{"id":1313,"date":"2018-10-15T16:50:54","date_gmt":"2018-10-15T14:50:54","guid":{"rendered":"https:\/\/gegenstrom.org\/?p=1313"},"modified":"2024-10-03T20:01:52","modified_gmt":"2024-10-03T18:01:52","slug":"neue-wege-teil-iii","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gegenstrom.org\/en\/neue-wege-teil-iii\/","title":{"rendered":"Neue Wege &#8211; Teil III"},"content":{"rendered":"<p style=\"font-size: 18px;\"><em>In dem dritten und letzten Teil der Artikelserie &#8222;Neue Wege &#8211; Die Aussichtslosigkeit des politischen Kampfes und seiner Ursachen&#8220; geht der Verfasser, <strong>Tom Dieke<\/strong>, auf den Dualismus zwischen dem politischen Aktivismus und dem fundamentalen Isolationismus ein und skizziert dem Leser eine dritte M\u00f6glichkeit als neuen L\u00f6sungsansatz zwischen den beiden bekannten Strategien. Dabei scheut sich Dieke keinesfalls auch die Strategen der Neuen wie der Alten Rechten zu kritisieren und denselben eine eigene Konzeption gegen\u00fcberzustellen. Die Redaktion<\/em><\/p>\r\n\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n\r\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die Aussichtslosigkeit des politischen Kampfes und seiner Ursachen<\/h2>\r\n\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n\r\n<p style=\"font-size: 18px;\">Dieser Meinungsbeitrag stellt den letzten Teil unserer Reihe dar, die in ihren ersten beiden Artikeln Meinungsvertreter unkonventioneller Formen der politischen Aktion vorstellte. Der Ursprung dieser Beitragsreihe liegt im pers\u00f6nlichen Suchen des Autoren nach einer Antwort auf die Frage \u201eWas tun?\u201c begr\u00fcndet. Wie einst Lenin in seinem Werk stellen sich auch heute viele politische Nonkonformisten dieselbe Frage. Trotz einer zuvor schier unglaublich erscheinenden Notlage unseres Volkes befinden sich gerade zum jetzigen Zeitpunkt viele Rechte in einem politisch-aktionistischen Vakuum. Entt\u00e4uscht oder abgesto\u00dfen vom stark subkulturell sowie durch personelle und strategische Entt\u00e4uschungen gepr\u00e4gten\u00a0 Lager der \u201eAltrechten\u201c finden sie auch in den j\u00fcngeren Organisationen und Bewegungen der \u201eNeurechten\u201c keine politische Heimat.* Die in den vorausgegangenen Beitr\u00e4gen vorgestellten Akteure stellen dieser Differenzierung folgend sowohl einen Vertreter der \u201eAltrechten\u201c als auch einen Vertreter der \u201eNeurechten\u201c dar. So werden sie auch innerhalb des rechten Milieus wahrgenommen. Ihre Aktionsform ist dabei mehr oder weniger au\u00dfergew\u00f6hnlich. Im Folgenden sollen sowohl die Wege der betrachteten Akteure kritisch beleuchtet, als auch der Antwort auf die Frage nach dem, was zu tun ist, nachgegangen werden. Diesen Suchenden ist diese Reihe gewidmet.<\/p>\r\n\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n\r\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die Aktionisten und der Status Quo<\/h2>\r\n\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n\r\n<p style=\"font-size: 18px;\">In Anbetracht der gegenw\u00e4rtigen politischen Lage unseres Volkes sowie der nord-, west- und s\u00fcdeurop\u00e4ischen Nachbarv\u00f6lker scheint f\u00fcr viele die Frage nach dem, was zu tun sei, bereits gekl\u00e4rt. Immer wieder betonen sie, dass uns die Zeit davon laufe und es daher gar keine andere Wahl g\u00e4be, als jetzt aktiv zu werden. Dieser Aktionismus ergie\u00dft sich dann zumeist in mehr oder weniger kreativen Protestformen des Stra\u00dfenaktionismus (u.a. Flugbl\u00e4tter verteilen, Plakate kleben, Transparente an Br\u00fccken anbringen) oder im parlamentarischen Wettstreit (u. a. im Durchf\u00fchren von Wahlk\u00e4mpfen, Infost\u00e4nden). Diese Folgekette findet sich in der gleichen Form im alt- sowie im neurechten Lager wieder. Ob nun JN oder IB, NPD oder AfD \u2013 die Mittel des Aktionismus sind die gleichen. Festzuhalten ist, dass sich die Akteure dabei im Regelfall der vom System zur Verf\u00fcgung gestellten, zumindest aber mehr oder weniger geduldeten Mittel bedienen. Stellt die parlamentarische Arbeit einen zu 100% systemkonformen Weg dar, bewegen sich auch die ggf. illegalen Aktionsformen, wie das n\u00e4chtliche Bekleben von Laternenpfeilern oder Litfa\u00dfs\u00e4ulen eher im geduldeten Bereich des \u201ezivilen Ungehorsams\u201c (unabh\u00e4ngig der im Falle einer strafrechtlichen Verfolgung verh\u00e4ngten Urteile gegen die Urheber).<\/p>\r\n\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n\r\n<p style=\"font-size: 18px;\"><em>These: Der offensive politische Aktivismus hat in den vergangenen Jahren (sp\u00e4testens seit dem Aufkommen der AfD) durchaus wirksame politische Erfolge verzeichnen k\u00f6nnen und ist deshalb der richtige Weg f\u00fcr die deutsche Rechte.<\/em><\/p>\r\n\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n\r\n<p style=\"font-size: 18px;\"><em>Gegenthese: Ein System kann nicht mit den eigens zur Verf\u00fcgung gestellten Mitteln \u00fcberw\u00e4ltigt werden.<\/em><\/p>\r\n\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n\r\n<p style=\"font-size: 18px;\">Wenn Steffen Hupka in seinem 2012 erschienenen Heft schreibt, dass das Nationale Lager an einer immanenten Erfolglosigkeit krankt, dann ist diese Aussage in Anbetracht des Zeitraums ihrer Niederschrift durchaus gerechtfertigt. Zwar gelang es in einzelnen F\u00e4llen, bei einer Landtagswahl kleine Erfolge zu erringen (bspw. der Einzug der NPD unter Holger Apfel in den s\u00e4chsischen Landtag, der sogar zweifache Einzug der NPD in Mecklenburg-Vorpommern oder die Erfolge der Republikaner ihrer Zeit), eine durchschlagende Wirkung und Nachhaltigkeit wurde jedoch nicht erreicht. Oftmals schieden die Parteien aufgrund personeller Defizite und schierer Inkompetenz wieder aus (bspw. die DVU in Brandenburg). Fl\u00e4chendeckend vertretene, fest gewachsene Strukturen, die \u00fcber ein gesundes Netzwerk aus Unternehmern, Immobilien o. \u00c4. verf\u00fcgen, sind nicht erwachsen. Auch von einer Hoheit auf der Stra\u00dfe kann keine Rede sein. Autonome Nationalisten, Freie Kameradschaften und andere Gruppen konnten zwar zu bestimmten Regelterminen mehrere tausend Leute mobilisieren, doch hielten sich diese Termine \u00fcber das Jahr verteilt meist sehr rar.<\/p>\r\n\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n\r\n<p style=\"font-size: 18px;\">Diese Situation mag sich f\u00fcr viele mit dem Aufkommen der AfD ver\u00e4ndert haben. Schlie\u00dflich sitzt diese sehr junge Partei mittlerweile in 14 von 16 Landesparlamenten sowie dem deutschen Bundestag, was keiner Rechtspartei seit 1945 verg\u00f6nnt war. Auch im Europaparlament ist die AfD vertreten. Sie hat es somit zu einer parlamentarisch durchaus ernstzunehmenden Institution innerhalb des deutschen Parteiensystems gebracht. Demonstrationen der AfD weisen zumindest im Osten der Republik mittlerweile auch ein Mobilisierungspotential einiger tausend Teilnehmer auf. Zudem sitzen gef\u00fchlt so viele AfD-Mitglieder in den \u00f6ffentlich-rechtlich finanzierten Gespr\u00e4chsrunden, wie in der gesamten Zeit der deutschen rechten Nachkriegsbewegung nicht. Dass die AfD sogar auch im von vielen bereits verloren geglaubten Westen immerhin Achtungserfolge erlangen konnte (z. B. in Niedersachsen, Bremen oder Schleswig-Holstein), d\u00fcrfte vielen Grund zur Hoffnung geben.<\/p>\r\n\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n\r\n<p style=\"font-size: 18px;\">Mit dem parlamentarischen Erfolg der AfD \u2013 diesen muss man ihr neidlos zuerkennen \u2013 traten auch andere Gruppen in Deutschland auf, die f\u00fcr eine entsprechende Reichweite gesorgt haben. Ma\u00dfgeblich hervorzuheben sind hierbei das Ph\u00e4nomen PEGIDA sowie die Identit\u00e4re Bewegung Deutschland, welche ihrem franz\u00f6sischen Vorg\u00e4ngermodell einige Jahre sp\u00e4ter folgte. Dass PEGIDA in Dresden geboren wurde und bis heute immer noch Montagsspazierg\u00e4nger auf die Stra\u00dfen zieht, ist mit Sicherheit kein Zufall. Ein solches Modell w\u00e4re in Westdeutschland selbstverst\u00e4ndlich undenkbar. Ebenso wie die Tatsache, dass sich zeitweilig \u00fcber 20.000 Menschen verschiedenster weltanschaulicher oder organisatorischer Herkunft dort versammelt haben (von Hooligans, NPD- und IB-Anh\u00e4ngern sowie AfD, Burschenschaft und B\u00fcrgertum war alles vorhanden). Die Identit\u00e4re Bewegung hat insbesondere durch ihre spektakul\u00e4ren Aktionen f\u00fcr Aufsehen gesorgt, allen voran sei die Besteigung des Brandenburger Tors oder die Defend Europe-Aktion genannt. Zahlenm\u00e4\u00dfig ist die IB mit Sicherheit nicht gr\u00f6\u00dfer als andere rechte Jugendorganisationen in der Vergangenheit (wie bspw. die JN). Durch eine gute Selbstdarstellung in den sozialen Medien sowie eine frische, unverbrauchte Eigenvermarktung und Symbolik gelang es ihr aber, entsprechend gr\u00f6\u00dfer wahrgenommen zu werden. Die enge Verzahnung mit dem Institut f\u00fcr Staatspolitik und G\u00f6nnern wie G\u00f6tz Kubitschek war dabei mit Sicherheit auch nicht hinderlich. Im Gegenteil schaffte es die IB mit ihrem Hausprojekt \u201eFlammberg\u201c in Halle (Saale) bundesweit in die Schlagzeilen. Was andere rechte Jugendgruppen in der Vergangenheit verpasst haben, haben die IBler geschafft \u2013 Sie haben eine Art Kult um ihre Gruppe begr\u00fcndet, der nat\u00fcrlich insbesondere auf sehr junge, frisch der Pubert\u00e4t entwachsene Leute eine gro\u00dfe Anziehungskraft aus\u00fcbt. B\u00fccher, Bekleidungsmarken, das Lambda-Logo sowie eigene Musiker wie \u201eKomplott\u201c oder \u201eChris Ares\u201c runden das metapolitische Konzept der IB ab.<\/p>\r\n\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n\r\n<p style=\"font-size: 18px;\">Viele, die bereits vor Aufkommen der zuvor genannten Akteure im rechten Milieu unterwegs waren, sehen zweifellos gro\u00dfes Potential in diesen neuen Rechten, den \u201eNeurechten\u201c. Wer 2008 in den Widerstand stie\u00df, konnte sich, sobald er erst einmal vom revolution\u00e4ren Eifer der Anfangszeit befreit war, kaum vorstellen, dass \u00fcberhaupt einmal eine rechte Partei in den deutschen Bundestag einziehen w\u00fcrde. H\u00f6rt man sich manche Reden von Fraktionschefin Alice Weidel oder Gottfried Curio einmal an, so ist zweifellos unbestreitbar, dass derlei Aussagen in diesem Hause Zeit seines Bestehens mit Sicherheit nicht zu vernehmen waren. Die Akteure der Neurechten dienen vielen der Altrechten somit eindeutig als Hoffnungsschimmer und Wegbereiter eines Weges, den sie oft selbst nicht in der Lage waren zu ebnen. Es ist zudem kein Geheimnis, dass viele Verantwortliche der Neurechten ihren Ursprung in der Altrechten haben. Dieser haben sie aus den verschiedensten Gr\u00fcnden den R\u00fccken zugekehrt. Einige waren personell entt\u00e4uscht, andere konnten sich nie in den vorhandenen Strukturen einfinden. Wiederum andere kritisierten ein \u201ezu viel an Hitler\u201c und \u201ezu wenig an Modernit\u00e4t\u201c und noch andere sahen mit Sicherheit auch die g\u00fcnstige Gelegenheit, in den neuen Strukturen direkt Verantwortung zu \u00fcbernehmen. Die Erfolglosigkeit der Altrechten mag bei alldem auch eine entscheidende Rolle gespielt haben. Umso interessanter ist es dann, zu welchem Urteilsverm\u00f6gen der scheinbare Erfolg der neuen Akteure bei so manchen gef\u00fchrt hat. Nicht wenige, die in fr\u00fcheren Zeiten nicht \u201eradikal\u201c und \u201esozialistisch\u201c genug sein konnten, scheinen aufgrund des vermeintlichen Erfolges durchaus bereit zu sein, ihre fr\u00fcheren Prinzipien und Ideale einfach \u00fcber Bord zu werfen. Hierin liegt auch das gr\u00f6\u00dfte Problem eben jener Gruppierungen des offensiven politischen Widerstandes.<\/p>\r\n\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n\r\n<p style=\"font-size: 18px;\">Wie eingangs erw\u00e4hnt, stellt der parlamentarische Weg, bei all seinen vermeintlichen Vorz\u00fcgen (straffreie Bet\u00e4tigung, hohe Abgeordnetengeh\u00e4lter, feste Budgetierung usw.) einen zu einhundert Prozent den Regeln des Systems unterliegenden Wettbewerb dar. Das parlamentarische System verf\u00fcgt \u00fcber entsprechende Hebel, die vorbeugend wirken, sollte es eine Kraft geben, die dieses System ver\u00e4ndern oder sogar aufl\u00f6sen k\u00f6nnte. Die Gebundenheit an Mehrheitsbeschl\u00fcsse und der Genuss des hohen Gehalts wirken sich zudem oftmals negativ auf die charakterliche Eignung des Personals aus. Menschen, die dieses System der Masse, der Intrigen und L\u00fcgen bestens beherrschen, schaffen es an die Spitze, wohingegen die Idealisten an den demokratischen Institutionen zugrunde gehen. Dieses Gesetz, auch bekannt als das \u201eEherne Gesetz der Oligarchie\u201c holt zwangsl\u00e4ufig jede Partei ein. Unabh\u00e4ngig von dieser grundlegenden Kritik am parlamentarischen Weg ist es schon beeindruckend, mit welcher Naivit\u00e4t und Liberalit\u00e4t viele Rechte der AfD gegen\u00fcbertreten. Fakt ist n\u00e4mlich auch, dass diese Partei neben ihren prozentualen Erfolgen eine homosexuelle Fraktionschefin hat, die in ihrer Beziehung mehrere Kinder erzieht. Die AfD weist zudem einen nicht unbetr\u00e4chtlichen Anteil an Nicht-Deutschen auf, die als Abgeordnete in den Parlamenten sitzen. Man erinnert sich noch gut an die Anfeindungen der vermeintlich \u201eRadikalen\u201c, als Safet Babic in die NPD aufgenommen wurde. Dass die AfD eine durchweg markt-liberale Partei und alles andere als sozialistisch im Sinne der Gemeinschaft aller Deutschen ist, ist unbestreitbar. Ausl\u00e4nder, die sich \u201egut integriert\u201c haben und wirtschaftlichen Nutzen bringen, sind dieser Partei willkommen. Ebenso wie die NATO. Bei der NPD war man da um einiges kritischer. Gab es damals in der Rechten noch durchaus Streit dar\u00fcber, warum auf Veranstaltungen kapitalistische Marken wie Coca-Cola ausgeschenkt werden, sind derlei Diskussionen in den neuen Gruppen schier nicht existent. Was hat sich der vermeintlich radikal-sozialistische Fl\u00fcgel \u00fcber bei McDonalds essende und Mercedes fahrende Landtagsabgeordnete aufgeregt. Alles wurde plattgetreten, jede Handlung kommentiert. Bei der AfD scheint dies wie weggewischt. Gleiches gilt auch f\u00fcr PEGIDA, an deren Spitze ein verurteilter Drogenh\u00e4ndler steht. Der vermeintliche Erfolg scheint vieles zu verzeihen.<\/p>\r\n\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n\r\n<p style=\"font-size: 18px;\">Legt man den Blick auf die aktionistischen Gruppen, wird schnell klar, dass all ihre Aktionen eher Strohfeuern gleichen, die schnell und stark aufleuchten, jedoch auch genauso schnell verl\u00f6schen. Auf der einen Seite von den Social Media-Plattformen profitierend, sind sie ihnen und ihren Gesetzen vollkommen unterlegen. \u201eWas gestern in der Zeitung stand, daran denkt heute keiner mehr\u201c hei\u00dft es im Volksmund. Die Digitalisierung hat diese Zyklen stark verk\u00fcrzt. Alles dreht sich nur noch um \u201eKlicks\u201c und \u201eLikes\u201c. Jede Aktion ist nur eine von Millionen News und Tags. Getrieben davon, die Reichweite zu halten und m\u00f6glichst sogar zu erh\u00f6hen, begibt man sich in das Hamsterrad des rastlosen Aktivismus. Zuvor get\u00e4tigte Aktionen m\u00fcssen \u00fcbertroffen, die Klickrate erh\u00f6ht werden. Das Problem ist, dass dieser Aktionismus stark stimmungsabh\u00e4ngig ist. In der Regel kann er nur reagieren. Er taugt jedoch nicht, neue Themen zu platzieren. Wenn Ruhe herrscht, m\u00f6chte der B\u00fcrger nicht in seiner Ruhe gest\u00f6rt werden. In der letzten Provinz kann man keine Aufkleber auf Laternen gebrauchen und Transparente an Autobahnbr\u00fccken rei\u00dfen heute auch niemanden wirklich mehr vom Hocker. Der Spielraum des Aktionismus ist zudem begrenzt, solange man sich im legalen Rahmen bewegen m\u00f6chte, was nur ratsam ist. Dieser Rahmen scheint ausgesch\u00f6pft. Mit den Aktionen der IB wurden alle Gr\u00f6\u00dfenrekorde an finanziellem Aufwand und logistischer Leistung \u00fcbertroffen. Dennoch erinnern sich vermutlich nur noch Rechte oder Linke, d.h. ohnehin an derlei in irgendeiner Form Interessierte an diese Aktionen. Kein B\u00fcrger wird sich heute noch daran erinnern, dass vor zwei Jahren mehrere junge Aktivisten sich ein Herz gefasst und das Brandenburger Tor bestiegen haben. Man muss so ehrlich sein: Derlei Aktionen m\u00f6gen manchen 16-J\u00e4hrigen beeindrucken und dem Rest eine Genugtuung sein, f\u00fcr ein v\u00f6lkisches Erwachen werden sie nicht sorgen. Daf\u00fcr ist die politische Aktion heute bereits zu sehr zur \u201eKonsumware\u201c verkommen, die man jeden Tag auf dem Smartphone, Tablet, Computer, im Fernsehen oder Radio als gern genommene Abwechslung ansieht. Die Tatsache, dass man durch einen anonymisierten \u201eLike\u201c dem Ganzen irgendwie auch noch zustimmen kann, reduziert insgesamt sogar die Bereitschaft, tats\u00e4chlich aktiv zu werden. Jede nachfolgende Generation wird st\u00e4rker durch dieses scheinbare \u00dcberangebot gepr\u00e4gt sein und damit Tugenden wie Fokussiertheit, Zuverl\u00e4ssigkeit und Bescheidenheit \u00a0mehr und mehr vermissen lassen. Dar\u00fcber klagen nicht nur politische Aktivisten, sondern auch wirtschaftliche Unternehmen. Die Jugend des liberalkapitalistischen Zeitalters, welche zwangsl\u00e4ufig die Jugend der aktionistischen Gruppen ist, wird mit jeder Generation liberaler, digitaler, abh\u00e4ngiger und unselbstst\u00e4ndiger. Gruppenleiter der IB, JN, oder Jungen Alternative werden diesem Sachverhalt z\u00e4hneknirschend zustimmen m\u00fcssen, genau wie jeder Leiter einer Jugendfeuerwehr oder eines Fu\u00dfballvereins. Schaut man sich die subkulturellen Ausw\u00fcchse in diesen Gruppierungen an, sollte sp\u00e4testens dies als Best\u00e4tigung daf\u00fcr dienen. Die Liberalisierung hat auch in rechten Kreisen eindeutig Einzug gehalten. Wechselnde Geschlechtspartner, Patchwork, sogar vermehrter Konsum von illegalen Substanzen wie Cannabis sind tats\u00e4chlich keine Einzelerscheinungen mehr. Das Streben danach, die Werte, die man vorgibt zu verk\u00f6rpern, auch in die lebendige Tat umzusetzen, ist oftmals nicht vorhanden. Anstatt den aktivsten Beitrag zum Erhalt des eigenen Volkes zu forcieren, n\u00e4mlich eine intakte Familie zu gr\u00fcnden, st\u00fcrzen sich die jungen Aktivisten in ihre Abenteuer, welche ganz nebenbei oftmals noch vom b\u00fcrgerlichen Elternhaus indirekt finanziert werden, denn auch der Typus des Dauerstudenten, der \u201eirgendwas mit Medien\u201c machen will, hat bereits l\u00e4ngst seinen festen Platz im rechten Milieu gefunden. Andere argumentieren, es sei keine Zeit f\u00fcr Kinder. Doch mit dem \u201eVolkstod\u201c- oder \u201eDer gro\u00dfe Austausch\u201c-Transparent in der Hand wird sich die demographische Situation praktisch nicht verbessern. Getrieben von dem Glauben, dass die Zeit bald abgelaufen sei, verliert sich der gutbeseelte Aktivist selbst in den Wirren des politischen Schlachtenget\u00fcmmels. Es ergibt sich ein endlos erscheinender Kreislauf. Der Aktivist befindet sich im Hamsterrad, in dem er unerm\u00fcdlich strampelt, ohne wirklich von der Stelle zu kommen. Die Zeit f\u00fcr eine Familie, die er vielleicht doch gerne h\u00e4tte, l\u00e4uft immer weiter ab. Also trachtet er nach vermeintlichen Erfolgen. Diese halten ihn dann bei Laune. Die Gefahr, f\u00fcr diese Erfolge urspr\u00fcngliche Prinzipien \u00fcber Bord zu werfen, wird dabei immer gr\u00f6\u00dfer.<\/p>\r\n\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n\r\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Der Isolationismus und die Wirklichkeit<\/h2>\r\n\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n\r\n<p style=\"font-size: 18px;\">Diesen Weg sind nur zu viele Aktivisten gegangen. Die einen sitzen bereits verbittert im Ruhestand des Aktivismus. Sie haben abgeschlossen, den Glauben, den Mut und die Hoffnung begraben. Sie sind ihrer eigenen Bitterkeit zum Opfer gefallen. Verrat, Untreue, Entgleisungen und Entartungen jeglicher Art haben sie zutiefst entt\u00e4uscht. Wieder andere sind ihren Gruppen und Organisationen treu geblieben und folgen unerm\u00fcdlich dem von ihnen geleisteten Eid. Vieles wird nicht mehr in Frage gestellt, die eigene Situation nicht reflektiert. Im ewigen \u201eWeiter so\u201c verharrend, werden, wohlwissend das es oftmals falsch ist, Kooperationen geschlossen, die sich kontr\u00e4r zum Ursprungsideal verhalten. Und dann gibt es noch die Gruppe der Totalaussteiger, die zwar f\u00fcr sich behaupten, die eigenen Ziele aufrechtzuerhalten, dies jedoch einzig in einem kleinen Kreise tun, da sie die Au\u00dfenwelt entweder f\u00fcr gescheitert halten oder selbst tats\u00e4chlich auch zu schwach sind, eine \u00e4u\u00dfere Ver\u00e4nderung durch eigene \u00dcberzeugung zu bewirken.<\/p>\r\n\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n\r\n<p style=\"font-size: 18px;\"><em>These: Wenn der offensive politische Weg zum Scheitern verurteilt ist und das Volk keinen revolution\u00e4ren Drang versp\u00fcrt, ist es sinnlos, sich mit beidem zu besch\u00e4ftigen. Der richtige Weg ist die Isolation oder die Aufgabe und ein Neubeginn in einem anderen Gebiet. <\/em><\/p>\r\n\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n\r\n<p style=\"font-size: 18px;\"><em>Gegenthese: Volk und Boden stellen wie Volk und Kultur eine bipolare Einheit dar, deren Trennung unweigerlich zur Aufl\u00f6sungbeider Pole f\u00fchrt. Die Isolation ist in dieser Situation ebenfalls nicht haltbar. <\/em><\/p>\r\n\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n\r\n<p style=\"font-size: 18px;\">Insbesondere Hupka sieht in der Aktionsform des isolierten politischen Lebens den richtigen Weg. Seine Entt\u00e4uschung vom Nationalen Lager ist in vielen Teilen nachvollziehbar. Gleiches gilt f\u00fcr den Gesamtzustand des deutschen Volkes und die damit schwindende Hoffnung, dass sich dieses Volk noch einmal mobilisieren k\u00f6nnte. Vielmehr scheinen die Menschen in der westlichen Zivilisation v\u00f6llig geistesgegenw\u00e4rtig in den Tod zu gehen. Es ist ja nicht so, dass nicht jeder mitbekommen h\u00e4tte, was in der K\u00f6lner Silvesternacht passiert ist. Oder wie viele Einzelf\u00e4lle es seit der gro\u00dfen Flut gab, in denen Deutsche von Fremden umgebracht wurden, zumeist sogar solchen, welche bereits abgeschoben werden sollten. Auch sehen sie scheinbar nicht klar genug, dass es islamistische Attent\u00e4ter sind, die den Terror in die europ\u00e4ischen Metropolen, nach Paris, Nizza und Berlin gebracht haben. Es ist somit v\u00f6llig klar, dass diesen Menschen mit rationalen Argumenten nicht mehr beizukommen ist. Zumal in der westlichen Welt gro\u00dfenteils Menschen leben, die sich nach Abraham Maslow und seiner Bed\u00fcrfnispyramide auf der Ebene der Individualbed\u00fcrfnisse bewegen. Diese besitzen daher auch keine Bestrebungen zur Ver\u00e4nderung. Erst wenn das von Dominik Schwarzenberger <a href=\"https:\/\/gegenstrom.org\/en\/2017\/09\/16\/von-der-moeglichkeit-der-krise-oder-das-eherne-gesetz-des-mangels\/\">in einem anderen Artikel<\/a> bereits umfangreich erl\u00e4uterte \u201eEherne Gesetz des Mangels\u201c greift, ist die Zeit f\u00fcr Verschiebungen gekommen. Also, warum dann noch Zeit mit diesen Menschen verschwenden? Oder \u00fcberhaupt noch auf diesem verlorenen Flecken Erde verharren, wo doch ohnehin alles verloren ist und sich andere Regierungen ja geradezu anbieten, europ\u00e4ische \u201eFl\u00fcchtlinge\u201c aufzunehmen.<\/p>\r\n\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n\r\n<p style=\"font-size: 18px;\">Zun\u00e4chst einmal zu den Isolationisten auf heimischem Boden. In der gegenw\u00e4rtigen Situation die Aufmerksamkeit des Feindes ein St\u00fcck weit fernzuhalten, ist mit Sicherheit keine falsche Entscheidung. Gibt man diesem in einer nicht wehrf\u00e4higen Situation die M\u00f6glichkeit, einem zu begegnen, so ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, zu verlieren. Dr. Joseph Goebbels hat dar\u00fcber sehr ausf\u00fchrlich in seinem Buch \u201eKampf um Berlin\u201c geschrieben und seinen SA-Sturm nach dem gleichen Prinzip aufgebaut. Es ist bei alledem jedoch illusorisch zu glauben, der Staat und der politische Feind w\u00fcrden sich im Falle eines \u201eWehrdorfes\u201c nicht nach gewisser Zeit regen. Es sollen in diesem Falle gar nicht die logistischen, finanziellen oder mittlerweile vielleicht auch fehlenden handwerklich-geschicklichen Mittel angef\u00fchrt werden. Es geht viel mehr darum, dass eine Siedlungsgemeinschaft sich nicht vor der Welt verschlie\u00dfen k\u00f6nnen wird. Das hei\u00dft im Umkehrschluss nat\u00fcrlich nicht, dass es nicht sinnvoll ist, nat\u00fcrliche Gemeinschaften mit einer r\u00e4umlichen N\u00e4he zu gr\u00fcnden. Ein Finger wird leichter gebrochen, als f\u00fcnf Finger, die sich zu einer Faust verbinden. Es ist nur so, dass sowohl in den Zeiten der Krise \u2013 welche Hupka ja auch eindeutig voraussieht \u2013 als auch im Falle eines Unterganges das Dorf nicht stark genug sein wird, seinen Widersachern zu begegnen. Eine milit\u00e4rische Ausbildung sowie Dienst an der Waffe werden in Deutschland schwerm\u00f6glich zu realisieren sein, um sich entsprechend vorzubereiten.<\/p>\r\n\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n\r\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Ritus, Mythos, Symbol: Die Dreieinigkeit der echten Rechten<\/h2>\r\n\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n\r\n<p style=\"font-size: 18px;\">In einer Sache beh\u00e4lt Hupka jedoch eindeutig Recht in Hinblick auf seine Isolierungsstrategie: Die Entscheidung \u00fcber Sieg oder Untergang des deutschen Volkes muss auch auf deutschem Boden gef\u00e4llt werden. Aussiedlungsbef\u00fcrworter wie Johannes Scharf abstrahieren das deutsche Volk zu einem von vielen der \u201ewei\u00dfen Rasse\u201c entstammenden V\u00f6lker. Dieser Begriff ist dabei ebenso abstrakt wie nicht eindeutig. Vielmehr degradiert er das Volk zu einer materialistischen Einheit, die \u00fcberall auf der Welt genauso gedeihen k\u00f6nnte, wie in seinem Ursprungsgebiet. Dies ist jedoch falsch. Die Wei\u00dfen in den USA, m\u00f6gen sie auch deutsche Vorfahren haben, sind mit Sicherheit nicht mehr mit den Wei\u00dfen in Deutschland zu vergleichen. Der lebendige Organismus aus Volk-Kultur-Boden verschmerzt keine Trennung ohne Einschnitte. Ein Konglomerat aus wei\u00dfen Ethnien mag besser sein als eine asiatisch-europ\u00e4isch-negride Mischrasse, es ist jedoch auch nicht das, was die Einzigartigkeit dessen, was uns in den Kampf gerufen hat, ausmacht. Auch hier ist zudem zu bezweifeln, dass sich die Staaten darauf einlassen werden, hunderte oder tausende Fremder aufzunehmen, die aufgrund ihrer gew\u00fcnschten Lebensform eine Art \u201eStaat im Staate\u201c bilden werden.<\/p>\r\n\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n\r\n<p style=\"font-size: 18px;\">Die Gruppen der Isolationisten liegen in ihrer gesamtgesellschaftlichen Analyse oftmals sehr richtig. Die liberalistisch-individualistischen Ausw\u00fcchse sowohl innerhalb der europ\u00e4ischen Gesellschaften als auch innerhalb der europ\u00e4ischen Rechten berechtigen zweifelsohne zur Sorge und Kritik. Diese Ausw\u00fcchse abzuknipsen, ist der richtige Schritt. Dies gelingt jedoch nicht durch Davonlaufen.<\/p>\r\n\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n\r\n<p style=\"font-size: 18px;\"><em>These: Die deutsche Rechte bedarf einer Authentizit\u00e4t der Zukunft. Jugendgeist und die drei Wirklichkeiten Ritus, Mythos und Symbol, die eine direkte Ansprache an das frische, unbefleckte Herz haben und ein Wiedererwecken der in uns ruhenden Kr\u00e4fte erlauben, sind der Tr\u00e4ger der Revolution. \u00dcberst\u00fcrzter Aktivismus sowie die Aufgabe des metapolitischen Schlachtfeldes f\u00fchren zwangsl\u00e4ufig zur Niederlage. <\/em><\/p>\r\n\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n\r\n<p style=\"font-size: 18px;\">Es gibt noch eine Gruppe, die Gruppe der Suchenden. Diese zeichnet sich dadurch aus, dass sie sich keiner der ultimativen zuvor genannten Gruppen zugeh\u00f6rig f\u00fchlt. Sie sieht ihr Heil nicht in der parlamentarischen Arbeit einer demokratischen Partei, weil sie wei\u00df, dass der Gegner auf diesem Schlachtfeld die Regeln diktiert, denen man bedingungslos folgen muss. Auch im reinen Stra\u00dfenaktivismus erkennt sie keine dauerhafte Alternative, da sie wei\u00df, dass der Erfolg dieses Kampfes kurzlebig und konjunkturabh\u00e4ngig ist. Wer der Revolutionsgeschichte folgt, wei\u00df, dass der satte B\u00fcrger durch Rationalismus niemals \u00fcberzeugt werden konnte. Der Massenmensch war immer nur verschieb- jedoch niemals formbar. Die Argumente auf den Flugbl\u00e4ttern versteht er nicht und die kreative Ausdrucksform der letzten Aktion hat er just in dem Moment vergessen, wo er den Fernseher einschaltet und sich seiner Netflix-Serie widmet. Doch auch in der kompletten Isolation f\u00fchlt sich der Suchende nicht wohl, da er einen Drang zur Ver\u00e4nderung hat und wei\u00df, dass das Volk, diese mythische, teilweise selbst f\u00fcr ihn schwer greifbare Einheit, nur eine Zukunft im eigenen Lebensraum haben kann.<\/p>\r\n\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n\r\n<p style=\"font-size: 18px;\">Zu kritisieren ist immer einfach, es besser zu machen, ist immer schwierig. Darum erhalten Schriften wie die Steffen Hupkas oder vielleicht auch dieser Artikel oftmals eine sehr negative R\u00fcckmeldung, nat\u00fcrlich insbesondere aus den Reihen der unmittelbar Betroffenen.\u00a0 Dieser Beitrag wird mit Sicherheit auch keine Anleitung zum Aktionismus werden. So etwas ist nicht m\u00f6glich. Es bedarf in jedem Falle einer geistigen Flexibilit\u00e4t, m\u00f6chte man in dieser schnelllebigen Zeit nicht den Anschluss und \u00dcberblick verlieren. Es gibt jedoch, wie \u00fcberall auf der Welt, g\u00fcltige Gesetzm\u00e4\u00dfigkeiten, deren Folgeleistung zu langfristigem Erfolg f\u00fchren kann.<\/p>\r\n\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n\r\n<p style=\"font-size: 18px;\">Die Masse ist ein verschiebbares Objekt. Ziel ist es, dieses Objekt nach rechts zu r\u00fccken. Dabei hilft dieser Staat zu einem gewissen Teil selbst mit. Der arrogante Umgang der Etablierten mit dem Volk entgeht diesem nicht. Eine aufgeheizte Stimmung kann im Zusammenhang mit dem Eintreten einer politisch-gesellschaftlichen Not- oder Krisenlage schnell explosiv werden und die Dinge ma\u00dfgeblich ver\u00e4ndern. Doch darauf kann man sich nicht verlassen. Dem Volk muss klar sein, dass es im Falle eines Falles eine Option gab, die sich ihm immer bot, die es jedoch bisher nie gew\u00e4hlt hat. Im Falle der Wahl m\u00fcssen dann M\u00e4nner zur Verf\u00fcgung stehen, die in der Lage sind, die Wahl an und die Geschicke in die Hand zu nehmen. Das es sich hierbei nicht zwangsl\u00e4ufig nur um parlamentarische Wahlen handeln muss, sollte klar sein. Wenn man der deutschen Rechten einen Hinweis geben muss, dann ist es der von Eliten- und Kaderbildung. Einwandfreie Charaktere, deren Typus und strategische Erfahrung dienen k\u00f6nnen, die orientierungslos gewordenen Massen an die Hand zu nehmen und wieder auf den richtigen Weg zu f\u00fchren. Dies ist nur m\u00f6glich, wenn man ein von den liberalistisch-egoistischen Leitbildern dieser Zeit isoliertes Werteverst\u00e4ndnis aufgreift und vertritt. Hier sind wir wieder bei Hupka und seinen organischen Lebensgemeinschaften. Nat\u00fcrlich braucht die Rechte diese R\u00fcckzugsorte der Geborgenheit. Insbesondere f\u00fcr junge Menschen ist es wichtig, sich immer wieder sammeln und neu ausrichten zu k\u00f6nnen. Das wird ihnen im wachstumsgetriebenen Kapitalismus immer schwerer fallen. Der Schritt zur Lebensgemeinschaft mit Gleichgesinnten ist also durchaus begr\u00fc\u00dfenswert. Gleich verh\u00e4lt es sich mit der grunds\u00e4tzlichen Bereitschaft zur politisch-aktionistischen Tat. Gemeinsame Erlebnisse schwei\u00dfen zusammen und gemeinsam genommene H\u00fcrden zeigen, auf wen man sich verlassen kann und auf wen nicht. In welcher Form diese Erlebnisse sein m\u00fcssen, soll gar nicht vorgegeben werden. B\u00fcnde, in denen man \u00fcber sich selbst hinauswachsen muss, k\u00f6nnen hierbei ebenfalls als Inspiration dienen.<\/p>\r\n\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n\r\n<p style=\"font-size: 18px;\">Anstatt sich im blinden Aktionismus oder im Parlamentarismus zu verirren, muss die Rechte sich ein eigenes Lebensgesetz auferlegen und ihren eigenen Regeln folgen. Das hei\u00dft nicht, dass es schlecht ist, eine rechte Partei in den deutschen Parlamenten zu haben, dass hei\u00dft aber auch nicht, dass dies nun der ultimative Weg zum Ziel ist. Die Rechte muss diktieren, sie muss sich selbst begr\u00fcnden und vor allem darf sie sich nicht vorschreiben lassen, wer sie ist und wie sie zu sein hat. Nichts ist schlimmer als die immer wieder auftretenden Versuche, sich durch falsche Distanzierung vermeintlich absichern zu wollen. Jeglicher Versuch ist zum Scheitern verurteilt. Wer vor kurzem den Auftritt von J\u00f6rg Meuthen (AfD) und Katrin G\u00f6ring-Eckardt (Gr\u00fcne) bei Dunja Hayali gesehen hat, wurde darin wieder best\u00e4tigt. W\u00e4hrend sich Meuthen eifrig vom Rechtsextremismus distanziert hat (was auch immer das nun sein soll in diesem Kontext), hielt es die Gr\u00fcnen-Politikerin nicht f\u00fcr n\u00f6tig, sich von der Antifa und ihren Schl\u00e4gern abzugrenzen. Wer sich distanziert, verliert. Dass hierbei nat\u00fcrlich ein gesunder Menschenverstand angewendet werden muss, steht au\u00dfer Frage. Niemand m\u00f6chte etwas mit vollgesoffenen Proleten zu tun haben, die den Holocaust abfeiern. Man muss jedoch auch gar nicht erst auf diese Menschen eingehen und zwar in keiner Form.<\/p>\r\n\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n\r\n<p style=\"font-size: 18px;\">Vielmehr muss die Rechte ihre eigene Wirklichkeit schaffen und diese mit einem positiven Lebensgef\u00fchl verkn\u00fcpfen. Das metapolitische Schlachtfeld ist das alles entscheidende. B\u00fccher, Geist, Kunst, Kultur, Lebensf\u00fchrung, Gesittung, Tugend, Kleidung geben \u00fcber die Zukunftsvision der Rechten Aufschluss. Gerade deshalb ist es auch kurzsichtig zu glauben, dass die \u00dcbernahme bestimmter Moden und Trends langfristig dazu f\u00fchrt, junge Menschen f\u00fcr die eigene Sache zu begeistern. Herumzappelnde Rap-Affen und pseudo-l\u00e4ssig daherkommende Konsumattit\u00fcde m\u00f6gen kurzweilig angesagt sein \u2013 sie werden jedoch keine Charaktere begeistern, die nach einer wirklichen Alternative zu dieser degenerierten Zeit suchen. Genau jene sind es aber, die die Rechte f\u00fcr sich haben m\u00f6chte. Dabei darf auch nicht vergessen werden, dass die Jugend dieser Zeit sich eher vom linken Establishment angezogen f\u00fchlt. Wer im Parlamentarismus also derzeit Erfolge sieht, muss sich ebenso vor Augen f\u00fchren, dass seine W\u00e4hler nicht im revolution\u00e4ren Alter sind, sondern vielmals eher dem \u00e4ngstlichen B\u00fcrgertum entstammen, welches seinen mehr oder weniger eigens erwirtschafteten Wohlstand gef\u00e4hrdet sieht. Die Jugend findet aber nur langfristig zu einem, wenn man ihr auch eine lebenswerte Zukunftsvision pr\u00e4sentiert sowie eine praktizierte Version dessen.<\/p>\r\n\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n\r\n<p style=\"font-size: 18px;\">Das Verlorengeglaubte muss wieder zu neuem Leben erweckt werden. M\u00e4nner m\u00fcssen m\u00e4nnlich und Frauen wieder fraulich sein. Das Fenster des gesellschaftlich Sag- und Tragbaren muss immer weiter nach rechts verr\u00fcckt werden. Um in Kontakt mit dieser Urspr\u00fcnglichkeit, gemeinhin auch als \u201eTradition\u201c zu verstehen, zu treten, besitzt die Rechte mehre Hilfsmittel, derer sie sich in der Vergangenheit jedoch selten effektiv bedient hat. Diese sind in erster Linie der Ritus, der Mythos und das Symbol.<\/p>\r\n\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n\r\n<p style=\"font-size: 18px;\">Diese Wirklichkeiten sprechen jedem direkt in das Herz und erzeugen eine Reaktion. Diese kann negativ oder positiv ausfallen \u2013 in jedem Falle wird sie jedoch zu einer Kl\u00e4rung der Fronten beitragen. Daf\u00fcr oder dagegen, dabei oder nicht-dabei.<\/p>\r\n\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n\r\n<p style=\"font-size: 18px;\">Der Ritus hilft dabei, eine Ber\u00fchrung des physischen oder psychischen Elements mit dem ideellen Element herbeizuf\u00fchren und dieses dadurch sp\u00fcrbar bzw. erlebbar zu machen. Der Ritus erm\u00f6glicht es dem Einzelnen oder einer Gro\u00dfgruppe, an einem Ideal teilzuhaben bzw. sogar aktiv mitzuwirken. Er stellt eine zeiten\u00fcbergreifende Verbindung dar, die das Ewigg\u00fcltige jedes Mal erneuert. Der Ritus l\u00e4sst das Individuum zur\u00fccktreten und es mit allen, die an diesem Ritus partizipieren, zu einer Gemeinschaft vereinen. Der Ritus ist somit eine aktive Bek\u00e4mpfung des Liberalismus. Nicht umsonst zielt der Staat ganz gezielt auf derlei Zusammenk\u00fcnfte wie bspw. Sonnenwendfeiern ab. Das Problem liegt heutzutage jedoch oftmals darin, dass der Ritus ver\u00e4ndert wird und gem\u00e4\u00df den Zeiterscheinungen adjustiert wurde (bspw. traditionelle Brauchtumsfeier in Verbindung mit neumodischen Elementen wie Rockmusik). Diese Erscheinung hat dazu gef\u00fchrt, dass der Ritus zu nichts anderem als einer geistlosen Zeremonie verkommt, die einer einfachen menschlichen Handlung gleicht, ohne jeden Kontakt zu einem h\u00f6heren Ideal. Diese Urspr\u00fcnglichkeit und Authentizit\u00e4t wiederzuerlangen, k\u00f6nnte ein erkl\u00e4rtes Ziel der Rechten sein. Paradoxerweise tun sich jedoch viele Rechte mit eben derlei Elementen (bspw. Feierstunden) \u00e4u\u00dferst schwer.<\/p>\r\n\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n\r\n<p style=\"font-size: 18px;\">Dem Ritus folgt der Mythos. Dieser repr\u00e4sentiert eine vollkommene Wahrheit und befl\u00fcgelt die Gedanken und Gef\u00fchle der mit ihm in Ber\u00fchrung Kommenden. Dabei ist der Mythos ein auch heute noch praktiziertes Element. Kapitalistische Unternehmen spielen oft mit ihrem \u201eGr\u00fcndungsmythos\u201c, wie bspw. Apple oder Microsoft, welche ihre Urspr\u00fcnge in einer Garage begr\u00fcndeten. Der Mythos muss dabei auch gar nicht so sehr als \u00fcberw\u00e4ltigendes Element angesehen werden, er ist in erster Linie vor allem ein gew\u00f6hnlicher Baustoff, aus dem politische Gemeinschaften geformt werden k\u00f6nnen. Eine politische Gemeinschaft, die vorgibt, k\u00e4mpferisch zu sein, wird auch in erster Linie k\u00e4mpferische, d.h. selbstbewusste und wehrhafte Charaktere ansprechen. Ein gutes Beispiel hierf\u00fcr ist die italienische, faschistische Gruppierung Casa Pound. Eine Bewegung, die es sich zum Ziel erkl\u00e4rt hat, intakte Familien zu gr\u00fcnden, wird auch eher Familienmenschen als Einzelg\u00e4nger aktivieren. Der Mythos der Rechten entscheidet letztlich \u00fcber ihre innere Ausrichtung und \u00e4u\u00dfere Wahrnehmung. Wer charakterlich nicht einwandfreie Personen akzeptiert, wird auch zuk\u00fcnftig \u00e4hnliche Charaktere ansprechen. Der Mythos muss dabei stets lebendig bleiben. Wer vorgibt, sich f\u00fcr die deutsche Eigenart einzusetzen, muss daf\u00fcr als Norddeutscher kein bayrisches Dirndl tragen. Der Mythos dient der Orientierung f\u00fcr die eigenen Handlungen, nicht materialistischer Ausschm\u00fcckungen. Alles andere ist nur Folklore. Wer sich eines deutschen Mythos bedient, lebt anst\u00e4ndig, aufrichtig, gen\u00fcgsam und treu.<\/p>\r\n\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n\r\n<p style=\"font-size: 18px;\">Der Versinnbildlichung von Ritus und Mythos dient das Symbol. Es ist der sinnliche Ausdruck der in den beiden vorausgehend genannten steckenden Wahrheit. Durch das Symbol \u00fcbertr\u00e4gt sich die tiefe Botschaft der Wahrheit. Umso genauer muss die Rechte also darauf achten, welche Symbolik sie verwendet und in welcher Form. Ein heiliges Symbol kann falsch inszeniert f\u00fcr immer zerst\u00f6rt werden. Ist es degeneriert, ist es im allerh\u00f6chsten Falle h\u00f6chstens noch als Kunst zu verstehen, jedoch nicht als unmittelbar mit der Zukunftsvision einer politischen Gemeinschaft verkn\u00fcpftes Element.<\/p>\r\n\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n\r\n<p style=\"font-size: 18px;\">Ritus, Mythos und Symbol bilden die Dreieinigkeit des metapolitischen Konzepts der Rechten. Sie versichern die Rechte davor, sich auf den vielen Wegen zu verirren und den so vielfach auftretenden Zeiterscheinungen hinterher zu laufen.<\/p>\r\n\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n\r\n<p style=\"font-size: 18px;\"><strong>Dieser Artikel wollte bestimmte Gesetzm\u00e4\u00dfigkeiten aufzeigen und aktuelle Sachverhalte kritisieren. Im Res\u00fcmee muss gesagt werden, dass es den einen politischen Weg vermutlich nicht gibt. Generell scheint es in Anbetracht des Einsatzes viel zu gewagt, auf die eine Karte zu setzen. Jeder gute Spieler sollte noch ein Ass im \u00c4rmel haben. Dementsprechend ist es nur nat\u00fcrlich, dass die rechte Landkarte \u00e4u\u00dferst vielfarbig und vielseitig ist. Sie alle sollte jedoch eine bestimmte eigene Gesetzm\u00e4\u00dfigkeit dominieren. Diese findet sich auf Seiten der politischen Linken in Form der Anerkennung universaler Menschenrechte sowie einer ungehemmten Fortschrittsgl\u00e4ubigkeit. Auch die Rechte weist diese gemeinsamen, immer g\u00fcltigen Ideale auf, mit dem Unterschied, dass sich diese auch naturgesetzlich nachvollziehen lassen. Es ist nun daran, ein metapolitisches Konzept zu verfolgen, welches die Rechte in die Lage versetzt, selbstbewusst-authentisch und vision\u00e4r-jugendgeistlich zu agieren. Eine strategische Gewandtheit und eine nicht der Hast der Zeit verfallende Flexibilit\u00e4t dienen dabei als notwendige Voraussetzungen.<\/strong><\/p>\r\n\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n\r\n<p><strong>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8211;<\/strong><\/p>\r\n\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n\r\n<p style=\"font-size: 18px;\"><em>*Die Begrifflichkeiten der \u201ealten\u201c und der \u201eneuen\u201c Rechten werden hier der Einfachheit halber verwendet. Der Autor ist sich durchaus dar\u00fcber im Klaren, dass diese Begriffe nie eindeutig definiert wurden und von verschiedenen Akteuren willk\u00fcrlich verwendet werden. Unter dem Begriff der \u201eAltrechten\u201c werden Pers\u00f6nlichkeiten und Organe subsummiert, die Gruppen oder Parteien wie der NPD, dem III. Weg, der freien Kameradschaftsszene, Rechtsrockverb\u00e4nden und deren Jugendorganisationen zuzuordnen sind. Unter dem Begriff der \u201eNeurechten\u201c formieren sich in diesem Kontext Pers\u00f6nlichkeiten oder Organe, welche der Identit\u00e4ren Bewegung, der AfD oder PEGIDA zuzuordnen sind. Diese Grenzziehung verl\u00e4uft also eher institutionell und weniger ideell, was durchaus als kritikw\u00fcrdig erachtet werden kann. <\/em><\/p>\r\n\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n\r\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Vorhergehende Artikel der Reihe<\/h2>\r\n\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n\r\n<figure class=\"wp-block-embed-wordpress wp-block-embed is-type-wp-embed is-provider-gegenstrom wp-embed-aspect-1-1 wp-has-aspect-ratio\">\r\n<div class=\"wp-block-embed__wrapper\"><a href=\"https:\/\/gegenstrom.org\/en\/2018\/08\/21\/neue-wege-teil-ii\/\">https:\/\/gegenstrom.org\/2018\/08\/21\/neue-wege-teil-ii\/<\/a><\/div>\r\n<\/figure>\r\n\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n\r\n<figure class=\"wp-block-embed-wordpress wp-block-embed is-type-wp-embed is-provider-gegenstrom wp-embed-aspect-1-1 wp-has-aspect-ratio\">\r\n<div class=\"wp-block-embed__wrapper\"><a href=\"https:\/\/gegenstrom.org\/en\/2018\/07\/06\/neue-wege-teil-i\/\">https:\/\/gegenstrom.org\/2018\/07\/06\/neue-wege-teil-i\/<\/a><\/div>\r\n<\/figure>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In dem dritten und letzten Teil der Artikelserie &#8222;Neue Wege &#8211; Die Aussichtslosigkeit des politischen Kampfes und seiner Ursachen&#8220; geht der Verfasser, Tom Dieke, auf den Dualismus zwischen dem politischen Aktivismus und dem fundamentalen Isolationismus ein und skizziert dem Leser eine dritte M\u00f6glichkeit als neuen L\u00f6sungsansatz zwischen den beiden bekannten Strategien. 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