{"id":1511,"date":"2019-01-16T11:19:29","date_gmt":"2019-01-16T10:19:29","guid":{"rendered":"https:\/\/gegenstrom.org\/?p=1511"},"modified":"2020-02-04T13:41:01","modified_gmt":"2020-02-04T12:41:01","slug":"das-ende-der-demokratie-wolfgang-bendel-auf-den-spuren-einer-neuen-gesellschaftsform","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gegenstrom.org\/en\/das-ende-der-demokratie-wolfgang-bendel-auf-den-spuren-einer-neuen-gesellschaftsform\/","title":{"rendered":"Wolfgang Bendel auf den Spuren einer neuen Gesellschaftsform"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><em><span style=\"font-size: 14pt;\">Eine Rezension zu der erst k\u00fcrzlich im Jungeuropa Verlag erschienenen und auch in <a href=\"https:\/\/gegenstrom.org\/produkt\/aristokratie-eine-streitschrift\/\">unserem Shop<\/a> erh\u00e4ltlichen Streitschrift <\/span><\/em><span style=\"font-size: 14pt;\">Aristokratie<\/span><em><span style=\"font-size: 14pt;\">, verfasst von <strong>Peter Steinborn<\/strong>.<\/span><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 14pt;\">Im November des letzten Jahres erschien im Jungeuropa Verlag, der bisher eher haupts\u00e4chlich durch \u00dcbersetzungen ausl\u00e4ndischer Werke auffiel, das Werk <strong><em>Aristokratie<\/em><\/strong>. Der Autor <strong>Wolfgang Bendel<\/strong>, der auch schon mehrfach auf diesem Blog publizierte \u2013 in letzter Zeit h\u00e4ufiger \u00fcber brasilianische Verh\u00e4ltnisse \u2013 bleibt sich damit seiner provokativen und zugleich humoristischen Art politische Inhalte zu vermitteln treu. <em>Aristokratie<\/em> ist, wie es im Untertitel des Buches auch hei\u00dft, eine Streitschrift.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 14pt;\">Mit einem Zitat des kolumbianischen Philosophen Nicol\u00e1s G\u00f3mez D\u00e1vila wird der geneigte Leser passend in die Thematik eingef\u00fchrt: \u201e<em>Die Liebe zum Volk ist eine aristokratische Berufung. Der Demokrat liebt es nur im Wahljahr.\u201c<\/em><\/span><\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Alternativlose Demokratie und die Verantwortungslosigkeit der Demokraten<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 14pt;\">Mit diesen einleitenden Worten eines selbsternannten Reaktion\u00e4rs wird bereits von Beginn an deutlich, auf welche Reise der Leser hier mitgenommen werden soll. So schreibt Bendel bereits in der Einleitung auf Seite 7: \u201e<em>Gesellschaftsformen, die ihren Zenit \u00fcberschritten haben und die Menschen nicht aus sich selbst heraus \u00fcberzeugen k\u00f6nnen, also in ihre Dekadenzphase eingetreten sind, erkennt man daran, dass sie repressiver, alternativloser und regulativer daherkommen. Sie haben ihren Charme verloren, und der eigentliche Zweck jeder Form von Herrschaft, die Machterhaltung der sie tragenden Klasse, tritt deutlicher und ungeschminkter in den Vordergrund. Denkverbote und G\u00e4ngelung, Tabus und Propaganda ersetzen die urspr\u00fcnglich vorhandenen Ideale, Zwang und Einsch\u00fcchterung die Freiwilligkeit und innere \u00dcberzeugung. Politische und wirtschaftliche Korruption dehnen sich aus und werden epidemisch. Die Gleichheit vor dem Gesetz wird zur inhaltslosen Phrase.\u201c<\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 14pt;\">Wer bei diesen Worten an das System Merkel denkt, welches ja nur beispielhaft da steht f\u00fcr den gesamten Zustand der westlich-liberalen Hemisph\u00e4re, der wird sich \u00fcber diese Lekt\u00fcre erfreuen k\u00f6nnen. So verdeutlicht Wolfgang Bendel exemplarisch seine zu Beginn get\u00e4tigten Worte mit der Apologetin der Alternativlosigkeit schlechthin: Angela Merkel. Immer wieder trete die Bundeskanzlerin im Zeichen der Alternativlosigkeit auf und verbitte sich eine Diskussion dar\u00fcber, ob bspw. ihre Ausl\u00e4nderpolitik richtig oder falsch sei.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 14pt;\">Interessant ist, dass Bendel als Zeitgenosse und quasi Augenzeuge \u2013 er lebt die meiste Zeit in Brasilien \u2013 seine Eindr\u00fccke \u00fcber die kleptokratischen<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> und korrupten brasilianischen Verh\u00e4ltnisse in dem Buch wiedergibt. So geht er zun\u00e4chst auf ein pr\u00e4gnantes Beispiel ein, das im Kern die Wahrheit des demokratischen Brasiliens<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a> verdeutlicht. Der Leser liest hier von Korruptionsskandalen, die selbst f\u00fcr bundesrepublikanische Verh\u00e4ltnisse \u00e1 la Doktortitelf\u00e4lschung, VW, Ergo und ADAC vollkommen unglaubw\u00fcrdig klingen, jedoch Jahrzehnte zum demokratischen Alltag Brasiliens geh\u00f6rten. Doch spannt der Autor in einem zweiten Beispiel einen Bogen zur bundesdeutschen Wirklichkeit, wo Gleichschaltung und Gedankenkontrolle bereits zu regul\u00e4ren taktischen Mitteln der Regierung geh\u00f6ren. Der \u201cFall Kandel\u201c, die Absetzung eines Verfassungsschutzpr\u00e4sidenten und die allgemeine Berichterstattung zum Fl\u00fcchtlingsthema werden hier exemplarisch herangezogen, um zu verdeutlichen, inwieweit die demokratische Wirklichkeit l\u00e4ngst im bundesdeutschen Alltag einhielt.<\/span><\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Demokratie im Fall begriffen: Dekadente Zust\u00e4nde<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 14pt;\">Wolfgang Bendel zufolge befindet sich die Demokratie bereits im Endstadium der Dekadenz. Dabei meint das Wort, abgeleitet vom lateinischen \u201ccadere\u201c so etwas wie \u201cfallen\u201c, \u201csinken\u201c, \u201csich im Fall befinden\u201c. Um mit Oswald Spengler zu sprechen, hat die Demokratie bereits einen Zustand nahe dem Tod erreicht. Der Autor beschreibt hier \u2013 \u00e4hnlich dem Lebenslaufzyklus einer Hochkultur \u2013 das Leben bzw. die Vitalit\u00e4t einer Gesellschaft anhand einer Kurve, die zun\u00e4chst monoton steigend bis zu einem H\u00f6hepunkt (Scheitelpunkt) und ab da monoton fallend verl\u00e4uft. Laut Wolfgang Bendel befand sich dieser Scheitelpunkt in den \u201e<em>Achtziger- und Neunzigerjahren des vorherigen Jahrhunderts<\/em>\u201c (S. 38). Leider wird der Autor nicht deutlich, welche Gesellschaft er meint. Handelt es sich um die brasilianische oder die deutsche Gesellschaft? Oder geht Bendel tats\u00e4chlich von einer demokratischen Gesellschaft aus? Ist diese demokratische Gesellschaft dann etwa ein globalumfassendes Kollektiv, also die Zusammenfassung aller Gesellschaften, die eine \u201edemokratische Kultur\u201c pflegen?<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 14pt;\">F\u00fcr den in Brasilien lebenden Buchautoren ist dieser oben beschriebene Fall nicht nur ein kultureller Niedergang, sondern f\u00fcr ihn umfasst der Begriff der Dekadenz \u2013 \u00e4hnlich wie im Marxismus \u2013 den Verfall auf allen Ebenen, also ebenfalls im politischen, sozialen und wirtschaftlichen Bereich.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 14pt;\">Wenn Bendel also von der Dekadenz der Demokratie oder der demokratischen Gesellschaft schreibt, so meint er das bevorstehende Ende derselben.<\/span><\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Eine Aristokratie neuen Typs<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 14pt;\">Der Begriff \u201cAristokratie\u201c stammt vom griechischen \u201carete\u201c und bedeutet so viel wie T\u00fcchtigkeit, Tapferkeit oder auch Tugend. \u201eDerjenige\u201c, so schreibt Bendel auf Seite 59, \u201eder \u00fcber &#8218;arete&#8216; verf\u00fcgt, wurde als &#8218;aristoi&#8216; bezeichnet. Von diesem Wort wiederum stammt der Ausdruck &#8218;Aristokrat&#8216; ab.\u201c<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 14pt;\">Der Suffix \u201ckratie\u201c stammt ebenfalls aus dem Griechischen (kratein=m\u00e4chtig sein, herrschen) und bedeutet so viel wie \u201cHerrschaft\u201c. Die Aristokratie ist demnach die \u201cHerrschaft des Tapferen, der Tapferkeit oder auch der Tugend\u201c. Sie wird auch als \u201cHerrschaft des Adels\u201c beschrieben, was Bendel dazu veranlasst, den Leser darauf hinzuweisen, welcher Adel oder welche Aristokratie nicht gemeint ist. Nachdem er die Frage stellt, welche \u201cAristokraten\u201c also nicht zu diesem neuen Typ der Gesellschaftsform geh\u00f6ren, antwortet Wolfgang Bendel auf Seite 60 ziemlich deutlich \u201e<em>\u2026dass der Personenkreis, der heutzutage die Seiten der <\/em>Yellow Press (auch als \u201eRegenbogenpresse\u201c bezeichnet, besch\u00e4ftigt sich in erster Linie mit dem Hochadel und dem Showbusiness; Anm. d. Verf.) <em>bev\u00f6lkert und unter dem Begriff &#8218;Europ\u00e4ischer Hochadel&#8216; subsumiert wird, sich nicht dazu eignet, eine neue Aristokratie zu formen.\u201c<\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 14pt;\">Jedoch konstatiert Bendel, dass \u201e<em>einige Wenige stets besser (sind) als die breite Mehrheit<\/em>\u201c und diese sollen auch herrschen, eben weil sie besser sind und damit das Zeug haben, das Volk zu f\u00fchren. Dabei h\u00e4lt er dem demokratischen Zeitgeist auf Seite 63 entgegen: <em>\u201eDa die Welt nun einmal schlecht ist (\u2026), erinnert alles Geschw\u00e4tz vom &#8218;m\u00fcndigen B\u00fcrger\u2018, von der &#8218;Zivilgesellschaft\u2018, von der &#8218;gel\u00e4uterten Demokratie&#8216;, vom &#8218;aus der Geschichte lernen&#8216; in seiner Inhaltslosigkeit, um nicht zu sagen Infantilit\u00e4t, lediglich an die von Comicfiguren abgesonderten Sprechblasen.\u201c<\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 14pt;\">Daraus schlussfolgert er etwas weiter unten: \u201e<em>Es f\u00fchrt wohl kein Weg daran vorbei: Wir brauchen eine neue Aristokratie (\u2026) Die Herrschaft der Mittelm\u00e4\u00dfigen muss durch die Herrschaft der Besten abgel\u00f6st werden.\u201c<\/em><\/span><\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Der Barock als Vorbild und integraler Traditionalismus<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 14pt;\">Wolfgang Bendels Herrschaft der Besten soll sich an den Zeiten des Barock orientieren, also jene Epoche, die vom sp\u00e4ten 16. Jahrhundert bis etwa 1770 anhielt. Es wird deutlich, dass der Autor sich hier insbesondere vom katholischen Geistesleben dieser Epoche inspiriert f\u00fchlt. Diese sei dem Fortschrittglauben entgegengesetzt und daher sei eine R\u00fcckkehr in diese Zeitepoche essentiell. Durch eine st\u00e4ndisch-hierarchische Gesellschaft ausgezeichnet, w\u00e4re der Barock der Neuzeit wohl nach Bendel die Alternative zur demokratisch-liberalen Moderne, die bereits beginnt, in die Postmoderne \u00fcberzutreten.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 14pt;\">Hier erweist sich Bendel als Anh\u00e4nger einer zyklischen Lebens- und Zeitauffassung wie es ein <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ren%C3%A9_Gu%C3%A9non\">Ren\u00e9 Gu\u00e9non<\/a> oder ein Julius Evola war. So pl\u00e4diert Bendel f\u00fcr die R\u00fcckkehr, um \u00e4hnlich wie bei Alexander Dugin die Zeit umzukehren.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 14pt;\">Hier klingt ein integraler Traditionalismus heraus, der davon ausgeht, dass die Zeit umkehrbar sei und nur so eine kontinuierliche Linearbewegung gen Postmoderne zu verhindern sei. Leider beschreibt Bendel hier nicht weiter, wie nun dieser Adel oder diese Aristokratie konkret aussehen soll, welche Eigenschaften er hat und was ihn berechtigt ein neues Zeitalter einzuleiten? Warum will Bendel zudem ausgerechnet in die Zeit des Barock zur\u00fcck und nicht noch weiter in Zeiten um das 8. Jahrhundert herum, wie es auch die Duginisten fordern?<\/span><\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Eine Meritokratie statt eine Ochlokratie<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 14pt;\">Was Bendel hier leider nur in groben Z\u00fcgen beschrieben hat, ist \u2013 interpretiere ich es richtig \u2013eigentlich eine Meritokratie, also eine Herrschaft der Leistenden, die aus meiner Sicht auch durchaus erstrebenswert ist. Die Ochlokratie, die also die Herrschaft des P\u00f6bels oder eben der \u201cMittelm\u00e4\u00dfigen\u201c ist, befindet sich tats\u00e4chlich im Niedergang und schon bald wird das Wort Demokratie wahrscheinlich nur noch den Geschichtsb\u00fcchern mit den Zusatz zu entnehmen sein: \u201eDie Endphase des Unterganges des Abendlandes\u201c. Spengler beschrieb in seinem ersten Band zum <em>Untergang des Abendlandes<\/em>, dass die Dekadenz, also der Niedergang unserer Kultur, bereits seit 1500 voranschreitet. Damit w\u00e4re die von Bendel angestrebte Zeitepoche in der Dekadenzphase \u2013 zumindest nach Spengler \u2013 inbegriffen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 14pt;\">Ich glaube vielmehr, dass wir uns tats\u00e4chlich in die Zukunft richten sollten, nicht aus einem schn\u00f6den Fortschrittglaubens heraus, sondern um das Kommende zu gestalten. Das ist keine transzendente Haltung, sondern sie verlangt vom Einzelnen, etwas daf\u00fcr zu tun, dass die Zukunft besser wird. Diese wird jedoch nicht automatisch besser, weil wir in alten Erinnerungen schwelgen, die letztlich ihrer Zeit auch nicht verhinderten, dass der Niedergang eintrat. Tats\u00e4chlich scheint mir die Geschichte Zeugnis eines gewissen Zyklus zu sein. Schlie\u00dflich treten gewisse Dinge immer wieder in irgendeiner Form hervor. Dominique Venner hat in diesem Zusammenhang von einem unterirdischen Strom gesprochen, der hin und wieder an die Oberfl\u00e4che herausbreche. Dieser Strom ist das innere Kerneuropa, sozusagen unser kultureller Kern. Der Virtus, die Tapferkeit, das M\u00e4nnliche Prinzip also ist diesem Strom immanent.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 14pt;\">Unsere V\u00f6lker waren immer dann gro\u00df, wenn sich geadelte, d. h. tapfere, pflichtbewusste und verantwortungsvolle M\u00e4nner ihres Selbst bewusst wurden, die Z\u00fcgel in die Hand nahmen und ihre Zeit \u2013 wohlgemerkt nicht eine andere \u2013 gestalteten.<\/span><\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Schlussbetrachtung<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 14pt;\">Wolfgang Bendel liefert dem Leser auf jeden Fall einen guten Einstieg in ein wichtiges Thema, gerade in Zeiten, wo auch innerhalb der Rechten b\u00fcrgerlich-demokratischer Patriotismus Hochkonjunktur feiert. Es ist tats\u00e4chlich mehr eine Streitschrift, so wie es der Jungeuropa Verlag auch verspricht, als ein Grundlagenwerk. Es fehlt die konkrete Beschreibung dieses neuen Typus, in dem der Archetyp des Heros, des Kriegers, des \u201caristoi\u201c wiederbelebt wird. Trotzdem wird in dem Buch das Bestreben nach einer echten Rechten thematisiert, und diese ist letztlich aristokratisch oder besser meritokratisch. Sie ist auf Hierarchien bedacht und bewertet die Dinge danach, was sie f\u00fcr die eigene Gemeinschaft bringen. Kurz gesagt: Der rechte Adel, die echte Rechte handelt so, als w\u00fcrde allein von ihr die Zukunft des eigenen Landes abh\u00e4ngen. Der neue Adel muss also auch ein gewisses Sendungsbewusstsein, einen gewissen Sinn des Auserw\u00e4hltseins haben. Dieser Gedanke des Auserw\u00e4hltseins hat nichts mit \u00dcberheblichkeit zu tun. Im Gegenteil, der Adelige ist bescheiden. Jedoch ist ihm bewusst, dass nur er die Macht besitzen kann, sein Volk zu f\u00fchren.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 14pt;\">Es gilt nun, diese Vision eines neuen Adels weiter auszureifen und der Jugend ein Vorbild zu liefern, wie sie in der NEUEN Zeit sich selbst die Zukunft Bahn brechen kann. Diese Jugend wird die Zukunft selbst gestalten m\u00fcssen. Wenn sie sich von diesem aristokratischen Gedanken f\u00fchren l\u00e4sst, wie er hier von Wolfgang Bendel beschrieben wird, dann kann frohen Mutes auf das Morgen geblickt werden.<\/span><\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Anmerkungen<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Von \u201eKleptokratie\u201c, also \u201eHerrschaft der Diebe\u201c. Eine Anspielung auf die Korruptheit vieler demokratischer Politiker.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Hier sind keinesfalls die Brasilianer im Allgemeinen gemeint, sondern das demokratische Establishment im ehemaligen K\u00f6nig- und Kaiserreich.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine Rezension zu der erst k\u00fcrzlich im Jungeuropa Verlag erschienenen und auch in unserem Shop erh\u00e4ltlichen Streitschrift Aristokratie, verfasst von Peter Steinborn. Im November des letzten Jahres erschien im Jungeuropa Verlag, der bisher eher haupts\u00e4chlich durch \u00dcbersetzungen ausl\u00e4ndischer Werke auffiel, das Werk Aristokratie. 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Denkverbote und G\u00e4ngelung, Tabus und Propaganda ersetzen die urspr\u00fcnglich vorhandenen Ideale, Zwang und Einsch\u00fcchterung die Freiwilligkeit und innere \u00dcberzeugung. Politische und wirtschaftliche Korruption dehnen sich aus und werden epidemisch. Die Gleichheit vor dem Gesetz wird zur inhaltslosen Phrase.\u201c<\/em><\/span><\/p><p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 14pt;\">Wer bei diesen Worten an das System Merkel denkt, welches ja nur beispielhaft da steht f\u00fcr den gesamten Zustand der westlich-liberalen Hemisph\u00e4re, der wird sich \u00fcber diese Lekt\u00fcre erfreuen k\u00f6nnen. So verdeutlicht Wolfgang Bendel exemplarisch seine zu Beginn get\u00e4tigten Worte mit der Apologetin der Alternativlosigkeit schlechthin: Angela Merkel. 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Um mit Oswald Spengler zu sprechen, hat die Demokratie bereits einen Zustand nahe dem Tod erreicht. Der Autor beschreibt hier \u2013 \u00e4hnlich dem Lebenslaufzyklus einer Hochkultur \u2013 das Leben bzw. die Vitalit\u00e4t einer Gesellschaft anhand einer Kurve, die zun\u00e4chst monoton steigend bis zu einem H\u00f6hepunkt (Scheitelpunkt) und ab da monoton fallend verl\u00e4uft. Laut Wolfgang Bendel befand sich dieser Scheitelpunkt in den \u201e<em>Achtziger- und Neunzigerjahren des vorherigen Jahrhunderts<\/em>\u201c (S. 38). Leider wird der Autor nicht deutlich, welche Gesellschaft er meint. Handelt es sich um die brasilianische oder die deutsche Gesellschaft? Oder geht Bendel tats\u00e4chlich von einer demokratischen Gesellschaft aus? 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Von diesem Wort wiederum stammt der Ausdruck 'Aristokrat' ab.\u201c<\/span><\/p><p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 14pt;\">Der Suffix \u201ckratie\u201c stammt ebenfalls aus dem Griechischen (kratein=m\u00e4chtig sein, herrschen) und bedeutet so viel wie \u201cHerrschaft\u201c. Die Aristokratie ist demnach die \u201cHerrschaft des Tapferen, der Tapferkeit oder auch der Tugend\u201c. Sie wird auch als \u201cHerrschaft des Adels\u201c beschrieben, was Bendel dazu veranlasst, den Leser darauf hinzuweisen, welcher Adel oder welche Aristokratie nicht gemeint ist. Nachdem er die Frage stellt, welche \u201cAristokraten\u201c also nicht zu diesem neuen Typ der Gesellschaftsform geh\u00f6ren, antwortet Wolfgang Bendel auf Seite 60 ziemlich deutlich \u201e<em>\u2026dass der Personenkreis, der heutzutage die Seiten der <\/em>Yellow Press (auch als \u201eRegenbogenpresse\u201c bezeichnet, besch\u00e4ftigt sich in erster Linie mit dem Hochadel und dem Showbusiness; Anm. d. Verf.) <em>bev\u00f6lkert und unter dem Begriff 'Europ\u00e4ischer Hochadel' subsumiert wird, sich nicht dazu eignet, eine neue Aristokratie zu formen.\u201c<\/em><\/span><\/p><p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 14pt;\">Jedoch konstatiert Bendel, dass \u201e<em>einige Wenige stets besser (sind) als die breite Mehrheit<\/em>\u201c und diese sollen auch herrschen, eben weil sie besser sind und damit das Zeug haben, das Volk zu f\u00fchren. Dabei h\u00e4lt er dem demokratischen Zeitgeist auf Seite 63 entgegen: <em>\u201eDa die Welt nun einmal schlecht ist (\u2026), erinnert alles Geschw\u00e4tz vom 'm\u00fcndigen B\u00fcrger\u2018, von der 'Zivilgesellschaft\u2018, von der 'gel\u00e4uterten Demokratie', vom 'aus der Geschichte lernen' in seiner Inhaltslosigkeit, um nicht zu sagen Infantilit\u00e4t, lediglich an die von Comicfiguren abgesonderten Sprechblasen.\u201c<\/em><\/span><\/p><p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 14pt;\">Daraus schlussfolgert er etwas weiter unten: \u201e<em>Es f\u00fchrt wohl kein Weg daran vorbei: Wir brauchen eine neue Aristokratie (\u2026) Die Herrschaft der Mittelm\u00e4\u00dfigen muss durch die Herrschaft der Besten abgel\u00f6st werden.\u201c<\/em><\/span><\/p><h2 style=\"text-align: justify;\">Der Barock als Vorbild und integraler Traditionalismus<\/h2><p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 14pt;\">Wolfgang Bendels Herrschaft der Besten soll sich an den Zeiten des Barock orientieren, also jene Epoche, die vom sp\u00e4ten 16. Jahrhundert bis etwa 1770 anhielt. Es wird deutlich, dass der Autor sich hier insbesondere vom katholischen Geistesleben dieser Epoche inspiriert f\u00fchlt. Diese sei dem Fortschrittglauben entgegengesetzt und daher sei eine R\u00fcckkehr in diese Zeitepoche essentiell. Durch eine st\u00e4ndisch-hierarchische Gesellschaft ausgezeichnet, w\u00e4re der Barock der Neuzeit wohl nach Bendel die Alternative zur demokratisch-liberalen Moderne, die bereits beginnt, in die Postmoderne \u00fcberzutreten.<\/span><\/p><p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 14pt;\">Hier erweist sich Bendel als Anh\u00e4nger einer zyklischen Lebens- und Zeitauffassung wie es ein <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ren%C3%A9_Gu%C3%A9non\">Ren\u00e9 Gu\u00e9non<\/a> oder ein Julius Evola war. So pl\u00e4diert Bendel f\u00fcr die R\u00fcckkehr, um \u00e4hnlich wie bei Alexander Dugin die Zeit umzukehren.<\/span><\/p><p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 14pt;\">Hier klingt ein integraler Traditionalismus heraus, der davon ausgeht, dass die Zeit umkehrbar sei und nur so eine kontinuierliche Linearbewegung gen Postmoderne zu verhindern sei. Leider beschreibt Bendel hier nicht weiter, wie nun dieser Adel oder diese Aristokratie konkret aussehen soll, welche Eigenschaften er hat und was ihn berechtigt ein neues Zeitalter einzuleiten? Warum will Bendel zudem ausgerechnet in die Zeit des Barock zur\u00fcck und nicht noch weiter in Zeiten um das 8. Jahrhundert herum, wie es auch die Duginisten fordern?<\/span><\/p><h2 style=\"text-align: justify;\">Eine Meritokratie statt eine Ochlokratie<\/h2><p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 14pt;\">Was Bendel hier leider nur in groben Z\u00fcgen beschrieben hat, ist \u2013 interpretiere ich es richtig \u2013eigentlich eine Meritokratie, also eine Herrschaft der Leistenden, die aus meiner Sicht auch durchaus erstrebenswert ist. Die Ochlokratie, die also die Herrschaft des P\u00f6bels oder eben der \u201cMittelm\u00e4\u00dfigen\u201c ist, befindet sich tats\u00e4chlich im Niedergang und schon bald wird das Wort Demokratie wahrscheinlich nur noch den Geschichtsb\u00fcchern mit den Zusatz zu entnehmen sein: \u201eDie Endphase des Unterganges des Abendlandes\u201c. Spengler beschrieb in seinem ersten Band zum <em>Untergang des Abendlandes<\/em>, dass die Dekadenz, also der Niedergang unserer Kultur, bereits seit 1500 voranschreitet. Damit w\u00e4re die von Bendel angestrebte Zeitepoche in der Dekadenzphase \u2013 zumindest nach Spengler \u2013 inbegriffen.<\/span><\/p><p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 14pt;\">Ich glaube vielmehr, dass wir uns tats\u00e4chlich in die Zukunft richten sollten, nicht aus einem schn\u00f6den Fortschrittglaubens heraus, sondern um das Kommende zu gestalten. Das ist keine transzendente Haltung, sondern sie verlangt vom Einzelnen, etwas daf\u00fcr zu tun, dass die Zukunft besser wird. Diese wird jedoch nicht automatisch besser, weil wir in alten Erinnerungen schwelgen, die letztlich ihrer Zeit auch nicht verhinderten, dass der Niedergang eintrat. Tats\u00e4chlich scheint mir die Geschichte Zeugnis eines gewissen Zyklus zu sein. Schlie\u00dflich treten gewisse Dinge immer wieder in irgendeiner Form hervor. Dominique Venner hat in diesem Zusammenhang von einem unterirdischen Strom gesprochen, der hin und wieder an die Oberfl\u00e4che herausbreche. Dieser Strom ist das innere Kerneuropa, sozusagen unser kultureller Kern. Der Virtus, die Tapferkeit, das M\u00e4nnliche Prinzip also ist diesem Strom immanent.<\/span><\/p><p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 14pt;\">Unsere V\u00f6lker waren immer dann gro\u00df, wenn sich geadelte, d. h. tapfere, pflichtbewusste und verantwortungsvolle M\u00e4nner ihres Selbst bewusst wurden, die Z\u00fcgel in die Hand nahmen und ihre Zeit \u2013 wohlgemerkt nicht eine andere \u2013 gestalteten.<\/span><\/p><h2 style=\"text-align: justify;\">Schlussbetrachtung<\/h2><p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 14pt;\">Wolfgang Bendel liefert dem Leser auf jeden Fall einen guten Einstieg in ein wichtiges Thema, gerade in Zeiten, wo auch innerhalb der Rechten b\u00fcrgerlich-demokratischer Patriotismus Hochkonjunktur feiert. Es ist tats\u00e4chlich mehr eine Streitschrift, so wie es der Jungeuropa Verlag auch verspricht, als ein Grundlagenwerk. Es fehlt die konkrete Beschreibung dieses neuen Typus, in dem der Archetyp des Heros, des Kriegers, des \u201caristoi\u201c wiederbelebt wird. Trotzdem wird in dem Buch das Bestreben nach einer echten Rechten thematisiert, und diese ist letztlich aristokratisch oder besser meritokratisch. Sie ist auf Hierarchien bedacht und bewertet die Dinge danach, was sie f\u00fcr die eigene Gemeinschaft bringen. Kurz gesagt: Der rechte Adel, die echte Rechte handelt so, als w\u00fcrde allein von ihr die Zukunft des eigenen Landes abh\u00e4ngen. Der neue Adel muss also auch ein gewisses Sendungsbewusstsein, einen gewissen Sinn des Auserw\u00e4hltseins haben. Dieser Gedanke des Auserw\u00e4hltseins hat nichts mit \u00dcberheblichkeit zu tun. Im Gegenteil, der Adelige ist bescheiden. Jedoch ist ihm bewusst, dass nur er die Macht besitzen kann, sein Volk zu f\u00fchren.<\/span><\/p><p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 14pt;\">Es gilt nun, diese Vision eines neuen Adels weiter auszureifen und der Jugend ein Vorbild zu liefern, wie sie in der NEUEN Zeit sich selbst die Zukunft Bahn brechen kann. Diese Jugend wird die Zukunft selbst gestalten m\u00fcssen. Wenn sie sich von diesem aristokratischen Gedanken f\u00fchren l\u00e4sst, wie er hier von Wolfgang Bendel beschrieben wird, dann kann frohen Mutes auf das Morgen geblickt werden.<\/span><\/p><p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 14pt;\">Das Buch ist <a href=\"https:\/\/www.jungeuropa.de\/gesamtverzeichnis\/181\/aristokratie.-eine-streitschrift\">hier<\/a> erh\u00e4ltlich.<\/span><\/p><h2 style=\"text-align: justify;\">Anmerkungen<\/h2><p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Von \u201eKleptokratie\u201c, also \u201eHerrschaft der Diebe\u201c. Eine Anspielung auf die Korruptheit vieler demokratischer Politiker.<\/span><\/p><p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Hier sind keinesfalls die Brasilianer im Allgemeinen gemeint, sondern das demokratische Establishment im ehemaligen K\u00f6nig- und Kaiserreich.<\/span><\/p>","_et_gb_content_width":"","_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[7],"tags":[290,132,350,41,299,143,75,298,431],"class_list":["post-1511","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-debatte","tag-adel","tag-aristokratie","tag-dekadenz","tag-demokratie","tag-demokratismus","tag-konservativismus","tag-liberalismus","tag-traditionalismus","tag-wolfgang-bendel"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v27.6 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Wolfgang Bendel auf den Spuren einer neuen Gesellschaftsform - Gegenstrom<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/gegenstrom.org\/en\/das-ende-der-demokratie-wolfgang-bendel-auf-den-spuren-einer-neuen-gesellschaftsform\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"en_US\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Wolfgang Bendel auf den Spuren einer neuen Gesellschaftsform - Gegenstrom\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Eine Rezension zu der erst k\u00fcrzlich im Jungeuropa Verlag erschienenen und auch in unserem Shop erh\u00e4ltlichen Streitschrift Aristokratie, verfasst von Peter Steinborn. 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