{"id":1379,"date":"2018-11-08T12:13:30","date_gmt":"2018-11-08T11:13:30","guid":{"rendered":"https:\/\/gegenstrom.org\/?p=1379"},"modified":"2020-02-04T12:41:23","modified_gmt":"2020-02-04T11:41:23","slug":"die-wirtschaftsethik-in-der-raumorientierten-volkswirtschaft-warum-die-wirtschaft-dezentral-und-regional-organisiert-werden-muss","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gegenstrom.org\/en\/die-wirtschaftsethik-in-der-raumorientierten-volkswirtschaft-warum-die-wirtschaft-dezentral-und-regional-organisiert-werden-muss\/","title":{"rendered":"Die Wirtschaftsethik in der raumorientierten Volkswirtschaft \u2013 Warum die Wirtschaft dezentral und regional organisiert werden muss"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Jedes politische System verf\u00fcgt \u00fcber ein eigenes Wertesystem. Dieses \u00e4u\u00dfert sich in den von seinem Kern ausgehenden Systemlinien. Versteht man unter einem politischen System einen Staat, der gem\u00e4\u00df der <em>Drei-Elemente-Lehre<\/em> von Georg Jellinek \u00fcber ein Staatsvolk, ein Staatsterritorium und eine Staatsgewalt verf\u00fcgt, so wirkt sich sein Wertesystem unmittelbar auf eben diese drei Elemente aus. Diese Auswirkungen resultieren aus der Pr\u00e4gung der staatsrechtlichen Kernbereiche (bspw. der Rechtsprechung, der Innen- und Sicherheitspolitik sowie der Kultur- und Bev\u00f6lkerungspolitik) durch das Wertesystem. Staatliche Systeme werden dabei in der Regel auch nicht m\u00fcde, ihre f\u00fcr sie g\u00fcltigen Werte immer wieder zu betonen. In der BRD \u00e4u\u00dfert sich dies in der Regel \u00fcber die Bekundungen der Herrschenden zur Demokratie und den im Grundgesetz verankerten Prinzipien.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Im folgenden Teil soll es vorrangig um den staatlichen Kernbereich der wirtschaftlichen Gestaltung gehen. Dies hat mehrere Gr\u00fcnde. Die Wirtschaft stellt in staatlicher Hinsicht eine Querschnittsdisziplin dar. Sie geh\u00f6rt selbstverst\u00e4ndlich zu den staatlichen Kernkompetenzen, wenngleich Sie sich in der heutigen Zeit mehr denn je vom eigentlichen Staate entfernt hat. Diese Tatsache ist bereits ein Indikator f\u00fcr das im heutigen vorherrschenden politischen System g\u00fcltige Wertesystem. Insgesamt muss festgehalten werden, dass es vermutlich sogar keinen Bereich gibt, in dem sich die Gesinnung eines Staates in wahrnehmbarerer Form ausdr\u00fcckt als in der Wirtschaft. Dies liegt schlicht und einfach darin begr\u00fcndet, dass jede in einem Staat lebende Person ein Subjekt der Wirtschaft ist.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Diese Feststellung beinhaltet gleich zu Beginn zwei wichtige Aspekte:<\/span><\/p>\n<ol>\n<li><span style=\"font-size: 14pt;\">Der Staat ist ma\u00dfgeblich f\u00fcr die Verfassung der Wirtschaft verantwortlich, unabh\u00e4ngig davon wie eng Staat und Wirtschaft augenscheinlich konstitutionell miteinander verkn\u00fcpft sind und<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-size: 14pt;\">m\u00f6chte man ein Wirtschaftssystem ver\u00e4ndern, so gilt es das politische System mit dem ihm immanenten Wertesystem zu ver\u00e4ndern.<\/span><\/li>\n<\/ol>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Diese beiden Punkte sind untrennbar miteinander verbunden und werden von vielen Akteuren, auch innerhalb des vermeintlich \u201eoppositionellen\u201c Lagers nicht konsequent vertreten. Vielfach versteifen sich die L\u00f6sungsans\u00e4tze der Opposition in politischen Forderungen die gesamtheitlich betrachtet eher einer Kosmetik dienen. Eine ernsthafte politische Opposition muss jedoch zwei Dinge bieten um eine wirkliche Alternative zum herrschenden System darzustellen:<\/span><\/p>\n<ol>\n<li><span style=\"font-size: 14pt;\"><strong> Eine Staatsidee, die von einem gemeinhin akzeptierten Wertesystem getragen wird und <\/strong><\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-size: 14pt;\"><strong> ein darauf aufbauendes, neues Wirtschaftssystem. <\/strong><\/span><\/li>\n<\/ol>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Im folgenden Text wird die Lehre des dem politischen System eigenen Wertesystems, welches sich auf die \u00d6konomie bzw. auf das Handeln der Wirtschaftsteilnehmer \u00fcbertr\u00e4gt, als \u201eWirtschaftsethik\u201c bezeichnet. Diese nimmt im Rahmen der Transformation des globalen Geldkapitalismus hin zu einer <strong>raumorientierten Volkswirtschaft<\/strong> eine entscheidende Rolle ein.<\/span><\/p>\n<h1>Ethik und Wirtschaftsethik<\/h1>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Bem\u00fcht man den Duden so bedeutet \u201eEthik\u201c bildungssprachlich \u201edie Gesamtheit sittlicher Normen und Maximen, die einer [verantwortungsbewussten] Einstellung zugrunde liegen\u201c.<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> Der Kern der Ethik besch\u00e4ftigt sich also mit der Frage nach dem richtigen Tun und Handeln bzw. den richtigen Handlungsnormen. Dabei lohnt es sich auch einen Blick auf die Wortherkunft der Ethik zu werfen. Wie direkt ersichtlich ist, wurde das Wort der \u201eEthik\u201c in das deutsche Sprachwesen importiert. Urspr\u00fcnglich stammt es aus dem Griechischen und leitet sich vom altgriechischen Wort \u201eethos\u201c her, welches zwei Verwendungsweisen hatte. Die erste bezog sich auf kollektive Gepflogenheiten, die in einer menschlichen Gro\u00dfgruppe gelten und gemeinhin als \u201eSitte\u201c oder \u201eBrauch\u201c bezeichnet werden k\u00f6nnten. Die zweite Verwendungsweise bezog sich hingegen eher auf das Individuum und seine Haltung oder Einstellung und k\u00f6nnte heute eher mit den Begrifflichkeiten \u201eCharakter\u201c oder \u201eDenkweise\u201c \u00fcbersetzt werden. Oftmals werden die Begrifflichkeiten der \u201eEthik\u201c und der \u201eMoral\u201c im deutschen Sprachgebrauch synonym verwendet. Dies ist jedoch nicht ganz zutreffend. Die Ethik dient dabei vielmehr als die Grundlage zur Erschaffung einer allgemeing\u00fcltigen Moral. Die Moral ist als eine Art Katalog zu verstehen, der sich in bestimmten Verhaltensmustern \u00e4u\u00dfert. Diese Moral, d. h. dieser Verhaltenskatalog kann von bestimmten Einzelmenschen oder menschlichen Gruppen gem\u00e4\u00df der eigenen Pr\u00e4ferenz, Priorisierung, Kritikalit\u00e4tsabstufung usw. entsprechend formuliert und praktiziert werden. Die Menschen einer Gesellschaft kommen also im Rahmen des Verhaltenskatalogs zu einer \u00dcbereinkunft. \u00dcbertragen wir dieses Prinzip auf unser Volk, so kann man auch von Traditionen sprechen. Diese Tradition, d.h. die \u00dcbereinkunft oder Moral unterscheidet sich von Volk zu Volk und ist dabei v\u00f6llig wertfrei. Ein Beispiel: In manchen V\u00f6lkern reicht man sich zur Begr\u00fc\u00dfung \u00fcblicherweise die Hand. In anderen V\u00f6lkern gibt man sich jedoch zur Begr\u00fc\u00dfung ein K\u00fcsschen oder verbeugt sich voreinander. Das eine ist nicht besser als das andere sondern lediglich eine verschiedene Interpretation des Verhaltenskatalogs zum Stichpunkt \u201eBegr\u00fc\u00dfung\u201c. Jedoch ist man sich in allen V\u00f6lkern einig, dass man sich in einer bestimmten Form begr\u00fc\u00dfen sollte. Dies ist dann ein Grundsatz der Ethik. Die Ethik beinhaltet ein eindeutiges Werturteil und definiert welche Handlungsweisen in bestimmten Situationen anderen Handlungsweisen gegen\u00fcber zu pr\u00e4ferieren sind. In unserem Beispiel besagt die Ethik also, dass man im Falle einer Begegnung mit einem anderen Menschen eine Begr\u00fc\u00dfung pflegt. Die Moral ist dann die Form, wie man sich begr\u00fc\u00dft. Die Moral ist also von der Ethik dominiert, da sie sich im Handeln ausdr\u00fcckt, welches dem Erreichen der gemeinhin als positiv aufgefassten Normen, also der Ethik, dienlich ist. Bei alldem wird bereits deutlich, dass Ethik etwas subjektives ist, da die Bewertung einer \u201everantwortungsbewussten Einstellung\u201c einem subjektiven Werturteil unterliegt. Dies f\u00fchrt somit zu der Tatsache, dass eine in einer menschlichen Gro\u00dfgruppe als verantwortungsbewusst, oder \u2013 etwas freier \u00fcbersetzt \u2013 positiv wahrgenommene Handlungsnorm in einer anderen Gro\u00dfgruppe auf das genaue Gegenteil in der Auffassung sto\u00dfen kann. Der Bereich der Ethik verl\u00e4uft dabei transversal zu allen Lebensbereichen des menschlichen Daseins und betrifft damit Recht und Gesetzgebung, das Familienleben, die Stellung des Einzelnen zur Gesamtheit, die Politik und nat\u00fcrlich auch die \u00d6konomie. Zusammengefasst betrifft Sie alle Bereiche die durch menschliches Handeln gepr\u00e4gt sind.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">M\u00f6chte man also einen aktiven Wandel herbeif\u00fchren, der sich im tats\u00e4chlichen Handeln widerspiegelt, muss diesem Wandel eine neue Ethik vorausgehen, aus der sich das k\u00fcnftige moralische Handeln ableiten l\u00e4sst. Hierin liegt der Kern des Gedankens, eine Wirtschaftsethik herauszustellen, die sich an unserem politischen Sittenverst\u00e4ndnis orientiert. Das Definieren einer nationalen Wirtschaftsethik f\u00fchrt also letztlich dazu, vorzugeben, wie die Handelsnorm des Wirtschaftens im Vergleich zur momentan g\u00fcltigen Handelsnorm auszusehen hat und diese dadurch Schritt f\u00fcr Schritt abzul\u00f6sen bzw. auszutauschen. Der Stellenwert dieser Aufgabe kann also nicht gro\u00df genug bemessen werden. Dieser Text soll einen kleinen Beitrag und Ansto\u00df dazu leisten.<\/span><\/p>\n<h2>Die heutige Wirtschaftsethik<\/h2>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Auf der Internetseite des \u201eInstitut der Deutschen Wirtschaft\u201c in K\u00f6ln hei\u00dft es:<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><em>\u201eDie Wirtschaftsethik zeigt Wege auf, wie Konflikte zwischen moralischen Forderungen der Gesellschaft und \u00f6konomischen Erfordernissen der Wirtschaft \u00fcberwunden werden k\u00f6nnen.\u201c<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\"><strong>[2]<\/strong><\/a> <\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Diese Aussage tr\u00e4gt bereits den Kern des heute vorherrschenden Problems in sich und dieses Problem resultiert aus der heute vorherrschenden Wirtschaftsethik. In der vorangestellten Aussage scheinen die gesellschaftlichen Forderungen teilweise kontr\u00e4r zu den wirtschaftlichen Erfordernissen zu stehen. Beides sind also getrennt voneinander zu betrachtende Subjekte, die wie im Rahmen einer Verhandlung gegeneinander abgewogen werden m\u00fcssen, um dann zu einem gemeinsamen Ergebnis zu gelangen, also der \u00dcberwindung des Konfliktes. Die \u201eWirtschaft\u201c wird hierbei als etwas f\u00fcr sich alleinstehendes betrachtet. Doch, welchen Sinn hat die Wirtschaft f\u00fcr sich genommen? Versteht man die Wirtschaft als die geordnete Gesamtheit aller Bereiche, welche f\u00fcr die Produktion der zur Befriedigung der menschlichen Lebensbed\u00fcrfnisse dienenden G\u00fcter sorgen, so kann man ihr eine Dienstleisterrolle zusprechen, welche sich einzig und allein an den menschlichen Anforderungen zu orientieren hat. Die Wirtschaft selbst stellt dabei keine Anforderungen, die Menschen definieren ihre Anforderungen und gestalten demgem\u00e4\u00df ihre Wirtschaft. Der Wirtschaft kommt bei dieser Betrachtung eine dienende Funktion zu. Genau dieser Punkt scheint jedoch in der heutigen Wirtschaftsethik, welche dem liberal-kapitalistischen Wirtschaftssystem zugrunde liegt, anders zu sein. Vielmehr dient hier der Mensch der Wirtschaft und ihren \u201eErfordernissen\u201c welche Sie aufstellt und welche schicksalsgegeben zu sein scheinen. Anders w\u00e4re es schlie\u00dflich nicht m\u00f6glich, dass die \u201eWirtschaft\u201c Erfordernisse aufstellt, da Sie eben naturgem\u00e4\u00df menschengemacht ist. <strong>Die Wirtschaft und ihre scheinbaren Erfordernisse den Menschen vorzuziehen, ist also ein wesentlicher Charakterzug der vorherrschenden Wirtschaftsethik.<\/strong> Doch welche Erfordernisse weist die Wirtschaft heute auf wenn Sie eben nicht mehr allein dazu dient die materiellen und ideellen Bed\u00fcrfnisse der Menschen zu befriedigen?<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Die Antwort ist schnell gefunden: <strong>Der Hauptzweck der heutigen Wirtschaftsordnung, dem Geldkapitalismus, ist die Erzielung von Kapitalrentabilit\u00e4t<\/strong>. Diese Kapitalrentabilit\u00e4t entsteht nat\u00fcrlich zwangsweise nur bei denen, die \u00fcberhaupt \u00fcber Kapital verf\u00fcgen. Die Tatsache, dass sich das Kapital in der heutigen Wirtschaft in den H\u00e4nden weniger konzentriert ist gemeinhin kein Geheimnis. Wie und warum es dazu kommt, f\u00fcr die meisten Menschen jedoch scheinbar schon. Ansonsten w\u00fcrden Sie diesem irrsinnigen Treiben l\u00e4ngst einen Riegel vorschieben. Diese Kapitalrentabilit\u00e4t ist das Grundgesetz des Kapitalismus. Kapitalismus ist Zinswirtschaft, denn Zinsen bedeuten auf der einen Seite Rendite, die jedoch auf der anderen Seite verdient werden muss. Es soll in dieser Abhandlung jedoch weniger auf die \u00f6konomischen Zusammenh\u00e4nge und Gesetze eingegangen werden, sondern eher auf die Leitlinien die dieser \u00f6konomischen Ausgestaltung zugrunde liegen. Dennoch wird im Weiteren kurz umrissen, wodurch sich diese den Mechanismen des Zinses unterliegende Wirtschaftsordnung auszeichnet.<\/span><\/p>\n<h2>Kapitalismus ist Zinswirtschaft<\/h2>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Die heutige Wirtschaftsordnung ist extrem zentralistisch und gro\u00dfr\u00e4umig organisiert. Unternehmen verschmelzen zu un\u00fcbersichtlichen Konzernkonglomeraten, die sich \u00fcber den gesamten Erdball erstrecken und nach globalen Absatzm\u00e4rkten trachten. Generell ist die Wirtschaft durch einen enormen Rationalisierungszwang und stetigen Konkurrenzkampf gepr\u00e4gt, welcher widerherum zu Wachstum und Rationalisierung verpflichtet. Es herrscht ein Verdr\u00e4ngungswettbewerb und kein organischer Aufbau in dem die kleinen Strukturen sinnvoll ineinander greifen. Vielmehr setzen sich naturwidrige Gro\u00dfstrukturen aufgrund ihrer Kapitalst\u00e4rke durch. Das dabei s\u00e4mtliche Ressourcen verschlie\u00dfen werden ist offensichtlich. Neben der Ware \u201eMensch\u201c, welche mittlerweile ebenfalls global verschiebbar geworden ist, erleidet insbesondere die Natur einen betr\u00e4chtlichen Raubzug. Das dereinst g\u00fcltige, aus der deutschen Forstwirtschaft stammende Prinzip der Nachhaltigkeit kann aufgrund des ewigen Wachstumszwanges nicht ber\u00fccksichtigt werden. Die Zinswirtschaft ist somit in allen ihren Auspr\u00e4gungen unnat\u00fcrlich. W\u00e4hrend sich sein Wesen durch die Zentralisierung auszeichnet, d.h. ein gr\u00f6\u00dftm\u00f6gliches Ma\u00df an Einfalt, ist die Natur kleinr\u00e4umig und vielf\u00e4ltig organisiert. Das menschliche Wesen zeichnet sich durch ein H\u00f6chstma\u00df an Kleinr\u00e4umigkeit aus. Viele kleine Organismen vervollst\u00e4ndigen sich zu einem gro\u00dfen Gesamtwerk, welches in der bisher h\u00f6chstentwickelten Spezies resultiert, wohingegen die Made, ein \u00e4u\u00dferst primitives Lebewesen, durch einen einzelnen Organismus gepr\u00e4gt ist, also sehr einf\u00e4ltig gestaltet ist. Dieses Prinzip der sich zu selbststeuernden Mechanismen verkn\u00fcpfenden Einheiten ist gemeinhin als Evolution bekannt. Das menschliche Gehirn ist ebenfalls kleinr\u00e4umig strukturiert. Experten formulieren dies gemeinhin als \u201eSteinzeit-Modus\u201c. So sind Menschen in der Regel nicht in der Lage wirklich enge, freundschaftliche Beziehungen zu mehr als 15 Personen zu pflegen. Das bekannten Netzwerk entfernterer Freunde steigt durchschnittlich auf maximal 150 Personen an.<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a> Wer auf Facebook 400 Freunde hat, wird in der Realit\u00e4t also aller Voraussicht nach nicht ann\u00e4hernd zu allen eine wirkliche, reelle Beziehung pflegen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Die zuvor beschriebenen Auspr\u00e4gungen des Kapitalismus sind selbstverst\u00e4ndlich kein Zufall, sondern Zinsverursacht. Das Geld w\u00e4chst aus sich heraus. Nach seiner selbstt\u00e4tigen Vermehrung (in der Realit\u00e4t geschieht dies durch Geldsch\u00f6pfung durch private Bankinstitute) sucht es nach renditebringenden Anlagem\u00f6glichkeiten. Da die regionalen und nationalen Grenzen schnell erreicht sind, sucht es nach immer gr\u00f6\u00dferen Wirtschafts- und Anlager\u00e4umen und zwingt auf der anderen Seite zu immer weiteren Einsparungen, Optimierungen und Konsolidierungen. Der Zins wirkt wie eine krebs\u00e4hnliche Wucherungszelle, die durch den Zinseszins-Effekt exponentiell w\u00e4chst. Eine Wachstumskurve die vom menschlichen Gehirn schwer nachvollzogen werden kann. Auf die Wirkungsweise und Krisenimmanenz des Kapitalismus wurde auf dieser Seite bereits mehrfach in deutlicherer Form eingegangen, weshalb an dieser Stelle das Problem des Zinses nicht weiter erl\u00e4utert wird. Entscheidender ist das ethische Prinzip welches zu diesem Mechanismus gef\u00fchrt hat bzw. ihn bis heute legitimiert. Erscheinungen wie die Freihandelstheorie Ricardos, welche zum Gesetz des niedrigsten Preises sowie globaler Produktion und Arbeitsteilung f\u00fchrt, sind nur das Resultat entsprechender Geisteshaltung, also entsprechender Ethik.<\/span><\/p>\n<h2>Eigennutz, Fortschritt und Leistungslosigkeit<\/h2>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Folgt man den Vertretern der liberalistischen Schule (bspw. Milton Friedman und den Chicago Boys) so beschw\u00f6ren diese den nat\u00fcrlich im Menschen vorhandenen Eigennutz als die Triebfeder jeglichen Handelns. Dieser Eigennutz f\u00fchre jedoch im weiteren Verlauf zu einer Hebung der Produktivit\u00e4t die widerherum der Allgemeinheit zugute komme.\u00a0 Dazu kann folgendes gesagt werden: Der Eigennutz ist etwas naturgegebenes, das zun\u00e4chst einmal weder als positiv noch als negativ zu bewerten ist. Es dient zuvorderst der eigenen Arterhaltung. Was bei den Tieren \u00fcber den Instinkt geregelt wird, kann beim Menschen \u00fcber den Verstand, aber auch Emotionen und Gef\u00fchle entschieden werden. Gibt man dem Menschen als Leitbild einen v\u00f6llig auf sich allein gestellten, durchweg egoistisch handelnden Menschen vor, so wird sich der Gro\u00dfteil der Menschen aller Voraussicht nach auch dementsprechend verhalten. Genau dieses Prinzip erkennen wir heute im Kapitalismus (wobei ber\u00fccksichtigt werden muss mit welcher Marketing-Maschinerie entsprechendes Handelnd heute postuliert wird). Der Eigennutz wird so insgesamt auf gemeinschaftssch\u00e4dliche Handlungsziele festgelegt. Durch den globalen Handlungsraum wird auch die Hemmschwelle, Entscheidungen zu treffen, die f\u00fcr andere Menschen zu einem (erheblichen) Nachteil f\u00fchren, immer weiter herabgesetzt. Man erinnere sich: Das menschliche Gehirn ist kleinr\u00e4umig strukturiert und kann die Auswirkungen von Entscheidungen am anderen Ende der Welt nur sehr geringf\u00fcgig nachvollziehen bzw. emotional einordnen. Dies w\u00fcrde im Falle einer Entscheidung, die das gesamte Nachbardorf betrifft, aller Voraussicht nach anders verlaufen (bspw. bei der Privatisierung des Trinkwassers). Diese Anschauung auf das menschliche Handeln ist eine zutiefst materialistische Anschauung. Jegliches menschliches Handeln wird hier rein \u00f6konomistisch bewertet. Idealistische Handlungen, die auf das Gemeinwohl zielen, werden nicht beachtet. Dies geht einher mit einer ungeb\u00e4ndigten Fortschrittsgl\u00e4ubigkeit, die es nicht erlaubt, sich in einem kontinuierlichen Kreislauf zu bewegen, sondern ausschlie\u00dflich Pfeilf\u00f6rmig aufw\u00e4rts zu treiben. Neben diesem erzwungenen Fehlverhalten, n\u00e4mlich dem fehlgeleiteten Eigennutz, tr\u00e4gt das System der Zinswirtschaft eine weitere ethische Verfehlung in sich.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Es ist das Prinzip des leistungslosen Einkommens. Der Zins f\u00fchrt zu einer mechanischen Umverteilung von Eigentumsverh\u00e4ltnissen. Auf der Seite des Kapitalgebers, dem Kapitalisten, f\u00fchrt er zur Rendite, wohingegen auf der Seite des Kapitalnehmenden, dem Zinsgeber, immer mehr erwirtschaftet werden muss, um neben der Zinslast noch eine eigene Profitabilit\u00e4t zu gew\u00e4hrleisten. Da die Anzahl der Kapitalgebenden die Anzahl der Kapitalnehmenden \u00fcbersteigt, kommt es zur Akkumulation von Verm\u00f6genswerten auf der kleineren Seite. Diese Minderheit ist durch ihr Verleihgesch\u00e4ft nicht mehr dazu gen\u00f6tigt, selber produktiv Werte zu sch\u00f6pfen. Sie sch\u00f6pft nur Geld, welches dann wieder gewinnbringend angelegt werden muss. Doch dem Geld muss ein Gegenwert entspringen, ansonsten ist es nicht mehr wert, als das Papier und die Farbe, die zu seiner Herstellung notwendig waren. Da Geld f\u00fcr sich genommen also keinen Wert darstellt, ist das Gesch\u00e4ft des Kapitalgebers, des Geldverleihers, ein nicht wertsch\u00f6pfendes Gesch\u00e4ft und daher leistungslos. Das Perfide dabei ist, dass der Gro\u00dfteil der Menschen diese Form des \u201eWirtschaftens\u201c heutzutage als erstrebenswert betrachtet. Obwohl Sie diejenigen sind, die gleich dem Hamster im Rad st\u00e4ndig auf der Stelle treten, tr\u00e4umen Sie selbst vom \u201em\u00fchelosen Einkommen\u201c und dem Gedanken, ihr Geld f\u00fcr Sie \u201earbeiten\u201c zu lassen, wie es Ihnen die Reklame ihrer Banken vorschw\u00e4rmt. \u00c4hnliches Gedankengut offenbart sich auch in der immer breiter gef\u00fchrten Debatte zum \u201ebedingungslosen Grundeinkommen\u201c. Diese Ethik der \u00fcberh\u00f6hten Ich-Sucht bedarf eines Ersatzes.<\/span><\/p>\n<h1><strong>Eine nationale Wirtschaftsethik \u2013 Das Prinzip der raumorientierten Volkswirtschaft <\/strong><\/h1>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Es ist zuvor bereits einiges dar\u00fcber geschrieben worden, warum der Kapitalismus naturwidrig ist und welche negativen Folgeerscheinungen er hervorruft. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit eines Gegenmodells. Dieses findet sich im Prinzip der raumorientierten Volkswirtschaft wieder.<\/span><\/p>\n<h2>Das Bauernhof-Prinzip: Vom Eigenbedarf \u00fcber das Gewerbe zum \u00dcberschuss<\/h2>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Der Begriff der \u00d6konomie leitet sich aus dem griechischen \u201eOikos\u201c ab, was im antiken Griechenland die Haus- und Wirtschaftsgemeinschaft repr\u00e4sentierte, die den Lebensmittelpunkt bildete. Neben dem Begriff der \u00d6konomie leitet sich auch die \u00d6kologie aus diesem Wortstamme her. Im Zentrum des Oikos stand der Wirtschaftshof, in dem das auf dem Land Erwirtschaftete verarbeitet und f\u00fcr Notzeiten gelagert wurde. Die Wirtschaft des Oikos war so in erster Linie auf\u00a0<a href=\"https:\/\/de.m.wikipedia.org\/wiki\/Autarkie\">Autarkie, also Eigenversorgung aus dem eigenen Anbau<\/a>,\u00a0ausgerichtet. Dieser war selbstverst\u00e4ndlich r\u00e4umlich begrenzt und an die Hofbewohner und angebundenen Familien gekn\u00fcpft. \u00d6konomie leitet sich also auch w\u00f6rtlich vom Prinzip des \u201eHaushaltens\u201c ab, wobei man beim Haushalten eben nur ein bestimmtes Ma\u00df an M\u00f6glichkeiten vorfindet, d.h. in seinen Ressourcen beschr\u00e4nkt ist. Das \u201eBauernhof-Prinzip\u201c greift diesen Gedanken auf und verwandelt ihn in eine grunds\u00e4tzliche Wirtschaftsauffassung.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Man stelle einen Bauernhof in das Zentrum des menschlichen Lebens, der den gleichzeitigen Ausgangspunkt f\u00fcr das menschliche Wirtschaften darstellt. Eine Herdst\u00e4tte war gemeinhin immer der Bezugspunkt menschlichen Lebens.\u00a0 Diese Herdst\u00e4tte sorgt f\u00fcr den Erhalt der Hofbewohner, in dem diese f\u00fcr ihren Eigenbedarf wirtschaften, d.h. G\u00fcter erzeugen. Da alle Familien \u00fcber eine Herdst\u00e4tte verf\u00fcgen, kommt es zu einer regionalen Eigenbedarfsdeckung. Mit steigendem Wohlstand steigt auch die Anzahl der Hofbewohner an, sodass nicht mehr gen\u00fcgend Platz auf dem Hof ist und ein Komplement\u00e4rgewerbe gegr\u00fcndet wird. Hofbewohner ziehen vom Hof und bet\u00e4tigen sich in einem Gewerbe, welches zum Tausch mit dem Hofgewerbe erm\u00f6glicht. Der nationale Handelsraum ist begr\u00fcndet. Durch die Zunahme der Produktivit\u00e4t und eine organische Arbeitsteilung wird ein \u00dcberschuss erwirtschaftet. Dieser geht an den H\u00e4ndler, welcher befugt ist das \u00fcber den Eigenbedarf hinaus Erwirtschaftete zu vertreiben. Die Gro\u00dfraumwirtschaft und der Au\u00dfenhandel sind geboren. Organisch w\u00e4chst die raumgebundene Wirtschaft vom Bauernhof \u00fcber die Zuliefererbetriebe zum Absatzhandel von der kleinen zur gro\u00dfen Einheit. Dabei vollzieht sich das Wachstum vertikal und nicht horizontal, d.h. geographisch verl\u00e4uft es nicht imperialistisch, da es nicht in die Wirtschaftsr\u00e4ume anderer V\u00f6lker hineinw\u00e4chst. Es ist ein Leistungsaustausch, der auf dem eigens Erwirtschafteten und Entbehrlichen beruht. Dieses dreistufige Prinzip ist das Prinzip der raumorientierten Volkswirtschaft. An erster Stelle steht die Deckung des Eigenbedarfes. Der ethische Grundsatz ist das Prinzip der Gen\u00fcgsamkeit und das Bewusstsein, dass alles dar\u00fcber hinaus Erwirtschaftete Luxus ist, dessen Erschaffung stets gew\u00e4gt werden muss.<\/span><\/p>\n<h2>Exkurs: Autarkie und Selbstbestimmung gegen das Gesetz des \u201eniedrigsten Preises\u201c<\/h2>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Das Prinzip der Autarkie zielt in erster Hinsicht auf die eigene Sicherheit und Unabh\u00e4ngigkeit der Volkswirtschaft ab. Es ist dabei wichtig hervorzuheben, dass Autarkie nicht mit Isolation gleichzusetzen ist. Die Gro\u00dfraumautarkie besteht nicht darin, sich stur von der Au\u00dfenwelt abzuschotten, sondern beruht auf dem Prinzip der Kontingentierung. Dies bedeutet, dass der Wirtschaftsraum seine Einfuhren auf Waren beschr\u00e4nkt, die er selbst nicht herstellen oder produzieren kann. Der internationale Handel wird demnach nicht untersagt, sondern mit dem Ziel gedrosselt, die politische Unabh\u00e4ngigkeit zu erreichen und die eigene Volkswirtschaft zu sch\u00fctzen. Sie ist die Grundvoraussetzung f\u00fcr einen Au\u00dfenhandel auf Augenh\u00f6he. Das Prinzip der globalen Arbeitsteilung auf Basis des \u201eniedrigsten Preises\u201c l\u00e4sst den Faktor der Erpressbarkeit und Abh\u00e4ngigkeit (bspw. die Gefahr durch Embargos) vollkommen au\u00dfer Acht. Zudem wird der vermeintlich \u201eniedrige Preis\u201c durch externe, negative Faktoren im Nachhinein mehrheitlich teuer bezahlt (bspw. Umweltverschmutzung durch Billigproduktion in Niedriglohnl\u00e4ndern). Das Autarkie-Prinzip f\u00f6rdert die menschliche Selbstgen\u00fcgsamkeit und reduziert den Verbrauch. Sie ist somit nachhaltig.<\/span><\/p>\n<h2>Die Ethik der Arbeit<\/h2>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Das Prinzip der Eigenherstellung zu vermeintlich h\u00f6heren Kosten ist streng an den Faktor der Arbeit gekoppelt. Hierin offenbart sich ein weiterer Pfeiler der nationalen Wirtschaftsethik. M\u00fchelos Einkommen zu erhalten ist im System der raumorientierten Volkswirtschaft verp\u00f6nt. Der Wert des Geldes repr\u00e4sentiert sich einzig und allein durch den Faktor der Arbeit und damit der Leistung. Das Geld wird seiner Funktion als Ware entbunden und dient ausschlie\u00dflich als Tauschmittel im Wechsel gegen Leistung. Auf dieser Basis entsteht ein Miteinander, dass die Arbeit als konstituierenden Faktor seines Wesens definiert. Entgegen des Prinzips des ewigen Wettstreites (Jeder gegen Jeden) stellt die neue Ethik den Leitsatz \u201eGemeinnutz geht vor Eigennutz\u201c in den Mittelpunkt ihres Handelns. Die Einsicht, dass die Gesamtheit mehr als die Summe ihrer Einzelteile ist, f\u00fchrt dazu den nat\u00fcrlich vorhandenen Egoismus positiv nutzbar zu machen. Nat\u00fcrlich alles unter der Ber\u00fccksichtigung der menschlichen F\u00e4higkeit zur Kooperation, welche ihm den entscheidenden evolution\u00e4ren Vorteil gegen\u00fcber anderen Spezies bescherte. Ein derartiges Bewusstsein verbietet von sich aus bereits ein Wetten auf Kosten der Zuk\u00fcnftigen, wie es jedes Kreditgesch\u00e4ft zwangsl\u00e4ufig darstellt und wof\u00fcr die heutige Wirtschaftsverfassung ein gl\u00fchendes Beispiel ist. Zudem offenbart diese Ethik eine Geisteshaltung, welche dem materiellen Ansatz den ideellen Ansatz gegen\u00fcberstellt. Die Wirtschaft richtet sich an den Erfordernissen ihrer Menschen aus. Zudem dominieren nicht der Preis und Absatzmarkt ihre Geschicke, sondern der Bedarf. Jeder, der schon einmal mit den eigenen H\u00e4nden etwas geschaffen hat, wei\u00df, dass dies einen unglaublich befriedigenden Moment darstellt, der nat\u00fcrlicherweise zu einer Gen\u00fcgsamkeit f\u00fchrt. Den Kern dieses Aufeinandertreffens von materieller und ideeller Anschauung hat Werner Sombart in seinem Werk \u201eH\u00e4ndler und Helden\u201c sehr sch\u00f6n herausgearbeitet. Hierin bezieht er sich insbesondere auf den zu damaliger Zeit vorherrschenden Manchester-Kapitalismus des Britischen Empire, welcher einzig und allein auf dem h\u00e4ndlerisch-materialistischen Prinzip fu\u00dfte.<\/span><\/p>\n<h2>Schlussfolgerung: Die neue Wirtschaftsethik<\/h2>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Dem vorherrschenden politischen System liegt eine Ethik zugrunde, die den Wert der Einzelpers\u00f6nlichkeit ins Unermessliche erh\u00f6ht. Aus ihren Normen leitet sich eine Moral her, deren Handeln schlussendlich zum Schaden aller Beteiligten f\u00fchrt. Das (teilweise erzwungene) Profitstreben und die Anschauung der leistungslosen Rendite verlangen auf der anderen Seite einen radikalen Einschnitt, welcher sich in Form von Zw\u00e4ngen, Rationalisierung, permanenten Wettbewerbsdruck, Klassenbildung sowie Natur- und Umweltzerst\u00f6rung \u00e4u\u00dfert. Das System hat die Vorzeichen so ge\u00e4ndert, dass die Menschen der Wirtschaft bzw. denen, die aufgrund ihrer Verm\u00f6gensverh\u00e4ltnisse die Wirtschaft lenken, zu dienen haben und nicht andersherum. Um diesen Zustand und die mit ihm verbundenen Auswirkungen aufzul\u00f6sen, bedarf es zun\u00e4chst einer neuen Wirtschaftsethik, aus der sich moralische Weisen ableiten lassen, die das Gemeinwohl nicht gef\u00e4hrden.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Diese neue Wirtschaftsethik fundiert den Gegenentwurf zur Zinswirtschaft: Den Gegenentwurf der raumorientierten Volkswirtschaft. Basierend auf dem Prinzip des Haushaltens, der Sittsamkeit, der Gen\u00fcgsamkeit und des organischen Wachstums in vertikaler Richtung, garantiert sie den nachhaltigen Aufbau eines an den Bed\u00fcrfnissen der Menschen ausgerichteten Wirtschaftssystems. Die Arbeit als einigendes Element aller an der Volkswirtschaft beteiligten Akteure beugt dem Prinzip des m\u00fchelosen Einkommens vor. Anstelle eines materialistischen Handelns, welches sich am Gesetz des \u201eniedrigsten Preises\u201c orientiert inklusive aller negativen Folgeerscheinungen, steht die ideale Haltung des Eigenbedarfs und der Nachhaltigkeit. Regionalismus und eine dezentrale Organisation sichern den organischen Aufbau und f\u00f6rdern ein verantwortungsbewusstes Handeln, welches sich nicht hinter der Anonymit\u00e4t globaler Akteure verstecken kann. Die nationale Wirtschaftsethik stellt den radikalen Gegenentwurf zur gegenw\u00e4rtigen Wirtschaftsethik und der ihr immanenten un\u00fcberbr\u00fcckbaren Spannung zwischen Mensch und Kapital dar und verfestigt sich in der politischen Forderung nach einer raumorientierten Volkswirtschaft.<\/span><\/p>\n<h2>Verweise<\/h2>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> https:\/\/www.duden.de\/suchen\/dudenonline\/ethik<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> https:\/\/www.iwkoeln.de\/themen\/verhaltensoekonomik-und-wirtschaftsethik\/wirtschaftsethik.html<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> http:\/\/rstb.royalsocietypublishing.org\/content\/367\/1599\/2192<\/span><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jedes politische System verf\u00fcgt \u00fcber ein eigenes Wertesystem. 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