{"id":1236,"date":"2018-08-14T05:07:58","date_gmt":"2018-08-14T04:07:58","guid":{"rendered":"https:\/\/gegenstrom.org\/?p=1236"},"modified":"2020-02-04T12:12:09","modified_gmt":"2020-02-04T11:12:09","slug":"von-einem-der-auszog-das-dienen-zu-lernen-eine-versteckte-selbstanklage-oder-die-erosion-der-westlichen-gesellschaften-im-gezeitenwechsel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gegenstrom.org\/en\/von-einem-der-auszog-das-dienen-zu-lernen-eine-versteckte-selbstanklage-oder-die-erosion-der-westlichen-gesellschaften-im-gezeitenwechsel\/","title":{"rendered":"\u201eVon einem, der auszog, das Dienen zu lernen\u201c \u2013 eine versteckte Selbstanklage  oder  Die Erosion der westlichen Gesellschaften im Gezeitenwechsel"},"content":{"rendered":"<h2>Herbst 2017<\/h2>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Es ist sieben Uhr, als ich die brechend volle S-Bahn betrete. Mit M\u00fch\u2019 und Not ergattere ich den letzten Platz. Die Blicke meiner Mitfahrer sind entweder leer auf einen imagin\u00e4ren Fixpunkt im Nirgendwo gerichtet oder ruhen auf dem Smartphone. So auch bei dem vielleicht 16- j\u00e4hrigen M\u00e4dchen mir gegen\u00fcber mit den \u00fcberdimensionalen Kopfh\u00f6rern, dem gerade der Kugelschreiber von ihrem Schulheft herunterf\u00e4llt. Schnell hebe ich ihn auf und reiche ihn ihr mit einem L\u00e4cheln. Das M\u00e4dchen nimmt ihn wirsch entgegen, w\u00fcrdigt mich dabei aber keines Blickes. Den Arm, den sie dabei ausstreckt, zieren Male vom \u201eRitzen\u201c. Kurz darauf erreichen wir die n\u00e4chste Haltestelle. Eine stark geb\u00fcckte alte Frau, die noch die Schrecken des Krieges erlebt haben k\u00f6nnte, betritt das Abteil. Auf der Suche nach einem leeren Platz irren ihre Blicke hin und her. Diesen Platz gibt es nicht. Ich stehe auf und biete ihr meinen Sitz mit einer betont freundlichen Geste an. Das erste Mal schauen meine Mitinsassen kurz auf. Ist der Ausdruck auf ihren Mienen \u00dcberraschung oder peinliche Ber\u00fchrung? Wie auch immer, er dauert nicht lange an. Die alte Frau nimmt Platz, bedankt sich und wirkt dabei fast verlegen. Wenig sp\u00e4ter steige ich aus. Auf der Arbeit angekommen, h\u00f6re ich im Radio von dem Tod zweier freiwilliger Feuerwehrleute bei einem Einsatz auf einer Brandenburger Autobahn. \u201eSchlimm, oder?\u201c spricht mich ein Kollege von der Seite an, w\u00e4hrend er in sein Salamibr\u00f6tchen von der Tankstelle bei\u00dft. \u201eDas ist der Grund, wieso ich den Job nie machen w\u00fcrde.\u201c Fassungslos blicke ich in die Augen des leicht \u00fcbergewichtigen Mannes meines Alters. Ich nehme meine Sachen und gehe. Heute im \u00dcbrigen etwas fr\u00fcher als sonst, denn das DRK ist im Ort zur Blutspende. Noch gut erinnere ich mich, wie ich bei meinem ersten Gang die nicht mehr junge Schwester nach der allgemeinen Spendenbereitschaft fragte. Ihr bisher so fr\u00f6hliches Gesicht wirkte pl\u00f6tzlich wie eine starre Totenmaske. \u201eEs werden immer weniger. Wir mussten bereits das Spenderalter heraufsetzen.\u201c Einen kurzen Augenblick \u00fcberlegte ich damals, weiterzubohren und sie nach dem typischen Durchschnittsspender zu fragen, verwarf diesen Gedanken aber als unpassend und irgendwie indiskret. Cirka eine Stunde sp\u00e4ter verlasse ich die \u00d6rtlichkeit. Ich bin sp\u00e4t dran. Meine gro\u00dfe Tochter muss schon warten. Als ich den Vorraum des Kindergartens betrete, treffe ich die Elternsprecherin. Nach einer kurzen Begr\u00fc\u00dfung fragt sie mich, ob ich nicht Lust h\u00e4tte, an dem Erwachsenen-Krippenspiel in diesem Jahr mitzuwirken. Ich willige ein. Ihre Art, wie sie mir vor einem Monat erz\u00e4hlte, dass ich sie und ihre Kinder immer an den Protagonisten einer KiKa-Serie erinnere, war mir irgendwie sympathisch. Abends, als die Kinder schlafen, bekomme ich noch Besuch von einem Freund. In der Schule war dieser immer ein Sport-Ass, doch die Zeit ist lange her. Wir genehmigen uns ein Bier. Wenig sp\u00e4ter lenkt mein Schulkamerad das Gespr\u00e4ch zu den zwei verungl\u00fcckten Feuerwehrleuten. Nach einem kr\u00e4ftigen Schluck aus der Flasche bekennt er in einer Mischung aus Unsicherheit und \u00dcberzeugung \u201eSo was ist doch abzusehen, deswegen w\u00fcrde ich da nie beitreten.\u201c<\/span><\/p>\n<h2>Pr\u00e4ludium in e-Moll<\/h2>\n<blockquote><p><span style=\"font-size: 14pt;\"><em>\u201eDer moderne Mensch liebt nicht, sondern er sucht Zuflucht in der Liebe; er hofft nicht, sondern er sucht Zuflucht in der Hoffnung; er glaubt nicht, sondern er sucht Zuflucht in einem Dogma.\u201c<\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><em>&#8211; Nicolas Gomez Davila<\/em><\/span><\/p><\/blockquote>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Die eingangs beschriebene Alltagssituation steht stellvertretend f\u00fcr ein Sammelsurium an Problemen der Gegenwart. Wie konnte es soweit kommen? Wie wurde aus einer verschworenen \u201eGemeinschaft\u201c, die dem Schillerschen \u201e<em>Wir wollen<\/em> sein ein <em>einzig<\/em> Volk von Br\u00fcdern\u201c einst so nahe stand, eine \u201aimpotente\u2019, atomisierte \u201eGesellschaft\u201c? Ist es das Ende oder kann funktionierendes Gemeinwesen wiedererstehen? Was kann dabei der Einzelne tun, der sich immer noch in Unsicherheit w\u00e4gt? Wollen wir diese Fragen beantworten, so ist es hilfreich, die Schriften zu erschlie\u00dfen, die sich dem Thema direkt oder indirekt widmen. Es wurden bewusst v\u00f6llig verschiedene akademische Hintergr\u00fcnde gew\u00e4hlt. Ausschlaggebend war weiterhin der Zeitwert* und vor allem die Zeitn\u00e4he.<\/span><\/p>\n<h2>Regenpfeifer<\/h2>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Mein Hauptaugenmerk lege ich dabei auf \u201eDie acht Tods\u00fcnden der zivilisierten Menschheit\u201c von <strong>Konrad Lorenz<\/strong>, welches zu Recht als Klassiker gilt und dessen Hypothesen wir in gleicher bzw. \u00e4hnlicher Form bei den nachfolgenden Autoren finden. Das von dem Hauptprotagonisten der vergleichenden Verhaltensforschung Konrad Lorenz erstmals 1973 publizierte Buch fristet trotz seiner Kenntnisname in der breiten \u00d6ffentlichkeit und vieler Nachauflagen ein Dasein, welches dem der Tochter des Primaos, Kassandra, zu \u00e4hneln scheint. \u00c4hnlich wie bei Martin Heidegger und Carl Schmitt reichte ja eine mehr oder weniger konstruierte NS-N\u00e4he Lorenz\u2019 aus, um dem M\u00fchsal einer ernsthaften Besch\u00e4ftigung mit dem Werk und seinen Hypothesen aus dem Weg zu gehen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Laut Lorenz sind die acht gegen die (menschliche) Natur und Menschlichkeit gerichtete Tods\u00fcnden folgende:<\/span><\/p>\n<ol>\n<li><span style=\"font-size: 14pt;\"><em>\u00dcberbev\u00f6lkerung<\/em><\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-size: 14pt;\"><em>Verw\u00fcstung des Lebensraums<\/em><\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-size: 14pt;\"><em>Der Wettlauf mit sich selbst<\/em><\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-size: 14pt;\"><em>W\u00e4rmetod des Gef\u00fchls<\/em><\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-size: 14pt;\"><em>Genetischer Verfall<\/em><\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-size: 14pt;\"><em>Abrei\u00dfen der Tradition<\/em><\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-size: 14pt;\"><em>Indoktrinierbarkeit<\/em><\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-size: 14pt;\"><em>Die Kernwaffen<\/em><\/span><\/li>\n<\/ol>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Seine Grundannahme dabei ist, dass all \u201ediese Fehlleistungen St\u00f6rungen ganz bestimmter, urspr\u00fcnglich sehr wohl einem Arterhaltungswert entwickelnder Verhaltensmechanismen sind\u201c (S.12). Als <em>\u00dcberbev\u00f6lkerung<\/em> bezeichnet Lorenz hierbei haupts\u00e4chlich die einhergehende Verst\u00e4dterung und Vermassung, die den Einzelnen \u201ein seiner F\u00e4higkeit zu sozialem Kontakt [\u2026] dauernd \u00fcberfordert\u201c (S.20). Teilnahmslosigkeit gegen\u00fcber dem n\u00e4chsten, Vereinsamung, Entmenschlichung und Aggressivit\u00e4t seien die Folgen. In der <em>Verw\u00fcstung des Lebensraums<\/em> behandelt er die scheinbar verlorengegangene Erkenntnis des Menschen von der Endlichkeit seiner Lebensgrundlagen und erkennt in der \u201eEntfremdung gegen\u00fcber der lebenden Natur\u201c (S.28) einen Teil der \u201eSchuld an der \u00e4sthetischen und ethischen Verrohung der Zivilisationsmenschen\u201c. Der modernen Architektur bzw. der Verwandlung ganzer Landstriche in Betonw\u00fcsten erteilt er eine Absage und vergleicht sie mit einem wuchernden Krebsgeschw\u00fcr. Sein Fazit: \u201e\u00c4sthetisches und ethisches Empfinden sind offenbar sehr eng miteinander verkn\u00fcpft\u201c(S.30). Das Kapitel \u201e<em>Der Wettlauf mit sich selbst<\/em>\u201c widmet sich dem zivilisatorischen Ph\u00e4nomen, welches man mit den drei Attributen \u201ah\u00f6her, schneller, weiter\u2019 fassen k\u00f6nnte. Ausgehend von der innerspezifischen Selektion zeigt Lorenz hier die Entartung des Menschen zu Utilitarismus und Hypertrophie und seinen damit einhergehenden Verlust der F\u00e4higkeit zur (Selbst-)Reflexion. Das moderne Missverh\u00e4ltnis des Lust-Unlust-Prinzips zugunsten der Lust, Neophilie, sowie die Verweichlichung des Menschen besch\u00e4ftigen den Forscher in <em>\u201eW\u00e4rmetod des Gef\u00fchls\u201c**. <\/em>Verst\u00e4rkt wird diese Abart der Wohlstandsverwahrlosung in \u201e<em>Genetischer Verfall<\/em>\u201c beschrieben, wo er sich auch der Frage nach dem Rechtsgef\u00fchl der Soziet\u00e4t bzw. den Vorraussetzungen zum Erhalt desselbigen stellt. Dabei stellt er fest: \u201eDie Ausschaltung des nat\u00fcrlichen Rechtsgef\u00fchls durch die heutige Tendenz zur absoluten Toleranz wird in ihrer gef\u00e4hrlichen Wirkung verst\u00e4rkt durch die pseudodemokratische Doktrin, dass alles menschliche Verhalten erlernt sei.\u201c (S. 59) In der kumulierenden <em>Tradition<\/em> sieht der Biologe eine \u201enie vorher dagewesene M\u00f6glichkeit zur Verbreitung und \u00dcberlieferung individuell erworbenen Wissens\u201c(S. 68) und wehrt sich gegen den \u201eIrrglaube(n), dass nur das rational Erfassbare oder gar wissenschaftlich Nachweisbare zum festen Wissensbesitz der Menschheit geh\u00f6re\u201c(S. 70). Das Zusammenspiel dieses Irrglaubens, der letztendlich in der laut Lorenz irrsinnigen Folgerung \u201eam besten die elterliche Kultur total zu vernichten, um \u201esch\u00f6pferisch\u201c neu aufbauen zu k\u00f6nnen.\u201c(S.77) gipfelt. Mit den vermehrt aufkommenden St\u00f6rungen bei der Kindentwicklung durch mangelnde Mutterbindung und dem Fehlen starker Vaterfiguren bzw. klaren Rangordnungen ergibt sich eine weitere Ursache f\u00fcr den geradezu unvers\u00f6hnlichen Hass, den die Jungen gegen\u00fcber den Alten hegen. Aus diesen M\u00e4ngeln schildert er weiterhin das Entstehen von peer groups\/ Subkulturen als Ersatzobjekt zur Triebbefriedigung der Jugendlichen. Die wachsende <em>Indoktrinierbarkeit <\/em>der Menschen sieht Lorenz durch die Verbreitung der Massenmedien bef\u00f6rdert und wendet sich dabei gegen das behavioristische Dogma. Deutlich zeigt er auf, wie Ph\u00e4nomene wie Modeerscheinungen und der Druck des Konformismus auch vor der Wissenschaft keinen Halt machen. Im letzten Kapitel der \u201aKernwaffen\u2019 erkennt er bereits deren Abschreckungspotenzial an, sieht jedoch in der durch sie entstehenden \u201eWeltuntergangsstimmung\u201c die Bef\u00f6rderung seines bereits im Kapitel \u201eW\u00e4rmetod des Gef\u00fchls\u201c beschriebenen \u201eunverantwortlichen und infantilistischen Strebens nach sofortiger Befriedigung primitiver W\u00fcnsche und einer entsprechenden Unf\u00e4higkeit, sich f\u00fcr etwas verantwortlich zu f\u00fchlen, was in ferner Zukunft liegt [\u2026]\u201c.(S.106) Setzt man 45 Jahre danach all dies mit dem als \u201eoptimistisch\u201c betitelten Vorwort des Buches in Relation, kommt man nicht umhin, eine geradezu bedr\u00fcckende Schwere zu empfinden. Fast keine seiner Erkenntnisse wurde seitdem in geb\u00fchrendem Ma\u00dfe Rechnung getragen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Eine wichtige Erg\u00e4nzung erfolgte rund zwanzig Jahre sp\u00e4ter durch den Lorenz-Sch\u00fcler und Begr\u00fcnder der Humanethologie <strong>Irene\u00e4us von Eibl-Eibesfeldt<\/strong>. \u201eWider die Misstrauensgesellschaft\u201c wendet die neusten biologischen Erkenntnisse an und r\u00e4umt mit den Mythen des vorherrschenden Zeitgeistes auf. Dass er darunter auch die Utopie einer multikulturellen Immigrationsgesellschaft fasste, brachte ihm Anfeindungen ein, er w\u00fcrde Ausl\u00e4nderhass und Unfrieden stiften \u2013 allerdings fehlte bei ihm doch die M\u00f6glichkeit des NS-Anwurfes allein schon durch die verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig sp\u00e4te Geburt. Nun Eibl-Eibesfeldt war darauf vorbereitet, widmete schlie\u00dflich in seinem Buch einen Absatz dem \u201eFeindbild Biologe\u201c, dem auch Lorenz bereits in seinen \u201eTods\u00fcnden\u201c begegnete und konstatiert ern\u00fcchtert \u201eDer immer wieder aufflackernde Streit um die Rolle des \u201eAngeborenen\u201c zeigt, dass es dem Menschen schwerf\u00e4llt, die Existenz ihn einschr\u00e4nkender Vorgaben anzuerkennen\u201c (S.44).<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Wer sein Buch dar\u00fcber hinaus aufmerksam liest, kommt nicht umhin zu bemerken, dass das genaue Gegenteil der erw\u00e4hnten Vorw\u00fcrfe der Fall ist und sein Antrieb einzig die Konfliktvermeidung ist. Dabei greift er viele Erkenntnisse seines Lehrers Konrad Lorenz auf, so auch bei der folgenden: \u201eWir schufen uns mit der anonymen Gro\u00dfgesellschaft, der technischen Zivilisation und der modernen Gro\u00dfstadt eine Umwelt, f\u00fcr die wir nicht geschaffen sind\u201c (S. 59) oder bei der Suche nach konkreten L\u00f6sungsvorschl\u00e4gen: \u201eDie Angst des Menschen vor dem Mitmenschen belastet die zwischenmenschlichen Beziehungen [\u2026]. Dieser Angst kann man durch st\u00e4dtebauliche Ma\u00dfnahmen entgegenwirken [\u2026]. F\u00fcr die freundliche Einstimmung, Entspannung und heimatliche Einbindung spielt auch die \u00e4sthetische Gestaltung der Wohnumgebung eine gro\u00dfe Rolle.\u201c (S.98 f.)*** Eine weitere gro\u00dfe Gefahr sieht Eibl-Eibesfeldt in der Immigration nicht-europ\u00e4ischer Populationen, besonders durch deren h\u00f6heres Bev\u00f6lkerungswachstum und ihren Hang zur Bildung von Solidargemeinschaften **** <em>(siehe Parallelgesellschaften, Anmerkung des Verfassers<\/em>). Wertfrei fasst er zusammen: \u201eEin friedliches Zusammenleben von V\u00f6lkern ist am besten gew\u00e4hrleistet, wenn jedes Volk \u00fcber ein eigenes Land verf\u00fcgt und sich in diesem Gebiet nach eigenem Gutd\u00fcnken selbst verwalten und kulturell entfalten kann.\u201c(S. 157)\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Zu seinen weiteren Bedenken sozialer Natur, wie h\u00f6herer Arbeitslosen- und Kriminalit\u00e4tsrate unter Ausl\u00e4ndern, gesellen sich auch Bedenken rein \u00f6kologischer Natur. F\u00fchren Bef\u00fcrworter der Immigration wirtschaftliche Gr\u00fcnde f\u00fcr die Einwanderung an, so weist er diese scharf als unmoralisch zur\u00fcck und gei\u00dfelt die Linke beispielsweise f\u00fcr ihr Versagen im Arbeitskampf um angemessene L\u00f6hne. Als Triebfeder dieser \u201eTugendterror\u201c (S.172) und \u201einhaltsleere Phrasendrescherei\u201c (S.147) aus\u00fcbenden Immigrationslobby, welche \u201ef\u00fcr die sich abzeichnenden Schwierigkeiten im Zusammenleben mit Immigranten [\u2026] vereinfachend fremdenfeindliche Agitatoren verantwortlich [macht]\u201c(S.173) seien zudem Komplexe bzw. Z\u00fcge pathologischer Natur wie Selbsthass (Oikophobie) nicht auszuschlie\u00dfen. <em>(\u201eWie sonst sollte man sich erkl\u00e4ren, dass [\u2026] zwar f\u00fcr die Aufnahme von Migranten aus aller Welt pl\u00e4diert wird, gleichzeitig aber gegen die Aufnahme von deutschen Aussiedlern polemisiert wird?\u201c, S. 161<\/em>). Auch h\u00e4lt Eibl-Eibesfeldt in seinem Werk ein leidenschaftliches Pl\u00e4doyer f\u00fcr den Nationalstaat und einen \u201ekritischen Patriotismus\u201c. Dabei zitiert er auch andere prominente Stimmen wie den Publizisten und fr\u00fchen Ideengeber der \u00f6sterreicherischen Gr\u00fcnen G\u00fcnther Nenning, welcher 1990 in einem Artikel der S\u00fcddeutschen Zeitung den Feinden der europ\u00e4ischen Nationalstaaten folgendes mit auf den Weg gab: \u201eDie wiedererwachten europ\u00e4ischen Nationen sind ebenso viele kleinteilige Widerstandsnester gegen die Verwandlung des Erdteils in einen gro\u00df\u00f6konomischen Einheitsbrei, der Natur und Seelen mordet [\u2026]. Wer dieses neue Europa [\u2026] nicht mag, soll gef\u00e4llig ehrlich dazu seufzen: &gt;Unterm Stalin h\u00e4tt\u2019s das alles nicht gegeben.&lt;&lt;&lt; (S.167). Einen geschichtlichen Sonderweg der Deutschen, der diesen Dingen dabei moralisch entgegenstehen w\u00fcrde, kann Eibl-Eibesfeldt nicht erkennen <em>(\u201eDie Geschichte lehrt, dass unter bestimmten historischen Konstellationen fast jedes Volk Europas als Eroberer auftrat [\u2026]\u201c und \u201e\u00dcber lange Zeit ihrer Geschichte waren sie (die Deutschen. Anmerkung des Verfassers) eher vertr\u00e4glicher als ihre Nachbarn.\u201c S.163) <\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">In dem \u201ekritischen Patriotismus\u201c als Gegenbegriff zu dem negativ konnotierten Nationalismus \u00a0sieht der Humanethologe die Funktion der Sicherung der Errungenschaften des Gemeinwesens, ohne den Deutschland \u00fcber kurz oder lang nicht auskommen werde. Dazu ein aus dem Buch entnommenes Zitat der Professorin f\u00fcr Kommunikationswissenschaft Elisabeth Noelle-Neumann, welches sich auch tiefenpsychologisch der verletzten Volksseele n\u00e4hert: \u201eWenn Deutschland nicht zu einem nat\u00fcrlichen, innenorientierten Nationalismus zur\u00fcckfindet, sich selbst findet, wird es seinen inneren Frieden nicht finden. Wer aber seinen inneren Frieden nicht findet, kann den \u00e4u\u00dferen Frieden langfristig nicht sichern oder stiften.\u201c(S.165)<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">\u201eWider die Mi\u00dftrauensgesellschaft\u201c ereilte dasselbe Schicksal wie \u201eDie acht Tods\u00fcnden der zivilisierten Menschheit\u201c und es liest sich heute <em>(leider)<\/em> noch genauso aktuell wie zum Zeitpunkt seines Erscheinens.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Ganz auf metaphysischer Ebene betrachtet der italienische Kulturphilosoph <strong>Julius Evola<\/strong> den Verfall. Er beginne \u201ewenn der einzelne verf\u00e4llt, wenn er seine grunds\u00e4tzliche Freiheit benutzt, um den Geist zu verneinen, um sein Leben von jedem h\u00f6heren Bezugspunkt loszul\u00f6sen und &gt;nur f\u00fcr sich&lt; zu sein.\u201c (Tradition und Herrschaft, S.119) Lorenz nicht un\u00e4hnlich, richtet auch er sein Augenmerk dabei auf die Gef\u00fchlswelt des Menschen und den Abriss der Traditionen. So \u201ebetrifft die Krise [\u2026] auch die Art des F\u00fchlens, betrifft [\u2026] auch den Untergang der Mythen und Ideale von gestern, denen die Menschen nach den Umw\u00e4lzungen und Zusammenbr\u00fcchen der j\u00fcngsten Vergangenheit immer weniger entsprechen, und denen sie immer weniger abgewinnen k\u00f6nnen.\u201c (Cavalcare la Tigre, S.195) \u00a0F\u00fcr ihn begannen die gesellschaftlichen Aufl\u00f6sungsprozesse bereits mit \u201edem Untergang der mittelalterlichen \u00d6kumene\u201c. (ebd., S.196) In den sich bildenden Nationalstaaten sah Evola nichts Positives. Schon in ihrer Entstehung sei \u201edas Prinzip antiaristokratischer Gleichmacherei\u201c (ebd.) erkennbar und man stelle \u201eeine beginnende Zerst\u00f6rung von Bindungen und der organischen Gesellschaft fest (ebd.). Mit Blick auf den drohenden \u201eUntergang des Abendlandes\u201c erscheint Evolas Schilderung der traditionellen Welt als ein System, das komplett aus sich selbst heraus funktioniert und in dem der Faktor Zeit (oder anders, die Spengler\u2019sche \u201eAlterung\u201c) keine Rolle mehr zu spielen scheint, geradezu paradiesisch: Sie sei eine nat\u00fcrliche Ordnung gewesen, die ohne die Zuhilfenahme k\u00fcnstlicher Konzeptionen wie der einer Nation oder staatlich gef\u00f6rderter Aufbauschung ethnischer Wurzel auskam.*****<\/span><\/p>\n<h2>Den Tiger reiten<\/h2>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Die 68er-Generation hat nach ihrem Marsch durch die staatlichen Institutionen die T\u00fcr hinter sich fest verschlossen. Dies erkannte bereits Julius Evola und formulierte: \u201eim Klima von Demokratie und Sozialismus sind die Spielregeln dergestalt, dass sie dem anders seienden Menschen eine Teilnahme am Spiel nicht mehr gestatten\u201c (Cavalcare la Tigre, S.189).<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Nat\u00fcrliche Reaktion desselbigen hierauf sei die antike Apolitea. Diese innere Haltung \u201emeint die unwiderrufliche Distanz zu dieser Gesellschaft und ihren Werten, die Weigerung, ihr durch keine moralische oder spirituelle Verbindung anzugeh\u00f6ren.\u201c (ebd., S.190) und berge \u201eein Potenzial f\u00fcr die Welt von morgen\u201c (ebd., S.198). Dem Handeln erteilt er dabei aber keine grunds\u00e4tzliche Absage. So sei \u201eeine positive\u00a0 \u00dcberwindung des Nihilismus\u201c (ebd., S.190) dann m\u00f6glich, \u201ewenn das Fehlen von Sinn, das Handeln der Person nicht l\u00e4hmt\u201c (ebd.). Wie auch schon bei seiner Haltung gegen\u00fcber dem Nationalstaat erkennbar, hat der italienische Baron dabei aber ein anderes Bild vor Augen, wenn er von der \u201e\u00dcberwindung, in der sich \u201edie alten Grunds\u00e4tze in neuer Form [\u2026] entfalten k\u00f6nnen\u201c(ebd., S.197) spricht. Als w\u00fcnschenswert erachtet Evola die Bildung von \u201e\u00fcbernationale(n) Formationen, wie sie die verschiedenen Zyklen kaiserlicher Dynastien kannten [\u2026] (198)\u00a0<\/span><\/p>\n<h2>Die Stunde kommt, da man dich braucht<\/h2>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Die Vergangenheit hat f\u00fcr die Rechte, sofern man diesen Begriff zur Verallgemeinerung nutzen will, schmerzlich gezeigt, wie kurzsichtig die Jagd nach dem schnellen politischen Erfolg war. Befanden wir uns auch \u201eIn der Falle des Kurzzeitdenkens\u201c wie ein weiterer Titel von Iren\u00e4us Eibl-Eibesfeldt so sch\u00f6n hei\u00dft? Wie viele Existenzen wurden durch geradezu messianischen Eifer zerst\u00f6rt oder endeten in der totalen Resignation? Welche Rolle spielte dabei der Dienst an der Allgemeinheit und der Aufbau von Strukturen fernab derer einer Partei, wie sie in den Zeiten vor dem Zweiten europ\u00e4ischen Bruderkrieg stets ein wichtiger Bestandteil rechter DNA****** waren? Wo wurde noch fl\u00e4chendeckend erreicht, sich \u201eim Volk wie ein Fisch im Wasser\u201c zu bewegen? Sicher, eine schwierigere Ausgangslage f\u00fcr die Befreiung der Menschen als die sinnentleerte konformistische Konsumgesellschaft unter \u00c4gide der Massenmedien ist schwer vorstellbar. Wie bereits in Herbert Marcuses \u201eDer eindimensionale Mensch\u201c beschrieben, scheint der subversive Geist nur noch bei den Au\u00dfenseitern, einigen Intellektuellen und in Randgruppen beheimatet zu sein, denen somit naturgem\u00e4\u00df die Mittel zum wirksamen Protest genommen wurden.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Vielleicht war diese schwere B\u00fcrde genau der Grund, wieso die Rechte oft einfach mit einem Mal zuviel wollte, ihre Ambitionen viel zu hoch steckte? Wer wollte anhand des drohenden Untergangsszenarios der europ\u00e4ischen V\u00f6lker noch einmal beginnen in kleineren Dimensionen und Einheiten zu denken?<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">F\u00fcrwahr es gab auf Parteienbasis so manche Versuche unter dem Etikett der \u201eGraswurzelarbeit\u201c. Ist das Parteibuch dabei der richtige Weg, um in nicht-staatliche gesellschaftliche Strukturen \u201eeinzusickern\u201c? Der Erfolg der 68-Linken bei ihrer \u201efeindlichen \u00dcbernahme\u201c ist ja gerade darauf zur\u00fcckzuf\u00fchren, dass man sich nicht zu erkennen gab und das Spielen mit offenen Karten tunlichst vermied. Man machte sich \u201enichtangreifbar\u201c. Das Dilemma ist, dass diese Art der Kriegsf\u00fchrung dem Rechten fremd ist, seine Liebe zur Wahrhaftigkeit zwingt ihn f\u00f6rmlich in die offene Feldschlacht.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Wer hier Kritik entdecken will, den bitte ich, diese auf mich allein zu beziehen. Ich bin mittlerweile in einem Punkt in meinem Leben angekommen, an dem ich den \u201everlorenen Jahren\u201c etwas wehm\u00fctig anh\u00e4nge und auch den J\u00fcngeren w\u00fcnsche, bedachter als ich vorzugehen. Jahrelang habe ich das eigentliche Subjekt meines Agierens vernachl\u00e4ssigt, ja au\u00dferhalb von Wahlk\u00e4mpfen \u201eden Gemeinen\u201c sogar gemieden wie der Teufel das Weihwasser. Es erschien mir manchmal als nebens\u00e4chlich, denn \u201eunsere Weltanschauung\u201c musste von ihm wie eine einfache Gleichung in der Mathematik irgendwann als richtig anerkannt werden. Doch blieb zur\u00fcckblickend manchem meiner Weggef\u00e4hrten beispielsweise die Gr\u00fcndung einer Familie versagt, weil er seine besten Jahre in politisch-philosophisches Welterkl\u00e4rertum investierte, der erwartete Umsturz jedoch nie kam.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Ich habe erkannt, wie wichtig f\u00fcr eine \u00c4nderung der Verh\u00e4ltnisse der pers\u00f6nliche Einsatz ist, auch dann, wenn er sich vordergr\u00fcndig nicht im politischen Raum abspielt. Wer das \u00dcberleben der europ\u00e4ischen V\u00f6lker in den von der Islamisierung am st\u00e4rksten bedrohten Regionen als aussichtslos betrachtet, sollte in L\u00f6sungsmodellen wie dem Projekt des Ethnostaates partizipieren. Wer hingegen die Preisgabe eines noch weniger stark gef\u00e4hrdeten Landesteils verhindern will, muss dort die Strukturen festigen, die auch in \u201eeinem neuen Deutschland\u201c die St\u00fctzen der Gesellschaft sein werden. Um Missverst\u00e4ndnissen dabei im Vornherein zu begegnen: Es geht dabei einzig um die St\u00fctzung des R\u00fcckgrates unseres Volkes und einer gesunden Aufrichtung desselbigen. Nicht aber verl\u00e4ngern wir unn\u00f6tig das Haltbarkeitsdatum eines Apparates, der unser Volk bek\u00e4mpft und den \u201eGro\u00dfen Austausch\u201c vorantreibt. \u00dcbrigens, ein netter Nebeneffekt dieser T\u00e4tigkeiten besteht darin, miterleben zu d\u00fcrfen, wie totgeglaubte Tugenden unseres Volkes beispielsweise in Teilen des Wohlfahrts- und Vereinswesen fortbestehen. Die Suche und das Hoffen vieler Menschen von heute scheinen unbestimmt zu sein. Der Drang zu diesem kommt aber tief aus der Seele \u2013 einer Seele, die wir mit ihnen teilen. Vielleicht kann so mancher von uns dabei der Lotse sein, welcher das Schiff sicher durch die Untiefen leitet. Evola betonte, wie wichtig es ist, \u201edass in gewissen Menschen etwas als Wirklichkeit lebt, das in den \u00fcbrigen sich nur im Zustand eines Ideals, einer Vorahnung, einer unklaren Bestrebung befindet.\u201c (Tradition und Herrschaft, S.119)<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Unser Gegner f\u00fcrchtet sich und warnt nicht von ungef\u00e4hr auf allen Kan\u00e4len vor dieser \u201e\u00dcbernahme von rechts\u201c. Und er tut gut in seiner Furcht, denn schon allein der schiere Mangel an Freiwilligen f\u00fcr die Ehren\u00e4mter und die Nachwuchsprobleme der Vereine spielt uns dabei in die H\u00e4nde.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Ohne unser Zutun an den richtigen Stellen wird sich die erhoffte Situation, in der \u201e die unten nicht mehr wollen&#8220;, so f\u00fcrchte ich, nicht mehr rechtzeitig einstellen. Ein Vordenker der amerikanischen Rechten, der viel zu fr\u00fch von uns gegangen ist, teilte mit einem meiner Freunde einmal die Erkenntnis, dass es nicht ausreiche, eine mit Fackeln und Heugabeln bewaffnete Untertanenschar vor der Burg des Tyrannen zu versammeln, wenn niemand hinter den Mauern sei, um f\u00fcr die Aufst\u00e4ndischen die Zugbr\u00fccke herunterzulassen. Die Frage, ob wir uns dabei nur frei nach Friedrich Gundolfs Worten \u201eals letzten Scheit auf das Feuer werfen\u201c oder das Fundament f\u00fcr den Neuanfang bauen, sollte unser Tun dabei nicht beeintr\u00e4chtigen. Denn wie schrieb Ernst J\u00fcnger in seinem vielbeachteten Essay \u201eDer Waldgang\u201c: Ideen k\u00f6nnen z\u00fcnden wie der Blitz. Andere entwickeln sich lange, manche nie. Auf alle F\u00e4lle f\u00fchrt die Hoffnung weiter als die Furcht.<\/span><\/p>\n<h2>Anmerkungen:<\/h2>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">* Der ist beispielsweise bei Alexis de Toqueville\u2018s Schilderung des \u201esanften Totalitarismus\u201c in der liberalen und demokratischen Gesellschaft in seinem \u201e<em>De la d\u00e9mocratie en Am\u00e9rique<\/em>\u201c weiterhin sehr hoch, obwohl die Darstellung mehr als 180 Jahr alt ist.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">** Freunde des amerikanischen Horror-Thrillers \u201eSaw\u201c werden wohl bei der Pr\u00e4sentation wirksamer Heilungsmethoden ein Deja-vu-Erlebnis haben &#8211; wenngleich in ungleich wenig drastischer Form.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">***Wer glaubt, in unserer Zeit gab es dahingehend keine Bestrebungen, empfehle ich u.a. die Besch\u00e4ftigung mit der entworfenen englischen Musterstadt \u201ePoundbury\u201c.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">****Vollst\u00e4ndige Assimilation, wie sie bei fr\u00fcheren innereurop\u00e4ischen Migrationsbewegungen (Hugenotten, Holl\u00e4nder, Flamen, Polen etc.) nach Deutschland der Fall war, ist f\u00fcr Eibl-Eibesfeldt \u00fcbrigens die Bedingung zur Vergabe der Staatsb\u00fcrgerschaft und des Wahlrechts.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">***** Eine weiterf\u00fchrende Literaturempfehlung m\u00f6chte ich mit Manfred Kleine-Hartlages sehr klar formuliertem \u201eDie liberale Gesellschaft und ihr Ende\u201c (Antaios-Verlag, 2013) geben. Der Diplom-Sozialwissenschaftler verortet das \u00dcberschreiten des Rubikon im Zeitalter der Aufkl\u00e4rung und kommt zu einem recht \u00e4hnlichen Ergebnis wie Evola: \u201eIndem die Aufkl\u00e4rung alles Transzendente, alles Vorgefundene, einschlie\u00dflich der Natur des Menschen selbst, als <em>Menschenwerk <\/em>deutet und damit seiner selbstverst\u00e4ndlichen Autorit\u00e4t entkleidet, indem sie Ethik zu einer Frage <em>individueller<\/em> Erkenntnis macht, stellt sie bestehende Konsense in Frage. Diese Konsense bleiben dann sozusagen nur noch aus Gewohnheit erhalten und verlieren an bindender Kraft in dem Ma\u00dfe, wie sie der Kritik ausgesetzt sind. Das daraus resultierende Problem der Entsolidarisierung und Entstrukturierung der Gesellschaft fordert &gt;&gt;L\u00f6sungen&lt;&lt; heraus, die bei aller Unterschiedlichkeit dies gemeinsam haben, einen neuen Konsens durch politische Entscheidung, letztlich durch Gewalt, zu oktroyieren und Kritik daran unm\u00f6glich zu machen &#8211; &gt;&gt;L\u00f6sungen&lt;&lt; also, die totalit\u00e4r sind. (S.78)\u201c<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">******So ging das gemeinn\u00fctzige Engagement der Eisernen Garde in Rum\u00e4nien sogar soweit, selbstst\u00e4ndig Infrastrukturprojekte in Angriff zu nehmen, die zu einer merklichen Besserung der Lebenssituation des Volkes f\u00fchrten.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Herbst 2017 Es ist sieben Uhr, als ich die brechend volle S-Bahn betrete. Mit M\u00fch\u2019 und Not ergattere ich den letzten Platz. 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