{"id":11244,"date":"2026-02-07T17:59:50","date_gmt":"2026-02-07T16:59:50","guid":{"rendered":"https:\/\/gegenstrom.org\/?p=11244"},"modified":"2026-02-19T20:41:19","modified_gmt":"2026-02-19T19:41:19","slug":"rechts-sein-heisst-auf-der-seite-des-lebens-zu-stehen-im-gespraech-mit-werner-braeuninger","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gegenstrom.org\/en\/rechts-sein-heisst-auf-der-seite-des-lebens-zu-stehen-im-gespraech-mit-werner-braeuninger\/","title":{"rendered":"\u201eRechts sein hei\u00dft auf der Seite des Lebens zu stehen\u201c \u2013 Im Gespr\u00e4ch mit Werner Br\u00e4uninger"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><em>Wir haben mit dem popul\u00e4ren Autor Werner Br\u00e4uninger gesprochen. \u00dcber sein neuestes Buch, seine wegweisenden Eindr\u00fccke und Bekanntschaften entlang seines Lebenswegs, \u00fcber Armin Mohler und Hans-Dietrich Sander, \u00fcber das Konzept \u201eRemigration\u201c sowie die AfD und ihre zuk\u00fcnftigen Aufgaben. Wer mehr \u00fcber Werner Br\u00e4uninger und sein Schaffen erfahren m\u00f6chte, dem sei sein Blog <\/em><a href=\"http:\/\/www.marmorklippen.de\"><em>www.marmorklippen.de<\/em><\/a><em> empfohlen. Die Redaktion<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>MetaPol: Herr Br\u00e4uninger, in Ihrem Buch \u201eIn Minenfeldern\u201c beschreiben Sie anschaulich die Lebenswelt und die Ereignisse ihrer Jugend- und Pr\u00e4gezeit. Es entsteht ein gutes Bild der wohlstandgepr\u00e4gten Lebensrealit\u00e4t im damaligen Westdeutschland. Dies erinnert an die Ausf\u00fchrungen Bettina R\u00f6hls in ihrem Buch \u201eDie RAF hat euch lieb\u201c, die ein Klima der \u201eSattheit\u201c beschreibt, in welchem die sp\u00e4teren Gr\u00fcnder und Anh\u00e4nger der RAF sozialisiert wurden. Sie haben sich jedoch entgegen des damaligen Trends in der Jugend nach \u201erechts\u201c entwickelt und schreiben selbst, dass Sie gar nicht mehr so genau einordnen k\u00f6nnen, wieso eigentlich. Welche Schl\u00fcsselerlebnisse machen Sie dennoch heute aus, die Sie auf ihrem Weg zum \u201erechts\u201c sein stets richtig abbiegen lie\u00dfen?<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Werner Br\u00e4uninger:<\/strong> Ich glaube, da\u00df ich gar nicht erst in Versuchung geriet falsch abzubiegen, weil ich im Grunde ohnehin immer auf der richtigen Stra\u00dfenseite fuhr. Viele, f\u00fcr die das auch zutrifft, sagen ja ebenfalls, da\u00df sie dieses \u201eRechtssein\u201c schon immer in sich gef\u00fchlt h\u00e4tten &#8211; und sei es zun\u00e4chst auch nur aus rein \u00e4sthetischen Gr\u00fcnden. Links ist das Chaos, rechts die Ordnung. Rechts ist ja nun einmal auch die richtige, bessere Seite, eben \u201eaufrecht\u201c, \u201erechtens\u201c und \u201egerecht\u201c, w\u00e4hrend links nicht ohne tieferen Grund schon allein sprachlich stets mit Negativem assoziiert wird. Rechts sein hei\u00dft auf der Seite des Lebens zu stehen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>MetaPol: An mehreren Stellen im Buch begegnet der Leser Ihrer Auseinandersetzung mit Sinn- und Lebensfragen und auch ihrem Bezug zum Glauben. Welche Rolle spielte der Glaube in Ihrer Entwicklung und welche Rolle nimmt insbesondere die konfessionelle Gebundenheit heute f\u00fcr Sie ein?<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Werner Br\u00e4uninger:<\/strong> Die Allmacht Gottes war mir von Anbeginn gegenw\u00e4rtig, begegnete mir aber auch in den Erscheinungen der Natur. Meine Entfremdung von der evangelischen Amtskirche war ein langer Prozess, doch vor etwa zehn Jahren <em>mu\u00dfte <\/em>ich ihr den R\u00fccken kehren. Denn \u201eNarren in Christo\u201c waren und sind es, die sich ihrer bem\u00e4chtigten und den einst sakralen Raum besetzt halten. Weltweit werden Christen wegen ihrer Glaubenstreue massenhaft gemartert und gemordet, doch in Europa, namentlich in Deutschland, schweigt man dazu, sch\u00e4mt sich ihrer Insignien und macht aus dem Haus Gottes ein Asyl f\u00fcr Gest\u00f6rte und Wahnsinnige.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">All das konnte und wollte ich nicht mehr mittragen. Ich bin mir v\u00f6llig sicher, da\u00df sich heute auch ein Graf Galen, ein Alfred Delp, Bonhoeffer oder Niem\u00f6ller angewidert abwenden w\u00fcrden vor so viel Erb\u00e4rmlichkeit, von einem Luther oder Melanchthon gar nicht zu reden. Die verlassenen Alt\u00e4re scheinen heute von D\u00e4monen bewohnt, wie Ernst J\u00fcnger einmal meinte. Bezeichnend ist daher auch die Hetze der Amtskirche gegen traditionalistische Christen wie Evangelikale, die Priesterbruderschaft St Pius X. oder die Kongregation der Legion\u00e4re Christi. Entmythisierung ist f\u00fcr den Priester ebenso ein Sakrileg, wie Fahnenflucht f\u00fcr den Soldaten. In meinem Roman \u201eWas wir lieben mussten\u201c lasse ich den Hauptprotagonisten Peter Fechter daher auch einen Religionsdisput mit dem altgedienten Priester Rupert Seeger f\u00fchren. Ohne wirkliche Umkehr werden die Kirchen zweifelsohne an sich selbst zugrunde gehen und zu traurigen Politsekten mutieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Benedikt XVI. war ein letzter Lehrer und Katechon, ein Aufhalter, bevor der Antichrist den Tempel Gottes einnahm und sich als Gott ausgab. Heute f\u00fchle ich mich dem Katholizismus verbunden, doch schon beginnt man auch dort etwa von \u201eUnvereinbarkeiten\u201c zur AfD zu sprechen und verweigert deren Anh\u00e4ngern zuweilen ein christliches Begr\u00e4bnis. Doch baue ich auf den immer vorhandenen Opportunismus beider Kirchen, auf den in der Geschichte stets Verlass war. In dem Moment, in dem sich der Wind ein- f\u00fcr alle Mal deutlich dreht, werden sie selbst damit beginnen, ihre woken Festungen zu schleifen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>MetaPol: Entgegen der Annahmen umweltdeterministischer Ideologien sind wir uns dennoch im Klaren dar\u00fcber, dass die Umwelt und das Umfeld, in welchem der Mensch Pr\u00e4gung erf\u00e4hrt, einen gewissen Einfluss auf seine Entwicklung nehmen. Welche Bedeutung schreiben Sie dabei Ihrem Aufwachsen in Offenbach am Main zu, einer Stadt die heute bereits mehrheitlich von Menschen mit Migrationshintergrund bev\u00f6lkert wird und damit demographisch \u201egekippt\u201c ist?<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Werner Br\u00e4uninger:<\/strong> Aufgewachsen bin ich dort nicht, jedoch bestanden die dortigen Verh\u00e4ltnisse ja bereits damals nahezu im gesamten Landkreis. Meine Ausbildung machte ich dann allerdings direkt in Offenbach, was ich heute geradezu als ein Gl\u00fcck ansehe, weil mir so die Augen ge\u00f6ffnet wurden. Denn nur dort konnte ich die beginnende \u00dcberfremdung samt ihrer gravierenden negativen Folgen aus n\u00e4chster N\u00e4he studieren und meine gedanklichen Schl\u00fcsse daraus ziehen. Die instinktive und fr\u00fche Gewissheit, da\u00df es bei dieser st\u00e4dtischen \u201eVersuchsstation\u201c allein nicht bleiben, sondern sich \u00c4hnliches fr\u00fcher oder sp\u00e4ter in ganz Deutschland ausbreiten w\u00fcrde, verdanke ich dieser damaligen Zeit. Damals h\u00f6rte ich zum ersten Mal das Wort \u201ewir Deutsche werden schon bald zur Minderheit im eigenen Land\u201c. Daran dachte ich sp\u00e4ter noch oft.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>MetaPol: Die j\u00fcngsten Werte des Statistischen Bundesamts zeigen deutlich auf, dass in nahezu allen Metropolen der Bundesrepublik, insbesondere nat\u00fcrlich im Westen, der Anteil der unter 16-J\u00e4hrigen mit Migrationshintergrund bei \u00fcber 50% liegt. In St\u00e4dten wie Gelsenkirchen \u00fcberschreitet die Zahl bereits 70%. Was gibt Ihnen Hoffnung angesichts dieser Faktenlage?<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Werner Br\u00e4uninger:<\/strong> Leider zun\u00e4chst nur sehr wenig. Es war schon schlimm genug, da\u00df in beiden verlorenen Weltkriegen an die sechs Millionen wertvollste junge deutsche M\u00e4nner im Felde blieben, die uns an allen Ecken und Enden fehlten, um wenigstens die Substanz zu bewahren. Man glaube doch nicht, da\u00df dergleichen das Gesicht einer Nation nicht ver\u00e4ndern w\u00fcrde. Die dr\u00e4ngendste Gefahr f\u00fcr uns Deutsche, aber auch f\u00fcr Europa und die wei\u00dfe Welt, ist zu sp\u00e4t zu kommen, um wahrhafte Remigration einzuleiten, damit die hemmungslose \u00dcberfremdung abgedreht und damit das Verl\u00f6schen der Deutschen in sp\u00e4testens der \u00fcbern\u00e4chsten Generation verhindert wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Geschieht dies nicht in der allern\u00e4chsten Zeit, werden wir alle schlicht und ergreifend genetisch weggebombt, dar\u00fcber gibt es f\u00fcr mich auch nicht die Spur eines Zweifels. S\u00e4mtliche anderen Probleme verblassen demgegen\u00fcber und bedeuten im Vergleich nichts. Dieses Faktum, diese klarste und einfachste aller Rechnungen, ist den Deutschen &#8211; auch von der AfD &#8211; wieder und wieder in die K\u00f6pfe zu h\u00e4mmern. Denn es scheint ihnen bis jetzt nicht klar zu sein, da\u00df wir ansonsten schlicht verschwinden, verl\u00f6schen und in der Datei des Gewesenen abgelegt werden. Dieses Schicksal abzuwenden ist das Gebot der Stunde. Alles und jedes hat sich dem unterzuordnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>MetaPol: Greifen wir mal einen aktuellen Begriff auf \u2013 wie sieht Ihr \u201eStadtbild\u201c aus? Was ist ein \u201edeutsches Stadtbild\u201c gezeichnet von Werner Br\u00e4uninger? Und gibt es in der heutigen Bundesrepublik noch Ecken und Bezugspunkte, wo sie dies f\u00fcr sich vorfinden?<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Werner Br\u00e4uninger: <\/strong>Selbst jener verklausulierte Merz-Ausspruch, dieses Schattenkanzlers von Ruinitanien, ist doch sofort von ihm wieder relativiert worden, wie alles, was von dieser exemplarischen Heulsuse kommt. In meinen jungen Jahren verglich ich die M\u00e4nner und Frauen, die mir aus den Fotografien der letzten einhundert Jahre entgegentraten, manchmal mit dem, was ich auf der Stra\u00dfe sah. Ich erkannte, da\u00df sich die Menschen fr\u00fcherer Generationen noch ihres Wertes und Ranges bewu\u00dft waren, ganz gleich, welchem Stand sie auch angeh\u00f6rten. Oft liessen sie sich in ihrem gewohnten Umfeld ablichten, st\u00fctzten sich energisch auf Spaten oder Rechen, standen hinter dem Pflug, dem Schraubstock oder dem Katheder. In der damals typischen Manier, nicht selten mit der Barttracht Kaiser Wilhelms II., der selbst h\u00e4ufig in \u00e4hnlicher Weise posierte, blickten sie ernst in die Linse des Fotografen, denn L\u00e4cheln war verp\u00f6nt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sie waren stolz auf das Erreichte, auf ihr Eigenes, ihren Beruf, ganz gleich ob hoch oder niedrig. Es mu\u00df sich heute also durchaus nicht ein imaginiertes blondes \u201eGottmenschentum\u201c auf unseren Stra\u00dfen bewegen sondern der ganz \u201enormale\u201c autochthone Deutsche, wie es ihn jahrhundertelang gab. Kehren wir dahin nicht zur\u00fcck, dann wird es in absehbarer Zeit auch kein \u201eruhiges Hinterland\u201c mehr geben und selbst entlegene deutsche T\u00e4ler und Seeufer werden dann nicht mehr zu erkennen sein, weil die ehemaligen Einwohner afghanischer Bergd\u00f6rfer und nordafrikanische W\u00fcstenclans hierher geworfen wurden. Das letzte Mal, wo ich mich \u00fcber das \u201eStadtbild\u201c und die zugeh\u00f6rige Bev\u00f6lkerung wirklich gefreut habe, war vergangenes Jahr in S\u00fcdtirol.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>MetaPol: Die \u00c4u\u00dferungen des Bundeskanzlers zum Stadtbild f\u00fchrten &#8211; wie gewohnt &#8211; trainierte Emp\u00f6rungsreflexe der \u201eZivilgesellschaft\u201c nach sich. F\u00fcr genuin rechte Positionen fallen die Reaktionen jedoch oftmals deutlich heftiger aus. Pers\u00f6nliche Anfeindungen sowohl im privaten wie im beruflichen Umfeld, \u201eOutings\u201c, \u00dcbergriffe und Anschl\u00e4ge der Antifa als verl\u00e4ngerter Arm des Staates sind gegen Oppositionelle an der Tagesordnung. Welche Erfahrungen haben Sie damit bisher gemacht? Was erwarten Sie im Hinblick auf die Zuspitzung des Konfliktes noch? Nehmen auch Sie eine Entmenschlichung der \u201eRechten\u201c durch ihren politischen Gegner wahr &#8211; Stichwort: Charlie Kirk?<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Werner Br\u00e4uninger: <\/strong>Klar, der Rechte scheint in den Augen der Linken heute per se vogelfrei zu sein. Den brutalen Terror von Antifa und linksextremen Autonomen habe ich als J\u00fcngling erstmals Ende der 1980er Jahre aus n\u00e4chster N\u00e4he erfahren. Am Rande einer nationalen Kundgebung hatten f\u00fcnftausend geifernde \u201eGegendemonstranten\u201c, viele davon \u00e4u\u00dferst gewaltt\u00e4tig und dem \u201eSchwarzen Block\u201c zugeh\u00f6rig, eine Blockade errichtet und mit Dreck und Erdklumpen nach uns geworfen. Nicht wenige trugen Blessuren durch Stein- und Flaschenw\u00fcrfe, die aus der feigen Horde heraus erfolgten, davon, so auch ich. Einem rann das Blut aus dem Kopfverband, den man ihm provisorisch angelegt hatte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich konnte damals live erleben, wie diese brutalst vorgehenden linken Gewaltt\u00e4ter in den Menschen, denen sie sich entgegenstellten, nicht nur einen politischen Gegner sahen, sondern einen mit allen Mitteln zu bek\u00e4mpfenden Feind, der in ihren Augen kein Menschenantlitz trug und somit wert war, vernichtet zu werden. Ich sah ihre hasserf\u00fcllten Augen, ihre wutverzerrten Gesichter, eiskalt mit einkalkulierend, dass sie Menschen nicht nur schwerstens verletzen, sondern auch t\u00f6ten k\u00f6nnten. In den Augen dieser potenziellen M\u00f6rder besa\u00dfen wir kein Recht auf Leben, das wurde mir damals v\u00f6llig klar.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dergleichen habe ich \u00fcber die Jahre dann noch einige Male in \u00e4hnlicher Vehemenz erlebt. Doch solches kommt dabei heraus, wenn Schule, Universit\u00e4t, Politik, Kirche und Medien \u201erechts\u201c oder \u201enational\u201c in toto als faschistisch, antidemokratisch und menschenfeindlich diffamieren. Also darf mittels dieser kranken Zuschreibungskategorie alles was von dort kommt auch verd\u00e4chtigt, zensiert, denunziert, verfolgt, diffamiert und folglich auch v\u00f6llig gefahrlos k\u00f6rperlich angegriffen werden. Diese Konnotation hat sich zu einem selbstlaufenden Ritual, einem Reflex, zu einem Fetisch und Geist aus der Flasche entwickelt, unter deren Zuhilfenahme man so gut wie jede nicht-linke Str\u00f6mung ungestraft d\u00e4monisieren kann. Nehmen wir doch nur einen Sellner, der vor allem medial in verabscheuungsw\u00fcrdigster Art und Weise zum Teufel in Menschengestalt erkl\u00e4rt wurde. Wir haben unseren Gegnern also endlich beizubringen, da\u00df wir nicht mehr l\u00e4nger als Freiwild zu Verf\u00fcgung stehen, sondern uns zur Wehr setzen werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>MetaPol: Stichwort \u201eTrendwende\u201c &#8211; F\u00fcr viele j\u00fcngere Aktivisten, insbesondere aus Reihen der AfD oder der Identit\u00e4ren Bewegung, gibt es nur eine Zeitrechnung \u201enach Gr\u00fcndung der AfD\u201c. Die Zeiten davor kennen sie nicht aus eigenem Erfahren, sie waren oft schlicht zu jung. Sie sto\u00dfen heute, Gott sei Dank, also bereits zu Zeiten eines allgemeinen Aufbruchs und sichtbarer politischer, mindestens parlamentarischer Erfolge, hinzu. Dies war lange Zeit anders und viele langj\u00e4hrige Rechte sind durch ein \u201eTal der Tr\u00e4nen\u201c gegangen. Sie haben ebenfalls ihre erste politische Sozialisation in den \u201ealtrechten\u201c Zusammenh\u00e4ngen gesammelt, wobei dies nicht weltanschaulich, sondern chronologisch gemeint ist. Wie w\u00fcrden Sie die damalige Situation und die M\u00f6glichkeiten der politischen Bet\u00e4tigung den heutigen \u2013 vielleicht manchmal auch etwas \u00fcberheblich daherkommenden \u2013 J\u00fcnglingen erkl\u00e4ren, die teils etwas sp\u00f6ttisch und abf\u00e4llig \u00fcber diese damaligen Konstellationen und die damit verbundene politische Erfolglosigkeit sprechen?<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Werner Br\u00e4uninger:<\/strong> Aus den genannten Gr\u00fcnden reagiere ich auch ziemlich allergisch auf all das k\u00fcnstlich konstruierte, d\u00fcmmliche \u201eBoomer\u201c-Gequatsche, das man neuerdings leider auch auf der Rechten von vereinzelten Verirrten zu h\u00f6ren bekommt und das doch nichts anderes ist, als die Generationen gegeneinander auszuspielen und einen Teil unseres Volkes gegen den anderen aufzuhetzen. Damit besorgt man das Gesch\u00e4ft des Feindes. Diesen historisch Unkundigen sei gesagt, da\u00df es nicht wenige waren, die in den tristen Zeiten, in denen \u201erechts\u201c v\u00f6llig out war, wenigstens die Fahne hochgehalten haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Tatsache, da\u00df eine wirkliche, auch intellektuell erstzunehmende Rechte in Deutschland bis lange nach dem Millennium schlicht nicht existierte, habe ich mich ja auch in meinen \u201eMinenfeldern\u201c gewidmet. Es gab damals keine \u201eAlternative f\u00fcr Deutschland\u201c, kein \u201eSchnellroda\u201c, keine Denkfabrik wie MetaPol und die Neue Rechte war bei uns, im Gegensatz zum franz\u00f6sischen Nachbarland, noch nicht in dem Ma\u00dfe formiert und organisiert wie heute. W\u00e4re ich \u00d6sterreicher gewesen, so h\u00e4tte ich mich zweifellos Haiders FP\u00d6 angeschlossen. Aber ich war Deutscher \u2013 <em>in Deutschland<\/em>. Viele der heute nicht selten gescholtenen \u201eBoomer\u201c hatten in dieser Diaspora jahrelang Opfer gebracht, Unterdr\u00fcckungen und berufliche Nachteile hingenommen, nur um ihres politischen Engagements willen. Nicht anders als heute auch.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Faktum, da\u00df die seinerzeit bestehende Rechte zugleich auch f\u00fcr jahrzehntelange Ereignis- und Bedeutungslosigkeit steht, ber\u00fchrt dies dennoch nicht. Eine ganze Generation wertvoller Leute, darunter f\u00e4hige Akademiker, Burschenschafter, Autoren, die als J\u00fcnglinge oder junge M\u00e4nner in den 90ern vielleicht einmal einige Jahre in der \u201efalschen\u201c Organisation waren, werden heute anhand von exzessiv ausufernden \u201eUnvereinbarkeitslisten\u201c an weiterer politischer Teilhabe im nationalen, rechten Parteienspektrum gehindert. Es ist heute verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig leicht, sich \u201erechts\u201c zu verorten, da es mit der AfD inzwischen eine Partei gibt, die von vielen Millionen Deutschen gew\u00e4hlt wird. Das aber war damals eben nicht der Fall. Klar ist, da\u00df der wirklich auf den ersten Blick eindeutig erkennbare Lunatic fringe von der aktiven nationalpolitischen Gestaltung ferngehalten werden mu\u00df, doch w\u00e4re insbesondere die AfD gut beraten, sich nicht dogmatisch auf eventuelle fr\u00fchere Organisationszugeh\u00f6rigkeiten zu kaprizieren, sondern sich vielmehr jeden Menschen individuell anzuschauen und immer <em>den Einzelnen<\/em> zu sehen und seine Entwicklung. Das System goutiert ohnehin keine Abgrenzung.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>MetaPol: Wie so viele erfuhren auch Sie einige herbe Entt\u00e4uschungen in ihrer \u201eaktiven\u201c Zeit. Die charakterlichen Defizite der damaligen Akteure werden von Ihnen sehr pointiert im Buch nachgezeichnet und vermutlich jeder langj\u00e4hrige rechte Aktivist wird sich in den beschriebenen Situationen irgendwo wiederfinden k\u00f6nnen. Ein Punkt der Sie dazu veranlasste, nicht unt\u00e4tig zu werden, jedoch den Aktionsschwerpunkt nach \u201einnen\u201c zu verlagern und sich auf das Publizieren in verschiedenen Medien und Printformaten zu konzentrieren. Dem folgten dann einschneidende Begegnungen mit Armin Mohler und Hans-Dietrich Sander, welchen Sie ein eigenes Kapitel im Buch widmen. Bringen Sie die beiden Pers\u00f6nlichkeiten doch insbesondere dem j\u00fcngeren Publikum n\u00e4her. Welche Relevanz im Denken und Tun sehen Sie heute bei beiden?<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Werner Br\u00e4uninger:<\/strong> Mit Mohler hatte ich seit 1993 schon einen losen Briefwechsel gehabt. Begierig hatte ich \u00fcber lange Jahre seine Aufs\u00e4tze und Rezensionen in \u201eCritic\u00f3n\u201c gelesen. Durch ihn erkannte ich die Verderblichkeit des Liberalismus in seiner ganzen Dimension und begriff auch was der Faschismus wirklich war. Meine Ver\u00f6ffentlichungen \u00fcber die systemimmanente Opposition im Nationalsozialismus hatten dann gro\u00dfes Interesse bei ihm hervorgerufen. Immer wenn ich in M\u00fcnchen war, habe ich ihn besucht. Immerhin sa\u00df man dann dem Doyen des Konservatismus und ehemaligen Sekret\u00e4r Ernst J\u00fcngers gegen\u00fcber; das war schon etwas. Auch heute noch wird man ohne das Studium seiner Werke kaum wirklich begreifen, worauf es innerhalb der Rechten in erster Linie ankommt. Noch sehr viel intensiver war mein Kontakt zu Hans-Dietrich Sander.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die \u201eSchweigespirale\u201c, deren verheerende Wirkung allen rechten Intellektuellen sattsam bekannt ist, verdammte den gro\u00dfen Mann zu weitgehender Resonanzlosigkeit, auch wenn sich im Laufe der Zeit nahezu alle seine Analysen und Prognosen in staunenswerter Pr\u00e4zision bewahrheiteten. Sander war \u00fcberzeugt von der \u201eR\u00fcckkehr des nationalen Elements in die Politik\u201c, wie er eine seiner Schriften aus dem Jahr 1983 betitelte und die ich noch heute als die Quintessenz dessen ansehe, was \u201evon rechts\u201c gesagt werden mu\u00df. Er war ein Vision\u00e4r und dabei doch von ausgesprochener mecklenburgischer N\u00fcchternheit. 1990 war er das Wagnis eingegangen, seine Zeitschrift \u201eStaatsbriefe\u201c ins Leben zu rufen, die er auf das Fundament der Reichsidee, des staufischen Mythos und des preu\u00dfischen Stils stellte. Pr\u00e4gend waren erkennbar auch Stefan George und sein Kreis sowie die ma\u00dfgeblichen Vertreter einer geistigen \u201edeutsch-j\u00fcdischen Symbiose\u201c &#8211; zum Verdruss bornierter Altrechter.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich halte Sander, der 2017 starb, f\u00fcr einen der gr\u00f6\u00dften nationalpolitischen Denker und zugleich Stilisten, den wir nach 1945 in Deutschland hatten. In \u201enormalen Zeiten\u201c w\u00fcrde er eine Rezeption ohnegleichen erleben, dessen bin ich v\u00f6llig sicher. Heiko Luge kann das riesige Verdienst f\u00fcr sich in Anspruch nehmen, Sander dem Vergessen entrissen und einen Gro\u00dfteil seines nun im Arnshaugk-Verlag erscheinenden Werkes der \u00d6ffentlichkeit zug\u00e4nglich gemacht zu haben. Daher mein Appell an die national eingestellte Jugend: Lest Sander!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>MetaPol: Sanders Denken verkn\u00fcpft sich auch stark mit dem \u201eReichsgedanken\u201c. Sie selbst haben eine eigens verfasste \u201eReichsallegorie\u201c verfasst, welche auch in Ihrem Buch Erw\u00e4hnung und Ausf\u00fchrung findet. Inwiefern sind Sie von Sanders Reichsgedanken inspiriert und wie sch\u00e4tzen Sie die Relevanz derartiger Gedankenspiele im jetzigen Moment ein?<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Werner Br\u00e4uninger: <\/strong>Die Bundesrepublik mit ihrer insbesondere von Adenauer unverr\u00fcckbar zementierten \u201eWestbindung\u201c war von Anbeginn eine ausgesprochen reichsfeindliche Staatsgr\u00fcndung. Immer aber waren demokratische Traditionen in Deutschland zugleich auch auf das Reich gerichtet; vom gro\u00dfen Fest in Hambach \u00fcber die Paulskirche, von Weimar bis zu den Akteuren des 20. Juli 1944. \u201eDie h\u00f6chste Erf\u00fcllung des Deutschen ist das Reich\u201c, hatte Graf Stauffenberg 1936 notiert und er erneuerte diese Auffassung in dem ber\u00fchmten \u201eSchwur\u201c, den er kurz vor seinem Attentat auf Adolf Hitler niedergeschrieben hatte. Das hatten die \u201eV\u00e4ter des Grundgesetzes\u201c bewusst verdr\u00e4ngt. Wenn sich allerdings im November 1999 eine Handvoll besessener Hegelianer in gr\u00f6\u00dfenwahnsinniger Verblendung anma\u00dften, das Deutsche Reich im verr\u00e4ucherten Hinterzimmer eines Leipziger Chinarestaurants neu zu \u201ebegr\u00fcnden\u201c, so kann dergleichen nur in den Bezirk des Irrsinns verwiesen werden. Damit habe ich wohl zugleich auch alles dar\u00fcber gesagt, was ich von dem ebenso obskuren und absurden, wie v\u00f6llig sinnlosen Tun und der infantilen Torheit heutiger sogenannter \u201eReichsb\u00fcrger\u201c halte. Solche Harlekine, \u201eK\u00f6nige von Deutschland\u201c und selbsternannte \u201eReichsminister\u201c, die sich selbst \u201eReichsp\u00e4sse\u201c oder F\u00fchrerscheine ausstellen, sind in meinen Augen F\u00e4lle f\u00fcr die Psychiatrie.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Denn es ist heute bei weitem noch nicht die Stunde konzeptiv vom Reich zu reden, f\u00fcr dessen Neubau zudem auch jene Deutschen fehlen, die daf\u00fcr pr\u00e4destiniert sein m\u00fcssten. Dieser Zeitpunkt liegt aber noch in weitester Ferne. Das war auch stets Sanders Ansicht. Aus den heutigen opportunistischen und bis ins Mark geschw\u00e4chten Deutschen m\u00fcsste zun\u00e4chst mal wieder eine auf dem Volksbegriff gr\u00fcndende Schicksalsgemeinschaft werden. Dazu w\u00e4re es notwendig, den gesamten Ideenschutt des Jahres 1968 beiseitezur\u00e4umen und mit der Hexenjagd einer v\u00f6llig einseitigen Vergangenheitsbew\u00e4ltigung Schluss zu machen. Das, was Sander das \u201eanimalische Unbehagen an den Verh\u00e4ltnissen\u201c nannte, mu\u00df eintreten, wenn der Widerstand kommen soll, de facto also eine \u201eZur\u00fcckpr\u00e4gung\u201c der Deutschen, im positivsten Sinne verstanden. Bereits eine \u201enormale\u201c Jugend w\u00fcrde, wenn sie denn erwacht, das heutige System zum Erzittern bringen. Sie m\u00fcsste all den seichten, modernistischen Zinnober einfach souver\u00e4n verlachen, der in Dauerschleife laufenden Zirkusveranstaltung ein Ende bereiten und damit den heute noch Fernstehenden ein anfeuerndes Beispiel geben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>MetaPol: Ihr beschriebener Weg zeigt auf, wie wichtig die \u201erichtigen\u201c Begegnungen zur \u201erichtigen\u201c Zeit sind, um das eigene Denken zu verdichten, zu festigen, auch sinnvoll zu erweitern und folglich \u201erichtig\u201c im Leben abzubiegen. Der F\u00f6rderung des in uns Angelegten bedarf es des richtigen Reizes zur rechten Zeit \u2013 so scheint es. Wie sch\u00e4tzen Sie die heutige Situation aus Sicht eines jungen Mitstreiters ein? Welche herausragenden Pers\u00f6nlichkeiten oder auch Organisationen der Rechten identifizieren Sie heute, die sinnvolle charakterliche und gedankliche Impulse senden? Sp\u00fcren sie generell einen avantgardistischen Geist innerhalb der Rechten, so wie es ihr eigentlich naturgem\u00e4\u00df zu Gesicht st\u00fcnde? <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Werner Br\u00e4uninger:<\/strong> Rechts zu sein war und ist nach meiner Auffassung schon immer und rein f\u00fcr sich genommen avantgardistisch. Wir m\u00fcssen aber dahin kommen, da\u00df die Jugend \u201elinks\u201c als das Alte, Verstaubte, Dogmatische, Unnat\u00fcrliche, Verklemmte und H\u00e4ssliche erkennt und beiseite r\u00e4umt und \u201erechts\u201c als das Neue, Wahre, Sch\u00f6ne, Gute, Sinnliche, Freie und Coole entdeckt und begreift. Ich glaube zu beobachten, da\u00df man in Frankreich hier schon ein erhebliches St\u00fcck weiter ist. Die Zeiten starker charismatischer Einzelpersonen oder gro\u00dfer Beweger scheinen wohl zun\u00e4chst einmal vorbei zu sein. Auf der Rechten war J\u00f6rg Haider vielleicht der vorerst letzte dieser Art. Auch wird es auf absehbare Zeit erstmal keinen neuen, sagen wir d\u2019Annunzio oder Jos\u00e9 Antonio geben, auch weil die heutigen Verh\u00e4ltnisse die Heraufkunft eines solchen nicht zulassen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Umso wichtiger ist das Selbststudium jedes Einzelnen, sich also im Waffenarsenal des Geistes zu bedienen, damit eine theoretisch gefestigte Minorit\u00e4t einmal zur Mehrheit werden kann. Von allen Str\u00e4uchern, die an der Seite unseres Weges wachsen, m\u00fcssen wir die besten auflesen und in unserem Ideenk\u00f6cher verstauen. Sich selbst ein tragf\u00e4higes Fundament zu schaffen, auf das man immer wieder bei den meisten Fragen, die das Leben uns stellt, zur\u00fcckkommen und auch erweitern kann, ist nicht nur absolut sinnvoll, sondern auch begl\u00fcckend. Was beispielgebende Organisationen angeht, so finde ich es sehr gut, da\u00df mit \u201eLukreta\u201c auch in Deutschland heute eine rechte Frauengruppe besteht. Dem Mut und Ideenreichtum dieser gro\u00dfartigen M\u00e4dchen und jungen Frauen zolle ich gr\u00f6\u00dften Respekt. Junge M\u00e4nner sind bei MetaPol, der \u201eGeneration Deutschland\u201c, in Schnellroda und bei der IB auf jeden Fall gut aufgehoben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>MetaPol: In ihrem Buch beschreiben Sie auch das Schicksalsjahr 2015\/2016, in welchem in der Bundesrepublik alle D\u00e4mme brachen. Sie beschreiben die bedr\u00fcckende Situation der Bahnhofsklatscher und gleichfalls das Aufkommen einer neuen patriotischen Welle, welche ma\u00dfgeblich vom Erstarken der AfD getragen wurde. So widmen Sie auch ein Kapitel in Ihrem Buch der \u201eAfD als T\u00fcr\u00f6ffner und Tabubrecher\u201c. Generell scheint sich im rechten Lager vieles um die AfD im Mittelpunkt zu drehen. Alles, was um die AfD herum geschieht, wird h\u00e4ufig als \u201eVorfeld\u201c bezeichnet. Bedeutet, die Partei steht in der Denke und der Anschauung vieler im Zentrum der Rechten, gerade bei den Anh\u00e4ngern der AfD selbst. Nun ist bekannt, dass Parteien in einer parlamentarischen Demokratie eigenen Gesetzen und Mechanismen unterliegen. Wie bewerten Sie diese Partei-zentristische Sicht innerhalb des rechten Lagers? Und welche Defizite k\u00f6nnten damit aus ihrer Sicht einhergehen?<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Werner Br\u00e4uninger:<\/strong> Zun\u00e4chst einmal m\u00fcssen wir als Deutsche heute nehmen, was wir eben vorfinden. Ich will es einmal v\u00f6llig ungeschminkt ausdr\u00fccken: F\u00fcr mich ist die AfD in erster Linie ein Vehikel, das m\u00f6glicherweise dazu in der Lage sein k\u00f6nnte, das Overton-Fenster weit aufzusto\u00dfen, also auch die Grenzen des Sagbaren in unserem Sinne zu verschieben. In der ersten Zeit empfand ich sie lediglich als einen Versuchsballon nach langen, bleiernen Jahren. Denn nach nicht enden wollender Selbstblockade und qu\u00e4lender Stagnation vertrat erst die AfD wieder vom Mainstream abweichende Meinungen. Als origin\u00e4r wirklich rechte Partei \u2013 unter Lucke, Petry und Meuthen &#8211; sah ich sie damals aber noch nicht an. Es ging erst einmal nicht um Erfolg oder Mi\u00dferfolg der AfD, sondern schlicht um Selbstbehauptung. Denn es war hohe Zeit, da\u00df nicht mehr \u201edie anderen\u201c bestimmen, wo eine vermeintlich \u201erote Linie\u201c \u00fcberschritten wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Von daher kam sie wie gerufen oder besser zur letzten Stunde. Es ist nun einmal in der Parteiendemokratie so, da\u00df, wenn man deren Regeln akzeptiert und ihr Spiel mitspielt, die Partei im absoluten Fokus steht, auch in der Wahrnehmung der \u00d6ffentlichkeit. Ein Institut steht nicht auf dem Wahlzettel, die Vertreter eines Thinktanks sitzen nicht f\u00fcr diesen im Parlament, eine schlagende Verbindung stellt keine Regierung. Letztlich also wird es zun\u00e4chst die Partei sein, die die weiteren Geschicke von Volk, Staat und Nation in ihre Hand zu nehmen hat. Der Antwort auf die Frage \u201eWas kommt nach dem Parteienstaat?\u201c, die Sander schon 1987 in der \u201eAula\u201c provokativ stellte, kann man sich dann nach der ersten Gesundungskur widmen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>MetaPol: Wir haben es bereits angerissen, auch eine AfD unterliegt am Ende bestimmten Mechanismen des Parlamentarischen Betriebs, unter anderem dem Majorit\u00e4tsprinzip. Zudem schlie\u00dft sich jeder gewonnenen Wahl ein Rattenschwanz an zu besetzenden \u00c4mtern an. Allein quantitativ ist es eine gro\u00dfe Herausforderung, alle notwendigen Sitzreihen in den Parlamenten plus die dazugeh\u00f6rige erste und zweite Reihe zu besetzen. Von der Qualit\u00e4t des Personals einmal ganz abgesehen. Wie sch\u00e4tzen Sie die derzeitige Qualit\u00e4t des Personals und insbesondere die F\u00fchrungsst\u00e4rke der Partei ein? Vernehmen sie bereits eine negative Entwicklung innerhalb der Partei gem\u00e4\u00df des \u201eehernen Gesetzes der Oligarchisierung\u201c nach Robert Michels?<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Werner Br\u00e4uninger:<\/strong> Ein hochrangiger AfD-Amtstr\u00e4ger aus dem Osten sagte mir neulich, da\u00df f\u00fcr die Bildung einer funktionsf\u00e4higen Landesregierung etwa 200-300 gute Leute fehlten. Als Nicht-Parteimitglied habe ich \u00fcber Qualit\u00e4t und F\u00fchrungsst\u00e4rke nat\u00fcrlich keinen unmittelbaren, tieferen Einblick, aber ich besch\u00e4ftige mich dennoch intensiv mit der Partei. Ich sehe hier einige wirklich gute und achtbare Leute, aber auch viel Durchschnitt und schon vom Typus her klassische Alt-CDUler, von denen ich meine Zweifel habe, ob es sich bei ihnen um Stehertypen oder gar \u00dcberzeugungst\u00e4ter handelt, die auch den Orkanen trotzen k\u00f6nnen, die ganz sicher noch \u00fcber sie herniedergehen werden. Denn der Gegner wird noch sehr viel Niedertr\u00e4chtiges in petto haben, vor allem wenn er wirklich begreift, da\u00df seine Tage gez\u00e4hlt sind und der Erfolgsweg der nationalen Opposition nicht mehr aufzuhalten ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sehr wichtig ist es deshalb kommunal und auf Landesebene verankert zu sein, einen tragf\u00e4higen, loyalen Unterbau zu haben und nicht v\u00f6llig \u201everparlamentisiert\u201c zu werden. Selbst Carl Schmitt sprach 1932 in seinem Aufsatz \u201e<em>Der Mi\u00dfbrauch der Legalit\u00e4t<\/em>\u201c von der kurz vor der \u00dcbernahme der Macht stehenden und stark gefestigten NSDAP noch als \u201eunreifer\u201c Bewegung \u2013 \u201e<em>negative F\u00fchrungsauslese, geringer Sachverstand, Vernachl\u00e4ssigung allgemeiner Interessen<\/em>\u201c. Es wird f\u00fcr Deutschland aber keine Zeit bleiben, wegen einiger Unzul\u00e4nglichkeiten, abermals auf etwas Neues zu warten und noch einmal bei null anzufangen. Ich selbst glaube, da\u00df die AfD die letzte Chance f\u00fcr uns darstellt, dem Schicksal noch ein Mal in die Speichen zu greifen. F\u00fcr sie hat sich also die ernste Frage zu stellen, ob sie am \u201eTag x\u201c gen\u00fcgend qualifiziertes und gefestigtes Personal aufbieten kann. Dennoch kann ich nur davor warnen, die Mobilisierung mit dem Sieg zu verwechseln und an die AfD appellieren darauf zu achten, ihre Reihen konsequent f\u00fcr jene \u201eM\u00e4rzgefallenen\u201c, Postenj\u00e4ger, Gl\u00fccksritter, Querulanten, Spitzel und anderen Proselyten zu verschlie\u00dfen, die erfahrungsgem\u00e4\u00df stets als erste dort sind, wo sie eine ihnen g\u00fcnstige Konjunktur wittern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Denn diese werden so sicher wie das Amen in der Kirche allersp\u00e4testens am Tage nach einem entscheidenden Sieg auf Landes- oder Bundesebene zu Scharen vor der T\u00fcre stehen und so schnell wie m\u00f6glich an die Pforte klopfen. Sie aber sind es in der Hauptsache, die Erscheinungsbild, Geist, Richtung, Weg und Ziel einer idealistischen Bewegung sehr rasch v\u00f6llig verw\u00e4ssern und in ihr Gegenteil verkehren k\u00f6nnen. M\u00f6ge dies der AfD in dicken roten Lettern ins Stammbuch geschrieben sein. Was also hat sie zu tun? Sie sollte ihre besten Agitatoren in die Parlamente schicken und sich als <em>die<\/em> Soziale Heimatpartei verstehen. Noch enger hat sie sich an das Volk anzuschlie\u00dfen und es davon zu \u00fcberzeugen, da\u00df kein anderer f\u00fcr seine elementarsten Belange eintritt. Auch die Forderung nach konsequenter Remigration mu\u00df ihr Alleinstellungsmerkmal als Partei sein, was ich mir jedoch noch sehr viel fordernder und kompromissloser w\u00fcnsche. Viele weitere unzweideutige Signale der Selbstbehauptung und des Hegemonieanspruchs sind von ihr zu setzen. Vor\u00fcbergehende Fehlschl\u00e4ge und Niederlagen sind immer als herausgeschobener Sieg anzusehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weiter wird darauf zu achten sein, da\u00df man die Erstgeburt nicht f\u00fcr ein Linsengericht verh\u00f6kert, also keine Anbiederung an die CDU, nicht ihr Juniorpartner oder Mehrheitsbeschaffer sein zu wollen, sondern im Gegenteil sie vollkommen \u00fcberfl\u00fcssig zu machen und ihr v\u00f6lliges Verschwinden zu forcieren. Die CDU sollte sich ihrerseits dar\u00fcber im Klaren sein, da\u00df auch die Existenz der \u201eDemocrazia Cristiana\u201c, ihrer einstigen italienischen Schwesterpartei, mehr oder weniger \u00fcber Nacht ausradiert worden ist.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>MetaPol: In einem Kapitel kritisieren Sie das Fehlen der Etablierung einer Kaderschmiede innerhalb der AfD zur Ausbildung des politischen Nachwuchses. Denken Sie, dass eine derartige Kaderschmiede innerhalb der Partei etabliert werden m\u00fcsste oder sehen Sie auch die M\u00f6glichkeit \u201evon au\u00dfen\u201c Pers\u00f6nlichkeiten auszubilden, die dann gem\u00e4\u00df ihrer Bef\u00e4higung einen Platz innerhalb der Rechten einnehmen, potentiell nat\u00fcrlich dann sp\u00e4ter auch in der Partei? Generell erw\u00e4hnen Sie im Buch am Ende eines Kapitels ja bereits, dass auch die \u201eAfD nicht der Weisheit letzter Schluss sein wird\u201c.<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Werner Br\u00e4uninger:<\/strong> Aus dem in der letzten Antwort Gesagten, aber auch aus dem Blickwinkel der AfD selbst, sehe ich die Gr\u00fcndung und Etablierung einer innerparteilichen Kaderschmiede als v\u00f6llig unerl\u00e4sslich an. Jede Partei, jede politische Bewegung, bedarf eines ideeenm\u00e4\u00dfigen und geistigen Generalstabs. Selbstverst\u00e4ndlich bin ich daf\u00fcr, Personal meinetwegen auch \u201evon au\u00dfen\u201c zu rekrutieren, vor allem jedoch gute Gedanken und Ideen zu adaptieren und f\u00fcr die Partei fruchtbar zu machen. Sich aber f\u00fcr alle Zeit darauf zu verlassen, da\u00df Nachwuchs und Qualit\u00e4t schon von au\u00dfen kommen werden \u2013 so gut man dort vielleicht auch arbeitet \u2013 halte ich f\u00fcr einen verh\u00e4ngnisvollen Trugschluss. F\u00fcr das Selbstverst\u00e4ndnis einer Partei, die demn\u00e4chst die Machtfrage stellen will, ist innere Kaderbildung unerl\u00e4\u00dflich. Nicht zuletzt gilt es Loyalit\u00e4ten zu schaffen und auch f\u00fcr eine innerparteiliche Elitenbildung zu sorgen. Das, was ich auf der Gr\u00fcndungsveranstaltung der \u201eGeneration Deutschland\u201c rein physiognomisch gesehen habe, stimmt mich aber erst einmal zuversichtlich.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>MetaPol: Im vergangenen Jahr ist eine Debatte bzw. ein Konflikt um die Person Dr. Maximilian Krah ausgebrochen, welcher den Remigrationsbegriff, wie er beispielsweise von Martin Sellner genutzt und ausgestaltet wird, als verfassungswidrig erkl\u00e4rt hat und sich dazu unter anderem auch ausgiebig mit Medien wie \u201eCorrectiv\u201c auseinandergesetzt hat. Nun ist es so, dass seitens der AfD-F\u00fchrung beispielsweise Veranstaltungen, die von AfD-Mitgliedern organisiert werden unter Teilnahme von Martin Sellner, \u201ezur\u00fcckgepfiffen\u201c werden. Das j\u00fcngste Beispiel war eine Veranstaltung mit der Landtagsabgeordneten Lena Kotr\u00e9, die aber zumindest noch gen\u00fcgend Courage besa\u00df, wenigstens einer derartigen Veranstaltung als Gast beizuwohnen. Zu den Ausf\u00fchrungen Dr. Maximilian Krahs, welche in ihrer Konsequenz in einer \u201eBalkanisierung\u201c der Bundesrepublik m\u00fcnden, h\u00f6rt man jedoch keine \u201eRufe zur Raison\u201c aus den Reihen der Parteif\u00fchrung, wodurch der Eindruck entstehen kann, dass Krah inhaltlich zumindest f\u00fcr die F\u00fchrung der AfD spricht. Verfolgen Sie diesen Konflikt und wenn ja, wie bewerten Sie ihn? Das Remigrationsthema ist Ihnen augenscheinlich auch eine wichtige Angelegenheit. Immerhin haben Sie ihm einen ganzen Roman gewidmet (\u201eWas wir lieben mu\u00dften\u201c 2021, Arnshaugk Verlag), dessen Entstehung Sie auch das Kapitel \u201eDer Roman der Remigration\u201c im aktuellen Buch widmen.<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Werner Br\u00e4uninger:<\/strong> Wie erw\u00e4hnt habe ich keinen direkten Einblick in die Diskussionen innerhalb der Partei und bin hier, wie nahezu jeder, von dem abh\u00e4ngig, was medial hier\u00fcber zu erfahren ist. Mir war aber bereits nach dem Gespr\u00e4ch Krah-Kubitschek vom Juni letzten Jahres in Schnellroda sofort klar, da\u00df der erstere hier einen v\u00f6llig anderen Weg einschlagen will. Sollte der Kontakt Krahs zu \u201eCorrectiv\u201c \u00fcberdies zutreffen, dann ist das in meinen Augen Feindber\u00fchrung und Parteiverrat. Das Ende staatlicher Assimilationspolitik zu fordern und vielleicht von einem Vielv\u00f6lkerstaat Habsburger Pr\u00e4gung zu schw\u00e4rmen, l\u00f6st kein einziges Problem. Schon gleich gar nicht, wenn man auf ehemalige Mitstreiter eindrischt, um selbst leichter am Katzentisch Platz zu nehmen und \u201emitspielen\u201c zu d\u00fcrfen. F\u00fcr mich ist das eine Kapitulation vor der eigentlichen Schlacht. Und wer tats\u00e4chlich glaubt, da\u00df ein solcher Sinneswandel vom System honoriert wird, geht geh\u00f6rig in die Irre. Kickl und die FP\u00d6 scheinen mir in dieser Frage doch weitaus entspannter und auch phantasievoll-kreativer zu sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es kann doch nur darum gehen, endlich einmal den Anfang zu machen und das anzupacken, was heute bereits mit Leichtigkeit durchf\u00fchrbar w\u00e4re, n\u00e4mlich Minuszuwanderung, Kriminelle, Illegale und die \u00fcber zwei Millionen fremden Ausreisepflichtigen mit \u00e4u\u00dferster Konsequenz abzuschieben, Clans auszuheben, ihnen die finanzielle Grundlage zu entziehen und sie hart abzuurteilen. Nach japanischem Beispiel sollten per Gesetz Quoten f\u00fcr fremde Ethnien festgelegt werden und Kopftuch, Burka und Niqab ganz allm\u00e4hlich aus dem deutschen Stra\u00dfenbild verschwinden. Weiter w\u00e4re ein sofortiger Stopp des Familiennachzugs und die drastische Streichung von Sozialleistungen zu veranlassen. Das Signal an alle, die bei uns Einlass begehren, kann nur lauten \u201eRundumsorglos-Schalter f\u00fcr alle Zeit geschlossen!\u201c. Nicht zuletzt zeigt uns doch gerade die woke Nomenklatura st\u00e4ndig, da\u00df auch im Grundgesetz nach Belieben herumkorrigiert werden darf.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hiervon sollten wir lernen und zum Wohle Deutschlands davon Gebrauch machen, wenn es soweit sein wird. Wir d\u00fcrfen keinen Zweifel dar\u00fcber aufkommen lassen, da\u00df wir nicht spielen und es ernst meinen. Ob das nun alles eher in das Sellnersche- oder zu Krahs Konzept passt, ist mir im Grunde v\u00f6llig gleichg\u00fcltig, denn Gefahr ist unmittelbar im Verzuge. Niemand wei\u00df, wo der Migrantenzug des 21. Jahrhunderts einmal sein Ende nehmen wird, wenn die wahnsinnigen EU-Freimaurer und vor allem ihre deutschen Entsatzheere ihr destruktives Werk fortsetzen d\u00fcrfen. Alles aber ist umkehrbar, wenn wir selbst es w o l l e n.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>MetaPol: Geopolitisch \u00fcberschlagen sich im Moment die Ereignisse. Ein wesentliches Zeichen f\u00fcr diese globalen Unruhen sind unter anderem die galoppierenden Edelmetall- oder insgesamt \u201ehard asset\u201c Preise. In ihrem Kapitel \u201eVerlorene Au\u00dfenpolitik\u201c wagen Sie eine Prognose, welche zuk\u00fcnftigen Visionen und Forderungen in den geopolitischen Gro\u00dfr\u00e4umen entstehen k\u00f6nnten. So erw\u00e4hnen Sie das in den USA \u201eirgendeine Einheit mit Kanada und Gr\u00f6nland zu einem Gro\u00dfamerika\u201c favorisiert werden k\u00f6nnte. Sie nehmen auch Bezug auf den Gedanken eines \u201eGro\u00df-Israel\u201c unter Einbezug der arabischen Gebiete sowie Erdogans Vision einer \u201eGro\u00dft\u00fcrkei\u201c und auch Chinas Anspruch auf Taiwan wird erw\u00e4hnt. Insbesondere mit der Gr\u00f6nlandaussage liegen Sie damit, obwohl das Buch bereits vor einigen Monaten erschien, absolut \u201eim Trend\u201c der Medienberichterstattung. Wie bewerten Sie derzeit diese politischen Entwicklungen und insbesondere die \u00c4u\u00dferungen des US-Pr\u00e4sidenten Donald Trump zu Gr\u00f6nland? Vereinfacht gefragt: Geh\u00f6rt Gr\u00f6nland aus Ihrer Sicht zu Europa und verdiente einen Einsatz der Bundeswehr im Falle eines Falles (von den M\u00f6glichkeiten eines solchen mal ganz abgesehen)?<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Werner Br\u00e4uninger:<\/strong> Die Forderung Trumps ist ja nicht neu und wurde bereits vor Jahren von ihm erhoben. Sein Engagement in Gr\u00f6nland besteht aus einem Dreiklang von milit\u00e4rstrategischen Gr\u00fcnden, dem Wunsch nach ungehindertem Zugriff auf die dortigen Rohstoffvorkommen und dem verst\u00e4rkten Einfluss des US-Kapitals, eine Richtung, in die Trump offensichtlich vor allem von dem milliardenschweren Kosmetikmogul Ronald Lauder, im \u201eNebenberuf\u201c Pr\u00e4sident des \u201eJewish World Congress\u201c, gedr\u00e4ngt wurde. Die USA, so Trump, br\u00e4uchten Gr\u00f6nland aus Gr\u00fcnden der nationalen Sicherheit, da es \u201evon russischen und chinesischen Schiffen \u00fcbers\u00e4t\u201c sei. Da auch er ganz sicher \u201ekein Sammler von W\u00fcsten\u201c\u00a0sein will, ein Wort, mit dem Benito Mussolini am Vorabend des Abessinienkrieges sp\u00f6ttisch auf internationale Kritik reagierte, wird sich der US-Pr\u00e4sident ohnehin nehmen, was ihm beliebt. Da\u00df Gr\u00f6nland \u201eein Teil Europas\u201c sein soll, habe ich zugegebenerma\u00dfen erst aus den Berichten bundesdeutscher \u201eQualit\u00e4tsmedien\u201c erfahren. Daher will ich nur ein Bismarck-Zitat abwandeln: \u201e<em>Gr\u00f6nland ist mir nicht die gesunden Knochen eines einzigen brandenburgischen Grenadiers wert\u201c.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>MetaPol: Da\u00df Sie in vielen Themengebieten zuhause sind sowie auch in der Wahl der Gattung wandlungsf\u00e4hig sind, haben Sie durch Ihren Roman, aber auch eine fiktive Erz\u00e4hlung sowie das Bearbeiten verschiedener historischer wie alltagspolitischer Themen bewiesen. Ein kleiner Ausblick f\u00fcr den Leser: Was kann man noch von Ihnen erwarten?<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Werner Br\u00e4uninger:<\/strong> In normalen Zeiten k\u00f6nnte ich mich ausschlie\u00dflich weiterhin historischen Studien und Arbeiten widmen, doch heute geht es um Sein oder Nichtsein unseres Volkes und unserer Nation, so da\u00df der Schwerpunkt leider ein anderer sein mu\u00df. Dennoch will ich in K\u00fcrze noch einen Nachtrag von etwa 100 Seiten zu meinem Buch \u201eCharisma und D\u00e4monie\u201c ver\u00f6ffentlichen. Au\u00dferdem plane ich irgendwann noch einen kleinen Gedichtband vorzulegen; da ist \u00fcber die Jahre immer mal wieder etwas entstanden, von dem ich allerdings nicht wei\u00df, ob es ver\u00f6ffentlichungsw\u00fcrdig ist. Nicht zuletzt beabsichtige ich, wie im Nachwort der doch eher pers\u00f6nlich-autobiographischen \u201eMinenfelder\u201c angek\u00fcndigt, diesen noch einen zweiten, tieferen und mehr programmatischen Teil hinzuzuf\u00fcgen, doch ist dies erst einmal nichts als Zukunftsmusik.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>MetaPol: Abschlie\u00dfend eine pers\u00f6nliche Frage: Sie schildern in Ihrem Buch auch ihre vielfachen Reisen, die Sie get\u00e4tigt haben, bspw. in den asiatischen Raum. Durch eine g\u00fcnstige famili\u00e4re Konstellation waren Ihnen hier scheinbar gute Meilenkontingente verg\u00f6nnt, wie Sie schreiben. Gibt es heute f\u00fcr Sie noch einen Sehnsuchtsort? Einen Ort, an den Sie entweder gern zur\u00fcckkehren w\u00fcrden oder den Sie noch unbedingt besuchen m\u00f6chten? Und welchen Ort mu\u00df man aus Ihrer Sicht als Rechter besucht haben?<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Werner Br\u00e4uninger:<\/strong> Reiseziele oder gar Urlaube sollte man nicht nach politischem Gusto aufsuchen oder planen, so finde ich, sondern nach dem Herzen. Die von Ihnen genannten Aufenthalte sind lange her und in die Ferne zieht mich heute nichts mehr. Zur\u00fcckkehren w\u00fcrde ich gerne wieder mal nach Florenz oder in das Tessin. Auch Skandinavien ist f\u00fcr mich noch eine v\u00f6llige Terra incognita und Madrid kenne ich ebenfalls nicht. Gerne m\u00f6chte ich auch noch die Wege in Turin wiederholen, die Nietzsche dort einst ging, freilich ohne anschlie\u00dfend gleichfalls dem Wahnsinn zu verfallen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>MetaPol:<\/strong> Wir danken Ihnen f\u00fcr das Gespr\u00e4ch.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Das Gespr\u00e4ch wurde am 31. Januar 2026 gezeichnet. Erwerben Sie Werner Br\u00e4uningers Buch \u201eIn Minenfeldern\u201c <\/em><a href=\"https:\/\/gegenstrom.org\/en\/shop\/buecher\/in-minenfeldern\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><em>bei uns im Shop<\/em><\/a><em>. <\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>In Minenfeldern \u2013 Als deutscher Autor in der Inneren Emigration<br \/>\n665 Seiten, Hardcover, Festeinband<br \/>\nNur 28,00 \u20ac <\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir haben mit dem popul\u00e4ren Autor Werner Br\u00e4uninger gesprochen. \u00dcber sein neuestes Buch, seine wegweisenden Eindr\u00fccke und Bekanntschaften entlang seines Lebenswegs, \u00fcber Armin Mohler und Hans-Dietrich Sander, \u00fcber das Konzept \u201eRemigration\u201c sowie die AfD und ihre zuk\u00fcnftigen Aufgaben. Wer mehr \u00fcber Werner Br\u00e4uninger und sein Schaffen erfahren m\u00f6chte, dem sei sein Blog www.marmorklippen.de empfohlen. 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