„Europas Wege in die Zukunft – Theorien, Konzepte, Visionen“: Kontroversen auf dem Podium bei MetaPol

Im Rahmen der Institution MetaPol, das sich dem Themenfeld der rechten Metapolitik widmet, fand am 7. April eine Podiumsdiskussion zu strategischen und theoretischen Konzepten von Großräumen statt. Das Institut, welches sich u.a. auf Geopolitik und Geostrategien konzentriert, wurde seinem Anspruch dahingehend gerecht, dass zur Diskussionsveranstaltung drei Vertreter von jeweils drei verschiedenen Großraumvisionen eingeladen wurden. Im Kern standen u.a. Fragen nach möglichen geostrategischen Konzepten für den europäischen bzw. eurasischen Großraum sowie dem philosophisch-theoretischen Unterbau der Bewegungen des 21. Jahrhunderts.

So repräsentierte Alexander Markovics, Sprecher des Wiener Suworow-Instituts, welches sich für eine Verbesserung der österreichisch-russischen Beziehungen einsetzt, den Eurasianismus. Markovics ist zugleich Vertreter der auf Alexander Dugin zurückgehenden Vierten Politischen Theorie, die den Unterbau der Eurasischen Bewegung darstellt. In seinem Vortrag und der anschließenden Podiumsdiskussion zeichnete der Österreicher dem Publikum das Bild einer multipolaren Weltordnung, die aus mehreren Machtzentren besteht. So stellt sich der Wiener Journalist ein unabhängiges Europa vor, indem die Völker bewahrt und geschützt werden sollen. Insbesondere unter Berücksichtigung des Verlustes der hegemonialen Stellung des US-amerikanischen Leviathans, ist demnach bereits jetzt eine Veränderung der Weltordnung in Richtung einer Multipolarisierung zu beobachten.

Konträr dazu vertrat Constantin von Hoffmeister den Archäofuturismus, der auf den neurechten Franzosen Guillaume Faye zurückzuführen ist. Von Hoffmeister, der als progressiver Visionär bekannt ist, skizzierte dem Auditorium die Idee von einem Eurosibirien, das niemanden braucht. Im Gegensatz zur Eurasischen Bewegung verfolgen die Eurosibirier den Zusammenschluss aller europäischen Völker zu einer Zivilisation. Russland ist demnach ein klarer Bestandteil derselben. Im Kern handelt es sich bei dem Archäofuturismus um „die Hochzeit zwischen dem Altertum und der Postmoderne“ (HOFFMEISTER).

Als „dritte Position“, die zwischen den beiden „Kontrahenten“ stand, schuf Johannes Scharf mit seiner Idee eines weißen Ethnostaates einen gewissen Ausgleich. Der angehende Historiker und Archäologe zeichnet sich vor allem durch seinen Pragmatismus aus, der so ziemlich konträr zu der klassischen Nationalstaatsidee steht. Obgleich so mancher Anhänger des Nationalstaates dem deutschstämmigen Amerikaner gerne unterstellen möchte, dass er die Auflösung der europäischen Völker befürwortet, versteht er sein Konzept lediglich als Notfallstrategie, die einen Lösungsansatz zu einem möglichen Exodus aus Westeuropa anbietet. Seine knallharten Analysen beziehen sich in erster Linie auf Westeuropa, während er im Osten des Kontinents noch Überlebenschancen für den Nationalstaat sieht.

Das Seminar für Rechte Metapolitik versteht sich als Forum, das sich nicht davor scheut auch kontroverse Debatten anzuregen. Die Aufgabe dieser Veranstaltung innerhalb der deutschen Rechten, eine Europa-Debatte auszulösen, kann als erfüllt betrachtet werden.

An dieser Stelle möchten die Vertreter von MetaPol deutlich machen, dass Diskussionen innerhalb der Rechten nottun, um die eigenen Anschauungen zu hinterfragen, zu überprüfen und in einen Diskurs zu treten, der die Rechte letztlich mehr eint, als das er sie spaltet. Es geht nicht darum die einzelne europäische oder eurasische Großraumvision hervorzuheben. Es geht vielmehr darum ein differenziertes Bild von Europa zu bekommen und sich mit kommenden Herausforderungen bereits im hier und jetzt auseinanderzusetzen.

 

 

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