die zivilisatorische Ebene<\/span><\/li>\n<\/ul>\nKeine der Ebenen darf hierbei mehr betont werden, weil sie sonst mit den anderen kollidiert und das Gleichgewicht zerbricht. Die notwendige Anerkennung dieser Ebenen ist der Schl\u00fcssel zum Verst\u00e4ndnis dieses Artikels und seiner Problematik, denn zu lange wurde nur von Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien etc. als Staaten gesprochen und Europa war gerade gut genug, wenn es um die Abgrenzung zu den anderen Kontinenten, ja zur Abgrenzung aller nicht westlich gepr\u00e4gten Teilen der Welt gut war. Das allgemeine Problem ist hierbei, dass noch immer die Organisation \u00fcber die Idee bestimmt. Stellen wir uns einmal ein Volk als die Idee und seine geschaffene Ordnung, die Recht und Solidarit\u00e4t untereinander verspricht, die Organisation, als den Staat vor. Keiner wird dieser Auffassung widersprechen, dass nur so zum Wohle aller geherrscht werden kann, wenn die Gesetze und Tugenden die der Staat nach innen und au\u00dfen zu vertreten hat, dem Seelenleben des Volkes entsprechen. Dabei ist es zun\u00e4chst unwichtig, um welche der 3 legitimen Staatsformen des Aristoteles es sich hierbei handelt.<\/span><\/p>\nDennoch hat sich eine andere Auffassung vom Wesen des Staates durchgesetzt, n\u00e4mlich jene der Franz\u00f6sischen Revolution. Gerade das zentralistische Frankreich, in dem alle F\u00e4den in Paris zusammenlaufen, ist genau das Gegenst\u00fcck zur Ausbildung von Lokalidentit\u00e4ten. Im Zuge des Aufschwungs von \u201eFreiheit, Gleichheit und Br\u00fcderlichkeit\u201c wurden auch die zahlreichen regionalen Kulturen wie die bretonische, baskische, elsass-lothringische in ihrer Entfaltung gehemmt. Man hat es seither in Europa nicht mehr verstanden, eine Ordnung zu etablieren, die sich nicht nach den Interessen der Eliten richtet, sondern an den ethnischen und kulturellen Verh\u00e4ltnissen in den jeweiligen Regionen orientiert. So treten in Europa heute viele Aufst\u00e4ndische, Sezessionisten und Freiheitsk\u00e4mpfer auf, die jene Ordnung durcheinander zu bringen scheinen. Solche Unabh\u00e4ngigkeitsbestrebungen finden wir bei den Schotten, S\u00fcd-Tirolern, Sarden, Basken und den Katalanen. Diese V\u00f6lker existieren nicht nur in den K\u00f6pfen irgendwelcher \u00f6rtlichen Intelligenzen, sie unterscheiden sich mehr oder weniger stark in ihrer ethnokulturellen Identit\u00e4t im Vergleich zur Bev\u00f6lkerungsmehrheit ihres Staates. Die Zugeh\u00f6rigkeit der S\u00fcd-Tiroler zum deutschen Volk ist genauso wenig eine Fiktion wie die mehrheitlich keltisch gepr\u00e4gte Lebensweise der Schotten, Iren und Waliser im Vergleich zu den angels\u00e4chsischen Nachbarn.<\/span><\/p>\n