{"id":1408,"date":"2018-12-06T19:59:05","date_gmt":"2018-12-06T18:59:05","guid":{"rendered":"https:\/\/gegenstrom.org\/?p=1408"},"modified":"2020-02-04T12:36:17","modified_gmt":"2020-02-04T11:36:17","slug":"maerzrevolution-1848-antithesen-einer-erfolgreichen-revolution","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gegenstrom.org\/en\/maerzrevolution-1848-antithesen-einer-erfolgreichen-revolution\/","title":{"rendered":"M\u00e4rzrevolution 1848 &#8211; Antithesen einer &#8222;erfolgreichen&#8220; Revolution"},"content":{"rendered":"<h1><strong>\u201eEntschuldigen Sie mein Herr, wo ist der Schalter f\u00fcr die Bahnsteigkarten?\u201c 1848\/49 &#8211; Antithese einer erfolgreichen Revolution?<\/strong><\/h1>\n<p><em><span style=\"font-size: 14pt;\">Bei der nachfolgenden Abhandlung handelt es sich um eine Analyse zur Deutschen Revolution von 1848\/1849. Der Autor <strong>Franz-Michael Kilter<\/strong> stellt provokative Antithesen zur angeblich erfolgreichen M\u00e4rzrevolution auf und geht dabei auf die allgemeine Architektur von Revolutionen ein. Er erkl\u00e4rt, wie es zu Revolutionen kommt, welche Akteure entscheidend sind und woran die meisten Revolutionen scheitern. Der Text ist ein Muss f\u00fcr jeden Rechten, der sich mit Strategie und Taktik auseinandersetzen und begreifen will, was eine Revolution bedeutet. Metapolitik auf hohem Niveau. Die Redaktion<\/span><\/em><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><em>\u00a0\u201eDie deutsche Nation ist die gr\u00fcndlichste, innerlichste, folglich auch beschaulichste unter den europ\u00e4ischen Nationen, mehr ein Volk der Gedanken als der Tat\u2026Dieser Hang, die Dinge in ihrer ganzen Tiefe zu nehmen, scheint von jeher der eigentliche Beruf der germanischen St\u00e4mme zu sein.\u201c<\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><em>&#8211; Joseph von Eichendorff<\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><em>\u201eDaher ist es auch von hohem Wert, dass alles, was auf der Welt an Gedanken vorhanden ist, in Deutschland noch einmal durchdacht, das hei\u00dft, auf deutsche Schiffe geladen wird.\u201c<\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><em>&#8211; Ernst J\u00fcnger in \u201eDas abenteuerliche Herz\u201c<\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><em>\u201eDen Deutschen fehlt jedes politische Temperament. Sie sind am allerwenigsten Revolution\u00e4re.\u201c<\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><em>&#8211; Prof.Dr. Adolf Helbrok<\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">\u201eIch muss dringend mit Deinen Eltern sprechen\u201c, sprach mich unvermittelt mein Geschichtslehrer in der Pause vor der Unterrichtsstunde an. \u00dcberrascht hob ich meinen Kopf, denn ich war gerade in das Beiheft einer Musikgruppe aus dem s\u00fcddeutschen Raum vertieft, um noch schnell f\u00fcr die Deutschstunde danach den darin befindlichen Abdruck von \u201eFeiger Gedanken\u2026\u201c von J. W. von Goethe auswendig zu lernen. Dieses Gedicht schien mir sehr erhebend und trotzig zugleich und es hatte den entscheidenden Vorteil, dabei auch noch unheimlich kurz zu sein. Sie ahnen es: Die ber\u00fcchtigte \u201aSturm und Drang-Zeit\u2019 war angebrochen. Sp\u00e4ter sollte ich von meinen Eltern erfahren, dass mein Lehrer von mir w\u00fcnschte, Journalist zu werden. Mit der Zukunft oder besser dem Schicksal eines Erwachsenen wollte ich mich indes noch nicht besch\u00e4ftigen. Diese Neigung, Unangenehmes verdr\u00e4ngen zu wollen, hat meine Tochter wohl von mir \u00fcbernommen. Es stimmt scheinbar, was ich irgendwo einmal gelesen habe: Man lernt sich selbst durch seine Kinder besser kennen. Das Klingelzeichen unterbrach meine gute Vorbereitung (*h\u00fcstel*) und das Thema der Stunde sollte der Vorm\u00e4rz sein. Eigentlich fiel mir das Fach Geschichte nicht schwer. Wo andere Kinder fr\u00fcher drau\u00dfen spielten, hatte ich, mehr oder weniger krankheitsbedingt, wie Ernesto Che Guevara in meinem Bett B\u00fccher gew\u00e4lzt und mir, verglichen mit anderen Altersgenossen, ein respektables Allgemeinwissen angeeignet. Dieses Thema indes langweilte mich zu Tode. Sicher auch, weil mein kurz vor der Pensionierung stehender Lehrer seine DDR-Sozialisation nicht ganz hatte abwerfen k\u00f6nnen, und in dieser spielte dieses Ereignis doch, im Gegensatz zu der Industrialisierung und dem entstehenden Proletariat, eine eher untergeordnete Rolle, wenn nicht gar ein bel\u00e4cheltes Schattendasein. Was aber vermittelt wurde, war das Narrativ der Bundesrepublik und das lie\u00df sich auf \u201ademokratische Vork\u00e4mpfer scheitern bei dem Versuch, Deutschland zu einen und eine demokratische Republik zu errichten\u2019 reduzieren. Es lag also auf der Hand: Dieses Vorhaben war erst 1989 dank der Beharrlichkeit eines Helmut Kohls gegl\u00fcckt und f\u00fchrte die von den M\u00e4rzrevolution\u00e4ren angestrebte Freiheit, Volksherrschaft und Einigkeit schlie\u00dflich zu ihrer historischen Veredelung. Zwar war mein Interesse begrenzt, doch die Ereignisse und Akteure waren mir sehr wohl bekannt. So konnte ich tun, was ich wollte, aber in meiner Vorstellung vertrugen sich ein Helmut Kohl und Hans-Dietrich Genscher einfach nicht mit einem Ernst Moritz Arndt und einem Friedrich Ludwig Jahn. Noch gut erinnerte ich mich daran zur\u00fcck, wie meine Eltern vor dem Mauerfall Westfernsehen schauten und ich mich manchmal dazugesellte. Und wenn der Nachrichtensprecher damals von meiner Heimat sprach, so tat er es noch mit dem Wort \u201aMitteldeutschland\u2019. \u00dcber Nacht war diese geografische Bezeichnung dann gegen \u201aOstdeutschland\u2019 getauscht worden, von dem ich nur wusste, dass Oma damals aus ihm nach \u201aMitteldeutschland\u2019 fliehen musste. Verdutzt rieb ich mir die Augen, denn von einer erneuten Verschiebung der Kontinentalplatten hatte ich nichts mitbekommen und so war mir die neue Ortsbestimmung h\u00f6chst suspekt geblieben. Ausgehend von dem Menschenschlage in meinem Elterhaus und in dem meiner Freunde schenkte ich revolution\u00e4rem Treiben sowieso noch wenig Beachtung, denn in diesem Umfeld hatte sich leider nicht der Typus Mensch kultiviert, der 1989 auf die Stra\u00dfe ging. Viel besser war es wohl, die Ereignisse aus der Distanz eines Fernsehapparates zu beobachten und abzuwarten, wer das Rennen nun macht. Zwanzig Jahre vergingen, bis ich mich diesem Thema wieder \u00fcber Umwege zuwenden sollte. Den Ausschlag gab dabei das im Jahre 1938 erschiene Werk des US-amerikanischen Historikers Clarence Crane Brinton \u201eThe Anatomy Of Revolution\u201c. Brinton erkannte anhand von vier Revolutionen (der englischen 1640,\u00a0 amerikanischen 1776, franz\u00f6sischen 1789 und russischen 1917) gewisse Gleich- bzw. Gesetzm\u00e4\u00dfigkeiten (Gemeinsam- bzw. Regelm\u00e4\u00dfigkeiten), ohne parteiisch zu werden oder gar einen doktrin\u00e4ren Duktus zu pflegen. Mir sprang sofort die Idee in den Kopf, seine Ma\u00dfst\u00e4be an die \u201eb\u00fcrgerliche Revolution\u201c anzulegen. Meine Herangehensweise ist wie folgt: Zuerst werde ich einen m\u00f6glichst kurzen Abriss der Ursachen bis zu den eigentlich revolution\u00e4ren Ereignissen liefern \u2013 das alles nicht unter Au\u00dferachtlassung der f\u00fcr sie pr\u00e4genden Geisteswelten. Danach wage ich den Einstieg in Brintons \u201eVier-Revolutionen-Typologie\u201c (Martin Lauermann) mit einigen zentralen Annahmen desselbigen, um dann noch st\u00e4rker auf die Symptomatik einzugehen. Ist dies dann gekl\u00e4rt, widme ich mich dem Dilemma der \u201eGem\u00e4\u00dfigten (Revolution\u00e4re)\u201c und wende mich wieder den Ereignissen von 1848\/49 zu. Den Abschluss bilden eine Zusammenfassung der Gr\u00fcnde des Scheiterns und eine Bewertung. Anmerkung f\u00fcr Hypertoniker: Der Artikel soll weder als ein Pro noch als ein Contra zur Staatsform der Monarchie gewertet werden. F\u00fcr mich, als jemanden, der in Teilen der Rechten sozialisiert wurde, wo man \u00fcber diese Jahre besonders abf\u00e4llig sprach, erzielte die Arbeit daran fast so etwas wie eine Art therapeutische Wirkung.<\/span><\/p>\n<h2>Die Krankenakte<\/h2>\n<h2>oder<\/h2>\n<h2>\u00dcber gewollte und ungewollte Vaterschaften<\/h2>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><em>\u201eAber es hatte in Frankreich die gro\u00dfe Revolution gegeben(\u2026) Hier war sie, die Nation, die gro\u00dfe Nation, in der die B\u00fcrger den Staat zu dem ihren gemacht hatten. Dies regte die deutschen Denker umso mehr auf, als sie erkannten, was den Franzosen da im Prinzip gelungen war: Dies war die Chance realer politischer Verwirklichung von Identit\u00e4t.\u201c<\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">&#8211; Bernard Willms \u2013 Die Deutsche Nation Theorie Lage Zukunft<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Der Platz vor der Frankfurter Paulskirche war gef\u00fcllt von 2000 Protestierenden, die Einigkeit und Recht und Freiheit forderten. Was sich anh\u00f6rt wie eine PEGIDA-Demonstration des Jahres 2018, fand in Wirklichkeit im Fr\u00fchjahr 1848 statt und war eine der ersten Episoden der \u201aDeutschen Revolution von 1848\u2019.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Am 9. Juni 1815 endete der Wiener Kongress. Die Vertreter der dynastischen Gro\u00dfm\u00e4chte, allen voran der mentatengleiche Kanzler des Habsburger Reiches, Clemens Wenzel F\u00fcrst von Metternich, hatten sich darum bem\u00fcht, den \u201eStatus quo ante bellum\u201c in Einbeziehung gewisser territorialer Ver\u00e4nderungen zu restaurieren. \u201eBalance of power\u201c schien das Gebot der Stunde zu sein. Begonnen hatte das muntere Beisammensein bereits am 14. September des Jahres 1814, jedoch verz\u00f6gerte besonders das erneute Erscheinen Napoleons am 1. M\u00e4rz 1815 auf der Karte der Weltpolitik den erfolgreichen Abschluss. Einhundert Tage lang sollte es dem Korsen noch einmal gelingen, die Welt in Atem zu halten. Dann endete auch dieses Intermezzo in einem kleinen belgischen Ort namens Waterloo. Der Napoleon in der Schlacht von Waterloo war eben nicht mehr derselbe Napoleon, der einst bei Jena und Auerstedt gesiegt hatte. Die franz\u00f6sischen Besatzungstruppen waren vertrieben, doch gewisse Ideen und Erkenntnisse aus den Jahren verblieben in den K\u00f6pfen der Menschen. Auch wenn Napoleon versuchte <em>\u201edie Idee der Nation (\u2026) im Sinne schlecht verdauter Aufkl\u00e4rung als Menschheitsidee\u201c<\/em><a href=\"#_edn1\" name=\"_ednref1\">[i]<\/a> gewaltsam zu verbreiten, so wurde er doch durch die <em>\u201eZerschlagung\u201c<\/em> der <em>\u201ealthergebrachten deutschen Kleinstaaterei\u201c<\/em> unfreiwillig zum <em>\u201eBaumeister der deutschen Einheit\u201c<a href=\"#_edn2\" name=\"_ednref2\"><strong>[ii]<\/strong><\/a>.<\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Zur\u00fcck nach Wien. Was brachten die Verhandlungen dem deutschen Vaterland? Mit einem Worte: Nichts! Was den deutschen Volksgeist in den von Preu\u00dfen ausgegangenen Befreiungskriegen sowie durch die preu\u00dfischen Reformer befl\u00fcgelt hatte, wurde schnell auf den Boden der Realit\u00e4t und politischen Zweckm\u00e4\u00dfigkeiten zur\u00fcckgeholt. Von einem Reich aller Deutschen keine Spur. Man hatte sich in der \u201aBundesakte\u2019 auf einen Deutschen Bund, bestehend aus 38 Staaten, regiert von einer Unzahl von Potentaten (darunter auch die K\u00f6nige von England, D\u00e4nemark und den Niederlanden), geeinigt. Der Bundestag sollte unter dem Vorsitz \u00d6sterreichs in Frankfurt am Main tagen, Beschl\u00fcsse mussten einstimmig sein. Auch ohne Sabotage durch die Habsburger, denen ihre Neuerwerbungen in der Lombardei und Illyrien weitaus wichtiger erschienen als den Flickenteppich in Deutschland zu bereinigen, war es illusorisch zu denken, dieser Bundestag k\u00f6nnte irgendetwas Bahnbrechendes beschlie\u00dfen. Zur Ehrenrettung Habsburgs sei aber gesagt, dass die Unterst\u00fctzung einer nationalen Einigung Deutschlands und die damit verbundene Signalwirkung an andere V\u00f6lker das fragile Habsburgerreich wahrscheinlich seine Existenz gekostet h\u00e4tte. Im September 1815 hatte Metternich mit Gr\u00fcndung der \u201aHeiligen Allianz\u2019, einem Bund der drei Monarchien Russland, \u00d6sterreich und Preu\u00dfen, einen weiteren Schritt zur Zementierung der alten starren Ordnung getan.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Preu\u00dfens Neuerwerbungen, besonders die von Habsburg aufgegebene Westgrenze des Reiches, lie\u00dfen es nun durch ganz Deutschland reichen. Es \u00fcbernahm die <em>\u201eWacht am Rhein\u201c<a href=\"#_edn3\" name=\"_ednref3\"><strong>[iii]<\/strong><\/a><\/em>. Was Prophetie war, wurde allm\u00e4hlich Wirklichkeit \u2013 doch noch passte Preu\u00dfen das Kost\u00fcm nicht. Getragen wurden die vaterl\u00e4ndischen Ideen fortan haupts\u00e4chlich im Privaten durch M\u00e4nner wie Ernst Moritz Arndt oder in Vereinen, wie denen des Friedrich Ludwig \u201aTurnvater\u2019 Jahns sowie den am 12.06.1815 in Jena gegr\u00fcndeten deutschen Burschenschaften. Ma\u00dfgeblich von Studenten getragen, fand 1817 das ber\u00fchmte \u201anationale\u2019 Wartburgfest statt. Einen herben R\u00fcckschlag erhielten diese Avantgardisten nach dem Mord an dem anti-nationalen Dichter August von Kotzebue, durch die, nicht zuletzt auch auf Druck des Auslandes entstandenen, Karlsbader Beschl\u00fcsse von 1819, die im deutschen Bund \u201aGedankenpolizei\u2019 und Pressezensur bis ins Unertr\u00e4gliche verst\u00e4rkten. Ernst Moritz Arndt verlor seine Professur; Turnvater Jahn wurde verhaftet. Dennoch vollzog sich in den kommenden Jahren, dem uns als Biedermeier bekannten Zeitraum, im Denken des B\u00fcrgertums eine fruchtbare, in Teilen fantastische Symbiose des deutschen Idealismus eines Immanuel Kants und Johann Gottlieb Fichtes (bei dem wir das erste Mal das Wort \u201av\u00f6lkisch\u2019 finden) mit Ideen der Aufkl\u00e4rung (allen voran Johann Gottfried Herders) und dem durch die Romantik noch st\u00e4rker erwachten gemeinsamen Traditions- und Geschichtsbewusstseins. Auch war Hegels \u201aVernunftstaat\u2019, unzertrennlich mit der Idee einer Nation verbunden, ein wichtiger Faktor \u201ageistiger Befruchtung\u2019.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Bis zum \u201aHambacher Fest\u2019 mit 30.000 Teilnehmern am 27. Mai 1832, auf dem das erste Mal die vom L\u00fctzowschen Freikorps getragenen Farben Schwarz-Rot-Gold als Nationalfarben pr\u00e4sentiert wurden und laut der Ruf nach Einigkeit und Freiheit ert\u00f6nte, sollten aber noch weitere 13 Jahre vergehen. Preu\u00dfen indes kam seiner geschichtlichen Mission mit der Schaffung eines 18 Staaten umfassenden deutschen Zollvereines im Jahre 1834 n\u00e4her und streifte damit nicht nur einen wirtschaftlichen Hemmschuh ab. Um die Geistesfreiheit war es derweil weiterhin schlecht bestellt: Nationalfarben wie Versammlungen blieben verboten. Gro\u00df war die Emp\u00f6rung, als der nach Ende der Personalunion mit England als K\u00f6nig Ernst August von Hannover eingesetzte Herzog von Cumberland die Landesverfassung von 1833 wieder aufhob. Als die sogenannten \u201aG\u00f6ttinger Sieben\u2019, in die Geschichte eingegangene Professoren (unter ihnen auch die Br\u00fcder Wilhelm und Jacob Grimm), dagegen protestierten, wurden sie ihrer \u00c4mter enthoben und drei von ihnen sogar des Landes verwiesen. 1840 \u00fcbernahm der als \u201aRomantiker auf dem Thron\u2019 bekannte K\u00f6nig Friedrich Wilhelm der IV. die preu\u00dfischen Amtsgesch\u00e4fte, sorgte f\u00fcr die Freilassung inhaftierter Burschenschaftler und setzte dar\u00fcber hinaus Arndt und Jahn wieder ein. Schlie\u00dflich lie\u00df er am 3. Februar 1847 einen Vereinigten Landtag einrichten \u2013 den Lauf der Geschichte aufzuhalten, vermochte er nicht.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Beginnend in Oberitalien kam es in ganz Europa zu Aufst\u00e4nden, die schlie\u00dflich zur Entmachtung des franz\u00f6sischen K\u00f6nigs Louis-Philippe I. und des \u00f6sterreichischen Kanzlers von Metternich f\u00fchrten. Begonnen hatte die \u201a1848er Revolution\u2019 dort, wo sie 1849 auch mit der Brechung des letzten Widerstandes enden sollte: im Gro\u00dfherzogtum Baden. Was mit der Forderung Daniel Bassermanns im badischen Landtag nach einer Volksvertretung im deutschen Bund am 12. Februar ihren Anfang nahm, gipfelte schlie\u00dflich in der Mannheimer Gro\u00dfkundgebung vom 27. Februar, wo ein in den wesentlichen Bestandteilen auch von den anderen aufst\u00e4ndischen L\u00e4ndereien des Deutschen Bundes \u00fcbernommenes Revolutionsprogramm pr\u00e4sentiert wurde. Unter diesem Druck \u00fcbertrugen die F\u00fcrsten S\u00fcd- und Mitteldeutschlands ihre Macht \u00fcberraschend schnell den neugegr\u00fcndeten M\u00e4rzministerien. Den symbolischen und blutigen H\u00f6hepunkt erreichten die Erhebungen am 18. M\u00e4rz in Berlin wohl <em>\u201eungewollt, mehr durch Versehen\u201c<\/em><a href=\"#_edn4\" name=\"_ednref4\">[iv]<\/a>, als bei Schie\u00dfereien und Barrikadenk\u00e4mpfen 180 Aufst\u00e4ndische ums Leben kamen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Die Reaktion Friedrich Wilhelms des IV. beschreibt der Historiker Diwald wie folgt: \u201e<em>Der K\u00f6nig, unschl\u00fcssig und zerrissen wie niemals vorher und sp\u00e4ter, fiel den vordringenden Truppen in den Arm, lie\u00df die K\u00e4mpfe einstellen und befahl den Abzug aller Milit\u00e4reinheiten aus der Stadt. Das vergossene Blut hatte ihn derart konsterniert, dass er sich willenlos den Vorschl\u00e4gen der Revolution\u00e4re beugte. Am 21. M\u00e4rz, um die Mittagszeit, bestieg er ein Pferd und ritt durch Berlin. Ihm voran wurde eine schwarz-rot-goldene Fahne getragen, er selbst war mit einem gleichfarbigen Band geschm\u00fcckt. Nachdr\u00fccklicher konnte er seine Reverenz vor der Revolution seiner \u201clieben Berliner\u201c gar nicht erweisen.\u201c<a href=\"#_edn5\" name=\"_ednref5\"><strong>[v]<\/strong><\/a><\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Diese fromme Geste darf nicht dar\u00fcber hinwegt\u00e4uschen, dass die revolution\u00e4ren Energien in Deutschland schnell wieder ersch\u00f6pft waren. Richtungsstreitigkeiten machten die M\u00e4rzparlamente handlungsunf\u00e4hig und schw\u00e4chten die revolution\u00e4ren Truppen. Im Hintergrund hatten indes die Planungen f\u00fcr eine deutsche Nationalversammlung, die zuerst \u00fcber ein sogenanntes Vorparlament gingen, begonnen, um eine einheitliche Reichsverfassung auszuarbeiten. Deren Abgeordnete trafen sich zu ihrer ersten Sitzung am 18. Mai 1848 in der Paulskirche zu Frankfurt a. M. Fortan stritten sich Anh\u00e4nger der kleindeutschen, gro\u00dfdeutsch-f\u00f6deralistischen und gro\u00dfdeutsch-republikanischen L\u00f6sung, w\u00e4hrend die wirkliche Politik au\u00dferhalb dieser Mauern gemacht wurde. Angemerkt sei hierbei, dass die radikalsten Vertreter einer gro\u00dfdeutschen, auf Volkstumsgrenzen aufbauenden, anti-monarchistischen L\u00f6sung vornehmlich im linken Lager anzutreffen waren. Als in der Mitte des Jahres der Konflikt mit D\u00e4nemark in der schleswig-holsteinischen Frage eskalierte, handelte Preu\u00dfen im Alleingang. Ein Affront gegen\u00fcber den Vertretern des Volkes. Einen weiteren Strich durch die Rechnung der Parlamentarier machte im November der neue \u00f6sterreichische Regierungschef Felix zu Schwarzenberg, welcher unmissverst\u00e4ndlich klarstellte: \u201e<\/span><em><span style=\"font-size: 14pt;\">Nicht im Zerrei\u00dfen der Monarchie liegt die Gr\u00f6\u00dfe, nicht in ihrer Schw\u00e4chung die Kr\u00e4ftigung Deutschlands. \u00d6sterreich ist ein deutsches wie ein europ\u00e4isches Bed\u00fcrfnis.\u201c<\/span><a href=\"#_edn6\" name=\"_ednref6\"><strong><span style=\"font-size: 14pt;\">[vi]<\/span><\/strong><\/a> <\/em><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Am 28. M\u00e4rz des Jahres 1849 pr\u00e4sentierte die Nationalversammlung endlich eine \u201aVerfassung des Deutschen Reiches\u2019. Gesiegt hatte die kleindeutsche L\u00f6sung mit einem Erbkaisertum, welches Preu\u00dfen innehaben sollte. \u00d6sterreich protestierte scharf, die Reaktion der ausl\u00e4ndischen Gro\u00dfm\u00e4chte war eisig. Friedrich Wilhelm der IV. empfing die Delegierten am 3. April und lehnte h\u00f6flich ab. Man hatte die Rechnung ohne den Wirt gemacht, der weder von der Legitimation einer Kr\u00f6nung durch B\u00fcrgerhand \u00fcberzeugt war, noch das weltpolitische Schachbrett au\u00dfer Acht gelassen hatte.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Das Ende ist dann schnell erz\u00e4hlt: Die Nationalversammlung zerbrach und es kam in einigen deutschen Staaten zu Versuchen, die Annahme der \u201aReichsverfassung\u2019 gewaltsam zu erzwingen. Neben dem bereits erw\u00e4hnten, kurzzeitig erfolgreichen (Milit\u00e4r-) Aufruhr in Baden soll hier auch der siebent\u00e4gige Aufstand der Dresdner B\u00fcrgerschaft Anfang Mai 1849 genannt werden, auch weil er verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig blutig verlief und durch die Teilnahme von Prominenten, wie dem gro\u00dfen Komponisten Richard Wagner oder dem \u201eBerufsrevolution\u00e4ren\u201c und Anarchismus-Theoretiker Michail Bakunin, welcher sich nach dem gescheiterten Prager Aufstand in Dresden versteckte und erst zur Teilnahme \u00fcberredet werden musste, einen Bonus in Sachen Prominenz und politischem Exotentum erhielt. Dieses Mal jedoch wurde mit aller Konsequenz niedergeschlagen, wobei u. a. die Regenten Habsburgs, Badens und Sachsens einen erheblichen Prestigeverlust erlitten, da die Konterrevolution ohne \u201aausl\u00e4ndische\u2019 Waffenhilfe (in Habsburg Russland, in Sachsen u. Baden Preu\u00dfen) zum Scheitern verurteilt gewesen w\u00e4re.<\/span><\/p>\n<h2>Suche nach der Krankheit und einem Gegenmittel<\/h2>\n<h2>oder<\/h2>\n<h2>Ausflug in die Revolutionstheorie<\/h2>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Wie kommt eine Revolution \u00fcberhaupt zustande bzw. wann wird aus einer kleinen Revolte ein Volksaufstand? Bevor ich zu gewissen Faktoren der Entstehung und einer Analyse der interessanten Stadien komme, findet sich bei dem Geschichtswissenschaftler Alain Felkel eine Begriffsdefinition:<\/span><\/p>\n<p><em><span style=\"font-size: 14pt;\">\u201eOft beginnen Aufst\u00e4nde mit der Revolte Einzelner, die sich gegen einen von ihnen als Unrecht empfundenen Zustand emp\u00f6ren. Erfasst diese Revolte von Individuen kleinere Gruppierungen und springt sie von diesen auf gr\u00f6\u00dfere Teile der Bev\u00f6lkerung \u00fcber \u2013 und sogar andere Landesteile &#8211; , wird diese Revolte zur Rebellion oder zum Aufstand. Wird dieser Aufstand von Volksmassen getragen und entsteht er spontan, spricht man vom Volksaufstand. Ein Volksaufstand, der nicht nur auf blo\u00dfer Ablehnung unbeliebter Regierungsma\u00dfnahmen beruht und lediglich punktuelle Ver\u00e4nderungen fordert, sondern das ganze Herrschaftssystem beseitigen will und ein revolution\u00e4res Programm entwickelt, ist eine Revolution.\u201c<\/span><a href=\"#_edn7\" name=\"_ednref7\"><strong><span style=\"font-size: 14pt;\">[vii]<\/span><\/strong><\/a><\/em><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Den Rest unserer Reise wird uns nun Crane Brinton mit seiner ausgesprochenen Scharfsinnigkeit begleiten. In seiner mehrfach ausgezeichneten Arbeit vergleicht er Revolutionen mit einem ausbrechenden Fieber und sieht auch den Verlauf dem einer Fieberkurve \u00e4hnlich, an dessen Ende oft auch die <em>\u201eWiederherstellung des fr\u00fcheren Zustandes\u201c<\/em><a href=\"#_edn8\" name=\"_ednref8\">[viii]<\/a> eintreten kann: <em>\u201eSchlie\u00dflich ist das Fieber vorbei und der Patient wieder gesund, vielleicht sogar in mancher Hinsicht durch das Erlebnis gest\u00e4rkt, jedenfalls f\u00fcr einige Zeit gegen einen \u00e4hnlichen Anfall immunisiert, aber ganz bestimmt nicht in einen vollst\u00e4ndig neuen Menschen verwandelt.\u201c<\/em><a href=\"#_edn9\" name=\"_ednref9\">[ix]<\/a> Pr\u00e4gnant liefert er auch eine Formel zur Entstehung: <\/span><em><span style=\"font-size: 14pt;\">\u201eEine menschliche Gesellschaft kann offenkundig nur in unvollkommenem Gleichgewichte sein, in einem Zustand, in welchem die verschiedenen und gegens\u00e4tzlichen W\u00fcnsche und Gewohnheiten der einzelnen und der Gruppen auf komplizierte Weise aufeinander abgestimmt sind.(\u2026) Wenn neue W\u00fcnsche entstehen oder alte W\u00fcnsche in verschiedenen Gruppen st\u00e4rker werden oder wenn sich die Umweltbedingungen \u00e4ndern, die Einrichtungen aber unver\u00e4ndert bleiben, dann kann eine verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfige St\u00f6rung des Gleichgewichts eintreten und eine Revolution ausbrechen.\u201c<\/span><a href=\"#_edn10\" name=\"_ednref10\"><strong><span style=\"font-size: 14pt;\">[x]<\/span><\/strong><\/a> <\/em><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Die sicheren Symptome sind laut Brinton rar ges\u00e4t und auch der Beginn ist schwer zu prophezeien. Das sicherste Symptom\u00a0 <em>\u201e(\u2026)fanden wir in dem Abfall der Intellektuellen\u201c<a href=\"#_edn11\" name=\"_ednref11\"><strong>[xi]<\/strong><\/a><\/em>. Aber Gr\u00fcnde bzw. \u201eVorzeichen\u201c f\u00fcr eine Revolution f\u00e4nden sich in <em>\u201edieser Art (\u2026) in fast jeder modernen Gesellschaft zu jeder Zeit.\u201c<a href=\"#_edn12\" name=\"_ednref12\"><strong>[xii]<\/strong><\/a><\/em> und so sei <em>\u201eeine Diagnose der Revolution in ihrem Fr\u00fchstadium \u00e4u\u00dferst schwierig\u201c <a href=\"#_edn13\" name=\"_ednref13\"><strong>[xiii]<\/strong><\/a><\/em>. Die wirkliche Revolution jedoch<em>, \u201ekomme immer \u00fcberraschend\u201c<a href=\"#_edn14\" name=\"_ednref14\"><strong>[xiv]<\/strong><\/a><\/em>. <em>\u201eSie muss aber tats\u00e4chlich in der Luft liegen, nicht nur im Munde der berufsm\u00e4\u00dfigen Seher und \u00e4ngstlichen Konservativen. Sie muss vor allem \u00fcber den Abfall der Intellektuellen hinausgreifen.\u201c<a href=\"#_edn15\" name=\"_ednref15\"><strong>[xv]<\/strong><\/a><\/em> Au\u00dferdem m\u00fcsse in Rechnung gestellt werden, dass es nicht unbedingt die eigene St\u00e4rke der Revolution\u00e4re war, die ihnen zum Erfolg verhalf, sondern die Schw\u00e4che der Gest\u00fcrzten. Sie umgibt bereits ein F\u00e4ulnisgeruch<em>:\u201e(\u2026) zweifelt die alte herrschende Klasse, oder jedenfalls ein gro\u00dfer Teil ihrer Angeh\u00f6rigen, an sich selbst. Sie verliert den Glauben an die Traditionen und Sitten ihrer Klasse, ein Teil wird intellektuell, humanit\u00e4r, genauer humanitaristisch, geht gar zu den angreifenden Truppen \u00fcber. Ein gr\u00f6\u00dferer Teil als sonst gibt sich Ausschweifungen hin, aber das ist weniger symptomatisch als der Verlust der befehlsgewohnten Haltung.\u201c<a href=\"#_edn16\" name=\"_ednref16\"><strong>[xvi]<\/strong><\/a><\/em> Und so ist es auch nicht \u00fcberraschend, wenn sie, konfrontiert mit dem Volksaufstand, kolossal scheitern: <em>\u201eIn allen vier Revolutionen aber ist die mangelhafte, ungen\u00fcgende Gewaltanwendung seitens der Regierung auff\u00e4lliger als etwa die geschicktere Gewaltanwendung ihrer Gegner.\u201c<a href=\"#_edn17\" name=\"_ednref17\"><strong>[xvii]<\/strong><\/a> <\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Bitte schreiben Sie sich folgenden Merksatz Brintons hinter die Ohren, denn er wird uns auch bei der Bewertung der Vorm\u00e4rz-Revolution noch einmal begegnen: <em>\u201eNoch nie ist eine Regierung von Revolution\u00e4ren gest\u00fcrzt worden, ehe sie die Herrschaft \u00fcber ihre Truppen oder die F\u00e4higkeit zu deren zweckm\u00e4\u00dfigen Einsatz verloren h\u00e4tte. Umgekehrt hat noch keine Revolution gesiegt, ehe sie das \u00dcbergewicht der milit\u00e4rischen Machtmittel auf ihre Seite gebracht hatte.\u201c<a href=\"#_edn18\" name=\"_ednref18\"><strong>[xviii]<\/strong><\/a><\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Wenden wir uns nun den Machern der Revolution zu. Entgegen dem popul\u00e4ren Narrativ \u201e<\/span><em><span style=\"font-size: 14pt;\">scheinen [Revolutionen] ihren Ursprung in der Unzufriedenheit von Leuten zu haben, denen es ganz gut geht, die sich aber eingeengt, behindert, bel\u00e4stigt[\u2026] f\u00fchlen. Diese Revolutionen wurden nicht von Verelendenden und Verhungernden begonnen.\u201c<\/span><a href=\"#_edn19\" name=\"_ednref19\"><strong><span style=\"font-size: 14pt;\">[xix]<\/span><\/strong><\/a> <\/em><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Wer nun meint, dies klinge aber doch eher ern\u00fcchternd, denn man habe doch bei dem Wort Revolution heroische Bilder brustentbl\u00f6\u00dfter Amazonen im Kopf, die das arg gebeutelte Volk mit der roten Fahne oder einer Tricolore \u00fcber die Barrikaden zum Kampf gegen die Unterdr\u00fccker f\u00fchren, dem gebe ich Recht. Wer macht nun eigentlich die Revolution? Sind es Verschw\u00f6rungen von Dunkelm\u00e4nnern im Hintergrund, die das Volk, um mit Joachim Fernau zu sprechen, \u201enach vorne dr\u00e4ngeln\u201c<a href=\"#_edn20\" name=\"_ednref20\">[xx]<\/a>? Ber\u00fchmt wurde dahingehend die Feststellung Brintons: \u201e<em>Was die aktiven F\u00fchrungsgruppen betrifft, so findet man dort sehr wenige Vertreter der untersten Volksschichten.[\u2026] Der Mob, der P\u00f6bel mag zu Stra\u00dfenk\u00e4mpfen oder Schl\u00f6sserverbrennungen herbeigerufen werden, aber er \u201emacht\u201c bestimmt nicht die Revolution und leitet sie nicht \u2013 auch nicht proletarische Revolutionen.\u201c<a href=\"#_edn21\" name=\"_ednref21\"><strong>[xxi]<\/strong><\/a>. <\/em>Um n\u00e4her auf die von mir gestellte Frage zur\u00fcckzukommen: \u201e<em>Die eine Seite behauptet, dass diese ruhmvollen ersten Schritte der Revolution fast spontan seitens einer einigen Nation erfolgen, die sich in all ihrer Macht und Tugend erhebt, um ihre Bedr\u00fccker in die Schranken zu weisen. Die andere Seite behauptet, dass die ersten Schritte die Frucht einer Reihe ineinander verzahnter Verschw\u00f6rungen sind, die von kleinen, aber entschlossenen Gruppen Missvergn\u00fcgter ausgehen.\u201c<a href=\"#_edn22\" name=\"_ednref22\"><strong>[xxii]<\/strong><\/a> <\/em>Er schlussfolgert dabei \u201e<em>dass beide Erkl\u00e4rungen ein gewisses K\u00f6rnchen Wahrheit <\/em>enthalten.\u201c<a href=\"#_edn23\" name=\"_ednref23\">[xxiii]<\/a> Der einen gro\u00dfen Verschw\u00f6rung erteilt er dabei aber eine eindeutige Absage: <em>\u201eMan sieht nur Gruppen von der Art, wie der Soziologe sie \u00fcberall findet: \u201eDruckgruppen\u201c, Ans\u00e4tze politischer Parteien, halbreligi\u00f6se oder halbverr\u00fcckte Sekten. Es findet sich aber kein Beweis daf\u00fcr, dass diese sehr verschiedenen Gruppen im Juli 1789 von einer Zentralstelle aus dirigiert, von einem geheimen Direktorium geleitet wurden.\u201c<a href=\"#_edn24\" name=\"_ednref24\"><strong>[xxiv]<\/strong><\/a> <\/em>Diese Aussage soll aber keinesfalls den ma\u00dfgeblichen Anteil dieser \u201eDruckgruppen\u201c herunterspielen. Bl\u00e4ttert man n\u00e4mlich weiter, begegnet einem folgende Beobachtung: \u201e<em>Wie die anderen Revolutionen war auch die amerikanische teilweise das Ergebnis der T\u00e4tigkeit einer aktiven, f\u00e4higen und keineswegs kleinen Minderheit, die ihrerseits eine gro\u00dfe Mehrheit bearbeitete, die genug Grund zur Unzufriedenheit hatte, um sich im richtigen Augenblick aufhetzen zu lassen.\u201c<a href=\"#_edn25\" name=\"_ednref25\"><strong>[xxv]<\/strong><\/a> <\/em>Soziologisch betrachtet, sind diese \u201eDruckgruppen\u201c schwer zu fassen und k\u00f6nnen in den vier von Brinton analysierten Revolutionen \u201e<em>nicht pr\u00e4zise als Angeh\u00f6rige bestimmter sozialer oder wirtschaftlicher Gruppen klassifiziert werden(\u2026).\u201c<a href=\"#_edn26\" name=\"_ednref26\"><strong>[xxvi]<\/strong><\/a><\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Dies ist eine schwierige Gemengelage. Spielte in England und Russland das B\u00fcrgertum bei der Revolution keine hervorstechende Rolle, so waren doch in Nordamerika Kaufleute oder in Frankreich Anw\u00e4lte \u00fcberrepr\u00e4sentiert. Die Wahrscheinlichkeit f\u00fcr Revolution sei allerdings h\u00f6her \u201e<em>wenn es sich um einander benachbarte Gesellschaftsklassen handelt [<\/em>\u2026].<a href=\"#_edn27\" name=\"_ednref27\">[xxvii]<\/a> Dar\u00fcber hinaus entwickelte Brinton gewisse Typen eines Revolution\u00e4rs. Da der Artikel den angestrebten Umfang sprengen wird, verbleibe ich bei einer kurzen Auswahl derselbigen. Ihnen seien die <em>\u201eM\u00e4nner der Tat\u201c<a href=\"#_edn28\" name=\"_ednref28\"><strong>[xxviii]<\/strong><\/a>,<\/em> benannt mit Pers\u00f6nlichkeiten wie Cromwell, Bonaparte oder Stalin entgegengestellt:<\/span><\/p>\n<ul>\n<li><span style=\"font-size: 14pt;\"><strong>Der irrende Obere<\/strong>: entstammt der herrschenden Klasse, lehnt sie aber befl\u00fcgelt von dem \u201aAbfall der Intellektuellen\u2019 ab. Seine Unf\u00e4higkeit bei der Bew\u00e4hrung in der eigenen Schicht ist nicht auszuschlie\u00dfen, daher erfolgt oft ein nahtloser \u00dcbergang zum \u201aGescheiterten\u2019.<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-size: 14pt;\"><strong>Die Gescheiterten<\/strong>: m\u00fcssten eigentlich \u201adie gescheiterten Intellektuellen\u2019 hei\u00dfen und tauchen bei Brinton auch noch einmal als \u201aFanatiker\u2019 auf. Eigentlich sind es Idealisten, aber mit misanthropischen und egomanischen Z\u00fcgen versehen. Sie sind unerl\u00e4sslich in der F\u00fchrung der Massen.<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-size: 14pt;\"><strong>Der Idealist:<\/strong> ist oft zu finden bei den \u201aabgefallenen Intellektuellen\u2019. Es handelt sich um einen honorigen Typen, der auch in der Lage sein kann, realistisch zu handeln, die meiste Zeit aber in einer Traumwelt verbringt.<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-size: 14pt;\"><strong>Der Spinner<\/strong>: ist ein doktrin\u00e4rer Exzentriker, der oft permanent im Krieg mit seiner Umwelt ist. Beachtlicherweise ist er den \u201eM\u00e4nnern der Tat\u201c nicht un\u00e4hnlich, aber unf\u00e4hig, so skrupellos oder pragmatisch zu handeln. Dieser wird als eines der ersten Kinder der Revolution gefressen.<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<h2>Wenn das Fieber unaufh\u00f6rlich steigt<\/h2>\n<h2>oder<\/h2>\n<h2>Das Dilemma der Gem\u00e4\u00dfigten<\/h2>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Sind die ersten H\u00fcrden genommen und die alte Ordnung geb\u00e4ndigt oder gar beseitigt, \u00fcbernehmen laut Brinton die Gem\u00e4\u00dfigten der Revolution\u00e4re die Regierung. <em>\u201eIn diesem chaotischen Zustand scheint das Handeln der Gem\u00e4\u00dfigten ein gleichf\u00f6rmiger Zug aller Revolutionen zu sein. Gef\u00fchl und Erziehung zwingen sie, einen Versuch zur Beendigung der Unordnung zu machen, soviel wie m\u00f6glich von der gewohnten Routine zu retten.\u201c<a href=\"#_edn29\" name=\"_ednref29\"><strong>[xxix]<\/strong><\/a> <\/em>Die Macht in dieser Phase der Revolution zu \u00fcbernehmen, entpuppt sich f\u00fcr sie als Schw\u00e4che. Eine entscheidende Ursache daf\u00fcr findet sich in dem ber\u00fchmten Tocqueville- Paradoxon, nach welchem <em>\u201esich mit dem Abbau sozialer Ungerechtigkeiten gleichzeitig die Sensibilit\u00e4t gegen\u00fcber verbleibenden Ungleichheiten erh\u00f6ht\u201c.<\/em> Dieses Ph\u00e4nomen war auch nicht unschuldig an dem Abritt der vorherigen Herrschaftsklasse, nun aber sorgt es daf\u00fcr, dass \u201e<em>die Gem\u00e4\u00dfigten das Vertrauen [<\/em>Schritt f\u00fcr Schritt verlieren<em>], das sie sich als Gegner des alten Regimes erworben haben [\u2026]. Die Gem\u00e4\u00dfigten werden in die Defensive gedr\u00e4ngt und machen Fehler auf Fehler, unter anderem deshalb, weil sie so wenig an die Defensive gew\u00f6hnt sind.\u201c<a href=\"#_edn30\" name=\"_ednref30\"><strong>[xxx]<\/strong><\/a> <\/em>Ihr Ende besiegeln die gem\u00e4\u00dfigten Revolutionsf\u00fchrer schlie\u00dflich, wenn es darum geht, die opponierenden radikalen Kr\u00e4fte notfalls mit Waffengewalt zu neutralisieren: <em>\u201eIn allen unseren Gesellschaften stehen die Gem\u00e4\u00dfigten fr\u00fcher oder sp\u00e4ter vor der Aufgabe des Krieges [\u2026]. Es scheint klar zu sein, dass die Gem\u00e4\u00dfigten nicht erfolgreich Krieg f\u00fchren k\u00f6nnen. Warum [\u2026]? Zweifellos spielt die Hingabe der Gem\u00e4\u00dfigten an den Schutz der individuellen Freiheitsrechte mit. Wenn man Freiheit, Gleichheit, Br\u00fcderlichkeit allzu ernst nimmt, kann man keine Armee organisieren. Moderne Kriege machen es anscheinend notwendig, auch die Zivilregierung zu milit\u00e4rartig zu organisieren.\u201c<a href=\"#_edn31\" name=\"_ednref31\"><strong>[xxxi]<\/strong><\/a> <\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Will man all diese Erkenntnisse in einem kurzen Satz zusammenfassen, so liefert uns diesen Brinton selbst: \u201e<\/span><em><span style=\"font-size: 14pt;\">Nach jeder Krise neigen die Sieger dazu, sich in einen rechten Fl\u00fcgel, der an der Macht ist, und einen linken, der opponiert, zu spalten. Bis zu einem bestimmten Stadium endet jede Krise mit dem Sieg der radikalen Opposition.\u201c<\/span><a href=\"#_edn32\" name=\"_ednref32\"><strong><span style=\"font-size: 14pt;\">[xxxii]<\/span><\/strong><\/a> <\/em><\/p>\n<h2>Der Tote auf dem Seziertisch<\/h2>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Der gro\u00dfe deutsche Historiker und Sch\u00fcler von Hanns-Joachim Schoep, Hellmut Diwald, nannte die \u201aRevolution von 1848\/49\u2019 <em>\u201eeine b\u00fcrgerliche Revolution unter sozialen Vorzeichen\u201c<a href=\"#_edn33\" name=\"_ednref33\"><strong>[xxxiii]<\/strong><\/a><\/em>, f\u00fcr Arthur Moeller van den Bruck war sie nicht echt<a href=\"#_edn34\" name=\"_ednref34\">[xxxiv]<\/a>, f\u00fcr Karl Marx und Friedrich Engels ebenso wenig<a href=\"#_edn35\" name=\"_ednref35\">[xxxv]<\/a>. Richtig ist auf jeden Fall, dass wir es bei unserem Betrachtungsobjekt, ganz im Gegensatz zu denen eines Crane Brinton, mit einer gescheiterten Revolution zu tun haben. Gescheiterte Revolutionen seien laut dem US-Amerikaner dazu geeignet, <em>\u201eunterdr\u00fcckte Nationalit\u00e4ten zusammenzuschwei\u00dfen\u201c<a href=\"#_edn36\" name=\"_ednref36\"><strong>[xxxvi]<\/strong><\/a>, <\/em>welche dann in Korrelation mit der Zahl der fehlgeschlagenen nationalen Befreiungsschl\u00e4ge einen enorm \u201e<em>hochgespannten Patriotismus<\/em>\u201c verbunden mit \u201e<em>Selbstbemitleidung\u201c<\/em> entwickeln, welcher sie nahezu \u201e<em>unbesiegbar\u201c<\/em> mache<a href=\"#_edn37\" name=\"_ednref37\">[xxxvii]<\/a>. F\u00fcr unsere Beobachtung ist dies nicht von Belang, es sei denn, wir w\u00fcrden unsere Beobachtungen vornehmlich auf das Habsburger Reich ausrichten. Diwald auch, dass die: <em>\u201eNotwendigkeit, der Rang, das Recht(\u2026) nicht mit Hilfe des Begriffspaares \u201cErfolg und Misserfolg\u201c bemessen<\/em><a href=\"#_edn38\" name=\"_ednref38\">[xxxviii]<\/a><em>.\u201c<\/em> werden k\u00f6nnten. Brinton teilte die vier betrachteten Revolutionen ihrem Ziel nach in <em>\u201eterritorial-nationale\u201c (<\/em>die amerikanische)<a href=\"#_edn39\" name=\"_ednref39\">[xxxix]<\/a> und \u201e<em>sozialer, beziehungsweise klassenm\u00e4\u00dfiger<\/em>\u201c(die englische, franz\u00f6sische und russische)<a href=\"#_edn40\" name=\"_ednref40\">[xl]<\/a> ein. Die Einordnung der 1848er-Revolution f\u00e4llt dabei nicht leicht. Sicher \u00fcberwog das Nationale, das Volk auf dem ganzen Territorium ein wollendes Element, wie auch Joachim Fernau in seinem Bestseller \u201eDeutschland, Deutschland \u00fcber alles\u201c feststellte<a href=\"#_edn41\" name=\"_ednref41\">[xli]<\/a>. Aber auch soziale Gr\u00fcnde spielten eine Rolle, wenngleich auch nicht im Sinne der zahlreichen Revolten vor dem Schicksalsjahr 1848. F\u00fcr die aus dem B\u00fcrgertum stammenden Hauptakteure der Revolution ging es bei den sozialen Forderungen aber haupts\u00e4chlich um politische Partizipation und Freiheit in Wort und Schrift. Ausdruck findet dies auch in der erarbeiteten Reichsverfassung, \u201e<em>in der wie in der Assembl\u00e9e Nationale von 1789 die akademische F\u00fchrungsschicht des B\u00fcrgertums praktisch allein das Staatsvolk repr\u00e4sentiert(\u2026)\u201c<a href=\"#_edn42\" name=\"_ednref42\"><strong>[xlii]<\/strong><\/a> <\/em>Sie waren auch nicht wie in den vier anderen Revolutionen \u201e<em>besser organisiert<\/em>\u201c oder hatten \u201e<em>die bessere Leute<\/em>\u201c mit \u201e<em>besserem Gehorsam<\/em>\u201c<a href=\"#_edn43\" name=\"_ednref43\">[xliii]<\/a> als die Regierung der Gegenseite, was vielleicht u. a. auch erkl\u00e4rt, warum die Nationalversammlung in Deutschland nicht denselben Druck aus\u00fcben konnte wie ihr Konterpart in Frankreich. Was das Proletariat betrifft, so befand es sich erst in der Entstehung und so machten beispielsweise Fabrikarbeiter in keinem der deutschen Staaten mehr als 3 -13% des Volkes aus. So findet man sie in der Revolution auch nur \u201e<em>als bewaffnete Hilfstruppen(\u2026), zahlenm\u00e4\u00dfig beschr\u00e4nkt und im \u00dcbrigen ohne \u201cproletarisches\u201c Klassenbewusstsein.\u201c<a href=\"#_edn44\" name=\"_ednref44\"><strong>[xliv]<\/strong><\/a><\/em> Besonders die radikalen Linken, die f\u00fcr eine gro\u00dfdeutsche Republik und strikt gegen die Monarchie eintraten, demagnetisierten im Volke die ganze Revolutionsbewegung, da, man k\u00f6nnte mit Antonio Gramci sprechen, eine <em>\u201ekulturelle Hegemonie\u201c<\/em> f\u00fcr solche Ideen noch nicht bereitet war (Vergleich Novemberrevolution 1918).<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Ein weiterer Unterschied ist, dass 1848\/1849 die Gem\u00e4\u00dfigten nicht den schwachen Radikalen, sondern den sich schnell erholenden Konterrevolution\u00e4ren unterlagen. Dies war aber, auf das Gesamte betrachtet, nach Brintons Theorie kein besonderer Fall \u2013 es handelte sich wohl nur um ein sehr kurzes Fieber, was nach einer kurzen Besserung des Allgemeinbefindens abnahm, dann wieder aufflammte und den Kranken schlie\u00dflich in seinem schlechten Ursprungszustand zur\u00fccklie\u00df.<\/span><a href=\"#_edn45\" name=\"_ednref45\"><span style=\"font-size: 14pt;\">[xlv]<\/span><\/a><\/p>\n<h2>Protokoll des Gerichtsmediziners<\/h2>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><em>\u201eMit Luther endet man beim Frieden von M\u00fcnster und Osnabr\u00fcck, mit Calvin beim britischen Empire.\u201c &#8211; Joachim Fernau<\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Es gibt ihn, den oft beschworenen \u201e<em>deutschen Sonderweg\u201c,<\/em> wenn auch nicht in demselben Kontext, wie man ihn uns heute gerne pr\u00e4sentieren will. Bernard Willms beschreibt ihn besonders im Gegensatz zu der Entwicklung des Nachbarlandes Frankreich wie folgt: \u201e<em>Aufgrund ihrer alten, eigent\u00fcmlich germanischen Stammesorganisation, aufgrund des historischen Eigensinns seit Karl dem Gro\u00dfen, aufgrund der Belastung durch den Reichsgedanken, der faktisch in Deutschland territoriale Zersplitterung beg\u00fcnstigte, und vor allem dann durch die Reformation und den Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieg war in Deutschland jene fl\u00e4chenstaatliche Einigung nicht erfolgt.\u201c<a href=\"#_edn46\" name=\"_ednref46\"><strong>[xlvi]<\/strong><\/a><\/em> Zwar hatten sich die Revolution\u00e4re auf ein relatives Grundprogramm geeinigt, doch kann von einer gemeinsamen Sto\u00dfrichtung dennoch keine Rede sein. Wie sollte eine Absch\u00fcttlung der Kleinstaaterei auch so einfach vonstatten gehen? Auch die Revolution\u00e4re waren Kinder ihrer Zeit, die zwar versuchten \u201eall-deutsch\u201c zu denken, aber in einer Realit\u00e4t lebten, in der der ebenfalls deutschbl\u00fctige Nachbar nicht einmal die selben Ma\u00dfeinheiten benutzte wie er selbst. Was sich dann im M\u00e4rz abspielte, kam \u00fcberraschend: \u201e<em>In allen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern, die von den Erhebungen erfasst wurden, brach der konservative Widerstand in kurzer Zeit zusammen, haben sich die Bewahrer den neuen Kr\u00e4ften rasch als Verb\u00fcndete angeboten, waren die liberalen Forderungen bald in aller Munde [\u2026]<a href=\"#_edn47\" name=\"_ednref47\"><strong>[xlvii]<\/strong><\/a><\/em>.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Ein Anfang also wie im Bilderbuche: Die Obrigkeit schreckt vor der Anwendung von Gewalt zur\u00fcck oder setzt sie wie in Berlin ungen\u00fcgend ein, um sich dann noch, um bei diesem Beispiel zu bleiben, Asche \u00fcber das Haupt zu streuen und sich dabei ihrer Symbolik zu bedienen.<a href=\"#_edn48\" name=\"_ednref48\">[xlviii]<\/a> Ein gro\u00dfer Erfolg also, der nicht zuletzt f\u00fcr die Revolution\u00e4re vollkommen \u00fcberraschend kam, ja Prof. Dr. Adolf Helbrok merkt sogar an, sie seien <em>\u201egeradezu erschreckt gewesen\u201c<a href=\"#_edn49\" name=\"_ednref49\"><strong>[xlix]<\/strong><\/a><\/em>.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Die Zugest\u00e4ndnisse, die nun von Seiten der F\u00fcrsten- und K\u00f6nigsh\u00e4user kamen, sorgten, entgegen dem Tocqueville-Paradoxon, nicht f\u00fcr ein Fortschreiten des revolution\u00e4ren Prozesses, sondern erstickten mehr und mehr die revolution\u00e4ren Kr\u00e4fte und ihre inneren Widerspr\u00fcche machten sich zunehmend bemerkbar. In ihren monatelangen Endlosdebatten verspielte die Nationalversammlung immer mehr ihre Kredibilit\u00e4t beim Volke. Bei dem Versuch unzufriedener Radikaler im September, gewaltsam die Paulskirche zu st\u00fcrmen, griff man dann sogar auf kurf\u00fcrstliche Truppen zur\u00fcck. Die Gegenregierung der Revolution\u00e4re hatte der Idealisten zuviel und diese zeigten sich unf\u00e4hig \u201e<em>die innere Schw\u00e4che aller betroffenen Staaten[\u2026], diese politischen Vergreisungen auszun\u00fctzen\u201c<a href=\"#_edn50\" name=\"_ednref50\"><strong>[l]<\/strong><\/a>. <\/em>Die Ursache daf\u00fcr sieht Helbrok vor allen Dingen darin, dass <em>\u201esie [\u2026] selbst \u00e4ngstlich auf Legitimit\u00e4t bedacht [<\/em>waren und<em>]<\/em> <em>ein blindes Vertrauen zu Verfassungspl\u00e4nen [hatten]\u201c <\/em>and<em> \u201enicht auf den Gedanken [<\/em>kamen]<em>, dass nur ein Wandel in der Verteilung der politischen Kr\u00e4fte den Verfassungsprojekten zur Wirkung verhelfen konnte.\u201c<a href=\"#_edn51\" name=\"_ednref51\"><strong>[li]<\/strong><\/a> <\/em>\u00c4hnliches findet sich auch bei Moeller van den Bruck: <em>\u201eAuch die Achtundvierziger wollten nicht eigentlich Umsturz, sondern Erneuerung, und alles, was revolution\u00e4r an ihnen war, verhinderte eher, dass die deutschen Entscheidungen, die in ihr Zeitalter fielen, von ihnen selbst herbeigef\u00fchrt wurden.\u201c<a href=\"#_edn52\" name=\"_ednref52\"><strong>[lii]<\/strong><\/a> <\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Die Oberh\u00e4upter der Kleinstaaten konnten trotz anf\u00e4nglicher Schw\u00e4chen auf \u201eM\u00e4nner der Tat\u201c besonders in der Form des preu\u00dfischen K\u00f6nigs hoffen, die die Richtung der Konterrevolution rechtzeitig mit n\u00f6tiger R\u00fccksichtslosigkeit korrigierten. Und so sieht das Autoren-Trio Bollmann, March und Petersen das Scheitern \u201e<em>am Ende an dem Selbstbehauptungswillen und der noch immer vorhandenen Lebenskraft der deutschen Dynastien von Wien bis Berlin, an dem Fehlen milit\u00e4rischer, finanzieller und administrativer Machtmittel der Verfassungsv\u00e4ter und letztlich auch an dem Mangel an politischen Engagement in breiten Volksschichten, insbesondere auf dem Lande<a href=\"#_edn53\" name=\"_ednref53\"><strong>[liii]<\/strong><\/a> <\/em>geschuldet.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">M\u00e4nner, die bereit waren bis zum \u00c4u\u00dfersten zu gehen, wie die Rechtsanw\u00e4lte Friedrick Hecker, Gustav Struve oder Vollblutrevolution\u00e4re aus \u00e4rmlichen Verh\u00e4ltnissen wie Robert Blum und Stephan Born, bleiben eine kleine Minderheit. Wo sie und ausl\u00e4ndische \u201eBerufsrevoluzzer\u201c wie Bakunin wirkten, hielten sich die \u201aVolksregierungen\u2019 am l\u00e4ngsten, war aber auch der Blutzoll am h\u00f6chsten. Die Richtigkeit von Brintons Theorien zeigt sich auch an dem langen Ausharren der Revolution\u00e4re im Gro\u00dfherzogtum Baden, was eindeutig mit dem \u00dcberlauf von 20.000 Angeh\u00f6rigen des badischen Milit\u00e4rs zusammenhing. Ansonsten konnte nirgendwo die Elite der b\u00fcrgerlichen Revolution, tapfere und geradezu fanatisch k\u00e4mpfende Turner, den Mangel an professionellem milit\u00e4rischem Personal und milit\u00e4rischer F\u00fchrung sowie das Fehlen des Nachschubs und der Technik (besonders Artillerie) kompensieren. Das auf die anderen vier Revolutionen anwendbare bekannte Wort von James Madison, wonach \u201eder Krieg (\u2026) die Mutter der Machtvermehrung der Staatsf\u00fchrung\u201c sei, ist aus diesem Grund f\u00fcr unsere Gegenregierungen nicht anwendbar. Karl-Heinz Wei\u00dfmann sieht die Lehren aus 1848\/49 wie folgt: <em>\u201eKeine freiheitliche Verfassung ohne Besitz der Macht, sie einzurichten und zu erhalten, insoweit kein Vorrang des einzelnen vor dem Ganzen, kein Heil in der utopischen Konstruktion, nur im geduldigen, die geschichtlichen Bedingungen kalkulierenden Aufbau, keine fremden Modelle, lauter Sonderwege.\u201c<a href=\"#_edn54\" name=\"_ednref54\"><strong>[liv]<\/strong><\/a> <\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Nein, dieser deutsche Sonderweg bedurfte einer unkonventionellen L\u00f6sung frei von Sentimentalit\u00e4ten, ergebnisorientiert, skrupellos und vor allem \u201amachiavellistisch\u2019. Sie sollte erst eine gute Dekade sp\u00e4ter in einem Mann wie Bismarck gefunden werden, der \u201e<em>mit seinem Willen horchend an demjenigen des Schicksals lag und aus dessen Stimmen die Kraft zog, selber Schicksal zu sein [\u2026]<\/em>\u201c<a href=\"#_edn55\" name=\"_ednref55\">[lv]<\/a>, wie Moeller van den Bruck bemerkte, um dann hinzuzuf\u00fcgen: <em>\u201eBismarck setzte sich gegen alle Widerst\u00e4nde durch[\u2026], wenn [es] sein musste, [\u2026] in unserem eigenen querk\u00f6pfigen Volkscharakter, der manchmal durchaus nicht will, dass uns geholfen werden soll.[\u2026] Er zwang die Verh\u00e4ltnisse in seine Dienste: und zwang sie so, dass sein Werk am Ende nicht zum wenigsten das seiner Gegner war, denen alles, was sie unternahmen, zu seiner Absicht geriet.\u201c<a href=\"#_edn56\" name=\"_ednref56\"><strong>[lvi]<\/strong><\/a><\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">F\u00fcrwahr als gelungenen Revolutionsversuch taugt die b\u00fcrgerliche Revolution genauso wenig wie als Beispiel einer weltb\u00fcrgerlichen Demokratiebewegung im BRD-Geschichtsunterricht. Doch bei allem Erstaunen \u00fcber die Naivit\u00e4t und Inkonsequenz der Handelnden darf man doch nicht au\u00dfer Acht lassen, dass die Ideen der Nationalversammlung von 1848\/49 schlie\u00dflich in der Reichsverfassung 1871 ihre Verwirklichung fanden. Musste daf\u00fcr Blut flie\u00dfen? Die Frage ist m\u00fc\u00dfig. Wei\u00dfmann trifft wohl den Kern, wenn er schreibt: <em>\u201eDer Idealismus des Vorm\u00e4rz hatte wie jeder Idealismus seine Schw\u00e4chen und Fehler und L\u00e4cherlichkeiten, aber auch seine historische Notwendigkeit. Ohne sie war das \u00fcberschie\u00dfende Moment nicht zu haben, das am Anfang jeder politischen Bewegung vorhanden sein muss(\u2026)<a href=\"#_edn57\" name=\"_ednref57\"><strong>[lvii]<\/strong><\/a> <\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Nicht ohne Grund nennt Diwald den Sieg der Konterrevolution 1849 einen Pyrrhussieg.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Ich f\u00fcr meinen Teil habe mich mit diesen M\u00e4nnern vers\u00f6hnt und habe dazu bei Helbrok die sch\u00f6nsten Worte f\u00fcr einen Abschluss gefunden:<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><em>\u00a0\u201eMan darf da nicht in n\u00f6rgelnde Kritik am einzelnen eintreten, man muss das Wollen dieser M\u00e4nner und ihren Geist im Ganzen gro\u00dfherzig ansehen, so wie sie es waren. Spiegelte sich in ihnen nicht das ganze deutsche Volk, einerseits in dem anst\u00e4ndigen idealen Geist des 18. Jahrhunderts, andrerseits in der Buntheit der Ideen und des Wollens des 19. Jahrhunderts? Und war es nicht deshalb zum Scheitern verurteilt, weil es so typisch deutsch unpolitisch war?\u201c<a href=\"#_edn58\" name=\"_ednref58\"><strong>[lviii]<\/strong><\/a> (Adolf Helbrok)<\/em><\/span><\/p>\n<h2>Literaturhinweise<\/h2>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ednref1\" name=\"_edn1\">[i]<\/a> Bernard Willms: Die Deutsche Nation. Theorie. Lage. Zukunft. S.72<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ednref2\" name=\"_edn2\">[ii]<\/a> Prof. Dr. Adolf Helbrok: Deutsche Volksgeschichte II. S.275<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ednref3\" name=\"_edn3\">[iii]<\/a> Rolf Hellberg: Kleine deutsche Geschichte. S. 88<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ednref4\" name=\"_edn4\">[iv]<\/a> Prof. Dr. Hellmut Diwald: Geschichte der Deutschen. S. 341<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ednref5\" name=\"_edn5\">[v]<\/a> ebd.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ednref6\" name=\"_edn6\">[vi]<\/a> ebd., S.351<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ednref7\" name=\"_edn7\">[vii]<\/a> Alain Felkel: Aufstand. Die Deutschen als rebellisches Volk. S.15<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ednref8\" name=\"_edn8\">[viii]<\/a> Crane Brinton: Anatomie der Revolution. S. 26.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ednref9\" name=\"_edn9\">[ix]<\/a> ebd., S.27<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ednref10\" name=\"_edn10\">[x]<\/a> ebd., S.26<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ednref11\" name=\"_edn11\">[xi]<\/a> ebd. S. 276<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ednref12\" name=\"_edn12\">[xii]<\/a> ebd.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ednref13\" name=\"_edn13\">[xiii]<\/a> ebd. S. 81<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ednref14\" name=\"_edn14\">[xiv]<\/a> ebd. S.82<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ednref15\" name=\"_edn15\">[xv]<\/a> ebd.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ednref16\" name=\"_edn16\">[xvi]<\/a> ebd. S.277<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ednref17\" name=\"_edn17\">[xvii]<\/a> ebd.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ednref18\" name=\"_edn18\">[xviii]<\/a> ebd. S.109<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ednref19\" name=\"_edn19\">[xix]<\/a> ebd., S.275<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ednref20\" name=\"_edn20\">[xx]<\/a> Joachim Fernau: C\u00e4sar l\u00e4sst gr\u00fc\u00dfen. Die Geschichte der R\u00f6mer. S. 24<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ednref21\" name=\"_edn21\">[xxi]<\/a> Crane Brinton: Anatomie der Revolution. S.124<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ednref22\" name=\"_edn22\">[xxii]<\/a> ebd. S.97<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ednref23\" name=\"_edn23\">[xxiii]<\/a> ebd. S.100<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ednref24\" name=\"_edn24\">[xxiv]<\/a> ebd. S.101<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ednref25\" name=\"_edn25\">[xxv]<\/a> ebd. S.103<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ednref26\" name=\"_edn26\">[xxvi]<\/a> ebd. S.124<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ednref27\" name=\"_edn27\">[xxvii]<\/a> ebd. S.276<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ednref28\" name=\"_edn28\">[xxviii]<\/a> ebd. S.137<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ednref29\" name=\"_edn29\">[xxix]<\/a> ebd. S.93<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ednref30\" name=\"_edn30\">[xxx]<\/a> ebd. S.158<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ednref31\" name=\"_edn31\">[xxxi]<\/a> ebd. S. 143<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ednref32\" name=\"_edn32\">[xxxii]<\/a> ebd. S.165<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ednref33\" name=\"_edn33\">[xxxiii]<\/a> Prof. Dr. Hellmut Diwald: Geschichte der Deutschen. S.341<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ednref34\" name=\"_edn34\">[xxxiv]<\/a> Arthur Moeller van den Bruck: Das Dritte Reich. S.1 und S. 16. <em>\u201eWir haben in unserer Geschichte noch keine politische Revolution gehabt. Es ist wohl ein Zeichen, dass wir erst in der Mitte unserer Geschichte stehen.\u201c(S.1) und \u201eDie deutsche Geschichte war eine unrevolution\u00e4re Geschichte.\u201c (S.16)<\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ednref35\" name=\"_edn35\">[xxxv]<\/a> In: \u201eNeue Rheinische Zeitung\u00b4\u201c, 15. Dezember 1848<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ednref36\" name=\"_edn36\">[xxxvi]<\/a> Crane Brinton: Anatomie der Revolution. S.35<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ednref37\" name=\"_edn37\">[xxxvii]<\/a> ebd.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ednref38\" name=\"_edn38\">[xxxviii]<\/a> Prof. Dr. Hellmut Diwald: Geschichte der Deutschen. S.356<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ednref39\" name=\"_edn39\">[xxxix]<\/a> Crane Brinton: Anatomie der Revolution. S.34<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ednref40\" name=\"_edn40\">[xl]<\/a> ebd. S.35<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ednref41\" name=\"_edn41\">[xli]<\/a> vgl. Joachim Fernau: Deutschland, Deutschland \u00fcber alles. S. 214. <em>\u201eSie hatte nichts mit den franz\u00f6sischen Ideen gemeinsam(\u2026) Sie war eine nationale Flamme.\u201c<\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ednref42\" name=\"_edn42\">[xlii]<\/a> Peter Bollmann, Ulrich March, Traute Petersen: Kleine Geschichte Europas. S.151<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ednref43\" name=\"_edn43\">[xliii]<\/a> Crane Brinton: Anatomie der Revolution. S.154<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ednref44\" name=\"_edn44\">[xliv]<\/a> Peter Bollmann, Ulrich March, Traute Petersen: Kleine Geschichte Europas. S.151<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ednref45\" name=\"_edn45\">[xlv]<\/a> vgl. Crane Brinton: Anatomie der Revolution.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ednref46\" name=\"_edn46\">[xlvi]<\/a> Bernard Willms: Die Deutsche Nation. Theorie. Lage. Zukunft. S.71<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ednref47\" name=\"_edn47\">[xlvii]<\/a> Karl-Heinz Wei\u00dfmann: Alles was recht(s) ist. Ideen, K\u00f6pfe und Perspektiven der politischen Rechten. S.137<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ednref48\" name=\"_edn48\">[xlviii]<\/a> Friedrich Wilhelms IV. Gemahlin Elisabeth bemerkte bei dieser Geste: \u201eJetzt fehlt nur noch die Guillotine\u201c. In: Prof. Dr. Hellmut Diwald: Geschichte der Deutschen. S.356<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ednref49\" name=\"_edn49\">[xlix]<\/a> Prof. Dr. Adolf Helbrok: Deutsche Volksgeschichte II. S.279<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ednref50\" name=\"_edn50\">[l]<\/a> Prof. Dr. Hellmut Diwald: Geschichte der Deutschen. S.356<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ednref51\" name=\"_edn51\">[li]<\/a> Prof. Dr. Adolf Helbrok: Deutsche Volksgeschichte II. S.287<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ednref52\" name=\"_edn52\">[lii]<\/a> Arthur Moeller van den Bruck: Das Dritte Reich. S.16<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ednref53\" name=\"_edn53\">[liii]<\/a> Peter Bollmann, Ulrich March, Traute Petersen: Kleine Geschichte Europas. S.151<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ednref54\" name=\"_edn54\">[liv]<\/a> K-H. Wei\u00dfmann: Alles was recht(s) ist. Ideen, K\u00f6pfe und Perspektiven der politischen Rechten. S.141<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ednref55\" name=\"_edn55\">[lv]<\/a> Arthur Moeller van den Bruck: Das Dritte Reich. S.3<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ednref56\" name=\"_edn56\">[lvi]<\/a> ebd.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ednref57\" name=\"_edn57\">[lvii]<\/a> K-H. Wei\u00dfmann: Alles was recht(s) ist. Ideen, K\u00f6pfe und Perspektiven der politischen Rechten. S.143f.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ednref58\" name=\"_edn58\">[lviii]<\/a> Prof. Dr. Adolf Helbrok: Deutsche Volksgeschichte II. S.285f.<\/span><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eEntschuldigen Sie mein Herr, wo ist der Schalter f\u00fcr die Bahnsteigkarten?\u201c 1848\/49 &#8211; Antithese einer erfolgreichen Revolution? Bei der nachfolgenden Abhandlung handelt es sich um eine Analyse zur Deutschen Revolution von 1848\/1849. Der Autor Franz-Michael Kilter stellt provokative Antithesen zur angeblich erfolgreichen M\u00e4rzrevolution auf und geht dabei auf die allgemeine Architektur von Revolutionen ein. 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