Gastbeitrag: „Im Westen was Neues“. Teil 1

– Verfasst von Johannes Scharf, zuvor erschienen in der Zeitschrift „Volk in Bewegung“, Ausgabe 6/ 2016 –

Ruhten die Hoffnungen identitärer Kräfte in Zentraleuropa bis vor einigen Tagen noch in erster Linie auf Impulsen, die von Osteuropa einschließlich der Russischen Föderation ausgingen und war ansonsten der Himmel über Deutschlands und Europas Zukunft düster und wolkenverhangen, klart sich dieser nun auf und wird heiter. Die Großwetterlage hat sich mit einem Schlag gewandelt. Was niemand – zumal diesseits des Atlantischen Ozeans – für möglich gehalten hätte, ist zur bitteren Realität für das Establishment geworden: Donald J. Trump wurde am 8. November 2016 zum 45. Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika gewählt.

Schockstarre und „business as usual“

 

Unter den Eliten hüben wie drüben geht die Angst um, aber viele Polit-Bonzen und Medienmogule sind sich wohl noch nicht ganz sicher, wie sie auf das Eintreten eines solch unerwarteten Szenarios reagieren sollen. Hatte man sich nicht bis am Wahlabend eingeredet, ein Sieg Trumps sei nur noch mithilfe eines Wunders möglich? War man der Präsidentschaftskandidatin nicht bereits bis zu den Schultern in den After gekrochen? Oh doch! Umso ungenießbarer war für diese Herrschaften das Katerfrühstück, das sie am nächsten Morgen hinunterzuwürgen gezwungen waren. Hillary Clinton schickte zunächst ihren Wahlkampfleiter vor, mochte selbst nicht vor ihren Anhängern sprechen, gestand jedoch gegenüber Trump telefonisch ihre Niederlage ein. Dem schwarzen Messias, der am Wahlabend noch davor gewarnt hatte, das Schicksal der Welt stehe am Abgrund und die Demokratie mit dieser Wahl zur Abstimmung,[1] war das Lachen vergangen, als er am nächsten Morgen etwas davon faselte, dass alle letztlich im gleichen Team seien. Die Demokratie stand nicht zur Abstimmung, lieber Obama, die Demokratie hat abgestimmt!

In Europa waren die Auftritte der meisten Politiker einfach nur peinlich. Am besten fuhren vermutlich jene, die in eine Schockstarre verfielen und schwiegen. Leider waren es die wenigsten! Die meisten glaubten, die Zeichen der Zeit dabei völlig verkennend, zur Tagesordnung übergehen und den verhassten Präsidentschaftskandidaten, der bereits die Wahl für sich entschieden hatte, weiterhin despektierlich behandeln zu dürfen. So gratulierte beispielsweise Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier dem Republikaner Donald Trump, den er zuvor als „Hassprediger“ tituliert hatte, in seiner Stellungnahme nicht zur Wahl zum Präsidenten – mit Sicherheit ein Novum in der bundesdeutschen Geschichte.[2] Und unsere Angela, deren geistige Verfassung von Trump während des Wahlkampfes bereits fachmännisch und mithin sicher zutreffend analysiert worden war, bot dem mächtigsten Mann der Welt „auf Basis“ der Einhaltung demokratischer Grundwerte „eine enge Zusammenarbeit“ an.[3] Ein weiteres Indiz für ihren, vom medizinischen Standpunkt aus gesehen, bedenklichen Größenwahn. Es wäre mir neu, dass der Vasall beim Handgang Forderungen an den Lehnsherren stellt – und seien es auch nur indirekt formulierte.

Ähnlich weit aus dem Fenster lehnte sich auch der Vorsitzende der Linken-Bundestagsfraktion Dietmar Bartsch, der in einem Interview mit dem Sender n-tv sagte, Deutschland müsse zwar die demokratische Wahl der US-Bürger akzeptieren, jedoch „deutlich machen, wo es Grenzen“ gebe. Auch auf ihn passt der lateinische Sinnspruch nach Boethius: Si tacuisses, philosophus mansisses (Wenn du geschwiegen hättest, wärst du ein Philosoph geblieben).[4] Bartsch schwadronierte weiter über Trump, wenn er wahr mache, was er gesagt habe, gingen wir schweren Zeiten entgegen. Außerdem bleibe er dabei, dass die Wahl von Donald Trump ein schwarzer Tag für Amerika und auch für die Welt gewesen sei. Der Linkspolitiker hofft indes darauf, der Wolf werde bald Kreide fressen und mildere Töne anschlagen, wobei es aber darauf ankomme, inwieweit der neue Präsident sich von seinem Vizepräsidenten und seinen Beratern einhegen lasse.[5] Im nächsten Abschnitt wollen wir erörtern, weshalb das keine gute Entwicklung wäre.

Hatten die Amerikaner wirklich die Wahl zwischen Pest und Cholera?

 

Wer sich die Fernsehduelle der Präsidentschaftskandidaten und die Debatte zwischen den Running Mates Tim Kaine und Mike Pence angesehen hatte, war wahrscheinlich nicht minder als der Verfasser dieser Zeilen von der besonnenen und sachlichen Art Pence’ eingenommen, der es gleichwohl nicht an Rhetorik hatte fehlen lassen. Als dann das skandalträchtige Video Trumps auftauchte, wünschten viele Menschen sicherlich, dieser werde den Hut nehmen und einem chancenreicheren Kandidaten das Rennen gegen Crooked Hillary überlassen. Trotzdem gibt es einen wesentlichen Punkt, der für Trump und gegen Hillary oder Pence als einen Präsidenten des Friedens spricht, so eigenartig das für die, an von deutschen Medien unkritisch übernommene Clinton-Propaganda gewöhnten, Ohren der Bundesbürger klingen mag. Mit Hillary wäre eine Intervention in Syrien gegen die Assad-Regierung (Regime wäre Propaganda-Sprech) und damit auch gegen Russland vorprogrammiert gewesen. Pence’ scharfe Anti-Russland-Rhetorik, die m. E. den Tiefpunkt seines TV-Auftritts gegen Kaine darstellt, der sonst überwiegend aus Höhepunkten bestand, ist beinahe genau auf Linie der Kriegstreiberin Clinton. Sie bemühte in der zweiten TV-Debatte das Bild des blutverschmierten Jungen in Aleppo, der seine Verletzungen infolge russischer oder syrischer Bombardements erhalten habe. In einer Frage, die den Kandidaten gestellt wurde, verglich man die Situation sogar mit dem Holocaust, vor dem die USA zu lange die Augen verschlossen hätten, bevor sie intervenierten. Es ist wirklich erschreckend, wie am Rande eines großen Krieges wieder mit Kindergesichtern Politik gemacht wird! Wer erinnert sich nicht mehr der Brutkastenlüge, die von einem hervorragend schauspielernden, weinenden Mädchen der Weltöffentlichkeit vorgetragen wurde? Die Folgen sind uns bekannt. Gefragt, ob er sich hinsichtlich der scharfen Kritik an Russland auf einer Linie mit seinem Vize-Präsidentschaftskandidaten befinde, antwortete Trump, dass ihre Ansichten an diesem Punkt auseinandergingen. Sehr staatsmännisch und äußerst besonnen warnte er davor, Rebellen zu unterstützen, von denen man nicht wisse, wer sie seien, da sich diese Art der Unterstützung in der Vergangenheit meist zu einem Desaster entwickelt habe. Trump nannte das Kind beim Namen, als er sagte, Russland und Assad bekämpften in Syrien den Islamischen Staat! Die USA dagegen unterstützten fadenscheinige Rebellen. Trump wird an Russlands Seite den IS bekämpfen und die diplomatischen Beziehungen zu diesem Staat und seinem Präsidenten wieder ins Lot bringen, die durch die desaströsen Fehlentscheidungen und das unbedachte Säbelrasseln einer Hillary und eines Friedensnobelpreisträgers namens Obama sowie dessen bundesdeutscher Busenfreundin Angela an den Rand eines Krieges und damit einer globalen Katastrophe gebracht worden sind. Der offensichtlich mit mehr Scharfblick als sein Parteigenosse Bartsch ausgestattete Linken-Politiker Oskar Lafontaine nannte die alte Hexe Hillary bei Maischberger eine korrupte Terroristin,[6] womit er so ziemlich genau ins Schwarze getroffen haben dürfte. Nach meinem Dafürhalten befand sich der Westen auf der Schwelle eines zweiten Kalten Krieges. Hillary und ihre Kriegstreiberbande warteten nur darauf, den Rubicon zu überqueren … Amerika hatte die Wahl zwischen einem Präsidenten, der wegen sexistischer Sprüche und ggf. lange Zeit zurückliegender Grabschereien in die Kritik geraten war, und einer Präsidentin, die ein Spiel mit dem Feuer trieb, indem sie den an Wahnsinn grenzenden Konfrontationskurs gegen Russland fortzusetzen trachtete.

Es liegt mir nichts ferner als die Wortwahl oder das frühere Verhalten des jetzt zum Präsidenten gewählten Milliardärs für salonfähig zu erklären oder sonst wie als Apologet für dessen Äußerungen aufzutreten, doch von einer Wahl zwischen Pest und Cholera zu sprechen, das erscheint in diesem Falle schon etwas überspitzt. Treffender wäre es sicher, wenn man von einer Wahl zwischen Ebola und Schnupfen spräche!

Allen Widrigkeiten zum Trotz

 

Obama trat vor Jahren mit dem Versprechen an, einen Politikwechsel herbeizuführen, nachdem er von den Medien zum Präsidenten hochgejubelt worden war: der schwarze Messias zog ins Weiße Haus ein und scheiterte in allem, was er anpackte. An den Händen dieses Mannes klebt mehr Blut als an den Händen vieler seiner Vorgänger. Barack Obama und Secretary Clinton standen niemals wirklich für einen Wechsel in der Außenpolitik – und in der Innenpolitik trieb Obama das Randgruppenprogramm mit Hochtouren voran, dem die schweigende Noch-Mehrheit zum Teil ablehnend, wenigstens jedoch kritisch gegenübersteht. Wer kann es dieser geduldigen Mehrheit verdenken, dass sie nach vielen Jahren der Zumutungen die Faxen dicke hatte und in ihrer Eigenschaft als Souverän die Regierungsverantwortung einem völligen Außenseiter, einem Underdog, der nie zuvor ein politisches Amt besessen hatte, übertrug. Dieser Wahlzettel war nicht bloß ein Denkzettel für die Polit-Mafia, sondern eine Kampfansage an die verhasste Washingtoner Schickeria.

Der Geschäftsmann, der eines Tages beschloss, Politiker zu werden, hatte vor der notorischen Lügnerin und Berufspolitikerin nicht nur einen Vertrauensvorschuss beim pragmatischen Amerikaner, sondern namentlich die weißen, werktätigen Männer hatten es außerdem gründlich satt, noch länger die benachteiligten Zahlmeister einer Nation sein zu müssen, deren Gesicht sich über die Jahrzehnte aus ihrer Perspektive merklich zum Negativen verändert hatte, wobei unter diesen negativen Entwicklungen, das zeigen Statistiken, an erster Stelle die Einwanderung zu nennen ist. Wer möchte gerne – von der hirngewaschenen Studenteska bundesdeutscher und amerikanischer Universitäten einmal abgesehen – sein Land verlieren? Das Land, das die eigenen Großeltern, Urgroßeltern und vielleicht sogar Ururgroßeltern zu dem gemacht haben, was es heute noch ist, nämlich die größte Wirtschaftsnation der Welt.[7] Beatrix von Storch liegt daher ganz und gar nicht falsch, wenn sie sich auf ihrem Facebook-Profil wie folgt zum Wahlsieg des Außenseiters äußert: „Dies ist ein historischer Wahlerfolg. Der Sieg von Donald Trump ist ein Signal dafür, dass die Bürger in der westlichen Welt einen klaren Politikwechsel wollen. Das ist nur für das Establishment eine Überraschung, für mich war das zu erwarten. Denn sowohl in den USA als auch in Deutschland wünschen sich die Bürger sichere Grenzen, weniger Globalismus und eine Politik, die sich mit gesundem Menschenverstand mehr auf die Vorgänge im eigenen Land konzentriert.“[8]

[1] http://www.focus.de/politik/ausland/us-wahlen-2016/us-wahlen-im-news-ticker-obama-warnt-vor-trump-das-schicksal-der-welt-steht-am-abgrund_id_6150721.html

[2] http://www.n-tv.de/politik/Steinmeier-gratuliert-Trump-nicht-article19045691.html

[3] http://www.n-tv.de/mediathek/videos/politik/Merkel-bietet-Trump-enge-Zusammenarbeit-an-article19046771.html

[4] Trostbuch der Philosophie II,7

[5] https://de.sputniknews.com/politik/20161109313288125-linke-bartsch-trump-sieg-schwarzer-tag/

[6] https://www.welt.de/vermischtes/article159394338/Zwischen-Realitaetsverweigerung-und-bodenlosem-Starrsinn.html

[7] https://www.welt.de/finanzen/geldanlage/article13920099/Rangliste-der-Wirtschaftsnationen-sortiert-sich-neu.html

[8] https://www.facebook.com/BeatrixVonStorch/posts/1303113483063427

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