{"id":10379,"date":"2025-01-04T13:13:28","date_gmt":"2025-01-04T12:13:28","guid":{"rendered":"https:\/\/gegenstrom.org\/?p=10379"},"modified":"2025-01-04T13:14:28","modified_gmt":"2025-01-04T12:14:28","slug":"wie-legitimiert-sich-eine-monarchie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gegenstrom.org\/en\/wie-legitimiert-sich-eine-monarchie\/","title":{"rendered":"Wie legitimiert sich eine Monarchie?"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><em>Wie legitimiert sich die Monarchie, wer ist der neue Hochadel und welche Dynastien kommen in Frage? Solche und weitere Fragen stellt und beantwortet unser Autor und erkl\u00e4rter Monarchist <strong>Anton Ballin<\/strong> in dem folgenden Artikel. Die Redaktion<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn wir die Pr\u00e4misse akzeptieren, dass die Monarchie ein geeignetes Herrschaftssystem f\u00fcr Deutschland oder auch andere Staaten w\u00e4re, stellt sich die Frage, wie eine Restauration auszusehen hat. Eine weitere Problematik, die die Wiederherstellung der monarchistischen Staatsform mit sich bringt, ist die Frage, welches Geschlecht den Thron besteigen soll. Eine Frage, die bei den zahlreichen Restaurationen der Geschichte auch immer wieder eine Rolle gespielt hat. Dabei sto\u00dfen Ideen des Rechts und der Macht wieder aneinander \u2013 des Prinzips und der Folgen. Schauen wir uns die Geschichte mal genauer an und ziehen unsere Schl\u00fcsse f\u00fcr die Zukunft daraus.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Legitimation durch Religion.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ebenso wie so ziemlich jedes Volk einen Adelsstand hatte, hatte es auch einen Priesterstand; ihre Entwicklung ging Hand in Hand. In den meisten F\u00e4llen k\u00f6nnte man sie auch als ersten Adel bezeichnen, oft blieben sie sogar der einzige Adel, ein sogenannter Priesteradel, wie es die islamischen Kalifen und bis heute noch die Geistlichen des p\u00e4pstlichen Kirchenstaates sind. Meistens waren sie jedoch getrennte Kasten, die voneinander abh\u00e4ngig waren; der Adel bedurfte einer weltanschaulichen Rechtfertigung seitens der Priester und die Priester das Geld und die Macht der Adeligen, um ihre Weltanschauung durchzusetzen. Das liegt ebenfalls in der Arbeitsteilung zugrunde, da sich gro\u00dfartige Krieger oder f\u00e4hige H\u00e4ndler selten auch zeitgleich mit geistlichen Fragen besch\u00e4ftigten und ebenso andersrum. Im Verlauf der staatlichen Entwicklung nahm jedoch in vielen Reichen der Adel immer gr\u00f6\u00dferen Einfluss auf die geistliche Welt, wurden selbst als heilig, ja gar als eine Gottheit angesehen oder als einen \u00dcbermenschen mit g\u00f6ttlichen Eigenschaften. Wie zum Beispiel das Gottesgnadentum der europ\u00e4ischen Monarchen; die \u00e4gyptischen Pharaonen, die als irdische Manifestation einer Gottheit galten und die Kaiser des r\u00f6mischen Reiches, die oberste Priester waren. Entweder, weil sie mittlerweile ihre eigenen theologischen Vorstellungen durchsetzen wollten oder um ihre weltliche Position und Legitimation zu st\u00e4rken. Ebenso versuchte auch die geistliche Welt immer mehr Einfluss auf die Weltliche zu nehmen. Nichtsdestoweniger war die Geistlichkeit immer von wichtiger Bedeutung f\u00fcr den Adel und einer der Grundpfeiler f\u00fcr ihre Herrschaft; daran konnten auch die andauernden Machtk\u00e4mpfe nichts \u00e4ndern. Doch wieso bedurfte es dem Adel einer religi\u00f6sen Rechtfertigung f\u00fcr ihr politisches Handeln, anders als Heutzutage, wo eine rationale Begr\u00fcndung ausreicht? Heutzutage basiert diese rationale Begr\u00fcndung auf einem Fundament, das die Religion bereits geschaffen hat und ohne dessen, diese Begr\u00fcndungen nicht haltbar w\u00e4re. Das realisieren die meisten Menschen heute nicht, weil es f\u00fcr sie zur Selbstverst\u00e4ndlichkeit wurde, dass das T\u00f6ten, Stehlen, Fremdgehen und dergleichen etwas Schlechtes ist. Keine Naturwissenschaft vermag es, Moral zu rechtfertigen, sie vermag es h\u00f6chstens menschliche Ethik zu untersuchen, kann aber nie als Ursprung der Selbigen dienen \u2013 Wissenschaft ergr\u00fcndet, sie wertet nicht. Oft wird damit argumentiert, dass Moral den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die staatliche Stabilit\u00e4t f\u00f6rdert, somit einem nat\u00fcrlichen egoistischen Selbstzweck diene. Die meisten dieser gesellschaftlichen Konsequenzen haben jedoch keinen direkten Einfluss; sexuelle Degeneration, Dekadenz, Neid, Gier, Denunziation usw. Es ist kein blo\u00dfer Zufall, dass die s\u00e4kulare, sich von Gott entfremdete Welt, diesen Pfad des Hedonismus und Egoismus geht. Der Staat als Ordnungsh\u00fcter ist geblieben, nur, dass es es keine Ordnung mehr zum H\u00fcten gibt, denn Ordnung bedeutet Enthaltsamkeit, jede Religion lehrt diese. Eine liberale Weltanschauung und Religion bei\u00dfen sich, da Religion begrenzt und fesselt, der Liberalismus \u201ebefreit\u201c und entfesselt. Jedoch ist diese \u201eBefreiung\u201c ein ungez\u00fcgeltes Freilassen aller Triebe und Begierden, es stellt den eigentlichen Zweck des Staates auf den Kopf. Str\u00f6mungen der Aufkl\u00e4rung(nicht die ganze Aufkl\u00e4rung als solche) schufen die Idee des Staates als blo\u00dfen Besch\u00fctzer, den \u201eNachtw\u00e4chterstaat\u201c. Der Staat habe kein Recht in die pers\u00f6nliche Freiheit des B\u00fcrgers einzugreifen, er habe sich nur um den Schutz des Privateigentums und der unmittelbaren k\u00f6rperlichen Unversehrtheit zu k\u00fcmmern. Es stellt sich gegen den Paternalismus, der Idee, dass der Staat eine v\u00e4terliche Erzieherrolle hat. Der Staat, der einst eine familien\u00e4hnliche Gemeinschaft mit gemeinsamen religi\u00f6sen Riten und kulturellen ethnischen Br\u00e4uchen war, verkommt mit der Zeit zu einem blo\u00dfen Zusammenleben von Individuen, die h\u00f6chstens ein kaufm\u00e4nnisches Interesse miteinander teilen. Die Identit\u00e4t dieses Staates besteht aus dem Stolz zur Identit\u00e4tslosigkeit, aus Br\u00fcdern und Schwestern wurden Gesch\u00e4ftspartner. Jeder Tr\u00e4ger eines geistlichen Amtes und jede geistliche Institution, die solch eine Staatsordnung bef\u00fcrwortet, unterst\u00fctzt und deckt, untergr\u00e4bt sich selbst. Ebenso wie die Politik die Religion braucht, um sich zu rechtfertigen, braucht die Religion die Politik, um sich durchzusetzen. Eine Politik, die es verneint eine erzieherische Rolle einzunehmen, ist eine, die nicht die W\u00fcnsche der Religion erf\u00fcllen kann. Vom Mittelalter bis in das 20.Jahrhundert hinein \u00fcbernahm die Kirche in vielen Staaten gr\u00f6\u00dftenteils die Aufgabe der Bildung und Erziehung des Volkes und der Adel unterst\u00fctzte die Kirche dabei. In protestantischen Staaten wie Preu\u00dfen, in denen der K\u00f6nig, aufgrund des landesherrlichen Kirchenregiments die Leitungsgewalt \u00fcber die evangelische Kirche hat, \u00fcbernahm diese Aufgabe im 19. Jahrhundert der Staat, jedoch vermittelten die Schulen weiterhin religi\u00f6se Werte und der Klerus hatte auf staatlicher Ebene im Herrenhaus, der ersten Kammer des preu\u00dfischen Landtages, immer noch einen, wenngleich geringen, politischen Einfluss. Die heutigen westlichen Kirchen unterst\u00fctzen das heutige politische Narrative, selbst das, was eindeutig gegen die religi\u00f6sen Schriften und Dogmen verst\u00f6\u00dft; die Kirche und das Christentum ist zu einer leeren H\u00fclle verkommen. Die heutige Kirche demonstriert, dass Religion, die nicht fester Bestandteil des staatlichen Ethos ist, nicht nur ihre Macht und Mitglieder, sondern auch ihre Werte verliert. Denn es ist nicht die Religion, die einen gesunden Geist schafft, sondern ein gesunder Geist, der eine Religion annimmt, zumindest, wenn man diese Lehren nicht von Kindheitsschuhen an mit sich tr\u00e4gt. Heute ist der Einfluss der linken Gesinnung an den Schulen und Medien aller Art so stark, dass man die kognitive Dissonanz zwischen Religion, die von reaktion\u00e4rem Gedankengut durchtr\u00e4nkt ist, und dem linken Umfeld, eher zugunsten des Umfeldes entscheidet. Man passt seine politische Weltanschauung nicht mehr an die Religion an, sondern die Religion an die Weltanschauung, dabei wird an jedem argumentativen Strohhalm gegriffen. Religion war nie der Ursprung der Moral, sondern nur die Erkl\u00e4rung und Rechtfertigung. Die Moral selbst entstammt einem inneren Kompass, jede rationale Begr\u00fcndung f\u00fcr diese ist a posteriori. Religion und Glaube ist der Grundsatz, dem man sich verschreibt; es ist nicht eine Idee, es ist <strong><em>die<\/em><\/strong> Idee, der Nenner, dem sich alle anderen Prinzipien unterordnen. Ein Grundsatz kann keine weitere Begr\u00fcndung haben, da es sich ansonsten nicht um einen Grundsatz handeln w\u00fcrde; wenn jede Bedingung einer Bedingung bedarf, handelt es sich um ein Argumentum ad infinitum<strong>, <\/strong>um eine unendliche Argumentationskette nach hinten, ein sogenannter infinitiver Regress. Die Personifikation dieses Grundsatzes, den man gew\u00e4hlt hat, ist dein Gott, dein Alpha und Omega, die Ursache deines jeden Handelns. Wenn das menschliche Subjekt nicht selbst die Quelle f\u00fcr Moral und Ideen jeglicher Art ist und deshalb auf \u00e4u\u00dfere Quellen zur\u00fcckgreifen muss, kommt die Religion ins Spiel. Die Religion vermenschlicht die abstrakten Ideen, als Beispiel seien daf\u00fcr die ersten griechischen G\u00f6tter zu nennen, die aus dem Chaos \u2013 in dem Fall steht das f\u00fcr ungeordnete Materie \u2013 entstanden: die Erde Gaia, die Unterwelt Tartaros, die Liebe Eros, die Finsternis Erebos und die Nacht Nyx. Die Welt ist also in der griechischen Mythologie zusammen mit den G\u00f6ttern entstanden. Was f\u00fcr die Natur gilt, gilt auch f\u00fcr moralische Prinzipien, denn wenn der Adel, der auch aus nat\u00fcrlichen Verh\u00e4ltnissen hervorging, \u00fcber die Menschen waltet, die \u00fcbernat\u00fcrlichen Ideen jedoch \u00fcber die Natur und die Moral, walten diese Ideen \u00fcber den Adel. Wenn der Mensch nicht die Moral erfindet, erfindet die Moral den Menschen; wenn der Mensch nicht Herr der Moral ist, ist die Moral Herr des Menschen; wenn die Idee sich nicht den Menschen unterordnet, ordnet sich der Mensch der Idee unter: er f\u00e4ngt an sie zu verg\u00f6ttern, sich ihr zu verschreiben. Die Religion macht aus dem abstrakten kalten Verh\u00e4ltnis zu der Moral eine pers\u00f6nliche Beziehung und die Br\u00fccke dazwischen ist der Priester, er vermittelt zwischen Mensch und Moral. Genau das ist der Grund, wieso Adel und Priesterschaft einander ben\u00f6tigen. Wenn die Moral sich dem Menschen unterordnet, dann ist sie beliebig und austauschbar, dementsprechend ist auch derjenige, der \u00fcber die Moral bestimmt austauschbar. Wenn sich jedoch der Mensch der Moral unterordnet, ist nicht der Bestimmende, sondern das Bestimmte \u201eaustauschbar\u201c, weil dieser sich nicht an sich selbst, sondern an der Wahrheit orientiert. Wenn der Adel sich an den G\u00f6ttern orientiert, ist er nur das ausf\u00fchrende Werkzeug, er ist nicht mehr der Bestimmende und das Bestimmte in einer Person, es findet eine Trennung statt, die von der Priesterschaft \u00fcberbr\u00fcckt wird, der Adel handelt in Gottes Namen auf Gottes Gnaden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Der \u00dcbergang vom Dogma zur Vernunft.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Aufgabe der Aufkl\u00e4rung ist es nicht gewesen, alte Autorit\u00e4ten und Vorschriften abzuschaffen und sie nichtig zu machen, sondern diese Autorit\u00e4ten und Vorschriften durch die Vernunft, anstatt dem dogmatischen Aberglauben zu ergr\u00fcnden und dabei auf dem Weg tats\u00e4chliche Missst\u00e4nde der alten Welt zu beseitigen. Diese Kritik der Aufkl\u00e4rung wurde dann von gewissen Gruppierungen missbraucht, um damit die v\u00f6llige Anarchie und den Sittenverfall zu rechtfertigen, der bis heute fortwirkt. Die Philosophie trennte sich von den Sph\u00e4ren und Schranken der Theologie, verfolgte jedoch frei von dieser das selbe Ziel, n\u00e4mlich Gott durch die Vernunft zu ergr\u00fcnden. Sowie in der Antike die griechischen Philosophen, wie Platon mit seiner Ideenlehre, die Vernunft des Polytheismus erkl\u00e4rten, haben die Philosophen der Neuzeit die Vernunft der christlichen Ethik und Denkens ergr\u00fcndet. Urspr\u00fcnglich mit einer noch zur\u00fcckhaltenden kalten Distanz bis Philosophen wie Schelling und Hegel den vollen Kreis zur\u00fcck zu einer neuzeitlichen Begr\u00fcndung der vorhandenen religi\u00f6sen und politischen Machtstrukturen zogen. Weshalb Philosophie ebenso wie Religion Bestandteil der Feder zu dem adligen Schwert sind. Philosophie ist das Verstehen der Welt, die Religion das Empfinden, wie die linke und rechte Gehirnh\u00e4lfte, die rationale und emotionale, die m\u00e4nnliche und weibliche; erst durch die Kombination dieser beiden Dinge hat man ein vollkommenes Verst\u00e4ndnis einer Sache. Dieser Wandel des Einbeziehens der Vernunft, zieht die Notwendigkeit einer neuen oder zus\u00e4tzlichen Legitimation nach sich, wie etwa der Gesellschaftsvertrag von Thomas Hobbes aus seinem Werk Leviathan, worin er den absolutistischen Staat eben mit aufkl\u00e4rerischen Ideen versucht zu rechtfertigen. Das Allgemeine gewinnt vor allem in Deutschland an gro\u00dfer Bedeutung, da auf Reichsebene der Verlust derselben Allgemeinheit besonders schmerzlich zu sp\u00fcren gewesen ist und der Staat ist nicht mehr Werkzeug der Machthaber, sondern die Machthaber sind Werkzeug des Staates und seiner Ideen. Wie Friedrich der Gro\u00dfe sagte: \u201eIch will der erste Diener meines Staates sein.\u201c Daraus folgt die Notwendigkeit von Gesetzen und Verfassungen, die ebenso \u00fcber dem Monarchen stehen, da der Staat nun nicht fest verbunden mit seiner Person ist. Da es um die Allgemeinheit geht, wird die Allgemeinheit auch miteinbezogen und bestimmt in Parlamenten \u00fcber das Wesen dieser Verfassung und der Gesetze mit. Die Rechtfertigung der monarchistischen Staatsformen seit der Aufkl\u00e4rung ist also schon lange nicht mehr das Gottesgnadentum alleine, sondern der Wille und das Wohl der Allgemeinheit und diese Art der Monarchie ist, wie in meinem letzten Artikel beschrieben, der beste Weg dem Anliegen der Allgemeinheit, nicht nur in Form des einfachen Wunsches der Mehrheit, sondern dem tats\u00e4chlich Besten f\u00fcr diese Mehrheit, zu dienen. Und wie gesagt h\u00e4ngt diese Vernunft, die das Wesen der Allgemeinheit ausmacht, unmittelbar mit dem Wesen des G\u00f6ttlichen, also Absoluten zusammen, denn diese ist die Vernunft. Also steht das Vernunftrecht, Naturrecht und religi\u00f6se Recht nicht im Widerspruch zueinander, sondern sind nur unterschiedliche Ausdrucksweisen der selben g\u00f6ttlichen Bestimmung; unsere Verfassung war vern\u00fcnftig, damit im Einklang mit der menschlichen Natur und somit im Einklang mit dem Willen Gottes.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Legitimation durch Recht und Tradition.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Recht ist das, was in friedlicher \u00dcbereinkunft aller Machthabenden eines Systems bestimmt wird. Krieg bildet in gewisser Weise die Ausnahme, da zwei abgekapselte Systeme aufeinandertreffen, die sich vorher nicht als eines begriffen. Innerhalb eines Systems stellt jede Form der rohen Gewalt mittels Kn\u00fcppels einen Bruch des Rechtes da. Wenn keine freie \u00dcbereinkunft herrscht, dann herrscht nicht das Wort, somit nicht der Begriff, folglich auch nicht die Logik, die durch unsere Vernunft ergr\u00fcndet wird, somit verliert das Allgemeine an Bedeutung und das Besondere in Form der zuf\u00e4lligen Naturbestimmung gewinnt an St\u00e4rke. Grade wegen dieser Beliebigkeit verliert so eine Legitimation schnell ihre Bedeutung und die Gemeinschaft kehrt schnell zu friedlichen Mitteln des Rechtsprechens zur\u00fcck. Erst herrscht ein relativ gleiches Stimmgewicht aller Mitglieder einer Gemeinschaft, die steigenden Unterschiede des Verm\u00f6gens und des Ansehens haben dann zur Folge, dass dieses Verh\u00e4ltnis sich langsam \u00e4ndert. Da Verm\u00f6gen, guter Ruf und die gute Lehre eines Vaters an den Sohn vererbt, weitergegeben und anerzogen werden, sorgt das daf\u00fcr, dass dieses h\u00f6here Stimmgewicht \u00fcber Generationen erhalten bleibt und langsam von Gewohnheit zu einem Recht erw\u00e4chst, welches zwar nicht in aktiver, daf\u00fcr aber in passiver \u00dcbereinkunft von allen Machthabenden des Systems bestimmt wurde. Oft liegen in solchen Entwicklungen die Urspr\u00fcnge des Adels. Dann kommen religi\u00f6se Begr\u00fcndungen, \u00fcber die wir oben gesprochen, hinzu und durch die generationenlange Akzeptanz dieses Systems wird sie schon allein wegen der Tradition zu einer legitimen Autorit\u00e4t, denn Tradition ist der Glaube, dass auch die verstorbenen Ahnen ein \u201eStimmrecht\u201c haben. Politische, soziale und wirtschaftliche Systeme wurden also vor der Moderne in der Regel von den Eliten von oben nach unten initiiert und kontrolliert und es gelang vor der Franz\u00f6sischen Revolution keiner Bewegung, von unten nach oben die Macht dauerhaft zu \u00fcbernehmen. Also k\u00f6nnen wir von einer eindeutigen Traditions-und Kontinuit\u00e4tslinie des Rechts sprechen, welches oftmals in demokratischen Systemen begann und st\u00fcckweise sich zu einer aristokratischen Staatsform entwickelte, die von dem Punkt an, auch von diesen Eliten, entweder von innen oder von au\u00dfen, gepr\u00e4gt wurde. Weshalb wir seit den ganzen Revolutionen tats\u00e4chlich von besonderen Umst\u00e4nden sprechen k\u00f6nnen, die vorher so noch nie gegeben waren und deshalb von einer revolution\u00e4ren Zeit. Zuerst wurde dieses Verh\u00e4ltnis auf den Kopf gestellt zwischen Adel und Volk, danach das Verh\u00e4ltnis zwischen Mann und Frau, Mensch und Tier, Wei\u00dfen und Schwarzen, Reich und Arm usw. In dieser Zeit wurden auch die ehemaligen Adelsh\u00e4user der Indoktrination unterworfen und seit \u00fcber einem Jahrhundert im selben linksb\u00fcrgerlichen Denken erzogen wie alle anderen auch. Und von diesem Standpunkt aus, stellt sich die Frage, wie eine Wiederherstellung der Monarchie in Zukunft aussehen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Welche Dynastie im Falle einer Monarchie?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dass sich mit dem ehemaligen Adel im jetzigen Zustand kein vern\u00fcnftiger Staat aufbauen l\u00e4sst, ist selbst dem letzten T\u00f6lpel evident. Es kommt ganz drauf an, welche Art von Bewegung diesen Wandel im Denken bewirken sollte. Wenn der sehr unwahrscheinliche Fall eines Putsches auftreten sollte, dann wird mit hoher Wahrscheinlichkeit derjenige den Thron besteigen, der diesen angef\u00fchrt hat. Wenn es eine politische Bewegung ist, dann kommt es ganz drauf an, welche genauen Vorstellungen diese hat. In der spanischen Franco-Diktatur wurde versucht \u00fcber eine l\u00e4ngere Diktaturphase hinweg traditionelles Denken in der Bev\u00f6lkerung und somit auch im alten Adel wiederherzustellen und auf diesen eine Regentschaft und schlie\u00dflich die Monarchie zu gr\u00fcnden. Das war auch zu einem gewissen Grad erfolgreich, doch der spanische K\u00f6nig, den Franco gew\u00e4hlt hat, hat aus der Monarchie schnell wieder eine parlamentarische Monarchie gemacht, welche wie alle parlamentarischen Systeme Schw\u00e4chen hat, die wir bereits besprochen haben. Der Vorteil dieser Restauration w\u00e4re, wenn es nicht wieder zur Parlamentarisierung kommt und es bei der konstitutionellen Variante bleibt, dass man an eine jahrtausendlange Kontinuit\u00e4tslinie ankn\u00fcpfen und somit den Staat als eine glorreiche Wiederkehr der reaktion\u00e4ren Ordnung inszenieren kann \u2013 die zweite gro\u00dfe Reaktions\u00e4ra Europas. Die andere Frage ist, wie positiv solch eine Restauration von der Bev\u00f6lkerung aufgenommen wird, aber das kommt auch auf die Qualit\u00e4t der Aufkl\u00e4rung \u00fcber die Geschichte an. Wenn man es schafft den alten Adel effektiv in einem positiven Licht zu zeichnen, dann kann diese Art der Restauration eine viel gr\u00f6\u00dfere Schwungkraft haben. Eine weitere Alternative w\u00e4re nat\u00fcrlich eine Art der bonapartistischen oder c\u00e4saristischen Etablierung einer Monarchie, in der ein charismatischer Anf\u00fchrer, der keine bestimmte monarchistische Anschauung vertritt, durch andere Institutionen oder eine Bewegung anderer Natur einen extremen Personenkult entwickelt und irgendwann sich selbst entscheidet zu kr\u00f6nen. Solch eine Entwicklung, garantiert weniger Stabilit\u00e4t als eine Bewegung, die die Vernunft der monarchistischen Staatsform im Voraus und nicht im Nachhinein ergr\u00fcndet und dann eine alte Ordnung etabliert, die vor allem durch den Willen des Volkes wiederhergestellt wurde und somit ein gro\u00dfes Zeichen der Vers\u00f6hnung bildet, denn von eben diesem Volk, angestachelt durch fremde Agitatoren, wurde dieser Adel auch gest\u00fcrzt. Andererseits kann das dadurch eine negative F\u00e4rbung haben, da in beide Richtungen das Schicksal des Adels von der Gunst des Volkes abhing und sie sich nicht selbst als die Helden dieser neuen Zeit verkaufen k\u00f6nnen, die diesen Sieg errungen. Es werden in diesem Fall die Personen, die diese Bewegung angef\u00fchrt haben, eine viel gr\u00f6\u00dfere Rolle in der Staatsgestaltung \u00fcbernehmen und den alten Adel in den Schatten stellen. Wenn die alten Dynastien wiederhergestellt werden sollen, w\u00e4re das Beste, wenn sie w\u00e4hrend des Aufbaus der Bewegung sich dieser anschlie\u00dfen und an die Spitze stellen, aber das ist h\u00f6chst unwahrscheinlich. Am Sinnvollsten w\u00e4re es den Fokus nicht auf die Restauration der alten Adelsh\u00e4user, sondern auf das System zu legen und somit auf das alte Recht und die Verfassungen, die eine Regentschaft und potentiellen Dynastiewechsel erm\u00f6glichen. Man k\u00f6nnte also die glorreiche Restauration des Kaiserreiches, wie schon einst in Versailles und dessen Gliedstaaten der K\u00f6nigreiche Bayern, Preu\u00dfen(je nach Situation Ostdeutschlands), Baden und Sachsen und der anderen F\u00fcrstent\u00fcmer inszenieren und das mit neuen Dynastien, die aus der Spitze der Bewegung bestehen. Dynastiewechsel sind keine Z\u00e4sur in der Geschichte der aristokratischen Ordnung, aber der eklatante Bruch mit Recht, worauf satanische Staaten, die ihr eigenes Volk ausl\u00f6schen wollen, sich gr\u00fcndeten, ist es. Wer sich ausf\u00fchrlicher mit der deutschen Frage besch\u00e4ftigt hat, der wei\u00df in was f\u00fcr einer Farce wir, nicht nur ideologischer, sondern auch in juristischer Hinsicht leben. Eine neue Ordnung, um die Zukunft unseres Volkes zu sichern, ist unabdingbar und der neue Adel wird sich, solange das Volk tats\u00e4chlich frei, auf ganz nat\u00fcrliche Weise herauskristallisieren. Diese Bewegung wird einen neuen philosophischen Geist und auch ein neues religi\u00f6ses Erwachen mit sich bringen. Viel zu lange trampelt das Unrecht auf dem Recht, viel zu lange erduldet die Wahrheit die L\u00fcge, doch auf dem Fundament von L\u00fcge und Verrat baut keine gesunde Beziehung auf.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Ex injuria jus non oritur!<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dass jedes Recht zuallererst durch und auf Macht gr\u00fcndet, ist ein Schluss, wof\u00fcr sich viele heutzutage stolz auf die Schulter klopfen meinen, weil sie auf solch ein geniales Ergebnis gekommen, welches an seiner Banalit\u00e4t nicht zu \u00fcbertreffen ist. Grade diese Tatsache macht sie noch stolzer, denn alles, was in die Tiefe geht, w\u00e4re schlie\u00dflich hochtrabendes und linksintellektuelles Gehabe, welches an der Wirklichkeit vorbeifliegt, die eben demjenigen Recht gibt, der am st\u00e4rksten ist. In ma\u00dfloser Arroganz und mit den obligatorischen Nietzsche-Spr\u00fcchen, die zu einer nervigen Modeerscheinung geworden, bewaffnet, f\u00fchlen sie sich unseren Vorfahren \u00fcberlegen, die vor der Moderne stets bem\u00fcht waren, ihren Taten ein gr\u00f6\u00dferes Gewicht zu verleihen, welches schwerer wiegt als die ihres gr\u00f6\u00dferen Kn\u00fcppels, den sie grade besser zu f\u00fchren wussten als ihre Gegner. In Wirklichkeit fliegt ihr anti-intellektuelles, alles in Strichm\u00e4nnchen sich zeichnende, unter-komplexe Weltbild an der Realit\u00e4t vorbei, die grade in Europa sich durch den gro\u00dfen Fokus auf den Idealismus, angefangen bei Platon, bildete. Grade Europa zeichnet sich dadurch aus, dass es dem Recht eine h\u00f6here Stellung zuschreibt als der Macht und das fing nicht mit dem Christentum an; hierbei wird Folge mit Ursache verwechselt. Wir wurden nicht so, wie wir sind, wegen des Christentums, sondern wir nahmen das Christentum an, weil wir so sind, wie wir sind. Aus gutem Grund kann man deshalb die Vaterlandsliebe vieler heutiger Rechter in Zweifel ziehen, wenn ihr Geschichtsverst\u00e4ndnis daraus besteht, dass wir uns von einer \u201efremden\u201c Religion haben grundlos knechten lassen und dadurch schwach geworden sind. Wir, die wir als Christen den ganzen Weltball an sich gerissen haben, sollen durch diesen zu schwachen Moralisten verkommen? Auch eine negative Modeerscheinung ist es, der Aufkl\u00e4rung f\u00fcr alles die Schuld zu geben und die ganze Epoche darauf herunterzubrechen, dass sie den Sinn von Hierarchien und menschlichen Unterschieden in Frage stellt \u2013 was sie nicht tat \u2013 und somit die T\u00fcr f\u00fcr wirklichkeitsfremden Egalitarismus aufgemacht hat. Katholiken gehen sogar gerne noch weiter in der Zeit zur\u00fcck, um diese Entwicklung bereits Luther zuzuschreiben. Oder um Douglas Adams zu zitieren: \u201eAm Anfang wurde das Universum erschaffen. Das machte viele Leute sehr w\u00fctend und wurde allenthalben als Schritt in die falsche Richtung angesehen.\u201c Wer sein Land liebt, aber die glorreiche Geschichte desselben dort ansetzt, wo die eigene Agenda beginnt und aufh\u00f6rt, der liebt nicht sein Land, sondern seine Weltanschauung, er ist kein Nationalist oder Patriot, er ist ein Ideologe und Demagoge. Wer Monarchie und Christentum von Deutschland trennen will, nicht mal ein St\u00fcckchen nostalgischer Gef\u00fchle in seinem Herzen daf\u00fcr \u00fcbrig hat, ist nicht besser als der Kommunist, der die Zeitrechnung nach dem Umsturz neu ansetzen will. Wir leben schlie\u00dflich im Jahre 2024 nach Christus und nicht im Jahre 79 nach Hitler. Der K\u00f6lner Dom und andere Meisterwerke, die die Zeit \u00fcberdauern, stehen noch und werden stehen bleiben; ihre Sch\u00f6nheit r\u00fchrt daher, dass Generation sich einem h\u00f6heren Ziel verschrieben \u2013 Macht war kein Ansporn, sondern Gott und ewige Sch\u00f6nheit. So haben sich Religionen und Kulturen immer unterschieden, aber der Konsens der alten Welt war es, dass Recht an und f\u00fcr sich ein Gut ist. Weshalb das R\u00f6mische Reich und die legitime Nachfolge desselben in der Geschichte lange eine Rolle gespielt hat, sei es das Frankenreich, Heilige R\u00f6mische Reich, das Byzantinische Reich, das Osmanische Reich, das Russische Reich oder sogar die USA. Die Geschichte unserer Staaten ist eine Geschichte des Strebens nach Kontinuit\u00e4t und solange dieses Streben in den K\u00f6pfen der Menschen Macht hat, so hat das Recht diese Macht, denn Ideen haben Macht, mehr Macht als jede Person der Weltgeschichte, denn es mag ein Philosoph oder gro\u00dfer Staatenlenker sterben, doch seine Gedanken sterben nicht und mit diesen \u00fcberdauert er die Zeit. Wer sich an verg\u00e4ngliche Dinge klammert, der wird vergehen und wer sich die Ewigkeit zu Eigen macht, der wird bestehen. Die alte Frage lautet: Feder oder Schwert? Das Schwert, das von der Feder inspiriert und die Feder, die vom Schwert verteidigt wird, ist die Antwort! So war der gro\u00dfe Fehler des Ersten Weltkrieges, dass die falschen Schwerter die Klinge kreuzten: Reaktion\u00e4re, monarchistische Staaten sind gegeneinander in den Kampf gezogen, anstatt gemeinsam ihre Interessen gegen die liberalen Nationen zu verteidigen, wie es einst im Wiener Kongress und von der Heiligen Allianz vorgesehen war, deren gemeinsamen Ziele die Restauration, Legitimit\u00e4t und Solidarit\u00e4t waren. Diesen Ideen muss sich eine neue Bewegung verschreiben, denn diese Ideen hatten schon mal Macht in Europa; die mangelnde Solidarit\u00e4t der Staaten zu fremder Legitimit\u00e4t f\u00fchrte zu dem Verlust ihrer eigenen Legitimit\u00e4t. Will man also Recht behalten, muss man Recht erhalten; wer Recht an sich rei\u00dft, der darf nicht das Recht untergraben, sonst untergr\u00e4bt er sich selbst. Wer Macht hat, der st\u00fctzt sie nicht mit den Mitteln, wie er sie erreicht hat, denn das rechtfertigt offensichtlich dieselben Mittel gegen ihn; wer Macht hat, der st\u00fctzt sie mit einer Begr\u00fcndung, die \u00fcber ihn hinausgeht. Denn Recht mag zwar erst durch Macht entstehen, aber sie erh\u00e4lt sich dadurch, in dem sie zum Selbstzweck wird, sowie Demokratie zum Selbstzweck geworden ist, einem Gott, dem man Gehorsam verpflichtet ist. Wer nach Macht strebt und auf dem Weg dorthin offen zugibt, nach Macht zu streben, der schadet sich selbst, er ist ironischerweise der ehrliche Narr, der seine Karten offen auf den Tisch legt. Recht durch Macht? Nein! Macht durch Recht!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie legitimiert sich die Monarchie, wer ist der neue Hochadel und welche Dynastien kommen in Frage? 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