{"id":1371,"date":"2018-11-05T13:27:17","date_gmt":"2018-11-05T12:27:17","guid":{"rendered":"https:\/\/gegenstrom.org\/?p=1371"},"modified":"2020-02-04T12:43:03","modified_gmt":"2020-02-04T11:43:03","slug":"die-wahl-in-brasilien-und-ihre-bedeutung-fuer-uns","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gegenstrom.org\/en\/die-wahl-in-brasilien-und-ihre-bedeutung-fuer-uns\/","title":{"rendered":"Die Wahl in Brasilien und ihre Bedeutung f\u00fcr uns"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><em>Der nachfolgende Text stammt von <strong>Wolfgang Bendel<\/strong>, einem heute in Brasilien lebenden Deutschen, der die Entwicklungen der letzten Monate in Brasilien hautnah miterlebte. Bendel, der bereits mehrfach auch auf diesem Blog schrieb, schildert im Folgenden seine Eindr\u00fccke bis hin zum \u00fcberraschenden Wahlsieg des rechten Kandidaten Bolsonaro zum brasilianischen Pr\u00e4sidenten. Bereits sein Buch \u201eDer phantastische Kontinent\u201c, war nicht nur ein Reisebericht \u00fcber Lateinamerika, sondern eine Schrift mit politischem Biss. Seine neueste Streitschrift \u201eAristokratie\u201c ist im <a href=\"https:\/\/www.jungeuropa.de\/detail\/index\/sArticle\/181\/sCategory\/37\">Jungeuropa-Verlag<\/a>\u00a0 zu erhalten. Die Redaktion<\/em><\/span><\/p>\n<p><strong><span style=\"font-size: 14pt;\">Die Wahl des pensionierten Hauptmanns (&#8222;capit\u00e3o&#8220;) der Streitkr\u00e4fte Jair Messias Bolsonaro zum 38. Pr\u00e4sidenten Brasiliens kam in Westeuropa f\u00fcr viele vollkommen unerwartet und erregte betr\u00e4chtliches Aufsehen. In Brasilien, dem f\u00fcnftgr\u00f6\u00dften Land der Erde war die \u00dcberraschung hingegen wesentlich geringer, denn dass er wenigstens in die Stichwahl kommen w\u00fcrde, war erwartet worden. Dass er sie hingegen auch noch deutlich gewinnen k\u00f6nnte, wurde erst in den letzten Wochen der Wahlkampagne immer wahrscheinlicher.<\/span><\/strong><\/p>\n<h2>Jair Bolsonaro: Eine Kurzvita<\/h2>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Zun\u00e4chst aber einige biographische Daten \u00fcber Bolsonaro, der am 1. Januar 2019 offiziell sein Amt antreten und den Amtseid ablegen wird. Er wurde 1955 im Bundesstaat S\u00e3o Paulo geboren und ist Hauptmann der Fallschirmspringer. Er war dreimal verheiratet und hat insgesamt f\u00fcnf Kinder, darunter eine Tochter mit seiner jetzigen Frau. Die drei S\u00f6hne aus erster Ehe sind ebenfalls politisch aktiv und zwar sehr erfolgreich. Bei den gleichzeitig stattfindenden Parlamentswahlen erzielte Eduardo Bolsonaro beispielsweise das beste Stimmenergebnis der brasilianischen Geschichte (!), n\u00e4mlich mehr als 1,8 Millionen Stimmen. Bolsonaros Vorfahren stammen mehrheitlich aus Italien, es ist aber auch ein deutscher Vorfahr darunter. Sein Urgro\u00dfvater hie\u00df Carl Hintze und stammt aus Hamburg.<\/span><\/p>\n<h2>Das Jahr der Entscheidung: Eine \u00fcberraschende Wende, die Schule machen k\u00f6nnte<\/h2>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Warum aber kam die Wahl Bolsonaros f\u00fcr viele in Europa so sehr \u00fcberraschend? Da d\u00fcrfen sich alle ganz herzlich bei den hiesigen Wahrheitsmedien bedanken, die bis zum letzten Moment gezielt Falschmeldungen \u00fcber die brasilianische Wahlbewegung verbreiteten. Nur ein Beispiel. Eine Woche vor der Stichwahl demonstrierten Hunderttausende, m\u00f6glicherweise sogar eine Million Brasilianer an bis zu 200 verschiedenen Orten und St\u00e4dten f\u00fcr Bolsonaro. Die deutschen Qualit\u00e4tsmedien machten daraus &#8222;einige Tausend&#8220;, nat\u00fcrlich sehr wenig in einem Land, das inzwischen mehr als 200 Millionen Einwohner z\u00e4hlt. L\u00fcgen haben bekanntlich kurze Beine, wobei die Beine der hiesigen L\u00fcgenpresse nur noch kleinen Stummeln entsprechen. Es w\u00fcrde mich wirklich interessieren, was man mit solchen\u00a0\u00a0 Falschmeldungen erreichen will. Man f\u00fchrt ja auch die eigene Klientel bewusst in die Irre, die dann am Wahltag aus allen Wolken f\u00e4llt. Vor allem dann, wenn aus den &#8222;einigen tausend&#8220; Demonstranten pl\u00f6tzlich knapp 58 Millionen W\u00e4hler werden. Wie dem auch sei, die Dummheit der Linken ist hier nicht das Thema.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">In Brasilien kommt man mit solchen Scherzen nat\u00fcrlich nicht weiter, da zu viele Leute pers\u00f6nlich oder \u00fcber die sozialen Netzwerke mitbekamen, was auf den Stra\u00dfen wirklich los war. Dass Bolsonaro in die Stichwahl kommen w\u00fcrde, war, wie gesagt, seit Monaten klar gewesen und allgemeiner Konsens. Allerdings dachten viele, darunter auch ich, das Beispiel Le Pen und Macron im Ged\u00e4chtnis, dass er diese verlieren w\u00fcrde. Aber unfreiwillige Hilfe kam dann, wie in letzter Zeit immer h\u00e4ufiger, von linker Seite. Ich konzentriere mich auf zwei Beispiele. Beim ersten Wahlgang kam Bolsonaro bereits auf \u00fcber 46% der Stimmen, ein Ergebnis, das deutlich \u00fcber den Meinungsumfragen lag. Die Linke geriet in Panik, und Panik ist nie ein guter Ratgeber. Bolsonaro sei von &#8222;Faschisten&#8220;, &#8222;Nazis&#8220; und &#8222;Rassisten&#8220; gew\u00e4hlt worden, wurde getobt. Dazu gab es im ganzen Land Demonstrationen von Frauen, die unter dem Thema #Elen\u00e3o (Er nicht) gegen Bolsonaro protestierten. Darunter auch &#8222;Femen&#8220;, die ihren nackten K\u00f6rper mit infantilen Spr\u00fcchen beschmierten und ihre Notdurft in aller \u00d6ffentlichkeit auf Bildern verrichteten, die Fotos von Bolsonaro zeigten. Bei der n\u00e4chsten Umfrage zeigte sich dann das Ergebnis dieser Heldentaten. Bolsonaro sprang, was die Zustimmung bei Frauen betrifft, gleich um sechs Prozentpunkte nach oben. Die durchschnittliche brasilianische Frau kann sich eben nicht f\u00fcr Personen begeistern, die nackt im Freien def\u00e4kieren oder urinieren. Auch das Nazigeschrei entwickelte sich zum Rohrkrepierer, da sich die solcherart Beschimpften schlicht nicht angesprochen f\u00fchlten. Im Gegenteil, durch diesen verbalen Amoklauf immunisierte die Linke die W\u00e4hler Bolsonaros gegen etwaige Versuchungen, im zweiten Wahlgang seinen linken Gegenkandidaten zu w\u00e4hlen.<\/span><\/p>\n<h2>Gr\u00fcnde f\u00fcr den Wahlsieg<\/h2>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Warum aber gewann ein Kandidat, der seit Jahrzehnten ein weitgehend isolierter Abgeordneter war und \u00fcber keinerlei Basis verf\u00fcgte? Er konnte sich nicht auf einen Parteiapparat st\u00fctzen (die PSL, die Partei Bolsonaros, war eine Kleinstpartei, die bisher genau einen Abgeordneten im Parlament stellte. Daraus wurden nach der Wahl dann 56!), verf\u00fcgte nicht \u00fcber nennenswerte finanzielle Mittel\u00a0 und hatte s\u00e4mtliche gesellschaftlich relevanten Kr\u00e4fte gegen sich. Hinzu kam, dass Bolsonaro nur 8 Sekunden Wahlwerbung im Fernsehen zugestanden wurde, der PT gleich 15 Minuten. Die aus Deutschland sattsam bekannte \u201cabgestufte Chancengleichheit\u201d.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Entscheidend d\u00fcrfte gewesen sein, dass er eindeutig, prinzipienfest und kompromisslos Position gegen die linke PT und ihr Umfeld bezog, die Brasilien in den Jahrzehnten ihrer Herrschaft in ein beispielloses Korruptionschaos gef\u00fchrt hatte. Hinzu kam eine massive Wirtschaftskrise seit 2014, auf die die PT \u00fcberhaupt nicht oder mit abwiegelnden Spr\u00fcchen reagiert hatte. Die Leute haben schlicht kein Geld mehr und jetzt ausgerechnet von der PT Rettung zu erwarten, die die Hauptverursacherin der Krise war, wurde nur noch von denjenigen geglaubt, die immer alles abnicken, was die Obrigkeit erz\u00e4hlt. Zum Gl\u00fcck ist das im Gegensatz zu Deutschland in Brasilien eine Minderheit.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Der Wahlkampf erinnerte an den von Trump in den USA. Medien, etablierte Politiker, &#8222;K\u00fcnstler&#8220;, &#8222;Intellektuelle&#8220;, fast alle Werkt\u00e4tigen aus dem Erziehungsbereich, die katholische Amtskirche und die Nichtregierungsorganisationen, die in der Regel zu Nebenorganisationen der PT verkommen sind, hetzten ohne Unterbrechung in den schrillsten T\u00f6nen gegen Bolsonaro. Dieser blieb cool und erwiderte, er werde konsequent gegen die allseitige Korruption vorgehen, hysterisches Geschrei hin oder her. H\u00f6hepunkt der Hetze und vor allem deren Resultat war dann ein missgl\u00fcckter Mordanschlag noch vor dem ersten Wahlgang auf Bolsonaro. Der T\u00e4ter, langj\u00e4hriges Mitglied der linksextremen Partei PSOL, versuchte Bolsonaro w\u00e4hrend einer Wahlkampfkundgebung auf offener Stra\u00dfe zu erstechen. Die Hintergr\u00fcnde sind noch nicht aufgekl\u00e4rt, aber vieles spricht daf\u00fcr, dass bei der Tat kriminelle und politisch Motive zusammenwirkten. Eine Aufkl\u00e4rung, wer die Hinterm\u00e4nner bzw. wohl eher &#8222;Hinterfrauen&#8220; (die Hinweise verdichten sich, dass die kommunistische Kandidatin zur Vizepr\u00e4sidentschaft von Bolsonaros Gegner Haddad ihre Finger im Spiel hatte) waren, d\u00fcrfte erst m\u00f6glich sein, sobald Bolsonaro sein hohes Amt angetreten haben wird. Aber auch dieser Stich ging sozusagen nach hinten los, denn Bolsonaro war auf einen Schlag brasilienweit bekannt.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Unbedingt erw\u00e4hnen sollte man noch, dass Millionen von Brasilianern den Wahlkampf von Bolsonaro unterst\u00fctzen &#8211; und zwar aus freien St\u00fccken und ohne jede Form von Bezahlung. Das war insofern einmalig, da in Brasilien Wahlhelfer von ihren Kandidaten finanzielle Gegenleistungen erwarten. Dieses Verhalten verwirrte die Gegenseite so sehr, dass man von Gro\u00dfspendern halluzinierte, die die Kampagne von Bolsonaro auf illegale Weise finanzieren w\u00fcrden. Die Folha de S\u00e3o Paulo, in ihrer stumpfsinnigen Hetze gegen alle, die nicht links sind, mit der S\u00fcddeutschen Zeitung vergleichbar, publizierte einen entsprechenden Artikel, ohne auch nur den Versuch zu machen, daf\u00fcr den geringsten Beweis zu erbringen. In Westeuropa wurde daraus dann die Schlagzeile &#8222;Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Bolsonaro wegen illegaler Spenden&#8220; gemacht.\u00a0 Von mir aus, erz\u00e4hlt, was ihr wollt. Ihr bel\u00fcgt nur Euer eigenes Klientel und Euch selbst.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Nachdem also ein Mordversuch, Hetze, L\u00fcge, Verleumdung und \u00e4hnlich unappetitliche politische Verirrungen an der robusten Gesundheit und intransigenten Haltung Bolsonaros abgeprallt waren, verlegte sich die PT kurzzeitig darauf, das Programm von Bolsonaro scheinbar zu kopieren.\u00a0 Dies l\u00f6ste bei den Beobachtern der Szene eher Erheiterung aus und wurde kurz vor der Wahl auch wieder beendet und durch eine noch schrillere Hetzkampagne ersetzt. Alles umsonst, wie das Ergebnis zeigte.<\/span><\/p>\n<h2>Die rechte Alternative: Kurzer Auszug des Programms Bolsonaros<\/h2>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">An dieser Stelle eine kleine Auswahl von Bolsonaros Programmpunkten, kurz kommentiert.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">&#8211; Recht auf den Besitz von Waffen f\u00fcr gesetzestreue B\u00fcrger. Bislang hatten neben den in der Regel \u00fcberforderten Sicherheitsorganen nur Kriminelle de facto das &#8222;Recht&#8220;, Waffen zu tragen, nicht aber der Normalb\u00fcrger.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">&#8211; Schutz der traditionellen Familienwerte. Gegen den Genderirrsinn. Dies trug ihm den Vorwurf ein, &#8222;frauenfeindlich&#8220; zu sein.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">&#8211; Abbau b\u00fcrokratischer H\u00fcrden bei der Gr\u00fcndung neuer Unternehmen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">&#8211; Abschaffung der Rassenquoten an Universit\u00e4ten. Der Zugang zu \u00f6ffentlichen Universit\u00e4ten ist nur entlang rassischer Quoten m\u00f6glich. Um zu vermeiden, dass sich Wei\u00dfe oder Asiaten als &#8222;Schwarze&#8220; oder &#8222;Mulatten&#8220; ausgaben, wurde vor kurzem allen Ernstes eine f\u00fcnfk\u00f6pfige Kommission eingerichtet, die im Zweifelsfall die &#8222;Rassereinheit&#8220; eines Kandidaten \u00fcberpr\u00fcfen soll. Mehr Rassismus geht nicht. Solche Ausw\u00fcchse will Bolsonaro abschaffen, was ihm (!) den Vorwurf eintrug, Rassist zu sein.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">&#8211; Gutes Verh\u00e4ltnis zu den USA unter Trump und Israel. Die proisraelische Haltung Bolsonaros und weiter Teile\u00a0 der brasilianischen Rechten kann man aus deutschem oder westeurop\u00e4ischem Blickwinkel\u00a0 nicht verstehen. Es ist ein Versuch, Brasilien aus der \u00fcberlebten Dritte-Welt-Romantik herauszuholen und in der Welt von heute ankommen zu lassen. Also statt Solidarit\u00e4t mit Kuba, Angola und Venezuela Zusammenarbeit mit hochentwickelten L\u00e4ndern, zu denen auch Israel geh\u00f6rt. Hinzu kommt, dass Bolsonaro in der Endphase des Wahlkampfes von vielen Evangelikalen unterst\u00fctzt wurde und ganz ohne Verb\u00fcndete schafft es auch ein Bolsonaro nicht, brasilianischer Pr\u00e4sident zu werden.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">&#8211; Konsequente Bek\u00e4mpfung der Korruption. Dies ist sicher der Punkt, vor dem nicht nur brasilianische Kleptomanen am meisten Angst haben, sondern vor allem der politisch-juristisch-mediale Komplex in vielen westlichen Staaten, denn das brasilianische Beispiel k\u00f6nnte Schule machen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Genauere Informationen zur Programmatik Bolsonaros, die ich hier aus Platzgr\u00fcnden nicht weiter darstellen kann, findet man u.a. <a href=\"http:\/\/www.pslnacional.org.br\">submitted<\/a> and <a href=\"http:\/\/www.jairbolsonaro17.com.br\">hier.<\/a><\/span><\/p>\n<h2>Was die Rechte von Bolsonaro lernen kann<\/h2>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Was k\u00f6nnen wir aus dem Sieg Bolsonaros lernen, der in vielem dem Aufstieg Trumps gleicht?<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">&#8211; Millionen \u00fcberzeugte, k\u00e4mpferische und entschlossene Menschen sind immer noch st\u00e4rker als alle Macht und alles Geld der Welt.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">&#8211; Um die eigenen Anh\u00e4nger durchgehend motivieren zu k\u00f6nnen, darf man keinesfalls dem Gegner Zugest\u00e4ndnisse machen und w\u00e4hrend des Wahlkampfes feige zur\u00fcckweichen in der illusion\u00e4ren Hoffnung, eine imagin\u00e4re Mitte an sich zu binden.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">&#8211; Die sozialen Medien, von Linken erfunden, entwickeln sich immer mehr zur Waffe gegen sie selbst und ihren Wahn, eine totalit\u00e4r kontrollierte Welt zu schaffen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">&#8211; Nur wer ganz genau wei\u00df, was er will und wie er sein Ziel erreichen wird, kann erwarten, dass ihm andere folgen. 2014 entschloss sich Bolsonaro, 2018 f\u00fcr das Pr\u00e4sidentenamt zu kandidieren. Zun\u00e4chst von kaum jemandem ernst genommen, zog er seinen Plan unbeirrt durch. Dabei half ihm neben der katastrophalen Bilanz der PT Regierungen nat\u00fcrlich auch die verschwommene und nichtssagende Politik der traditionellen Opposition, die man bestenfalls als PT \u201clight\u201d bezeichnen kann.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">&#8211; Wahlen und damit Macht und Einfluss gewinnt man nicht, indem man die Reinheit der Lehre propagiert, sondern seine Politik geschmeidig den jeweiligen Zust\u00e4nden anpasst, OHNE dabei freilich in opportunistisches Fahrwasser zu geraten. Politische Kunst hei\u00dft, dass man\u00a0 den schmalen Grat zwischen Sektierertum einerseits und Beliebigkeit andererseits begehen kann, ohne auf einer der beiden Seiten herunterzufallen. Obwohl er kein gro\u00dfer Ideologe ist, Bolsonaro selbst betont immer wieder, dass seine F\u00e4higkeiten begrenzt sind, schaffte der neue brasilianische Pr\u00e4sident das schier Unm\u00f6gliche.\u00a0 Fast im Alleingang setzte er sich gegen eine Welt erbitterter Feinde durch, die zurecht um den Verlust ihrer Privilegien f\u00fcrchteten. Millionen Brasilianer verstanden das, was mich ehrlich gesagt \u00fcberraschte. Hoffentlich werden das die Deutschen und andere Westeurop\u00e4er auch noch verstehen. Bevor es endg\u00fcltig zu sp\u00e4t ist.<\/span><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der nachfolgende Text stammt von Wolfgang Bendel, einem heute in Brasilien lebenden Deutschen, der die Entwicklungen der letzten Monate in Brasilien hautnah miterlebte. Bendel, der bereits mehrfach auch auf diesem Blog schrieb, schildert im Folgenden seine Eindr\u00fccke bis hin zum \u00fcberraschenden Wahlsieg des rechten Kandidaten Bolsonaro zum brasilianischen Pr\u00e4sidenten. 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