{"id":236,"date":"2017-01-01T14:56:10","date_gmt":"2017-01-01T14:56:10","guid":{"rendered":"https:\/\/gegenstrom.org\/?p=236"},"modified":"2020-02-03T16:46:59","modified_gmt":"2020-02-03T15:46:59","slug":"die-rueckkehr-der-echten-rechten-warum-wir-eine-neue-rechte-brauchen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gegenstrom.org\/en\/die-rueckkehr-der-echten-rechten-warum-wir-eine-neue-rechte-brauchen\/","title":{"rendered":"Die R\u00fcckkehr der echten Rechten: Warum wir eine Neue Rechte brauchen."},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: left;\">Kaum ein Begriff polarisiert derzeit innerhalb des rechten Lagers so sehr, wie der der <em>Neuen Rechten<\/em>. Dabei handelt es sich nicht einmal um eine einheitliche Gruppe mit einem homogenen weltanschaulichen Fundament. Vielmehr m\u00fcssten wir \u2013 so die Feststellung des Instituts f\u00fcr Staatspolitik (IfS 2008, S. 36) \u2013 im Plural von den <em>Neuen Rechten<\/em> sprechen. Dennoch m\u00f6chte ich ihn hier als Arbeitsbegriff zur Anwendung bringen, denn er dr\u00fcckt das aus, was heute n\u00f6tiger denn je ist. Der Begriff <em>Neue Rechte<\/em> impliziert, dass es auch eine <em>Alte Rechte<\/em> geben muss. Diese m\u00f6chte ich nicht einmal nur ideologisch irgendwo verorten, sondern dem Leser verdeutlichen, dass es sich hierbei um einen Akteur handelt, der den Zeichen der Zeit l\u00e4ngst hinterherhinkt. Es handelt sich um jene alten und \u2013 man muss schon sagen \u2013 teilweise verkrusteten Strukturen, die offensichtlich kein klares und erfolgversprechendes Konzept anbieten k\u00f6nnen. Das hei\u00dft, f\u00fcr mich ist bei der Frage, wer zur Alten und wer zur Neuen Rechten geh\u00f6rt, das folgende Kriterium entscheidend: Die F\u00e4higkeit, den Status Quo zu analysieren und daraus strategische sowie taktische \u00dcberlegungen zu deduzieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>Der sukzessive Verlust an Bedeutung<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Einer der Hauptakteure, der wahrscheinlich die Speerspitze der Alten Rechten bildet, d\u00fcrfte die NPD sein. Sie steht stellvertretend f\u00fcr den sogenannten rechten Rand innerhalb der Gesellschaft.\u00a0 Sie verfolgt das klassische Konzept einer rechten \u2013 in der PC-Sprache des liberalen Establishments \u201erechtsextremen\u201c \u2013 Partei, die um die Stimmen der W\u00e4hlermassen buhlt. Jede Partei, auch die \u201erechtsextreme\u201c<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> NPD, muss ihre Propaganda, um politischen Erfolg zu haben, an eine ungleichartige Masse (foules h\u00e9t\u00e9rog\u00e8nes) richten. Diese zeichnet sich jedoch, laut Gustave Le Bon, durch ihre \u201e<em>geringe Urteilsf\u00e4higkeit, dann der Mangel an kritischem Denken, die Erregbarkeit, Leichtgl\u00e4ubigkeit und Einfalt<\/em>\u201c (LE BON 2012, S. 161) aus.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Es versteht sich von selbst, dass eine derartige dem \u00e4u\u00dfersten gesellschaftlichen Rand angeh\u00f6rende Gruppierung, innerhalb eines mediokratischen Gesellschaftssystems Schwierigkeiten hat, sich zu etablieren. Tats\u00e4chlich ist das aber notwendig, wenn man im Parteiensystem mitmischen m\u00f6chte. Nun hat die NPD interessanterweise fr\u00fcher recht beachtliche Erfolge erzielt. So gewannen die Nationaldemokraten Sitze in diversen Landtagen<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a> und verpassten den Bundestagseinzug 1969 nur knapp mit 4,3 Prozent. Zwar geriet die Partei danach in eine tiefe und bis nach der Wende anhaltende Krise, doch konnte sie zumindest im Jahr 2004 in Sachsen und 2006 in Mecklenburg-Vorpommern erhebliche Wahlgewinne verbuchen und sich zumindest in Ostdeutschland konsolidieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Doch deuteten die Ergebnisse der Folgewahlen um die beiden Landesparlamente in den Jahren 2009 und 2011 \u00a0bereits auf einen Abw\u00e4rtstrend hin<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a>. Bekanntlich flogen die \u201eRechtsextremen\u201c 2015 und 2016 aus den jeweiligen Parlamenten. Im Gegensatz zur Landtagswahl in Sachsen (2015), war das Ergebnis in Mecklenburg-Vorpommern (2016) deutlich unter der 5-Prozent-H\u00fcrde<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a>. Die Europawahl 2014 z\u00e4hle ich nicht unbedingt zu den signifikanten Erfolgen, da die NPD hier lediglich durch das Wegfallen der 5-Prozent-H\u00fcrde ein Mandat erzielen konnte.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Auch andere Teile des Nationalen Widerstandes, also der Alten Rechten litten in den letzten Jahren an erheblichen Mitgliederschwund. Es schickt sich grunds\u00e4tzlich nicht an, den \u201eRechtsextremen\u201c anzugeh\u00f6ren. Die Folgen f\u00fcr jene, die sich wider der Political Correctness dem Nationalen Widerstand anschlie\u00dfen, sollten dem Leser bekannt sein. Der schwedische Bestsellerautor Daniel Friberg (2016, S. 4) formulierte es in seinem Buch \u201e<em>Die R\u00fcckkehr der echten Rechten. Handbuch f\u00fcr die wahre Opposition<\/em>\u201c so: \u201e<em>Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Rechte mit der Verliererseite assoziiert, vor allem mit dem Nationalsozialismus. Die Tatsache, da\u00df es Konzentrationslager und systematische politische Verfolgung auch, wenn nicht in noch gr\u00f6\u00dferem Ausma\u00df, in der siegreichen Sowjetunion ebenso wie in der vorangegangenen Franz\u00f6sischen Revolution gab, die den Aufstieg des Liberalismus mit sich brachte, wurde von der revolution\u00e4ren Linken viel effektiver genutzt als von der revolution\u00e4ren Rechten. Den Apologeten der Linken gelang es, all diese Verbrechen unter den Teppich zu kehren.<\/em>\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Der medialen Verzerrung des rechten Randes, folgte die Selbstmontage. Die Rechten alter Couleur scheinen heute alle Klischees zu erf\u00fcllen, die vom Springerverlag \u00fcber die Rechten propagiert werden. Letztlich gelang es der Alten Rechten nicht, sich gegen\u00fcber diesen Angriffen auf die Reputation zu behaupten. Die Folge ist der sukzessive\u00a0 Verlust an Bedeutung innerhalb der Gesellschaft.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>Der Niedergang der Alten Rechten: Eine logische Folge des metapolitischen Ansatzes der Linken<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Es gibt f\u00fcr diesen Abw\u00e4rtstrend sicherlich viele Gr\u00fcnde. Einer der wohl gewichtigsten d\u00fcrfte das Auftreten der <em>Alternative f\u00fcr Deutschland (AfD)<\/em> sein. Es kann davon ausgegangen werden, dass diese viele der Stimmen, die zuvor an die NPD gegangen w\u00e4ren, vereinnahmen konnte. Dies sorgte wohl auch vermehrt f\u00fcr Missgunst innerhalb der <em>Alten Rechten<\/em> gegen\u00fcber den <em>Alternativen<\/em>. Wie \u00fcblich ergossen sich viele Protagonisten in Verschw\u00f6rungstheorien, die im Kern von einer vom Establishment geschaffenen AfD handelten. Da Verschw\u00f6rungen zumeist im Geheimen ablaufen und der m\u00fcndige B\u00fcrger m\u00f6glichst nichts Derartiges vermuten soll, ist es schlicht und ergreifend vollkommen vermessen, dies als eine Tatsache auszugeben. Neben den vermeintlichen NPD-Stimmen, konnten die <em>Alternativen<\/em> aber vor allem eine der gr\u00f6\u00dften Potentiale der W\u00e4hlermassen mobilisieren: Die Nichtw\u00e4hler. Dies ist, wie wir nachher noch sehen werden, ein positives Zeichen f\u00fcr das Erstarken einer echten Rechten.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Doch zun\u00e4chst m\u00f6chte ich die Gr\u00fcnde f\u00fcr den Niedergang der Alten Rechten am Beispiel der NPD weiter erl\u00e4utern. Die Nationaldemokraten, die nun als Speerspitze des sogenannten Nationalen Widerstandes, also der Alten Rechten bezeichnet werden k\u00f6nnen, sahen sich besonders in den letzten Jahren einem zunehmend sich feindlich geb\u00e4rdenden Medienapparat ausgesetzt. Dies f\u00fchrte zu einem erheblichen Imageschaden. Tats\u00e4chlich erleben wir seit Ende der 1960er Jahre einen Paradigmenwechsel gen links, also der Vorstellung von einer allumfassenden Menschheit, die eine universelle in keiner Weise infrage zu stellende Tatsache darstellt. Was fr\u00fcher die Linken oder Sozialdemokraten forderten, ist heute gelebte CDU-Politik. Was einst CDU und CSU verk\u00f6rperten, wird heute vom liberalen Establishment als reaktion\u00e4r oder gar undemokratisch abgetan. Der von Rudi Dutschke postulierte <em>Marsch durch die Institutionen<\/em> sorgte f\u00fcr einen linken Paradigmenwechsel innerhalb der Gesellschaft. Dieser geistige Wandel ist letztlich weitaus gewichtiger als die reale Politik innerhalb des Parlamentes. Es handelte sich dabei um einen rein metapolitischen Ansatz. Was die <em>kritischen Theoretiker<\/em> (oder auch <em>Marcuse-Marxisten<\/em>) der sog. <em>Frankfurter Schule<\/em> umsetzten, fu\u00dfte auf den \u00dcberlegungen des italienischen Marxisten Antonio Gramsci, die er in seinen <em>Gef\u00e4ngnisheften<\/em> zu Papier gebracht hat. Darin formulierte er die These, dass jede politische Ideologie, um politischen Erfolg zu erwirken bzw. erhalten zu k\u00f6nnen, zun\u00e4chst sozialen sowie psychologischen R\u00fcckhalt innerhalb der Bev\u00f6lkerung erzeugen muss. D.h. jeder politischen Ver\u00e4nderung oder gar Revolution muss ein gesellschaftlicher Paradigmenwechsel vorausgehen. Die linken Protagonisten bem\u00e4chtigten sich dieser These und verwirklichten sie in vielen europ\u00e4ischen sowie auch in der amerikanischen Gesellschaft. Insbesondere in Deutschland gibt es heute eine ausgepr\u00e4gte Xenophilie, die \u00fcber Jahrzehnte sukzessive durch die Kultur, das Bildungswesen und die Medienwelt forciert und verwirklicht wurde. Der Liberalismus ist zur Lebenswirklichkeit geworden. Er ist l\u00e4nger keine Ideologie mehr. Er ist die wahrnehmbare Realit\u00e4t, in der die Menschen unserer Gesellschaft leben. Wer sich au\u00dferhalb dieser Lebenswirklichkeit bewegt, gilt als ein sich der Realit\u00e4t entziehender Irrer und wird von allen anderen isoliert.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong><em>Ich halte die Missachtung dieser richtigen Erkenntnis Gramscis \u2013 also dem Fehlen metapolitischer Arbeit \u2013 f\u00fcr einen der gr\u00f6\u00dften Fehler der Rechten.<\/em><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>Die Neue Rechte auf dem Vormarsch<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Nun zum Offensichtlichen. Die Neue Rechte ist auf dem Vormarsch. Sie gewinnt jeden Tag mehr an Einfluss. Es deutet sich innerhalb des xenophilen Deutschlands eine Art Paradigmenwechsel \u2013 oder besser gesagt, eine Umkehr der Anschauungen \u2013 an. Mehr und mehr Deutsche begeben sich nun wieder auf der Suche nach ihrer Identit\u00e4t, nach ihren Wurzeln. Wohl m\u00f6glich ist dies auf den unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfigen Zuzug raumfremder Menschen nach Deutschland zur\u00fcckzuf\u00fchren. <em>Identit\u00e4t<\/em> ist vom lateinischen &gt;&gt;<em>idem<\/em>&lt;&lt; abgeleitet und bedeutet so viel wie &gt;&gt;<em>dasselbe<\/em>&lt;&lt;. Besonders \u201e<em>die ethnische Identit\u00e4t kann als essentiell f\u00fcr funktionierende Gemeinschaften angesehen werden<\/em>\u201c, gibt uns Friberg (2016, S. 66) zu verstehen. Diese ethnische Identifikation mit anderen Individuen auf der einen, bedeutet auf der anderen Seite auch eine Abgrenzung eben durch diese von differenten Individuen, die diese Identifikationsmerkmale nicht aufweisen. Da mittlerweile nicht nur die Gro\u00dfst\u00e4dte, sondern bereits die mittelgro\u00dfen St\u00e4dte gar D\u00f6rfer von dem Asyltsunami betroffen sind, wird dem autochthonen Deutschen die nackte Wahrheit des Multikulturalismus vor Augen gef\u00fchrt. Eine multikulturelle Gesellschaft ist ein Wunschbild, das innerhalb einer kosmopolitischen Ideologie eine zwangsl\u00e4ufige Folge sein muss. Diese zwar heute im Mainstream vorherrschende Auffassung, entspricht jedoch nicht den Naturgesetzen. Wir Rechten haben den Vorteil, dass unsere Ansichten sich eher mit der Realit\u00e4t decken, als es die der Linken tun. Das ist innerhalb der Politik ein entscheidender Faktor. Jahrzehnte bestand die linke Ideologie lediglich aus Theorien, die zwar von staatlichen sowie medialen Institutionen forciert wurden, jedoch nie einer Pr\u00fcfung mit der Realit\u00e4t standhalten mussten. Heute wird allerdings der Alltag vieler Einheimischer mit den Resultaten urspr\u00fcnglich linker Postulate tangiert. Diese entsprechen zumeist nicht einer fr\u00f6hlichen rosaroten Welt, in der alle Menschen eine Gemeinschaft bilden und in Frieden miteinander leben. Die Wirklichkeit besteht aus einem harten und erbitterten Kulturkampf. Die Wirklichkeit zeigte sich in der Silvesternacht von K\u00f6ln. Sie ist heute jeden Tag wahrnehmbar in Berlin-Neuk\u00f6lln, Hamburg-Eidelstedt oder in Duisburg-Marxloh.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Dass die Deutschen l\u00e4ngst nicht mehr gewillt sind, dieses Experiment \u00fcber sich ergehen zu lassen, zeigen die Ergebnisse der letzten Wahlen. Die Alternative f\u00fcr Deutschland gewann jede Wahl. In Sachsen-Anhalt holte sie erst M\u00e4rz 2016 aus dem Stand 24,3 Prozent der Stimmen. In der schon benannten Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern vereinnahmte sie ebenfalls mehr als ein F\u00fcnftel der W\u00e4hlerstimmen. Die Wahlsiege in Berlin (14,2 Prozent) und Baden-W\u00fcrttemberg (15,1 Prozent) zeigen deutlich, dass dieser sich andeutende Paradigmenwechsel nicht nur auf Ostdeutschland beschr\u00e4nkt ist. Mittlerweile sitzt sie in 10 Landesparlamenten und im Europaparlament. Momentan kann kein Zweifel an einem Einzug in den Bundestag im Jahr 2017 bestehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Die ebenfalls in letzter Zeit sehr auffallende und zugleich wachsende <em>Identit\u00e4re Bewegung Deutschland (IBD)<\/em> kann als eine Art Avantgarde der Jugend bezeichnet werden. Auch wenn es sich \u2013 \u00e4hnlich der AfD \u2013 nicht um eine homogene Gruppe handelt, die ein ausgereiftes weltanschauliches Fundament besitzt, kann sie dennoch als ein Element der sich anbahnenden Umbruchstimmung benannt werden. Sie geh\u00f6rt zur <em>Neuen Rechten<\/em>, genauso wie die AfD. Und sie bahnt sich ihren Weg zum Erfolg. Beide Gruppen haben trotz ihrer unterschiedlichen Strategien zwei Dinge gemeinsam: Die Organisationen bestehen aus Menschen, die repr\u00e4sentativ wirken und sich zeigen lassen k\u00f6nnen. Und sie setzen ihre taktischen Mittel entsprechend ihrer strategischen Ausrichtung richtig ein. Das kann vom Nationalen Widerstand mittlerweile zumindest nicht mehr ausschlie\u00dflich behauptet werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Selbst in Sachen Theoriezirkel, Metapolitik und Intellektualismus wei\u00df die Neue Rechte mittlerweile mitzuspielen. Das Institut f\u00fcr Staatspolitik, die Sommer- und Winterakademien, die regelm\u00e4\u00dfigen Compact-Infoveranstaltungen und Konferenzen sind nur einige Beispiele daf\u00fcr. Es geht aufw\u00e4rts. Es bleibt spannend im Kampf um das deutsche und europ\u00e4ische Erbe.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>Eine Kritik an die Neue Rechte<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Da dieser Blog auch der kritischen Beleuchtung verschiedener Anschauungen sowie Gruppierungen dienen soll, m\u00f6chte ich auch vor der Neuen Rechten keinen Halt machen. Sie weist bestimmte meiner Meinung nach nicht zu vernachl\u00e4ssigende M\u00e4ngel auf. Oben habe ich bereits erw\u00e4hnt, dass die Gruppen der Neuen Rechten keineswegs homogen sind. Das kann sicherlich auch sinnvoll sein, da viele diverse Str\u00f6mungen auch untereinander befruchtend wirken k\u00f6nnen. Doch gilt auch hier das alte und bekannte Wort von K\u00f6nigin Luise von Preu\u00dfen: \u201e<em>Wer nicht Ma\u00df halten kann, verliert das Gleichgewicht und f\u00e4llt<\/em>.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Bekannterma\u00dfen verderben zu viele K\u00f6che den Brei. Eine echte Rechte tut not. Leider droht bei den neuen Akteuren \u2013 \u00e4hnlich wie bei den Akteuren der alten \u201eRechten\u201c \u2013 der eine oder andere sich vom linken Mainstream vereinnahmen zu lassen. Wir d\u00fcrfen nicht vergessen, dass das Establishment die Rahmenbedingungen und Regeln schafft. Teilweise ist jede Partei dazu angehalten sich st\u00fcckweit anzupassen, um im Parteiensystem \u00fcberhaupt mitmischen zu k\u00f6nnen. Doch darf eine echte Rechte vor der linksliberalen Parodie nicht kapitulieren, wie es einst die CDU, CSU, in Amerika die Republikaner oder in England die Tories getan haben. Derartige \u201eRechte\u201c brauchen wir nicht, da sie keine Ver\u00e4nderungen zum Guten hervorrufen. Sie hinterlassen h\u00f6chstens ein intellektuelles und weltanschauliches Vakuum<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a>, wie einst die sog. Konservativen in den 1960 und 1970er Jahren. Eine echte Rechte muss ein klares Bekenntnis zur Abstammungsfrage und zur Westbindung liefern. Tats\u00e4chlich ist unser gr\u00f6\u00dfter Feind die Moderne bzw. die Postmoderne, welche droht die alte Ordnung irreversibel aufzul\u00f6sen. Nach Alexander Dugin zeichnet sie sich u.a. durch seinen ahistorischen, autonomistischen und dividualistischen<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\">[6]<\/a> Charakter aus. Es handelt sich um den Westen, der hier als weiterer Kampfbegriff ins Feld gef\u00fchrt werden soll. Der Westen steht f\u00fcr eine unipolare Welt unter der Hegemonie des US-amerikanischen Establishments. Dies bedeutet wiederrum, dass eine Emanzipierung vom Westen eine der Aufgaben der Rechten sein muss.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Oswald Spengler definierte den Unterschied zwischen Rechten und Linken durch ein aristokratisches Weltbild. Damit ist nicht unmittelbar die Vorherrschaft von Adelsgeschlechtern und K\u00f6nigsfamilien, sondern das Herrschaftsprinzip einer Leistungselite gemeint. \u00a0Erforschen wir den Begriff auf seine etymologische Bedeutung, so finden wir die beiden griechischen W\u00f6rter <em>aristos <\/em>(=<em>Bester <\/em>oder<em> Edelster<\/em>) und <em>kratein<\/em> (=<em>herrschen<\/em>). Es handelt sich hierbei frei \u00fcbersetzt also um die Herrschaft der Besten oder gar der Edelsten. Die Linken hingegen zeichnen sich demnach durch Egalitarismus aus. Sie verachten Hierarchien und lehnen die Wertung nach Leistungen als \u201e<em>faschistoid<\/em>\u201c ab. Eine echte Rechte muss demnach diesem egalitaristischen Menschenbild entgegentreten und dem Liberalismus den Kampf ansagen. Dazu bedarf es aber bei den o.g. Gruppen noch eines geh\u00f6rigen St\u00fcckes Arbeit.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>Die Neue Rechte ist Notwendiger denn je geworden. Die besten Tage der Alten Rechten liegen weit zur\u00fcck. Ich unterlasse es, wie bereits zu Beginn gesagt, die beiden Gruppen voneinander ideologisch zu trennen. Letztlich verfolgen beide, ob nun die Alte oder die Neue Rechte ein eher identit\u00e4res Menschenbild. Sicherlich ist hierbei noch Diskussionsbedarf bei manchem. Letztlich handelt es sich allerdings bei der Neuen Rechten um eine der Zeit entsprechende Gruppe von Anti-Egalitaristen, die dem Linksliberalismus den Kampf angesagt haben. Es handelt sich dabei eher um einen Arch\u00e4ofuturismus (Guillaume Faye), in der Tradition und Fortschritt keine diametral zueinander sich verhaltenden Gr\u00f6\u00dfen bilden. Die echte Rechte kommt. Sie wird den metapolitischen Kampf mit der Neuen Linken und dem Establishment aufnehmen. <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>Literaturverzeichnis<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">DUGIN, A. (2013). <em>Die vierte politische Theorie<\/em>. 1. Deutschsprachige Ausgabe. Arktos Media<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Friberg, D. (2016). Die <em>R\u00fcckkehr der Echten Rechten. Handbuch f\u00fcr die wahre Opposition<\/em> (2. deutschsprachige Ausgabe). Herausgegeben von Europa Terra Nostra e. V., \u00fcbersetzt vom Englischen ins Deutsche von Nils Wegner, Berlin 2016. Zum ersten Mal 2015 im Englischen erschienen<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Guillaume, F. (2010). <em>Archeofutrism. European Visions of the Post-Catastrophic Age<\/em>. Arktos, London 2010<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">IfS (2008). <em>Die &gt;&gt;Neue Rechte&lt;&lt;. Sinn und Grenze eines Begriffs.<\/em> Wissenschaftliche Reihe \u2013 Heft 5. Arbeitsgruppe 2: Politische Kultur. Publikation des Instituts f\u00fcr Staatspolitik. Schnellroda, 2008<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Kosiek, R. (2009). <em>Die Macht\u00fcbernahme der 68er. Die Frankfurter Schule und ihre zersetzenden Auswirkungen<\/em> (7. Aktualisierte und erg\u00e4nzte Auflage). Hohenrain Verlag, T\u00fcbingen 2009<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Le Bon, G. (2012). <em>Psychologie der Massen<\/em>. (7. Auflage). \u00dcbersetzt vom Franz\u00f6sischen ins Deutsche von Rudolf Eisler. Nikol Verlagsgesellschaft mbH &amp; Co.KG, Hamburg. Zum ersten Mal 1895 im Franz\u00f6sischen erschienen<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Spengler, O. (1934). <em>Jahre der Entscheidung. Deutschland und die Weltgeschichtliche Entwicklung<\/em>. Auflage 151. bis 160. Tausend. C.H. Beck\u2019sche Verlagshausbuchhandlung, M\u00fcnchen 1934<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Der Begriff \u201erechtsextrem\u201c ist hierbei nat\u00fcrlich nicht undifferenziert zu betrachten. Der Autor ist sich im Klaren dar\u00fcber, dass es sich dabei um einen vom liberalen Establishment kreierten Term handelt. Dennoch spiegelt er die Position der NPD innerhalb des bundesrepublikanischen Parteiensystems wider. Denn die Partei befindet sich am \u00e4u\u00dfersten rechten Rand. Weitaus rechts also selbst von der AfD.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Am 28.04.1968 erlangte die NPD 9,8 Prozent bei der Landtagswahl in Baden-W\u00fcrttemberg.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> In Sachsen schwand das Ergebnis um 3,6 Prozent von 2004 (9,2 Prozent) bis 2009 (5,6 Prozent), w\u00e4hrend in Mecklenburg-Vorpommern der Einzug 2011 (6,0 Prozent) mit 1,3 Prozent weniger als 2006 (7,3 Prozent) gelang.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Sachsen: 4,9 Prozent; Mecklenburg-Vorpommern: 2,7 Prozent<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> Dieses Vakuum wurde seinerzeit mit den linken Ideologien der <em>Kritischen Theorie<\/em> gef\u00fcllt, aus dem dann die 68er-Bewegung entstanden ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a> Das Dividuum ist die Steigerungsform des Individuums. Es handelt sich dabei um ein vollkommen autonomisiertes Wesen, das eher einem Cyborg als einem Menschen gleicht. Dieses Dividuum denkt weder an das Gestern noch an das Morgen. Es denkt nicht einmal mehr an das Heute, sondern nur noch an das Hier und Jetzt. Es ist v\u00f6llig dynamisiert und von seiner Umwelt \u2013 egal welcher Natur \u2013 entkoppelt. Letztlich handelt es sich um den Post-Menschen, der sich von seiner Menschlichkeit vollends emanzipiert hat.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kaum ein Begriff polarisiert derzeit innerhalb des rechten Lagers so sehr, wie der der Neuen Rechten. Dabei handelt es sich nicht einmal um eine einheitliche Gruppe mit einem homogenen weltanschaulichen Fundament. Vielmehr m\u00fcssten wir \u2013 so die Feststellung des Instituts f\u00fcr Staatspolitik (IfS 2008, S. 36) \u2013 im Plural von den Neuen Rechten sprechen. 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