{"id":388,"date":"2017-01-18T19:13:08","date_gmt":"2017-01-18T19:13:08","guid":{"rendered":"https:\/\/gegenstrom.org\/?p=388"},"modified":"2020-02-03T16:54:48","modified_gmt":"2020-02-03T15:54:48","slug":"gastbeitrag-das-ende-der-geschichte-und-der-letzte-mensch-oder-reconquista-teil-1","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gegenstrom.org\/en\/gastbeitrag-das-ende-der-geschichte-und-der-letzte-mensch-oder-reconquista-teil-1\/","title":{"rendered":"Das Ende der Geschichte und der letzte Mensch &#8211; Reconquista Teil 1"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Wir leben in einer Zeit, in der es als politischer Streiter immer schwieriger wird, die Massen f\u00fcr seine Sache zu mobilisieren. Es ist nicht das Zeitalter rechter oder linker Ideologen. Nein, viel schlimmer. Es ist das Zeitalter des Apolitischen. Es ist das Zeitalter der Egalit\u00e4t. Wir erleben gerade die Aufl\u00f6sung einer nat\u00fcrlich gewachsenen Ordnung. Selbst der heute zur Lebenswirklichkeit gewordene Liberalismus ist dabei das Zeitliche zu segnen und weist ebenfalls Aufl\u00f6sungserscheinungen auf. Der ungarische Ministerpr\u00e4sident, Viktor Orban sprach davon, dass \u201edie Zeit des Liberalismus abgelaufen ist\u201c (WB 2014). Tats\u00e4chlich ist der Liberalismus gescheitert. Besser formuliert: Er tritt seine Stellung zwangsl\u00e4ufig an die von ihm eigens erzeugte Egalit\u00e4t ab. Er zersetzt sich quasi selber.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nun ist es nicht Aufgabe dieses Schreibens die Welt erneut vor dem alles Nat\u00fcrliche zersetzenden Liberalismus zu warnen. Der Autor ist davon \u00fcberzeugt, dass es bereits einige gute Abhandlungen zu dieser Thematik gibt und es einer weiteren intellektuellen Auseinandersetzung nicht bedarf, um aufzuzeigen, dass der Liberalismus der Feind der V\u00f6lker ist. Vielmehr soll er dazu beitragen, uns zu der notwendigen Beantwortung der Frage \u201eQuo vadis Europa?\u201c zu f\u00fchren. Hatte Oswald Spengler mit seiner zugebenerma\u00dfen pessimistisch klingenden Zwangsl\u00e4ufigkeit des Untergangs des Abendlandes recht? Sind Kulturen quasi schicksalshaft dazu verdammt, irgendwann das Zeitliche zu segnen? Diese Fragen h\u00e4lt der Verfasser dieser Zeilen f\u00fcr essentiell, denn sie sind ausschlaggebend f\u00fcr weitere \u00dcberlegungen der <em>Rechten<\/em>.<\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify;\"><strong>Die Ausgangsbedingungen<\/strong><\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Um die Frage nach dem Weg, den Europa gehen wird, beantworten zu k\u00f6nnen, muss sich der Beobachter zun\u00e4chst \u00fcber den Status Quo, d.h. die Ausgangsbedingungen einen \u00dcberblick verschaffen. Dazu liefert der russische Philosoph Alexander Dugin in seinem Buch <em>Die vierte politische Theorie<\/em> die wohl interessanteste und in der europ\u00e4ischen <em>Rechten<\/em> am meist diskutierte Analyse<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a>. Das bereits o.g. Zeitalter des Egalitarismus wird von Dugin als Postmoderne ausgegeben. Die heutige \u201eModerne\u201c, d.h. der noch existierende f\u00fcr uns als Lebenswirklichkeit wahrnehmbare Liberalismus, ist der zeitliche \u00dcbergang in einen Zustand der sog. Post-Anthropologie, der Post-Menschheit und des Post-Staates. Diese zun\u00e4chst abstrakt klingenden Begrifflichkeiten k\u00f6nnen alle durch folgende Adjektive beschrieben werden: Sie sind entpolitisiert, autonomisiert, mikroskopisiert, sub- bzw. transhumanisiert und vor allem dividualisiert. (DUGIN 2013, S. 218-222)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach Dugin gibt es dann keine Gesellschaft mehr, die aus Menschen<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a> besteht, sondern lediglich \u201eCyborgs\u201c, die sich einander kaum ber\u00fchren und auch keinerlei emotionale Bindung mehr zueinander haben. Diese \u201eCyborgs\u201c (oder Post-Menschen) existieren lediglich. Sie leben \u2013 im philosophischen Sinne \u2013 nicht mehr. D.h. die Frage nach ihrer Existenz, geschweige denn nach dem Sinn des Lebens, stellen sie sich nicht. Sie nehmen ihre Umgebung nicht mehr wahr. Sie kennen nicht einmal mehr das, was gestern war. Sie leben auch nicht mehr im Heute, sondern lediglich im Hier und Jetzt. Sie denken nicht an Morgen, sondern scheinen sich \u2013 v\u00f6llig dynamisiert \u2013 immer im \u201eGeschehen\u201c zu befinden. Der Post-Mensch lehnt die Historie ab. Er ist v\u00f6llig ahistorisch<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a> und k\u00fcmmert sich um nichts. Dies ist das Zeitalter des \u201eDividuums\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Heute befinden wir uns im Zeitalter des \u201eIndividuums\u201c. Der Mensch h\u00f6rt auf Mensch zu sein, denn er strebt weg von seiner Natur hin zu einer v\u00f6llig durchzivilisierten<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a> Zeit. Es handelt sich hierbei um die sog. westliche Zivilisation, die unter dem hegemonialen Anspruch der US-Amerikaner steht. Eine Welt der Unipolarit\u00e4t, des Universalismus, gepaart mit dem neokonservativen Ethnozentrismus der \u201emanifest destiny\u201c. Zwar erf\u00e4hrt der Begriff der Zivilisation keine in der Wissenschaft einheitliche Definition, doch m\u00f6chte der Autor sie von dem Begriff der Kultur differenziert wissen. F\u00fcr Oswald Spengler ist die Zivilisation klar der Tod einer Kultur. Es handelt sich bei der zivilisierten Gesellschaft quasi um das Endstadium vor dem Ableben einer hochkulturellen Gemeinschaft. So erliegt \u201eim zivilisierten Menschen das tragische Weltgef\u00fchl dem mechanisierenden Intellekt\u201c (SPENGLER 1923, S. 208). Der Zivilisierte Mensch ist also ein rein rationalistisches, intellektuelles Wesen. Dieser Mensch besitzt keinen Instinkt mehr. Er handelt nach reiner Zweckm\u00e4\u00dfigkeit. Genauso m\u00f6chte der Autor auch in diesem Text den Begriff der Zivilisation verstanden wissen: Als reine Zweckm\u00e4\u00dfigkeit. Kultur allerdings ist durch ein geistiges und instinktives Moment gepr\u00e4gt. Sie ist sozusagen \u201edas Urph\u00e4nomen aller vergangenen und k\u00fcnftigen Weltgeschichte\u201c (SPENGLER 1923, S. 142). Im Liberalismus, der u.a. auf den Utilitarismus zur\u00fcckzuf\u00fchren ist, wird die Zivilisation h\u00e4ufig im Morgan\u2019schen<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a> Sinne verstanden. D.h., jede Gesellschaft unterliegt einem gewissen \u201eFortschrittszwang\u201c, der f\u00fcr das \u00dcberleben jeder Sozialstruktur essentiell w\u00e4re. Marx und Engels orientierten sich an Morgan, als sie ihre Theorien \u00fcber Stammesgeschichte und die Entwicklung sozialer Gesellschaften konzeptionierten. Die Idee des kontinuierlichen Fortschritts ist also Grundlage sowohl f\u00fcr den Liberalismus wie auch f\u00fcr den Kommunismus-Sozialismus gewesen. Die Theorie vom \u201etabula rasa\u201c (John Locke, 1632-1704), der Glaube an den zwangsl\u00e4ufig-kontinuierlichen Fortschritt vom Negativen zum Positiven (Lewis Henry Morgan) und der daraus abzuleitende Universalismus (d.h., der Anspruch auf eine allg. \u201euniverselle\u201c Wahrheit der Menschheit) sind die pr\u00e4genden Merkmale auch der heutigen Zeit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir befinden uns tats\u00e4chlich in dieser Phase des kulturellen Verfalls, dem Endstadium der Zivilisation. Mag auch der Gedanke vom schicksalshaften Untergang des Abendlandes durchaus pessimistisch stimmen: Er ist dennoch realistisch. Der wohl ber\u00fchmteste Verhaltensforscher im deutschsprachigen Raum, Konrad Lorenz (1903-1989), bekr\u00e4ftigt diese Argumentation in seinem Buch, das den bereits vielsagenden Titel <em>Die acht Tods\u00fcnden der zivilisierten Menschheit<\/em> tr\u00e4gt. Auch Lorenz sieht den Anspruch auf vollkommene \u201ewissenschaftliche Aufgekl\u00e4rtheit\u201c als logischen Abbruch von der so wichtigen Tradition: \u201eDer Irrglaube, da\u00df nur das rational Erfa\u00dfbare oder gar nur das wissenschaftlich Nachweisbare zum festen Wissensbesitz der Menschheit geh\u00f6re, wirkt sich verderblich aus. Er f\u00fchrt die \u201awissenschaftlich aufgekl\u00e4rte\u2018 Jugend dazu, den ungeheuren Schatz von Wissen und Weisheit \u00fcber Bord zu werfen, der in den Traditionen jeder alten Kultur wie in den Lehren der gro\u00dfen Weltreligionen enthalten ist\u201c (LORENZ 2005, S. 70). Diese \u201eaufgekl\u00e4rte\u201c Post-68er Jugend wei\u00df heute kaum noch etwas \u00fcber die tradierten, d.h. \u00fcberlieferten Werte aus der Vergangenheit. Damit verliert sich die Vergangenheit und somit gibt es auch keine Tradition mehr. Die Emanzipierung von der nat\u00fcrlichen Ordnung geh\u00f6rt zum guten Ton. W\u00e4hrend die 68er noch jene tradierten Werte bek\u00e4mpften und sich politisch dagegen engagierten, begegnet die heutige Post-68er Jugend denselben v\u00f6llig gleichg\u00fcltig, wenn nicht sogar mit einem \u00fcberheblichen L\u00e4cheln. Der Mensch ist ein Fernsehbetrachter geworden, der von einem Programm zum anderen umschaltet. Es ist ihm quasi egal, ob das, was er sich anschaut tats\u00e4chlich auch interessant ist. Hauptsache die \u201eKiste flimmert\u201c. Die Politik ist ebenfalls von der \u00d6konomie abgel\u00f6st worden. Der Mensch stellt kaum noch politische, sondern zumeist nur noch \u00f6konomische Forderungen. Diese sind auf utilitaristische Motive begr\u00fcndet. Durch diesen grenzenlosen Hunger nach immer mehr Material resultiert eine der acht Tods\u00fcnden: &gt;&gt;Der Wettlauf mit sich selbst&lt;&lt;. So konstatiert Lorenz: \u201eEine der b\u00f6sesten Auswirkungen der Hast oder vielleicht unmittelbar der Hast erzeugenden Angst ist die offene Unf\u00e4higkeit moderner Menschen, auch nur kurze Zeit mit sich selbst allein zu sein. Sie vermeiden jede M\u00f6glichkeit der Selbstbesinnung und Einkehr mit einer \u00e4ngstlichen Beflissenheit, als f\u00fcrchteten sie, da\u00df die Reflexion ihnen ein geradezu gr\u00e4\u00dfliches Selbstbildnis entgegenhalten k\u00f6nnte\u201c (LORENZ 2005, S. 36). Dass der \u00f6sterreichische Nobelpreistr\u00e4ger diese Beobachtungen bereits zu Zeiten der Nachwehen der 68er-Bewegung machen konnte, l\u00e4sst wenig Raum f\u00fcr eine optimistische Prognose.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gleichzeitig wandern patriarchalische Gesellschaftssysteme nach Europa. Hier handelt es sich um Menschen, die sehr stark auf ihre Tradition und Kultur bedacht sind. Mag sie auch auf der Grundlage eines Psychopathen und verhaltensgest\u00f6rten Epileptikers<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\">[6]<\/a> (Hamed Abdel-Samad, geb. 1972) basieren. Hier treffen nicht nur zwei Welten, die unterschiedliche kulturelle Urspr\u00fcnge aufweisen, aufeinander. Hier treffen Zivilisation westlicher Pr\u00e4gung \u2013 quasi die Emanzipation von aller Tradition und Kultur \u2013 und traditionalistische Kultur vorderasiatischer Pr\u00e4gung aufeinander. Der Islam, so weist ihn auch Alexander Dugin aus, ist dabei als ein Gegenpol zum emanzipatorischen Liberalismus zu sehen. W\u00e4hrend also liberale Eliten \u2013 allem voran die Neocons \u2013 auf <em>Das Ende der Geschichte und dem letzten Menschen<\/em><a href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref7\">[7]<\/a> zustreben, ist der Islam als eine Kriegserkl\u00e4rung an dieselbe zu verstehen. Zugegeben, h\u00e4lt der Verfasser dieses \u201eEnde\u201c doch auch dann f\u00fcr realisiert, sollte die islamische Welt tats\u00e4chlich ihren ebenfalls universellen Anspruch auf eine weltweite Durchsetzung der Religion des \u201ePropheten\u201c geltend machen k\u00f6nnen. Universalismus bleibt eben Universalismus. Ganz gleich, ob er fundamentalistisch und traditionalistisch oder liberal und demokratisch ist.<\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify;\"><strong>Qualit\u00e4t statt Quantit\u00e4t<\/strong><\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">H\u00e4ufig st\u00f6\u00dft man in der Diskussion um die Zukunft Europas auf mathematische Formeln und Zahlen, die ungute Aussichten auf die demografische Entwicklung erahnen lassen. Obgleich der Autor diese keineswegs in Abrede stellen m\u00f6chte, sieht er sich dennoch dazu bewogen, den Leser auf einen viel wichtigeren Aspekt bez\u00fcglich der \u00dcberlebenschancen hinzuweisen. Auch wenn wir es schaffen sollten, uns rein quantitativ zu erhalten, ist dies keine Versicherung f\u00fcr den Erhalt der europ\u00e4ischen V\u00f6lker. Vielmehr ist die genetische Substanz entscheidend, aber auch der Wille zum \u00dcberleben. Dieser ist offensichtlich momentan nicht vorhanden. Zugegeben, die Wahlergebnisse in einigen L\u00e4ndern sowie auch die Reaktion manches europ\u00e4ischen Ministers auf den \u201eAsyltsunami\u201c lassen hoffen. Doch sind die Bem\u00fchungen vergebens, sollte lediglich der Status Quo erhalten werden. Neben der demografischen Entwicklung ist die geistige Auffassung der europ\u00e4ischen V\u00f6lker und damit vor allem ihrer Jugend entscheidend. Besonders in der deutschen Rechten hat der Autor zwar viele Mitstreiter kennenlernen d\u00fcrfen, die sicherlich nach edlen Motiven handeln, die Situation jedoch nicht voll und ganz erkannt haben. Zu viele innerhalb des sog. \u201eNationalen Widerstandes\u201c sind bereits ebenfalls von der Natur emanzipiert worden. Wir m\u00fcssen schweren Herzens feststellen, dass auch die Rechte sich nicht vor den F\u00e4ngen der Moderne retten konnte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf parlamentarischer Ebene ist diese Diskrepanz besonders hervorstechend. So sind die Wahlerfolge der AfD sicherlich ein gutes Vorzeichen f\u00fcr einen sich anbahnenden Paradigmenwechsel innerhalb der bundesrepublikanischen Gesellschaft. Doch welche Postulate und vor allem welche Motive hat sie, die sie zum Kampf gegen, ja wen \u00fcberhaupt antreiben? Wenn Frauke Petry sich bspw. als Verteidigerin des Westens gegen den Islam geriert, meint sie damit nicht zugleich die Moderne, die westliche Zivilisation? Die gesamte Argumentation, \u00fcbrigens auch der NPD wie anderer rechter Organisationen und Parteien, sind \u00fcberwiegend \u00f6konomisch motiviert<a href=\"#_ftn8\" name=\"_ftnref8\">[8]<\/a>. Es sei auf den vergangenen Landtagswahlkampf 2014 in Th\u00fcringen verwiesen, wo die Nationaldemokraten mit dem Wahlspruch \u201eDie kriegen alles! Und ihr?\u201c auf Stimmenfang ging. Mit den gleichen Plakaten versuchte man zudem f\u00fcr die Wahl um das Berliner Abgeordnetenhauses am 18.09.2016 aufzutrumpfen. Sicherlich ist dies auf eine Strategie und Taktik zur\u00fcckzuf\u00fchren, die im parlamentarischen Gl\u00fccksspiel vonn\u00f6ten ist, will man auch ein St\u00fcck vom Kuchen abbekommen. Schlie\u00dflich basiert dieses Spielchen eben darauf, die Massen f\u00fcr sich zu vereinnahmen. Und die sind \u2013 wie wir oben bereits gesehen haben \u2013 apolitisch. Selbst wenn eine scheinbare Disparit\u00e4t im Parteiensystem auftreten w\u00fcrde, st\u00fcnde die neue parlamentarische Kraft vor der Aufgabe ein vollkommen sattes Volk neu zu befrieden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Machen wir folgendes vielleicht der Realit\u00e4t recht nah kommendes Gedankenexperiment:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Alternative f\u00fcr Deutschland gewinnt mehr und mehr an Zuspruch<a href=\"#_ftn9\" name=\"_ftnref9\">[9]<\/a> und geht mit einem absoluten Wahlsieg bei der n\u00e4chsten Bundestagswahl in die Regierung. Diese mag die absolute Mehrheit f\u00fcr sich vereinnahmen und hat innerhalb ihrer Gesch\u00e4ftigkeit vollen Handlungsspielraum, um Reformen einzuleiten. Wie w\u00fcrden diese Reformen aussehen? Vielleicht w\u00fcrde man mehr f\u00fcr die Familie tun, ein Minarett- und Moscheeverbot einf\u00fchren sowie sozial-, arbeits- und bildungspolitische Ma\u00dfnahmen ergreifen, sodass Deutschland wettbewerbsf\u00e4hig und der Wohlstand der Deutschen erhalten bleiben w\u00fcrden. Der Erhalt des \u201eWestens\u201c kann als sicher ausgegeben werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kurz gesagt: Dies w\u00e4re eine Laufzeitverl\u00e4ngerung der Moderne und scheinbar auch des deutschen Volkes. Nichts weiter! Der Status Quo w\u00fcrde \u2013 vielleicht mit ein paar Abstrichen \u2013 erhalten bleiben. Die Geburtenf\u00e4higkeit w\u00fcrde sich vielleicht erholen, nicht jedoch zu einer qualitativen Verbesserung der Volkssubstanz f\u00fchren. Die Gesellschaft w\u00fcrde sich weiter \u00fcber ihren Geldbeutel definieren und der Individualismus w\u00e4re weiterhin ihr steter Begleiter. Wahrscheinlich w\u00fcrden sich die sog. Alternative und selbst ihre rechtskonservativen Unterst\u00fctzer mit der \u201eAssimilation\u201c der \u201eFl\u00fcchtlinge\u201c zufriedengeben. So postulieren diese die \u201eVerteidigung des Abendlandes\u201c h\u00e4ufig auf religi\u00f6ser Ebene, ohne dabei die biologische Determinante in der Argumentation mit anzuf\u00fchren. Hier wird die Gefahr einzig auf den Islam reduziert. Man tut so, als w\u00e4ren die Konvertierung zum Christentum sowie die Integration der Invasoren die Schl\u00fcssell\u00f6sung aller kulturellen Probleme. Das ist jedoch reiner Kulturrelativismus.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Tats\u00e4chlich ist die Not das einzige, was dem Menschen noch einmal eine Chance einr\u00e4umen wird, sich in der Natur zu behaupten und sein Leben zur\u00fcck zu erwerben. Die Reconquista Europa wird nicht \u00fcber Kundgebungen und Demonstrationen, in der ihre Akteure dazu gezwungen sind die zivilisierte und satte Masse anzusprechen, hervorgerufen. Der Kampf als die \u201eUrtatsache des Lebens\u201c (SPENGLER 1934, S. 14) ist einzig und allein der Ausweg aus diesem Dilemma. Heute herrscht das <em>credo, quia absurdum est<\/em>. Es braucht, obgleich es die Rationalit\u00e4t, die Vernunft ist, die er stets f\u00fcr sich vereinnahmt, derselben nicht mehr, um den Liberalismus zu begr\u00fcnden. Er ist Lebenswirklichkeit und somit keine Ideologie mehr. Zwar kann ein Krieg ebenfalls sich negativ auf die Seele eines Volkes auswirken, doch wird es einen zu langen Frieden niemals \u00fcberleben k\u00f6nnen. So k\u00f6nnen wir den fehlenden Mangel als die entscheidende Tatsache, die \u00fcber die Zukunft Europas entscheiden wird, hervorheben. In der ber\u00fchmten <em>Maslow\u2019schen Bed\u00fcrfnishierarchie<\/em> haben wir l\u00e4ngst die Spitze erreicht. Der westliche Mensch (das Individuum) ist unl\u00e4ngst dabei, sich selbst zu verwirklichen. Es ist das Resultat des faustischen Strebens, wie es Goethe in seinem Hauptwerk beschreibt. Das einstige Universalgenie beschreibt hier den Geist, ja gar die Seele des abendl\u00e4ndischen Menschen. Dieser Mensch \u201ewill wissen, was die Welt im Innersten zusammenh\u00e4lt\u201c (<em>Faust: Eine Trag\u00f6die Erster Teil, 4. Kapitell<\/em>). Es handelt sich dabei um einen in die Unendlichkeit strebenden Typus, der niemals Ruhe gibt und erst aufh\u00f6ren wird der Unendlichkeit nachzueifern, wenn er sich selbst zerst\u00f6rt hat.<a href=\"#_ftn10\" name=\"_ftnref10\">[10]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die demografische Frage ist demnach sekund\u00e4r. Prim\u00e4r ist der Wille zum Leben! \u201eSein oder Nichtsein?\u201c ist die alles entscheidende uns von Hamlet gestellte Frage. Sie zu beantworten ist die Aufgabe des abendl\u00e4ndischen Menschen innerhalb der Moderne. Denn wer um das Sein streiten will, wird nicht umhin kommen, der Moderne den Kampf anzusagen.<\/p>\n<h2><strong>Quellenverzeichnis<\/strong><\/h2>\n<p>ABDEL-SAMAD, H. (2015). Mohammed. Eine Abrechnung. Droemer Verlag GmbH &amp; Co. KG, M\u00fcnchen<\/p>\n<p>DUGIN, A. (2013). Die vierte politische Theorie. 1. Deutschsprachige Ausgabe. Arktos Media<\/p>\n<p>EIBL-EIBESFELDT, I. (1976). Der vorprogrammierte Mensch. Das Ererbte als bestimmender Faktor im menschlichen Verhalten. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH &amp; Co. KG, M\u00fcnchen 1973<\/p>\n<p>KREBS. P. (2016). Was tun? Ein Vademecum der Reconquista. Rassenhumanismus versus Transmenschismus. 1. Auflage Mai 2016. Verlag Ahnenrad der Moderne, Bad Wildungen<\/p>\n<p>LENIN, W.-I. (1970). Was tun? Brennende Fragen unserer Bewegung. In: Lenin. Ausgew\u00e4hlte Werke. Band 1. Dietz Verlag, Berlin 1970<\/p>\n<p>LORENZ, K. (2005). Die acht Tods\u00fcnden der zivilisierten Menschheit. 33. Auflage. Piper Verlag GmbH, M\u00fcnchen Z\u00fcrich<\/p>\n<p>SCHARF, J. (2016). Der Ethnostaat &gt;Nova Europa&lt;. Schl\u00fcssel der Neugeburt. Erschienen in Dr. P. Krebs Was tun? Ein Vademecum der Reconquista. Verlag Ahnenrad der Moderne, Bad Wildungen<\/p>\n<p>SPENGLER, O. (1923). Untergang des Abendlandes. Umrisse einer Morphologie der Weltgeschichte. 33.-37. V\u00f6llig umgestaltete Auflage. C. H. Beck\u2019sche Verlagsbuchhandlung Oskar Beck, M\u00fcnchen 1923<\/p>\n<p>SPENGLER, O. (1934). Jahre der Entscheidung. Deutschland und die weltgeschichtliche Entwicklung. C. H. Beck\u2019sche Verlagsbuchhandlung, M\u00fcnchen 1934<\/p>\n<p>VENNER, D. (2014). Ein Samurai aus Europa. Das Brevier der Unbeugsamen. 1. Auflage 2014<\/p>\n<p>WB (2014). Wirtschaftsblatt. B\u00f6rsen- und Anlegerseite. Fachartikel. Victor Orban: \u201eDie Zeit des westlichen Liberalismus ist abgelaufen.\u201c Verf\u00fcgbar unter: <a href=\"http:\/\/wirtschaftsblatt.at\/home\/nachrichten\/europa_cee\/3844962\/Viktor-Orban_Die-Zeit-des-westlichen-Liberalismus-ist-abgelaufen\">http:\/\/wirtschaftsblatt.at\/home\/nachrichten\/europa_cee\/3844962\/Viktor-Orban_Die-Zeit-des-westlichen-Liberalismus-ist-abgelaufen<\/a> (05.09.2016)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Das Interessante an Dugins Analyse ist vor allem die kritische Betrachtung aller drei politischen Theorien (Liberalismus, Kommunismus, Faschismus\/Nationalsozialismus), was ihn zugleich innerhalb der Rechten zu einer umstrittenen Person macht. So postuliert er \u2013 in seiner Idee von einer Abwendung der Moderne \u2013 alle ideologischen Str\u00f6mungen (einschlie\u00dflich den Faschismus\/Nationalsozialismus) des 19. Jahrhundert zu \u00fcberwinden und eine vierte politische Theorie zu konzeptionieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Der Begriff \u201eMensch\u201c wird hier eher idealisiert verwendet. D.h., der Mensch ist hierbei mehr als emotionales Wesen zu verstehen, welches im philosophischen Sinne einer Gemeinschaft bedarf, ohne die es nicht existenzf\u00e4hig ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Hierbei m\u00f6chte der Autor besonders auf Oswald Spengler verweisen. Dieser hielt die Erfassung von Zeit und Raum und damit die historische Lebensauffassung f\u00fcr ein typisches der abendl\u00e4ndischen Hochkultur innewohnendes Kriterium. Die Abkehr davon w\u00e4re somit \u2013 nach Spengler \u2013 ein Indiz f\u00fcr den \u201eUntergang des Abendlandes\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Hier ist der Begriff im Spengler\u2019schen Sinne gemeint.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> Lewis Henry Morgan (1818-1881)war ein Anwalt, der sich mit ethnologischen Fragen auseinandersetzte. Er entwickelte eine universalistische Theorie, nach der die sog. Menschheit einen gemeinsamen Ursprung hat, der auf eine barbarische vorzivilisatorische Zeit der \u201eWildheit\u201c basiert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a> Abdel-Samad vergleicht Mohammed mit der Figur, F\u00fcrst Myschkin aus dem Roman Fjodor Dostojewskis <em>Der Idiot<\/em>. Dieser berichtete von transzendentalen Erlebnissen, w\u00e4hrend seiner Epilepsieanf\u00e4lle. Der Buchautor vermutet, dass der Prophet Temporallappenepilepsie hatte. Vgl. dazu sein Buch <em>Mohamed \u2013 Eine Abrechnung <\/em>(ABDEL-SAMAD 2015).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref7\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a> <em>Das Ende der Geschichte und der letzte Mensch<\/em> ist ein im Jahre 1992 erschienenes Buch des amerikanischen politischen Philosophen Francis Fukuyama (geb. 1952). Darin postulierte er, dass nach dem Ende des kalten Krieges der \u201eIdealzustand\u201c f\u00fcr einen Weltstaat unter amerikanischer Hegemonie best\u00fcnde, da die \u00dcberreste der anderen beiden Ideologien getilgt w\u00e4ren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref8\" name=\"_ftn8\">[8]<\/a> Es sei hierbei an die Zeit der Russischen Revolution sowie ihrer Vorzeit (1905-1917) erinnert. W.I. Lenin beschrieb in seinem Buch <em>Was tun? Brennende Fragen unserer Bewegung.<\/em> die \u201e\u00f6konomistische\u201c Vorgehensweise der damaligen Sozialdemokraten\/Tradeunionisten, die er sp\u00e4ter verfolgen lie\u00df. Er erkannte sie als Reformisten, die die Herrschaft des Zaren niemals h\u00e4tten gef\u00e4hrden k\u00f6nnen. Ihnen sprach er die revolution\u00e4re Kampfbereitschaft ab und unterwanderte sie.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref9\" name=\"_ftn9\">[9]<\/a> Die vergangenen Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin lassen diese Vermutung umso realistischer erscheinen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref10\" name=\"_ftn10\">[10]<\/a> W\u00e4hrend Goethe seinen Faust verfasste, ahnte er vielleicht noch nicht, dass mehr als 200 Jahre (das Werk wurde das erste Mal 1808 ver\u00f6ffentlicht) sp\u00e4ter die US-amerikanische Robotik-Firma, Boston Dynamics Inc. die Erfindung eines funktionst\u00fcchtigen Roboters, der in der Lage ist, die menschliche Arbeitskraft bald vollends zu ersetzen, hervorbringen wird. Die k\u00fcnstliche Intelligenz (KI) stellt den Gipfel der vollkommenen Technisierung dar, die als Grundlage der \u201ewestlichen Zivilisation\u201c dient, um sich selbst zu erhalten bis sie sich selbst abl\u00f6st. Somit werden Hollywood-Filme wie Matrix und Terminator zur erschreckend wahrscheinlichen Zukunft.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Seite 1 | <a href=\"https:\/\/gegenstrom.org\/2017\/01\/19\/gastbeitrag-das-ende-der-geschichte-und-der-letzte-mensch-oder-reconquista-teil-2\/\">2<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir leben in einer Zeit, in der es als politischer Streiter immer schwieriger wird, die Massen f\u00fcr seine Sache zu mobilisieren. Es ist nicht das Zeitalter rechter oder linker Ideologen. Nein, viel schlimmer. Es ist das Zeitalter des Apolitischen. Es ist das Zeitalter der Egalit\u00e4t. Wir erleben gerade die Aufl\u00f6sung einer nat\u00fcrlich gewachsenen Ordnung. 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