{"id":4212,"date":"2019-12-08T15:16:13","date_gmt":"2019-12-08T14:16:13","guid":{"rendered":"https:\/\/gegenstrom.org\/?p=4212"},"modified":"2020-02-05T08:58:09","modified_gmt":"2020-02-05T07:58:09","slug":"die-balkanisierung-europas-der-grosse-austausch-und-seine-folgen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gegenstrom.org\/en\/die-balkanisierung-europas-der-grosse-austausch-und-seine-folgen\/","title":{"rendered":"Die Balkanisierung Europas \u2013 Der gro\u00dfe Austausch und seine Folgen"},"content":{"rendered":"<p><em>Im Folgenden ver\u00f6ffentlichen wir den Vortrag des Politikwissenschaftlers <strong>Dr. Tomislav Sunic<\/strong>, den er auf dem <a href=\"https:\/\/gegenstrom.org\/en\/rechtes-colloquium-zum-thema-szenarien-2035-metapol-laedt-zu-geopolitischem-seminar-ein\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">5. Seminar f\u00fcr rechte Metapolitik<\/a> am 23. November 2019 hielt. Sunic geht dabei auf das aus seiner Sicht m\u00f6gliche Szenario der Balkanisierung Europas ein und untersucht die Ursachen desselben. Dabei befasst er sich auch kritisch mit dem in Europa seit mehr als einem Jahrtausend bestehenden Christentum sowie der Lehre von einer universellen Gleichheit, wie sie heute vom Klerus postuliert w\u00fcrde.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>\u201eBalkanisierung\u201c als Begriff und geschichtliche Entwicklung<\/h2>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u201eBalkanisierung\u201c &#8211; ein neutraler und g\u00e4ngiger Begriff f\u00fcr multiethnische und multirassische Staaten, die in der Regel immer einer gewaltigen Aufl\u00f6sung ausgesetzt sind. Die zahlreichen Autoren, Politiker, sowie die Medien benutzen seit langem das Wort Balkanisierung, um die b\u00fcrgerkriegs\u00e4hnliche Lage in einem multiethnischen Staat darzustellen. In heutigen Medien h\u00f6rt man oft \u00fcber die Balkanisierung Nordamerikas und der EU, wo sich die Bewohner dieser Staaten mehr und mehr ethnisch und rassisch wie zwei Pole gegen\u00fcberstehen. \u201e<em>\u00dcberall und zur Freude der Antiamerikaner sowie der Gleichg\u00fcltigkeit der Eliten laufen wir der Gefahr einer Balkanisierung und einem Auseinanderbrechen Amerikas entgegen<\/em>\u201c, (1) prophezeite in 2007 der bekannte amerikanische konservative Politiker Patrick Buchanan.<\/p>\n<p>\u00c4hnliche balkanesische Parallelen\u00e4ngste sowie die Nutzung des Wortes Balkanisierung findet man t\u00e4glich in systemfreundlichen Medien im Westen, besonders in Bezug auf die k\u00fcnftige Lage der EU nach dem Brexit\u2014wobei manche Systempolitiker ganz offen vorhersagen, \u201e<em>dann droht die Balkanisierung Europas<\/em>\u201c (2).\u00a0 M\u00f6gliche Balkanisierungs-Szenarien im gegenw\u00e4rtigen Europa und Amerika haben heute v\u00f6llig andere Ursachen, die sich zumeist durch den Zuzug nichteurop\u00e4ischer Migranten erkl\u00e4ren. Diese sind l\u00e4ngst in der heutigen BRD, eine Nachkriegsentit\u00e4t, die mehr und mehr von zahlreichen au\u00dfereurop\u00e4ischen Parallelgesellschaften und ethnischen Clans auseinandergerissen wird, sichtbar.<\/p>\n<p><em>Balkan<\/em>, <em>Balkanesen<\/em>, <em>Balkanentum<\/em> and <em>Balkanisierung<\/em> sind auch Begriffe, die oft als beleidigende Schimpfworte in den Balkanl\u00e4ndern erklingen. Besonders die Kroaten werden \u00e4rgerlich, wenn westliche Ausl\u00e4nder und Medien Kroatien zum Balkan z\u00e4hlen. Ihrerseits beharren die Kroaten darauf, dass Kroatien nicht dem Balkan zugeh\u00f6re, sondern ein Teil Mitteleuropas ist (3). Zudem betonen die Kroaten, dass ihr Land jahrhundertelang ein Teil des Kaiserreichs \u00d6sterreich-Ungarn und der venezianischen Republik war, und deshalb dem Abendland angeh\u00f6re. Vielmehr sind im kroatischen Sprachgebrauch die Balkanesen zumeist die \u201eb\u00f6sen\u201c andersartigen, namentlich die \u00f6stlichen Nachbarn Bosniaken, Albaner und Serben.<\/p>\n<p>Balkanisierung ist nicht nur ein Problem der geographischen Entortung. Balkanisierung bedeutet auch eine biokulturelle Entartung, wobei verschiedene V\u00f6lkerschaften und Ethnien aufgrund ihrer verlorenen oder mangelnden Identit\u00e4t in Konflikt geraten. Balkanisierung und interethnische Kleinkriege in Europa und Nordamerika scheinen in der nahen Zukunft unausweichlich zu sein, obgleich wir derzeit nicht wissen, wie und wann und welche Gestalt diese Kleinkriege annehmen werden.<\/p>\n<p>Der Lauf der Geschichte und somit ebenso wenig der Beginn eines Balkanisierungsprozesses sind nicht vorhersehbar. Die Geschichte ist immer offen und folgt stets unvorhersehbaren Verl\u00e4ufen. Es ist viel leichter f\u00fcr einen Historiker, \u00fcber ehemalige Ereignisse zu sprechen, als sich den Zukunftsprognosen zahlreicher moderner Soziologen und Politologen anzuschlie\u00dfen. Prognosen, die sich in der Regel immer als falsch herausstellen. Der Historiker st\u00fctzt sich in seinen Analysen auf seinen Kausalnexus, um Ursachen und Wirkungen in ein vern\u00fcnftiges Verh\u00e4ltnis zu bringen.\u00a0 Der Zufall, der Ernstfall oder die Pl\u00f6tzlichkeit in der Politik spielen in der Erw\u00e4gung heutiger systemfreundlicher Historiker jedoch eine untergeordnete Rolle.<\/p>\n<p>Bisher ist die Einheit jeder politischen Analyse immer der einzelne Staat gewesen. Heute, in der globalen und vernetzten Welt, ist dies nicht l\u00e4nger der Fall. Die traditionelle Rolle des Staates wird von supranationalen und suprastaatlichen Instanzen ersetzt. Es gibt in Westeuropa heute keinen einzigen Staat, der noch ethnisch und kulturell homogen ist, wie es noch vor ca. 60 Jahren weitgehend der Fall war. Im Durchschnitt besteht gegenw\u00e4rtig die Bev\u00f6lkerung jedes einzelnen EU-Staates aus 15 % Bewohnern nichteurop\u00e4ischer Abstammung. In den USA betr\u00e4gt dieser entsprechende Anteil sogar fast 50 %. Diesbez\u00fcglich kann man freilich \u00fcber eine neue Balkanisierung des Abendlandes reden, dessen Parallelgesellschaften wenig gemeinsam haben und fr\u00fcher oder sp\u00e4ter Unruhen und Kleinkriege ausl\u00f6sen werden.<\/p>\n<p>Der einzige Grund, dass es derzeit keine gewaltigen und massiven zwischenrassischen Konflikte in Westeuropa und Amerika gibt, liegt an der Tatsache, dass Amerika und Westeuropa noch immer relativ wohlhabende L\u00e4nder sind, deren gro\u00dfz\u00fcgige Sozialausgaben an die au\u00dfereurop\u00e4ischen Migranten den sozialen Frieden bewahren sollen. Das westliche System und dessen kleiner Ableger EU, so wie wir es kennen, basiert seit einem Jahrhundert lediglich auf \u201eder heiligen Wirtschaftlichkeit\u201c, wie es einst von dem deutschen Soziologen Werner Sombart genannt wurde (4). Dieses System, in dem der Fortschrittsglaube eine neue Religion geworden ist, wird auch zugrunde gehen, sobald diese heilige Wirtschaftlichkeit kein Heil f\u00fcr ihre multiethnische Bewohner mehr versprechen kann.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>\u00dcber die Nichtigkeit von Voraussagungen<\/h2>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u00dcber die Nichtigkeit politischer Prognosen kann man noch etwas hinzuf\u00fcgen. Vor 30 Jahren konnte niemand, auch die besten Meinungsforscher der Neuzeit nicht, den Fall der Berliner Mauer voraussagen. Ebenso war keiner in der Lage, vor 30 Jahren das Ende des multiethnischen Jugoslawiens zu prognostizieren. (5)\u00a0 Nur hinterher gab es eine Menge selbsternannter Experten, die \u00fcber vergangene kausale Zusammenh\u00e4nge schwadronierten.\u00a0 Auch auf philosophischer Ebene finden wir heute selbsternannte Stoiker und Fatalisten gleich Seneca im alten Rom, die eine Neigung zur g\u00f6ttlichen Vorherbestimmung aller politischen Ereignisse zeigen. Seneca selbst schrieb: \u201e<em>Niemand ist ein wirklich guter Mensch ohne Gott. \u2026Oder k\u00f6nnte sich jemand ohne seine Hilfe \u00fcber das Schicksal erheben? Ihm verdanken wir alle unsere gro\u00dfen und erhabenen Entschl\u00fcsse. [\u2026]<\/em>\u201c (6). Solches deterministisches bzw. def\u00e4tistisches Verhalten ist sehr g\u00e4ngig bei vielen unserer christlichen Landsleute, die f\u00fcr ihre Leiden immer den warnenden Finger Gottes erblicken. Damit rechtfertigen sie den Mangel an ihrem eigenen Willen zur Macht und ihre Abwesenheit an der Abwendung bevorstehender Katastrophen.<\/p>\n<p>Wie stellt sich nun die Zukunftsfrage hinsichtlich der au\u00dfereurop\u00e4ischen Migrantenflut?\u00a0 Niemand konnte vor 10 Jahren diese gro\u00dfe Migrantenwelle nach Europa prognostizieren, deren schwerwiegende Folgen heute noch nicht abzusehen sind. Ebenso wenig konnte niemand im Jahr 1936 in Deutschland die millionenfache volksdeutsche Fl\u00fcchtlingskatastrophe in Mittel und Osteuropa 10 Jahre sp\u00e4ter voraussagen (7). Nat\u00fcrlich k\u00f6nnte der heutige V\u00f6lkeraustausch von jedem europ\u00e4ischen Staat jederzeit gestoppt oder auch r\u00fcckg\u00e4ngig gemacht werden \u2013 solange europ\u00e4ische\u00a0 Politiker genug Mut zur Macht haben,\u00a0 solange sie politische Entscheidungen treffen wollen, oder anders gesagt, so lange die EU Entschlossenheit zeigt, den Zuzug der Migranten aufzuhalten \u2013 wenn man nur den Willen dazu h\u00e4tte. Jeglicher Grenzschutz w\u00e4re sicherlich noch kosteng\u00fcnstiger als die Kosten der Kollateralsch\u00e4den einer ungez\u00fcgelten Immigration.<\/p>\n<p>Besonders ist diese Angst vor Entscheidungen hinsichtlich der au\u00dfereurop\u00e4ischen Migrantenstr\u00f6me bei der hochneurotisierten politischen Klasse in der BRD sichtbar, welche die st\u00e4ndige Angst vor der Faschismuskeule sp\u00fcrt. \u201e<em>Der Antifaschismus ist eine Fundamentalnorm der politischen Kultur Deutschlands seit 1945.<\/em>\u201c (8)<\/p>\n<p>Warum fehlt es bei westlichen Politikern an politischem Entscheidungsmut in Bezug auf den Migrantenstopp? Die Antwort zu dieser Frage ist nicht schwer zu erraten.\u00a0 Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs fehlt es bei den Politikern in der EU am Willen zur Macht, oder diplomatisch gesagt, es fehlt ihnen der Begriff des Politischen, oder auch noch philosophisch ausgedr\u00fcckt, es mangelt ihnen am Sinn f\u00fcr das Tragische. Allerdings ist solches <em>un-tragisches<\/em> Verhalten heutiger EU-Politiker v\u00f6llig im Einklang mit ihrem Zweckoptimismus, der auch als Gr\u00fcndungsmythos des liberalen Systems fungiert. Das apolitische Verhalten der Regierenden in Europa und Amerika sollte gar keine \u00dcberraschung f\u00fcr uns sein, da die zugrundeliegende Ideologie des Systems keinen politischen Einzelwillen heutiger Politiker dulden darf. Dazu kommt auch die Angst, besonders inmitten der liberalen bundesdeutschen Politiker, dass eine Entscheidung \u00fcber die Abschiebung von Migranten sofort als Faschismus gebrandmarkt w\u00fcrde, ein Stigma, das kein deutscher Politiker medial \u00fcber sich ergehen lassen darf.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Genom und Geopolitik<\/h2>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In der Tat bleibt Geopolitik ein wichtiger Bereich der Staatswissenschaft. Es ist eine Binsenwahrheit, dass sich alles bewegt und \u00e4ndert, nur nicht die geographische Lage unserer L\u00e4nder. Unser Glaube, unsere Wahrheiten kommen und gehen, doch unsere Landkarte bleibt immer immobil und wird noch mehrere \u00c4onen so bleiben &#8211; sogar mit Restdeutschen, Nichtdeutschen oder Neudeutschen.\u00a0 Geopolitik und unser Genom sind immer eine Konstante im Gegensatz zu politischen Mythen und Theologien, die st\u00e4ndig neuem Wandel unterliegen. In Berlin, am selben Ort, unter dem selben Himmel, hielten Friedrich der Gro\u00dfe, Kanzler Bismarck und Frau Merkel ihre Reden und alle drei haben auch dieselbe Luft geatmet, obgleich sie alle von verschiedenem politischen Mythos angetrieben wurden.\u00a0 Heute kann jedoch selbst eine vorteilhafte geopolitische und insulare Lage auf der Landkarte, wie es zum Beispiel auf die ideale Verortung der Vereinigten Staaten zutrifft, in der globalisierten und balkanisierten Welt nicht gegen fremde Invasoren sch\u00fctzen.<\/p>\n<p>Die USA und besonders die BRD f\u00fchlen sich deshalb verpflichtet, ihre Ersatzsouver\u00e4nit\u00e4t nicht an ihren jeweiligen Grenzen zu behaupten, zum Beispiel in den Karawanken oder entlang des Rio Grande Flusses, sondern weit weg und in den meisten F\u00e4llen in den Herkunftsl\u00e4ndern der Migranten.\u00a0 Dies ist ein weiterer Beleg daf\u00fcr, dass der heutige Nationalstaat keine souver\u00e4ne Rolle mehr spielen darf.<\/p>\n<p>Wieder ben\u00f6tigen wir eine Begriffserkl\u00e4rung. Wir sollten einen wichtigen Unterschied zwischen Anlass und Ursachen in Bezug auf den Migrantenstrom erkennen. Hier soll man auch unterstreichen, dass die deutsche Sprache, im Gegensatz zur englischen und franz\u00f6sischen Sprache einen feinen Unterschied zwischen Ursache und Anlass kennt. Nicht die vorderasiatischen oder afrikanischen oder islamischen Einwanderer tragen Schuld an der Balkanisierung Europas, sondern die westlichen Systempolitiker und ihre intellektuelle Oberklasse. In jedem Fall sind die Migranten auch Opfer dieses globalistischen Systems.\u00a0 Der Anlass zum jetzigen V\u00f6lkeraustausch waren Kriege am Anfang der neunziger Jahre des vorigen Jahrhunderts im Mittleren Osten und Afrika sowie der Zusammenbruch jeglichen Staatsverst\u00e4ndnisses bei verschiedenen V\u00f6lkern in diesem Teil der Welt. Die Ursachen und Urwurzeln des heutigen V\u00f6lkeraustauschs in Europa sind jedoch vielschichtig und andernorts zu suchen &#8211; zumeist in der politischen Theologie der Neuzeit.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Der Einfluss des Neokonservatismus<\/h2>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Einer der Anl\u00e4sse des heutigen Gro\u00dfen Austauschs liegt in den 90er Jahren des vorigen Jahrhunderts, als US-amerikanische Neokonservative und Berater des ehemaligen US Pr\u00e4sidenten George W. Bush vom Ausbruch des \u201earabischen Fr\u00fchlings&#8220; geschw\u00e4rmt haben. Nicht zu vergessen ist ihre Rolle bei der Installierung des PNAC (Project for New American Century) oder zu Deutsch \u201cNeues amerikanisches Jahrhundert\u201c hinsichtlich der neuen Ausrichtung in der amerikanischen Au\u00dfenpolitik. Bemerkenswert zu zitieren ist hier ein am 3. April 2003 in der bekannten israelischen Tageszeitung <em>Haaretz<\/em> erschienener Artikel, dessen Autor schrieb: \u201e<em>Der Krieg im Irak wurde von 25 neokonservativen Intellektuellen konzipiert, von denen die meisten j\u00fcdisch sind und die den Pr\u00e4sidenten Bush dazu gedr\u00e4ngt hatten, den Lauf der Geschichte zu \u00e4ndern.<\/em>\u201c (9) Das Ziel dieser neokonservativen Intellektuellen und Bush-Berater war und ist auch heute weniger, die Demokratie in der arabischen Welt herzustellen, als vielmehr die israelische Vorherrschaft im Nahen Osten zu sichern. Zwanzig Jahre danach sehen wir die chaotischen Folgen dieser amerikanisch gesteuerten Demokratisierung bzw. Balkanisierung des Mittleren Ostens und Nordafrikas, die die endlosen lokalen Kriege, dysfunktionale und gesetzlose Staaten, und zu guter Letzt Massenmigrationen sowie die globale Bedrohung durch den Terrorismus ausgel\u00f6st haben.<\/p>\n<p>Die wahren haupts\u00e4chlichen Ursachen dieses Migrationsstroms sollten wir jedoch in dem uralten christlichen Glauben von Gleichheit und Br\u00fcderlichkeit aller Menschen und in ihren modernen Ablegern im Kommunismus und Multikulturalismus suchen. Es wird oft die Rolle des h\u00f6heren katholischen Klerus in Amerika und Europa in Bezug auf heutige au\u00dfereurop\u00e4ische Migrantenstr\u00f6me \u00fcbersehen. Insbesondere sind die katholischen Kreise heute die lautesten Bef\u00fcrworter der nichteurop\u00e4ischen Migranten \u2014 was wiederum v\u00f6llig im Einklang mit ihrem \u00d6kumenismus bzw. christlichen Universalismus steht.\u00a0 Zum Beispiel steht die Deutsche Bischofskonferenz unter dem Vorsitz einflussreicher Kardin\u00e4le, die die multikulturelle Doktrin predigen und offen das Evangelium der grenzenlosen multiethnischen Gesellschaft fordern. (10)<\/p>\n<p>Nun, es ist l\u00e4cherlich, \u00fcber das Ende Europas zu jammern, angesichts der Tatsache, dass schon viele Orte in der BRD, in der EU und Amerika mehr afrikanisch oder arabisch aussehen, als Teile Marokkos oder Nigerias. Aber auch das Gegenteil ist mancherorts anzutreffen. In Lateinamerika oder in manchen Stadtenklaven S\u00fcdafrikas leben nur wei\u00dfe Einwohner. Allerdings ist V\u00f6lkeraustausch gar nichts neues in der Geschichte, da er schon in der j\u00fcngeren europ\u00e4ischen Geschichte in verschiedenen Richtungen stattgefunden hat. Dutzende Millionen Deutsche sowie Millionen anderer Europ\u00e4er haben sich schon in den letzten 150 Jahren eine neue au\u00dfereurop\u00e4ische Heimat gesucht und sich eine v\u00f6llig neue Nationalidentit\u00e4t angeeignet. Dennoch haben sie alle ihre uralte gemeinsame biokulturelle Identit\u00e4t beibehalten.\u00a0 Es ist sehr wahrscheinlich, dass das heutige Deutschland seinen Namen behalten wird, aber es wird wahrscheinlich in der nahen Zukunft von ganz anderen Ethnien bewohnt werden. Auch der umgekehrte Fall kann eintreten, wobei Millionen Bio-Europ\u00e4er sich eine neue Heimat in Afrika, oder Australien oder in Osteuropa oder im riesigen Russland suchen k\u00f6nnten.\u00a0 In unserem Gr\u00fcndungsmythos und in zahlreichen Schriften deutscher Denker und Dichter berufen wir uns alle auf europ\u00e4ischst\u00e4mmige Bewohner von Troja, obgleich dieses seit jeher in Asien liegt und heute ein Ort in der T\u00fcrkei ist.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Das Ende einer Tragik?<\/h2>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Demzufolge stellt sich die Frage, wo lebt heute ein guter Europ\u00e4er oder besser noch, was bedeutet es heute, ein guter Europ\u00e4er zu sein? Ist ein Bauer im ethnisch homogenen Rum\u00e4nien oder Kroatien ein besserer Europ\u00e4er, oder ist ein Nachkomme der dritten Generation eines Somaliers oder Maghrebiner, der in Berlin oder Paris wohnt, ein besserer Europ\u00e4er? In ethnischer oder rassischer Hinsicht ist Osteuropa ohnehin mehr europ\u00e4isch als Westeuropa oder Nordamerika.<\/p>\n<p>Die Linke und die Liberalen predigen gerne Menschenrechte und beharren darauf, dass es keine Unterschiede zwischen den Menschen gebe, und all unsere ethnischen, geschlechtlichen oder v\u00f6lkischen Identit\u00e4ten nur ein blo\u00dfes Sozialkonstrukt seien, das man immer mit einem anderen austauschen k\u00f6nne.\u00a0 Auffallend ist, dass diese Weltverbesserer oder Gutmenschen nie die enormen und menschenunw\u00fcrdigen Wohlstandsunterschiede zwischen dem globalen Establishment und einfachen B\u00fcrgern antasten wollen, sondern solche \u00f6konomischen Ungleichheiten vielmehr noch tolerieren. &#8222;<em>Viele derjenigen, die mit ihrem letzten Atemzug diese Rechte und Gleichheit verteidigen w\u00fcrden (wie viele englische und amerikanische Liberale), schrecken zur\u00fcck vor jeglicher wirtschaftlichen Gleichmacherei<\/em>&#8220; (11).\u00a0 Die heilige Wirtschaft, deren Bannertr\u00e4ger der heutige Liberalismus ist, muss die Balkanisierung weitertreiben, da der freie Handel keine Heimat kennen soll. Er kennt nur die Mobilit\u00e4t der Arbeitskr\u00e4fte \u00fcber nationale Grenzen hinweg. Die Linke spricht sich f\u00fcr die Masseneinwanderung aus, da die Einwanderer f\u00fcr sie heute als Ersatzproletariat zu missbrauchen sind. Nach Alain de Benoist: \u201e<em>Wer den Kapitalismus kritisiert und gleichzeitig die Einwanderung billigt, deren Arbeiterklasse das erste Opfer ist, sollte besser die Klappe halten. Wer die Einwanderung kritisiert, aber \u00fcber den Kapitalismus schweigt, sollte das Gleiche tun<\/em>\u201c. (12)<\/p>\n<p>Die wahren geistesgeschichtlichen Wurzeln des heutigen V\u00f6lkeraustauschs liegen in der Vernachl\u00e4ssigung unseres biokulturellen Bewusstseins. Dieses biokulturelle Bewusstsein war jedoch sehr fr\u00fch durch die fr\u00fchen christlichen Lehren zur Gleichberechtigung aller Menschen geschw\u00e4cht, verp\u00f6nt oder unterdr\u00fcckt worden. Die christliche Lehre von der Gleichmacherei aller Menschen taucht heute in der Ideologie des Antifaschismus und dem Aufkommen verschiedener egalit\u00e4rer und globalistischer Sekten auf, die das Ende der Geschichte in einer gro\u00dfen multirassischen und transsexuellen Umarmung predigen.\u00a0 Wenn wir uns jedoch nicht mit diesen christlichen Grundursachen der Gleichmacherei befassen wollen, werden wir weiterhin nur hohle Floskeln \u00fcber Liberales oder Kommunistisches oder Multikulti-\u00dcbel schwafeln. So sehr es lobenswert ist die Antifa und den Finanzkapitalismus zu kritisieren, d\u00fcrfen wir nicht vergessen, dass die universalistische Lehre des Christentums der eifrigste Bote der Balkanisierung und des gro\u00dfen Austauschs ist.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Anmerkungen und Literaturquellen<\/h2>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>(1) Patrick Buchanan, <em>State of Emergency: The Third World Invasion and Conquest of America<\/em> ( NY: St. Martin\u2019s Press: 2006), p.13. \u201c<em>To the delight of anti-Americans everywhere and the indifference of our elites, we are risking the Balkanization and breakup of the nation<\/em>.\u00a0 <a href=\"https:\/\/archive.org\/stream\/State-of-Emergency-Pat-Buchanan\/State_of_Emergency_Pat_Buchanan_djvu.txt\">https:\/\/archive.org\/stream\/State-of-Emergency-Pat-Buchanan\/State_of_Emergency_Pat_Buchanan_djvu.txt<\/a><\/p>\n<p>(2)<em> Die Presse<\/em>, Interview mit Denis MacShane \u201e<em>Britischer EU-Austritt? Dann droht die Balkanisierung Europas<\/em>&#8222;, den 22.01.2016. <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/4910215\/britischer-eu-austritt-dann-droht-die-balkanisierung-europas\">https:\/\/www.diepresse.com\/4910215\/britischer-eu-austritt-dann-droht-die-balkanisierung-europas<\/a><\/p>\n<p>(3) Der Beitrag vom Geographen Dragutin Feletar \u201e<em>Hrvatska nije na \u201ezapadnom Balkanu<\/em>\u201c (Kroatien ist nicht auf dem \u201eWestbalkan\u201c), in kroatischer literarischer zweiw\u00f6chentlicher Zeitschrift, <em>Vijenac, <\/em>(den 29. Oktober 2015). <a href=\"http:\/\/www.matica.hr\/vijenac\/565\/hrvatska-nije-na-zapadnom-balkanu-24991\/\">http:\/\/www.matica.hr\/vijenac\/565\/hrvatska-nije-na-zapadnom-balkanu-24991\/<\/a><\/p>\n<p>(4) Werner Sombart, \u201e<em>Die Heilige Wirtschaftlichkeit<\/em>,\u201c in Werner Sombart, <em>Der Bourgeois<\/em>, (M\u00fcnchen and Leipzig: Verlag von Duncker and Humblot, 1923), pp. 137-160.<\/p>\n<p>(5) Sunic, \u201e<em>The Terminal Illness Of Yugoslavia<\/em>\u201c, <em>Chicago Tribune<\/em>, (den 09.06.1990)<\/p>\n<p>(6) Seneca, <em>Epistulae morales<\/em> 2, 5 und 41.<\/p>\n<p>(7) Alfred-Maurice de Zayas, <em>The German Expellees: Victims in War and Peace<\/em> (New York: St. Martin&#8217;s Press, 1993). Auch T. Sunic, <em>The Destruction of Ethnic Germans and German Prisoners of War in Yugoslavia, 1945-1953, <\/em>IHR Konferenz, den 22.06.2002, http:\/\/www.ihr.org\/other\/sunic062002.html<\/p>\n<p>(8) Hans-Helmuth Kn\u00fctter: <em>Die Faschismus-Keule. Das letzte Aufgebot der deutschen Linken<\/em>, (Frankfurt am M.: Ullstein,1994). S. 5. \u201e<em>Der Antifaschismus ist eine Fundamentalnorm der politischen Kultur Deutschlands seit 1945<\/em>.\u201c<\/p>\n<p>(9) Ari Shavit, <em>Haaretz<\/em>, April, 3, 2003 \u201e<em>The war in Iraq was conceived by 25 neoconservative intellectuals, most of them Jewish, who are pushing President Bush to change the course of history.<\/em>\u201c <a href=\"https:\/\/www.haaretz.com\/1.4764706\">https:\/\/www.haaretz.com\/1.4764706<\/a><\/p>\n<p>Auch Rebuilding\u00a0 America&#8217;s Defenses: Strategy, Forces and Resources for a New Century, e d Kagan, Donald, Schmitt, Gary, Donnelly, Thomas (Washington:\u00a0 Project for the New American Century, 2000). <a href=\"https:\/\/archive.org\/stream\/RebuildingAmericasDefenses\/RebuildingAmericasDefenses_djvu.txt\">https:\/\/archive.org\/stream\/RebuildingAmericasDefenses\/RebuildingAmericasDefenses_djvu.txt<\/a><\/p>\n<p>(10) Sunic \u201e<em>Non-White Migrants and the Catholic Church: The Politics of Penitence<\/em>, <em>The Occidental Observer<\/em> (den 29.04.2017) <a href=\"https:\/\/www.theoccidentalobserver.net\/2017\/04\/29\/non-white-migrants-and-the-catholic-church-the-politics-of-penitence\/\">https:\/\/www.theoccidentalobserver.net\/2017\/04\/29\/non-white-migrants-and-the-catholic-church-the-politics-of-penitence\/<\/a><\/p>\n<p>(11) David Thomson, Equality (Cambridge: University Press, 1949), p. 79<\/p>\n<p>(12) Alain de Benoist, \u201e<em>Immigration: The Reserve Army of Capital<\/em>\u201c (\u00fcbersetzt aus dem Franz\u00f6sischen von T. Sunic), The Occidental Observer, (August 23, 2011) <a href=\"https:\/\/www.theoccidentalobserver.net\/2011\/08\/23\/immigration-the-reserve-army-of-capital\/\">https:\/\/www.theoccidentalobserver.net\/2011\/08\/23\/immigration-the-reserve-army-of-capital\/<\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Folgenden ver\u00f6ffentlichen wir den Vortrag des Politikwissenschaftlers Dr. Tomislav Sunic, den er auf dem 5. Seminar f\u00fcr rechte Metapolitik am 23. November 2019 hielt. Sunic geht dabei auf das aus seiner Sicht m\u00f6gliche Szenario der Balkanisierung Europas ein und untersucht die Ursachen desselben. 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