Die politische Dimension unseres Heimatbodens

– Verfasst von Moritz Meerheym –

Die „Heimat“ scheint heute immer mehr Landsleuten wieder ein Begriff zu werden. Und auch wenn jeder seine eigene Definition von „der Heimat“ zu haben scheint, eröffnen sich mit dieser Entwicklung doch zunehmend auch die hoffnungsvollen Möglichkeiten, den entscheidenden Zusammenhang zwischen Heimat und ethnokultureller Identität verstärkt in die Diskussion bringen zu können. Die politische Dimension dieses Zusammenhangs von Heimat und Identität hat u.a. der Publizist Hans-Dietrich Sander zum Ausdruck gebracht. Im Kapitel imitatio ahasveri seines 1988 erschienenen Schlüsselwerkes „Die Auflösung aller Dinge“ bringt er treffend auf den Punkt, dass die seit 1945 quasi aus sich selbst vertriebenen Deutschen „zur Überwindung des modernen Weltzustandes“ nicht nur aufgrund ihrer „unterdrückten und verdrängten Kapazitäten“ aufgerufen seien. Durch ihre „paradoxe Lage der Entortung am Ort“  seien sie „zur Überwindung des modernen Weltzustandes“ geradezu privilegiert (1).

Einer der ersten, die sich mit dem Zusammenhang zwischen Heimat und Identität befasst haben, war der Begründer der Anthropogeographie Friedrich Ratzel. Inzwischen gibt es zahlreiche Werke zu diesem Thema. Beispielsweise stellt der Neurobiologe und Evolutionsbiologe William H. Calvin beim Betrachten sehr langer Zeiträume fest, dass wir bezüglich der Evolution der Hominiden dazu neigen, die Verhältnisse in Afrika überzubewerten. Für die Entstehung des menschlichen Gehirns seien die Eiszeiten – und damit also die Charakteristika der gemäßigteren Zonen – wesentlich wichtiger gewesen (2). Ähnlich legt der Philosoph Reinhard Falter dar, dass Kulturen ganz entscheidend durch unterschiedliche landschaftliche und klimatische Voraussetzungen geprägt wurden (3). Der Mythos vom „Deutschen Wald“ zeigt beispielhaft wie stark unsere Kulturnation durch die mitteleuropäische Waldlandschaft geprägt wurde (4).

Neben der Bewusstwerdung der Wechselwirkungen zwischen Klimazone, Natur und Mensch kommt es in der metapolitischen Arbeit heute natürlich auch darauf an, immer wieder aufzuzeigen, zu welchen destruktiven Folgen die Entfremdung von der Heimat und der Verlust des Ortes führen können. Früher wie heute betrachten wir insbesondere die Landflucht und die damit einhergehende Verpöbelung unserer Städte. Die hier entstehenden Massen, die heute im nasenringtragenden „Antifaschisten“ ihre hässlichste Ausprägung finden, beschreibt Spengler bereits im Jahr 1919 sehr treffend als „das seelisch entwurzelte Volk sehr später Zustände, das nomadenhaft als formlose und formfeindliche Masse durch diese steinernen Labyrinthe wogt, den Rest lebendigen Menschentums ringsum aufsaugt, heimatlos, erbittert und elendig, voller Hass gegen die starken Stufungen alter Kultur“ (5). Dazu kommt im Zeitalter der „Globalisierung“, dass der urbane ochlos wie selbstverständlich immer weitere ortlose und entwurzelte Existenzen aller Kontinente und Länder anzieht. Es ist in diesem Zusammenhang auch kein Zufall, dass kaum einer dieser entwurzelten „Neubürger“ irgendeinen positiven Bezug zu unserer mitteleuropäischen Landschaft zum Ausdruck zu bringen vermag. Anders als die „Bio-Deutschen“ scheint sich kaum ein orientalischer „Neubürger“ mit ökologischen Fragen zu befassen oder sich gar in Heimat- oder Naturschutzvereinen zu engagieren.

Die Überwindung dieses „modernen Weltzustandes“ erfordert nach Auffassung des Schweizer Schriftstellers Volker Mohr die Abkehr vom technisch-mechanischen Weltbild, welche vom Einzelnen und von maßgebenden Persönlichkeiten zukünftig „Mut, Wahrhaftigkeit und einen geschärften Blick“ erfordere (6). Die wahre Alternative zur Flexibilität der heutigen Arbeitswelt wäre im geistigen Sinn eine umfassende, humanistische Bildung, im manuellen oder künstlerischen Bereich ein Handwerk, das Originales hervorbringt und nicht einfach durch die Industrie reproduzierte Einzelteile nach vorgegebenen Schemata zusammensetze. Darüber hinaus ist es naheliegend, dass wir zukünftig dem Leben in ländlichen Regionen und dem dortigen Aufbau von eigenen wirtschaftlichen Netzwerken höchste Priorität einräumen sollten. Eine geographische Konsolidierung in den neuen Bundesländern wäre dabei durchaus kompatibel mit der in letzter Zeit federführend von Johannes Scharf in die Diskussion gebrachten Exit-Strategie zur Gründung von weißen Ethnostaaten (7). Gegenüber der Auswanderung in fremde Erdteile hätte der Verbleib auf dem eigenen Heimatboden den Vorteil einer nicht zu unterschätzenden metaphysischen „Erdung“, die nach Auffassung von Spengler dem „Typus des Kolonialmenschen“ abgehe und möglicherweise erkläre, warum es beispielsweise in den USA bis heute „weder ein wirkliches Volk noch einen wirklichen Staat“ gäbe (8).

Literaturhinweise

(1) Sander, Hans-Dietrich (1988): Die Auflösung aller Dinge. Zur Geschichtlichen Lage des Judentums in den Metamorphosen der Moderne. Castel del Monte, München, 212 S.

(2) Calvin, William H. (1997): Der Schritt aus der Kälte. Klimakatastrophen und die Entwicklung der menschlichen Intelligenz. Carl Hanser Verlag, München, 320 S.

(3) Falter, Reinhard (2006): Natur prägt Kultur. Der Einfluss von Landschaft und Klima auf den Menschen. Telesma, München, 608 S.

(4) Breymayer, Ursula; Ulrich, B. (2012): Unter Bäumen. Die Deutschen und der Wald. Sandstein Verlag, Dresden, 320. S.

(5) Spengler, Oswald (2012; EA 1919): Preußentum und Sozialismus. Arktos Media Ltd, London, 99 S.

(6) Mohr, Volker (2011): Der Verlust des Ortes. Kaplaken, Edition Antaios, Schnellroda, 85 S.

(7) Scharf, Johannes (2017): Sezession – Gedanken zum Beispiel der Siedlung Orania. Gegenlicht 1/17, 46-47

(8) Spengler, Oswald (1933): Jahre der Entscheidung. Deutschland u. d. weltgeschichtliche Entwicklung. C.H. Beck, München, 165 S.

 

 

 

 

 

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