Die Deutschen haben ein tierisches Problem

– Verfasst von Johannes Scharf –

Was CSU-Politiker nicht alles auf sich nehmen, um Wählerstimmen für sich zu ergattern! Wie Paradies-Vögel beim Balztanz plustern sich diese Herrschaften auf und stellen ihre vermeintlich prachtvollen Federn zur Schau. Wo aber der Paradies-Vogel nur hoffen kann, dass sich auch in diesem Moment ein Weibchen in der Nähe befindet, ist sich der CSU-Politiker der Aufmerksamkeit seiner potentiellen Wähler sicher, wenn er wie wild mit den Flügeln schlägt und dazu das Gezwitscher der AfD nachzuahmen trachtet. Leider sind viele Wähler so naiv, sich immer wieder vom Kuckuck täuschen zu lassen. Dabei müsste mittlerweile selbst jedem Blinden mit Krückstock bewusst sein, dass ein Horst Seehofer zwar ständig mit den Hufen scharrt, sich aber niemals aufbäumt, dass er zwar andauernd als Tiger zum Sprung ansetzt, aber immer als Bettvorleger landet.

Es ist geradezu zum Verzweifeln, dass die Wähler selten aus Schaden klug zu werden scheinen. Deshalb möchte ich mich zur Zerstreuung im Folgenden mit einer freilich nur halb ernst zu nehmenden Problematik auseinandersetzen: dem Besitz von Haustieren. Ich bitte insbesondere alle Haustierbesitzer unter den Lesern die folgenden Ausführungen, zu denen ich von einem Freund aus Bosnien angeregt wurde, cum grano salis zu nehmen und nicht jedes meiner Worte auf die Goldwaage zu legen.

Es ist bekannt, dass die Tierliebe der Europäer, besonders der Nordwest-, Nord- und Mitteleuropäer, beinahe grenzenlos ist, wenn wir ihr die Grausamkeit zur Seite stellen, mit der in vielen Teilen der Welt Tiere gequält werden. Aus eigener Anschauung kenne ich diese Tierquälereien aus dem arabischen Raum, aus Indien und Afrika, aber auch filipinische Matrosen lassen zuweilen eine Ziege auf qualvolle Weise verenden, indem sie ihr einen Wasserschlauch die Gurgel hinunter stoßen und das Ventil aufdrehen. Davon jedenfalls berichtete mir ein Freund, der als Deckkadett einer solchen Grausamkeit beiwohnen musste. Die Filipinos hätten sich dabei vor Lachen die Bäuche gehalten und er habe sich um ein Haar übergeben müssen. Ich bin durchaus froh, dass es unserem gesunden Empfinden als Europäer widerspricht, eine solche Tierquälerei als gelungenen Scherz aufzufassen. Trotzdem kann man es auch mit der Tierliebe zu weit treiben. Am ernstesten scheint die Lage in Deutschland und Großbritannien zu sein.

Dabei denke ich nicht einmal an die wenigen Individuen, die ihre Hunde in feinste Seide hüllen oder ihnen die Krallen lackieren. Das Marktvolumen für Heimtierbedarf beträgt in Deutschland insgesamt rund 4,7 Milliarden Euro, was die Bundesrepublik nach Großbritannien zum zweitwichtigsten Markt der Branche in Europa macht. Das nachgefragteste Produkt ist dabei die Fertignahrung mit mehr als drei Milliarden Euro Umsatz. Auf Zubehör und Bedarfsartikel entfallen über 900 Millionen Euro jährlich.

Rund 34 Millionen Haustiere halten die Deutschen schätzungsweise, von denen Katzen und Hunde laut Berechnungen des Zentralverbandes Zoologischer Fachbetriebe den größten Anteil stellen. Sieht man sich zum Vergleich die Anzahl der Kinder an, die 2016 in der Bundesrepublik lebten, bekommt man es mit der Angst zu tun: 11,05 Millionen Kinder gab es in der Bundesrepublik im Jahr 2016. Besonders pikant ist die Tatsache, dass in jenem Jahr so viele Kinder geboren wurden, wie seit Jahrzehnten nicht mehr und 20 Prozent dieser Neugeborenen eine ausländische Mutter hatten. Dabei sind zum einen die Kinder, die einen Vater mit ausländischem Pass hatten nicht eingerechnet, zum anderen die Heerscharen von Eingebürgerten und weiters die Personen mit partiellem Migrationshintergrund, die schon mit der deutschen Staatsangehörigkeit zur Welt kommen.

Obgleich es dazu m. W. keine Zahlen gibt, ist davon auszugehen, dass die überwiegende Mehrheit der Haustierbesitzer sich aus den Reihen derjenigen rekrutiert, die schon länger hier leben, denn wenn wir von den jungen Türken mit Jogginghose, Boxerschnitt und Kampfhund einmal absehen, müssen wir den Hund und auch die Katze, erst recht aber den Hamster in erster Linie als Accessoires von Einheimischen betrachten. Jedenfalls werden Haustiere selten mit unbegleiteten Minderjährigen in Verbindung gebracht und auch die typische mohammedanische Großfamilie legt sich im Normalfall keinen dreckigen Köter zu, da das Tier im Islam als unrein gilt. Oder wann habt ihr das letzte Mal eine afghanische Familie mit Golden Retriever gesehen? Wann hat euch das letzte Mal ein Schwarzafrikaner von seinem Bartagame erzählt?

Nehmen wir einmal an, dass von den 11 Millionen Kindern sechs bis sieben Millionen keinen Migrationshintergrund haben, von den 34 Millionen Haustieren indes 30 Millionen oder mehr bei einem Herrchen ohne Migrationshintergrund wohnen. In diesem Fall hätten Deutsche viermal so häufig Tiere im Haus wie Kinder! Natürlich besitzen manche Herrchen auch mehr als ein Tier, aber das gilt schließlich auch für Eltern und die Anzahl ihrer Kinder. Ein Hund kommt den Besitzer natürlich billiger als ein Kind und ist obendrein pflegeleichter. Der Hund verlangt nicht nach Markenkleidung, wenn er in die Pubertät kommt, übertreibt es garantiert nie mit dem Alkohol und wird auch mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit kein kostspieliges Studium aufnehmen, wenn es die Grünen mit der Inklusion in absehbarer Zeit nicht noch weiter auf die Spitze treiben.

Aber es gibt noch andere Gründe für die Kynomanie, d. h. die Hundebesessenheit der Deutschen. Wenn der Eros geht, kommt bei vielen älteren Weibchen der Spezies Homo sapiens die Religiosität, pflegte ein Wiener Freund immer zu sagen. Bei anderen kommt das Schoßhündchen – und bisweilen auch beides zusammen, möchte ich heute hinzufügen. Und das zumal in den Fällen, in denen das Weibchen zeitlebens nicht ein einziges Mal geworfen hat. Das Haustier wird zum Ersatz für eigene Kinder, wenn eine Frau sich plötzlich in den Wechseljahren findet und bis dahin ihre biologische Bestimmung nicht erfüllen konnte, weil sie fast zwei Jahrzehnte lang einer Karriere oder wahlweise dem perfekten Partner nachgejagt ist. Diese Klientel ist aus demselben Grund auch besonders gefährdet, sich zum Anwalt der kleinen braunen Flüchtlingsbabys zu machen, die an der amerikanisch-mexikanischen Grenze zeitweilig von ihren kriminellen Eltern getrennt werden. Das beste Beispiel ist unsere Frau Bundeskanzlerin, die Hunde zwar hasst, braune Babys dafür umso mehr ins Herz geschlossen hat. Auch sie ist kinderlos. Die Leidtragenden sind unsere eigenen Kinder, deren Zukunft sehenden Auges den Abfluss hinuntergespült wird, um die perversen Bedürfnisse einer pflichtvergessenen Generation von alleinstehenden Frauen zu befriedigen – diesseits wie jenseits des Atlantiks. Alles in allem bleibt uns mit einem Augenzwinkern zu konstatieren, dass Deutschland ein tierisches Problem hat. So oder so.

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