Sackgasse Asylprotest

Der nachfolgende Text wurde uns von einem Leser dieses Blogs zugeschickt und enthält persönliche Gedanken zu dem Protestgeschehen in Deutschland. Den Beitrag verfasste Peter Preuß.

Man soll es kaum glauben, seit 2015 kennt das dritte Lager in Deutschland nur noch ein Thema: Asylanten. Nach einem zwischenzeitlichen Abflauen ergreift jüngst nach den Morden in Chemnitz und Köthen wieder eine Welle des Aktionismus die Szene und trägt Sie zusammen mit dem bürgerlich-konservativem Lager auf die Straße. Jetzt endlich muss das deutsche Volk doch aufwachen, meint man. Noch drastischer und wahrnehmbarer kann der Volkstod von den etablierten Verrätern schließlich kaum betrieben werden. Und tatsächlich kann man sich in der Empörung der Volksgenossen sonnen und endlich kraftvoll mit Tausenden spontan auf die Straße gehen. Aber wozu eigentlich? Bringen empörte Demonstrationen das System ins Wanken? Und wie sinnvoll ist es eigentlich, dazu mit dem bürgerlich-konservativen Lager ins Bett zu steigen?

Es wird sicherlich nicht von allen verstanden werden, aber grade wenn jetzt der seit 2015 (und eigentlich schon viel länger) andauernde Anti-Asyl-Aktivismus wieder eine neue Hochphase feiert, wird es Zeit sich die Fragen nach dem Wieso, Wozu und Wohin zu stellen. Fakt ist, die aktuellen Demonstrationen in Chemnitz, Köthen und anderen Städten werden das BRD-System genauso wenig direkt bedrohen wie die inzwischen fast bedeutungslosen PEGIDA-Demonstrationen. Diese Demonstrationen und die zugrundeliegenden Ereignisse sind aber trotzdem in der Grundrichtung für das dritte Lager positiv. Sie sind das sichtbare Bild einer vorangehenden Re-Politisierung. Während  über Jahrzehnte hinweg durch Umerziehung, Konsum und einen relativen Wohlstand  die Menschen in Deutschland fast vollständig entpolitisiert wurden, vollzieht sich  hier seit einigen Jahren eine Wende und mehr und mehr Menschen beginnen sich wieder für Politik zu interessieren. Tatsächlich sehen wir nur einen kleinen Teil dieser Leute bei den verschiedenen Anti-Asylprotesten. Das mag zum einen an den vielfachen Repressionen liegen. Zum anderen aber an der Tatsache, dass die meisten Deutschen mit menschenfeindlicher Hetze nichts anfangen können.

Beginnen wir mit einer kurzen Standortbetrachtung. Das heutige BRD-Regime ist vereinfacht ausgedrückt links. Seit dem Marsch durch die Institutionen der 68er hat es sich in allen Bereichen in diese Richtung entwickelt und vertritt heute rein linke Positionen. Damit hat es effektiv das, was sich heute als links bezeichnet, als Opposition ausgeschaltet und marginalisiert. Es verbleiben nur wenige außerparlamentarische linksextreme Splittergruppen, von denen keine Impulse ausgehen. In den letzten Jahren haben wir die Auferstehung der Rechten erlebt. Mit neurechten Zirkeln aufbauend auf der konservativen Revolution rund um die Zeitschrift Sezession oder die Identitäre Bewegung führte dies schließlich durch verschiedene Faktoren, begünstigt zur vorläufigen Etablierung der AfD, die damit den ersten Ruck im BRD-System nach rechts darstellt. Die Partei profitiert mit populistischer Aufstellung von den Anti-Asylprotesten und lenkt diese in geordnete Bahnen. Sie tut dies aber trotz eines sicher vorhandenen konservativ revolutionären Flügels innerhalb des BRD-Systems und seines Denkens.

Heute erleben wir, dass sich das dritte Lager in Deutschland immer noch spiegelverkehrt zu linksextremen Splittergruppen in derselben Bedeutungslosigkeit positioniert. Gemeint ist eine bei allen Gruppen, Parteien usw. des dritten Lagers aktuell vorherrschende Fokussierung auf die Asyl- und Einwanderungsthematik als scheinbar drängendstes Problem. Zur Abgrenzung von den um die AfD versammelten und dort gebändigten Kräften erfolgt dies mit einer tatsächlich rechtsextremistischen Positionierung, die sich von den rechts-konservativen Kräften durch ein militanteres Auftreten und eine härtere Rhetorik unterscheidet. Die mit diesem Kurs in den letzten Jahren erreichten Erfolge sind dabei marginal.

Damit sind wir bei der Frage, ob das dritte Lager seine Positionierung grundlegend revisionieren sollte. Es ist Zeit, sich zu besinnen und hinzusehen. Unsere Weltanschauung basiert auf der Seele unseres Volkes. Sicher wird der Gutmensch in seiner Hilfsbereitschaft heute vielfach ausgenutzt. Er opfert sich und sein Volk selber auf, um die Folgen von Kriegen und Armut zu lindern, die die von ihm gewählten Regierungen zu verantworten haben. Der Gutmensch ist damit heute eine tragische Person, der nicht sehen kann und helfen will, ohne an die Ursachen zu gehen. In ihrer Grundregung ist die Hilfsbereitschaft der Gutmenschen aber sicherlich eine der edelsten Eigenschaften unseres deutschen Volkes. Nicht einmal ihre Übertreibung ist zu unserem Leidwesen neu oder undeutsch. Schon Bismarck wusste: „Die Neigung, sich für fremde Nationalitäten und Nationalbestrebungen zu begeistern, auch dann, wenn dieselben nur auf Kosten des eigenen Vaterlandes verwirklicht werden können, ist eine politische Krankheitsform, deren geographische Verbreitung sich auf Deutschland leider beschränkt.“.

Trotzdem bleibt der Gutmensch in seinem Ergebnis für unser Volk heute vernichtend. Wir müssen aber den Schritt weitergehen und uns fragen: wenn der Gutmensch letztlich eine deutsche Seele zeigt – ist er dann die Ursache für die Zerstörung unseres Volkes? Ist er der Feind? Das dritte Lage muss sich darauf zurückbesinnen, dass es nicht das Lager der Ultra-Nationalisten ist, sondern eigentlich ein Lager des Erkennens und des natürlichen Ausgleichs. Es hat einmal den überhöhten Nationalismus mit dem fehlgeleiteten Sozialismus zusammengebracht und  das Gute aus beidem in sich vereint und mit der Seele unseres Volkes wieder in Einklang gebracht. Genau vor dieser Aufgabe stehen wir heute. Es gilt, die seelisch richtigen Regungen von allen Teilen unseres Volkes aufzunehmen und zu einer Vision für die Zukunft zu schmieden. Konkreter: es gilt, einen Weg zu finden jenseits von selbstzerstörerischem Aufopfern aus humanistischem Gesülze auf der einen und einer bürgerlich feigen Abschottung auf der anderen Seite. Dieser Weg rückt die Ursachen in den Fokus, entblößt die treibenden Kräfte der Weltfinanz und ist bereit, Jedem im ehrlichen Kampf gegen diese Kräfte die Hand zu reichen. Jedem die Hand zu reichen, der ehrlich gegen diese Kräfte kämpft, heißt auch, nicht mehr im Spiel Bauer gegen Bauer mitzumachen. Es heißt auch, nicht mehr im Asylanten per se den Feind zu sehen. Sondern auch hier jenseits jeder verliebten humanistischen Argumentation die gemeinsame Interessenlage und den gemeinsamen Feind zu erkennen und die erwachenden Kräfte des schwarzen Kontinents und der arabischen Welt gegen diesen zu mobilisieren.

Für das Überleben der Völker und Kulturen.

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