{"id":1560,"date":"2019-02-17T12:50:40","date_gmt":"2019-02-17T11:50:40","guid":{"rendered":"https:\/\/gegenstrom.org\/?p=1560"},"modified":"2020-02-04T13:36:32","modified_gmt":"2020-02-04T12:36:32","slug":"die-ohn-macht-des-arguments","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gegenstrom.org\/en\/die-ohn-macht-des-arguments\/","title":{"rendered":"Die (Ohn-)Macht des Arguments"},"content":{"rendered":"<h1><strong>Basiswissen von alten Griechen, Misanthropen und Marketingexperten mit Black-Metal-Hintergrund vermittelt.<\/strong><\/h1>\n<blockquote><p><span style=\"font-size: 14pt;\"><em>\u201eM<\/em><em>an mu\u00df die Welt nicht unbedingt verstehen. Wichtiger ist, ihr gewachsen zu sein.\u201c<\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><em>&#8211; Oswald Spengler<\/em><\/span><\/p><\/blockquote>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Von Thor von Waldstein stammt das Bonmot, dass eine <em>\u201eTalkshow [\u2026] mit dem Zauber eines Zwiegespr\u00e4chs unter Selbstdenkern soviel zu tun [hat] wie ein Pornofilm mit einer echten Liebesbeziehung.\u201c<\/em><a href=\"#_edn1\" name=\"_ednref1\">[1]<\/a> Das ist mehr als richtig und \u00fcberrascht besonders in den Sph\u00e4ren der Politik nicht, wo, wenn es um Macht bzw. die eigenen Pfr\u00fcnde geht, auch die sonst so verst\u00e4ndnisvollsten gr\u00fcnen Bessermenschen mit Bandagen k\u00e4mpfen, die von Machiavelli oder Sun Tzu pers\u00f6nlich angelegt scheinen. Doch auch der normale Querdenker von rechts kann sich einer ausreichenden argumentativen Wappnung nicht v\u00f6llig entziehen, will er nicht in sozialen Netzwerken, Videoportalen, auf der Arbeit oder im Kreis der Freunde und Familie untergehen. Besonders den in den erstgenannten multimedialen Plattformen anzutreffenden Aktivisten werden, wenn sie die Feder mit dem Andersdenkenden kreuzten, die Erfahrung mit rhetorischen Manipulationstechniken wie dem Strohmann-Argument oder der Ad- Hominem- Attacke bewusst oder unbewusst gemacht haben. Bei unseren Beispielen handelt es sich um so genannte Sophismen, also Scheinargumente, die logische Fehler oder keinerlei Aussagekraft beinhalten. Entwickelte sich die Entzauberung substanzloser Argumente in den Vereinigten Staaten von Amerika fast zu einer Art Volkssport mit einer Unzahl an Ver\u00f6ffentlichungen, scheint das Thema hierzulande, wenngleich mehr als ausreichend wissenschaftlich erforscht, eher von untergeordneter Rolle zu sein, wenngleich es durch das Ph\u00e4nomen der \u201eYouTuber\u201c auch an Reichweite gewann. Au\u00dferhalb dieses Universums d\u00fcrfte es allenfalls Studenten der Philosophie, angehenden Juristen oder Wirtschaftswissenschaftlern (z. B. bei dem Denkfehler der \u201eVersunkenen Kosten\u201c) n\u00e4her bekannt sein.<\/span><\/p>\n<h2><strong>Von Sokrates zu Tode befragt \u2013 von den Anf\u00e4ngen der Wahrheitsfindung bis in das Zeitalter des \u201aMeme-War\u2019<\/strong><\/h2>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Seinem Sch\u00fcler Platon hat es Sokrates zu verdanken, dass seine Methodik oder besser Geburtshilfe (siehe <em>M\u00e4eutik<\/em>) des zielf\u00fchrenden Fragens bei der Wahrheits- oder Erkenntnisfindung als der \u201esokratische Dialog\u201c in die Annalen der abendl\u00e4ndischen Geschichte eingegangen ist. Mit seiner <em>Apologie,<\/em> der tragischen Schilderung des Prozesses gegen seinen Lehrmeister, lieferte er dann dar\u00fcber hinaus nicht nur ein bedeutendes Exempel der Kunst von Rede und Gegenrede, sondern auch ein klassisches Argument gegen die Herrschaft der Massen. Zu dieser Zeit popul\u00e4r im Diskurs war die <em>Eristrik<\/em> der Sophisten, die Platon aber zu ungenau und beliebig erschien. Ihm entgegen setzte er die fundierte <em>Dialektik<\/em>, die man als <em>\u201eWeg des Denkens in Begriffen mit entgegengesetzter Bedeutung<\/em>\u201c<a href=\"#_edn2\" name=\"_ednref2\">[2]<\/a> umschreiben kann. Eine theoretische bzw. genaue analytische Ausgestaltung erfolgte dann durch seinen Sch\u00fcler Aristoteles, dem Sch\u00f6pfer der Logik. Die von ihm in der <em>Topik<\/em> geschaffene Argumentform des <em>Syllogismus<\/em>, definiert der Duden als einen \u201e<em>aus zwei Pr\u00e4missen gezogener logischer Schluss vom Allgemeinen auf das Besondere<\/em>\u201c<a href=\"#_edn3\" name=\"_ednref3\">[3]<\/a> und hat Bestand bis in unsere Gegenwart, genau wie viele seiner in den \u201e<em>Sophistischen Widerlegungen<\/em>\u201c aufgelisteten Scheinargumenten. Interessanterweise entwickelte sich parallel eine logische Denkschule in Indien, die sich bis zum Abriss des Kontaktes durch die gewaltsame Expansion des Islams im fruchtbaren geistigen Austausch mit Europa befand.<a href=\"#_edn4\" name=\"_ednref4\">[4]<\/a><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">F\u00fcr uns von gr\u00f6\u00dferer Bedeutung ist aber das 1830 niedergeschriebene Manuskript <em>\u201aEristische Dialektik\u2019<\/em> von Arthur Schopenhauer. Darin findet er durchaus anerkennende Wort f\u00fcr die Leistung des Aristoteles, kritisiert aber dessen oft unscharfe Trennung von ernsthafter Wahrheitssuche und reinem Geltendmachen der eigenen Positionen als Zweck der Dialektik, sein zu starkes Verharren in der starren Form (was ihm selbst bei Betrachtung des Inhalts noch widerfahre) und das zu lange Er\u00f6rtern von Selbstverst\u00e4ndlichkeiten, ohne sich wirklich ersch\u00f6pfend dem Thema gewidmet zu haben. Dem setzt er folgendes entgegen: \u201e<em>Um die Dialektik rein aufzustellen, mu\u00df man, unbek\u00fcmmert um die objektive Wahrheit (welche Sache der Logik ist), sie blo\u00df betrachten als die Kunst, Recht zu behalten, welches freilich um so leichter sein wird, wenn man in der Sache selbst Recht hat. Aber die Dialektik als solche mu\u00df blo\u00df lehren, wie man sich gegen Angriffe aller Art, besonders gegen unredliche verteidigt, und eben so wie man selbst angreifen kann, was der Andre behauptet ohne sich selbst zu widersprechen und \u00fcberhaupt ohne widerlegt zu werden.\u201c<\/em><a href=\"#_edn5\" name=\"_ednref5\"><em><strong>[5]<\/strong><\/em><\/a><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Waren die Abhandlungen des Aristoteles B\u00fccher der wei\u00dfen Magie, so war Schopenhauers Niederschrift ein Ausflug in die schwarzen K\u00fcnste \u2013 Beschw\u00f6rung und Bannspruch in einem. Ihm selbst beliebte wohl mehr das Gleichnis einer <em>\u201egeistigen Fechtkunst\u201c<\/em><a href=\"#_edn6\" name=\"_ednref6\"><em><strong>[6]<\/strong><\/em><\/a><em>. <\/em>Seine vom Wesen her Ad Rem (auf die Sache bezogen) oder Ad Hominem (auf den Menschen bezogen), Kunstgriffe, wie Ablenkungen, Erweiterungen oder Verengungen bei der Argumentation, Reizen\/Erz\u00fcrnen des Gegners, um ihn zu un\u00fcberlegten Handlungen zu treiben, werden uns so oder in abgewandelter Form auch bei unseren modernen Beispielen begegnen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Auch wenn er sich sp\u00e4ter von seinem Werk distanzierte, so sch\u00e4rfte es doch gleichzeitig unseren Blick und richtete ihn gleichsam auf die Logik bzw. auf die Struktur des Arguments, als auch auf die Dialektik, den Inhalt betreffend aus. Diese Unterteilung hat sich heute im englischsprachigen Raum als die der <em>formal<\/em> and <em>informal fallacies<\/em> in unsere Zeit gerettet. Besondere Bedeutung erlangte sie besonders bei den Pr\u00e4sidentschaftswahlen 2015\/2016 in den Vereinigten Staaten. Logische Fehlschl\u00fcsse wurden in sogenannten <em>Memes<\/em> (nach einer Wortsch\u00f6pfung durch Richard Dawkins) sowohl aufgezeigt als auch gezielt genutzt, um den weltanschaulichen Gegner nicht selten humorvoll blo\u00dfzustellen. Ein <em>Meme<\/em> ist dabei nichts anderes als eine Art der Informations\u00fcbermittlung, die in unterschiedlicher Form beispielsweise als Video, Bild oder in einfachen S\u00e4tzen rasche Verbreitung findet. Der Schl\u00fcssel dabei ist ihre Simplizit\u00e4t. \u00dcber die Grenzen Nordamerikas fand dabei besonders die mit Unterst\u00fctzern des damaligen Pr\u00e4sidentschaftskandidaten Donald Trump assoziierte Figur von \u201aPepe dem Frosch\u2019.<\/span><\/p>\n<h2><strong>Die Macht der Sprache<\/strong><\/h2>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><em>\u201eNie haben die Massen nach Wahrheit ged\u00fcrstet. Von den Tatsachen, die ihnen missfallen, wenden sie sich ab und ziehen es vor, den Irrtum zu verg\u00f6ttern, wenn er sie zu verf\u00fchren vermag. Wer sie zu t\u00e4uschen versteht, wird leicht ihr Herr, wer sie aufzukl\u00e4ren sucht, stets ihr Opfer.\u201c<\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">&#8211; Gustave Le Bon<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Sprache ist ein Herrschaftsinstrument, mit ihr kann man den Diskurs beherrschen. 1922 schrieb Walter Lippmann in <em>\u201aPublic Opinion\u2019<\/em> folgende ber\u00fchmte S\u00e4tze: <em>\u201eWir werden \u00fcber die Welt bereits unterrichtet, bevor wir sie sehen. Wir stellen uns die meisten Dinge vor, bevor wir unsere Erfahrungen damit machen. Und diese vorgefa\u00dften Meinungen beherrschen aufs st\u00e4rkste den ganzen Vorgang der Wahrnehmung.\u201c<a href=\"#_edn7\" name=\"_ednref7\"><strong>[7]<\/strong><\/a> <\/em>Diese Prozesse seien kontrolliert durch die \u201aTorw\u00e4chter\u2019 der \u00f6ffentlichen Meinung, die gewisserma\u00dfen die Spielregeln aufstellen. Der Doktor der Philosophie S. Morries Engel fasst in seinem Buch <em>\u201aWith Good Reason\u201c <\/em>zusammen: \u201e<em>Wir haben gesehen, dass die in jeder Aussage verwendete Sprache, die Bedeutung dieser Aussage bestimmt. Der Sprache wurde eine intime Beziehung zum Denken zuerkannt, sogar eine formgebende. (\u2026) Die Tendenz, W\u00f6rter entsprechend ihrer Symbolik nach zu werten, wurde gezeigt, um Schwammigkeiten in der Bedeutung zu beg\u00fcnstigen und Euphemismen hervorzurufen, bei denen die Dinge neue Namen erhalten, um negative Eigenschaften zu verschleiern.\u201c<a href=\"#_edn8\" name=\"_ednref8\"><strong>[8]<\/strong><\/a><\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Einen weiteren genialen Beitrag verdanken wir dem Diplom-Sozialwissenschaftler Manfred Kleine-Hartlage, welcher 2005 in <em>\u201eDie Sprache der BRD\u201c <\/em>eine Art W\u00f6rterbuch f\u00fcr die auch im Kleinen den Diskurs bestimmende Phraseologie des Systems lieferte. Zu den wichtigsten rhetorischen Mitteln, die uns auch bei den Beispielen der informellen logischen Fehlschl\u00fcsse begegnen werden, z\u00e4hlt er dabei:<\/span><\/p>\n<ul>\n<li><span style=\"font-size: 14pt;\">Die <strong>orwellsche Verdrehung<\/strong><\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Pervertierung von Wortbedeutungen, welche ihren Namen durch den Sch\u00f6pfer des Romanes <em>\u201a1984\u2019<\/em> erhielt. So hat das von bundesdeutschen Politikern benutzte Wort \u201aDemokratie\u2019 nicht mehr seine urspr\u00fcngliche Bedeutung inne und wird argumentativ eher gegen eine wirkliche Mitbestimmung des Volkes ins Feld gef\u00fchrt. Oder nehme man das Beispiel der Vergangenheitsbew\u00e4ltigung: Bei ihr geht es mitnichten darum, mit der eigenen Vergangenheit abzuschlie\u00dfen, um selbstbewusst in die Zukunft gehen zu k\u00f6nnen, sondern vielmehr um die Etablierung einer Zivilreligion, in der die Vergangenheit als eine Art mystifizierter Wiederg\u00e4nger permanenten Bannritualen unterworfen ist.<\/span><\/p>\n<ul>\n<li><span style=\"font-size: 14pt;\">Das <strong>Trojanische Pferd<\/strong><\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Sprachverwirrung. Wie in Schopenhauers Kunstgriff Nr. 6 unter anderem Namen firmieren, um die Empf\u00e4nger zu t\u00e4uschen. Zum Beispiel \u00fcber die Aktionen der Antifa sprechen, den Begriff Antifa dabei aber vermeiden und stattdessen von \u201azivilgesellschaftlichen Gruppen\u2019 sprechen.<\/span><\/p>\n<ul>\n<li><span style=\"font-size: 14pt;\">Den <strong>Ohrwurm<\/strong><\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Exzessive Verbreitung eines n\u00fctzlichen Kampfbegriffes, obwohl dessen Wahrheitsgehalt \u00e4u\u00dferst strittig ist. Beispiele des Autors: Klimawandel, Fachkr\u00e4ftemangel, Migranten haben unser Land aufgebaut<\/span><\/p>\n<ul>\n<li><span style=\"font-size: 14pt;\">Die <strong>Tantensprache<\/strong><\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Versuch der Einlullung durch s\u00fc\u00dfe Wortsch\u00f6pfung und das Heucheln von Interesse bzw. dem Formulieren wohlgemeinter Absichtserkl\u00e4rungen. Im Grunde wird bereits bei ihrer Benutzung der eigentliche Sinn klar: Die Entm\u00fcndigung des B\u00fcrgers<\/span><\/p>\n<ul>\n<li><span style=\"font-size: 14pt;\">Das <strong>Reframing <\/strong><em>(siehe <\/em><strong>Red Herring<\/strong><em>)<\/em><\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-size: 14pt;\">Die <strong>\u201eAnti\u201c-Sprache<\/strong><\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Schopenhauers 12. Kunstgriff:\u201e<em>Ein Redner verr\u00e4t oft zum voraus seine Absicht durch die Namen, die er den Sachen gibt\u201c<a href=\"#_edn9\" name=\"_ednref9\"><strong>[9]<\/strong><\/a><\/em> Hier ist dies aber nur f\u00fcr den Kundigen sofort erkennbar. Genau wie Engel es weiter oben beschrieb, haben wir es bei der Anti-Sprache mit einem rhetorischen Mittel zu tun, <em>bei dem die Dinge neue Namen erhalten, um negative Eigenschaften zu verschleiern. <\/em>Zwei der gr\u00f6\u00dften Zweige der Abtreibungsindustrie in Nordamerika und Deutschland hei\u00dfen beispielsweise \u201ePlanned Parenthood\u201c und \u201ePro Familia\u201c.<\/span><\/p>\n<ul>\n<li><span style=\"font-size: 14pt;\"><strong>Ge\u00dflerhutbegriffe<\/strong><\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Ernst J\u00fcnger notierte einst: <em>&#8222;Die geistige Unterwerfung vollzieht sich durch die Annahme der Fragestellung, gleichviel, ob man die Antwort bejaht oder verneint&#8220;<a href=\"#_edn10\" name=\"_ednref10\"><strong>[10]<\/strong><\/a>.<\/em> Auch bei den Ge\u00dflerhutbegriffen liegt die Intention darin, Konformit\u00e4t zu erzwingen. Prominentes Opfer wurde u. a. Andreas Gabalier, welcher sich 2014 bei einem Formel-1-Rennen in Spielberg erdreistete, den von 1947 bis 2012 g\u00fcltigen Text (\u201e<em>Heimat bist du gro\u00dfer S\u00f6hne\u201c) <\/em>der Bundeshymne , anstelle der vom Parlament beschlossenen geschlechterneutralen \u00c4nderung (\u201eHeimat <em>gro\u00dfer T\u00f6chter und S\u00f6hne\u201c) <\/em>zu singen. Auch nach fast f\u00fcnf Jahren darf seitdem in fast keinem Artikel \u00fcber Gabalier dieser Hinweis fehlen, wobei die Vertreter des linksliberalen Medienmonopols dabei auch gerne an der Formulierung feilen, um den Eindruck entstehen zu lassen, er h\u00e4tte irgendein schlimmes r\u00fcckw\u00e4rtsgewandtes Liedchen aus den 1930er Jahren getr\u00e4llert\u2026<\/span><\/p>\n<ul>\n<li><span style=\"font-size: 14pt;\"><strong>Pawlowsche Gl\u00f6ckchen<\/strong> (siehe <strong>Ad Hominem Atacke, Brunnenvergiften<\/strong>)<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-size: 14pt;\"><strong>Verschleiernde Anglizismen<\/strong><\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Nur noch wenigen ist bekannt, dass der Begriff multicultural eigentlich eine Bezeichnung f\u00fcr den gescheiterten melting pot (Schmelztiegel) ist. W\u00fcrde man seine eigentliche Bedeutung somit korrekt ins Deutsche \u00fcbertragen, m\u00fcsste man viel eher das Wort \u201aParallelgesellschaften\u2019 verwenden. Dies jedoch w\u00e4re mehr als verr\u00e4terisch. Weiteres Beispiel des Autors: Gender Mainstreaming (deutsch: Geschlechtergleichmacherei)<\/span><\/p>\n<ul>\n<li><span style=\"font-size: 14pt;\">Das <strong>Totschlagwort<\/strong> (siehe <strong>Ad Hominem Attacke, Godwins law<\/strong>)<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<h2><strong>Beispiele informeller Fehlschl\u00fcsse<\/strong><\/h2>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Da wir im Streitgespr\u00e4ch haupts\u00e4chlich auf informelle Fehlschl\u00fcsse treffen, soll ihnen das Hauptaugenmerk dienen. Bei der Auflistung einer selektiven Auswahl werde ich 16 Beispiele pr\u00e4sentieren und auch auf deren Schwachstellen eingehen. Mehr Wert legte ich dabei auf den Inhalt und die Alltagstauglichkeit und so litt manchmal ein wenig die Form. In vielen Beispielen lasse ich in dem von Person B aufgef\u00fchrten Sophismus das von Person A pr\u00e4sentierte Argument ableiten. Da die Lehrmeinungen sowohl bei der Zuordnung einzelner Logikfehler als auch bei der Pr\u00e4sentation ad\u00e4quater Beispiele teilweise auseinandergehen, bitte ich um Nachsicht bei etwaigen Streitf\u00e4llen oder \u00dcberschneidungen.<\/span><\/p>\n<h2>\u00a01. Strawman (Strohmann-Argument)<\/h2>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Beispiel: <em>\u201e Also sollen alle Frauen wieder an den Herd und als Geb\u00e4rmaschinen fundieren?\u201c<\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Nat\u00fcrlich war das nicht gemeint als Person A zu Person B sagte: \u201eWir m\u00fcssen \u00fcberdenken, ob es den Interessen der meisten Frauen wirklich dienlich ist, in einer von M\u00e4nnern erdachten Berufswelt tagt\u00e4glich ihren Mann stehen zu m\u00fcssen.\u201c Allerdings hatte Person B auf dieses wirklich feministische Anliegen keine Antwort parat und baute f\u00fcr die Widerrede einen leichter zu besiegenden Strohmann. Vielleicht bekommen es die Zuh\u00f6rer in der Runde ja gar nicht mit? Beliebt ist dies auch bei Eurokraten, um Kritik an der EU bzw. ihren Institutionen als anti-europ\u00e4isch abzutun.<\/span><\/p>\n<h2>\u00a02. Argumentum Ad Hominem (Ad Hominem Attacke)<\/h2>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Beispiel: <em>\u201eDu hast Dein ganzes Leben nach Deinem Studium zu Hause bei deinen Kindern verbracht. Was willst Du mir denn Bittesch\u00f6n \u00fcber Feminismus erz\u00e4hlen?\u201c<\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Ein Angriff, der eher auf die Person direkt oder deren Vergangenheit abzielt, um sie in Misskredit zu bringen. Gerne wird ihr dabei auch unterstellt, sie w\u00fcrde relativieren oder sei sonst wie ideologisch verblendet. Auf die Stichhaltigkeit des Argumentes hat dies jedoch wenig Einfluss. Handelt es sich allerdings um eine b\u00f6swillige Verleumdung oder Beleidigung ohne Wahrheitsgehalt, spricht man nach Schopenhauer von <strong>Argumentum Ad Personam. <\/strong><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Eine weitere Unterart dieses Typs ist das <strong>Brunnenvergiften<\/strong>. Sinn dieser Attacke ist es, den Gegner fr\u00fchzeitig vom Diskurs auszuschlie\u00dfen bzw. moralisch zu disqualifizieren, indem man ihn gezielt mit Dreck bewirft. Irgendetwas davon wird dann schon h\u00e4ngenbleiben.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Beispiel 1: <em>\u201eWer jetzt die Meinung eines Verschw\u00f6rungstheoretikers und Rassisten h\u00f6ren will, dem w\u00fcnsche ich viel Spa\u00df\u201c<\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Beispiel 2: \u201e<em>Die Gegnerschaft zu unseren Pl\u00e4nen zum Aufbau einer Planwirtschaft mit \u00dcberf\u00fchrung aller Betriebe ins Volkseigentum hat dadurch nur gezeigt, wie korrumpiert sie noch von der Bourgeoisie und dem Kapital ist.\u201c<\/em><\/span><\/p>\n<h2>3. Genetic Fallacy (Genetischer Trugschluss)<\/h2>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Beispiel: <em>\u201eDer Autor dieses von Dir pr\u00e4sentierten Buches ist in einer umstrittenen Burschenschaft organisiert. \u00dcber den Inhalt jetzt noch weiter zu sprechen, er\u00fcbrigt sich f\u00fcr mich damit.\u201c<\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Wie unschwer zu erkennen ist, benutzt man diesen Taschenspielertrick, um einer sachlichen Auseinandersetzung aus dem Weg zu gehen. Ein weiterer wichtiger Antrieb ist das Lagerdenken, also die \u00dcberzeugung, die eigene Gruppe h\u00e4tte die Wahrheit f\u00fcr sich gepachtet und der Angeh\u00f6rige der anderen Gruppe k\u00f6nne deswegen nur irgendwelche finsteren, unmoralischen Absichten vertreten (siehe auch <strong>Ad Hominem Attacke<\/strong>). F\u00fcr diese Personen stellt es keine Doppelmoral dar, wenn sie bei dem Vortrag eines tibetanischen M\u00f6nches, welcher vor dem drohenden Verlust bzw. der Zersetzung der tibetanischen Identit\u00e4t durch die chinesische Einwanderungs- bzw. Umsiedelungspolitik warnt und Schutzma\u00dfnahmen fordert, applaudiert, am Tag darauf aber die Vortragsveranstaltung eines deutschen Autoren, der Deutschland \u00e4hnlich bedroht sieht, zu sprengen versucht. Besonders entlarvend f\u00fcr den Anwender des Genetischen Trugschlusses (Person B) wird es, wenn sein Gegner (Person A) seine Aussagen auf eine Person aus dem Lager von Person B st\u00fctzt. Meist versucht sie dann diesen Umstand zu leugnen oder unterstellt eine b\u00f6swillige Fehlinterpretation. Wird Person B nun weiter in die Enge getrieben, unterl\u00e4sst es aber aufzugeben, kann man oft je nach deren Gruppenidentit\u00e4t (Weltanschauung, Religion, Rasse etc.) entweder den Vorwurf h\u00f6ren, der Querschl\u00e4ger sei ein abtr\u00fcnniger Verr\u00e4ter (siehe auch <strong>No true scotsman<\/strong>) oder ein \u201aOnkel Tom\u2019 (domestiziertes Hausschwein) und habe den Kampf f\u00fcr seine Rechte gegen ein Helotendasein unter der Herrschaft des Feindes eingetauscht.<\/span><\/p>\n<h2>\u00a04. Tu quoque (Du auch)<\/h2>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Diese Argumentationsweise \u00e4hnelt dem als <em>Diversion<\/em> (Ablenkung, pers\u00f6nlicher Vorwurf) verwendeten Kunstgriff Nr. 29 (Schopenhauer) und eigentlich mehr eine Unterart der <strong>Ad Hominem Attacke<\/strong>. Ein etwas zwiesp\u00e4ltiger Fehlschluss, da er den berechtigten Versuch darstellen kann, beim Gegen\u00fcber Heuchlerei oder Doppelmoral aufzuzeigen. Das kann n\u00e4mlich mit dem Verweis auf gr\u00fcne Klimaretter, die all ihre Wege aber mit dem Flugzeug oder in Karossen mit gro\u00dfem Hubraum erledigen, seine Berechtigung haben, auf den Sachverhalt inwieweit der menschengemachte CO<sub>2<\/sub>-Aussto\u00df nun relevant f\u00fcr das Klima ist, hat er keinen Einfluss. Somit ist unser Beispiel eher mit dem Kunstgriff Nr. 5, den Gegner mit seiner eigenen falschen Denkart zu schlagen, verwandt.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Der dieser Form zugeh\u00f6rige <strong>Whataboutism<\/strong> ist eine Gegenfrage, um zu relativieren bzw. auf ein anderes Schlachtfeld auszuweichen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Beispiel: <em>\u201eDie Zahl der von Islamisten get\u00f6teten Europ\u00e4er ist doch gering im Vergleich zu den Massengr\u00e4bern, die die Nato-Bombardements in den Heimatl\u00e4ndern der Attent\u00e4ter angerichtet haben.\u201c<\/em><\/span><\/p>\n<h2>\u00a05. Guilt by Association (Schuldig durch Assoziationen)<\/h2>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Beispiel: <em>\u201eDie Nation wieder in den Mittelpunkt bringen. Na, damit stehst du ja in bester Tradition zu wahnsinnigen Massenm\u00f6rdern.\u201c<\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Auch hier wird die \u00dcberschneidung zu den vorherigen Illusionen deutlich: Welchen Einfluss hat es auf mein Argument, nur wenn es von Person X in gleicher oder \u00e4hnlicher Form verwendet wurde? Im Umkehrschluss k\u00e4me ja niemand auf die Idee, den Gr\u00fcnen die N\u00e4he zur Ideologie des Nationalsozialismus zu unterstellen, weil sie immerhin vorgeblich f\u00fcr Naturschutz eintreten. Wenn ich mich mit den Ideen des gewaltfreien Widerstandes eines Mahatma Gandhis identifiziere, identifiziere ich mich dann auch automatisch mit seinen rassenchauvinistischen oder frauenfeindlichen Ansichten? Diese spezifische Form der Scheinargumentation l\u00e4uft zwangl\u00e4ufig auf einen Nazi-Vergleich hinaus und findet sich fr\u00fcher oder sp\u00e4ter in den meisten Auseinandersetzungen politischer Natur (siehe <strong>Godwin\u00b4s law<\/strong>). Oft kann die \u201eGuilt by Association\u201c auch genutzt werden, um einen Abbruch des Disputes durch gespielte moralische Entr\u00fcstung zu erzielen. Ein Beispiel k\u00f6nnte das von einer weiblichen Person mit Migrationhintergrund w\u00e4hrend einer Integrationsdebatte ge\u00e4u\u00dferte:\u201eIch rede mit niemandem mehr, der meinen Kindern und mir das Lebensrecht abspricht!\u201c sein. Nat\u00fcrlich entbehrt dieser Anwurf jeglicher Grundlage\u2026<\/span><\/p>\n<h2>6. Red Herring (Roter Hering)<\/h2>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Beispiel: <em>\u201eWir schwafeln hier \u00fcber die Erweitung des Rechtes der Frau zum Schwangerschaftsabbruch und somit \u00fcber nichts anderes als das Schicksal von Zellhaufen, w\u00e4hrend im Jemen t\u00e4glich massenweise Kinder verhungern!\u201c<\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Etymologisch zur\u00fcckzuf\u00fchren auf den Irrtum, Heringe w\u00e4ren in der Lage, die Witterung von Jagdhunden zu beeinflussen, beschreibt diese Methode ein Ablenkungsman\u00f6ver bzw. das Ausweichen auf ein anderes Kampfterrain. Nat\u00fcrlich ist es schlimm, dass im Jemen Kinder verhungern, aber was hat das mit der Abtreibungspraxis in Deutschland zu tun? Man beachte das <strong>Reframing<\/strong> bei dieser Aussage: Geschickt lenkt die Person in dem Beispiel den Fokus von den Rechten des ungeborenen Kindes zu angeblichen Frauenrechten. \u00c4hnlich dem Kunstgriff Nr.18 (Verschiebung der Streitfrage).<\/span><\/p>\n<h2>7. Slippery Slope (Dammbruch-Argument)<\/h2>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Beispiel: <em>\u201eWenn diese Partei die Wahl gewinnt, werden wieder Konzentrationslager errichtet.\u201c<\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Was f\u00fcr ein Bl\u00f6dsinn. Aber was sollte er auch sonst tun, denn sachlich war dem Argument seines Gegners nicht beizukommen. Die L\u00f6sung kam, indem er ein apokalyptisches Szenario heraufbeschwor.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Auch diese Masche geh\u00f6rt bei Linken zum Standartrepertoire. Wir erinnern uns: Sollte nicht mit dem Wahlsieg Donald Trumps die Welt untergehen? Und was geschah mit der britischen Wirtschaft nach dem Brexit-Referendum? Sie ist nicht, wie prognostiziert, eingebrochen. Obwohl es sich nat\u00fcrlich um einen logischen Fehler der schlimmsten Sorte handelt, darf hier eines nicht vergessen werden, dass hier auch der Keim der Salamitaktik liegt. So k\u00f6nnen kleine als legitim oder vern\u00fcnftig erscheinende Forderungen l\u00e4ngerfristig nat\u00fcrlich auch als T\u00fcr\u00f6ffner mit unvorhersehbaren Folgen dienen: Wer h\u00e4tte beispielsweise gedacht, dass mit der Streichung des \u00a7 175 Paraden wie der Christopher-Street-Day auf den Stra\u00dfen oder Homosexuellenpropaganda in Kinderg\u00e4rten Einzug halten?<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Wer h\u00e4tte gedacht, dass die Einbeziehung therapeutischer bzw. sozialisierender Ma\u00dfnahmen in das Strafrecht schlie\u00dflich irgendwann in einer Art Kuscheljustiz gipfelt, bei der eine Verschiebung des Fokus von dem Opfer auf den T\u00e4ter stattfindet? Ernst J\u00fcnger hierzu: <em>\u201eWo der Liberalismus seine \u00e4u\u00dfersten Grenzen erreicht, schlie\u00dft er den M\u00f6rdern die T\u00fcr<\/em> <em>auf.&#8220;<\/em><a href=\"#_edn11\" name=\"_ednref11\"><em><strong>[11]<\/strong><\/em><\/a><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Wer h\u00e4tte es f\u00fcr m\u00f6glich gehalten, dass aus von der Wirtschaft angeworbenen GASTarbeitern oder tempor\u00e4ren B\u00fcrgerkriegsfl\u00fcchtlingen die mit einem Nimbus der Unantastbarkeit ausgestatteten Bev\u00f6lkerungsgenossen werden, w\u00e4hrend der Autochthone \u201eschon l\u00e4nger hier Lebende\u201c wie ein uraltes M\u00f6belst\u00fcck aus unerfindlichen Gr\u00fcnden noch weiter existieren darf. Dass der Kampf um \u201eGleichheit\u201c, in Anlehnung an Peter Furth, einem Troja gleicht, dass nicht aufh\u00f6rt zu brennen, beschrieb Sophie Liegnitz in ihrem sehr lesenswerten Kaplaken-Band \u201aTote Wei\u00dfe M\u00e4nner lieben\u2019.<\/span><a href=\"#_edn12\" name=\"_ednref12\"><span style=\"font-size: 14pt;\">[12]<\/span><\/a><\/p>\n<h2>8. No true scotsman (Kein echter Schotte)<\/h2>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Beispiel: <em>\u201eDer Attent\u00e4ter war einfach ein Irrer. Echte Muslime tun so etwas nicht.\u201c<\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Dies ist ebenfalls ein \u00e4u\u00dferst beliebtes \u201eArgument\u201c bei Linken und Feministen. Person B besitzt nat\u00fcrlich nicht die alleinige Deutungshoheit dar\u00fcber, wer ein echter Moslem ist oder nicht\u2026<\/span><\/p>\n<h2>9. Non Sequitur (\u201eDaraus folgt nicht\u2026\u201c)<\/h2>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Pr\u00e4misse 1: <em>\u201eWaffen spielen bei den Konflikten auf dem afrikanischen Kontinent eine wichtige Rolle.\u201c<\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Pr\u00e4misse 2: <em>\u201eDeutschland ist einer der Top 5 Waffenexporteure.\u201c<\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Schlussfolgerung: <em>\u201eDeutschland ist Schuld an den Kriegen auf dem Subkontinent.\u201c<\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Hier l\u00e4sst sich die Schlussfolgerung nicht aus der oder den Pr\u00e4misse(n) herleiten. Ein Krieg entsteht ja nicht unmittelbar durch das Vorhandensein von Waffen und kann auch ohne sie ausgef\u00fchrt werden. Doch treiben wir das Spiel noch weiter:<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Pr\u00e4misse: <em>\u201eKriege werden zwischen Nationen gef\u00fchrt.\u201c<\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Schlussfolgerung: <em>\u201eOhne Nationen, keine Kriege mehr!\u201c<\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Auch hier ist dies eine schwache Pr\u00e4misse: Selbst bei der utopischen Vorstellung, totale Gleichheit unter allen Menschen zu erreichen, was auch bedeutet Vielfalt und Freiheit, kurz alles Menschliche aufzugeben, ist dieser Ausgang noch lange nicht gewiss. Was die Errichtung eines Weltstaates als angeblichen Platz ohne Kriege anbelangt, so lieferte Oswald Spengler wohl die treffendste Kritik<a href=\"#_edn13\" name=\"_ednref13\">[13]<\/a>.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Wir sehen an beiden Beispielen die nur sehr unklaren Vorstellungen von den wirklichen Ursachen des Problems, die unsere Beispielpersonen haben.<\/span><\/p>\n<h2>10. Appeal to emotion (An die Gef\u00fchle appellieren)<\/h2>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Beispiel: \u201e<em>Ich f\u00fchle, dass es richtig ist, Menschen vor die Wahl zu stellen, ihr Geschlecht selber zu w\u00e4hlen.\u201c<\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Wie sich jemand f\u00fchlt, hat aber keinerlei Einfluss auf die Validit\u00e4t eines Arguments. Sehr oft mischen sich dabei auch Mitleid (\u201eH\u00e4tte der R\u00e4uber meiner Handtasche nicht ein Deutscher sein k\u00f6nnen. Jetzt habe ich dem armen Kerl ja noch mehr \u00c4rger eingebrockt.\u201c) oder Neid darunter (\u201eDie Wei\u00dfen sind unrechtm\u00e4\u00dfig zu ihrem Besitz gekommen!\u201c).<\/span><\/p>\n<h2>11. Appeal to tradition (An die Tradition appellieren)<\/h2>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Beispiel: <em>\u201eWir m\u00fcssen \u00fcber diese Beschneidungsrituale hinwegsehen, denn sie sind Teil der Tradition dieser Kultur. Wer gibt uns \u00fcberhaupt das Recht dar\u00fcber zu urteilen?\u201c<\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Wir Europ\u00e4er haben das Recht f\u00fcr unsere L\u00e4nder sogar sehr klar ausgearbeitet und in unserem Rechtsempfinden handelt es sich um eine strafbare Handlung. Leider grassieren in unseren Breitengraden aber seit einiger Zeit Kulturrelativisten, die uns einreden wollen, dass es so etwas wie das Ma\u00df aller Dinge nicht g\u00e4be und man f\u00fcr alles grenzenloses Verst\u00e4ndnis zeigen sollte. Doch bewegen wir uns jetzt von diesem doch recht deutlichen Beispiel weg und widmen uns einem anderen Aspekt: der Schwachstelle dieses logischen Fehlschlusses. Wie u. a. Konrad Lorenz ausarbeitete, ist\u00a0 der Nutzen gewisser traditioneller Handlungen und Riten nicht immer rational erfassbar und doch hat er wie Mircea Eliade f\u00fcr die Religion herausstellt, eine das Individuum und die Gemeinschaft (respektive das Gemeinwesen) stabilisierende bzw. st\u00fctzende Wirkung.<\/span><\/p>\n<h2>12. Appeal to popularity (An die Popularit\u00e4t appellieren)<\/h2>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Beispiel<em>: #WIRSINDMEHR<\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Dies ist auch als <strong>bandwagon <\/strong>oder Mitl\u00e4uferargument bekannt. Mehrheiten k\u00f6nnen sich verschieben. Was heute als popul\u00e4r gilt, kann morgen schon verabscheut werden. Die Geschichte zeigt: Die Massen sind wankelm\u00fctig und beeinflussbar. Achtung: Das <strong>Argumentum Ad Populum<\/strong> bezeichnet einen Populisten.<\/span><\/p>\n<h2>\u00a013. Appeal to authority (Berufung auf die Autorit\u00e4t)<\/h2>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Beispiel<em>: \u201eDieser von dir zitierte Professor ist mit seinen Ansichten v\u00f6llig isoliert in seiner Zunft. Bl\u00f6dsinnig sich damit noch n\u00e4her auseinanderzusetzen.\u201c<\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Auch hier sagt die Tatsache, dass die Erkenntnisse des zitierten Professors unter seinen Kollegen wenig Zustimmung finden, nichts \u00fcber deren Stichhaltigkeit aus. Wie viele Forscher wurden bel\u00e4chelt oder diffamiert, bevor ihre Arbeit Anerkennung fand? Au\u00dferdem ist das romantische Zerrbild eines selbstlosen nur der Wissenschaft\/Menschheit verpflichteten Forschers streng zu hinterfragen, denn der Konformit\u00e4tszwang macht vor ihm nicht Halt. Wer entscheidet \u00fcber die Bewilligung der Mittel und wer vergibt Lehrst\u00fchle? Ist im Zeitalter des Nihilismus nicht au\u00dferdem die Tendenz, lieber die Fr\u00fcchte des Tages zu ernten, anstatt \u00dcberzeitliches zu schaffen, st\u00e4rker verbreitet? Werden Studien nicht in Auftrag gegeben, um im Sinne des Auftraggebers nutzbar zu sein?<\/span><\/p>\n<h2>14. Begging the question (Das Zirkelschluss-Argument)<\/h2>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Beispiel: <em>\u201eWenn es nicht strafbar w\u00e4re, dies zu \u00e4u\u00dfern, so h\u00e4tte es wohl kaum seinen Platz im Strafgesetzbuch gefunden.\u201c<\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Hier wurde die Schlussfolgerung zur St\u00fctzung der Pr\u00e4misse verwendet. Ein weiteres Beispiel: Bei Moslems ist es besonders beliebt, sich auf den Koran zu berufen. Wenn man dann nach einem Argument fragt, wieso denn gerade dieses Buch verbindlich f\u00fcr unser Handeln sein soll, folgt die Antwort: \u201eEs ist das Wort Gottes!\u201c<\/span><\/p>\n<h2>15. Fallacy of Anecdotal Evidence (Fehlschluss der Anekdoten-Beweisf\u00fchrung)<\/h2>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Beispiel: <em>\u201eIch kann Sarrazins Ausf\u00fchrungen absolut nicht best\u00e4tigen! An meiner Schule erzielen ausl\u00e4ndische Sch\u00fcler bessere Ergebnisse als die deutschen.\u201c<\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Fangen wir zuerst mit der groben Verallgemeinerung an, die die Person in dem Beispiel aus den Thesen Sarrazins begangen hat. Nat\u00fcrlich sprach Sarrazin nicht von \u201eden Ausl\u00e4ndern\u201c sondern differenzierte in diesem Personenkreis sehr genau, aber ein Strohmann seiner Position bot sich als leichterer Gegner an. Der eigentliche Fehler liegt aber vielmehr in der Art, wie unsere xenophile Lehrkraft aus den eigenen Erfahrungen und mit einem verengten Blick an einer Schule mit exklusivem Zugang (Gymnasium) ein Gegenargument ableiten wollte.<\/span><\/p>\n<h2>16. The Texas Sharpshooter (Der Zielscheibenfehler)<\/h2>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Beispiel: <em>\u201eKarl Marx ist das gr\u00f6\u00dfte Genie aller Zeiten. Es gibt kein besseres und so geschlossenes philosophisches System &#8211; er gab damit das Werkzeug, um den Menschen aus seinem geknechteten Dasein zu befreien!\u201c<\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Diese Form des logischen Fehlurteils pickt sich die Rosinen heraus. Zweifellos hinterlie\u00df Karl Marx so etwas wie ein geschlossenes philosophisches System, wenngleich h\u00f6chst theoretisch und kompliziert und sicher keine stringente Handlungsanweisung. Jemanden, der allenfalls einige interessante Ideen und Beobachtungen lieferte, in seinen Analysen und den daraus abgeleitetet Lehren aber teilweise schon zu Lebzeiten widerlegt wurde, als Genie zu bezeichnen, ist aber harter Tobak. Was von ihm blieb, ist nicht viel mehr als ein Zerst\u00f6rer, der schuf, was er an anderer Stelle kritisierte: eine weitere Erl\u00f6sungsreligion.<\/span><\/p>\n<h2>Schlusswort wider einen falschen Pessimismus<\/h2>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><em>\u201eNur Pessimisten schmieden das Eisen solange es hei\u00df ist. Optimisten vertrauen darauf, dass es nicht erkaltet.\u201c<\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">&#8211; Peter Bamm<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Nun, w\u00e4re der Mensch ein rein auf Vernunft basiertes Wesen, so h\u00e4tte ich mir die Ausf\u00fchrungen freilich sparen k\u00f6nnen. Schopenhauer dr\u00fcckt es wie folgt aus: \u201e<em>W\u00e4ren wir von Grund aus ehrlich, so w\u00fcrden wir bei jeder Debatte blo\u00df darauf ausgeh\u2019n, die Wahrheit zu Tage zu f\u00f6rdern, ganz unbek\u00fcmmert ob solche unsrer aufgestellten Meinung oder der des Andern gem\u00e4\u00df ausfiele: dies w\u00fcrde gleichg\u00fcltig[\u2026]<\/em>\u201c<a href=\"#_edn14\" name=\"_ednref14\">[14]<\/a><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Da dies nun aber nicht der Fall ist, gilt es genau abzusch\u00e4tzen, wo und mit wem man sich auf Diskussionen einlassen sollte, gleich einer einfachen Kosten-\/Nutzenrechnung und unter Ausschluss des eigenen Gesichtsverlustes. Sicher ist es aber f\u00fcr einen Erfolg auf breiter Ebene von N\u00f6ten, dem Gegner nicht das Feld zu \u00fcberlassen und ihn schon beim Aufbau der eigenen Schlachtordnung zu st\u00f6ren, wo es nur geht. Ich beobachte seit Jahren mit einiger Genugtuung, wie schnell Linke aus der Fassung geraten, wenn man sie an Orten, wo sie es nicht erwarten, offensiv mit ihrem eigenen ideologischen Bl\u00f6dsinn konfrontiert und dabei auch zu Mitteln greift, die ihre heiligen Galionsfiguren selbst ab 1968 f\u00fcr den \u201epolitische Diskurs\u201c etablierten. Die eigene Medizin scheint ihnen nicht sonderlich zu schmecken. Jedoch ist auch hier eine Unterscheidung notwendig: Manfred Kleine-Hartlage teilte dieses Lager in \u201eBetrogene\u201c und \u201eBetr\u00fcger\u201c ein. Einen Disput mit dem Betr\u00fcger f\u00fchrt man nur wegen der Zuh\u00f6rer, er selbst ist nicht zu gewinnen, denn er sitzt an irgendeiner Stelle der Macht und hat es sich dort bequem gemacht. Wenn der Wind sich merklich dreht und ihnen das Wasser bis zum Halse steht, entdecken viele dieser Leute erfahrungsgem\u00e4\u00df ein anderes Herz in ihrer Brust, davor jedoch, in der Wiege der vermeintlichen Sicherheit, ist ihnen nicht wirklich beizukommen. Im Umkehrschluss wird ihm aber auch mit wachsender Widerrede und Widerstand aus dem Volke heraus diese Sicherheit genommen, bis er beginnt, seine N\u00e4chte schlaflos zu verbringen. Nachsichtiger sollte man hingegen mit dem Betrogenen sein, \u00fcber den Kleine-Hartlage am Beispiel seines eigenen Weges von links nach rechts ausf\u00fchrt; dass <em>\u201esie, genau wie ich, auf Widerspr\u00fcche sto\u00dfen, wo keine sein sollten, sich mit \u00dcberraschungen konfrontiert sehen, die es nicht geben d\u00fcrfte, und dabei zu Einsichten gelangen, die sie sich kaum einzugestehen, geschweige denn irgend jemanden mitzuteilen wagen.\u201c<a href=\"#_edn15\" name=\"_ednref15\"><strong>[15]<\/strong><\/a><\/em> Im st\u00e4ndigen Kampf \u201e<em>die Realit\u00e4ten, die sie wahrnehmen, irgendwie mit ihrem linken Weltbild unter einen Hut zu bringen\u201c<a href=\"#_edn16\" name=\"_ednref16\"><strong>[16]<\/strong><\/a><\/em> f\u00fcrchten sie sich eigentlich nur noch vor <em>\u201edem Sprung ins Dunkle\u201c<\/em> und dem Eingest\u00e4ndnis <em>\u201eeinem Betrug aufgesessen zu sein\u201c<a href=\"#_edn17\" name=\"_ednref17\"><strong>[17]<\/strong><\/a>. <\/em>Dieser Personenkreis ist aber nicht determiniert, ewig den Betr\u00fcgern weiter auf den Leim zu gehen. Was den Rest der Menschen betrifft, sofern sie noch nicht Teil des patriotischen Lagers sind, so kann man folgende Feststellung unterstreichen: <em>\u201eDie Menschen neigen dazu, zu den meisten wichtigen Fragen keine (oder keine sehr starke) Meinung zu haben, solange es keine ausreichend starke Krise gibt, um die Bildung einer starken Meinung zu katalysieren und die Entscheidung f\u00fcr eine Seite zu erzwingen.<a href=\"#_edn18\" name=\"_ednref18\"><strong>[18]<\/strong><\/a>\u201c <\/em>Der Mann, der diese Worte niederschrieb hei\u00dft Alex Kurtagi\u0107, ein Brite mit sowohl spanischen als auch slowenischen Wurzeln. Sie stammen aus seinem Essay \u201eMastery of Style Trumps Superiority of Argument\u201c (deutsch: Meisterschaft im Stil sticht \u00dcberlegenheit des Arguments), welches, wie die \u00dcberschrift schon besagt, auf weitere Schw\u00e4chen einer allein auf Logik, Argument und Fakten ausgerichteten Strategie eingeht. Als ehemaliger Betreiber eines nicht unbekannten Black-Metal-Labels, Musiker dieser Szene und Graphiker lie\u00df er all seine Erfahrung in diesen Aufsatz einflie\u00dfen. Seine zentrale These dabei ist, <em>\u201edass Menschen weniger daran liegt, recht zu haben, als daran, bei der richtigen Clique &gt;&gt;in&lt;&lt; zu sein.\u201c<a href=\"#_edn19\" name=\"_ednref19\"><strong>[19]<\/strong><\/a><\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Um dieses zu untermauern, st\u00fctzt er sich auf die soziale Identit\u00e4tstheorie, die besagt, \u201e<em>dass die Interaktion zwischen dem angeborenen menschlichen Bed\u00fcrfnis nach Zugeh\u00f6rigkeit und dem angeborenen menschlichen Bed\u00fcrfnis nach Selbstwertgef\u00fchl dazu f\u00fchrt, dass Individuen ihre soziale Identit\u00e4t auf Basis von Wertungsgr\u00f6\u00dfen ausw\u00e4hlen, die best\u00e4tigen, wer sie sind, weil sie in diesen Wertungsgr\u00f6\u00dfen wahrscheinlich gut abschneiden werden.\u201c<a href=\"#_edn20\" name=\"_ednref20\"><strong>[20]<\/strong><\/a><\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Ich erinnere mich gut, wie zu Beginn der Grenz\u00f6ffnung im Jahre 2015 meine Mutter ihren Geburtstag feierte und das Thema irgendwann auf die aktuellen Geschehnisse gelenkt wurde. Obwohl in meinen Eltern schon damals ein Unbehagen demgegen\u00fcber erkennbar war, trauten sie sich nicht, sich bei der Diskussion auf die Seite ihrer Nachbarn zu schlagen, weil diese sowohl sozial als auch von den Bildungsabschl\u00fcssen her nicht mit ihnen und den restlichen Diskutanten konkurrieren konnten. Damit handelten sie sogar bewusst gegen die eigenen Interessen. Kurtagi\u0107 schlie\u00dft aus dieser Verhaltensweise folglich, \u201e<em>da\u00df das lebenswichtigste Element in jeder Strategie, die darauf abzielt, einer beliebigen Zahl von Menschen eine unkonventionelle Idee zu verkaufen , nicht so sehr die Qualit\u00e4t der Idee an sich ist (oder der zu ihrem Verkauf eingesetzten Argumente) als vielmehr die Qualit\u00e4t der Verpackung und das Potenzial von letzterer, das Selbstwertgef\u00fchl des Konsumenten in einem sozialen Kontext zu heben.<a href=\"#_edn21\" name=\"_ednref21\"><strong>[21]<\/strong><\/a> <\/em>Seine Empfehlung f\u00fcr Patrioten: <em>\u201eBlendendes graphisches Design, Stil, bei dem einem der Mund offen bleibt, wohlgestaltete Prosa, ansteckende Schlagworte und ein unverwechselbares Erscheinungsbild, das Qualit\u00e4t und Pers\u00f6nlichkeit ausstrahlt, wird Konvertiten viel schneller und effektiver gewinnen als jede Debatte, jedes politische Traktat oder Manifest.\u201c<a href=\"#_edn22\" name=\"_ednref22\"><strong>[22]<\/strong><\/a><\/em> Stil alleine sichert aber nicht unbedingt den Erfolg, aber <em>\u201eStil mit Substanz ist eine unwiderstehliche Kombination.\u201c<a href=\"#_edn23\" name=\"_ednref23\"><strong>[23]<\/strong><\/a><\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Als letztes m\u00f6chte ich noch zu bedenken geben, dass es in diesem Ringen um die Seelen der europ\u00e4ischen V\u00f6lker sowohl eine \u00e4u\u00dferlich sichtbare Ebene als auch eine verborgene im Inneren zu geben scheint. Vieles, was in den vergangenen Jahren von uns als Paradigmenwechsel wahrgenommen wurde, konnte zwar auch \u00e4u\u00dferlich in seinen Ursachen erfasst werden, will man diese Ph\u00e4nomene g\u00e4nzlich erkl\u00e4ren, so kommt man doch nicht ohne Verweis auf das \u201eUnbewusste\u201c(im Sinne von C. G. Jung) im Inneren des Menschen aus.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">In einer anderen seiner raren \u00dcbertragungen ins Deutsche sieht deshalb auch Kurtagi\u0107 wenig Grund f\u00fcr Niedergeschlagenheit: <em>\u201eEin chaotisches Zeitalter bietet M\u00f6glichkeiten f\u00fcr diejenigen, die das Talent haben, einen neuen Traum zu &gt;&gt;verkaufen&lt;&lt;. Obwohl das gegenw\u00e4rtige liberale, egalit\u00e4re, progressive Establishment geradezu unbesiegbar erscheint, steht doch keine einheitliche, monolithische, totalit\u00e4re Ordnung dahinter. Im Zustand des eskalierenden Durcheinanders wird sich auch der unpolitische Durchschnittsb\u00fcrger neuen, exotischen, sogar quichottischen Ideen \u00f6ffnen.\u201c<a href=\"#_edn24\" name=\"_ednref24\"><strong>[24]<\/strong><\/a><\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Diese Tr\u00e4ume beginnen im Kleinen Gestalt anzunehmen, wie auch Revolutionen <em>\u201emit Kritzeleien beginnen\u201c<\/em>, die wiederum mit Tagtr\u00e4umen beginnen. Der Lauf der Geschichte ist noch offen, aber <em>\u201ewenn wir nicht jetzt damit beginnen, die metapolitische Basis unserer neuen Ordnung zu gestalten, wenn wir nicht jetzt eine virile Gegenkultur errichten, die diese Ordnung errichten kann, dann k\u00f6nnte es passieren, dass uns eines Tages, nach dem Wechsel der Gezeiten, andere weit voraus sind, weil wir zu lange daran gezweifelt haben, ob er jemals kommen wird.\u201c<a href=\"#_edn25\" name=\"_ednref25\"><strong>[25]<\/strong><\/a><\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Dem ist nichts mehr hinzuzuf\u00fcgen.<\/span><\/p>\n<h2>Literaturverzeichnis:<\/h2>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ednref1\" name=\"_edn1\">[1]<\/a> Thor von Waldstein: Metapolitik, S.45.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ednref2\" name=\"_edn2\">[2]<\/a> Der neue Brockhaus, 1941<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ednref3\" name=\"_edn3\">[3]<\/a> DUDEN<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ednref4\" name=\"_edn4\">[4]<\/a> Dies beschrieb der Philosoph und Computerpionier Charles Leonard Hamblin in Kapitel 5 seines Standardwerkes zur formalen Logik \u2013 \u201eFallies\u201c (S.177 ff). Besonders die <em>Nyaya Sutra<\/em> von <em>Gotama<\/em> ist hier als beispielhaftes Werk zu nennen. Zwar \u00fcbersetzten und studierten die Araber die Texte Aristoteles\u2019, einen Zugang zu der Indischen Schule fanden sie jedoch nicht. Tats\u00e4chlich brachte ihr Vordringen diese Denkschule fast an den Rand der Zerst\u00f6rung und so sind viele der uns bekannten Sanskrit- Texte R\u00fcck\u00fcbertragungen aus tibetanischem Besitz. Mit dem Buddhismus fanden diese Texte Verbreitung bis nach China.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ednref5\" name=\"_edn5\">[5]<\/a> Arthur Schopenhauer: Die Kunst, Recht zu behalten, S. 20.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ednref6\" name=\"_edn6\">[6]<\/a> ebd., S.22.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ednref7\" name=\"_edn7\">[7]<\/a> Walter Lippmann: Die \u00f6ffentliche Meinung, S.68.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ednref8\" name=\"_edn8\">[8]<\/a> S. Morries Engel: With Good Reason (\u00dcbertragung ins Deutsche durch den Autor), S.68.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ednref9\" name=\"_edn9\">[9]<\/a> Arthur Schopenhauer: Die Kunst, Recht zu behalten, S. 49.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ednref10\" name=\"_edn10\">[10]<\/a> Ernst J\u00fcnger: Epigramme<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ednref11\" name=\"_edn11\">[11]<\/a> ebd.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ednref12\" name=\"_edn12\">[12]<\/a> Das Konzept von &gt;&gt;Gleichheit&lt;&lt; verf\u00fcgt \u00fcber keine eingebaute Bremse, oder, wie Luhrmann gesagt h\u00e4tte, &gt;&gt;Stopformel&lt;&lt;.(\u2026) Nach Erf\u00fcllung politischer Forderungen l\u00e4uft der Prozess zwangsl\u00e4ufig weiter, indem immer weitere Gleichheitsdefizite entdeckt werden und immer weitere Forderungen auftauchen.\u201c Sophie Liegnitz: Tote wei\u00dfe M\u00e4nner lieben, S.24\/25.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ednref13\" name=\"_edn13\">[13]<\/a> \u201eDer Friede ist ein Wunsch, der Krieg eine Tatsache, und die Menschheitsgeschichte hat sich nie um menschliche W\u00fcnsche und Ideale gek\u00fcmmert.(\u2026) Man kann den einzelnen, der Gewalt anwendet, einen Verbrecher nennen, eine Klasse revolution\u00e4r oder Landesverr\u00e4ter, ein Volk blutd\u00fcrstig, aber das \u00e4ndert nichts an der Tatsache. Der heutige Weltkommunismus bezeichnet seine Kriege als Aufst\u00e4nde, Kolonialreiche als Befriedung fremder V\u00f6lker, und wenn die Welt ein Einheitsstaat w\u00e4re. w\u00fcrde man die Kriege Aufst\u00e4nde nennen.\u201c aus \u201eIst der Weltfriede m\u00f6glich\u201c, Zyklen &amp; C\u00e4saren \u2013 Mosaiksteine einer Philosophie des Schicksals, S.411<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ednref14\" name=\"_edn14\">[14]<\/a> Arthur Schopenhauer: Die Kunst, Recht zu behalten, S. 10<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ednref15\" name=\"_edn15\">[15]<\/a> Manfred Kleine- Hartlage: Warum ich kein Linker mehr bin, S.18.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ednref16\" name=\"_edn16\">[16]<\/a> ebd.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ednref17\" name=\"_edn17\">[17]<\/a> ebd.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ednref18\" name=\"_edn18\">[18]<\/a>Alex Kurtagi\u0107: Ja, Afrika mu\u00df zur H\u00f6lle fahren S.16.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ednref19\" name=\"_edn19\">[19]<\/a> ebd.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ednref20\" name=\"_edn20\">[20]<\/a> ebd.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ednref21\" name=\"_edn21\">[21]<\/a> ebd., S.17<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ednref22\" name=\"_edn22\">[22]<\/a> ebd., S.18.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ednref23\" name=\"_edn23\">[23]<\/a> ebd. S.19.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ednref24\" name=\"_edn24\">[24]<\/a>Alex Kurtagi\u0107: Warum Konservative immer verlieren, S.29\/30.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ednref25\" name=\"_edn25\">[25]<\/a> ebd., S.31<\/span><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Basiswissen von alten Griechen, Misanthropen und Marketingexperten mit Black-Metal-Hintergrund vermittelt. \u201eMan mu\u00df die Welt nicht unbedingt verstehen. 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