{"id":1340,"date":"2018-10-25T21:36:47","date_gmt":"2018-10-25T19:36:47","guid":{"rendered":"https:\/\/gegenstrom.org\/?p=1340"},"modified":"2020-02-04T12:46:17","modified_gmt":"2020-02-04T11:46:17","slug":"karl-marx-und-die-neue-rechte-vom-versuch-einer-kapitalismuskritik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gegenstrom.org\/en\/karl-marx-und-die-neue-rechte-vom-versuch-einer-kapitalismuskritik\/","title":{"rendered":"Karl Marx und die Neue Rechte \u2013 Vom Versuch einer Kapitalismuskritik"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><em>Bei dem nachfolgenden Text handelt es sich um eine Stellungnahme von dem Wirtschaftswissenschaftler Peter Steinborn, der sich hier als Vertreter des Arbeitskreises f\u00fcr Politische \u00d6konomie, welcher dem Institut MetaPol inbegriffen ist, zu Wort meldet. Der Arbeitskreis besch\u00e4ftigt sich mit Fragen zu wirtschafts- und finanzpolitischen Aspekten. Der Arbeitskreis besteht aus \u00d6konomen und Unternehmern, die sich der Analyse wirtschaftlicher Prozesse sowie der \u00dcberlegung alternativer Wirtschaftsmodelle widmen. <\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Im Jubil\u00e4umsjahr von Karl Marx hat sich nun auch die Rechte zu dem Verfasser des <em>Kapitals<\/em> ge\u00e4u\u00dfert. In der Marx-Exegese <em>Marx von rechts<\/em> beziehen sich Benedikt Kaiser, Alain de Benoist und Diego Fusaro auf Teile seines Werkes und provozieren dabei offensichtlich Fragmente der deutschen Linken, die ohnehin mit wenigen Ausnahmen vom kapitalismuskritischen \u201ealten\u201c Marx abgekommen scheinen und sich in den letzten Jahren vermehrt der gesellschaftsphilosophischen Seite des \u201ejungen\u201c<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> Marx widmeten.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Da diese Exegese als Grundlage einer Debatte dienen soll, wollen wir uns hiermit an derselben beteiligen. Wir glauben, dass es notwendig ist, innerhalb der deutschen Rechten auch \u00fcber Marx zu sprechen. Dabei wirken die Autoren sowie auch der Herausgeber Philip Stein, als w\u00e4ren sie nicht nur offen f\u00fcr einige Theorien Marxens, sie fordern die Neue Rechte auf, sich mit seinen Thesen zu besch\u00e4ftigen und bezeichnen die Auseinandersetzung gar als \u201e<em>Startschuss<\/em>\u201c, der einen \u201e<em>fundamentalen Neubeginn, eine neue Theorie und Praxis neurechter Politik, (\u2026) eine neue Arbeits- und Denkweise<\/em>\u201c einleiten k\u00f6nne.<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Dies sind nat\u00fcrlich ungew\u00f6hnliche T\u00f6ne, insbesondere in der Neuen Rechten, weshalb die Lekt\u00fcre durchaus anziehend auf jene wirken d\u00fcrfte, die sich nicht einer f\u00fcr die Rechte beinahe typischen Dogmatik hingeben und auch offen f\u00fcr \u201eandere\u201c, eher dem linken Spektrum zugesprochene Denkweisen sind.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Zun\u00e4chst muss gesagt werden, dass der Versuch, Marx von rechts differenziert, wertneutral und undogmatisch zu lesen, zu interpretieren und auch noch zu verschriftlichen, eine mutige und vor allem undankbare Aufgabe ist. Es bedarf eines intensiven Studiums, um diesen doch h\u00e4ufig widerspr\u00fcchlichen und komplexen Geist aufzunehmen und zu begreifen. Betrachtet man die Ausf\u00fchrung der meisten linken Theoretiker, f\u00e4llt auf, dass die selbsternannten \u201eErben\u201c des Namengebers einer der drei gro\u00dfen Ideologien im 20. Jahrhundert es selbst kaum vermochten, die Ideen dieses komplizierten Mannes zu erfassen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Dennoch kann der geneigte Leser, der sich zuvor bereits eines genauen Studiums wirtschaftstheoretischer Ans\u00e4tze und Ideen, vor allem abweichend von denen Marxens, widmete, einige nicht unerhebliche Webfehler in den gerade hier postulierten und \u00fcbernommenen Marx\u2018schen Theorien entdecken. Diese halten wir f\u00fcr so grob, dass wir uns entschlossen haben, hier eine Stellungnahme bzw. eine Auseinandersetzung mit den f\u00fcr uns fehlerhaften Denkmustern vorzunehmen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Es handelt sich daher im Folgenden nicht um eine klassische Rezension, sondern vielmehr um das Aufgreifen einer offensichtlich wichtigen Debatte innerhalb der Rechten. Dabei stellt das Buch <em>Marx von rechts<\/em> einen Ausgangspunkt dar, weil sich darin Inhalte verbergen, die vom Autor dieser Zeilen nicht nur hinterfragt werden, sondern tats\u00e4chlich als \u00fcberholt gelten und l\u00e4ngst empirisch widerlegt wurden. Daher w\u00e4re eine Auseinandersetzung mit Marx an dieser Stelle gar nicht n\u00f6tig, wenn die Autoren des benannten Werkes sowie einige sozialpatriotische Akteure innerhalb der deutschen Rechten ihn nicht zum Vordenker einer Neuen Rechten stilisieren w\u00fcrden.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">In der nachfolgenden Kritik behandeln wir in erster Linie den \u201e\u00f6konomischen Marx\u201c und klammern dabei den f\u00fcr gew\u00f6hnlich st\u00e4rker im Vordergrund stehenden gesellschaftsphilosophischen Marx aus.<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Die politische \u00d6konomie soll dabei in den Mittelpunkt dieser Debatte ger\u00fcckt werden, da sie der Schl\u00fcssel ist, f\u00fcr eine echte Rechte, die die Zukunft wahrhaftig gestalten kann.<\/span><\/p>\n<h2>Marxens fehlerhafte Grundannahmen<\/h2>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Die Grundlage der Marx\u2018schen Theorien \u00fcber Arbeit, Wert und Kapital bildet seine Analyse \u00fcber die \u201ekapitalistischen Produktionsverh\u00e4ltnisse\u201c. Wie auch von Benedikt Kaiser richtig interpretiert, war Marx keineswegs auf den sogenannten \u201eKapitalisten\u201c als Ausbeuter fixiert, sondern vielmehr auf das Kapital als solches, was laut Marx das Grund\u00fcbel des Kapitalismus ausmache und f\u00fcr die dialektische Rollenverteilung von ausbeutenden \u201eKapitalisten\u201c bzw. \u201eExpropriateuren\u201c<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a> und dem ausgebeuteten Arbeiter verantwortlich sei. Kaiser schreibt daher treffend: \u201e<em>Marx interessiert sich f\u00fcr die Kapitalisten also nur insofern, als sie etwas Bestimmtes darstellen, n\u00e4mlich die Vergegenst\u00e4ndlichung einer Logik, die vom Kapitalismus indes vorgegeben wird<\/em>\u201c<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a>. Tats\u00e4chlich sah Marx im Kapital die herrschende Gr\u00f6\u00dfe im Kapitalismus, jene Determinante, die sowohl den Unternehmer wie den Arbeiter vor sich hertreibt. Hier wird zugleich die deterministische Geschichtsauffassung vom Vater des ungewollten Marxismus<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\">[6]<\/a> deutlich.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Marx macht hierbei bekanntlich das Privateigentum an den Produktionsmitteln verantwortlich. Dies f\u00fchre zu der Ausbeutung des Arbeiters durch den Kapitalisten, der sich die Arbeit anderer zunutze mache, um einen Mehrwert (Profit, Rendite) zu erzielen. Der Mehrwert k\u00f6nne dabei ausschlie\u00dflich durch die konkrete menschliche Arbeit erzeugt werden. F\u00fcr Marx ist demnach s\u00e4mtliches Kapital Ware bzw. Sachgut. Selbst das Geld ist letztlich in Marxens Welt Ware und wird auch als solche betrachtet. Dabei \u00fcbersieht Marx die Rolle des Geldes innerhalb des Wirtschaftskreislaufes, wo wir bereits bei dem schwerwiegendsten Fehler in seiner Analyse sind: Die Definition des Kapitals.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">F\u00fcr Marx ist alles Kapital Sachgut und jene, die es besitzen, haben einen essentiellen und existenziellen Vorteil gegen\u00fcber den besitzlosen Arbeitern, deren Arbeitskraft sie \u2013 durch das Kapital gesetzt \u2013 ausbeuten m\u00fcssten. F\u00fcr Marx ist jeder Mehrwert nur durch die menschliche Arbeit m\u00f6glich. Der Mehrwert k\u00e4me durch die Mehrarbeit zustande, und die ist bei Marx ebenfalls eine Ware. Die Verdinglichung und Verselbst\u00e4ndigung von Geld mache es schlie\u00dflich zu Kapital. Marx veranschaulicht seine Theorie in dem Beispiel eines Kaufmanns, der Baumwolle f\u00fcr 100 Pfd.St.<a href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref7\">[7]<\/a> einkauft und f\u00fcr 110 Pfd.St. wieder verkauft. Die 10 Pfd.St. (110-100 Pfd.St.) seien dabei der Mehrwert. In seiner abstrakten Darstellung im <em>Kapital<\/em> (1. Band) im Kapitel <em>Verwandlung von Geld in Kapital<\/em> beschreibt er es folgenderma\u00dfen: <\/span><span style=\"font-size: 14pt;\">\u201e<em>Die vollst\u00e4ndige Form dieses Prozesses ist daher <strong>G &#8211; W &#8211; G&#8216;<\/strong>, wo G&#8216; = G + <\/em><em>D<\/em><em>G, d.h. gleich der urspr\u00fcnglich vorgeschossenen Geldsumme plus einem Inkrement. Dieses Inkrement oder den \u00dcberschu\u00df \u00fcber den urspr\u00fcnglichen Wert nenne ich &#8211; Mehrwert (surplus value). Der urspr\u00fcnglich vorgescho\u00dfne Wert erh\u00e4lt sich daher nicht nur in der Zirkulation, sondern in ihr ver\u00e4ndert er seine Wertgr\u00f6\u00dfe, setzt einen Mehrwert zu oder verwertet sich. Und diese Bewegung verwandelt ihn in Kapital.\u201c<a href=\"#_ftn8\" name=\"_ftnref8\"><strong>[8]<\/strong><\/a><\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Bei G \u2013 W \u2013 G\u2018 handelt es sich um die Formel der Verwandlung des Geldes in Kapital. G stellt dabei den Geldbetrag dar, den der Kaufmann in dem obigen Beispiel ausgab, um die Baumwolle zu erwerben, die mit W \u2013 f\u00fcr \u201eWare\u201c stehend \u2013 gekennzeichnet ist. Der Betrag, f\u00fcr den der Kaufmann die Baumwolle W verkauft, hei\u00dft G\u2018. Der Betrag G wurde also um DG, den Mehrwert, erweitert zu G\u2018.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Doch wie kommt es zu G\u2018? Wie entsteht dieser Mehrwert DG? Marx hat daf\u00fcr folgende Antwort: \u201e<em>Die Ver\u00e4nderung kann also nur entspringen aus ihrem Gebrauchswert als solchem, d.h. aus ihrem Verbrauch. Um aus dem Verbrauch einer Ware Wert herauszuziehn, m\u00fc\u00dfte unser Geldbesitzer so gl\u00fccklich sein, innerhalb der Zirkulationssph\u00e4re, auf dem Markt, eine Ware zu entdecken, deren Gebrauchswert selbst die eigent\u00fcmliche Beschaffenheit bes\u00e4\u00dfe, Quelle von Wert zu sein, deren wirklicher Verbrauch also selbst Vergegenst\u00e4ndlichung von Arbeit w\u00e4re, daher Wertsch\u00f6pfung. Und der Geldbesitzer findet auf dem Markt eine solche spezifische Ware vor &#8211; das Arbeitsverm\u00f6gen oder die Arbeitskraft.<\/em>\u201c<a href=\"#_ftn9\" name=\"_ftnref9\">[9]<\/a><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Marx unterstellt der menschlichen Arbeitskraft, welche f\u00fcr ihn der \u201e<em>Inbegriff der physischen und geistigen F\u00e4higkeiten (\u2026) der lebendigen Pers\u00f6nlichkeit eines Menschen<\/em>\u201c<a href=\"#_ftn10\" name=\"_ftnref10\">[10]<\/a> ist, dass sie einen reinen Gebrauchswert inneh\u00e4tte. Der geistige Vater des Kommunismus also unterscheidet in Gebrauchs- und Tauschwert. Dabei ist der Tauschwert das, was der \u201eKapitalist\u201c f\u00fcr seine Ware bekommt. Der Gebrauchswert ist demnach der tats\u00e4chliche Nutzwert einer Ware. Diese reine Ware eines reinen Gebrauchswertes sei einzig die menschliche Arbeitskraft, das Arbeitsverm\u00f6gen. Der Kapitalist, der im Kapitalismus zugleich Herrscher \u00fcber seine Produktionsmittel ist, braucht demnach den Arbeiter, um einen Mehrwert produzieren zu k\u00f6nnen. Der Arbeiter selber hat jedoch keinen Besitz an Produktionsmitteln und hat demnach einzig seine eigene Arbeitskraft und \u2013zeit \u201eals Ware\u201c, die er dem Geldbesitzer anbietet und verkauft. Durch den bereits oben erw\u00e4hnten essentiellen und existenziellen Vorteil des Kapitalisten, Besitzer und Herrscher \u00fcber die Produktionsmittel zu sein, befindet sich dieser gegen\u00fcber dem besitzlosen Arbeiter in einer starken Position innerhalb von Lohnverhandlungen. Der Arbeiter sei ja schlie\u00dflich auf den Besitzer der Produktionsmittel angewiesen und kann demnach ausgebeutet werden.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Hier bef\u00e4nde sich also das Grund\u00fcbel im Kapitalismus. Die kapitalistischen Produktionsverh\u00e4ltnisse, das Vorhandensein von Habenden und Nichthabenden, das Privateigentum an den Produktionsmitteln sei also das entscheidende, das diese gesellschaftlichen Verh\u00e4ltnisse, die dem Kapitalismus immanent seien, geradezu determinieren. Aus dieser vermeintlichen Erkenntnis seiner von Anfang an fehlerhaften Analyse, postuliert Marx die quasi historisch determinierte Enteignung der Enteigner.<a href=\"#_ftn11\" name=\"_ftnref11\">[11]<\/a><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Immer wieder wird deutlich, dass Marx beim Kapital von einer Art perpetuellen bzw. transzendentalen Gr\u00f6\u00dfe ausgeht.<a href=\"#_ftn12\" name=\"_ftnref12\">[12]<\/a> Die Verdinglichung des Kapitals als Determinante, die die Geschichte und die gesellschaftliche Entwicklung mache. Kaiser selbst scheint Marx an dieser Stelle in die Falle gegangen zu sein. So beschreibt er in seiner <em>Kurze(n) Geschichte rechter Kapitalismuskritik in Deutschland<\/em>, dass der historische Nationalsozialismus <em>\u201e(nicht) dezidiert kapitalismuskritisch war\u201c<\/em>, da er \u201e<em>das Privateigentum an Produktionsmitteln, (den) adligen Gro\u00dfgrundbesitz oder die starke Gestaltungsmacht der finanzindustriellen Familiendynastien (\u2026) zwischen 1933 und 1945 nicht zur Disposition<\/em>\u201c stellte<a href=\"#_ftn13\" name=\"_ftnref13\">[13]<\/a>. An einer anderen Stelle zuvor verweist er auf den Strasserismus, der angeblich einen origin\u00e4ren <em>\u201e\u2018linken\u2018 Nationalsozialismus<\/em>\u201c darstellte. Der Grund f\u00fcr seine Annahme besteht wohl darin, dass dieser Kreis auch explizit die Verstaatlichung von \u201e<em>Produktionsmitteln, des Grund und Bodens sowie (der) Banken<\/em>\u201c<a href=\"#_ftn14\" name=\"_ftnref14\">[14]<\/a> ins Auge fasste. Diese Worte von Benedikt Kaiser lassen nur einen Schluss zu: Er glaubt die Ausbeutungstheorie Marxens und h\u00e4lt das Privateigentum an Produktionsmitteln f\u00fcr einen elementaren Bestandteil des Kapitalismus. Er betrachtet den Kapitalismus, gleich Marx, ausschlie\u00dflich auf der Produktionsebene und vernachl\u00e4ssigt dabei die viel wichtigere Geldzirkulationsebene. Marx hat seinerzeit kein ernsthaftes Wort gegen die Finanzindustrie gesagt. Er hat den Ursprung dieses so oft beklagten Gaunertums an den B\u00f6rsen nicht erkannt oder zumindest nicht benannt<a href=\"#_ftn15\" name=\"_ftnref15\">[15]<\/a>. Die von Kaiser und Marx so beklagten \u201ekapitalistischen Produktionsverh\u00e4ltnisse\u201c sind nicht aus einer wie auch immer gearteten Transzendenz entstanden. Sie sind auch nicht die Ursache f\u00fcr die Ausbeutung und das Vorhandensein von Klassen. Es ist wichtig an dieser Stelle zu betonen, dass wir keineswegs das Vorhandensein von Klassen bef\u00fcrworten. Im Gegenteil handelt es sich dabei um einen volks- und damit auch substanzzersetzenden Zustand, der erst dadurch zustande kommen konnte, dass wir in einem Geldsystem leben, welches eine hohe Diskrepanz mit der dem Menschen immanenten Warenwirtschaft aufweist. Dennoch ist das Vorhandensein mindestens von Schichten eine naturgegebene Tatsache. Die Aufl\u00f6sung von Eigentum an Produktionsmitteln oder den sogenannten Gemeing\u00fctern, f\u00fchrt nicht zur Beendigung des Kapitalismus. Wir werden das in den n\u00e4chsten Zeilen nachweisen. Doch zun\u00e4chst der Reihe nach.<\/span><\/p>\n<h2>Pierre-Joseph Proudhon und Karl Marx: Die zwei Auffassungen des Mehrwertes<\/h2>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Es wurde oben bereits deutlich beschrieben, worin f\u00fcr Karl Marx der Mehrwert liegt. Dieser sieht ausschlie\u00dflich in der menschlichen Arbeitskraft einen Mehrwert, weshalb der Kapitalist, um seine Rendite, seinen Gewinn, zu erh\u00f6hen, auch schaffende Arbeiter ausbeutet. Diese Auffassung vom Mehrwert hat Geschichte gemacht. Die Ansichten eines Karl Marx haben ganze L\u00e4nder zur Revolution verleitet. Sein Name ist durch seine Analysen und den Folgen, die sich daraus ergaben, unsterblich in die Geschichte eingegangen. Was aber ist mit Pierre-Joseph Proudhon? Dieser Franzose ist so gut wie gar nicht bekannt. Auch Kaiser vermag ihm lediglich eine knappe Erw\u00e4hnung ohne Erkl\u00e4rung seiner bahnbrechenden und vor allem nicht-marxistischen Erkenntnisse zum Mehrwert widmen<a href=\"#_ftn16\" name=\"_ftnref16\">[16]<\/a>. Marx hat ihn Zeit seines Lebens stark kritisiert. Dies verwundert nicht, betrachtet man die Ausf\u00fchrungen eines Proudhon zum Mehrwert, der Eigentumsfrage und der sich daraus ableitenden \u201ekapitalistischen Produktionsverh\u00e4ltnisse\u201c, so stellt man erhebliche Diskrepanzen zu Marxens Theorie von der Ausbeutung fest.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Proudhon erkannte, dass der Mehrwert nicht in der Produktionssph\u00e4re zu suchen ist, sondern seinen Ursprung in der Zirkulationssph\u00e4re hat. F\u00fcr ihn haben die Geldbesitzer gegen\u00fcber den Anbietern von Waren einen entscheidenden Vorteil beim Tausch, der sich aus der ureigenen Eigenschaft des Geldes ergibt: Die Nichtverderblichkeit. Damit obliegt es dem Geldbesitzer \u00fcber Inflation und Deflation<a href=\"#_ftn17\" name=\"_ftnref17\">[17]<\/a> zu bestimmen. Wer viel Geld besitzt, hat demnach einen unheimlichen Vorteil gegen\u00fcber der Produktion. Er kann dem Markt einen Riegel vorschieben. Geld ist f\u00fcr Proudhon nicht nur \u00d6ffner, sondern zugleich Schlie\u00dfer, Mittel, um Marktwirtschaft zu verhindern. Der franz\u00f6sische Sozialist hat die Marktwirtschaft demnach auch nicht abgelehnt, wie es die meisten vermeintlichen Sozialisten taten oder tun, sondern er postulierte sogar gegenteilig, dass nur die freie Marktwirtschaft die Macht des Kapitals brechen k\u00f6nne.<a href=\"#_ftn18\" name=\"_ftnref18\">[18]<\/a><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Glauben wir also Proudhon, dann entsteht der Mehrwert bei der Vergabe von Geld in Form von Krediten oder Leihgaben, die mit einem Aufpreis auf den Tauschwert verg\u00fctet werden. Dieser Aufpreis wird allgemein als Zins bezeichnet. Der Zins bzw. \u201e<em>die Zinszahlungspflicht<\/em>\u201c, so beschrieb es schon Reiner Bischoff in seinem bekannten Werk <em>Entmachtung der Hochfinanz \u2013 Demokratie, Frieden, Arbeit f\u00fcr alle, Natur- und Kulturbewahrung sind m\u00f6glich<\/em> sowie \u201e<em>der Rentabilit\u00e4tszwang [ist] das hervorstechende Merkmal unserer Geldwirtschaft\u201c<\/em><a href=\"#_ftn19\" name=\"_ftnref19\">[19]<\/a>. F\u00fcr Bischoff ist das Kapital <em>\u201eeine zinsbringend angelegte Geldsumme\u201c<\/em>. Beide Autoren sehen also das Problem nicht beim Realkapitalisten, also dem industriellen realen Kapital, das den Arbeiter aus Profitgier ausbeutet, sondern beim Geldkapitalisten, bei dem der mittellose Unternehmer (\u201eReal- bzw. Industriekapitalist\u201c) sich verschuldete und daher zu Effizienz und Rationalisierung gezwungen ist. Bischoff spricht hier vom Wachstumszwang, der sich aus der Abh\u00e4ngigkeit zum Geldkapital ergibt. Da der Industriekapitalist, also bspw. ein produzierender Unternehmer von dem Kreditgeld eines anderen Kapitalisten abh\u00e4ngig gemacht wird, ist er bei zunehmendem Kapitaldienst dazu gezwungen, zu wachsen. Demnach ist nach Pierre-Joseph Proudhon im Zins der eigentliche Mehrwert zu suchen, der wiederum nach Bischoff die von Marx beklagten kapitalistischen Produktionsverh\u00e4ltnisse verursache. Nicht die menschliche Mehrarbeit und der daraus sich ergebende Mehrwert sind das verdinglichende Ungest\u00fcm, sondern das Zinskapital.<\/span><\/p>\n<h2>Die Macht des Zinses &#8211; Der Zinseszinseffekt<\/h2>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Wie bereits oben angesprochen, ist also der Unternehmer selbst ein vom Zinskapital Getriebener. Durch die Verschuldung macht er sich abh\u00e4ngig und wird somit letztlich zum Sklaven seiner Gl\u00e4ubiger. Nun ist grunds\u00e4tzlich nichts an der Fremdfinanzierung eines Investments auszusetzen, jedoch f\u00fchrt der in unserem Geld- und Kreditwesen inbegriffene Zins mit seinem exponentiellen Wachstum dazu, dass jedes System mit mathematischer Logik fr\u00fcher oder sp\u00e4ter zusammenbrechen muss.<\/span><\/p>\n<h3>Eine Robinsonade mit dem Fell:<\/h3>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Um sich diesen Effekt vor Augen zu f\u00fchren, wollen wir ein kleines, wenn auch vereinfachtes, daf\u00fcr jedoch einleuchtendes Beispiel betrachten:<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><em>Nehmen wir an, wir befinden uns auf einer Insel, die vollkommen von der Au\u00dfenwelt abgeschottet ist und somit keinerlei \u00e4u\u00dferen Einfl\u00fcsse wie Waren-, Geld- und Informationsimporte zul\u00e4sst. Auf dieser Insel leben 11 Menschen, die bisher grunds\u00e4tzlich Waren und Dienstleistungen mit Naturalien tauschten. Die Insel mit ihren 11 Bewohnern bildet einen eigenen kleinen Wirtschaftskreislauf. Da es sich h\u00e4ufig in der Vergangenheit als schwierig erwies, ausschlie\u00dflich mit Naturalien zu zahlen und der eine oder andere sich in der Tauschbeziehung untervorteilt f\u00fchlte, kommt einer der 11 Insulaner auf die Idee, eine W\u00e4hrung einzuf\u00fchren. Nehmen wir an, dass es auf dieser Insel insgesamt 200 Wildschweine gibt. Nicht mehr, nicht weniger. Der eine, der die Idee mit der W\u00e4hrung hat, t\u00f6tet alle 200 Wildschweine, zieht ihnen die Felle ab und trocknet sie. Danach verk\u00fcndet er die Idee anstatt mit irgendwelche Tauschnaturalien in Zukunft mit diesen Fellen zu handeln. Die Felle stellen demnach die W\u00e4hrung auf dieser Insel dar. Es gibt ausschlie\u00dflich diese 200 Felle. Nun finden die 10 Insulaner die Idee ziemlich gut und akzeptieren. Der 11. Bewohner gibt jedem Einzelnen genau 20 Felle, jedoch zu einem j\u00e4hrlichen Zinssatz von 5 Prozent. D.h. jeder der 10 Entleiher schuldet dem 11. Insulaner am Jahresende genau 21 Felle.<\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><em>Aufgrund dieser Tatsache ist jeder Inselbewohner dazu\u00a0 bestrebt, am Ende des Jahres seine 20 Felle plus ein weiteres Fell zusammen zu bekommen. D.h. es wird jeder von ihnen danach trachten, dieses eine Fell von einem der anderen abzuluchsen. Zuvor handelten die Insulaner auf Grundlage eines rein subjektiven Werteverh\u00e4ltnisses. Brauchte einer einen Esel, war er bereit, daf\u00fcr vielleicht das Dach des anderen zu reparieren, w\u00e4hrend ein anderer diese Bereitschaft nicht hatte. Dies f\u00fchrte dazu, dass sich jeder zumindest in der Regel \u2013 Ausnahmen best\u00e4tigen sie bekanntlich \u2013 gerecht behandelt f\u00fchlte. Nun jedoch stand ja jeder der zehn unter Druck, bis zum Ende des Jahres das eine Fell zu besorgen und so entstand ein krasses Konkurrenzdenken zwischen den Bewohnern.<\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><em>Aber halt mal! Betrachten wir das Ganze doch einmal global: Insgesamt gibt es 200 Felle auf der gesamten Insel. Diese wurden zu Beginn des Jahres gleichm\u00e4\u00dfig verteilt, jedoch jeweils zu einer Verzinsung von 5 Prozent. D.h. insgesamt schuldet die Insel dem 11. Bewohner 210 Felle. Es existieren aber nur 200. Damit zumindest 9 der Akteure ihre Schuld begleichen k\u00f6nnen, muss einer all seine Felle an die anderen abgeben. Keiner der Wirtschaftsteilnehmer erkennt diesen Zusammenhang, da sie damit besch\u00e4ftigt sind, den anderen das Fell abzuziehen, um ihre Schulden zu begleichen. W\u00fcrden sie die Sache einmal global betrachten, w\u00e4re der Fell-Verleiher wohl bald der ungl\u00fccklichste Mensch auf der Insel.<\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Zugegeben, dieses Beispiel ist sehr vereinfacht und vielleicht w\u00fcrde es den Bewohnern bei der \u00fcberschaubaren Bev\u00f6lkerung der Insel sogar auffallen, dass sie betrogen worden sind, aber wie verh\u00e4lt sich das in einem wirtschaftlichen Gro\u00dfraum wie der Euro-Zone, wo \u00fcber 340 Millionen<a href=\"#_ftn20\" name=\"_ftnref20\">[20]<\/a> Menschen leben und sich eine Geldmenge von mehr als 12 Billionen<a href=\"#_ftn21\" name=\"_ftnref21\">[21]<\/a> Euro befindet?<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Dadurch wird jedoch illustriert, welche Wirkung der Zins auf eine Volkswirtschaft hat und dass die kompletten volkswirtschaftlichen Schulden niemals zur\u00fcck gezahlt werden k\u00f6nnen, es sei denn, jemand w\u00fcrde weitere Wildschweinfelle in Umlauf bringen, was wieder zur Inflation, also der Geldentwertung (oder wie in unserem Beispiel zur Entwertung des einzelnen Wildschweinfells) f\u00fchren w\u00fcrde. Dies passiert in unserer realen Welt, in der wir mit von der Regierung gesetzlich verordneten Banknoten zahlen m\u00fcssen, tats\u00e4chlich. Die Regierung l\u00e4sst einfach neues frisches Geld drucken, um die Schulden zu bezahlen, die der Staat einging.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Nun birgt unser Zinssystem noch einen weiteren sich viel dramatischer auswirkenden Effekt, der auf den Zinseszins zur\u00fcckzuf\u00fchren ist. Wir haben bereits <a href=\"https:\/\/gegenstrom.org\/en\/2018\/08\/03\/der-kapitalismus-ein-verwirrender-begriff\/\">an einer anderen Stelle<\/a> \u00fcber dieses Ph\u00e4nomen geschrieben und wollen diese daher nur nochmal zitieren: \u201e<em>Die Aufnahme eines Kredites bei einer Gesch\u00e4ftsbank f\u00fchrt dazu, dass der Kreditnehmer einen Zins zu zahlen hat (\u2026) \u00a0Sinn und Zweck ist die Vermehrung desselben, um einen Mehrwert zu generieren. Dies ist letztlich auch der Anreiz f\u00fcr jeden Kapitalgeber, sein Verm\u00f6gen zu investieren.<\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><em>Die Verschuldung nach dem Zinseffekt jedoch f\u00fchrt dazu, dass sich die Schulden irgendwann selbstst\u00e4ndig machen. Dies ist im exponentiellen Wachstum des Zinseszinses begr\u00fcndet. Der Zinseszins ist die Verzinsung eines bereits verzinsten Betrages. Die folgende Formel verdeutlicht den Effekt des Zinseszinses:<\/em><\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_1322\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1322\" class=\"size-full wp-image-1322\" src=\"https:\/\/gegenstrom.org\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/grafik-1.png\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"122\" \/><p id=\"caption-attachment-1322\" class=\"wp-caption-text\"><span style=\"font-size: 14pt;\">Die Zinseszinsformel<\/span><\/p><\/div>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><em>Nach dieser Formel l\u00e4sst sich z.B. ein Betrag K<sub>n<\/sub> errechnen, den wir in n Jahren bei einer bestimmten j\u00e4hrlichen Verzinsung p erhalten, wenn wir zum Zeitpunkt 0 (also zu Beginn) einen bestimmten Betrag K<sub>0<\/sub> anlegen.\u201c<a href=\"#_ftn22\" name=\"_ftnref22\"><strong>[22]<\/strong><\/a><\/em><\/span><\/p>\n<h3>Der Joseph-Pfennig<\/h3>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Um nun zu verdeutlichen, welche Schlagkraft dieser Zinseszins-Effekt hat, betrachten wir wieder ein Beispiel:<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Nehmen wir an, Joseph h\u00e4tte am 25. Dezember im Jahre 1 v. Chr. f\u00fcr Jesus Christus einen Cent zu 5 Prozent in ein Sparbuch angelegt. Nach der o.g. Zinseszinsformel h\u00e4tte er bereits im Jahre 70 n. Chr. 2 Cent. In 463 n. Chr. w\u00e4re daraus bereits 1 EUR geworden. Und welchen Betrag h\u00e4tten wir nach 2017 Jahren auf unserem Sparbuch? Die unglaubliche Anzahl von ca. 259 Milliarden Erdkugeln aus purem Gold.<\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_1349\" style=\"width: 753px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1349\" class=\"size-full wp-image-1349\" src=\"https:\/\/gegenstrom.org\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/zinseszinskurve_joseph_pfennig.png\" alt=\"\" width=\"743\" height=\"564\" \/><p id=\"caption-attachment-1349\" class=\"wp-caption-text\"><span style=\"font-size: 14pt;\">Die Kapitalentwicklung des Joseph-Pfennigs bis 2017: Die Anzeige zeigt im Jahr 2017 einen Betrag von 54.804.500.527.086.931.410.109.286.026.898.934.071.296,00 \u20ac , also ann\u00e4hernd 55 Sextilliarden Euro (eigene Darstellung).<\/span><\/p><\/div>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Dieses Beispiel illustriert die vernichtende Wirkung dieses Schneeballeffektes. Nun klingt das fantastisch, wenn man auf der Zinsnehmer-Seite steht. Doch auf der anderen Seite muss es immer jemanden geben, der uns dieses Geld auszahlt, also daf\u00fcr eine Leistung erbringen muss.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">D.h., der Zinseszins f\u00fchrt dazu, dass andere ihr Geld \u201ef\u00fcr sich arbeiten\u201c lassen k\u00f6nnen, weil dieses sich quasi durch diesen Effekt verselbstst\u00e4ndigt. Doch muss irgendwer daf\u00fcr arbeiten gehen und das Geld erwirtschaften. Dies f\u00fchrt zu unglaublichen Reicht\u00fcmern auf der einen und krasser Massenarmut auf der anderen Seite. Der B\u00f6rsenexperte und in den Medien als <em>Mister DAX<\/em> bekannte Dirk M\u00fcller kreidet diesen Umstand in seinem Buch <em>Crashkurs. Weltwirtschaftskrise oder Jahrhundertchance<\/em> ebenfalls an und rechnet dem Leser vor, welche \u00fcberragende Geschwindigkeit diese Kapitalkonzentration in den letzten Jahrzehnten hatte: \u201e<em>1998 besa\u00dfen 10 Prozent der Deutschen etwa die H\u00e4lfte des Verm\u00f6gens aller B\u00fcrger. Nur f\u00fcnf Jahre sp\u00e4ter, also 2003, besitzen die reichsten 10 Prozent bereits zwei Drittel des Gesamtverm\u00f6gens.<\/em>\u201c<a href=\"#_ftn23\" name=\"_ftnref23\">[23]<\/a><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Auf der TED-Konferenz in Z\u00fcrich pr\u00e4sentierte der Physiker James Glattfelder die eindeutige und mathematisch erwiesene Antwort auf die Frage danach, wer die Welt kontrolliert. Demnach seien \u00fcber 80 Prozent des Verm\u00f6gens der 43.000 gr\u00f6\u00dften global agierenden Konzerne in den H\u00e4nden von 0,123 Prozent derselben. D.h. 737 Top-Player besitzen die Macht \u00fcber den Gro\u00dfteil des weltweiten Kapitals.<a href=\"#_ftn24\" name=\"_ftnref24\">[24]<\/a><\/span><\/p>\n<h2>Marx war kein Antikapitalist<\/h2>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Es ist also der Zinseszins, der zu dieser schreienden Ungerechtigkeit f\u00fchrt und daher bezeichnen wir den Kapitalismus in erster Linie auch als Zinswirtschaft. Alle von den Marx-J\u00fcngern sowie die von den \u201eSozial-Patrioten\u201c innerhalb der neuen Rechten auch zurecht kritisierten Auswirkungen des Kapitalismus sind auf das exponentielle Wachstum des Zinseszins zur\u00fcckzuf\u00fchren, der einen Zustand der modernen Sklaverei erzeugt und somit auch den mittellosen Unternehmer, dem sog. industriellen \u201eKapitalisten\u201c vor sich her treibt.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Die Autoren des Buches <em>Marx von rechts<\/em> beflei\u00dfigen sich hier an den Theorien Marxens, ohne dabei auf die Tatsache einzugehen, dass er diesen von uns lang und breit erkl\u00e4rten Umstand nicht nur \u00fcbersehen, sondern vehement bek\u00e4mpft hat. Marx ist deshalb auch kein echter Kapitalismuskritiker gewesen. Seine Theorien f\u00fchrten eher dazu, Arbeiter und Unternehmer gegeneinander aufzuhetzen und den von ihm gegei\u00dfelten Klassenkampf noch zu befeuern, anstatt ihn zu l\u00f6sen. Das Postulat nach der Verstaatlichung des Gemeingutes, gar der Produktionsmittel ist eine Ablenkung von den wahren Ursachen der Ausbeutung, der Umweltverschmutzung, des exzessiven Wachstumszwangs und allen sich daraus ergebenden Folgeerscheinungen. Zudem w\u00fcrde es bedeuten, den nat\u00fcrlichen menschlichen Drang nach Privateigentum zumindest in Teilen zu unterdr\u00fccken. Die Produktionsmittel, also das Kapital bei Marx, w\u00fcrde sich demnach in den H\u00e4nden des Staates konzentrieren. Der ohnehin utopische Kommunismus w\u00fcrde also aus der Oligarchie von Privatleuten eine staatliche Oligarchie machen. Das Ergebnis bleibt dabei aber dasselbe.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Marx war daher niemals auch nur im Ansatz gef\u00e4hrlich f\u00fcr den Kapitalismus. Im Gegenteil, Marx \u00fcbersah nicht nur die Zinsursache, er beteiligte sich an der Verschleierung, indem er den zeitgen\u00f6ssischen Sozialisten Proudhon kritisierte und den Zins als eine Art juristische Konstruktion herunterbrach, der nichts weiter als einen Anspruch bzw. Erwartungswert f\u00fcr den in der Zukunft liegenden Mehrwert darstelle.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">So schrieb er in seinem 3. Band \u00fcber <em>das zinstragende Kapital<\/em>: <em>\u201eWas gibt der Geldkapitalist dem Anleiher, dem industriellen Kapitalisten? Was ver\u00e4u\u00dfert er in der Tat an ihn? ( . . .) Was ist der Gebrauchswert, den der Geldkapitalist f\u00fcr die Zeit des Ausleihens ver\u00e4u\u00dfert und an den produktiven Kapitalisten, den Borger, abtritt? Es ist der Gebrauchswert, den Geld dadurch erh\u00e4lt, da\u00df es in Kapital verwandelt wird, da\u00df es als Kapital fungieren kann, und da\u00df es daher einen bestimmten Mehrwert, den Durchschnittprofit, ( . . .) in seiner Bewegung erzeugt, au\u00dferdem, da\u00df es seine urspr\u00fcngliche Wertgr\u00f6\u00dfe wahrt ( . . .). Diesen Gebrauchswert des Geldes als Kapital \u2011 die F\u00e4higkeit den Durchschnittsprofit zu erzeugen \u2011 ver\u00e4u\u00dfert der Geldkapitalist an den industriellen Kapitalisten.\u201c<a href=\"#_ftn25\" name=\"_ftnref25\"><strong>[25]<\/strong><\/a> <\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">F\u00fcr Marx ist demnach der Industriekapitalist der eigentlich wahre Ausbeuter, w\u00e4hrend der Geldkapitalist nur mittelbar an dem Produktionsprozess, der ja die Quelle f\u00fcr die Ausbeutung des Arbeiters sein soll, beteiligt sei. Was f\u00fcr ein fataler Webfehler, den Marx auch noch zur Maxime erhob und der Abermillionen Menschen gegeneinander aufhetzte, so wie es das Zinskapital tut.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Wir w\u00fcrden auf diesen Umstand gar nicht erst hinweisen, wenn sich Kaiser hier nicht blind bei Marx bedient h\u00e4tte. Diese Theorie der Ausbeutung durch den Mehrwert, der im Produktionsprozess zustande k\u00e4me, ist l\u00e4ngst widerlegt und scheiterte ebenso auf dem historischen Schlachtfeldern, wie es der Kapitalismus tun wird. Doch die Tatsache, dass nun wieder einmal junge, sicherlich gut meinende Rechte versuchen, sich der t\u00f6richten Postulate zu bem\u00e4chtigen, veranlasst uns zur Erkl\u00e4rung.<\/span><\/p>\n<h2>Die irrige Werttheorie und die Abschaffung der Arbeit (?)<\/h2>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">In dem Kapitel <em>Karl Marx und der Warenfetischismus<\/em> beschreibt Alain de Benoist unter Bezugnahme auf Marxens, wie sich die gesellschaftlichen Beziehungen zunehmend im Kapitalismus nur noch um die Ware drehen. Diese sei, nach Marx, \u201e<em>ein sehr vertracktes Ding, voll metaphysischer Spitzfindigkeit und theologischer Mucken<\/em>\u201c<a href=\"#_ftn26\" name=\"_ftnref26\">[26]<\/a>. Marx sah in der Ware den Dreh- und Angelpunkt f\u00fcr einen \u201eFetisch\u201c. Ein Fetisch, der mit einem G\u00f6tzenbild oder einem magischen Gegenstand verglichen werden kann, der eine quasi-religi\u00f6se Bedeutung f\u00fcr den Menschen hat, ist also ein Ding, dem Eigenschaften zugewiesen werden, die dieser von Natur aus gar nicht besitzt.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Und hier will Marx die Ursache f\u00fcr die Verwerfungen innerhalb der kapitalistischen Gesellschaft entdeckt haben. Liest man die Verlautbarungen von Benoist, so wird deutlich, dass dieser auch diesem Irrtum auf dem Leim gegangen ist. So schreibt er: \u201e<em>Dieser Warenfetischismus besteht darin, dass im kapitalistischen System die sozialen Beziehungen nur noch durch die vermittelnde Rolle der Ware stattfindet, wobei die Beziehungen zwischen den Menschen sich allm\u00e4hlich nach dem Modell ihrer Relation zu den Dingen gestalten.\u201c<\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Nun fragen wir, welche Aufgabe hat denn die Ware oder die Warenwirtschaft, wenn nicht eine vermittelnde Rolle innerhalb der sozialen Beziehungen des Menschen zu erzeugen. Die Wirtschaft, die Arbeitsteilung und der Austausch von Waren und Dienstleistungen ist doch gerade die Interaktion generierende Prozedur in einer Gesellschaft. Gesellschaften, Gemeinschaften, ganze Gruppen von Menschen entstehen erst nur durch die \u201e<em>vermittelnde Rolle der Ware<\/em>\u201c. Nun wollen wir keineswegs dem hedonistischen Konsum fr\u00f6nen oder vernachl\u00e4ssigen, welche asozialen Interdependenzen heute zwischen den Menschen stattfinden. Doch sind die doch vielmehr dadurch entstanden, dass die Wirtschaft und letztlich die Ware heute dazu verdammt ist, reines kommerzielles Gut zu sein. Ein Gut, dass nur deshalb entstanden ist, damit irgendwer auf dieser Welt seine Zinsen kassieren kann. Ein Gut, das im Sinne der geplanten Obsoleszenz ohnehin nach wenigen Jahren wieder neugekauft werden muss, damit der Absatz weiterl\u00e4uft \u2013 ganz im Zeichen des von uns oben bereits angesprochenen Wachstumszwanges. Vielmehr sagen wir, dass eben diese Aufgabe der Wirtschaft und letztlich jedes Waren- und Dienstleistungsaustausches, also die Entstehung von sozialen Beziehungen aufgrund wirtschaftlicher Abh\u00e4ngigkeiten, die wiederum Recht-, Pflicht- und Verantwortungsbewusstsein mit sich bringen k\u00f6nnen, heute unber\u00fccksichtigt bleibt. Die Menschen haben heute ausschlie\u00dflich der Wirtschaft zu dienen, anstatt dass die Wirtschaft den Menschen dient. So wird die Gesellschaft entsprechend den Bed\u00fcrfnissen der Volkswirtschaft oder besser des globalen Kapitals geformt und zur Anpassung aufgefordert. Doch der Ware zu unterstellen, sie w\u00fcrde die sozialen Beziehungen \u2013 nat\u00fcrlich nach Marx und Benoist im negativen Sinn \u2013 dominieren und bek\u00e4me damit die Rolle eines Fetisch&#8216; zugewiesen, entbehrt jeglicher Logik und jeglichem Verst\u00e4ndnisses von Wirtschaft und ihrer Aufgabe, den Menschen zu dienen und soziale Beziehungen erst m\u00f6glich zu machen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Und wo will Benoist die Ursache f\u00fcr diesen Fetisch bzw. f\u00fcr die \u201eVerdinglichung\u201c der sozialen Beziehung ausmachen? Es ist die so oft schon von Marx beklagte Diskrepanz zwischen dem sogenannten Gebrauchs- dem Tausch- und dem eigentlichen Wert einer Ware. Der Gebrauchswert w\u00e4re dabei jener Wert, der \u201e<em>ein privates Bed\u00fcrfnis<\/em>\u201c befriedige, \u201e<em>das aus einer konkreten, \u201alebendigen\u2018 Arbeit<\/em>\u201c resultiere. Hingegen w\u00e4re der Tauschwert \u201e<em>das Ergebnis einer abstrakten, \u201atoten\u2018 Arbeit<\/em>\u201c. Des Weiteren schreibt der franz\u00f6sische Vordenker der Neuen Rechten: \u201e<em>Was den Wert einer Ware im Wesentlichen ausmacht, ist ihre F\u00e4higkeit, ausgetauscht zu werden, noch bevor der Austausch erfolgt. Sie setzt also die Existenz des Kapitals voraus, also kapitalistische Gesellschaftsverh\u00e4ltnisse, die bereits vorherrschend geworden sind.<\/em>\u201c<a href=\"#_ftn27\" name=\"_ftnref27\">[27]<\/a> Ist also das Vorhandensein von Kapital, welches f\u00fcr Marx ja erst durch den oben bereits betrachteten Umwandlungsprozess zustande kommt, auch f\u00fcr Benoist das ausschlaggebende Merkmal \u201ekapitalistischer Gesellschaftsverh\u00e4ltnisse\u201c? F\u00fcr ihn ist also die Tatsache, dass Ware zu einer Art \u00c4quivalent in Form von Geld getauscht werden kann, ein Kriterium \u201ekapitalistischer Gesellschaftsverh\u00e4ltnisse\u201c? Der Gebrauchswert dr\u00fcckt ja demnach \u201e<em>keinen gesellschaftlichen Produktionswert<\/em>\u201c aus. Doch der Tauschwert, der b\u00f6se, w\u00e4re eine \u201e<em>Form der Sozialisierung, die der gesamten Gesellschaft ihre Struktur auferlegt<\/em>\u201c.<a href=\"#_ftn28\" name=\"_ftnref28\">[28]<\/a><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Wie bitte? Der Tauschwert, also der Betrag bzw. der Wert, den ein Teilnehmer bekommt, aufgrund einer subjektiven Einsch\u00e4tzung, der situativen Einstellung und vielleicht weiterer \u00e4u\u00dferer Bedingungen, besitze einen sozialisierenden Charakter, der quasi automatisch abl\u00e4uft und dem Menschen seinen Willen aufzwingt?<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Benoist spitzt dies noch zu, indem er behauptet: \u201e<em>Die Dinge steuern nunmehr die Menschen<\/em>.\u201c Verkopfter geht es gar nicht mehr. Menschen k\u00f6nnen nicht von irgendwelchen Dingen oder verdinglichten Waren, irgendwelchen Fetischen gesteuert werden. Hier wird das Sachgut zum Monstrum gemacht und jede Handlung gieriger und machthungriger Zinskapitalisten entschuldigt. Das System hat sich also selbst\u00e4ndig gemacht und richtet sich nun wohl auch gegen seine Sch\u00f6pfer? F\u00fcr Benoist bilden Kapital und Ware <em>\u201eein dynamisches System (\u2026), das die Ziele und die Mittel des menschlichen Handelns immer mehr bestimmt, auch wenn es keinen bestimmten Eigent\u00fcmer hat<\/em>.\u201c<a href=\"#_ftn29\" name=\"_ftnref29\">[29]<\/a><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Der eigentlich hochgesch\u00e4tzte Globalisierungsgegner der <em>Nouvelle Droite<\/em> h\u00e4lt hier unserer Ansicht nach eine Apologie f\u00fcr die menschliche Gier, indem er den Menschen zum Element in einem von ihm selbst erschaffenen System degradiert. Das Geld, welches also Millionen Arbeitspl\u00e4tze in Europa vernichtet, die Waren, die billig von Kinderh\u00e4nden gefertigt aus Asien unsere Volkswirtschaften fluten, sind also alleinig die Spielereien eines Automatismus, der irgendwie geartet durch den Tauschwert als Sozialisation wirkt. Nicht die Eigent\u00fcmer dieses vernichtenden Kapitals, nicht die radikal-kapitalistische Einstellung des erwachenden chinesischen Drachens sind schuld. Nein, es ist laut Benoist die Ware mit seinem Tauschwert. Letztlich wird dem Tauschwert dabei neben der quantitativen auch eine qualitative Gr\u00f6\u00dfe beigemessen, die sich zwar im Preis manifestiere, jedoch nichts mehr mit dem Gebrauchswert zu tun haben m\u00fcsse. Diese \u201eWertvergegenst\u00e4ndlichung\u201c sei also das Problem. \u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">So findet er in der Wertkritik, die u. a. mit solchen Namen wie Robert Kurz verkn\u00fcpft ist, eine m\u00f6gliche Alternative. Robert Kurz sowie seine Genossen bleiben wie die Autoren des Buches <em>Marx von rechts<\/em> vollkommen ergebnisoffen bzw. \u00fcben sich in einer \u00fcberheblichen Kritik am Wert und der Arbeit selbst, die als Bestandteil der kapitalistischen Produktionsverh\u00e4ltnisse betrachtet wird, ohne dabei konkrete Vorschl\u00e4ge zu machen, wie denn der von ihnen kritisierte Kapitalismus beseitigt werden bzw. wie eine kapitalismusfreie Welt aussehen soll. So operiert Benoist mit Marx\u2018schen Vokabeln wie \u201eabstrakter\u201c und \u201ekonkreter Arbeit\u201c, wobei ersteres angeblich einen Tauschwert und letzteres den Gebrauchswert erzeuge. Nun haben uns Marx und Benoist ja bereits belehrt, dass der Tauschwert b\u00f6se sei, demnach auch diese omin\u00f6se \u201eabstrakte Arbeit\u201c. Doch der Franzose geht noch weiter, indem er den Wertkritikern gleich postuliert: \u201e<em>Im kapitalistischen System spaltet sich die Arbeit: Jegliche Arbeit ist sowohl konkrete als auch abstrakte Arbeit. Beide Formen der Arbeit entsprechen zwei Formen des sozialen Reichtums: dem materiellen Reichtum und dem Wert. Die erste Form h\u00e4ngt von den tats\u00e4chlich produzierten und besessenen G\u00fctern ab, doch nur die zweite, welche die Objektivierung der abstrakten Arbeit darstellt, bildet eine selbstvermittelnde Form der sozialen Beziehungen<\/em>.\u201c<a href=\"#_ftn30\" name=\"_ftnref30\">[30]<\/a><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Hier sind wir wieder bei der Sozialisierung, die Benoist in dem Tauschwert sieht, der ja durch diese omin\u00f6se \u201eabstrakte Arbeit\u201c zustande kommen soll. Nun ist uns nicht ganz klar, was er hier mit einer <em>\u201eObjektivierung der abstrakten Arbeit<\/em>\u201c meint. Ist doch der b\u00f6se Tauschwert, der ja angeblich das Produkt dieser geheimnisvollen \u201eabstrakten Arbeit\u201c\u00a0 sein soll, genau eben das nicht: objektiv. Denn dieser Tauschwert und einen anderen gibt es de facto nicht, kann wenn dann nur subjektiv betrachtet werden. Wir w\u00fcrden zudem gerne wissen wie denn dieser angebliche Gebrauchswert zustande kommt. Nun, unseretwegen mag er \u2013 wie es Marx auch erkl\u00e4rt hat \u2013 ebenfalls subjektiv sein, sozusagen der pers\u00f6nliche Wert, die Einsch\u00e4tzung, die ein Mensch gegen\u00fcber einem Objekt vornimmt. Doch der letztlich im Gesch\u00e4ft zustande kommende b\u00f6se Tauschwert ist doch auch nichts anderes. Es ist das Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage. Das ist kein b\u00fcrgerlicher Materialismus, den ja Marx \u2013 wie uns Benoist schon erz\u00e4hlen wollte \u2013 angeblich abgelehnt haben soll. Das ist ein Gesetz, welches wir empirisch belegen k\u00f6nnen.<\/span><\/p>\n<h3><span style=\"font-size: 14pt;\"><strong>Beispiel: Das Wasser in der W\u00fcste<\/strong><\/span><\/h3>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Obwohl es im Grunde genommen apriorisch ist und daher keiner weiteren Erl\u00e4uterung bed\u00fcrfe, wollen wir zumindest ein kleines Beispiel f\u00fcr die Wertkritiker benennen, um selbigen eine Chance zu geben.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Wie viel sind Sie bereit f\u00fcr ein Glas Wasser auszugeben? Nun, diese Frage kann man nicht so direkt beantworten. Sind Sie zu Hause, wo ein Glas schnell aus dem Wasserhahn gezapft werden kann, wird die Preisbereitschaft wahrscheinlich niedriger sein, als in einem Restaurant, in dem Sie sich gerade ein vielleicht zu trockenes Steak heruntergequ\u00e4lt haben. Nehmen wir nun an, dass Sie seit Stunden in einer W\u00fcste umherirren, bis Sie auf ein Pub treffen. Na, wie viel sind Sie bereit springen zu lassen f\u00fcr ein Glas Wasser? Ich wette weitaus mehr. Und das ist der Tauschwert. Er stellt den Schnittpunkt zwischen dem Wert, den ein K\u00e4ufer in einer Ware erkennt, der Bereitschaft und der M\u00f6glichkeiten, die der K\u00e4ufer hat (Nachfrage) und dem Angebot des Verk\u00e4ufers dar.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Jedoch ist dieser Wert auch nicht messbar, da er sich individuell und situativ jederzeit \u00e4ndern kann. Oder um es mit Ludwig von Mises zu sagen: \u201e<em>Das subjektive Werturteil, der Angelpunkt alles wirtschaftlichen Tun und Lassens der Menschen, mi\u00dft nicht die Bedeutung der Objekte des Wirtschaftens; es bringt sie in eine Rangordnung, es skaliert sie. Auf den Wertskalen der Individuen baut sich der wirtschaftliche Verkehr auf. Ein Tausch kommt dann zustande, wenn zwei G\u00fctereinheiten auf den Wertskalen zweier Individuen eine verschiedene Rangordnung einnehmen. Auf dem Markte werden so lange Tauschakte vorgenommen, bis keine M\u00f6glichkeit mehr vorhanden ist, da\u00df zwei Individuen durch wechselseitige Hingabe von G\u00fctern solche G\u00fcter eintauschen, die auf ihrer Wertskala den fortgegebenen im Range voranstehen. Will ein Individuum einen Tauschakt wirtschaftlich vornehmen, dann hat es lediglich zu erw\u00e4gen, welche Stellung die in Betracht kommenden G\u00fctermengen in seiner eigenen Wertsch\u00e4tzung einnehmen. In diesem skalierten Werturteil ist f\u00fcr Erw\u00e4gungen des Messens \u00fcberhaupt kein Platz. Das Werturteil ist ein unmittelbar evidentes Urteil, das keiner St\u00fctze durch irgendwelche Hilfsoperationen und Umwege bedarf. Damit erledigt sich auch eine Reihe von Einw\u00e4nden, die von verschiedenen Seiten gegen die subjektivistische Werttheorie erhoben wurden<\/em>.\u201c<a href=\"#_ftn31\" name=\"_ftnref31\">[31]<\/a><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Damit widerspricht Mises direkt den Wertkritikern, die hier von einer Art Gebrauchswert oder gar einem \u201etats\u00e4chlichen\u201c Wert sprechen. Denn jeder Wert wird erst dann existent, wenn ein konkreter Wertsetzungsakt zustande kommt. Es reicht also nicht nur, dass eine Ware produziert wird, sondern sie muss auch von jemanden gekauft werden. Erst durch die Wertsch\u00e4tzung des K\u00e4ufers entsteht ein Wert. Das ist der Wertungsprozess und au\u00dferhalb desselben kann es keinen Wert geben. Einen abstrakten Wert gibt es daher erst recht nicht.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Aber Benoist sucht die Todesursache des Kapitalismus im b\u00f6sen Tauschwert. Da wir ja schon von Marx dazu belehrt wurden, dass jeder Wert nur durch menschliche Arbeit entstehen kann \u2013 was im krassen Gegensatz zu von Mises steht \u2013 wei\u00df Alain de Benoist durch die zunehmende Rationalisierung und \u00dcberfl\u00fcssigmachung menschlicher Arbeit auch den Zerfall des Kapitalismus vorherzusagen. Dieser m\u00fcsse sich zwangsl\u00e4ufig selbst zerst\u00f6ren, \u201e<em>weil er selber die Grundlagen f\u00fcr die Entwertung des Wertes geschaffen hat und weil die Menge an \u00fcberfl\u00fcssiger Arbeit inzwischen das Arbeitsvolumen \u00fcbersteigt, das durch die Marktexpansion erzeugt wurde<\/em>\u201c.<a href=\"#_ftn32\" name=\"_ftnref32\">[32]<\/a><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Was uns der neurechte Vordenker hier sagen will, ist, dass durch den Expansionsdrang der Unternehmer zunehmend Kapital in Form von Produktionsmitteln konzentriert und somit menschliche Arbeit \u00fcberfl\u00fcssig mache. Da Maschinen aber keinen echten Wert erzeugen k\u00f6nnten \u2013 dies k\u00f6nnten laut Marx nur Menschen selbst \u2013 schneide der Kapitalismus quasi seinen Nabel ab. So wagt Benoist tats\u00e4chlich zu behaupten, dass weder die Spekulation noch die Verschuldung zu der Krisis des Kapitalismus f\u00fchrt, sondern eben dieser Umstand.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Damit erweist er sich zumindest in dieser Sache \u2013 \u00e4hnlich wie Marx \u00fcbrigens auch \u2013 als unf\u00e4hig, die wahren Ursachen f\u00fcr den kommenden mathematisch vorhersagbaren Crash zu erkennen. Wir sind auf diesen Umstand bereits oben ausgiebig eingegangen. Die von Benoist sowie von Kaiser hier vorgebrachten Gr\u00fcnde f\u00fcr die Bestimmung sogenannter kapitalistischer Produktionsverh\u00e4ltnisse sind abstrakt und lediglich in eine akademische Sprache gegossen, die wohl verschleiern soll, dass dahinter kein \u00f6konomisches Denken steht.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Letztlich kommt Benoist zu dem Schluss, dass der Kapitalismus oder jede Kritik an ihm aus Perspektive des Arbeiters oder \u2013 abstrakt gesprochen \u2013 der Arbeit\u00a0 keine echte Kritik sein k\u00f6nne, da die Arbeit ja selber Bestandteil des Kapitalismus sei. Da hat wohl jemand zu viel bei Robert Kurz gelesen und abgeschrieben.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Nun, was soll das denn hei\u00dfen? \u00c4hnlich wie Kurz und andere Wertkritiker l\u00e4sst Benoist seine Ausf\u00fchrungen ergebnisoffen, jedoch zitiert er zum Schluss seiner Ausf\u00fchrungen noch Maxime Oullet: \u201e<em>Die Gesellschaft vom Kapitalismus zu befreien, bedeutet nunmehr, die Ontologie der Arbeit und des Wertes zu verlassen, die die Menschen zu einem Krieg aller gegen alle antreibt und sie der entpers\u00f6nlichten Herrschaft des berechnenden Kalk\u00fcls unterwirft.\u201c<\/em><a href=\"#_ftn33\" name=\"_ftnref33\">[33]<\/a><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Was genau soll das aber hei\u00dfen? Sollen wir alle jetzt die Arbeit niederlegen? Oder brauchen wir eine neue Definition vom Begriff \u201eArbeit\u201c? Was ist mit den sozio\u00f6konomischen Folgerungen, die jede Arbeitsteilung mit sich bringt? Das ist Utopie und keine Analyse, weder eine abstrakte, noch eine radikale.<\/span><\/p>\n<h2>Schlussbemerkung<\/h2>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Wir wollen es dabei belassen. Auch zum Schluss m\u00f6chten wir unseren Respekt daf\u00fcr ausdr\u00fccken, \u00fcber Marx zu schreiben. Doch zeigen die Autoren hier aus unserer Sicht, dass sie nicht mit \u00f6konomischem Sachverstand an die Dinge herangegangen sind und deshalb gleicht dieses Buch auch weniger einer Exegese, als vielmehr einer reinen Rezeption von Marxens und einigen seiner J\u00fcnger. Wir erkennen in dem Gesagten \u2013 zumindest hinsichtlich der politischen \u00d6konomie \u2013 nichts Verwertbares f\u00fcr die Rechte. Im Gegenteil werden ausgerechnet die Bestandteile der Marx\u2018schen Theorie kritiklos adoptiert, die l\u00e4ngst widerlegt wurden und einer empirischen Untersuchung nicht standhalten. Dabei wollen wir keineswegs leugnen, dass Marx nicht auch inspirierend f\u00fcr die Rechte wirken kann. Es ist diesem gro\u00dfen Geist zu verdanken, dass wir heute so viel \u00fcber den Kapitalismus wissen. Nicht jedoch, weil er von Anfang an ins Schwarze getroffen h\u00e4tte, sondern weil er eine These aufstellte und die \u00f6konomische Welt darauf mit Gegenthesen antwortete. Daraus konnte sich auch eine Synthese bilden, die ohne diese Dialektik nicht m\u00f6glich gewesen w\u00e4re. Auch muss man Marx zugutehalten, dass er sich in einer Zeit als Kapitalismusanalytiker versuchte, als dieser ein Ph\u00e4nomen war, das sich zumindest in dieser Form auf die englische Volkswirtschaft beschr\u00e4nkte.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Wir argumentieren also nicht aus einem blinden Dogmatismus heraus, der vielen Rechten leider immanent zu sein scheint. Wir wollen damit die M\u00f6glichkeit wahrnehmen und uns an der Debatte beteiligen. Leider ist bisher in dieser Debatte nichts Substanzielles herausgekommen, au\u00dfer ein paar Gegenstimmen von eher libert\u00e4r oder gar liberal ausgerichteten Rechten oder ebenso dogmatischen Linken, die intellektuell einfach nichts mehr zu bieten haben. Vielmehr sehen wir diese intellektuell l\u00e4ngst \u00fcberfl\u00fcssigen Linken gar nicht als weltanschauliche Gegner. Auch der Liberalismus, der mit Sicherheit als ein Zwilling des Kapitalismus bezeichnet werden kann \u2013 wobei selbiges auch f\u00fcr den Kommunismus gilt, was wir oben ausf\u00fchrlich begr\u00fcndet haben \u2013 ist kein Gegner. Es sind immer Menschen, die eine gegnerische oder gar feindliche Position einnehmen. Deshalb lohnt es sich immer, hinter die Ideologien, die Gruppen und Parteien zu schauen. Wichtig sind nicht die ideologischen Postulate derselben, sondern die Absichten, die sie haben.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Wir vermissen zudem in der Debatte eine Diskussion \u00fcber die Aufgabe der Wirtschaft. Letztlich wird von den Autoren keine Definition der Rolle der \u00d6konomie vorgenommen. \u00c4hnlich wie die Marxisten und Liberalen \u00fcbersehen die Autoren die Wichtigkeit der Rolle der Wirtschaft. Ein Problem heute ist die Tatsache, dass sich der Mensch stets an die Wirtschaft anpassen muss. Doch muss es umgekehrt lauten, indem wir fordern: Das Kapital hat der Wirtschaft zu dienen und diese dem Volk, den Menschen. Das ist essentiell und l\u00e4sst \u00dcberlegungen, die zwangsweise zur Abschaffung der Arbeit f\u00fchren, erst gar nicht zu, weil sie an der Sache einfach vorbeigehen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Dem gesamten Buch fehlt es an Alternativen. Man will mit Marx nach vorne, wird aber nicht konkret, wie dies aussehen soll. Zwar erkl\u00e4rt uns Benedikt Kaiser, dass \u201e<em>allen drei Autoren des Bandes der pr\u00fcfende Ton, die ergebnisoffene Herangehensweise an ihren Gegenstand<\/em>\u201c<a href=\"#_ftn34\" name=\"_ftnref34\">[34]<\/a> gemein sei, doch uns muss die Frage gestattet sein: \u201eWozu dann das Ganze?\u201c Hinter der reinen Rezeption k\u00f6nnen wir keine wirkliche Substanz, kein Fundament, erst recht kein weltanschauliches, erkennen. Die Jugend sucht nach Antworten auf die soziale Frage. Die soziale Frage r\u00fcckt in unmittelbar greifbare N\u00e4he. Wir als Rechte sind tats\u00e4chlich jene, die diese Frage am deutlichsten beantworten k\u00f6nnen sollten, nicht zuletzt auch, weil das Soziale dem Rechten und vor allem Nationalen immanent ist. Doch bewegen sich die Autoren samt ihrer meist marxistischen Vordenker weit davon entfernt und ber\u00fchren nicht einmal die Schale des Kerns.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><strong>Nichtsdestotrotz muss man es den Autoren lassen, dass sie mit ihren Thesen bzw. mit der Adoption Marx\u2018scher Postulate f\u00fcr viel Wirbel innerhalb der Rechten sorgen. Wenn die Debatte \u00fcber kleingeistige St\u00e4nkereien hinaus auf eine inhaltlich-fundamentalen Ebene geraten sollte, hat das Buch in dieser Hinsicht auf jeden Fall einen <u>Mehrwert<\/u> (!) geliefert.<\/strong><\/span><\/p>\n<h2>Literaturhinweise<\/h2>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Benoist, A; Fusaro, D. &amp; Kaiser, B (2018). <em>Marx von rechts.<\/em> Jungeuropa Verlag, Dresden<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Bischoff (2002). <em>Entmachtung der Hochfinanz<\/em>. Fiedland-Verlag<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Gegenstrom (2018). Plattform f\u00fcr rechte Metapolitik. Fachartikel: <em>Der Kapitalismus \u2013 Ein verwirrender Begriff<\/em>. Verfasst von Peter Steinborn. Verf\u00fcgbar unter: <a href=\"https:\/\/gegenstrom.org\/en\/2018\/08\/03\/der-kapitalismus-ein-verwirrender-begriff\/\">https:\/\/gegenstrom.org\/2018\/08\/03\/der-kapitalismus-ein-verwirrender-begriff\/<\/a> (21.10.2018)<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Meier, M. (2014). <em>Die Pl\u00fcnderung der Welt \u2013 Wie die Finanz-Eliten unsere Enteignung planen<\/em> (2. Auflage). Finanzbuch Verlag, M\u00fcnchen<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">MEW (1967). <em>Karl Marx und Friedrich Engels Werke Band 37<\/em>. Institut f\u00fcr Marxismus-Leninismus beim ZK der SED. Dietz Verlag, Berlin<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">MEW (1968). <em>Karl Marx und Friedrich Engels Werke Band 23<\/em>. Institut f\u00fcr Marxismus-Leninismus beim ZK der SED. Dietz Verlag, Berlin<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">MEW (1972). <em>Karl Marx und Friedrich Engels Werke Band 4.<\/em> Institut f\u00fcr Marxismus-Leninismus beim ZK der SED. Dietz Verlag, Berlin<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">MEW (1983). <em>Karl Marx und Friedrich Engels Werke Band 25<\/em>. Institut f\u00fcr Marxismus-Leninismus beim ZK der SED. Dietz Verlag, Berlin<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Mises, Ludwig v. (1924): <em>Theorie des Geldes und der Umlaufmittel<\/em> (2. Aufl.). Verlag von Duncker &amp; Humbold, M\u00fcnchen &amp; Leipzig<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">M\u00fcller, D. (2010). <em>Crashkurs. Weltwirtschaftskrise oder Jahrhundertchance? Wie Sie das Beste aus Ihrem Geld machen.<\/em> \u00dcberarbeitete, aktualisierte und erweiterte Taschenbuchausgabe. Droemer Knaur Verlagsgruppe, M\u00fcnchen<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Quante, M &amp; Schweikard, D. P. (2016). <em>Karl Marx. Leben, Werk, Wirkung<\/em>. J. B. Metzler-Verlag, Stuttgart<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Sezession (2018). \u201e<em>Marx von rechts\u201c und der Panikmodus<\/em>. Artikel von Benedikt Kaiser in Sezession im Netz. Verf\u00fcgbar unter: <a href=\"https:\/\/sezession.de\/58857\/marx-von-rechts-und-der-panikmodus\">https:\/\/sezession.de\/58857\/marx-von-rechts-und-der-panikmodus<\/a> (21.10.2018)<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Statista (2018). Das Statistik-Portal. Statistik: <em>Europ\u00e4ische Union und Euro-Zone: Gesamtbev\u00f6lkerung von 2008 bis 2018<\/em>. Verf\u00fcgbar unter: <a href=\"https:\/\/de.statista.com\/statistik\/daten\/studie\/14035\/umfrage\/europaeische-union-bevoelkerung-einwohner\/\">https:\/\/de.statista.com\/statistik\/daten\/studie\/14035\/umfrage\/europaeische-union-bevoelkerung-einwohner\/<\/a> (21.10.2018)<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Statista (2018a). Das Statistik-Portal. Statistik: <em>Entwicklung der Geldmenge M3 in der Euro-Zone von 1997 bis Juli 2018<\/em>. Verf\u00fcgbar unter: <a href=\"https:\/\/de.statista.com\/statistik\/daten\/studie\/241829\/umfrage\/entwicklung-der-geldmenge-m3-in-der-euro-zone\/\">https:\/\/de.statista.com\/statistik\/daten\/studie\/241829\/umfrage\/entwicklung-der-geldmenge-m3-in-der-euro-zone\/<\/a> (21.10.2018)<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Suhr, D. (1983). <em>Geld ohne Mehrwert \u2013 Entlastung der Marktwirtschaft von monet\u00e4ren Transaktionskosten.<\/em> Fritz Knapp Verlag, Frankfurt am Main<\/span><\/p>\n<h2>Anmerkungen und Quellenangaben<\/h2>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Es ist in der wissenschaftlichen Untersuchung oft die Rede von dem jungen, eher gesellschaftskritischen Marx, der sich der Emanzipation des Arbeiters widmete und dem alten, reifen Marx, der sich st\u00e4rker auf die Analyse wirtschaftlicher Prozesse im Kapitalismus fokussierte. Diese Unterscheidung verwendet u.a. auch der Marx-Experte Michael Quante, der zusammen mit David Schweikard ein Handbuch \u00fcber die Person Marx und seine Lehren ver\u00f6ffentlicht hat.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Benoist, Fusaro &amp;Kaiser (2018, S. 12); Die Ausf\u00fchrungen gehen auf ein Vorwort des Herausgebers Philip Stein zur\u00fcck<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Marx war in erster Linie Philosoph und seine Kritik der politischen \u00d6konomie erscheint angesichts der uns heute bekannten Informationen als weniger \u00f6konomisch, weshalb die Lekt\u00fcre von Benoist, Fusaro und Kaiser durchaus als Ausgangspunkt einer Debatte \u00fcber die Webfehler des \u201e\u00f6konomischen Marx\u201c dienen kann.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Die \u201eExpropriation\u201c beschreibt die Enteignung von Besitz bzw. Eigentum. Marx und Engels postulierten ihrer Zeit die \u201eExpropriation der Expropriateure\u201c, die die Enteignung der Kapitalisten, der Expropriateure vorsieht.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> Benoist, Fusaro &amp; Kaiser (2018, S. 53)<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a> Marx selber war kein Marxist. Ihm wurde von Friedrich Engels folgendes Zitat zugeschrieben: &#8222;Alles, was ich wei\u00df, ist, dass ich kein Marxist bin.&#8220; Zur\u00fcckzuf\u00fchren auf MEW Bd. 37, S. 436 in einem Brief von Engels an Conrad Schmidt.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ftnref7\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a> Pfund-Sterling, englische W\u00e4hrung<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ftnref8\" name=\"_ftn8\">[8]<\/a> MEW 23 (1968, S. 168)<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ftnref9\" name=\"_ftn9\">[9]<\/a> Ebd, S. 181<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ftnref10\" name=\"_ftn10\">[10]<\/a> Ebd.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ftnref11\" name=\"_ftn11\">[11]<\/a> Im Kapitel <em>Die sogenannte urspr\u00fcngliche Akkumulation<\/em> schreibt Marxens: \u201e<em>Die Expropriateurs werden expropriiert<\/em>\u201c (MEW 1968, S. 791). Dies sei eine logische Folge aus der zuvor \u00fcber Gezeiten anhaltenden Enteignung des Volkes, der Massen durch die Kapitalisten. Marx geht hierbei davon aus, dass bei zunehmender Kapitalakkumulation auch die Profitrate, also der Mehrwert, reduziert wird. Die Ursache daf\u00fcr sei die Freisetzung von Arbeitskraft durch zunehmende Rationalisierung. Selbst die Kapitalisten werden dabei zunehmend \u00fcberfl\u00fcssig. Die gesellschaftlichen Spannungen werden dabei stets verst\u00e4rkt und erreichen schlie\u00dflich eine Kehrtwende. Die Revolution ist unausweichlich. Das Proletariat befreit sich und es kommt zur Vergesellschaftung der Gemeinmittel, also der Produktionsmittel. Der zuvor exploitierende Kapitalist wird also nun selbst enteignet.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ftnref12\" name=\"_ftn12\">[12]<\/a> Dies zeigt sich u.a. in folgender Aussage Marxens aus dem <em>Manifest der Kommunistischen Partei<\/em>: \u201eDas Kapital hat die Bev\u00f6lkerung agglomeriert, die Produktionsmittel zentralisiert und das Eigentum in wenigen H\u00e4nden konzentriert. Die Arbeiter, die sich st\u00fcckweise verkaufen m\u00fcssen, sind eine Ware wie jeder andere Handelsartikel und daher gleichm\u00e4\u00dfig allen Wechself\u00e4llen der Konkurrenz, allen Schwankungen des Marktes ausgesetzt.\u201c MEW Bd. (1972, S. 468)<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ftnref13\" name=\"_ftn13\">[13]<\/a> Benoist, Fusaro &amp; Kaiser (2018, S. 24)<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ftnref14\" name=\"_ftn14\">[14]<\/a> Ebd., S. 22<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ftnref15\" name=\"_ftn15\">[15]<\/a> Letztlich verdeutlichen die Machenschaften an den B\u00f6rsen, insbesondere die Over-the-Counter-Gesch\u00e4fte, dass Marx auch in Sachen Werttheorie vollkommen falsch lag. Diesen Umstand werden wir sp\u00e4ter noch genauer beleuchten.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ftnref16\" name=\"_ftn16\">[16]<\/a> Benoist, Fusaro &amp; Kaiser (2018, S. 30). Kaiser erw\u00e4hnt ihn im selben Atemzug mit Georges Sorel und Karl Polanyi, mit denen sich die franz\u00f6sische rechte Kapitalismuskritik besch\u00e4ftigte.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ftnref17\" name=\"_ftn17\">[17]<\/a> Inflation bedeutet die Verminderung des Geldwertes bzw. die allgemeine Steigerung des Preisniveaus, w\u00e4hrend Deflation das Gegenteil bedeutet, also die Steigerung der Kaufkraft des Geldes, was die Senkung des allgemeinen Preisniveaus bedeutet. Inflation entsteht, wenn die Nachfrage (Das Geld) das Angebot (Waren) \u00fcbersteigt. Deflation entsteht hingegen, wenn das Angebot (Ware) gr\u00f6\u00dfer ist als die Nachfrage (Geld).<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ftnref18\" name=\"_ftn18\">[18]<\/a> Vgl. dazu Suhr (1983). In seinem Buch <em>Geld ohne Mehrwert \u2013 Entlastung der Marktwirtschaft von monet\u00e4ren Transaktionskosten<\/em> beschreibt Dieter Suhr wie Proudhon seiner Zeit eine L\u00f6sung f\u00fcr das Mehrwertproblem, was letztlich auch eine Antwort auf die Soziale Frage bedeutet. Suhr bezeichnet nach Proudhon\u2019scher Auffassung den Inhaber des Geldes als \u201e<em>K\u00f6nig des Marktes<\/em>\u201c, der den Markt eine Sperre vorhalten k\u00f6nne.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ftnref19\" name=\"_ftn19\">[19]<\/a> Bischoff (2002, S. 399)<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ftnref20\" name=\"_ftn20\">[20]<\/a> Die Zahl bezieht sich auf Statista (2018) und gibt die Bev\u00f6lkerungszahl der Euro-Zone im Jahr 2018 an.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ftnref21\" name=\"_ftn21\">[21]<\/a> Dabei handelt es sich um die Geldmenge M3 innerhalb der Euro-Zone im Juli 2018. M3 umfasst Sichteinlagen, den gesamten Bargeldumlauf, zzgl. den kurzfristigen Termin. Und Spareinlagen. Zahlen beziehen sich auf Statista (2018a).<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ftnref22\" name=\"_ftn22\">[22]<\/a> Gegenstrom (2018)<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ftnref23\" name=\"_ftn23\">[23]<\/a> M\u00fcller (2010, S. 194)<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ftnref24\" name=\"_ftn24\">[24]<\/a> Siehe dazu u.a. ein Video von der TED-Konferenz im Jahre 2012, wo Glattfelder diese Ergebnisse pr\u00e4sentierte: <a href=\"https:\/\/www.ted.com\/talks\/james_b_glattfelder_who_controls_the_world?language=de#t-67925\">https:\/\/www.ted.com\/talks\/james_b_glattfelder_who_controls_the_world?language=de#t-67925<\/a>. Des Weiteren widmete auch Michael Meier in seinem Buch <em>Die Pl\u00fcnderung der Welt \u2013 Wie die Finanz-Eliten unsere Enteignung<\/em> planen diesem Umstand ein ganzes Kapitel.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ftnref25\" name=\"_ftn25\">[25]<\/a> MEW (1983, S. 363)<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ftnref26\" name=\"_ftn26\">[26]<\/a> Benoist, Fusaro &amp; Kaiser (2018, S. 71)<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ftnref27\" name=\"_ftn27\">[27]<\/a> Ebd., S. 84<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ftnref28\" name=\"_ftn28\">[28]<\/a> Ebd.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ftnref29\" name=\"_ftn29\">[29]<\/a> Ebd., S. 85<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ftnref30\" name=\"_ftn30\">[30]<\/a> Ebd., S. 88<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ftnref31\" name=\"_ftn31\">[31]<\/a> Mises (1924, S. 11)<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ftnref32\" name=\"_ftn32\">[32]<\/a> Benoist, Fusaro &amp; Kaiser (2018, S. 90-91)<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ftnref33\" name=\"_ftn33\">[33]<\/a> Ebd., S. 94<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ftnref34\" name=\"_ftn34\">[34]<\/a> Sezession (2018)<\/span><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bei dem nachfolgenden Text handelt es sich um eine Stellungnahme von dem Wirtschaftswissenschaftler Peter Steinborn, der sich hier als Vertreter des Arbeitskreises f\u00fcr Politische \u00d6konomie, welcher dem Institut MetaPol inbegriffen ist, zu Wort meldet. Der Arbeitskreis besch\u00e4ftigt sich mit Fragen zu wirtschafts- und finanzpolitischen Aspekten. Der Arbeitskreis besteht aus \u00d6konomen und Unternehmern, die sich der [&hellip;]<\/p>","protected":false},"author":22,"featured_media":1328,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_et_pb_use_builder":"","_et_pb_old_content":"","_et_gb_content_width":"","_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[7],"tags":[150,389,102,344,292,387,171,66,391,392,348,390],"class_list":["post-1340","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-debatte","tag-alain-de-benoist","tag-antikapitalismus-von-rechts","tag-jung-europa-verlag","tag-kapital","tag-kapitalismus","tag-karl-marx","tag-marxismus","tag-neue-rechte","tag-pierre-joseph-proudhon","tag-wertkritik","tag-zinseszins","tag-zinswirtschaft"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v26.2 - https:\/\/yoast.com\/wordpress\/plugins\/seo\/ -->\n<title>Karl Marx und die Neue Rechte \u2013 Vom Versuch einer Kapitalismuskritik - Gegenstrom<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/gegenstrom.org\/en\/karl-marx-und-die-neue-rechte-vom-versuch-einer-kapitalismuskritik\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"en_US\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Karl Marx und die Neue Rechte \u2013 Vom Versuch einer Kapitalismuskritik - Gegenstrom\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Bei dem nachfolgenden Text handelt es sich um eine Stellungnahme von dem Wirtschaftswissenschaftler Peter Steinborn, der sich hier als Vertreter des Arbeitskreises f\u00fcr Politische \u00d6konomie, welcher dem Institut MetaPol inbegriffen ist, zu Wort meldet. Der Arbeitskreis besch\u00e4ftigt sich mit Fragen zu wirtschafts- und finanzpolitischen Aspekten. Der Arbeitskreis besteht aus \u00d6konomen und Unternehmern, die sich der [&hellip;]\" \/>\n<meta property=\"og:url\" content=\"https:\/\/gegenstrom.org\/en\/karl-marx-und-die-neue-rechte-vom-versuch-einer-kapitalismuskritik\/\" \/>\n<meta property=\"og:site_name\" content=\"Gegenstrom\" \/>\n<meta property=\"article:publisher\" content=\"https:\/\/de-de.facebook.com\/rechteMetapolitik\/\" \/>\n<meta property=\"article:published_time\" content=\"2018-10-25T19:36:47+00:00\" \/>\n<meta property=\"article:modified_time\" content=\"2020-02-04T11:46:17+00:00\" \/>\n<meta property=\"og:image\" content=\"https:\/\/gegenstrom.org\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Marx_Kritik.jpg\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:width\" content=\"715\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:height\" content=\"300\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:type\" content=\"image\/jpeg\" \/>\n<meta name=\"author\" content=\"Peter Steinborn\" \/>\n<meta name=\"twitter:card\" content=\"summary_large_image\" \/>\n<meta name=\"twitter:label1\" content=\"Written by\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data1\" content=\"Peter Steinborn\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:label2\" content=\"Est. reading time\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data2\" content=\"40 minutes\" \/>\n<script type=\"application\/ld+json\" class=\"yoast-schema-graph\">{\"@context\":\"https:\/\/schema.org\",\"@graph\":[{\"@type\":\"Article\",\"@id\":\"https:\/\/gegenstrom.org\/karl-marx-und-die-neue-rechte-vom-versuch-einer-kapitalismuskritik\/#article\",\"isPartOf\":{\"@id\":\"https:\/\/gegenstrom.org\/karl-marx-und-die-neue-rechte-vom-versuch-einer-kapitalismuskritik\/\"},\"author\":{\"name\":\"Peter Steinborn\",\"@id\":\"https:\/\/gegenstrom.org\/#\/schema\/person\/40de2267a7d15eb30009c962eca594a1\"},\"headline\":\"Karl Marx und die Neue Rechte \u2013 Vom Versuch einer Kapitalismuskritik\",\"datePublished\":\"2018-10-25T19:36:47+00:00\",\"dateModified\":\"2020-02-04T11:46:17+00:00\",\"mainEntityOfPage\":{\"@id\":\"https:\/\/gegenstrom.org\/karl-marx-und-die-neue-rechte-vom-versuch-einer-kapitalismuskritik\/\"},\"wordCount\":7930,\"commentCount\":0,\"publisher\":{\"@id\":\"https:\/\/gegenstrom.org\/#organization\"},\"image\":{\"@id\":\"https:\/\/gegenstrom.org\/karl-marx-und-die-neue-rechte-vom-versuch-einer-kapitalismuskritik\/#primaryimage\"},\"thumbnailUrl\":\"https:\/\/gegenstrom.org\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Marx_Kritik.jpg\",\"keywords\":[\"Alain de Benoist\",\"Antikapitalismus von rechts\",\"Jung Europa Verlag\",\"Kapital\",\"Kapitalismus\",\"Karl Marx\",\"Marxismus\",\"Neue Rechte\",\"Pierre-Joseph Proudhon\",\"Wertkritik\",\"Zinseszins\",\"Zinswirtschaft\"],\"articleSection\":[\"Debatte\"],\"inLanguage\":\"en-US\"},{\"@type\":\"WebPage\",\"@id\":\"https:\/\/gegenstrom.org\/karl-marx-und-die-neue-rechte-vom-versuch-einer-kapitalismuskritik\/\",\"url\":\"https:\/\/gegenstrom.org\/karl-marx-und-die-neue-rechte-vom-versuch-einer-kapitalismuskritik\/\",\"name\":\"Karl Marx und die Neue Rechte \u2013 Vom Versuch einer Kapitalismuskritik - Gegenstrom\",\"isPartOf\":{\"@id\":\"https:\/\/gegenstrom.org\/#website\"},\"primaryImageOfPage\":{\"@id\":\"https:\/\/gegenstrom.org\/karl-marx-und-die-neue-rechte-vom-versuch-einer-kapitalismuskritik\/#primaryimage\"},\"image\":{\"@id\":\"https:\/\/gegenstrom.org\/karl-marx-und-die-neue-rechte-vom-versuch-einer-kapitalismuskritik\/#primaryimage\"},\"thumbnailUrl\":\"https:\/\/gegenstrom.org\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Marx_Kritik.jpg\",\"datePublished\":\"2018-10-25T19:36:47+00:00\",\"dateModified\":\"2020-02-04T11:46:17+00:00\",\"breadcrumb\":{\"@id\":\"https:\/\/gegenstrom.org\/karl-marx-und-die-neue-rechte-vom-versuch-einer-kapitalismuskritik\/#breadcrumb\"},\"inLanguage\":\"en-US\",\"potentialAction\":[{\"@type\":\"ReadAction\",\"target\":[\"https:\/\/gegenstrom.org\/karl-marx-und-die-neue-rechte-vom-versuch-einer-kapitalismuskritik\/\"]}]},{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"en-US\",\"@id\":\"https:\/\/gegenstrom.org\/karl-marx-und-die-neue-rechte-vom-versuch-einer-kapitalismuskritik\/#primaryimage\",\"url\":\"https:\/\/gegenstrom.org\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Marx_Kritik.jpg\",\"contentUrl\":\"https:\/\/gegenstrom.org\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Marx_Kritik.jpg\",\"width\":715,\"height\":300},{\"@type\":\"BreadcrumbList\",\"@id\":\"https:\/\/gegenstrom.org\/karl-marx-und-die-neue-rechte-vom-versuch-einer-kapitalismuskritik\/#breadcrumb\",\"itemListElement\":[{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":1,\"name\":\"Startseite\",\"item\":\"https:\/\/gegenstrom.org\/\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":2,\"name\":\"Karl Marx und die Neue Rechte \u2013 Vom Versuch einer Kapitalismuskritik\"}]},{\"@type\":\"WebSite\",\"@id\":\"https:\/\/gegenstrom.org\/#website\",\"url\":\"https:\/\/gegenstrom.org\/\",\"name\":\"Gegenstrom\",\"description\":\"Plattform f\u00fcr rechte Metapolitik\",\"publisher\":{\"@id\":\"https:\/\/gegenstrom.org\/#organization\"},\"potentialAction\":[{\"@type\":\"SearchAction\",\"target\":{\"@type\":\"EntryPoint\",\"urlTemplate\":\"https:\/\/gegenstrom.org\/?s={search_term_string}\"},\"query-input\":{\"@type\":\"PropertyValueSpecification\",\"valueRequired\":true,\"valueName\":\"search_term_string\"}}],\"inLanguage\":\"en-US\"},{\"@type\":\"Organization\",\"@id\":\"https:\/\/gegenstrom.org\/#organization\",\"name\":\"Metapol Verlag & Medien\",\"url\":\"https:\/\/gegenstrom.org\/\",\"logo\":{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"en-US\",\"@id\":\"https:\/\/gegenstrom.org\/#\/schema\/logo\/image\/\",\"url\":\"https:\/\/gegenstrom.org\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/WMB_Senkrecht_Farbe_M-e1574681161133.png\",\"contentUrl\":\"https:\/\/gegenstrom.org\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/WMB_Senkrecht_Farbe_M-e1574681161133.png\",\"width\":300,\"height\":219,\"caption\":\"Metapol Verlag & Medien\"},\"image\":{\"@id\":\"https:\/\/gegenstrom.org\/#\/schema\/logo\/image\/\"},\"sameAs\":[\"https:\/\/de-de.facebook.com\/rechteMetapolitik\/\",\"https:\/\/www.youtube.com\/channel\/UCvQizs-yQ8YapMiyuD6wDrw\"]},{\"@type\":\"Person\",\"@id\":\"https:\/\/gegenstrom.org\/#\/schema\/person\/40de2267a7d15eb30009c962eca594a1\",\"name\":\"Peter Steinborn\",\"url\":\"https:\/\/gegenstrom.org\/en\/author\/peter-steinborn\/\"}]}<\/script>\n<!-- \/ Yoast SEO plugin. -->","yoast_head_json":{"title":"Karl Marx und die Neue Rechte \u2013 Vom Versuch einer Kapitalismuskritik - Gegenstrom","robots":{"index":"index","follow":"follow","max-snippet":"max-snippet:-1","max-image-preview":"max-image-preview:large","max-video-preview":"max-video-preview:-1"},"canonical":"https:\/\/gegenstrom.org\/en\/karl-marx-und-die-neue-rechte-vom-versuch-einer-kapitalismuskritik\/","og_locale":"en_US","og_type":"article","og_title":"Karl Marx und die Neue Rechte \u2013 Vom Versuch einer Kapitalismuskritik - Gegenstrom","og_description":"Bei dem nachfolgenden Text handelt es sich um eine Stellungnahme von dem Wirtschaftswissenschaftler Peter Steinborn, der sich hier als Vertreter des Arbeitskreises f\u00fcr Politische \u00d6konomie, welcher dem Institut MetaPol inbegriffen ist, zu Wort meldet. Der Arbeitskreis besch\u00e4ftigt sich mit Fragen zu wirtschafts- und finanzpolitischen Aspekten. Der Arbeitskreis besteht aus \u00d6konomen und Unternehmern, die sich der [&hellip;]","og_url":"https:\/\/gegenstrom.org\/en\/karl-marx-und-die-neue-rechte-vom-versuch-einer-kapitalismuskritik\/","og_site_name":"Gegenstrom","article_publisher":"https:\/\/de-de.facebook.com\/rechteMetapolitik\/","article_published_time":"2018-10-25T19:36:47+00:00","article_modified_time":"2020-02-04T11:46:17+00:00","og_image":[{"width":715,"height":300,"url":"https:\/\/gegenstrom.org\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Marx_Kritik.jpg","type":"image\/jpeg"}],"author":"Peter Steinborn","twitter_card":"summary_large_image","twitter_misc":{"Written by":"Peter Steinborn","Est. reading time":"40 minutes"},"schema":{"@context":"https:\/\/schema.org","@graph":[{"@type":"Article","@id":"https:\/\/gegenstrom.org\/karl-marx-und-die-neue-rechte-vom-versuch-einer-kapitalismuskritik\/#article","isPartOf":{"@id":"https:\/\/gegenstrom.org\/karl-marx-und-die-neue-rechte-vom-versuch-einer-kapitalismuskritik\/"},"author":{"name":"Peter Steinborn","@id":"https:\/\/gegenstrom.org\/#\/schema\/person\/40de2267a7d15eb30009c962eca594a1"},"headline":"Karl Marx und die Neue Rechte \u2013 Vom Versuch einer Kapitalismuskritik","datePublished":"2018-10-25T19:36:47+00:00","dateModified":"2020-02-04T11:46:17+00:00","mainEntityOfPage":{"@id":"https:\/\/gegenstrom.org\/karl-marx-und-die-neue-rechte-vom-versuch-einer-kapitalismuskritik\/"},"wordCount":7930,"commentCount":0,"publisher":{"@id":"https:\/\/gegenstrom.org\/#organization"},"image":{"@id":"https:\/\/gegenstrom.org\/karl-marx-und-die-neue-rechte-vom-versuch-einer-kapitalismuskritik\/#primaryimage"},"thumbnailUrl":"https:\/\/gegenstrom.org\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Marx_Kritik.jpg","keywords":["Alain de Benoist","Antikapitalismus von rechts","Jung Europa Verlag","Kapital","Kapitalismus","Karl Marx","Marxismus","Neue Rechte","Pierre-Joseph Proudhon","Wertkritik","Zinseszins","Zinswirtschaft"],"articleSection":["Debatte"],"inLanguage":"en-US"},{"@type":"WebPage","@id":"https:\/\/gegenstrom.org\/karl-marx-und-die-neue-rechte-vom-versuch-einer-kapitalismuskritik\/","url":"https:\/\/gegenstrom.org\/karl-marx-und-die-neue-rechte-vom-versuch-einer-kapitalismuskritik\/","name":"Karl Marx und die Neue Rechte \u2013 Vom Versuch einer Kapitalismuskritik - Gegenstrom","isPartOf":{"@id":"https:\/\/gegenstrom.org\/#website"},"primaryImageOfPage":{"@id":"https:\/\/gegenstrom.org\/karl-marx-und-die-neue-rechte-vom-versuch-einer-kapitalismuskritik\/#primaryimage"},"image":{"@id":"https:\/\/gegenstrom.org\/karl-marx-und-die-neue-rechte-vom-versuch-einer-kapitalismuskritik\/#primaryimage"},"thumbnailUrl":"https:\/\/gegenstrom.org\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Marx_Kritik.jpg","datePublished":"2018-10-25T19:36:47+00:00","dateModified":"2020-02-04T11:46:17+00:00","breadcrumb":{"@id":"https:\/\/gegenstrom.org\/karl-marx-und-die-neue-rechte-vom-versuch-einer-kapitalismuskritik\/#breadcrumb"},"inLanguage":"en-US","potentialAction":[{"@type":"ReadAction","target":["https:\/\/gegenstrom.org\/karl-marx-und-die-neue-rechte-vom-versuch-einer-kapitalismuskritik\/"]}]},{"@type":"ImageObject","inLanguage":"en-US","@id":"https:\/\/gegenstrom.org\/karl-marx-und-die-neue-rechte-vom-versuch-einer-kapitalismuskritik\/#primaryimage","url":"https:\/\/gegenstrom.org\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Marx_Kritik.jpg","contentUrl":"https:\/\/gegenstrom.org\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Marx_Kritik.jpg","width":715,"height":300},{"@type":"BreadcrumbList","@id":"https:\/\/gegenstrom.org\/karl-marx-und-die-neue-rechte-vom-versuch-einer-kapitalismuskritik\/#breadcrumb","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Startseite","item":"https:\/\/gegenstrom.org\/"},{"@type":"ListItem","position":2,"name":"Karl Marx und die Neue Rechte \u2013 Vom Versuch einer Kapitalismuskritik"}]},{"@type":"WebSite","@id":"https:\/\/gegenstrom.org\/#website","url":"https:\/\/gegenstrom.org\/","name":"Gegenstrom","description":"Plattform f\u00fcr rechte Metapolitik","publisher":{"@id":"https:\/\/gegenstrom.org\/#organization"},"potentialAction":[{"@type":"SearchAction","target":{"@type":"EntryPoint","urlTemplate":"https:\/\/gegenstrom.org\/?s={search_term_string}"},"query-input":{"@type":"PropertyValueSpecification","valueRequired":true,"valueName":"search_term_string"}}],"inLanguage":"en-US"},{"@type":"Organization","@id":"https:\/\/gegenstrom.org\/#organization","name":"Metapol Verlag & Medien","url":"https:\/\/gegenstrom.org\/","logo":{"@type":"ImageObject","inLanguage":"en-US","@id":"https:\/\/gegenstrom.org\/#\/schema\/logo\/image\/","url":"https:\/\/gegenstrom.org\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/WMB_Senkrecht_Farbe_M-e1574681161133.png","contentUrl":"https:\/\/gegenstrom.org\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/WMB_Senkrecht_Farbe_M-e1574681161133.png","width":300,"height":219,"caption":"Metapol Verlag & Medien"},"image":{"@id":"https:\/\/gegenstrom.org\/#\/schema\/logo\/image\/"},"sameAs":["https:\/\/de-de.facebook.com\/rechteMetapolitik\/","https:\/\/www.youtube.com\/channel\/UCvQizs-yQ8YapMiyuD6wDrw"]},{"@type":"Person","@id":"https:\/\/gegenstrom.org\/#\/schema\/person\/40de2267a7d15eb30009c962eca594a1","name":"Peter Steinborn","url":"https:\/\/gegenstrom.org\/en\/author\/peter-steinborn\/"}]}},"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/gegenstrom.org\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Marx_Kritik.jpg","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/gegenstrom.org\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1340","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/gegenstrom.org\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/gegenstrom.org\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gegenstrom.org\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/22"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gegenstrom.org\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1340"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/gegenstrom.org\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1340\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gegenstrom.org\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1328"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/gegenstrom.org\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1340"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/gegenstrom.org\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1340"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/gegenstrom.org\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1340"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}