Männerkult und Gruppendynamik

– verfasst von Tom Dieke –

Dieser Text wurde als Referat auf einer internen Strategie-Tagung gehalten. Er ist daher in manchen Teilen nicht als Fließtext verfasst.

Die Begriffe „Männlichkeit“ und „Gruppendynamik“ sind zunächst vollkommen unabhängig voneinander. Männlichkeit ist keine grundsätzliche Voraussetzung zur Formung einer Gruppe und gruppendynamische Prozesse vollziehen sich in Gruppen jeglicher Art, sei es in durchweg männlichen, durchweg weiblichen oder gemischten Gruppen. Die Konstellation der Gruppe bestimmt jedoch über den Vollzug der gruppendynamischen Prozesse, weshalb das Vorhandensein eines „Männerkultes“ durchaus Einfluss auf die Gruppendynamik einer durchweg männlichen Gruppe hat. Genauso ist es auch möglich, dass die durchweg männliche Gruppe einen gruppendynamischen Prozess entfacht, der wiederum andere Gruppen und ihre eigenen gruppenbezogenen Prozesse beeinflusst. In einem solchen Falle bestünde eine Interaktion zwischen verschiedenen Gruppen, welche insbesondere im von uns betrachteten politischen Bereich von gesteigertem Interesse ist.

Im Weiteren gilt es die Begrifflichkeiten der „Gruppendynamik“ sowie den Bereich des „Männerkultes“, des „Männlichen Ritus“ einzuordnen und in eine sinnvolle Beziehung zueinander zu setzen.

Die Gruppe und ihre eigenen Dynamiken

Was ist Gruppendynamik? „Gruppendynamik ist ein Sammelbegriff, welcher die Erforschung des Verhaltens wie auch die Verhaltensänderung von Gruppen impliziert.“[1] Es gibt heutzutage viele Forschungsfelder die sich mit dem Phänomen der sozialen Interaktion in Gruppierungen auseinandersetzen. Beispiele hierfür sind die psychodynamische Gruppenforschung, die temporale Gruppenforschung, die Social Identity (soziale Identität) Gruppenforschung, die Social Evolutionary, also sozialevolutionäre Gruppenforschung oder die conflict-power-status (Konflikt-Macht-Status) Gruppenforschung.

Bei alledem ist zunächst einmal zu klären, was eine Gruppe ist. Nach Krege ist eine Gruppe „eine Mehrzahl von Personen, die in geregelten Formen interagieren.“[2] Eine Gruppe definiert sich dabei durch gemeinsame Merkmalsausprägungen, deren Form sie auch gleichzeitig von anderen Gruppen differenziert. Nach Gattinger et al. können dies die Klarheit des Zieles der Gruppenformierung und der Grad der Gemeinsamkeit der Zielerreichung sein. Weitere Merkmalsausprägungen, die Sie nennen, sind die Art und Stabilität der Rollen, Werte, Normen sowie das Verhältnis der betrachteten Gruppe zu anderen Gruppen.[3] Es gibt unzählbar viele Merkmale, die eine Gruppe zu eben dieser werden lassen. Dabei weisen Gruppen oftmals einige fixe Eigenschaften auf. So sind sie entweder offen, also allen Menschen zugänglich (wobei dies im weiteren Sinne aufzufassen ist, da es im Prinzip keinerlei Zugehörigkeit ohne gewisse Voraussetzungen gibt), oder geschlossen (bspw. eine Volksgruppe), d.h. nur zugänglich unter bestimmten Aufnahmekriterien. Weitere Unterscheidungskriterien sind die Ausprägung formell-informell und interagierend oder koagierend. Ein wesentlicher Aspekt ist zudem die „Kohäsion“ einer Gruppe. Kohäsion bedeutet hierbei den Zusammenhalt einer Gruppe bzw. die durchschnittliche Attraktivität, welche die Gruppe bei ihren Mitgliedern genießt. Dabei lässt sich zwischen inneren und äußeren Kohäsionsfaktoren unterscheiden. Innere Faktoren sind beispielsweise das gemeinsame Ziel oder gemeinsame Aktionen, wohingegen räumliche, soziale und kulturelle Nähe sowie materialistische Verfügbarkeiten äußere Faktoren darstellen können.

Je nach Vorhandensein der Eigenschaften lassen sich nach Eberhard Stahl verschiedene Gruppentypen ableiten.[4] Diese von ihm identifizierten Gruppentypen lauten Gemeinschaft, Truppe, Team und Haufen und unterscheiden sich in ihrem Entstehen durch die Ausprägung der Eigenschaften der Dauer, Nähe, Distanz und des Wechsels. Die Gemeinschaft stellt dabei die höchste und intensivste Form der Gruppe dar, wohingegen der Haufen insbesondere durch eine hohe Distanz und einen hohe Fluktuation (Wechsel) gekennzeichnet ist.

Insgesamt ist festzustellen, dass Gruppen omnipräsent sind, ja geradezu eine Grundform des sozialen Lebens darstellen und genau auf dem Muster der sozialen Interaktion und Kommunikation basieren. Dabei gilt der Grundsatz, dass man innerhalb sowie außerhalb einer Gruppe, ob als Individuum oder als Gruppe selbst, nicht nicht kommunizieren kann. Eine Gruppe, die sich selbst als solche wahrnimmt und entsprechend agiert, verwandelt sich zu einer Organisationseinheit.

Die Gruppenbildung als langfristiger Prozess

Allgemein ist bei allen Betrachtungen festzustellen, dass Gruppen nicht oder zumindest in den seltensten Fällen, von einem Moment auf den Anderen entstehen.

Dabei ist es völlig gleich, welche Form einer Gruppe vorliegt und ob diese sich auch als solche versteht. Vielmehr gibt es verschiedene Phasen, die Gruppen im Vorfeld ihrer Gründung durchlaufen. Hierbei spricht man von „Gruppendynamik“, welche das Phänomen der Dynamik der Kräfte innerhalb und später auch außerhalb einer Gruppe darstellt. Die Erforschung von Gruppendynamik wird oftmals unter dem gleichen Wort festgehalten und konzentriert sich auf den Versuch die Eigengesetzlichkeit von Gruppen näher zu erfassen. Eines der bekanntesten Modelle zur Untersuchung von Gruppenbildungsprozessen ist das Gruppenbildungsmodell nach Tuckman.[5] Laut diesem durchläuft eine Gruppe im Wesentlichen 5 Phasen, nämlich          

  1. Forming (Orientierungsphase),
  2. Storming (Konfliktphase),
  3. Norming (Phase der Regulierung),
  4. Performing (Arbeits- und Durchführungsphase) und
  5. Adjourning (Auflösung der Gruppe).

Der Prozess einer Gruppe umfasst dabei die gesamte Entwicklung der Gruppe, also ihre Phasen, die Rollenverteilung innerhalb der Gruppe, die Bestimmung der Ziele und Aufgaben, die Umgangsformen und Kultur sowie die Aufnahme neuer Mitglieder und den Umgang mit Außenstehenden.

Dabei ist der Prozess durch eine hohe Dynamik gekennzeichnet, welcher sich zwischen zwei Polen bewegt: Dem Pol der Integration (Gemeinsamkeiten, Ähnlichkeiten, gemeinsame Erlebnisse, gleiche Sichtweisen – schafft Zusammenhalt) und dem Pol der Differenzierung (Unterschiede, Spannungen, gegensätzliche Meinungen). Ein ausgewogenes und vor allem beidseitig ausschlagendes Pendel wird allgemein als effizient wahrgenommen. Eine Zusammenfassung für diesen Zustand findet sich in schöner Form in der folgenden Aussage dargeboten:

„In einer guten Gruppe addieren sich die Kräfte, in einer schlechten subtrahieren sie sich, in einer exzellenten Gruppe multiplizieren sie sich“.

Die wichtigsten Gruppenelemente

Um als Gruppe jenen hier beschriebenen Zustand zu erreichen, gilt es die zuvor genannten Kriterien  bzw. Merkmalsausprägungen so prägnant wie möglich zu formulieren und sich mit ihnen auseinanderzusetzen. Einzig so ist eine starke Identifikation mit der Gruppe dauerhaft möglich. Daher sollen einige wichtige Gruppenelemente kurz vorgestellt werden.

Ziele: Das definieren eines Zieles erleichtert den Zusammenhalt einer Gruppe. Jeder Mensch verfolgt in jeder Gruppe ein stückweit unterschiedliche Ziele. Für die Gruppe gilt es jene auszuwählen, die der Gruppe besonders wichtig und vor allem auch erreichbar erscheinen. Je mehr Ziele im Laufe der Zeit verwirklicht werden, desto höher ist die Zufriedenheit und desto höher die emotionale Bindung an die Gruppe.

Rollen: Diese entwickeln sich in den meisten Fällen aus der Verhaltensweise des Individuums, welches eine bestimmte Position einnimmt. Aus der Rolle können sich neben der Position (bspw. Funktion) auch ein Status (Rang und Ansehen innerhalb einer Gruppe) ergeben. Entscheidend ist, dass eine Gruppe nur dann arbeitsfähig ist, wenn ihr ein vielfältiges Repertoire an Rollen eigen ist. Man bedenke, ein jedes Mitglied der Gruppe möchte Führer sein – das Unterfangen wird scheitern. Schindler kategorisiert in seinem Rangdynamik-Modell bestimmte, gruppenübergreifende Rollen.[6]

  • Alpha = Führer
  • Beta = Spezialisten, Experten
  • Gamma = Arbeiter, das „einfache“ Gruppenmitglied
  • Omega = Sündenbock, Gegenposition zum Alpha

Dabei geht er davon aus, dass bestimme Rollen immer besetzt werden. Sein Modell dient der Beschreibung der Verteilung von Machtverhältnissen in einer Gruppe.

Normen: Sie regeln, auf welche Weise sich jedes Mitglied der Gruppe in welcher Situation und in welcher Weise gegenüber anderen Verhalten soll. Sie dienen als Orientierung und haben nach innen eine konfliktreduzierende und nach außen eine abgrenzende Funktion.

Zusammenfassend muss festgestellt werden, dass alle diese Elemente der Gruppenstruktur einen signifikanten Einfluss auf die Gruppenleistung haben. Wesentliche Faktoren für einen Erfolg sind ein ausgeprägtes Wir-Gefühl und Vertrauen, ein transparenter Informationsfluss, vielfältige Kommunikationsmuster und eine Funktions- bzw. Rollendifferenzierung.

Alle Gruppen tragen in sich ein Risiko zur Auflösung, welches maßgeblich durch Konflikte verursacht wird. Konflikte sind dabei Störungen, die den Handlungsablauf stören und belastend wirken. Sie können interner Natur (Streit, Misstrauen, neue Mitglieder) oder externer Natur (Verbote) sein. Um diesem Risiko bestmöglich zu begegnen gilt es zuvor erwähntes zu beachten.

Männlichkeit und Männerkult

Wie eingangs erwähnt birgt die Tatsache einer ausschließlich aus Männern bestehenden Gruppe  einige Besonderheiten für die ihr zugehörigen gruppendynamischen Prozesse in sich. Der „Männerkult“ kann dabei als eine Merkmalsausprägung angesehen werden, die eben diese Gruppe maßgeblich von anderen unterscheidet.

Dabei spielen die überwiegend Männern zugerechneten Eigenschaften eine entscheidende Rolle. Im ersten Schritt ginge es also darum, zunächst einmal zu definieren, was überhaupt „männlich“ ist und wie sich daraus ein Männerkult entwickeln kann. Dieser Theoriebildung liegt ein Hauptproblem zugrunde, nämlich dass die Definition dessen, was unter Männlichkeit zu verstehen ist, bis vor geschichtlich betrachtet kurzer Zeit noch von allen Männern als selbstverständlich angenommen wurde. Allein diese Tatsache birgt bereits einen besonderen Aspekt des Männerkultes in sich. Die folgenden Ausführungen beziehen sich im Wesentlichen auf die Anmerkungen des Buches „Der Weg der Männer“ von Jack Donovan.[7]

Männlich zu sein, bedeutet dabei eine bestimmte Art des Seins, einen bestimmten Weg zu gehen, einen bestimmten Pfad zu verfolgen. Dabei ist das Männliche naturgemäß stets das am wenigsten Feminine sowie Weiblichkeit das am wenigsten Maskuline ist. Die Tatsache, dass wir als soziale Wesen immer in Gruppen kooperieren, spielt hierbei eine besondere Rolle. Von Geburt gehören wir nämlich, neben unserem Volk, auch einer geschlechtlichen Gruppe, weiblich oder männlich, an. Wenn wir also in Gruppen oder auch mit anderen Gruppen kooperieren und kommunizieren, dann tun wir dies immer als Männer. Das Verhältnis unter Männern ist immer ein anderes als das Verhältnis zwischen Mann und Frau. Es ist in diesem kurzen Rahmen nicht möglich, sämtliche Tugenden und Eigenschaften des Mannes herauszuarbeiten und diese vom weiblichen abzugrenzen. Es ist jedoch nennenswert, dass Männlichkeit in erster Linie etwas ist, was Männer voneinander fordern. Wenn ein Mann zu einem anderen Mann sagt, „Sei ein Mann“, dann verlangt er von diesem das er sich auf eine bestimme Art und Weise verhält. Sich in dieser Situation zu beweisen und in einer Gruppierung als Mann auch „seinen Mann zu stehen“ ist die höchste Fähigkeit authentischer Männlichkeit. Der Manneskult kann also als das Zelebrieren, als die höchste Form der Fähigkeit angesehen werden, die männlichen Tugenden in einer männlichen Gruppe so zu erfüllen, dass sie einem zu Ansehen und Status oder, im äußersten Fall, mindestens zum Überleben verhelfen.

Männer stehen im natürlichen Wettbewerb zueinander. Männer messen sich und buhlen um die Gunst des Anderen. Männer wollen von Frauen begehrt werden, aber im Wettstreit mit anderen Männern suchen sie nach gegenseitiger Anerkennung. Dies ist es, was Männer zur Kooperation führt. Der Männerkult ergießt sich in einem Wechselspiel aus Kampf und Kooperation und entfesselt dadurch seine ganz eigene Dynamik. Männer sind jedoch nicht darauf programmiert, zu kämpfen oder zu kooperieren, sondern zu kämpfen und zu kooperieren. Männer bewegen sich immer zwischen zwei Fronten des Wettkampfes: Dem Wettkampf innerhalb der Gruppe sowie dem Wettkampf mit der rivalisierenden Gruppe.

Dabei bezieht sich das männliche Verhalten auf eine Vielzahl von Tugenden, von denen einige universell dem Männlichen zugehörig zu sein scheinen. Kraft, Mut, Kompetenz und Ehre sind die praktischen Tugenden, die Männer benötigen um männlich zu sein und sich in einem Ernstfall aufeinander verlassen zu können.

Obwohl in dieser Zeit Männlichkeit so verpöhnt ist wie noch niemals zuvor, sind die Helden aus dem Fernsehen oftmals Typen eines als stark männlich definierten Rollenbildes. Tylor Durden in Fight Club, Scarface, Darth Vader, Sparta’s 300 – sie alle haben eben auch heute eine ungeheure Wirkung auf die Gesellschaft, obwohl sie überwiegend Tugenden aufweisen, die heute, und in Bezug auf ihre Kriminalität, zu allen Zeiten verrufen waren. Dies kann mit Sicherheit auch als Indikator für eine Sehnsucht und verlorengegangene Romantik aufgefasst werden und sollte nicht außer Acht gelassen werden.

Nehmen wir Bezug auf die im Rahmen der Gruppendynamik besprochenen Gruppenelemente, scheint eine reine Männergruppe auf den ersten Blick einige Vorteile zu bieten. Nehmen wir an, dass Männer aufgrund ihrer Männlichkeit ein ähnliches Verständnis von gegenseitig abverlangten Verhaltensweisen haben (bspw. Kraft, Ehre, Mut, Kompetenz) so wird es ihnen leichter fallen, gemeinsame Normen zu definieren.

Die Tugenden der Männlichkeit

Auch die Herausbildung eines Wir-Gefühls kann gegebenenfalls durch die Homogenität der Geschlechter vereinfacht werden. Geht man davon aus, dass Gruppen auch immer in Interaktion mit anderen Gruppen stehen, so weist eine Männergruppe allein durch die Tatsache, dass sie ausschließlich aus Männern besteht, schon einige Besonderheit auf, die sowohl anziehend als auch abschreckend wirken kann. Beispiele hierfür sind Burschenschaften, Rockerclubs oder Hooligans. All‘ diese Zusammenschlüsse haben sich eigene Gesetzmäßigkeiten auferlegt, die ihrer Auffassung nach männlichen Tugenden folgen.

Eine Gruppe, die sich findet, wird gut daran tun, völlig gleich ob nun heterogen oder homogen, die dem Männlichen zugeschriebenen Tugenden bei ihrer Auswahl von Mitgliedern zu beachten. Dafür sollen diese Tugenden zum Abschluss noch einmal genauer untersucht werden:

Kraft: Um sich zur Wehr zu setzen, benötigt man Kraft. Um Widerstände zu brechen, benötigt man Kraft. Kraft ist psychisch und physisch von ausgesprochener Wichtigkeit für das Überleben.

Tapferkeit: Eine Gruppe braucht Männer, die ihren Mann stehen, d.h. die nicht die Flucht ergreifen, wenn es darauf ankommt, die eigenen Ziele zu vertreten.

Kompetenz: Dies sollte sich von selbst erklären. Schwachköpfe und Taugenichtse sind nur eine Gefährdung jeder Gruppe. Wer Aufgaben erfüllen will, muss auch die Fähigkeiten mitbringen, dies zu tun.

Ehre: Die Ehre stammt bereits vom Wortstamm der Erde, Erster ab, Ehre bedeutet der Erste zu sein. Sie ist die Grundvoraussetzung für Vertrauen und Autorität. Sie bedeutet gleichzeitig die Reputation eines Mannes innerhalb seiner Ehrengruppe. Ehre verdient man sich über die Ausprägungen in den Tugenden Kraft, Mut und Kompetenz.

Nietzsche schreibt in „Also sprach Zarathustra“: „Dort, wo der Staat aufhört, da beginnt erst der Mensch, der nicht überflüssig ist: da beginnt das Lied des Nothwendigen, die einmalige und unersetzliche Weise.“ Dies ist ein klarer Appell an die Erhaltung der Männlichkeit, die sich darin äußert, das Schicksal wieder selbst in die Hand zu nehmen. Sich nicht auf „Sozialsysteme“ und Almosen zu verlassen, sondern eine Bande zu gründen, die in der Lage ist, sich zu beschützen. Nietzsche schreibt „Gott ist tot“ und kündigt damit mit Sicherheit nicht seinen Glauben auf. Vielmehr richtet er an die Welt den Appell „Helf dir selbst, dann hilft dir auch dein Herrgott“. In Anbetracht der politischen Lage in unserem Land ist dieser Appell, „das Lied des Notwendigen“ wie Nietzsche es nennt, aktueller denn je. Es werden Männer gefordert, die bereit sind ihren Beitrag zu leisten und nicht einfach nur „da“ sind. Eine solche Gruppe, die sich unter Beachtung der Gruppenelemente formiert wird allein aufgrund der Tatsache, dass es so etwas in der heutigen Zeit nicht mehr gibt, für eine entsprechende Aufmerksamkeit seitens anderer Gruppen sorgen. Berücksichtigt man weiterhin, dass Erfolge nicht durch Fakten, nicht durch Rationalität, sondern durch Emotionen errungen werden, so ist eine solche verschworene Bande, eine Bruderschaft mit Sicherheit ein interessanter Weg zur Stiftung eines strahlenden Mythus.

Literaturverzeichnis

[1]Dießner, Dr. Helmar, Gruppendynamische Spiele und Übungen, 1997, Junfermann Verlag; Auflage: 6.

[2]Krege, Wolfgang, Begriffe der Gruppendynamik. Konzepte der Humanwissenschaften, 1977.

[3]Ardelt-Gattinger, Elisabeth, Lechner, Hans, Schlogel, Walter, Gruppendynamik, 1998, Hogrefe-Verlag Göttingen.

[4]Stahl, Eberhard, Dynamik in Gruppen – Handbuch der Gruppenleitung, 2002, Beltz-Verlag.

[5]Tuckman, Bruce W.: Developmental sequence in small groups, 1965, Psychological Bulletin. 63.

[6]Schindler, Raoul, Das Verhältnis von Soziometrie und Rangordnungsdynamik, 1973.

[7]Donovan, Jack, Der Weg der Männer, Verlag Antaios, 2016.

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