{"id":1074,"date":"2018-04-20T14:39:50","date_gmt":"2018-04-20T13:39:50","guid":{"rendered":"https:\/\/gegenstrom.org\/?p=1074"},"modified":"2020-02-04T12:02:18","modified_gmt":"2020-02-04T11:02:18","slug":"guillaume-faye-und-das-vaterland-europa","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gegenstrom.org\/en\/guillaume-faye-und-das-vaterland-europa\/","title":{"rendered":"Guillaume Faye und das &#8222;Vaterland Europa&#8220;"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Der franz\u00f6sische Journalist und neurechte Vordenker, Guillaume Faye, versuchte mit seinem Werk <em>Wof\u00fcr wir k\u00e4mpfen <\/em>(kann beim <a href=\"http:\/\/www.thule-seminar.org\/buecher_metapo.htm\">Thule-Seminar<\/a> bezogen werden), welches erstmals 2001 im Franz\u00f6sischen erschien, eine Art Manifest f\u00fcr den europ\u00e4ischen Widerstand bereitzustelle. Darin warnt er den Leser vor dem drohenden Untergang des Abendlandes, das heute in der sog. Westlichen Welt gem\u00fcndet ist. Diese westliche Welt, die sich durch Universalismus und einen z\u00fcgellosen Progressivismus auszeichnet, wird demnach folgerichtig in den eigenen Abgrund gehen, w\u00e4hrend die \u201eNeue Zeit\u201c unmittelbar bevorst\u00fcnde. Diese \u201eNeue Zeit\u201c wird vor allem durch eine zunehmende Bereitschaft der europ\u00e4ischen V\u00f6lker sich in einem Bund zusammenzuschlie\u00dfen gekennzeichnet sein. Es ist die Geburt einer neuen Nation, der Nation Europa. Obgleich die Schrift nun mittlerweile mehr als 17 Jahre alt ist, hat sich im deutschsprachigen Raum eine paneurop\u00e4ische Idee innerhalb der Rechten nie durchsetzen k\u00f6nnen. Immer wieder gab es dazu Diskussionen, Vortragsveranstaltungen und Kongresse, die die Verst\u00e4ndigung oder gar den Zusammenschluss der europ\u00e4ischen V\u00f6lker zum Ziel hatte, doch blieb die Tr\u00e4gerschaft einer genuin paneurop\u00e4ischen Idee tats\u00e4chlich \u00fcberschaubar. Nun flammt die alte Diskussion wieder auf. Die zunehmende Globalisierung und die damit einhergehende \u00dcberfremdung \u2013 vorwiegend aus islamisch gepr\u00e4gten Kulturen \u2013 sorgt f\u00fcr die erneute Besinnung auf den europ\u00e4isch-kulturellen Kern. Selbst in Polen, in denen der Nationalismus nicht selten mit Chauvinismus vermengt wird, entwickelte sich in den letzten Jahren eine dem europ\u00e4ischen Ausland gegen\u00fcber offenere Haltung. Die Tatsache der millionenfachen illegalen Grenz\u00fcbertretung au\u00dfereurop\u00e4ischer Menschen, die mehr Kolonisatoren als Fl\u00fcchtlinge sind, wird die Nationalisten Europas zusammenschwei\u00dfen. In Deutschland macht sich dieser Umstand durch verst\u00e4rkte Aktivit\u00e4ten auf der europ\u00e4ischen Ebene bemerkbar. So hat sich mittlerweile mit der Identit\u00e4ren Bewegung Deutschland (IBD) eine europ\u00e4ische Jugend, die sich dem metapolitischen Kampf verschrieben hat, etabliert. Auch die Jungen Nationalisten-Die Jugend f\u00fcr Deutschland (JN) veranstalten seit einigen Jahren regelm\u00e4\u00dfige Europakongresse, wo rechte Gruppen aus ganz Europa zu Diskussionen und Vorstellrunden zusammenkommen. Guillaume Faye bietet mit seinen arch\u00e4ofuturistischen Ans\u00e4tzen eine m\u00f6gliche Alternative zu dem klassischen Nationalstaatsdenken. Daher soll seine Weltanschauung im Folgenden etwas n\u00e4her beleuchtet werden, um dem Leser die Gedankenwelt eines Paneurop\u00e4ers, eines europ\u00e4ischen Nationalisten vorzustellen.<\/span><\/p>\n<h2>Von Gegnern und Feinden: Amerika und der Islam<\/h2>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Guillaume Faye spricht in seinem Werk <em>Wof\u00fcr wir k\u00e4mpfen \u2013 Manifest des Europ\u00e4ischen Widerstandes<\/em>, welches zugleich <em>das metapolitische Hand- und W\u00f6rterbuch der Kulturellen Revolution zur Neugeburt Europas<\/em> darstellt, von einem Feind und einem Gegner, die immer JEMAND seien. Damit widerspricht er der klassisch rechts-konservativen Behauptung, dass der Liberalismus der wahre Feind oder Gegner Europas oder gar der V\u00f6lker sei. Faye verweist darauf, dass es sich bei dem Liberalismus lediglich um eine Ideensammlung bzw. Ideologie handele und ausschlie\u00dflich Menschen, also Existenzen eine Feind- oder eine Gegnerschaft ausmachen. Zur Bestimmung des Feindes, m\u00fcssen wir demnach den ausmachen, der \u201e<em>uns direkt, konkret und leiblich bedroht, der uns ausmerzen will\u201c<\/em>. Der Gegner hingegen sei jener, <em>\u201eder danach trachtet, uns zu beherrschen und zu schw\u00e4chen\u201c<\/em>.<\/span><a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\"><sup><span style=\"font-size: 14pt;\">[1]<\/span><\/sup><\/a><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">F\u00fcr den neurechten Franzosen gibt es demnach einen ganz klaren Feind: Die \u201eMassen von Fremden, die einwandern und sich bei uns niederlassen\u201c<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\"><sup>[2]<\/sup><\/a><sup>.<\/sup> Dieser Feind sei sinnbildlich der Islam, den Guillaume eine kolonisatorische Raumnahme vorwirft, die zur Vernichtung der europ\u00e4isch-st\u00e4mmigen V\u00f6lker f\u00fchre. Der Gegner nach dieser Definition seien hingegen die USA. Diese k\u00f6nnen Faye nach nicht als Feind betrachtet werden, weil sie lediglich geopolitische Interessen vertreten. Mit der <em>manifest destiny<\/em> verfolgen Teile des Pentagons eine Art amerikanischen Imperialismus, der sich vor allem in einer kulturellen Hegemonie-Bestrebung auszeichnet. Der Amerikanismus, also die Bejahung und Anerkennung der allgemeinen und globalen Herrschaft der Vereinigten Staaten, ist quasi eng verkn\u00fcpft mit dem universalistischen und materialistischen Geist der Moderne.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Faye wirft dem Hauptgegner USA vor, sich den Islam oder deren Massen zu eigen zu machen, sie als willf\u00e4hrige B\u00fcttel ins Feld gegen Europa zu f\u00fchren. Ziel sei dabei die Zersetzung der wirtschaftlichen Dynamik Europas. Demnach ist die ablehnende Haltung der Muslime gegen\u00fcber dem Kosmopolitismus und der liberalistischen Ideen von Gleichheit und Menschheit eher sekund\u00e4r zu betrachten, da die gemeinsamen Interessen \u00fcberwiegen. Faye vergisst hier allerdings darauf einzugehen, dass weder die US-Eliten noch die gesamte islamische Welt, die Umma, einen monolithen Block darstellen. Beide sind sehr facettenreich und teilweise in sich widerspr\u00fcchlich.<\/span><\/p>\n<h2>Der Kampf als Naturnotwendigkeit \u2013 Ethnozentrismus als weltanschauliche Grundforderung<\/h2>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Von welchem k\u00e4mpferischen Geist der Arch\u00e4ofuturismus gepr\u00e4gt ist, zeigen folgende Worte, Guillaume Faye\u2019s, womit er sein \u201eEurop\u00e4isches Manifest\u201c einleitet: <em>\u201eDie gesamte Weltgeschichte war stets die Geschichte des Ringens der V\u00f6lker und der Kulturen um das \u00dcberleben oder um die Vorherrschaft. Sie ist das Schlachtfeld, auf dem der Wille zur Macht seinen Ausdruck findet\u201c<\/em><a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\"><sup>[3]<\/sup><\/a>. F\u00fcr den Franzosen ist also nicht das Vorhandensein von Klassen \u2013 wie es im historischen Materialismus der Fall ist \u2013 sondern, der Kampf um die Vormachtstellung von Ethnien und Kulturen das Triebwerk der Geschichte. Der Wille zur Macht, die auch von Nietzsche postuliert wurde, muss dem europ\u00e4ischen Menschen, muss den V\u00f6lkern Europas immanent sein. Das momentane Nichtvorhandensein sei letztlich die Grundvoraussetzung f\u00fcr den drohenden Untergang der abendl\u00e4ndischen Hochkultur. Auch die USA sind nach Faye nur so stark, weil wir so schwach sind.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Den europ\u00e4ischen V\u00f6lkern muss es demnach darum gehen in erster Linie wieder eine Vormachtstellung in der Weltpolitik einzunehmen. Guillaume Faye widerspricht auch dem Ansinnen f\u00fcr die V\u00f6lker zu streiten. Er pl\u00e4diert ausschlie\u00dflich f\u00fcr das eigene Volk zu k\u00e4mpfen, <em>\u201eweil jedes Volk f\u00fcr seine Identit\u00e4t selbst verantwortlich ist und weil die Geschichte ein Friedhof der V\u00f6lker und Kulturen ist\u201c<\/em><a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\"><sup>[4]<\/sup><\/a>. Der Ethnozentrismus besagt, dass die Ethnie bzw. das Volk, dem man angeh\u00f6rt, den Mittelpunkt jeglicher \u00dcberlegung ausmacht. Jede Handlung des Protagonisten ist demnach bestimmt von dem Willen zur Bewahrung und F\u00f6rderung der eigenen v\u00f6lkischen Identit\u00e4t. Faye spricht hier sogar davon, dass eine ethnozentrische Haltung, also eine k\u00e4mpferische Geisteshaltung ausschlie\u00dflich langlebigen V\u00f6lkern zu eigen ist. F\u00fcr ihn spielt dabei keine Rolle, ob der Ethnozentrismus sachlich richtig oder falsch ist. Es geht ausschlie\u00dflich um den Willen zur Macht, den ein Volk, das sich einen Platz in der Welt verdienen will, aufzubringen bereit sein muss. Richtig verstanden, verlangt Faye nach einer Geisteshaltung, wie sie in den USA anzutreffen ist. Sicherlich nicht die ideologischen Facetten des Liberalismus, wie er dortzulande anzutreffen ist, aber im Sinne der \u00dcberzeugung absoluter \u00dcberlegenheit gegen\u00fcber anderen V\u00f6lkern. Dies w\u00fcrde letztlich zu einem meinetwegen europ\u00e4ischen kulturellen Imperialismus f\u00fchren.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Tats\u00e4chlich ist die Argumentation von Faye schl\u00fcssig, verfolgt man Ziel der Einflussnahme und Vormachtstellung. Obgleich die Kompatibilit\u00e4t zwischen Liberalismus und Lebenswirklichkeit angezweifelt werden darf, ist er heute die scheinbar unumst\u00f6\u00dfliche Wahrheit. Der Liberalismus ist auch Alexander Dugin nach keine Ideologie, sondern eine \u201eLebenswirklichkeit\u201c \u2013 trotz seiner lebensunwirklichen Ideen.<\/span><\/p>\n<h2>Eine \u201eNeue Zeit\u201c wird anbrechen \u2013 Doch zun\u00e4chst wird das Chaos herrschen<\/h2>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Guillaume Faye prognostizierte bereits nach der Jahrtausendwende das Chaos, welches unaufhaltsam sei. Dieses sei die logische Folge der uns bevorstehenden \u201eKonvergenz der Katastrophen\u201c. Diese Katastrophen sind ausschlie\u00dflich auf die europ\u00e4ische Kultur selbst zur\u00fcckzuf\u00fchren. Besser w\u00e4re es vielleicht hier von dem europ\u00e4ischen oder abendl\u00e4ndischen Geist zu sprechen. Das Faustische oder Prometheische ist Schw\u00e4che und St\u00e4rke zugleich. Es handelt sich hierbei um die Tragik der Rolle, wie sie Goethes Faust spielt. Das Ewigkeits- und Unendlichkeitsstreben brachte zum einen die gr\u00f6\u00dften Errungenschaften dieser Welt hervor, an der sich die vielen V\u00f6lker heute erfreuen. Die zunehmende Technologie, High-Tech und Digitalisierung sind dabei nur einige wenige Stichworte. Auf einen Seite vereinfachen sie das Leben, machen wirtschaftliche Prozesse effizienter und k\u00f6nnen den Wohlstand des Kollektivs maximieren. Auf der anderen Seite sind sie der Wegbereiter des eigenen Untergangs. Faye stellt schonungslos fest, dass der abendl\u00e4ndische Mensch sich selbst zerst\u00f6rt, wenn er nicht kontrolliert wird.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Der Untergang der Moderne ist demnach nur logisch. Er wird eintreten. Das ist eine \u201eeschatologische Tatsache\u201c. Der franz\u00f6sische Vordenker macht daf\u00fcr drei Ursachen ausfindig: Der Egalitarismus gepaart mit den individualistischen Ideen des 18. Jahrhundert, die Verweltlichung universalistischer Werte des Jud\u00e4ochristentums und der z\u00fcgellose Drang nach sofortiger Befriedigung materieller Bed\u00fcrfnisse.<\/span><a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\"><sup><span style=\"font-size: 14pt;\">[5]<\/span><\/sup><\/a><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Die Katastrophen werden demnach folgende sein<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\"><sup>[6]<\/sup><\/a>:<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Die massenhafte \u00dcberfremdung als \u201e<em>Besiedlungskolonisation afrikanisch, maghrebinischer und asiatischer V\u00f6lkerschaften<\/em>\u201c, vorwiegend aus islamischen L\u00e4ndern.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Die \u201e<em>blockierte Gesellschaft<\/em>\u201c, die von neuen Klassenk\u00e4mpfen gezeichnet sein wird. Diese basieren der uns bevorstehenden \u201e<em>sozialen Sklerose<\/em>\u201c.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Die \u201eKonvergenz der Katastrophen\u201c wird zu einem chaotischen Zustand f\u00fchren, der wiederum die \u201e<em>Hebamme der Geschichte sein wird<\/em>\u201c.<\/span><a href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref7\"><sup><span style=\"font-size: 14pt;\">[7]<\/span><\/sup><\/a><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Diese Hebamme wird nach Faye eine \u201eNeue Welt\u201c hervorbringen. Europa wird demnach eins werden. Faye ist es jedoch egal, wie genau dieser Zusammenschluss der europ\u00e4ischen V\u00f6lker aussieht. Auff\u00e4llig wird, dass er an einigen Stellen ganz klar von den europ\u00e4ischen V\u00f6lkern, also im Plural und an manchen Stellen von dem Volk oder dem europ\u00e4ischen Volk spricht. Er kann sich allerdings sowohl ein Europa der Nationen wie auch eine europ\u00e4ische F\u00f6deration von Gro\u00dfregionen vorstellen. Letztes k\u00f6nnte auch in eine \u00e4hnliche Idee m\u00fcnden, wie es bei Johannes Scharf der Fall ist, der einen \u201ewei\u00dfen Ethnostaat\u201c favorisiert bzw. f\u00fcr am wahrscheinlichsten h\u00e4lt.<\/span><\/p>\n<h2>Der Ethnostaat \u201eEurosibirien\u201c \u2013 Ein Reich, das niemanden braucht<\/h2>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Faye konzeptionierte die Idee eines eurosibirischen Reiches bzw. Imperiums, das vom Atlantik bis zum Stillen Ozean verl\u00e4uft. Dieses \u201eEurosibirien\u201c w\u00fcrde demnach West-und Mitteleuropa sowie Russland miteinander vereinen. Faye strebt damit das gr\u00f6\u00dfte Reich an, welches in der uns bekannten Geschichte beispiellos ist. Es handelt sich demnach um ganz Europa als ein Reich, in dem die Europ\u00e4er ein riesiges Machtzentrum errichten w\u00fcrden, welches eine Hypermacht nie gekannten Ausma\u00dfes kennt. Dies wirkt auf manchen Zeitgenossen sicherlich etwas gr\u00f6\u00dfenwahnsinnig, ist jedoch die \u00dcberlegung einer nicht zu untersch\u00e4tzenden Anh\u00e4ngerschaft in Amerika und Europa.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Diese Hypermacht w\u00e4re wirtschaftlich und versorgungstechnisch vollkommen autark und somit unabh\u00e4ngig von anderen au\u00dferhalb dieser Macht stehenden Staaten. Dennoch beteuert Guillaume Faye mit dem Begriff \u201eEurosibirien\u201c eine ausschlie\u00dflich identit\u00e4re Konnotation zu bezwecken, jedoch keinerlei Aggression oder gar Imperialismus zu erstreben. Mag die Absicht dieses franz\u00f6sischen Neurechten keine imperialistische sein, so f\u00e4llt es dennoch schwer daran zu glauben, dass die Folge der Entstehung einer derartigen Hypermacht wirklich nicht imperialistisch sei. Spricht Faye hier doch ausschlie\u00dflich von einem Eurosibirien, welches dem Begriff \u201eEurasien\u201c vorzuziehen sei. Der \u201eeurosibirische\u201c Ausdruck soll \u201en\u00e4mlich verdeutlichen, dass Europa sich ganz Nordasien unter russischer Herrschaft wieder aneignet\u201c<a href=\"#_ftn8\" name=\"_ftnref8\"><sup>[8]<\/sup><\/a>.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Zun\u00e4chst d\u00fcrfte es sich dabei eher um einen mystischen Begriff handeln, der viel zu abstrakt ist, als das er tats\u00e4chlich gedacht werden kann. Das Streben allerdings nach alter europ\u00e4ischer Gr\u00f6\u00dfe ist nicht neu. Die \u00dcberlegung in Gro\u00dfr\u00e4umen ist schlie\u00dflich auch bei anderen Denkern und Philosophen zu beobachten. Denken wir hier doch an den Sch\u00f6pfer der Vierten Politischen Theorie, Alexander Dugin, die Bestrebungen amerikanischer neurechter Bewegungen oder den ethnostaatlichen Ideen eines Johannes Scharf, der sich mehrere \u201ewei\u00dfe\u201c Machtzentren vorstellen kann.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Letztlich l\u00e4sst Faye die Frage offen, was mit den V\u00f6lkern innerhalb dieses \u201eeurosibirischen Reiches\u201cvv passieren soll. Werden sie ihre Eigenart erhalten k\u00f6nnen oder werden sie f\u00fcr das \u201eeurop\u00e4ische Vaterland\u201c geopfert? Oder werden die V\u00f6lker nur innerhalb einer F\u00f6deration einen Teil ihrer nationalen Souver\u00e4nit\u00e4t aufgeben m\u00fcssen, um das gro\u00dfe Ganze zu erm\u00f6glichen, dabei jedoch ihre Eigenart, Kultur und Sprache bewahren d\u00fcrfen? Zwar macht Faye hier deutlich, dass es ihm auf gewisse Weise egal ist, solange die Europ\u00e4er damit erhalten bleiben und sich einen Platz an der Sonne erk\u00e4mpfen werden, doch wird das f\u00fcr die Frage danach, ob man sich dieser Bewegung anschlie\u00dfen soll oder nicht, nicht ganz unber\u00fccksichtigt bleiben k\u00f6nnen. Somit bleibt Faye das seinen Lesern letztlich schuldig.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Obgleich man die Ideen dieses Mannes f\u00fcr abstrakt und in Teilen abgehoben finden mag, haben sie angesichts der durchaus uns bevorstehenden \u201eKonvergenz der Katastrophen\u201c ihre Berechtigung.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> G. Faye, Wof\u00fcr wir k\u00e4mpfen \u2013 Manifest des europ\u00e4ischen Widerstandes. Das metapolitische Hand- und W\u00f6rterbuch der kulturellen Revolution zur Neugeburt Europas, Horn u. a. 2006, S. 86.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> A.a.O., S. 86-87<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> A.a.O., S. 27<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> A.a.O., S. 29.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> A.a.O., S. 31<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a> A.a.O., S. 32-40<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ftnref7\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a> A.a.O., S. 283<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><a href=\"#_ftnref8\" name=\"_ftn8\">[8]<\/a> A.a.O,. S. 119.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der franz\u00f6sische Journalist und neurechte Vordenker, Guillaume Faye, versuchte mit seinem Werk Wof\u00fcr wir k\u00e4mpfen (kann beim Thule-Seminar bezogen werden), welches erstmals 2001 im Franz\u00f6sischen erschien, eine Art Manifest f\u00fcr den europ\u00e4ischen Widerstand bereitzustelle. Darin warnt er den Leser vor dem drohenden Untergang des Abendlandes, das heute in der sog. Westlichen Welt gem\u00fcndet ist. 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