{"id":10032,"date":"2024-06-07T12:55:02","date_gmt":"2024-06-07T10:55:02","guid":{"rendered":"https:\/\/gegenstrom.org\/?p=10032"},"modified":"2024-06-07T12:55:02","modified_gmt":"2024-06-07T10:55:02","slug":"das-geldsystem-in-aufloesung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gegenstrom.org\/en\/das-geldsystem-in-aufloesung\/","title":{"rendered":"Das Geldsystem in Aufl\u00f6sung?"},"content":{"rendered":"<p><em>In dieser zusammengefassten Artikelreihe widmet sich Peter Steinborn eingehender dem Geldsystem der BRD bzw. dem europ\u00e4ischen Zentralbanksystem. Dabei arbeitet er u. A. dessen Krisenimmanenz, samt der systematischen Ursachen daf\u00fcr, heraus.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-size: 11pt;\"><em>Gebt mir die Kontrolle \u00fcber die W\u00e4hrung einer Nation, und es ist mir gleichg\u00fcltig, wer die Gesetze macht! Amschel Meyer Rothschild (1744 &#8211; 1812)<\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 11pt;\">W\u00e4hrend mittlerweile immer mehr \u00d6konomen und auch Zentralbanker erkannt haben, dass die Inflation nicht nur \u201etempor\u00e4r\u201c, sondern nachhaltig ist, droht nicht nur ein Finanz- oder Wirtschaftssystem zu kollabieren. Es besteht die M\u00f6glichkeit einer regelrechten Geldrevolution, die auch eine Transformation der Gesellschaft mit sich bringen w\u00fcrde. Denn das alte Geldsystem scheint ausgedient zu haben. Der Starinvestor und Multimilliard\u00e4r Ray Dalio sieht die Welt in der f\u00fcnften von insgesamt sechs Phasen des derzeitigen Zyklus. Nach Phase sechs l\u00f6st sich dieser auf und m\u00fcndet in ein neues System. Der Zyklus beginnt von vorn.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2><span style=\"font-size: 12pt;\"><strong>Das Geldsystem ist ein Verschuldungssystem<\/strong><\/span><\/h2>\n<p><span style=\"font-size: 11pt;\">Der Hedgefondsmanager und Gr\u00fcnder von Bridgewater Associates betrachtet das Geldsystem zyklisch und stimmt damit in die von Hyman Minsky (1919-1996) einst bekannt gegebenen Forschungsergebnisse ein. Minsky erkannte seinerzeit, dass das bestehende Geldsystem ein reines Schuldsystem ist und daher kapitalistische Wirtschaftssysteme fr\u00fcher oder sp\u00e4ter immer kollabieren m\u00fcssen. Der Zusammenbruch geh\u00f6rt demnach zur DNS des Kapitalismus. So unterschied Minsky zwischen drei verschiedenen Finanzierungsarten:<\/span><\/p>\n<ol>\n<li><span style=\"font-size: 11pt;\">Die abgesicherte Finanzierung. Die Akteure sind in der Lage, die Schulden einschlie\u00dflich der Zinsen zu tilgen.<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-size: 11pt;\">Die spekulative Finanzierung. Die Akteure k\u00f6nnen zwar die Zinsen, nicht aber die Tilgungsrate als solche aufbringen.<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-size: 11pt;\">Die Ponzi[1]-Finanzierung. Die Akteure k\u00f6nnen weder Tilgungsrate noch Zinsen bedienen. Es werden neue Schulden aufgenommen, um die alten zu bedienen.[2]<\/span><\/li>\n<\/ol>\n<p><span style=\"font-size: 11pt;\">Damit eine Geldeinheit \u2013 egal, welche W\u00e4hrung auf diesem Planeten \u2013 in Umlauf gelangt, muss ein Akteur Schulden aufnehmen. Dies passiert in der Regel \u00fcber Unternehmen, Investoren, die Geld f\u00fcr Maschinenparks, Firmengrundst\u00fccke oder andere Produktionsmittel ben\u00f6tigen. Die Arbeitnehmer, die mit den von den Schuldnern finanzierten Produktionsmitteln arbeiten m\u00fcssen, erhalten Lohn gegen ihren Zeitaufwand und geben diesen in Form von Geld wiederum f\u00fcr Waren und Dienstleistungen aus, die von Unternehmen und Investoren angeboten werden. Das dadurch eingenommene Geld wird im besten Fall bei der gleichen Bank angelegt, die den Kredit gab und ansonsten zur Tilgung der Schuld eingesetzt. Soweit so gut. Nun ist es allerdings auch so, dass die Gesch\u00e4ftsbanken, damit sie anderen Marktakteuren Kredite geben k\u00f6nnen, zun\u00e4chst selbst einmal an Geld kommen m\u00fcssen. Dieses wird von den Zentralbanken emittiert, das sog. Zentralbankgeld. Jede Gesch\u00e4ftsbank hat ein Konto bei der Zentralbank.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 11pt;\"><div class='et-box et-shadow'>\n\t\t\t\t\t<div class='et-box-content'><strong>Beispiel EZB:<\/strong><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 11pt;\">Die EZB z. B. ist die Zentralbank f\u00fcr das Euro-W\u00e4hrungssystem und besteht aus allen nationalen Notenbanken. F\u00fcr die BRD ist das die Deutsche Bundesbank. Die Gesch\u00e4ftsbanken leihen sich also Geld bei der Bundesbank, die wiederum Bestandteil der Zentralbank ist bzw. als Zentralbank f\u00fcr Deutschland fungiert.<\/div><\/div><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 11pt;\">Die Gesch\u00e4ftsbank muss, um einen Kredit gew\u00e4hrleistet zu bekommen, daf\u00fcr Sicherheiten hinterlegen und Zinsen zahlen, d. h. sie ist Schuldner bei der Zentralbank, so wie ein H\u00e4uslebauer, der einen Baukredit bei einer Gesch\u00e4ftsbank hat und in ihrer Schuld steht. Der Zins, den die Gesch\u00e4ftsbank gg\u00fc. der Zentralbank f\u00fcr die Entleihe zahlt, ist der sog. Leitzins, den die Zentralbank anheben oder senken kann. Damit beeinflusst sie auch die H\u00e4ufung von Krediten und somit den Geldfluss innerhalb des Geldsystems.<\/span><\/p>\n<p><div class='et-box et-shadow'>\n\t\t\t\t\t<div class='et-box-content'><span style=\"font-size: 11pt;\"> <strong>Leitzins \u2013 eine kurze Erkl\u00e4rung<\/strong><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 11pt;\">Erh\u00f6ht die Zentralbank den Leitzins, steigen somit die Kosten f\u00fcr die Entleihe durch die Gesch\u00e4ftsbanken, was diese wiederum an ihre Kunden, die Unternehmen, Investoren und H\u00e4uslebauer weiterreichen, zus\u00e4tzlich eigener Verwaltungskosten und einer Kreditmarge. Damit steigt also folgerichtigerweise auch der Leihzins f\u00fcr den Kreditnehmer. Umgekehrt verh\u00e4lt es sich bei einem sinkenden Leitzins. Sinken die Zinskosten f\u00fcr die Gesch\u00e4ftsbanken, k\u00f6nnen sie auch zu g\u00fcnstigeren Konditionen Kredite vergeben.<\/div><\/div><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 11pt;\">Wie dieser Vorgang im Detail abl\u00e4uft, wird in diesem <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=KBSg-zT4hLM\">YouTube-Video<\/a> der Deutschen Bundesbank sch\u00f6n veranschaulicht.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 11pt;\"><strong>Wichtig ist hierbei zu verstehen, dass Geld \u00fcberhaupt erst dann entsteht, wenn Schulden aufgenommen werden, zu denen Zinsen und Zinseszinsen zur\u00fcckgezahlt werden m\u00fcssen. Das bestehende Geldsystem ist demnach ein reines Verschuldungssystem. Es handelt sich um einen Debitismus.<\/strong><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2><span style=\"font-size: 12pt;\"><strong>Der Zins: Die Entleihgeb\u00fchr, die es gar nicht gibt<\/strong><\/span><\/h2>\n<p><span style=\"font-size: 11pt;\">Wenn Geld nur durch Verschuldung von Marktakteuren in den Umlauf kommt, bedeutet dies auch, dass selbige Zinsen und Zinseszinsen zur\u00fcckzuzahlen haben. Denn der Zins ist der Preis f\u00fcr das geliehene Geld. Es handelt sich dabei um den \u201eLohn\u201c f\u00fcr den Verzicht auf Konsum, denn das Kapital, welches verliehen wird, kann von dem Verleiher nicht verkonsumiert werden, weshalb dieser einen Anreiz ben\u00f6tigt, um sein Geld anderen zu leihen. <strong>Das bedeutet, dass immer mehr Geld zur\u00fcckgezahlt werden muss als tats\u00e4chlich verliehen wurde.<\/strong> Wenn aber das Geld nur durch die Vergabe von Krediten in den Markt gelangt und in Umlauf kommt, dann ist die R\u00fcckforderung inklusive des Zinses h\u00f6her als die sich im Umlauf befindliche Summe des Geldes.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 11pt;\">Gegen\u00fcber stehen sich die emittierenden Banken und die Schuldner. Die emittierenden Banken vergeben Geld, fordern selbiges innerhalb eines Zeitraums zur\u00fcck und verlangen aufgrund des Konsumverzichtes eine Geb\u00fchr, einen Zins von dem Schuldner. Nach Adam Riese hei\u00dft das, dass die Summe der innerhalb eines Geldsystems oder auch einer geldwirtschaftlich in sich geschlossenen Volkswirtschaft gemachten Schulden niemals vollst\u00e4ndig zur\u00fcckgezahlt werden k\u00f6nnen.<\/span><\/p>\n<div class='et-box et-shadow'>\n\t\t\t\t\t<div class='et-box-content'><strong>Ein einfaches Rechenbeispiel: <\/strong><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 11pt;\">Nehmen wir an, dass Deutschland ein komplett abgeschottetes Land ist, in dem ausschlie\u00dflich mit DM bezahlt werden kann und bei dem es auch keine Tauschm\u00f6glichkeit in Fremdw\u00e4hrungen gibt. Nehmen wir weiterhin an, dass die Deutsche Bundesbank Geld in H\u00f6he von 7 Milliarden Euro emittiert. Die Geldmenge findet ihren Weg zu den Akteuren, in dem Kredite vergeben werden, die einen j\u00e4hrlichen Zins von 5 % verlangen. Nach einem Jahr also m\u00fcssen alle Schuldner in Summe 7,35 Milliarden Euro[3] aufbringen, um sich wieder zu entschulden. Das sind 350 Mio. Euro, die gar nicht in dem Geldsystem vorhanden sind.<\/span><\/div><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-size: 11pt;\"><strong>Das Beispiel ist sehr vereinfacht und in der Realit\u00e4t ist ein Land ja geldpolitisch nicht komplett abgeschottet. Dennoch gilt genau das f\u00fcr jedes auf Verschuldung basierende Geldsystem und damit auch f\u00fcr das Weltgeldsystem mit dem US-Dollar als Leitw\u00e4hrung.<\/strong><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2><span style=\"font-size: 12pt;\"><strong>Zinseszins: Ein mathematisches Paradoxon<\/strong><\/span><\/h2>\n<p><span style=\"font-size: 11pt;\">Nun ist es so, dass die Kreditvertr\u00e4ge i. d. R. eine mehrj\u00e4hrige Laufzeit besitzen, was schon allein aus dem Eigeninteresse der emittierenden Gesch\u00e4ftsbanken forciert wird. Dabei greift der sog. Zinseszins-Effekt, der eine Verzinsung des bereits verzinsten Kapitals bedeutet. Die Geldmenge, die zur\u00fcckgezahlt werden muss, wird daher nicht nur um den Zins j\u00e4hrlich h\u00f6her, sondern die bereits durch den Zins \u201evergr\u00f6\u00dferte\u201c Menge wird nochmal um den Zins \u201evergr\u00f6\u00dfert\u201c. W\u00e4re die Laufzeit unendlich, entst\u00fcnde eine Exponentialfunktion.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-size: 11pt;\"><strong>Formel und Exponentialfunktion:<\/strong><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 11pt;\">Die Formel f\u00fcr den Zinseszins lautet:<\/span><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone\" title=\"K_{n}=K_{0} * (1+\\frac{P}{100})^{n}\" src=\"https:\/\/latex.codecogs.com\/gif.latex?K_{n}=K_{0}&amp;space;*&amp;space;(1+\\frac{P}{100})^{n}\" width=\"145\" height=\"32\" \/>,<\/p>\n<p><span style=\"font-size: 11pt;\">wobei K f\u00fcr das eingesetzte Kapital, n f\u00fcr die Periode in Jahren und p f\u00fcr den Zinssatz in Prozent steht.<br \/>\n<\/span><span style=\"font-size: 11pt;\">Die folgende Kurve zeigt den Verlauf der Verzinsung eines Euros bei 2 Prozent.<\/span><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-9396 aligncenter\" src=\"https:\/\/gegenstrom.org\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/signal-2023-06-18-105843_003.png\" alt=\"\" width=\"554\" height=\"294\" srcset=\"https:\/\/gegenstrom.org\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/signal-2023-06-18-105843_003.png 554w, https:\/\/gegenstrom.org\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/signal-2023-06-18-105843_003-480x255.png 480w\" sizes=\"(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) 554px, 100vw\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class='et-box et-shadow'>\n\t\t\t\t\t<div class='et-box-content'><strong>Beispiel: Der Joseph-Pfennig<\/strong><\/p>\n<p>Welche enormen Auswirkungen dies hat, zeigt das Beispiel vom Joseph-Pfennig. Nehmen wir an, dass Joseph zur Geburt f\u00fcr Jesus, also im Jahre 0, einen Cent zur\u00fcckgelegt hat, um ihn auf einem Sparbuch f\u00fcr f\u00fcnf Prozent zu verzinsen. Nat\u00fcrlich bekommt man heute nicht mehr so viele Zinsen, aber es vereinfacht die Illustration. Nach 18 Jahren w\u00e4ren daraus bereits 2 Cent geworden, nach 59 Jahren 10 Cent und nach 118 Jahren st\u00fcnde auf der Habenseite 1 Euro, also die Verhundertfachung des urspr\u00fcnglich investierten Kapitals. Im Jahre 2023 w\u00e4ren es allerdings 73.443.272.242.981.800.000.000.000.000.000.000.000.000,000000 EUR. Um eine bessere Vorstellung davon zu bekommen: Aus dem einen Cent w\u00e4ren heute in etwa 209 Milliarden Erdkugeln aus purem Gold geworden. Gerechnet wurde mit einem Kilopreis von 58.845,51 EUR (Spotmarkt am 07.05.2023).<\/div><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-size: 11pt;\">Wie das Beispiel des Joseph-Pfennigs eindeutig zeigt, muss es innerhalb eines auf den Zinseszins beruhenden Verschuldungssystems zwangsl\u00e4ufig zum Zahlungsausfall der Akteure kommen. In dem Beispiel w\u00fcrde zwar der Heiland davon profitieren, die Bank allerdings w\u00e4re pleite. Gut f\u00fcr die Bank, dass Christus sich f\u00fcr schn\u00f6des Geld nicht interessiert.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 11pt;\">An dieser Stelle wird von vielen \u00d6konomen der (neo)klassischen Schulen und insbesondere der Monetaristen aus dem Umfeld der Chicagoer Schule gerne behauptet, dass Schulden auch zu Effizienzeffekten f\u00fchren. Tats\u00e4chlich kann beobachtet werden, dass kurzfristige Verschuldungen durchaus zu Wachstum f\u00fchren, jedoch neigen Staaten mit einem langanhaltenden hohen Verschuldungsgrad dazu, geringere BIP-Zuw\u00e4chse aufzuweisen. Auch wenn z. B. das ifo Institut f\u00fcr Wirtschaftsforschung[4] zwar eine negative Korrelation zwischen der Staatsverschuldung und dem Wachstum einer Volkswirtschaft erkennt, wird ein kausaler Zusammenhang im breiten akademischen Umfeld der Wirtschaftswissenschaftler eher bestritten. Die Zusammenh\u00e4nge, welche oben erkl\u00e4rt wurden, fanden bis heute kaum Eingang in die akademische Welt.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 11pt;\"><strong>Der Zinseszins verschlimmert also das Problem der nicht m\u00f6glichen Entschuldung aller Schuldner weiterhin. Dadurch entsteht bei den Akteuren der Drang zum Wachstum, um die Schulden zur\u00fcckzuzahlen, w\u00e4hrend andere Akteure das Nachsehen haben (m\u00fcssen), da es die geforderte Geldsumme aller Gl\u00e4ubiger gar nicht gibt. Weiterhin entsteht dadurch das Ph\u00e4nomen der Inflation, die eine logische Folge einer wachsenden Wirtschaft ist, die auf einem Verschuldungssystem basiert. Der Crash ist demnach absolut immanent.<\/strong><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2><span style=\"font-size: 12pt;\"><strong>Das Marktungleichgewicht als Normalzustand: Inflation und Deflation<\/strong><\/span><\/h2>\n<p><span style=\"font-size: 11pt;\">Aufgrund dieses Umstandes versteht es sich von selbst, dass es ein sogenanntes Marktgleichgewicht in einem Verschuldungssystem nicht geben kann. Das Marktgleichgewicht ist die Voraussetzung f\u00fcr den vollkommenen Markt. Es handelt sich dabei nur um theoretische Begriffe, denn in der Praxis treten sie nie ein. Der Markt ist aufgrund des oben bereits Gesagten stetigen Schwankungen ausgesetzt. Ein Marktgleichgewicht w\u00e4re dann gegeben, wenn Angebot und Nachfrage gleich w\u00e4ren, d. h. die angebotenen Mengen von Waren und Dienstleistungen w\u00fcrden den konkreten im Markt nachgefragten Mengen entsprechen. Da Angebot und Nachfrage den Preis bestimmen \u2013 ein unumst\u00f6\u00dfliches Gesetz, das auch Marx akzeptieren musste \u2013 w\u00fcrde sich dadurch ein Gleichgewichtspreis ergeben. Der Preis ist letztlich die monet\u00e4re Grenze, die die Nachfrager bei dem bestehenden Angebot bereit sind zu zahlen. Hier entsteht eine Problemstellung zwischen dem sog. Gebrauchswert und dem Tauschwert, auf die ich hier nicht weiter eingehen m\u00f6chte, aber zu einem sp\u00e4teren Zeitpunkt gerne noch einmal darauf zur\u00fcckkomme[5].<\/span><\/p>\n<div class='et-box et-shadow'>\n\t\t\t\t\t<div class='et-box-content'><strong>Das Marktgleichgewicht <\/strong><\/p>\n<p>Das Marktgleichgewicht ist der Zustand der \u00dcbereinstimmung von Angebot und Nachfrage. Das Angebot sind alle in einer Volkswirtschaft hergestellten Waren und Dienstleistungen. Die Nachfrage ist grunds\u00e4tzlich die Menge des Geldes, denn ohne Geld k\u00f6nnen keine Waren nachgefragt werden. Nachfolgend eine Abbildung, die den mathematischen Zusammenhang grafisch darstellt:<\/div><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-9402 aligncenter\" src=\"https:\/\/gegenstrom.org\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/signal-2023-06-18-105843_004.png\" alt=\"\" width=\"535\" height=\"340\" srcset=\"https:\/\/gegenstrom.org\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/signal-2023-06-18-105843_004.png 535w, https:\/\/gegenstrom.org\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/signal-2023-06-18-105843_004-480x305.png 480w\" sizes=\"(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) 535px, 100vw\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"font-size: 10pt;\">Abbildung 1 Das Marktgleichgewicht<strong>[6]<\/strong><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 12pt;\">Eine Wirtschaft ist auf einen permanenten Geldfluss angewiesen, so wie unser K\u00f6rper ohne st\u00e4ndiges neues Blut nicht \u00fcberleben w\u00fcrde. Wie das Herz also Blut pumpt, ist die Zentralbank daran interessiert, st\u00e4ndig Geld zu drucken, den Leitzins zu regulieren oder zu erh\u00f6hen und ggf. andere Ma\u00dfnahmen zu treffen, um die Preisstabilit\u00e4t (ann\u00e4hernd den Gleichgewichtspreis) zu erwirken. Da sie die Deflation (noch) wie der Teufel das Weihwasser scheut, will sie offiziell eine j\u00e4hrliche Inflation von zwei Prozent erzielen[7]. Damit f\u00f6rdert sie sogar die stetige Geldentwertung. Denn in einem Umfeld des Wirtschaftswachstums, das ja durch die Zinsforderungen geradezu provoziert wird, w\u00fcrde ein deflation\u00e4rer Effekt auftreten, sollte die Geldmenge stagnieren. Denn mehr Wirtschaftsleistung bedeutet auch mehr Waren und Dienstleistungen. Bei stagnierender Nachfrage \u2013 womit immer das Geld gemeint ist, denn ohne Geld k\u00f6nnen keine Waren und Dienstleistungen nachgefragt werden \u2013 haben wir <em>per definitionem<\/em> Deflation. Das bedeutet, dass das Geld zunehmend an Wert gewinnt und Waren sowie Dienstleistungen f\u00fcr weniger Geld zu haben sind. Es herrscht ein Angebots\u00fcberschuss bzw. Nachfragedefizit vor.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class='et-box et-shadow'>\n\t\t\t\t\t<div class='et-box-content'><strong>Illustration: Inflation &amp; Deflation <\/strong><\/p>\n<p>Gut veranschaulicht wird das Thema mit einer Waage, die statt Gewichte auf der einen Seite alle angebotenen Waren und Dienstleistungen und auf der anderen die im System vorhandene Geldmenge multipliziert mit der Umlaufgeschwindigkeit gegen\u00fcberstellt. Die Umlaufgeschwindigkeit ist deshalb interessant, da sich mit jedem Wechsel des Geldes also, wenn sich der Besitzer \u00e4ndert, die Nachfrage erh\u00f6ht. Ein 100-Euroschein, der nur einmal gedruckt wurde, kann jedoch in einem Zeitraum n viele x Male den Besitzer gewechselt haben. Der Schein wird demnach x Mal eingesetzt und entfaltet die entsprechende Nachfrage. In dem Bild schl\u00e4gt die Anzeige nach rechts, also inflation\u00e4r aus. W\u00fcrden W + D, also das Angebot, \u201eschwerer\u201c wiegen als G x U, w\u00fcrde der Ausschlag gen links, also deflation\u00e4r erfolgen. St\u00fcnde der Pfeil auf 100, w\u00e4re der Markt im Gleichgewicht.<\/div><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-9405 aligncenter\" src=\"https:\/\/gegenstrom.org\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/signal-2023-06-18-105843_005.png\" alt=\"\" width=\"317\" height=\"373\" \/><span style=\"font-size: 10pt;\">Abbildung 2 Inflation und Deflation auf der Waage veranschaulicht<strong>[8]<\/strong><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 11pt;\">Deflation ist f\u00fcr Zentralbanker und im Allgemeinen f\u00fcr eine Volkswirtschaft schlimmer als eine \u201eseichte\u201c Inflation, weshalb die Notenbanker die magischen 2 Prozent Entwertungsrate anpeilen. Der Grund besteht darin, dass in einem deflation\u00e4ren Umfeld die Menschen auf fallende Preise spekulieren und damit Geld horten. Damit wird dem Kreislauf aber das wichtige Blut entzogen. Der K\u00f6rper w\u00fcrde schnell kollabieren. Wenn kein Geld im Umlauf ist, dann lohnt es sich einfach nicht mehr, Waren zu produzieren. Menschen werden entlassen, L\u00f6hne gek\u00fcrzt, w\u00e4hrend die Schulden gleichbleiben und somit Schuldner dazu zwingen, die Ausgaben zu reduzieren. Da in einem Verschuldungssystem ein Gro\u00dfteil der Marktakteure verschuldet ist, hat dies massive Auswirkungen auf die Wirtschaftsleistung eines Landes. Ein weiteres Problem f\u00fcr die Notenbanker besteht darin, dass eine Deflation nicht so einfach zu regulieren ist wie bspw. die Inflation. Kommt es zu einer Geldentwertung, also zu steigenden Preisen, kann die Zentralbank z. B. den Leitzins erh\u00f6hen, um somit die Menge des Geldes zu reduzieren. Denken Sie daran, dass der Leitzins der Preis f\u00fcr das Zentralbankgeld darstellt und somit weniger nachfragt wird, wenn der Preis steigt. Dies ist im \u00dcbrigen die derzeitige Geldpolitik. Man versucht mit Zinserh\u00f6hungen die Inflation einzud\u00e4mmen, was bisher auch nur m\u00e4\u00dfig Wirkung zeigt, da die Zinserh\u00f6hungen nicht ausreichen. Jedoch f\u00fcrchten die Banker, der Wirtschaft zu sehr zu schaden. Umgekehrt ist es so, dass um Deflation zu verhindern, die Zinsen, also wieder der Preis f\u00fcr das Leihkapital, m\u00f6glichst niedrig gehalten werden m\u00fcssen. Hier sind den Notenbanken jedoch Grenzen gesetzt. Viel niedriger als null Prozent k\u00f6nnen sie nicht gehen. Negativzinsen gab es zwar auch schon, aber die waren zu marginal. Ein erh\u00f6hter Negativzins w\u00fcrde zudem ein erheblich panikmachendes Signal an die M\u00e4rkte senden.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 11pt;\">Obwohl sich die M\u00e4rkte derzeit in einem inflation\u00e4ren Umfeld befinden, gibt es viele Anzeichen f\u00fcr eine aufkommende Deflation, die vor allem durch eine sich anbahnende Kreditklemme im Bankensektor zustande kommen k\u00f6nnte. Ein \u00e4hnliches Ereignis, wie in Japan in den 1990er Jahren, k\u00f6nnte ebenfalls bald in den USA stattfinden. Sp\u00e4ter dazu mehr.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class='et-box et-shadow'>\n\t\t\t\t\t<div class='et-box-content'><strong>Beispiel f\u00fcr Deflation \u2013 Japan:<\/strong><\/p>\n<p>Japan steckt seit den 1990er Jahren in einem gro\u00dfenteils deflation\u00e4ren Umfeld. Der wesentlichste Grund daf\u00fcr ist das Platzen der Immobilienblase, wodurch die Wirtschaft massiv angeschlagen wurde. Der Nikkei, der mit 225 Unternehmen sowas wie der japanische DAX ist, brach von seinem absoluten Hoch 1989 um fast drei Viertel zusammen (von 40.000 in 1989 auf 16.000 in 1992). Viele damalige Kreditgesch\u00e4fte wurden mit \u00fcberteuerten Immobilien besichert. Die Kredite wurden faul, wodurch der gesamte Finanzsektor massiv unter Druck geriet. Viele Geldh\u00e4user mussten Konkurs anmelden und es kam zu einer Kredit- bzw. Finanzklemme, in der kein Geld mehr durch Banken in den Kreislauf gelang. Derzeit ist allerdings auch Japan von der Inflation gepr\u00e4gt. Ob es jedoch aus dem deflation\u00e4ren Umfeld nachhaltig herauskommen wird, bleibt noch abzuwarten.<\/div><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class='et-box et-shadow'>\n\t\t\t\t\t<div class='et-box-content'><strong>Beispiel Gro\u00dfe Depression \u2013 USA, Deutschland und die Weltwirtschaft <\/strong><\/p>\n<p>Die Great Depression, die oftmals auf den Schwarzen Donnerstag 1929 \u2013 in Europa auch als Schwarzer Freitag bekannt \u2013 reduziert wird, war eine Kette von Ereignissen, die direkt in die Deflation f\u00fchrte, womit die Massenarbeitslosigkeit sowie massive Proteste und gesellschaftliche Unruhen einhergingen. Sie war im \u00dcbrigen nach einer Hyperinflation in Deutschland eingetreten, die nicht solche zerwerfenden Auswirkungen hatte wie die Deflation.<\/div><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class='et-box et-shadow'>\n\t\t\t\t\t<div class='et-box-content'><strong>Beispiel f\u00fcr Hyperinflation: Venezuela <\/strong><\/p>\n<p>Das s\u00fcdamerikanische Land k\u00e4mpft seit 2013 mit einer anhaltenden Wirtschaftskrise. Bereits zuvor waren zweistellige Inflationsraten nichts Au\u00dfergew\u00f6hnliches, doch ab 2015 wurden sie dreistellig, um 2018 bereits bei fast 20.000 Prozent zu liegen. Ein Jahr sp\u00e4ter hatte das Land laut Daten des Internationalen W\u00e4hrungsfonds (IMF) einen Verbraucherpreisindex von \u00fcber 65.000 Prozent gegen\u00fcber dem Vorjahr[9]. Das lateinamerikanische Land zeigt, wie schnell aus einer galoppierenden Inflation eine Hyperinflation werden kann und welche Auswirkungen dies f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung hat. Auf dem H\u00f6hepunkt der COVID-Krise in 2021 lebten \u00fcber zwei Drittel der Bev\u00f6lkerung in extremer Armut und mussten mit weniger als zwei Dollar am Tag auskommen.[10]<\/div><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"#_ftn10\" name=\"_ftnref10\"><\/a><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 11pt;\"><strong>Ungleichgewichte im Markt sind nicht nur \u00fcblich, sondern permanenter Status. Das Pendel schl\u00e4gt entweder in Richtung Inflation oder Deflation. Ein Gleichgewicht herrscht nicht dauerhaft vor. Innerhalb des Verschuldungssystems ist es nur eine Frage, wie hoch der Ausschlag des Pendels sein wird. Daf\u00fcr zu sorgen, dass dieser nicht zu gro\u00df wird, ist Aufgabe der Notenbank. Preisstabilit\u00e4t im engeren Sinne gibt es daher nicht. Die planm\u00e4\u00dfige Entwertung des Geldes um zwei Prozent j\u00e4hrlich, ist ein Versuch die Nachfrage weiter anzuregen, um zu verhindern, dass die Kapitalm\u00e4rkte austrocknen. Gleichzeitig muss die Notenbank jedoch aufpassen, dass das Pendel nicht zu weit ausschl\u00e4gt und es zu einer galoppierenden oder gar zu einer Hyperinflation[11] kommt.<\/strong><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><strong>Der kurzfristige Schuldenzyklus<\/strong><\/span><\/p>\n<p>Es gibt nach Dalio einen kurzfristigen und einen langfristigen Schuldenzyklus. Der kurzfristige ist allgemein als Konjunkturzyklus bekannt und die meisten Anleger und \u00d6konomen konzentrieren sich auf die Frage, wo sich die M\u00e4rkte gerade darin bewegen. Die Rede ist hierbei von einem Zeitfenster von f\u00fcnf bis etwa sieben Jahre[12]. Dieser Zyklus besteht aus vier Phasen:<\/p>\n<ol>\n<li>Aufschwung (Expansion)<\/li>\n<li>Hochkonjunktur (Boom)<\/li>\n<li>Abschwung (Rezession)<\/li>\n<li>Konjunkturtief (Depression)<\/li>\n<\/ol>\n<p>Danach tritt wieder eine Erholung ein und der Zyklus beginnt von vorn. Wie in Teil I gesehen, sind die Notenbanken angehalten, ann\u00e4hernd die Preisstabilit\u00e4t aufrechtzuerhalten. In der j\u00fcngeren Vergangenheit versuchte z. B. die EZB mit einer ultralockeren Geldpolitik die Rezession aufzuhalten bzw. die Expansions- und Boom-Phase so lange wie m\u00f6glich am Leben zu halten. Wenn in einem volkswirtschaftlichen Gesamtsystem eine zu hohe Teuerungsrate auftritt, dann potenziert sich schnell die Gefahr einer galoppierenden und somit im schlimmsten Fall einer Hyperinflation. Der Grund ist die Erwartungshaltung der Marktteilnehmer. Verteuern sich Waren und Dienstleistungen sp\u00fcrbar in kurzfristigen Abst\u00e4nden, also innerhalb eines Jahres oder innerhalb weniger Monate, spekulieren die Teilnehmer auf steigende Preise in der Zukunft. Damit tritt genau der gegenteilige Effekt ein, den wir bei einer anhaltenden Deflation kennengelernt haben. Die Marktakteure \u201ewerfen\u201c ihr Geld regelrecht auf die M\u00e4rkte, um der Entwertung zuvorzukommen. Die Geldmenge erh\u00f6ht sich damit weiterhin. Die Folge ist eine st\u00e4rkere Teuerung.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-size: 12pt;\"><div class='et-box et-shadow'>\n\t\t\t\t\t<div class='et-box-content'><strong>Indikatoren f\u00fcr die Phasen des kurzfristigen Zyklus<\/strong><\/span><\/p>\n<p>Eine wesentliche Kennzahl zur Feststellung der Phasenentwicklung ist die Arbeitslosigkeit. In Expansionsphasen werden h\u00f6here Besch\u00e4ftigungsquoten erreicht als in der Rezession. Anbei finden wir in Abbildung 3 die Arbeitslosenquote in den USA seit 1948.<\/p>\n<p>Weitere Kennzahlen sind die Inflation, wie wir oben bereits gesehen haben, die Kauffreude bei den Marktteilnehmern und ganz wesentlich das Bruttoinlandsprodukt (BIP). Ray Dalio untersuchte 48 Schuldenzyklen und Crashs und nahm dabei an, dass ab drei Prozent R\u00fcckgang des BIP eine Depression vorherrsche[13].<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-9431 size-full\" src=\"https:\/\/gegenstrom.org\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/signal-2023-06-18-105843_006.png\" alt=\"\" width=\"1094\" height=\"595\" srcset=\"https:\/\/gegenstrom.org\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/signal-2023-06-18-105843_006.png 1094w, https:\/\/gegenstrom.org\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/signal-2023-06-18-105843_006-980x533.png 980w, https:\/\/gegenstrom.org\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/signal-2023-06-18-105843_006-480x261.png 480w\" sizes=\"(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) 1094px, 100vw\" \/><\/p>\n<p>Abbildung 3 Arbeitslosenquote und Rezessionen seit 1948 in den USA[14]<\/div><\/div><\/p>\n<p>Anhand der Indikatoren kann davon ausgegangen werden, dass sich die europ\u00e4ischen und die US-M\u00e4rkte bereits in einer Rezession befinden. Diese Rezession k\u00f6nnte allerdings diesmal weitaus heftiger ausfallen als die letzten \u201enormalen\u201c Abschw\u00fcnge der vergangenen Zyklen, da das Eintreten der rezessiven Phase durch die ultralockere Geldpolitik verz\u00f6gert wurde. Dadurch hat sich eine Alles-Blase angestaut, die nun von den Notenbanken selbst \u201eangestochen\u201c wurde, in dem sie den Leitzins angehoben haben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class='et-box et-shadow'>\n\t\t\t\t\t<div class='et-box-content'><strong> Der Draghi-Effekt: Eine kurze Erl\u00e4uterung<\/strong><\/p>\n<p>Am 26. Juli 2012 sagte der damalige EZB-Pr\u00e4sident Mario Draghi, dass \u201e<em>im Rahmen<\/em>\u201c ihres \u201e<em>Mandats, die EZB bereit<\/em>\u201c sei \u201e<em>zu tun, was immer notwendig sei, um den Euro zu retten<\/em>\u201c[15]. Dadurch sollten die Finanzm\u00e4rkte am Rande eines finanzpolitischen Abgrunds beruhigt werden. Draghi versicherte damit, dass die M\u00e4rkte, komme, was wolle, mit allen Mitteln gesch\u00fctzt werden. Eine langanhaltende Niedrigzinspolitik begann. Am 16. M\u00e4rz 2016 wurde der Leitzins sogar auf null Prozent gesenkt. Seit Sommer 2022 erh\u00f6ht die EZB den Leitzins wieder sukzessive, jedoch sehr z\u00f6gerlich. Man will zwar die Inflation mit einem h\u00f6heren Leitzins in den Griff bekommen, aber f\u00fcrchtet, damit eine l\u00e4ngst \u00fcberf\u00e4llige Rezession zu provozieren. Ab dem 10. Mai gilt ein Leitzins von 3,75 Prozent. F\u00fcr die verschuldeten EU-L\u00e4nder und den vielen Zombieunternehmen bedeutet dies den m\u00f6glichen Zahlungsausfall.<\/div><\/div>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><strong>Der langfristige Schuldenzyklus<\/strong><\/span><\/p>\n<p>Ein langfristiger Schuldenzyklus ergibt sich aus der Verkettung mehrerer Konjunkturzyklen. Schuldenkrisen entstehen ja deshalb, weil der Verschuldungsgrad innerhalb einer Volkswirtschaft schneller w\u00e4chst als die L\u00f6hne und Geh\u00e4lter der Akteure. Das Verh\u00e4ltnis der Schulden zu den Einkommen wird von Zyklus zu Zyklus immer ung\u00fcnstiger f\u00fcr letztes und zu Gunsten des ersteren. Die Verschuldung w\u00e4chst somit sukzessive weiter, und das zunehmend schneller als die Einkommen, auch wenn die Notenbank den kurzfristigen Schuldenzyklus mit geldpolitischen Instrumenten einzud\u00e4mmen wei\u00df. Das liegt daran, dass die Akteure dazu neigen, sich weiter zu verschulden, da das Gef\u00e4lle zwischen dem Einkommen und der Gesamtverschuldung inkl. Schuldendienst zun\u00e4chst nicht weiter auff\u00e4llt. Insbesondere wenn das Wachstum relativ stark und schnell ansteigt, f\u00e4llt die exponentielle Verschuldung, so wie wir sie oben gesehen haben, zun\u00e4chst niemandem auf. Selbst den \u00d6konomen offenbar nicht, denn das grundlegende Problem, welches bereits beim Studieren der Grundlagen offensichtlich wird (siehe Teil I), ist kaum Bestandteil der haupts\u00e4chlichen akademischen Literatur. In Abbildung 4 wird dies noch einmal verdeutlicht. Genau das ist der oben bereits angesprochene Minsky-Effekt. Die Akteure verschulden sich immer weiter, bis sie nicht einmal mehr den Schuldendienst (Tilgung und Zinsraten) decken k\u00f6nnen. Dadurch bl\u00e4ht sich die Kreditblase immer weiter auf und f\u00fchrt zum einen zur Geldentwertung \u2013 Inflation ist aus dem lateinischen <em>inflatio<\/em> abgeleitet und hei\u00dft \u201eSichaufblasen\u201c oder \u201eAufbl\u00e4hung\u201c \u2013 und zum anderen entsteht der oben bereits mehrfach angesprochene Vorgang der Zombifizierung der Wirtschaft. Des Weiteren leitet sich diese Entwicklung aus dem einfachen Umstand ab, dass die Wirtschaft nicht so schnell wachsen kann wie der durch den Zinseszins hervorgerufene Anstieg der Schulden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class='et-box et-shadow'>\n\t\t\t\t\t<div class='et-box-content'><strong> Die Verschuldungsspirale oder der monet\u00e4re Teufelskreislauf<\/strong><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-9433 size-full\" src=\"https:\/\/gegenstrom.org\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/signal-2023-06-18-105843_007.png\" alt=\"\" width=\"1435\" height=\"590\" srcset=\"https:\/\/gegenstrom.org\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/signal-2023-06-18-105843_007.png 1435w, https:\/\/gegenstrom.org\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/signal-2023-06-18-105843_007-1280x526.png 1280w, https:\/\/gegenstrom.org\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/signal-2023-06-18-105843_007-980x403.png 980w, https:\/\/gegenstrom.org\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/signal-2023-06-18-105843_007-480x197.png 480w\" sizes=\"(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) and (max-width: 1280px) 1280px, (min-width: 1281px) 1435px, 100vw\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Abbildung 4 Die Verschuldungsspirale[16] (eigene Darstellung)<\/div><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Durch die \u00fcberproportionale Geldsch\u00f6pfung entsteht ein entsprechendes Kreditvolumen, was automatisch zu einer Vergr\u00f6\u00dferung der Schulden f\u00fchrt. Dadurch entstehen immer st\u00e4rkere Zinsr\u00fcckfl\u00fcsse aus den Darlehen, wodurch sich das Geldverm\u00f6gen immer weiter aufbl\u00e4ht und weitere Schulden zur Folge hat. Es handelt sich hierbei um einen positiv r\u00fcckgekoppelten Regelkreis, der sich mit der Zeit verselbstst\u00e4ndigt und einmal losgetreten nicht mehr endet, au\u00dfer durch einen Zusammenbruch, den Zahlungsausfall. Positive R\u00fcckkopplung tritt in der Natur im Grunde genommen nicht auf, au\u00dfer bei exponentiell sich ausbreitenden Krankheiten oder dem Wachstum eines Tumors. Die Begrenztheit der vorhandenen Ressourcen (Sachmittel, Menschen) limitiert daher logischerweise das Wachstum. Dem Geldverm\u00f6gen fehlt also auf Dauer die entsprechende Produktion, der Gegenwert in Form von Sachg\u00fctern.<\/p>\n<p>Die Kreditblase und somit das Ende eines Schuldenzyklus tritt dann ein, wenn das Wachstum der Geldmenge sowie das Kreditvolumen gedrosselt werden bzw. die Banken unter strengeren Vergaberichtlinien Kredite vergeben. Zu diesem Zeitpunkt haben die Notenbanken bereits gemerkt, dass die Ausweitung des Kreditvolumens bereits gef\u00e4hrlich hoch ist, weshalb die Geldpolitik gestrafft wird. Damit wird der Abschwung, der ohnehin eintritt, massiv beschleunigt. Dieser Kipppunkt von Aufschwung zu Abschwung tritt ein, sobald die Kosten f\u00fcr den Schuldendienst gr\u00f6\u00dfer werden als der Betrag, der f\u00fcr die Finanzausgaben ausgeliehen werden kann. Die Neuvergaben von Krediten gehen zur\u00fcck, womit der Druck auf die Schuldner w\u00e4chst. Dieser Umstand wird immer mehr Teilnehmern bewusst, insbesondere den Banken, weshalb noch weniger Kredite vergeben werden. Dadurch sinken Ausgaben und Investitionen, welche zuvor mit dem geliehenen Kapital finanziert wurden. Die Anlagepreise fallen und das Einkommenswachstum f\u00e4llt. Der Ausfall von Zombis wirkt sich auch auf die kreditw\u00fcrdigen Schuldner aus, da die Banken, die ihre faulen Kredite abschreiben m\u00fcssen, ihre Verpflichtungen gegen\u00fcber den liquiden Gl\u00e4ubigern nicht mehr leisten k\u00f6nnen. Eine Fortpflanzung des Problems innerhalb der Volkswirtschaft ist die Folge. Es kommt zu einer Depression.<\/p>\n<p>Der Zeitraum f\u00fcr diese Verkettung von kurzfristigen Schuldenzyklen bewegt sich zwischen 50 und 70 Jahren. Dalio sieht den Hauptgrund, wieso sich ein langfristiger Schuldenzyklus \u00fcberhaupt halten kann, in der sukzessiven Senkung der Leitzinsen durch die Notenbanken, wodurch die Anlagepreise steigen und das Anlageverm\u00f6gen der Menschen anw\u00e4chst. So schreibt er: \u201e<em>Die verhindert, dass die Belastung durch den Schuldendienst steigt, und es senkt die monatlichen Raten f\u00fcr Artikel, die auf Kredit gekauft werden. Das kann aber nicht ewig so weitergehen. Irgendwann sind die Zahlungen f\u00fcr den Schuldendienst genauso hoch oder h\u00f6her als der Betrag, den sich die Schuldner leihen k\u00f6nnen, und so werden die Schulden (also die Zahlungsversprechen) im Verh\u00e4ltnis zu der vorhandenen Geldmenge, die bezahlt werden kann, zu gro\u00df<\/em>.\u201c[17]<\/p>\n<p>Im Grunde genommen handelt es sich bei dem Ablauf um die gleiche Spirale, die ein kurzfristiger Schuldenzyklus durchl\u00e4uft. Bei langfristigen Schuldenzyklus sind die Auswirkungen nur massiver aus oben bereits gesagten Gr\u00fcnden.<\/p>\n<p><strong><div class='et-box et-shadow'>\n\t\t\t\t\t<div class='et-box-content'>Gut zu wissen: Der Schuldenzyklus im Alten Testament<\/strong><\/p>\n<p>Im Alten Testament, genauer im dritten Buch Mose 25, werden die Gesetze des Sabbat- und Halljahres formuliert. Demnach sollte im 50. Jahr, das auf jedes siebte Sabbatjahr folgte, jegliche Schuld auf null gesetzt werden. Man sollte einen Leibeigenen freilassen so wie auch aller Besitz wieder zum urspr\u00fcnglichen Eigent\u00fcmer zur\u00fcckgehen sollte. In diesem Jahr sollte Israel vollkommene Ruhe walten lassen und keinerlei Landwirtschaft mehr betreiben. Das Jubeljahr soll einen Schuldenschnitt und der Beseitigung von \u00dcberfluss dienen. In Jeremia 25, 11-12 sowie 29, 10 und in Daniel 9, 2 wird die \u201eVerw\u00fcstung\u201c, der \u201eReset\u201c auf 70 Jahre datiert.<\/div><\/div><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der langfristige Schuldenzyklus besteht aus sechs Phasen:<\/p>\n<ol>\n<li><strong>Die Phase des \u201eharten Geldes\u201c. <\/strong>Die alten Schulden des vorherigen Zyklus sind komplett gel\u00f6scht. Das Geldsystem basiert auf harten Assets wie Gold oder anderen Ressourcen, mit denen direkt bezahlt wird. Das Zahlungsmittel sind z. B. Gold- oder Silberm\u00fcnzen. Die W\u00e4hrung kann Auch ein anderes Asset sein. Hauptsache, es hat einen hohen inh\u00e4renten Wert.<\/li>\n<li><strong>Die Forderung auf das \u201eharte Geld\u201c.<\/strong> Da \u201eHartes Geld\u201c auch Nachteile hat wie Lagerung, Transport (schweres Gewicht) sowie Abh\u00e4ngigkeiten von L\u00e4ndern gg\u00fc. jenen Volkswirtschaften, die viel von den Ressourcen besitzen, f\u00fchrt das zur Einf\u00fchrung von Papiergeld, das eine Forderung auf das \u201eharte Geld\u201c beinhaltet. Der Besitzer kann den Schuldschein gegen z. B. Gold jederzeit umtauschen. Es gibt einen festen Wechselkurs.<\/li>\n<li><strong>Beginn der Schulden.<\/strong> Da das System aus der zweiten Phase allerdings beschr\u00e4nkt ist und nur so viel Geld gedruckt werden kann, wie auch Ressourcen der harten Assets vorhanden ist, f\u00fchrt Wirtschaftswachstum zu einer deflation\u00e4ren Entwicklung. Das Papiergeld ist nur noch ein Schuldschein auf das harte Asset. Die Menge der Schuldscheine (Banknoten) weiten sich immer weiter aus. Das Verh\u00e4ltnis zwischen Geldmenge und den harten Assets entwickelt sich zu Ungunsten des letzten. F\u00fcr z. B. eine Unze Gold bekommt man eine immer h\u00f6here Menge Geld.<\/li>\n<li><strong>Aufgabe der Verbindlichkeit.<\/strong> Die Menge der Schuldscheine w\u00e4chst ins Unermessliche, sodass sie den tats\u00e4chlichen Wert- und Produktionsgewinn von Waren und Dienstleistungen \u00fcbersteigt. Die Schuldscheine k\u00f6nnen nicht mehr gegen die harten Assets zur\u00fcckgetauscht werden, da letztere nicht oder nur bedingt vorhanden sind. Es kommt zur Aufl\u00f6sung der Verbindlichkeit wie 1971 unter Nixon, als der Goldstandard abgeschafft wurde.<\/li>\n<li><strong>Das Fiatgeld entsteht.<\/strong> Notenbanken k\u00f6nnen die Geldmenge beliebig ausweiten und unterliegen keiner nat\u00fcrlichen Beschr\u00e4nkung durch Ressourcenknappheit. Das Tauschmittel entspricht nicht mehr dem Wert des \u201eHarten Geldes\u201c. Es ist lediglich noch ein Versprechen und basiert ausschlie\u00dflich auf dem Glauben der Akteure, dass diese W\u00e4hrung stabil und best\u00e4ndig bleibt. Ein inh\u00e4renter Wert liegt nicht mehr vor. Die Notenbanken regulieren die M\u00e4rkte nur noch \u00fcber den Leitzins und die ausgegebene Menge des Geldes.<\/li>\n<li><strong>Der Zusammenbruch.<\/strong> Sobald die Notenbanken der Lage nicht mehr Herr sein k\u00f6nnen und die Blase platzt, kommt es zum Zusammenbruch. Die Geldpolitik ist nicht mehr steuerbar. Die Schuldenspirale, wie in Abbildung 4 dargestellt, verselbstst\u00e4ndigt sich, bis es zum breitfl\u00e4chigen Zahlungsausfall kommt. Die Akteure verlieren ihr Vertrauen in das Fiatgeld und fangen an in alternativen Zahlungsmittel ihren Handel abzuwickeln (z. B. Gold und Silber). Zum Schluss kommt es zum Schuldenschnitt. Der Zyklus endet hier und es beginnt ein neuer.<\/li>\n<\/ol>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class='et-box et-shadow'>\n\t\t\t\t\t<div class='et-box-content'><strong> Schuldenschnitte in der j\u00fcngeren Geschichte<\/strong><\/p>\n<p>Ein Schuldenschnitt ist das Erlassen von Schulden, d. h. die Gl\u00e4ubiger verzichten auf die R\u00fcckforderung gg\u00fc. ihren Schuldnern. In der Geschichte waren dies meist Teilschuldenschnitte, also nur einen teilweisen Verzicht auf Ausgleich der Schuld. Geschichtliche Beispiele gibt es auch aus der j\u00fcngeren Zeit:<\/p>\n<p>*1932 erlie\u00dfen die Alliierten auf der Konferenz von Lausanne einen Gro\u00dfteil der Forderungen gg\u00fc. Deutschland.<\/p>\n<p>*1953 wurden mit dem Londoner Schuldenabkommen 50 Prozent der Auslandsschulden Deutschlands erlassen.<\/p>\n<p>*1978 erlie\u00df die Bundesrepublik Deutschland die Schulden gg\u00fc. der 30 \u00e4rmsten L\u00e4nder der Welt. Verzicht betrug damals etwa 4,3 Milliarden DM.<\/p>\n<p>*In den 1980er Jahren wurden im Rahmen des Brady-Plans mittels Brady-Bonds mehreren lateinamerikanischen L\u00e4ndern die Schulden zu Teilen erlassen.<\/p>\n<p>*1996 beschlossen die Weltbank und der IWF im Rahmen der von den damaligen G8-Staaten forcierte HIPC-Initiative, die einen Schuldenschnitt f\u00fcr hochverschuldete Entwicklungsl\u00e4nder (Heavily Indepted Poor Countries) vorsah.<\/p>\n<p>*2001 erkl\u00e4rte Argentinien seine Zahlungsunf\u00e4higkeit. Die Folge war die Einstellung des Schuldendienstes. Das Land erwirkt einen Verzicht von etwa zwei Drittel der Forderung bei etwa 93 Prozent seiner Gl\u00e4ubiger.<\/p>\n<p>*2005 wurden im Rahmen der HIPC-Initiative mehr als 30 L\u00e4ndern, vorwiegend aus Afrika, die Schulden komplett erlassen.<\/p>\n<p><strong>Regelm\u00e4\u00dfiger Erlass bei den Juden<\/strong><\/p>\n<p>Wie bereits oben gesehen, galt bei den Juden gem. Altem Testament ein regelm\u00e4\u00dfiger Schuldenschnitt. Im f\u00fcnften Buch Mose 15, 1-2 wird dieser alle sieben Jahre gefordert. Im Sabbatjahr durfte demnach innerhalb des eigenen Volkes kein Zins genommen werden.<\/div><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Offensichtlich stehen wir in Phase f\u00fcnf. Betrachtet man die j\u00fcngsten Entwicklungen seit der Weltfinanzkrise 2008 und insbesondere die letzten zwei Jahre der Geldpolitik, k\u00f6nnte diese Phase nun enden und in den Zusammenbruch m\u00fcnden. Obwohl die Anzeichen daf\u00fcr sprechen, warne ich davor, einen schnellen Zusammenbruch zu erwarten. Zwar haben die Notenbanken die Leitzinsen mittlerweile angehoben, aber in den USA und in Europa gehen die Inflationsraten momentan erst einmal zur\u00fcck. Anders als es die Medien h\u00e4ufig verlautbaren, handelt es sich aber nicht um eine deflation\u00e4re, sondern eher um eine disflation\u00e4re Entwicklung. Die Geldentwertung schreitet weiterhin voran, nur eben nicht mehr so schnell. Es h\u00e4ngt jetzt alles davon ab, wie sehr die Gesellschaft der Politik noch traut. Schwinden die gesellschaftliche Resilienz und das Vertrauensverh\u00e4ltnis zu den Regierungen, werden die Instrumente der Zentralbanken den Zusammenbruch m\u00f6glicherweise nicht mehr aufhalten k\u00f6nnen. Andersherum k\u00f6nnte sich noch viel Spielraum f\u00fcr die Politiken offenbaren. Am Ende dieses Zyklus w\u00fcrde ein Schuldenschnitt in irgendeiner Form warten.<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><strong>Eine kurze Geschichte unseres Geldsystems<\/strong><\/span><\/p>\n<p>Den Beginn des derzeitigen langfristigen Schuldenzyklus macht Ray Dalio zum Ende des 2. Weltkrieges aus. Im Zuge der beiden Weltkriege l\u00f6sten sich nahezu alle L\u00e4nder vom Goldstandard und schlitterten in eine massive Verschuldung. Die gro\u00dfe Depression in den 1930er Jahren f\u00fchrte zum Zusammenbruch des alten Systems. Nach bzw. am Ende des 2. Weltkrieges kam es dann zum Abkommen von Bretton Woods, in dem man sich auf den White-Plan einigte. Fortan sollten alle W\u00e4hrungen der beteiligten 44 Nationen einen festen Wechselkurs zum US-Dollar aufweisen, der wiederum an Gold gebunden war. Die Abwicklung von Zahlungsverkehr in Gold- und Silberm\u00fcnzen wurde in Anlehnung an das Vorkriegssystem in den meisten L\u00e4ndern wiedereingef\u00fchrt. Mit dem Internationalen W\u00e4hrungsfonds (IWF) wurde neben der BIZ eine internationale W\u00e4hrungs- und Wirtschaftsinstitution geschaffen, deren Aufgabe die Kontrolle und Steuerung dieses neuen Geldsystems aus\u00fcben sollte. Im Zuge der Ausweitung der Produktivit\u00e4t und des damit einhergehenden Wirtschaftswachstums kam es zur Vermehrung von US-Banknoten, die einen Schuldschein mit Verbindlichkeit an Gold darstellten. F\u00fcr eine Unze Gold, also 31,104 Gramm, bekam man 35 US-Dollar. Alle anderen W\u00e4hrungen richteten sich danach. Die USA weiteten ihre Reservew\u00e4hrung aus, wodurch das Verh\u00e4ltnis der Geldmenge zu den vorhandenen Goldreserven immer weiter auseinanderklaffte. Dies passierte u. a. durch die hohen Kosten, die der Vietnam-Krieg verschlungen hatte. In Abbildung 5 kann dies nachvollzogen werden. F\u00fcr eine Unze Gold bekam man immer mehr Dollars. Im Zuge dieser Entwicklung br\u00f6ckelte Bretton-Woods, weshalb mit schwindendem Vertrauen in das System 1969 viele Teilnehmerstaaten erkl\u00e4rten, ihre Dollarreserven gegen Gold einzul\u00f6sen. Tats\u00e4chlich konnten die USA diese Goldmengen nicht aufweisen und damit ihren Verbindlichkeiten nicht nachkommen. 1971 erkl\u00e4rte der US-amerikanische Pr\u00e4sident Richard Nixon die Gold-Dollar-Bindung f\u00fcr ausgel\u00f6st.<\/p>\n<p>In 1973 wurde das Bretton-Woods-I-Abkommen aufgel\u00f6st. Dies beinhaltete den Wandel von fixen zu flexiblen Wechselkursen ohne Bindung an Gold oder den Dollar als Leitw\u00e4hrung. Es kam zum Europ\u00e4ischen Wechselkursverbund, einem Vorreiter der sp\u00e4teren Europ\u00e4ischen W\u00e4hrungsunion. Obwohl der US-Dollar nicht mehr als Leitw\u00e4hrung fungierte, gilt er bis heute nach wie vor als Weltreservew\u00e4hrung, da der Gro\u00dfteil des Handels in wesentlichen Rohstoffen wie \u00d6l und Gas in Dollar erfolgt. Dies bedeutet, dass s\u00e4mtliche L\u00e4nder, die auf diese Rohstoffe angewiesen sind, Dollar-Reserven anh\u00e4ufen m\u00fcssen. Somit ist der US-Dollar zwar nicht mehr auf dem Papier via Abkommen, jedoch weiterhin faktisch die Weltreservew\u00e4hrung.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-9434 size-full\" src=\"https:\/\/gegenstrom.org\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/signal-2023-06-18-105843_008.png\" alt=\"\" width=\"994\" height=\"645\" srcset=\"https:\/\/gegenstrom.org\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/signal-2023-06-18-105843_008.png 994w, https:\/\/gegenstrom.org\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/signal-2023-06-18-105843_008-980x636.png 980w, https:\/\/gegenstrom.org\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/signal-2023-06-18-105843_008-480x311.png 480w\" sizes=\"(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) 994px, 100vw\" \/><\/p>\n<p>Abbildung 5 Goldpreisentwicklung in US-Dollar und EUR seit 1965<strong>[18]<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class='et-box et-shadow'>\n\t\t\t\t\t<div class='et-box-content'><strong> Bretton-Woods-II-Regime und der Petro-Dollar<\/strong><\/p>\n<p>Einige \u00d6konomen meinen, dass wir uns in einer Art Bretton-Woods-II-System befinden. Dies basiert auf einer de-facto-Bindung von asiatischen W\u00e4hrungen wie dem chinesischen Yuan\/Renminbi oder dem japanischen Yen. Auch durch die starken Dollar-Reserven der \u00f6lexportierenden L\u00e4nder wie Saudi-Arabien, der Irak, Nigeria und Russland entstand ein neues Regime des Weltgeldsystems, in dem der US-Dollar die Hauptrolle spielt und somit eine abgewandelte Form des Bretton-Woods-Abkommen von 1944 weiterhin besteht. Es hat sich daf\u00fcr der Begriff des Petro-Dollar-Systems etabliert. Petro steht f\u00fcr Petroleum. Da der Dollar zunehmend an Wert verliert, ger\u00e4t auch dieses System nun ins Schleudern. Hinzu kommt die Tatsache, dass das Vertrauen in die alte Weltordnung schwindet und somit der Dollar als Leitw\u00e4hrung an Einfluss einb\u00fc\u00dfen wird.<\/div><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Seitdem herrscht das Fiat-Geld in dem System. Eine Bindung an harten Assets mit hohen intrinsischen Wert gibt es nicht mehr. Die derzeitige geldpolitische Ordnung mit dem Petro-Dollar basiert in erster Linie auf dem Weltmachtstatus der USA als wirtschaftliche und milit\u00e4rische Supermacht mit weltweitem Einfluss. Das System ist sehr anf\u00e4llig, da weltweit Staatsschulden und logischerweise auch die Geldmenge zunimmt. Mit dem Aufkommen undurchsichtiger Finanzprodukte, denen kein realer Gegenwert gegen\u00fcbersteht, wurde dieses Problem weiter versch\u00e4rft. Die Bilanzen bei den Noten- sowie bei den Gesch\u00e4ftsbanken bl\u00e4hen sich immer weiter auf. Es gibt einfach keine Begrenzung mehr. Die Notenbanken k\u00f6nnen nur mittels der bereits oben genannten Instrumente in das System intervenieren. Zwar wurden hierzu in der j\u00fcngeren Vergangenheit auch Anleihek\u00e4ufe und andere mit den bestehenden Abkommen divergierende Bail-Out-Ma\u00dfnahmen getroffen, doch zeigt dies nur die bereits fortgeschrittene Instabilit\u00e4t des Systems. Betrachtet man 1944 als Anfang des derzeitigen Schuldenzyklus, wie es Ray Dalio tut, dann hat dieser die oben genannte H\u00f6chstdauer von 70 Jahren bereits \u00fcberschritten. Dies ist allerdings kein Anzeichen f\u00fcr eine Geldpolitik neuen Typs, die aus der Vergangenheit gelernt hat. Es handelt sich heute um ein international ausgespanntes Geld- und letztlich durch den Petro-Dollar auch W\u00e4hrungssystem, welches dadurch auch viele M\u00f6glichkeiten durch den Wechsel in Fremdw\u00e4hrungen mit sich bringt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Eine Begrenztheit aufgrund des bereits oben Gesagten ist dennoch gegeben. Um den Zusammenbruch zu verhindern, w\u00e4re ein neues deflation\u00e4res bzw. vollkommen von den Notenbanken steuerbares System vonn\u00f6ten. Vieles spricht daf\u00fcr, dass ein derartiges System bevorsteht. Soll es von Nachhaltigkeit sein, wird zuvor das alte System crashen gehen m\u00fcssen. Ansonsten w\u00e4re eine Geldrevolution nur durch Zwang zu erwirken.<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2><span style=\"font-size: 14pt;\"><strong>Geldpolitik ist immer auch Machtpolitik: Die alte Weltordnung kommt ins Wanken<\/strong><\/span><\/h2>\n<p>\u201eGeld regiert die Welt!\u201c, hei\u00dft es im Volksmund. Doch viel wichtiger ist die Frage: \u201eWer regiert das Geld?\u201c. Denn Geldpolitik ist immer auch Machtpolitik. So st\u00fctzen die US-Amerikaner ihren Weltmachtstatus nicht nur auf ihre milit\u00e4rischen M\u00f6glichkeiten oder allein auf der Tatsache, dass es sich dabei (noch) um die gr\u00f6\u00dfte Volkswirtschaft handelt. Die Tatsache, dass \u00d6l sowie andere Assets international in US-Dollar abgewickelt werden, gibt den USA eine Sonderstellung. Denn auch wenn wir innerhalb der Euro-Zone mit dem Euro bezahlen, so muss bspw. Deutschland mit US-Dollars bezahlen, will es \u00d6l importieren. Das gleiche gilt f\u00fcr die anderen europ\u00e4ischen L\u00e4nder. Damit wird der Euro zu einer Art Sekund\u00e4rw\u00e4hrung. Es w\u00e4re vermessen, den Euro als eine Komplement\u00e4rw\u00e4hrung zu bezeichnen, die neben dem US-Dollar angeboten wird. Dennoch handelt es sich zumindest auf den Rohstoffm\u00e4rkten um ein eher sekund\u00e4r zum Einsatz kommendes Zahlungsmittel. Der US-Dollar ist somit nicht nur die Nationalw\u00e4hrung, sondern ein gewaltiges Machtmittel in der Weltpolitik. Dies aus zwei Gr\u00fcnden:<\/p>\n<ol>\n<li>Die USA k\u00f6nnen eine nationale Geldpolitik anstreben, die zwar f\u00fcr sie zum Vorteil ist, jedoch zum Nachteil anderer Entit\u00e4ten sein k\u00f6nnte. Den USA bietet sich dabei ein gewaltiges Druckmittel f\u00fcr s\u00e4mtliche konkurrierende Nationen.<\/li>\n<li>Da es sich bei dem US-Dollar um die Leitw\u00e4hrung handelt, mit der alle Akteure handeln m\u00fcssen, ist sie auch der einzige Staat, der nicht pleitegehen kann. Die USA k\u00f6nnen sich also so hoch verschulden wie sie wollen, ohne dabei bef\u00fcrchten zu m\u00fcssen, dass der Staatshaushalt vollkommen zahlungsunf\u00e4hig wird.<\/li>\n<\/ol>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong><div class='et-box et-shadow'>\n\t\t\t\t\t<div class='et-box-content'>Beispiele f\u00fcr nationale Alleing\u00e4nge der FED gegen die Welt<\/strong><\/p>\n<p>*Die \u00d6lpreisschocks in den 1970er Jahren. Nachdem unter Nixon die Losl\u00f6sung vom Bretton-Woods-Abkommen stattfand, wertete der Dollar massiv gg\u00fc. europ\u00e4ischen nationalen W\u00e4hrungen (wie DM, Franc, Pfund) bis zu einem Viertel ab. Dies traf vor allem die OPEC-Staaten, die, um die Verluste zu kompensieren, den \u00d6lpreis deutlich erh\u00f6hten. Es gab damals zwei Schocks. Einmal w\u00e4hrend des Jom-Kippur-Krieges 1973 und das zweite Mal w\u00e4hrend des ersten Golfkrieges 1979. Dies l\u00f6ste weltweit eine Rezession aus.<\/p>\n<p>*In den 1980er Jahren erh\u00f6hte die FED den Leitzins, womit alle in Dollar verschuldeten L\u00e4nder Liquidit\u00e4tsprobleme bekamen. Insbesondere viele Entwicklungsl\u00e4nder, die sich einst g\u00fcnstig in US-Dollar verschuldeten, traf die Zinserh\u00f6hung, da dadurch die Kosten f\u00fcr neue Kredite in die H\u00f6he schossen. 1982 brach dann eine internationale Schuldenkrise aus.<\/p>\n<p>*Kurz vor der Jahrtausendwende wiederholte sich dies in den Tiger-Staaten. Die Krise breitete sich auch in Lateinamerika sowie Russland aus.<\/p>\n<p>*Die derzeitige Zinserh\u00f6hung der FED wirkt sich ebenfalls massiv auf die Volkswirtschaften der ganzen Welt aus. Die Ereignisse der 80er und Ende der 90er k\u00f6nnten sich dadurch wiederholen.<\/p>\n<p>*Das Einfrieren ausl\u00e4ndischer Konten von russischen Politikern und Oligarchen sowie der Ausschluss der Russischen F\u00f6deration aus dem internationalen Banken-Netzwerk SWIFT hat zun\u00e4chst massive Auswirkungen auf die russische Politik gehabt, die sich allerdings als Bumerang erweisen k\u00f6nnte.<\/div><\/div><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong><div class='et-box et-shadow'>\n\t\t\t\t\t<div class='et-box-content'>Die USA, eine hochverschuldete Supermacht<\/strong><\/p>\n<p>Obwohl die USA durch eine verfassungsgem\u00e4\u00dfe Schuldenobergrenze daran gehindert werden sollen, Schulden ins Unermessliche zu generieren, wurde diese seit 1960 insgesamt 78 Mal angehoben. Zum Zeitpunkt des Verfassens dieser Zeilen lag sie bei 31,4 Billionen US-Dollar und wurde mittlerweile auch ausgereizt. Der Kongress streitet derzeit darum, ob es auch zu einer weiteren Anhebung der Obergrenze kommen soll. Die in Abbildung 6 dargestellten Zahlen sind dem IMF entnommen. Demnach schuldeten die USA zum Ende 2022 mehr als 121 Prozent ihres j\u00e4hrlichen Bruttoinlandsproduktes, also m\u00fcssten die Vereinigten Staaten mindestens 21 Prozent mehr Waren und Dienstleistungen in US-Dollar in einem Jahr produzieren, um die Schulden begleichen zu k\u00f6nnen. Zum Vergleich, die Staaten der EU d\u00fcrfen eine Staatsschuldenquote von 60 Prozent des BIP nicht \u00fcbersteigen. Sie w\u00fcrden dann gegen die Maastricht-Kriterien versto\u00dfen. Allerdings erf\u00fcllen dieses Kriterium derzeit nur knapp die H\u00e4lfte aller EU-Mitglieder. Selbst Deutschland lag Ende 2022 bei 66,3 Prozent. Die EU-27 liegen durchschnittlich bei 84 Prozent. In BIP weisen die USA damit eine Verschuldung vergleichbar mit Portugal oder Italien auf, welche zu den am h\u00f6chsten verschuldeten L\u00e4ndern der EU geh\u00f6ren. W\u00e4hrend die EU selbst zunehmend Probleme mit derartigen Schuldenst\u00e4nden bekommt, k\u00f6nnen die Vereinigten Staaten aus bereits gesagten Gr\u00fcnden nicht Bankrott gehen, solange sie die Weltreservew\u00e4hrung stellen.<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-9450 size-full\" src=\"https:\/\/gegenstrom.org\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/signal-2023-06-18-105843_009.png\" alt=\"\" width=\"941\" height=\"580\" srcset=\"https:\/\/gegenstrom.org\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/signal-2023-06-18-105843_009.png 941w, https:\/\/gegenstrom.org\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/signal-2023-06-18-105843_009-480x296.png 480w\" sizes=\"(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) 941px, 100vw\" \/><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 10pt;\">Abbildung 6 Staatsverschuldung der USA im Verh\u00e4ltnis zum BIP von 2001 bis 2022 und Prognosen bis 2028 in Prozent<strong>[19]<\/strong><\/div><\/div><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Nach dem 2. Weltkrieg begann mit Bretton-Woods I eine neue Weltordnung, die seinerzeit durch zwei Entit\u00e4ten, den Polen West (USA) und Ost (Sowjetunion), bestimmt wurde. Nachdem diese Ordnung auseinanderbrach und zu einer Unipolaren Weltordnung mit den USA als einzige Weltmacht an der Spitze \u00fcberging, entstand allm\u00e4hlich das Bretton-Woods-II-Regime mit dem Petro-Dollar (auch Russland verkaufte seine Rohstoffe gegen US-Dollar-Reserven), welches wir bis heute als das vorherrschende Weltgeldsystem bezeichnen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Es wird deutlich, dass die vorherrschende Geldpolitik mit dem weltweiten Machtgef\u00fcge einhergeht. Dies wird umso deutlicher, wenn man die j\u00fcngsten Entwicklungen in diese \u00dcberlegungen miteinbezieht. Denn die derzeitige Weltgeldpolitik kommt allm\u00e4hlich ins Wanken. Die Gr\u00fcnde daf\u00fcr sind vielf\u00e4ltig:<\/p>\n<p>*Die USA stehen vor unglaublichen innenpolitischen Herausforderungen (Demografie-Probleme, soziale Unruhen, Identit\u00e4tsprobleme, Inflation, hoher gesellschaftlicher Verschuldungsgrad, Deindustrialisierung, Staatskrise, Polarisierung zwischen den Rassen), die sich unmittelbar auf die Au\u00dfenpolitik auswirken wird. Insbesondere das Vertrauen in die Regierung und in den Staat ersch\u00fcttern das politische System.<\/p>\n<p>*Der Ausschluss Russlands aus dem SWIFT-System hat das Vertrauen vieler L\u00e4nder ersch\u00fcttert. Das Einfrieren von russischen Verm\u00f6gen bestehend aus US-Dollar hat die Weltreservew\u00e4hrung Reputation gekostet. Immer mehr Entit\u00e4ten, auch die \u00f6lf\u00f6rdernden L\u00e4nder, schauen sich nach Alternativen um.<\/p>\n<p>*Russland, China und der Rest der BRICS-Staaten gehen in offener Konkurrenz zu den USA und versuchen sich als Alternative zu verkaufen. Auch wenn die BRICS nicht diese einheitliche Agenda aufweisen, wie es manche Zeitgenossen erhoffen, befeuern sie den Reputationsverlust der Vereinigten Staaten als unangefochtene Weltmacht.<\/p>\n<p>*Indem die USA gro\u00dfe Teile Europas dazu gebracht haben, sich energetisch von Russland loszusagen, d\u00e4mmert immer mehr Entscheidern, dass dies in eine energetische Abh\u00e4ngigkeit gg\u00fc. den USA m\u00fcnden k\u00f6nnte. Es ist nur eine Frage der Zeit, dass die Absichten aus Washington zunehmend hinterfragt werden.<\/p>\n<p>*Durch die Abschottung Russlands hat sich dieses von Europa zwangsweise abgewandt und richtet seine Aufmerksamkeit zunehmend auf Indien, China und den Iran. Initiativen wie das International North-South Transportation Corridor Projekt (INSTC), welche eine Handelsroute von Moskau \u00fcber Baku, Teheran, Bandar Abbas sowie Chabahar nach Mumbai unter Umgehung von Pakistan bietet mehreren Entit\u00e4ten im Norden sowie im S\u00fcden Asiens ungeahnte M\u00f6glichkeiten. Dem Projekt ist eine \u00e4hnliche Bedeutung wie der One Belt, One Road Initiative aus China beizumessen. Dadurch schwindet der Einfluss der USA in Asien.<\/p>\n<p>*Mittlerweile haben mehrere OPEC-L\u00e4nder angegeben, k\u00fcnftig nicht mehr nur in US-Dollar zu handeln. Insbesondere der Yuan\/Renminbi und der Rubel haben hiervon stark profitieren k\u00f6nnen. Zwar kann von der Abl\u00f6sung des US-Dollars noch keine Rede sein, doch haben die Amerikaner dadurch massiv an Einfluss verloren. Selbst europ\u00e4ische L\u00e4nder wie Frankreich neigen zunehmend dazu au\u00dferhalb des Dollar-Systems Handel betreiben zu wollen.<\/p>\n<p>*Der Aufstieg Chinas zu einer Gro\u00dfmacht ersch\u00fcttert die globale Sicherheitsordnung. Das Machtgef\u00fcge tendiert immer mehr zu einer Multipolarit\u00e4t. China als kommende einzige Weltmacht sehe ich nicht, aber sie werden wohlm\u00f6glich die n\u00e4chsten Jahrzehnte pr\u00e4gend mitgestalten und aus der Weltpolitik nicht so schnell verschwinden. Allein die Tatsache, dass das Reich der Mitte den Weltmarkt f\u00fcr die f\u00fcr Technologieg\u00fcter erforderlichen Seltene Erden dominiert (immerhin ca. 60 Prozent, auf die USA fallen nicht einmal 16 Prozent)[20], macht deutlich, in welche Abh\u00e4ngigkeit auch eine Supermacht wie die USA geraten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>*Die USA schlittern gerade in eine Bankenkrise, die eine ohnehin vorhandene Liquidit\u00e4tsklemme verschlimmern k\u00f6nnte. Im schlimmsten Fall k\u00f6nnte den Vereinigten Staaten eine massive Deflation drohen, die weitaus schlimmere Folgen haben w\u00fcrde, als eine anhaltende hohe Inflation.<\/p>\n<p>*Damit einhergehend fliehen immer mehr ausl\u00e4ndische Halter von US-Reserven aus der W\u00e4hrung. Die Chinesen, als gr\u00f6\u00dfter Halter weltweit haben in den letzten Monaten ihren Bestand an US-Staatsanleihen drastisch reduziert, was den Dollar massiv unter Druck setzt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Die USA sind (noch) die einzige Weltmacht und werden diesen Status mit hoher Wahrscheinlichkeit auch zun\u00e4chst erhalten k\u00f6nnen. Die Reputation und zugleich der Einfluss der Vereinigten Staaten schwindet aber allm\u00e4hlich und neue konkurrierende Akteure auf dem eurasischen Schachbrett fordern die Supermacht heraus. Eine Multipolarisierung des globalen Machtgef\u00fcges ist zunehmend wahrscheinlicher. Langfristig wird auch das US-amerikanische Imperium nicht mehr die einzige Weltmacht darstellen k\u00f6nnen. Mit abnehmender Dominanz als Weltreservew\u00e4hrung verlieren die USA neben ihrer Milit\u00e4rmacht das wichtigste Instrument zur Aus\u00fcbung ihrer Weltmachtstellung. Ein neues globales Geldsystem k\u00fcndigt sich an. Bretton Woods III k\u00f6nnte die Folge sein.<\/strong><\/p>\n<h2><\/h2>\n<h2><span style=\"font-size: 14pt;\"><strong>Amerikas Bankenkrise ist eine Weltbankenkrise<\/strong><\/span><\/h2>\n<p>Die Bilanzsumme der FED stieg in den letzten zehn Jahren um 251 Prozent. Das sich in der US-amerikanischen Notenbank befindliche Geld, welches bereits vor der Corona-Krise auf einem utopischen Hoch gewesen war, verdoppelte sich in den letzten eineinhalb Jahren noch einmal. Die Federal Reserve flutete also die M\u00e4rkte regelrecht mit Geld im Rahmen einer ultralockeren Geldpolitik, wie sie auch in Europa im selben Zeitraum stattgefunden hat. Die Gr\u00fcnde daf\u00fcr wurden bereits in den Teilen I und II hinreichend erl\u00e4utert. Was sich in der Geldpolitik der letzten Jahrzehnte abgespielt hat, ist ein Paradebeispiel f\u00fcr eine sich immer schneller und immer weiter au\u00dfer Kontrolle geratenen Schuldenspirale.<\/p>\n<p>Die Niedrigzinspolitik der US-Notenbank f\u00fchrte dazu, dass sich immer mehr Akteure (Gesch\u00e4ftsbanken, Unternehmen, private Konsumenten) verschuldeten, denn die Kredite waren billig zu bekommen. Banken konnten sich sanieren, indem sie in diesem Niedrigzinsumfeld in langfristige Staatsanleihen investierten. Im Laufe dieser Entwicklung sind die erwartbaren Renditen f\u00fcr Spareinlagen bei den Banken zunehmend gesunken. Mit nahezu null Prozent Rendite wanderten immer mehr Anleger ab und investierten in andere von den Banken unabh\u00e4ngige Assets. Die Banken waren daher dazu gezwungen, ihr Kapital selbst in riskanten Gesch\u00e4ften zu investieren, wenn sie nicht bei Anleihegesch\u00e4ften bleiben wollten. Die Kreditmarge ist mit abnehmenden Leitzins ebenfalls stetig gesunken, weshalb das Kreditgesch\u00e4ft f\u00fcr Gesch\u00e4ftsbanken nicht mehr lukrativ war.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong><div class='et-box et-shadow'>\n\t\t\t\t\t<div class='et-box-content'>Das Gesetz vom tendenziellen Fall der Profitrate<\/strong><\/p>\n<p>Die oben beschriebenen Vorg\u00e4nge wurden von Karl Marx in den etwas abstrakten Begriff vom \u201eGesetz vom tendenziellen Fall der Profitrate\u201c gegossen. Dieses beschreibt den folgerichtigen Abfall der durchschnittlichen Profitrate durch immer knapper werdende Bodensch\u00e4tze sowie durch eine nat\u00fcrliche Abnahme der Kapitalproduktivit\u00e4t. Marx unterscheidet zwischen konstantem und variablem Kapital. <strong>Konstantes Kapital<\/strong> sind Maschinen, Anlagen, Arbeitsmittel, Rohstoffe, Immobilien sowie Geld. Bei <strong>variablen Kapital<\/strong> handelt es sich um die lebendige Arbeitskraft von Menschen. Beide stehen immer in einem bestimmten Verh\u00e4ltnis zueinander, wobei historisch beobachtet werden kann, dass sich dieses sukzessive zu Gunsten des konstanten Kapitals verschiebt.<\/p>\n<p>Der Hintergrund besteht in der Tatsache, dass Kapitaleigner zunehmend in konstantes Kapital wie Maschinen investieren, da dieses in Form \u201egeronnener\u201c Arbeit produktiver ist als die menschliche Arbeit. Die Renditen mit Maschinen \u00fcbersteigen jene bei rein handwerklichen menschlichen Arbeiten. Dadurch wird menschliche Arbeit also \u00fcberfl\u00fcssig gemacht. Die L\u00f6hne sinken, sodass auf Dauer weniger Waren und Dienstleistungen, die mit Maschinen hergestellt werden, nachgefragt werden k\u00f6nnen. Die Katze bei\u00dft sich also in den sprichw\u00f6rtlichen Schwanz. Zwar kann ein Unternehmen immer mehr Maschinen zum Einsatz bringen und somit in absoluten Zahlen seinen Gewinn vergr\u00f6\u00dfern, doch sinkt die Rendite, also der relative monet\u00e4re Output der Investition prozentual. Das nennt man den tendenziellen Abfall der Profitrate.<\/p>\n<p>Da also Renditen, die mit Maschinen erzielt werden, durch die Ressourcenknappheit endig sind, neigen Investoren dazu, zunehmend in Geldanlagen zu investieren, wobei das variable Kapital, also menschliche Arbeit, nur noch eine untergeordnete Rolle spielt. Die menschliche Arbeit verschwindet. Mit teilweise undurchsichtigen und dadurch riskanten Finanzgesch\u00e4ften lassen sich weitaus h\u00f6here Renditen erzielen. Die Profitraten des Kapitaleigners steigen damit zwar, doch mit Zunahme dieser Entwicklung im gesamten System \u2013 also immer mehr Investoren investieren in konstantes Kapital in Form von reinen Geldgesch\u00e4ften \u2013 sinkt die Profitrate im Durchschnitt.<\/p>\n<p>Viele dieser Gesch\u00e4fte bestehen nur auf dem Papier und sind fiktiv. Teilweise werden Schuld- und Zahlungsversprechen gehandelt. Es tritt der Effekt ein, dass z. B. Banken oder Unternehmen sich immer mehr Geld leihen m\u00fcssen. Die Bilanzen bei den Noten- sowie Gesch\u00e4ftsbanken bl\u00e4hen sich immer weiter auf. Es wird immer mehr fiktives Buchgeld bewegt, obgleich nicht gen\u00fcgend Waren und Dienstleistungen diesem gegen\u00fcberstehen. Eine immer h\u00f6here Geldmenge zirkuliert, die immer weniger kontrollierbar wird. Sobald das Kapital die Flucht ergreift, fallen Gesch\u00e4fte aus und m\u00fcssen abgeschrieben werden. Da das verliehene Geld gar nicht in realer Form vorhanden ist, m\u00fcssen die Banken Konkurs anmelden.<\/div><\/div><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wenn also Bankkunden in Gr\u00f6\u00dfenordnung ihre Einlagen abziehen, sind die Banken dazu gezwungen ihre langfristigen Hypotheken sowie Staats- oder Unternehmensanleihen zu verkaufen. Und zwar mit Verlust in einem Umfeld, in dem Zinsen wieder angehoben werden, wie von der FED seit Mai 2022. Dadurch sinken die Preise f\u00fcr Anleihen und langfristige Hypotheken, was sich negativ f\u00fcr die Bankenwelt auswirkt. Dadurch sinken ebenfalls die Reserven der Banken. Sie drohen, zahlungsunf\u00e4hig zu werden wie bei der Silicon Valley Bank, Signature und First Republic. Viele US-amerikanische Banken haben ihre Gewinne in US-Staatsanleihen geparkt, was sich mit der Zielausgabe der FED mit einem Leitzins von vier Prozent zu einem \u00e4u\u00dferst verlustreichen Gesch\u00e4ft f\u00fcr die Banken erwies. Dies trieb die Anleger der o. g. Banken dazu, ihre Einlagen abzuziehen. Es ist zu erwarten, dass diesen auch weitere Anleger von anderen Banken folgen werden. Eine Bankenkrise ist nicht nur nicht auszuschlie\u00dfen, sondern wird dadurch zunehmend wahrscheinlicher. Die Blase wurde wie schon oben veranschaulicht damit von der Zentralbank selbst angestochen.<\/p>\n<p>Wie dem j\u00fcngsten H8-Bericht der Federal Reserve in St. Louis zu entnehmen ist, wandern insbesondere nun bei Regionalbanken die Einlagen aus den Bilanzen ab, was wiederum dazu f\u00fchrt, dass immer mehr Banken von dem Notfallprogramm BTFP Gebrauch machen. Abbildung 7 ist dem Bericht entlehnt. Das BTFP wurde von der FED initialisiert, um in Not geratene Banken vor dem Kollaps zu bewahren. Die R\u00fcckzahlung erfolgt zu horrenden Zinsen. Einem Bericht des IBD nach sollen mittlerweile 19 Banken davon Gebrauch gemacht haben. Insgesamt sind bisher 32,6 Milliarden US-Dollar von der Regierung an Notfallkrediten rausgegangen. Um die bevorstehende Bankenpleite aufzuhalten, wird dies wohl kaum ausreichen.[21]<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-9451 size-full\" src=\"https:\/\/gegenstrom.org\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/signal-2023-06-18-105843_002.png\" alt=\"\" width=\"1318\" height=\"450\" srcset=\"https:\/\/gegenstrom.org\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/signal-2023-06-18-105843_002.png 1318w, https:\/\/gegenstrom.org\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/signal-2023-06-18-105843_002-1280x437.png 1280w, https:\/\/gegenstrom.org\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/signal-2023-06-18-105843_002-980x335.png 980w, https:\/\/gegenstrom.org\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/signal-2023-06-18-105843_002-480x164.png 480w\" sizes=\"(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) and (max-width: 1280px) 1280px, (min-width: 1281px) 1318px, 100vw\" \/><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 10pt;\">Abbildung 7 Einlagen bei kleinen in den zugelassenen Gesch\u00e4ftsbanken<strong>[22]<\/strong><\/span><\/p>\n<p>Die Bankenkrise wirkt wiederum auf das Geldsystem zur\u00fcck. Denn je mehr Banken in die Bredouille geraten, desto weniger Kredite vergeben sie. Die Kosten f\u00fcr \u201efrisches Geld\u201c steigen seitdem unaufhaltsam. Banken leihen sich auch untereinander keine Kredite mehr, was f\u00fcr das Tagesgesch\u00e4ft jedoch enorm wichtig ist. Dadurch zeichnet sich eine Kreditklemme ab.<\/p>\n<p><strong><div class='et-box et-shadow'>\n\t\t\t\t\t<div class='et-box-content'>Die Kreditklemme, eine kurze Erl\u00e4uterung<\/strong><\/p>\n<p>Eine Kreditklemme oder Liquidit\u00e4tsklemme ist die unzureichende oder sogar ausbleibende Vergabe von Krediten. Da wir in einem Verschuldungssystem leben, in dem neues Geld nur in Form von Krediten in Umlauf gelangt, hat dies einen disflation\u00e4ren oder gar deflation\u00e4ren Effekt. Insbesondere in einem Umfeld zunehmender Ponzi-finanzierter Akteure (Zombies) f\u00fchrt dies zwangsl\u00e4ufig zu massiven Ausf\u00e4llen.<\/div><\/div><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Hinzukommt die Tatsache, dass ein Gro\u00dfteil der Bankgesch\u00e4fte im Gewerbeimmobiliensektor steckt. Gewerbeimmobilien, insbesondere B\u00fcrogeb\u00e4ude, litten unter und leiden seit der Corona-Pandemie massiv unter Verlusten. Durch Home-Office und Pleiten von gewerbetreibenden Mietern kommt der Immobiliensektor zunehmend unter die R\u00e4der. Die darin investierten Banken m\u00fcssen also bangen, dass ihre Gesch\u00e4fte abgeschrieben werden, womit das Bankensystem weiterhin unter Druck ger\u00e4t.<\/p>\n<p>Auch viele der systemrelevanten Gesch\u00e4ftsbanken k\u00f6nnen ihren Bilanzverpflichtungen im Zweifelsfalle nicht mehr nachkommen. Einem Bericht der BIZ zufolge sollen sich diese Verpflichtungen kumuliert auf 65 Billionen US-Dollar[23] beziffern, wobei nicht einmal 4,5 Billionen US-Dollar zum Eigenkapital der Banken gez\u00e4hlt werden kann. Immerhin mehr als das 14-fache.[24]<\/p>\n<p>Viele OTC-Risikooptionen, die von US-amerikanischen Systembanken gehalten werden, wurden von Akteuren aus Europa, Japan und dem Rest der Welt gekauft. Kommt es zum Ausfall einer dieser Banken, h\u00e4tte dies also nicht nur Auswirkungen auf die USA, sondern auf die ganze Weltwirtschaft. Die Schweizer Bankengruppe Credit Suisse ist so ein fulminantes Beispiel. Es ist daher auch nicht verwunderlich, wie schnell auch unter den Augen des eigentlich f\u00fcr seine Souver\u00e4nit\u00e4t bekannten Schweizer Staates die \u00dcbernahme durch UPS zustande kam. Diese Handlung hat einen gr\u00f6\u00dferen Zusammenbruch verhindert.<\/p>\n<p><strong><div class='et-box et-shadow'>\n\t\t\t\t\t<div class='et-box-content'>OTC, eine kurze Erl\u00e4uterung<\/strong><\/p>\n<p>OTC steht f\u00fcr \u201eover the counter\u201c, also \u00fcber dem Ladentisch. Es handelt sich dabei um au\u00dferb\u00f6rslichen Handel von Aktien oder Anleihen. I. d. R. werden diese Gesch\u00e4fte innerhalb des Bankensystems abgewickelt, also au\u00dferhalb der Verantwortung einer B\u00f6rse. OTC-Optionen zeichnen sich durch schwache Transparenz aus, die f\u00fcr den privaten Investor im Grunde genommen ziemlich undurchsichtig ist. Optionsgesch\u00e4fte beinhalten den Erwerb oder die Ver\u00e4u\u00dferung des Rechts, eine bestimmte Anzahl von Wertpapieren zu innerhalb einer individuell festgelegten Laufzeit zum Basispreis zu erwerben oder eben zu ver\u00e4u\u00dfern. Es handelt sich dabei um ein reines Derivate-Gesch\u00e4ft, bei dem der eigentliche Wert \u2013 z. B. eine Aktie \u2013 zum Wettobjekt degradiert wird.<\/div><\/div><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Das Bankensystem in den Vereinigten Staaten ist massiv angeschlagen &#8211; es k\u00f6nnte bei einem \u201eUnfall\u201c zu einem breitfl\u00e4chigen Ausfall von nicht nur kleineren regionalen Banken kommen. Sobald die Kreditklemme im Interbankenmarkt auch zunehmend auf die gro\u00dfen \u201eToo-Big-To-Fail\u201c-Institutionen \u00fcbergeht, ist ein breitfl\u00e4chiger Zusammenbruch nicht nur denkbar. Damit w\u00fcrden auch europ\u00e4ische Banken, die genauso wie in der Weltfinanzkrise 2008 mit US-amerikanischen Geldh\u00e4usern verwoben sind, infiziert werden. Der Ausfall von Zombies in Europa ist ohnehin insbesondere im hochverschuldeten S\u00fcden nicht nur wahrscheinlich, sondern sicher. Auch wenn Portugal, Italien, Griechenland, Spanien (PIGS), aber auch Frankreich und Belgien mit \u00fcber 100 Prozent Verschuldung zum BIP, aus dem gro\u00dfen Medienlicht verschwunden zu sein scheinen, die Schulden sind noch immer da und sie sind gewachsen in der Zwischenzeit. Ob der Systemkollaps kommt, ist abschlie\u00dfend nicht mit Sicherheit zu sagen. Dass jedoch zumindest Teile des Systems davon betroffen sein werden, d\u00fcrfte au\u00dfer Frage stehen. Die eigentliche Frage besteht darin, wie viel Mut und Kompetenz die Politiken aufbringen k\u00f6nnen, auch unpopul\u00e4re Entscheidungen zu treffen. Treten diese Eigenschaften nicht deutlich zutage, geh\u00f6rt der Systemcrash ebenfalls zu den einstigen Verschw\u00f6rungstheorien, die dann doch wahrgeworden sind. St\u00fcnden wir am Ende der f\u00fcnften Phase, w\u00e4re der Zusammenbruch nur folgerichtig. Ein Ausweg w\u00e4re ein neues Geldsystem, das sich vor wenig steuerbaren inflation\u00e4ren oder deflation\u00e4ren Entwicklungen nicht mehr f\u00fcrchten m\u00fcsste.<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-size: 10pt;\">[1] Benannt nach Charles Ponzi (1882-1949), einem italienisch-st\u00e4mmigen in die USA immigrierter Trickbetr\u00fcger, der seine Kunden um umgerechnet mehr als 200 Millionen US-Dollar geprellt hatte. Daher kommt auch der Begriff der Ponzi-Masche.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 10pt;\">[2] Mittlerweile hat sich f\u00fcr die Schuldner-Unternehmen dieser Finanzierungsart der Begriff des Zombi-Unternehmens durchgesetzt. Je mehr Akteure die dritte Finanzierungsart anwenden, desto \u201ezombifizierter\u201c ist auch die Volkswirtschaft.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 10pt;\">[3] Ende 2022 lag das Geldverm\u00f6gen aller privaten Haushalte, also ohne Unternehmen und Institutionen laut Statista bei 7,253 Milliarden EUR. STATISTA (2023). Geldverm\u00f6gen der privaten Haushalte in Deutschland vom 4. Quartal 2017 bis zum 4. Quartal 2022. Verf\u00fcgbar unter: <a href=\"https:\/\/de.statista.com\/statistik\/daten\/studie\/37880\/umfrage\/geldvermoegen-der-privathaushalte-in-deutschland\/\">https:\/\/de.statista.com\/statistik\/daten\/studie\/37880\/umfrage\/geldvermoegen-der-privathaushalte-in-deutschland\/<\/a> (07.05.2023)<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 10pt;\">[4] Vgl. hierzu ifo (2019). Der Zusammenhang zwischen Verschuldung, Budgetzusammensetzung und volkswirtschaftlichem Wachstum. Ifo Institut, M\u00fcnchen<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 10pt;\">[5] Da dieses Problem derartig komplex ist, w\u00fcrde ein Exkurs den Rahmen sprengen, kann jedoch in einer gesonderten Arbeit erfolgen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 10pt;\">[6] Die Grafik stammt von BPB (2023). Marktgleichgewicht. Das Lexikon der Wirtschaft. Verf\u00fcgbar unter: <a href=\"https:\/\/www.bpb.de\/kurz-knapp\/lexika\/lexikon-der-wirtschaft\/20077\/marktgleichgewicht\/\">https:\/\/www.bpb.de\/kurz-knapp\/lexika\/lexikon-der-wirtschaft\/20077\/marktgleichgewicht\/<\/a> (08.05.2023)<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 10pt;\">[7] Vgl. dazu PM von EZB. Verf\u00fcgbar unter: <a href=\"https:\/\/www.ecb.europa.eu\/press\/pr\/date\/2021\/html\/ecb.pr210708~dc78cc4b0d.de.html\">https:\/\/www.ecb.europa.eu\/press\/pr\/date\/2021\/html\/ecb.pr210708~dc78cc4b0d.de.html<\/a> (07.05.2023)<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 10pt;\">[8] Die Grafik stammt von der Sachwerte-Einkaufsgemeinschaft um Dr. J\u00fcrgen M\u00fcller. Verf\u00fcgbar unter: <a href=\"https:\/\/www.goldsilber.org\/wahre-inflation.php\">https:\/\/www.goldsilber.org\/wahre-inflation.php<\/a> (08.05.2023)<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 10pt;\">[9] Vgl. dazu STATISTA (2023A). Venezuela: Inflationsrate von 1981 bis 2022 und Prognosen bis 2024. Ver\u00f6ffentlicht auf statista.com in April 2023. Verf\u00fcgbar unter: <a href=\"https:\/\/de.statista.com\/statistik\/daten\/studie\/321194\/umfrage\/inflationsrate-in-venezuela\/\">https:\/\/de.statista.com\/statistik\/daten\/studie\/321194\/umfrage\/inflationsrate-in-venezuela\/<\/a> (08.05.2023)<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 10pt;\">[10] Vgl. dazu BL (2021). Studie: Extreme Armut in Venezuela nimmt weiter zu. Blickpunkt Lateinamerika. Ver\u00f6ffentlicht am 05.10.2021. Verf\u00fcgbar unter: <a href=\"https:\/\/www.blickpunkt-lateinamerika.de\/artikel\/studie-extreme-armut-in-venezuela-nimmt-weiter-zu\/\">https:\/\/www.blickpunkt-lateinamerika.de\/artikel\/studie-extreme-armut-in-venezuela-nimmt-weiter-zu\/<\/a> (08.05.2023)<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 10pt;\">[11] In der Literatur versteht man unter einer galoppierenden Inflation eine j\u00e4hrliche Teuerungsrate von mindestens 20 Prozent. Die Hyperinflation liegt bei mindestens 50 Prozent.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 10pt;\">[12] Das National Bureau of Economics Research (NBER) kann hierbei als ma\u00dfgebliche Quelle f\u00fcr die Konjunkturzyklen der letzten 70 Jahre angegeben werden. Demnach betrug der durchschnittliche Zeitraum 5,5 Jahre von Anfang bis Ende eines Zyklus.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 10pt;\">[13] Dalio, R. (2021, S. 17). Principles: So navigieren Sie ihr Verm\u00f6gen durch gro\u00dfe Schuldenkrisen (2. Auflage 2021). Plassen Verlag, B\u00f6rsenmedien, Kulbach<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 10pt;\">[14] Die Grafik und die Daten k\u00f6nnen auf der Website der NBER nachvollzogen werden. Verf\u00fcgbar unter: <a href=\"https:\/\/www.nber.org\/research\/business-cycle-dating\">https:\/\/www.nber.org\/research\/business-cycle-dating<\/a> (09.05.2023)<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 10pt;\">[15] Das vollst\u00e4ndige und originale Zitat lautet: \u201e<em>Within our mandate, the ECB is ready to do whatever it takes to preserve the euro. And believe me, it will be enough.\u201c<\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 10pt;\">[16] Entlehnt aus Kennedy, M. (1994, S. 36). Geld ohne Zinsen und Inflation. Ein Tauschmittel das jedem dient. \u00dcberarbeitete und erweiterte Ausgabe aus 1994. Wilhelm Goldmann Verlag, M\u00fcnchen<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 10pt;\">[17] Dalio, R. (2021, S. 21)<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 10pt;\">[18] Bildquelle Wikipedia. Goldpreis. Verf\u00fcgbar unter: <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Goldpreis\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Goldpreis<\/a> (13.05.2023)<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 10pt;\">[19] STATISTA (2023B). USA: Staatsverschuldung von 2001 bis 2022 und Prognosen bis 2028 in Relation zum Bruttoinlandsprodukt (BIP). Verf\u00fcgbar unter: <a href=\"https:\/\/de.statista.com\/statistik\/daten\/studie\/165786\/umfrage\/staatsverschuldung-der-usa-in-relation-zum-bruttoinlandsprodukt-bip\/\">https:\/\/de.statista.com\/statistik\/daten\/studie\/165786\/umfrage\/staatsverschuldung-der-usa-in-relation-zum-bruttoinlandsprodukt-bip\/<\/a> (14.05.2023)<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 10pt;\">[20] STATISTA (2022). China dominiert den Markt f\u00fcr Seltene Erden. Verf\u00fcgbar unter: <a href=\"https:\/\/de.statista.com\/infografik\/27806\/weltweite-reserven-und-minenproduktion-von-seltenen-erden\/\">https:\/\/de.statista.com\/infografik\/27806\/weltweite-reserven-und-minenproduktion-von-seltenen-erden\/<\/a> (14.05.2023)<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 10pt;\">[21] Der Bericht ist nachzulesen bei IBD (2023). 19 Banks Grasp For $32.6 Billion Government Lifeline: Report. Website des Investor\u2019s Business Daily. Verf\u00fcgbar unter: <a href=\"https:\/\/www.investors.com\/etfs-and-funds\/sectors\/sp500-banks-grasp-for-32-6-billion-government-life-line-report\/\">https:\/\/www.investors.com\/etfs-and-funds\/sectors\/sp500-banks-grasp-for-32-6-billion-government-life-line-report\/<\/a> (15.05.2023)<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 10pt;\">[22] FRED (2023). Deposits, Small Domestically Chartered Commercial Banks. FED St. Louis Economic Research Service. Verf\u00fcgbar unter: <a href=\"https:\/\/fred.stlouisfed.org\/series\/DPSSCBW027NBOG\">https:\/\/fred.stlouisfed.org\/series\/DPSSCBW027NBOG#<\/a> (15.05.2023)<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 10pt;\">[23] Zum Vergleich, die US-Staatseinnahmen in 2021 betrugen 7,3 Billionen US-Dollar.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 10pt;\">[24] Vgl. hierzu Cashkurs (2023). Bankenkrise: The Elephant in the Room &amp; BIZ-Analyse zu Risiken im Devisenhandel. Website von <a href=\"http:\/\/www.cashkurs.com\">www.cashkurs.com<\/a>. Verf\u00fcgbar unter: <a href=\"https:\/\/www.cashkurs.com\/wirtschaftsfacts\/beitrag\/bankenkrise-the-elephant-in-the-room-biz-analyse-zu-risiken-im-devisenhandel\">https:\/\/www.cashkurs.com\/wirtschaftsfacts\/beitrag\/bankenkrise-the-elephant-in-the-room-biz-analyse-zu-risiken-im-devisenhandel<\/a> (15.05.2023)<\/span><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In dieser zusammengefassten Artikelreihe widmet sich Peter Steinborn eingehender dem Geldsystem der BRD bzw. dem europ\u00e4ischen Zentralbanksystem. Dabei arbeitet er u. A. dessen Krisenimmanenz, samt der systematischen Ursachen daf\u00fcr, heraus. &nbsp; Gebt mir die Kontrolle \u00fcber die W\u00e4hrung einer Nation, und es ist mir gleichg\u00fcltig, wer die Gesetze macht! 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