelten-pfaden-oder-warum-parteien-keine-ewigkeitsgarantie-haben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gegenstrom.org\/en\/von-ausgetrampelten-pfaden-oder-warum-parteien-keine-ewigkeitsgarantie-haben\/","title":{"rendered":"Von ausgetrampelten Pfaden. Oder: Warum Parteien keine Ewigkeitsgarantie haben."},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-size: 14pt;\">F\u00fcr die meisten Rechten sind Parteien ein essentieller Wegbereiter f\u00fcr die langersehnte Wende. Sie stellen eine Organisationsform dar, deren Wert nach Ansicht der meisten Rechten darin begr\u00fcndet liegt, dass ausschlie\u00dflich durch eine politische Partei an der Willensbildung teilgenommen werden kann. Angesichts der Konzeption des poltischen Systems in Deutschland, welches den Parteien eine zentrale Rolle im Willensbildungsprozess beimisst, klingt diese These auch schl\u00fcssig. Schlie\u00dflich ist das politische System in Parteien organisiert, die laut Art. 21 GG [Parteien] als notwendiger Bestandteil auch rechtlich abgesichert sind. Vor allem, wenn es um eine deutschlandweite Einflussnahme der Meinungs- oder Willensbildung geht, scheint die Organisierung innerhalb von Parteien unausweichlich zu sein. In der Vergangenheit gab es dazu mehrere Versuche der Rechten, \u00fcber die Organisierung in Parteien Einfluss auf das politische System auszu\u00fcben und ggf. \u2013 solange der Wille vorhanden war \u2013 auch eine politische und somit gesellschaftliche Wende hervorzurufen. Offensichtlich sind die Initiatoren und Protagonisten von dem Gedanken ausgegangen, dass jede gesellschaftliche Wende zun\u00e4chst eine politische voraussetze. Doch wissen wir dank Antonio Gramsci, einem italienischen Marxisten, der sich mit dem metapolitischen Ansatz befasst hat, dass eine politische Wende nur dann m\u00f6glich ist, wenn auch die gesellschaftlichen Voraussetzungen dazu geschaffen sind. D.h. zun\u00e4chst braucht eine politische Bewegung, die Aussicht auf Erfolg haben will, sozialen sowie psychologischen R\u00fcckhalt innerhalb der Bev\u00f6lkerung, die sie nur bekommen kann, wenn sie sich dieser annimmt und einen gesellschaftlichen Paradigmenwechsel vorantreibt. Ich m\u00f6chte dem Leser also aufzeigen, dass die Organisierung innerhalb einer Partei kein Allheilmittel ist. Ich m\u00f6chte ihn sogar darauf hinweisen, dass die Mitgliedschaft innerhalb einer solchen Organisation von den Machthabern gewollt sein kann, aber zumindest dazu f\u00fchrt, dass die Stellung des Establishments weiter gefestigt wird, solange keine au\u00dferparlamentarischen Vereine und Organisationen existieren, mit denen diese Partei intermedi\u00e4r zusammenwirken kann.<\/span><\/p>\n<h2><strong>Was wir von der Kriegskunst lernen k\u00f6nnen: Die richtige Strategie und Taktik<\/strong><\/h2>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Der preu\u00dfische Milit\u00e4rstratege Carl von Clausewitz schrieb in seinem Buch <em>Vom Kriege<\/em>, dass \u201e<em>der Krieg eine blo\u00dfe Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln<\/em>\u201c<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> sei. Diese These kann auch umformuliert werden, indem wir sagen, dass <strong>die Politik die Fortf\u00fchrung des Krieges nur mit anderen Mitteln ist<\/strong>. Denn auch wenn sich in der Politik die Rahmenbedingungen, d.h. vor allem die Ressourcen \u00e4ndern, handelt es sich letztlich nur um die \u00c4nderung der Strategie bei Fortf\u00fchrung des Zweckes, \u201eden Gegner zur Erf\u00fcllung unseres Willens zu zwingen.\u201c<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a> Zwar sagt Clausewitz, dass \u201eman mit dem Frieden den Zweck erreicht und das Gesch\u00e4ft des Krieges als beendigt ansehen\u201c<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a> m\u00fcsse, doch unterliegt besonders in der Politik ein stetes Wechselspiel von Kr\u00e4ften, um dem jeweils anderen seinen Willen aufzuzwingen. Denn um nichts anderes handelt es sich bei der Meinungs- und Willensbildung. Innerhalb des repr\u00e4sentativ, d.h. indirekt demokratisch organisierten politischen Systems der Bundesrepublik Deutschland, agieren diverse Parteien, die sich jeweils in diversen Richtungen gegeneinander bewegen. Es handelt sich auch hierbei um den \u201eerweiterten Zweikampf\u201c, den wir uns als zwei Ringende vorstellen k\u00f6nnen. Clausewitz l\u00e4sst uns wissen:<\/span><\/p>\n<blockquote><p><span style=\"font-size: 14pt;\"><em>\u201eJeder versucht den anderen durch physische Gewalt zur Erf\u00fcllung seines Willens zu zwingen; sein n\u00e4chster Zweck ist, den Gegner niederzuwerfen und dadurch zu jedem ferneren Widerstand unf\u00e4hig zu machen.\u201c<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\"><strong>[4]<\/strong><\/a><\/em><\/span><\/p><\/blockquote>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Diese Metapher kann auch auf jede parteipolitische Auseinandersetzung umgem\u00fcnzt werden. Nur handelt es sich hierbei h\u00e4ufig nicht um physische, sondern psychische Gewalt, die angewendet wird, um dem Gegner seinen Willen aufzuzwingen, ihn niederzuwerfen und zu jedem Widerstand unf\u00e4hig zu machen. Die Protagonisten befinden sich auf mehreren Schlachtfeldern und machen sich taktische Mittel dienlich, die sie zum Einsatz bringen, um ihre Strategien umzusetzen. U.a. geh\u00f6rt zu diesen taktischen Mitteln die Gefolgschaft, aber auch die Verleumdung. Innerhalb des Krieges gibt es keine Regeln und das erste, was im Krieg stirbt, ist nicht ein Soldat oder Wahlk\u00e4mpfer, sondern die Wahrheit. Wer sich auf dem politischen Parkett bewegen m\u00f6chte, muss sich dar\u00fcber im Klaren sein, dass er die Massen bespielen muss. Es handelt sich dabei vor allem um ungleichartige Massen (foules h\u00e9t\u00e9rog\u00e8nes), welche nach Gustave Le Bon eine geringe Urteilsf\u00e4higkeit aufweisen, zudem mangelhaft kritisch denken k\u00f6nnen, schnell erregbar und leichtgl\u00e4ubig sowie einf\u00e4ltig sind<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a>. Diese Massen sind nicht durch rationale Argumente zu \u00fcberzeugen. Sie sind in einem Schauspiel, welches von Sensationen und Behauptungen zum Gegenkandidaten gepr\u00e4gt sein muss, davon zu \u00fcberzeugen, dass man der richtige Gesch\u00e4ftsmann f\u00fcr das Political Business ist.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Wie oben bereits erw\u00e4hnt wurde, ist das politische Parteiensystem rechtlich abgesichert. Wer an der politischen Willensbildung teilnehmen m\u00f6chte, kann dies sicherlich auch anderweitig tun, doch wird er \u2013 m\u00f6chte er die <em>Kunst des M\u00f6glichen<\/em> (BISMARCK) auch in der Praxis anwenden \u2013 nicht umhin kommen, sich innerhalb einer Partei zu engagieren. Dies bedeutet allerdings, sich auf ein schmutziges Gesch\u00e4ft einzulassen. Vor allem bedeutet es, die Regeln des Gegners anzunehmen. Der Gegner \u2013 hier das politische Establishment \u2013 zwingt also uns, dem Widerstand, seinen Willen auf. Er \u201ezwingt\u201c uns dazu, am Parteienleben mitzuwirken, wenn wir politischen Einfluss gewinnen wollen. Er setzt uns mit seiner <em>Political Correctness<\/em> eine vorgefertigte Sprache vor und zwingt alle Partizipanten, die \u201eVerhaltensregeln\u201c anzunehmen. Wer dies nicht tut, wird von den hiesigen Medien in der Luft zerfetzt. Der j\u00fcngste Fall in der Bundesrepublik d\u00fcrfte Bj\u00f6rn H\u00f6cke und seine \u201eDresdener Holocaust-Rede\u201c<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\">[6]<\/a> sein. Der SPON berichtete dieser Tage von seinen \u201eumstrittenen \u00c4u\u00dferungen\u201c, die zu einer Pr\u00fcfung durch die Staatsanwaltschaft f\u00fchrte. Die Folgen aus der sog. <em>Dresdner Rede<\/em> k\u00f6nnten f\u00fcr Bj\u00f6rn H\u00f6cke das politische Aus bedeuten.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Der chinesische Milit\u00e4rstratege Sun Tsu sagt in seinem Werk <em>Die Kunst des Krieges<\/em>, dass man sich nicht zu \u201e<em>lange in gef\u00e4hrlich isolierten Positionen<\/em>\u201c aufhalten soll. \u201e<em>Wenn du eingeschlossen wirst, mu\u00dft du eine Kriegslist anwenden. Wenn du in einer hoffnungslosen Position bist, mu\u00dft du k\u00e4mpfen.<\/em>\u201c<a href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref7\">[7]<\/a> Der Gegner versucht uns stetig in derartige Situationen zu bringen und uns somit seinen Willen aufzuzwingen, indem er uns seine Sprache auferlegt und durch die meinungsmachenden Medien verzerrte Bilder von Rechten in die K\u00f6pfe der Rezipienten \u2013 und damit auch der oben benannten heterogenen Masse \u2013 pflanzt. Dieses Draufhauen auf H\u00f6cke ist solch eine vom Gegner bewusst produzierte \u201egef\u00e4hrlich isolierte Position\u201c<a href=\"#_ftn8\" name=\"_ftnref8\">[8]<\/a>. Die AfD ist darauf hereingefallen und zerfleischt sich nun vor den Augen der deutschen \u00d6ffentlichkeit und somit seiner W\u00e4hlerschaft. Und letztlich geht es einer als Partei organisierten Gruppe nur um eines: Die Gewinnung von W\u00e4hlermassen \u2013 also foules h\u00e9t\u00e9rog\u00e8nes.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">In einem weiteren Kriegsstrategem r\u00e4t Sun Tsu dem Leser, nur dort anzutreten, wo er auch eine realistische Chance auf den Sieg hat. Letztlich \u201e<em>sucht im Krieg der siegreiche Stratege nur dann den Kampf, wenn der Sieg bereits errungen ist, wogegen jener, der zum Untergang verurteilt ist, zuerst k\u00e4mpft und danach den Sieg sucht.<\/em>\u201c<a href=\"#_ftn9\" name=\"_ftnref9\">[9]<\/a> Solche Szenarien haben wir insbesondere in der Vergangenheit bei der Nationaldemokratischen Partei Deutschlands (NPD) gesehen. Die NPD gleicht zwar gewisserma\u00dfen einem \u201eStehaufm\u00e4nnchen\u201c, aber nutzt dies dennoch nichts, wenn einfach keine nennenswerten Erfolge eingefahren werden. Ich bin auf diesen Aspekt und den etwaigen Werdegang dieser Partei in den letzten Jahrzehnten bereits in meinem ebenfalls auf diesem Blog erschienen Artikel <em>Die R\u00fcckkehr der echten Rechten: Warum wir eine Neue Rechte brauchen<\/em> bereits Anfang dieses Jahres eingegangen. Die NPD hat in der j\u00fcngsten Vergangenheit vermeintlich viele Verluste an Mitgliedern erleiden m\u00fcssen, u.a. deshalb, weil sie diesem Strategem keine Ber\u00fccksichtigung beima\u00df oder es ihnen schlicht und ergreifend nicht bekannt war. Sun Tsu sagt hierbei mit anderen Worten, dass man nur dort das Schlachtfeld betreten sollte, wo man auch eine realistische Chance auf den Sieg hat. Oder anders gesagt: Wo es nichts zu holen gibt, da lass ich die Finger von! Sinnlose Wahlk\u00e4mpfe und die Aufstellung von zweitklassigem Personal, nur um auf dem Wahlzettel aufzutauchen, haben zu Verschwendung von Ressourcen und Verbrennung von gutem Personal gef\u00fchrt.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Deshalb weist der chinesische General den Leser darauf hin, dass der Ort des Geschehens m\u00f6glichst immer zu bestimmen ist. So r\u00e4t er: \u201eT\u00e4usche sie mit Verlockungen und lasse sie jeweils zu dem Ort eilen, den du bestimmst.\u201c<a href=\"#_ftn10\" name=\"_ftnref10\">[10]<\/a> D.h. wir bringen den Gegner dazu, unsere Regeln anzunehmen. Letztlich lehrt uns die Kunst des Krieges, \u201enicht darauf zu hoffen, da\u00df der Feind nicht kommt, sondern darauf zu bauen, da\u00df wir bereit sind, ihn zu empfangen; nicht auf die M\u00f6glichkeit zu hoffen, da\u00df er nicht angreift, sondern auf die Tatsache, da\u00df wir unsere Stellung uneinnehmbar gemacht haben.\u201c<a href=\"#_ftn11\" name=\"_ftnref11\">[11]<\/a> Unzweifelhaft ist dabei die Identit\u00e4re Bewegung ein hervorstechendes Beispiel f\u00fcr diese Art des Kampfes. Mit ihren spektakul\u00e4ren Aktionen schafft sie es nicht nur mit relativ geringem Einsatz (Ressourcen) eine m\u00f6glichst hohe Wirkung (Erreichung des Zwecks) zu erzielen. Sie sucht den Ort des Geschehens aus (Bsp. Brandenburger Tor), zwingt den Gegner (die Medien) durch die hohe Au\u00dfenwirkung, \u00fcber sie zu berichten und ihm letztlich ihren Willen auf. Auch wenn die Medien kein gutes Haar an ihr gelassen haben, so haben sie sie bekannter gemacht als je zuvor. Auch das Ausweichen auf soziale Medienplattformen oder private Nachrichtendienste wie Twitter haben den neuen US-Pr\u00e4sidenten zum Erfolg gef\u00fchrt. Trump hat sich \u00fcber den gesamten Wahlkampf u.a. deshalb so gut verkaufen k\u00f6nnen, weil er sich eben nicht an die Regeln gehalten hat. Er hat die Regeln neu definiert und wahrscheinlich damit revolutioniert. Das viele Geld des Establishments war in diesem \u201easymmetrischen Krieg\u201c v\u00f6llig unbedeutend, da Trump stets das \u201eSchlachtfeld\u201c w\u00e4hlte, dass er auch beherrschte.<\/span><\/p>\n<h2><strong>Das eherne Gesetz der Oligarchie<\/strong><\/h2>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><em>Partei<\/em>, der Begriff leitet sich vom lateinischen <em>pars<\/em> oder <em>partis<\/em> ab, was so viel wie <em>Teil<\/em> oder <em>Richtung<\/em> bedeutet. Eine Partei spiegelt somit auch gar nicht den von vielen Rechten postulierten <em>Volkswillen<\/em> wider, da es sich laut sprachlicher Definition bei einer Partei niemals um eine <em>Volkspartei<\/em> handeln kann. Die Gegenwart zeigt eindeutig, dass eine Partei ein Volk auch dann regieren kann, wenn sie entgegengesetzte Interessen verfolgt. Laut Robert Michels ist die Oligarchisierung von Parteien eine logische Folge einer jeden b\u00fcrokratischen Organisation. Sein \u201eehernes Gesetz der Oligarchie\u201c l\u00e4sst sich in drei Hypothesen gliedern<a href=\"#_ftn12\" name=\"_ftnref12\">[12]<\/a>:<\/span><\/p>\n<ol>\n<li><span style=\"font-size: 14pt;\">Sobald Menschengruppen oder Gruppierungen gro\u00df genug sind, bilden sie b\u00fcrokratische Organisationen, die die Effizienz erh\u00f6hen.<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-size: 14pt;\">In jeder B\u00fcrokratie besteht die Tendenz zur Herausbildung einer Machtelite.<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-size: 14pt;\">Dadurch entsteht eine Herrschaft der Wenigen, die sich letztlich f\u00fcr den Machterhalt korrumpieren lassen.<\/span><\/li>\n<\/ol>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Nach Michels durchl\u00e4uft also jede Partei fr\u00fcher oder sp\u00e4ter diesen Prozess der Oligarchisierung. Wer hier hofft, diesen Prozess l\u00e4ngerfristig aufzuhalten oder gar umkehren zu k\u00f6nnen, den warnt G\u00f6tz Kubitschek<a href=\"#_ftn13\" name=\"_ftnref13\">[13]<\/a>:<\/span><\/p>\n<blockquote><p><span style=\"font-size: 14pt;\"><em>&#8222;Es kann nur um eine Verz\u00f6gerung des Ablaufs dieser Gesetzm\u00e4\u00dfigkeit<\/em> (das eherne Gesetz der Oligarchie, Anm. d. Verf.) <em>gehen, niemals um ihre grunds\u00e4tzliche Aushebelung (\u2026) Es ist K\u00e4rrnerarbeit in Niederungen und ein Fl\u00fcssighalten des sowieso gefrierenden Wassers.\u201c<\/em><\/span><\/p><\/blockquote>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Die Richtigkeit des <em>ehernen Gesetzes<\/em> kann jederzeit in den gro\u00dfen \u201eVolksparteien\u201c, aber auch innerhalb der rechten Parteien \u00fcberpr\u00fcft werden. So hat sich bereits in der Alternative f\u00fcr Deutschland (AfD) eine oligarchische Clique gebildet, die offensichtlich gegen die Interessen der Partei bzw. der Parteigefolgschaft agitiert. Die Reaktionen bzgl. der <em>Dresdner Rede<\/em> vom Th\u00fcringischen AfD-Fraktionsvorsitzenden, Bj\u00f6rn H\u00f6cke, zeigen deutlich, welche Machtk\u00e4mpfe sich innerhalb dieser Partei vor den Augen der \u00d6ffentlichkeit abspielen. Diejenigen, die ein Ausschlussverfahren gegen den derzeitig beurlaubten Gymnasiallehrer anstreben, scheinen dabei nicht von inhaltlichen Diskursen motiviert zu sein. Es handelt sich h\u00f6chstwahrscheinlich um ein reines Messen der Kr\u00e4fteverh\u00e4ltnisse. Eine \u00e4hnliche Entwicklung gab es bereits bei der Nationaldemokratischen Partei Deutschlands (NPD), wo sich insbesondere nach dem Erstarken der NPD in Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern zunehmend Grabenk\u00e4mpfe innerhalb der Parteispitze abspielten. Dass es auch hier selten um Inhalte ging, sollte u.a. der mittlerweile in Mallorca verhaftete ehemalige NPD-Chef Holger Apfel beweisen. Dieser hat inzwischen seine eigene S\u00fchneschrift <em>Irrtum NPD. Ansichten. Einsichten. Erkenntnisse. Ein Vierteljahrhundert in der NPD<\/em> publiziert. Darin zieht Apfel seinen pers\u00f6nlichen Schlussstrich unter dieses Kapitel. Obgleich er einst einer der bekanntesten rechten Politiker in Deutschland war, ist er heute als einer der gr\u00f6\u00dften Deserteure unter jenen \u201eRechten\u201c, die sich vor dem System ergaben und Fahnenflucht begannen, bekannt.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Ein grundlegender Fehler, den viele Rechte immer wieder begehen, ist die Annahme, dass das bereits \u201egefrorene Wasser\u201c, um bei Kubitscheks Worten zu bleiben, wieder fl\u00fcssig gemacht werden kann. Tats\u00e4chlich handelt es sich bei diesen Auseinandersetzungen innerhalb von Organisationsspitzen nicht um Inhaltliche, sondern um rein wirtschaftlich bzw. machtpolitisch motivierte Konkurrenzk\u00e4mpfe. In den oberen Reihen konzentrieren sich zum gr\u00f6\u00dften Teil jene Kenner der Macht, die von machiavellistischem Denken geleitet werden und denen es keineswegs mehr um jenen Idealismus geht, der einst als die Motivation f\u00fcr die Parteigr\u00fcndung galt. Hier geh\u00f6rt keine Moral hin. Die Kenner der Macht tun alles, um ihre Interessen umzusetzen und an der Macht zu bleiben. Dies mag f\u00fcr jene, die von einem friedlichen und demokratischen Utopia tr\u00e4umen, ein herber Schlag sein. Doch in solchen machtpolitischen Sph\u00e4ren, sind Ideale nur \u201eBallast\u201c, der zumeist dazu f\u00fchrt, dass jene, die es gut und ehrlich meinen, fr\u00fcher oder sp\u00e4ter die Segel streichen. Einige m\u00f6gen den Kampf um die Pfr\u00fcnde \u00fcberstehen. Sie sind aber nicht stark genug, sich in dieser von Oligarchen dominierten Welt durchzusetzen. Und darum geht es in den obersten Reihen: Wer setzt sich am Ende durch?<\/span><\/p>\n<h2><strong>Was also tun?<\/strong><\/h2>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Eingangs wurde bereits der Ansatz der Metapolitik als Alternative zum Kampf um die Parlamente angedeutet. Metapolitik, das ist das, was sich hinter oder \u00fcber der sogenannten realen Politik befindet. Metapolitik ist vor allem ein Feld, welches wir bedienen k\u00f6nnen, da sich der Feind l\u00e4ngst nicht mehr so sehr auf diesem Gebiet bewegt, wie er es vielleicht noch in den 1970er Jahren getan hat. Das Establishment, also jene Eliten, die mittlerweile offen gegen die Interessen des Volkes agieren, hat sich derma\u00dfen von der Gesellschaft entfernt, dass hier ein bedeutendes Vakuum hinterlassen wurde. Die sog. Mittelschicht, die offensichtlich vom Establishment und dem Kapitalismus abgeh\u00e4ngt wurde, ist sichtlich dem t\u00e4glichen Schauspiel des Wahlkampfes \u00fcberdr\u00fcssig. Wie viele glauben noch daran, dass das, was Claus Kleber jeden Abend erz\u00e4hlt, wirklich eine Bedeutung f\u00fcr sie hat? Hier m\u00fcssen wir ansetzen! Es deutet sich ein Paradigmenwechsel in unsere Richtung tendierend an. B\u00fcrgervereine und Protestbewegungen sind heute nicht mehr aus dem Kampffeld der Politik wegzudenken. Sie haben einen gr\u00f6\u00dferen Einfluss auf das politische Gebaren, als es von mir pers\u00f6nlich \u00fcberhaupt noch f\u00fcr m\u00f6glich gehalten wurde. Auch \u00c4u\u00dferungen des Establishments gegen die protestierende W\u00e4hlerschaft (siehe z.B. Maas, Gabriel und Gauck) sind Wasser auf unsere M\u00fchlen. Der Feind wird in eine Ecke gezwungen. Er wird gezwungen, Stellung zu beziehen, wodurch sich die Gegens\u00e4tze zwischen den Klassen der Herrschenden und der Beherrschten verst\u00e4rken. Heute ist ein weitaus breiteres Spektrum an Zuh\u00f6rern f\u00fcr uns erreichbar, als es noch vor etwa 3 Jahren der Fall war. Der \u201eResonanzraum\u201c (KUBITSCHEK) hat sich also erweitert.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Hier gilt es anzusetzen und den Schulterschluss mit den b\u00fcrgerlich-patriotischen Elementen zu suchen, um rechte Ansichten weiter in die Mitte des Volkes zu tragen. Auch wenn der eine oder andere von uns denken mag, dass die Postulate der B\u00fcrgerlichen nicht weit genug gehen m\u00f6gen, so darf er sich nicht beirren lassen. Im Gegenteil: Der B\u00fcrgerliche ist heute offener f\u00fcr unsere Forderungen als er es je zuvor war. Es gilt, ihn noch weiter nach rechts zu ziehen und aus der Abdankung Merkels die Zerschlagung des Establishments zu formen. Dazu dienen uns Vereine, Organisationen im Kleinen, die es uns erm\u00f6glichen, flexibel und weitestgehend vom politischen Establishment unber\u00fchrt zu agieren. Die Arbeit im Netz durch derartige Blogs ist nur ein kleiner Anfang. Die Vernetzung mit den verschiedenen rechten Gruppen und Bewegungen zu einem Widerstand muss das Ziel eines jeden aufrechten Europ\u00e4ers und Deutschen sein.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Anders als es, wie eingangs erw\u00e4hnt, viele Rechte glauben, ist die Parlamentsarbeit sinnlos, wenn die jeweilig streitende Partei keinen R\u00fcckhalt in der Bev\u00f6lkerung hat. Was die Gr\u00fcnen und KP\u2019ler nach 1968 den <em>Marsch durch die Institutionen<\/em> genannt haben, ist solch eine reine metapolitische Herangehensweise an die Erringung der Macht. Wer Macht will, muss also durch geschickte Vernetzungsarbeit, durch Lobbyismus im Volk und durch bewusst gezielte Aktionen sowie Aktivit\u00e4ten auf Basis von echten Taten in die Mitte des Volkes hineinwirken.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Es gilt, die Machenschaften der Herrschenden zu enth\u00fcllen!<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Es gilt, sich in au\u00dferpolitische Vereine und Organisationen zu bet\u00e4tigen. Ich m\u00f6chte nicht dazu aufrufen, sich nur der Metapolitik wegen zu engagieren. Wer \u00fcberzeugt von einer Sache ist, der wirkt integer und somit auch \u00fcberzeugend. Es bieten sich so viele M\u00f6glichkeiten, die mit unseren Forderungen einhergehen: Umweltschutz- und Heimatverein, Wandervereine, Sozialvereine, Winterhilfswerke, THW oder Feuerwehr et al.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Es gilt, Aktivit\u00e4ten zu entfalten, die vor allem die Jugend aus der Lethargie in ein von Gruppendynamiken gekennzeichnetes Leben f\u00fchren. Die Schaffung einer Gemeinschaft ist das festeste Fundament, das eine Gruppe oder Bewegung besitzen kann.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Es gilt, seine Strategie so auszurichten, dass dem Feind m\u00f6glichst wenig Angriffsfl\u00e4che geboten wird. Das hei\u00dft nicht, dass sich die Rechte von ihren fundamentalen Forderungen distanziert, wie es leider schon so viele innerhalb der Neuen Rechten tun.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Es gilt, seine eigene Sprache zu sprechen und sie in die Gesellschaft zu tragen. Wir d\u00fcrfen nicht die Sprache des Feindes undifferenziert \u00fcbernehmen. Wer seine eigene Sprache spricht, wei\u00df wovon er redet. Wer die Begriffe einer Gesellschaft definiert, definiert auch die Gedanken derselben.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Die Entwicklung verl\u00e4uft in unsere Richtung. Wir m\u00fcssen nur zupacken und den Verlauf weiterf\u00fchren. Clausewitz und Sun Tsu dienen uns hier als wichtige Ratgeber in diesem Kampf. Politik ist die Fortf\u00fchrung des Krieges, nur mit anderen Mitteln. Bedienen wir uns endlich der Mittel und machen wir (Meta-)Politik!<\/span><\/p>\n<h2><strong>Literaturquellen<\/strong><\/h2>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">CLAUSEWITZ, C. (1963). <em>Vom Kriege<\/em>. Erschienen im ROWOHLT als Rowohlts Klassiker der Literatur und der Wissenschaft. Deutsche Literatur \u2013 Band 12. Herausgegeben von W. Pickert &amp; W. Ritter v. Schramm<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">GRUNWALD, W. (2008). <em>Geld kauft Einfluss: Das eherne Gesetz der Oligarchie<\/em>. Erschienen bei Leuphana Universit\u00e4t L\u00fcneburg. Verf\u00fcgbar unter: <a href=\"http:\/\/www.leuphana.de\/fileadmin\/user_upload\/PERSONALPAGES\/Fakultaet_1\/Grunwald_Wolfgang\/files\/Fachartikel\/Geld_kauft_Einfluss_01.Okt08.pdf\">http:\/\/www.leuphana.de\/fileadmin\/user_upload\/PERSONALPAGES\/Fakultaet_1\/Grunwald_Wolfgang\/files\/Fachartikel\/Geld_kauft_Einfluss_01.Okt08.pdf<\/a> (01.03.2017)<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">KUBITSCHEK, G. (2016). <em>Nach dem Triumph der AFD (2): Das sowieso gefrierende Wasser<\/em>. Artikel auf der Netzseite der Sezession. Verf\u00fcgbar unter: <a href=\"http:\/\/sezession.de\/53523\">http:\/\/sezession.de\/53523<\/a> (01.03.2017)<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Le Bon, G. (2012). <em>Psychologie der Massen<\/em>. (7. Auflage). \u00dcbersetzt vom Franz\u00f6sischen ins Deutsche von Rudolf Eisler. Nikol Verlagsgesellschaft mbH &amp; Co.KG, Hamburg. Zum ersten Mal 1895 im Franz\u00f6sischen erschienen<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">SPON (2017). Dresdner Holocaust-Rede. Staatsanwaltschaft stellt Ermittlungen gegen H\u00f6cke ein. Artikel erschienen auf der Internetseite von Spiegel-Online. Verf\u00fcgbar unter: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/afd-ermittlungen-gegen-bjoern-hoecke-eingestellt-a-1136897.html\">http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/afd-ermittlungen-gegen-bjoern-hoecke-eingestellt-a-1136897.html<\/a> (01.\u00df3.2017)<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">SUN TSU (2015). Die Kunst des Krieges (14. Auflage). Genehmigte Lizenzausgabe f\u00fcr Nikol Verlagsgesellschaft mbH &amp; Co. KG, Hamburg, 2008<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Leicht ver\u00e4ndertes Zitat von CLAUSEWITZ 1963, S. 22<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Ebd., S. 13<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Ebd., S. 24<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Ebd., S. 13<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> LE BON (2012), S. 161<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a> SPON (2017)<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ftnref7\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a> SUN TZU (2015), S. 75<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ftnref8\" name=\"_ftn8\">[8]<\/a> Das Urteil des Bundesverfassungsgerichtes vom 17.01.2017 d\u00fcrfte auch so eine bewusst vom Gegner produzierte, gef\u00e4hrlich isolierte Position sein. Oder zumindest wird damit ein neuer Ball ins Rollen gebracht, der letztlich neue Regeln f\u00fcr die Partizipanten bedeuten k\u00f6nnte. Es wurde ja bereits mehrfach auf diesem Blog vor m\u00f6glichen Folgen des Urteils zum NPD-Verbotsverfahren gewarnt.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ftnref9\" name=\"_ftn9\">[9]<\/a> Ebd., S. 40 f.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ftnref10\" name=\"_ftn10\">[10]<\/a> Ebd., S. 77<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ftnref11\" name=\"_ftn11\">[11]<\/a> Ebd., S. 78<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ftnref12\" name=\"_ftn12\">[12]<\/a> u.a. GRUNWALD (2008), S. 11-14<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ftnref13\" name=\"_ftn13\">[13]<\/a> KUBITSCHEK 2016<\/span><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00fcr die meisten Rechten sind Parteien ein essentieller Wegbereiter f\u00fcr die langersehnte Wende. 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