Gastbeitrag: „Das Ende der Geschichte und der letzte Mensch“ oder „Reconquista“. Teil 2

– Verfasst von John Trichet –

Quo vadis Europa? Europa, wo gehst Du hin?

Nun lässt sich für so manchen Leser sicherlich reiner Fatalismus aus dem vorher gesagten deduzieren. Doch in Wirklichkeit will der Autor hier aufzeigen, dass neben dem zwangsläufigen Untergang einer Jahrhunderte währenden Hochkultur auch Platz für Hoffnung ist. Zwar unterlag das Abendland als kulturelles Erbe einer Metamorphose des Westens, doch bedeutet dies nicht, dass die ethnische Kontinuität, die historisch gesehen die Substanz derselben bildet, dabei zwangsläufig abbrechen muss. Oswald Spengler hatte Recht, als er 1923 prognostizierte, dass sich die westeuropäischen Kulturen, wie die deutsche, die französische und englische, derartig innerhalb weniger Jahrhunderte verändern werden, sodass von denselben nicht mehr die Rede sein könne. Er verlautbarte allerdings auch, dass „eines Tages das letzte Bildnis Rembrandts und der letzte Takt Mozartscher Musik aufgehört haben (wird) zu sein“ (SPENGLER, 1923, S. 219-220). Wenn Spengler hier vom Ende der Kulturen spricht, so kann damit nicht die Veränderung der biologischen Morphologie gemeint sein. Es handelt sich um die Emanzipation von allem Tradierten, von der Natur selbst. Die Folge ist ein Ethnosuizid. Der Verfasser dieses Traktats glaubt nicht mehr an die Wiedergeburt der alten Nationen, so sehr er sich dies als Nationalist auch wünschen würde.

Die europäischen Kulturen sind quasi nicht mehr existent[1]. Sie werden, wenn dann nur noch von Minderheiten tatsächlich gelebt. Selbst die Rechte frönt dem Modernismus und schämt sich häufig ihrer Bräuche und Traditionen. Doch gibt es dennoch Grund zur Hoffnung, dass zumindest die europide Großrasse[2] erhalten werden kann und somit eine Wiedergeburt der alten Kulturen im Sinne einer Neuschöpfung möglich ist.

Positivismus für den ethnischen Erhalt der europiden Großrasse

Es widerspräche der Geisteshaltung des Verfassers, würde er sich nun der Resignation hingeben und allgemeiner Lethargie eine Apologie halten. Im Gegenteil ist er der Auffassung, dass das Zusammenpferchen rassisch differenter Menschengruppen für den Erhalt unserer Grundsubstanz zu notwendigen Mangelerscheinungen innerhalb der Maslow’schen Bedürfnispyramide führt. Diese erzeugen eine Neuordnung der Bedürfnishierarchie, was den offenen Konflikt zwischen den rassefremden Gruppen zulässt. Erst der Kampf macht den Menschen wieder zu dem, was er naturgemäß ist: Ein Lebewesen, das sich seinen Platz und seine Freiheit erkämpfen muss.

So gilt es, trotz der bescheidenen Ausgangssituation, der Moderne und vielmehr der Postmoderne den absoluten Kampf, ja den Krieg zu erklären. Dieser Kampf wird tatsächlich nicht über Quantitäten, sondern über Qualitäten entschieden werden. Es geht dabei darum, zu den alten Wurzeln zurückzukehren und die Traditionen wieder aufleben zu lassen. Es geht dabei darum, sich Europa durch Lebenswirklichkeit zurückzuerobern. Europa wird nicht über Wahlen, Kundgebungen und Demonstrationen zurückerlangt werden können. Alleinig indem es wieder zu unserer Lebenswirklichkeit wird, kann unsere Welt in ihren Grundfesten erhalten bleiben. Wenn wir der Moderne den Krieg erklären, müssen wir zurückkehren. Dies bedeutet auch eine zeitliche Umkehr. Sicherlich besitzt die Zeit eine physische Richtung. Sie kennt nur eine Richtung: Und zwar nach vorne. Doch wiederholen sich bestimmte Muster innerhalb der historischen Entwicklung Europas immer und immer wieder. Kulturell sowie metaphysisch verhält sich die Zeit also zyklisch.

So verweist der Franzose und Freiheitskämpfer Dominique Venner (1935-2013) auf die Gründungsepen, welche antiken – oder vielmehr homerischen – Ursprung sind. Die Ilias kann demnach als Gründungsepos schlechthin begriffen werden, der das Wesen des europäischen Menschen in der Gegenüberstellung des Achilleus und Hektor als zwei abendländische Figuren aufzeigt. Wir erleben in der Nibelungensaga eine Wiedergeburt dieser beiden Gestalten in Form von Siegfried und Hagen. Auch die Philosophie der Stoa als eine Lebensweisheit weiß Venner ins Feld gegen die lineare Zeitauffassung zu führen. So wurde auch Kaiser Mark Aurel (121-180) zu einem Jünger Epiktets (50-138), obgleich dieser lange vor der Thronbesteigung (161 n. d. Z.) starb. Venner schreibt in seinem Brevier der Unbeugsamen unter dem Titel Eine neue Reformation: „Der Geist des Römertums, der selbst aus dem Hellenismus hervorgegangen war, würde einmal in abgewandelter Gestalt zu neuem Leben erwachen, und selbst das Christentum würde in stets erneuerter Form eher ein ‚Heidenchristentum‘ denn ein ‚Judäochristentum‘ sein, nachdem es sich von einer Tradition genährt hatte, die es nicht hatte abschaffen können. Er (Symmachus, Anm. d. Verf.) konnte nicht ahnen, daß die europäische Seele, mit anderen Worten der Geist der Ilias, über Jahrhunderte, über die Kette der Generationen hinweg, fortleben würde.“ (VENNER 2014, S. 294)

Auch Dr. Pierre Krebs benennt die „sphärische (zyklische) Zeitauffassung“ als Eigenschaft, die dem „Racialismus der Rassen-Humanisten“ immanent ist, als Gegenpart zur „linaren Auffassung der Zeit“ des Menschismus der Egalo-Humanitaristen (KREBS 2016, S. 38-39). Die Zeit ist somit zyklisch, da sich bestimmte Charaktereigenschaften und Wesenszüge innerhalb der kontinuierlich-ethnischen Historie der europiden Großrasse immer wieder Bahn brechen. Letztlich belegen dies auch Erkenntnisse in der Verhaltensforschung[3] sowie der Neurobiologie.

Der Verfasser glaubt fest daran, dass die weißen Großgruppen eine realistische Chance des Überlebens haben. Dafür ist allerdings ein religiöser, schon fast irrationaler Glaube an den Erhalt und einer gewissen Auserwähltheit[4] der weißen Völker notwendig. Die Verfechter einer derartigen Religion des Erhalts der europiden Großrasse müssen einen sachlichen Fanatismus an den Tag legen. Hier kommt es nicht auf die Zahl an, sondern einzig und allein auf den Willen. Der Buchautor Arthur Kemp wies in seinem Werk Nova Europa – European Survival Strategy in a Darkening World nach, dass bereits eine kleine Anzahl zueinander homogener Menschen ausreichen, um eine wachsende Population zu begründen. Johannes Scharf geht in seinem Traktat Der Ethnostaat. Nova Europa. Schlüssel der Neugeburt auf Kemps Thesen ein und diskutiert dabei auch die Folgen dieser Neugründung (SCHARF 2016). Die zwangsweise zumindest partielle Auflösung der einzelnen europäischen Kulturen zu wenigen großen Kulturen wäre die logische Gangart. Eine derartige Entwicklung hält der Autor für sehr realistisch. Zumindest wäre es naiv, Szenarien dergleichen auszuschließen. Scharfs Forderung nach einem europaweiten Kongress der identitären Kräfte, welche ihre Eigenart behalten wollen, kann der Autor nur beipflichten.

Schluss

Die Völker Europas werden ihre uns heute bekannte Eigenart verlieren, da sie im Kollektiv nicht mehr den nötigen Überlebenswillen aufweisen. Dies ist – wie wir gesehen haben – eine logische Folgeerscheinung einer jeden Zivilisation und letztlich das Schicksal einer jeden Hochkultur. Jede höhere Kultur hat ihre Aufgabe innerhalb des Kosmos. Das Versiegen derselben ist kein Grund, fatalistisch oder pessimistisch ins Leben zu treten. Im Gegenteil meint der Verfasser, dass die Aufgabe der heutigen Generation von identitären Kräften im Erhalt des Kerns unserer kulturellen Identität besteht. Solange deutsche und europäische Menschen Kinder bekommen, wird die biologische Grundsubstanz nie vergehen können. Die kulturelle Eigenart kann jedoch nur dann erhalten werden, wenn auch die europäischen Werte tradiert, d.h. weitergegeben werden. Die Tradition ist unsere stärkste Waffe gegen die Postmoderne, die es zu überwinden gilt. Tatsächlich glaubt der Autor dieser Zeilen nicht mehr an die Renaissance der europäischen Nationen. Vielmehr müssen wir die Nation überwinden, um zu unseren alten Werten zurückkehren zu können. Diese werden wir aber nur dort wiederentdecken, wo einst unsere Ahnen gelebt, gekämpft, geschwitzt und geblutet haben: In der Heimat, der Natur, den Bergen und den Wäldern. Die Stadt produziert nur Cyborgs (Postmenschen). Auf dem Land und in der freien Natur werden die Menschen zu ihren Ahnen zurückfinden können und somit auch zu sich selbst. Diese Rückbesinnung wird zunächst nur jenen vorbehalten sein, die auch genuin dazu in der Lage sind. Es handelt sich hierbei wahrscheinlich nur um eine Minderheit. Der Rest der sog. „Menschheit“ ist, nach Auffassung des Autors, zum Untergang der Postmoderne verdammt. Die Konferenz aller europäischen Identitären sollte dann im zweiten Schritt der Grundstein für einen europäischen Nationalismus sein. Nach vorne gerichtet, jedoch auf das Alte und Tradierte besinnt. Die Entwicklung wird dann tatsächlich weitergehen können und „das Ende der Geschichte sowie der letzte Mensch“ sich als Phantasmagorie erweisen.

Quellenverzeichnis

ABDEL-SAMAD, H. (2015). Mohammed. Eine Abrechnung. Droemer Verlag GmbH & Co. KG, München

DUGIN, A. (2013). Die vierte politische Theorie. 1. Deutschsprachige Ausgabe. Arktos Media

EIBL-EIBESFELDT, I. (1976). Der vorprogrammierte Mensch. Das Ererbte als bestimmender Faktor im menschlichen Verhalten. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG, München 1973

KREBS. P. (2016). Was tun? Ein Vademecum der Reconquista. Rassenhumanismus versus Transmenschismus. 1. Auflage Mai 2016. Verlag Ahnenrad der Moderne, Bad Wildungen

LENIN, W.-I. (1970). Was tun? Brennende Fragen unserer Bewegung. In: Lenin. Ausgewählte Werke. Band 1. Dietz Verlag, Berlin 1970

LORENZ, K. (2005). Die acht Todsünden der zivilisierten Menschheit. 33. Auflage. Piper Verlag GmbH, München Zürich

SCHARF, J. (2016). Der Ethnostaat >Nova Europa<. Schlüssel der Neugeburt. Erschienen in Dr. P. Krebs Was tun? Ein Vademecum der Reconquista. Verlag Ahnenrad der Moderne, Bad Wildungen

SPENGLER, O. (1923). Untergang des Abendlandes. Umrisse einer Morphologie der Weltgeschichte. 33.-37. Völlig umgestaltete Auflage. C. H. Beck’sche Verlagsbuchhandlung Oskar Beck, München 1923

SPENGLER, O. (1934). Jahre der Entscheidung. Deutschland und die weltgeschichtliche Entwicklung. C. H. Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1934

VENNER, D. (2014). Ein Samurai aus Europa. Das Brevier der Unbeugsamen. 1. Auflage 2014

WB (2014). Wirtschaftsblatt. Börsen- und Anlegerseite. Fachartikel. Victor Orban: „Die Zeit des westlichen Liberalismus ist abgelaufen.“ Verfügbar unter: http://wirtschaftsblatt.at/home/nachrichten/europa_cee/3844962/Viktor-Orban_Die-Zeit-des-westlichen-Liberalismus-ist-abgelaufen (05.09.2016)

[1] Denken wir nur an das Oktoberfest, wo sich Wochenende für Wochenende die europäischen Volksgruppen mit der kollektiven Sinnesbetäubung abwechseln. Auch die Frauen und Männer wirken in den Trachten wie Simulakren.

[2] Der Begriff der Großrasse mag hier umstritten sein. Die Existenz von Rassen und ethnischer Kontinuität kann nicht geleugnet werden, auch wenn es dazu keine einheitliche Auffassung innerhalb der Wissenschaft gibt. Der Begriff der „europiden Großrasse“ dient hier als Arbeitsbegriff, der die organisch gewachsenen Kulturen mit ihrem rassisch-biologischen Determinismus meint.

[3] Vgl. hierzu Irenäus Eibl-Eibesfeldt (geb. 1928) mit seinem Buch Der vorprogrammierte Mensch – Das Ererbte als bestimmender Faktor im menschlichen Verhalten. Hier beschreibt der Schüler Konrad Lorenz die immer wiederkehrenden Verhaltensmuster von Naturvölkern, welche quasi biologisch determiniert sind.

[4] Diese Auserwähltheit hat mit dem des Judentums oder des Amerikanismus der Neocons nichts zu tun. Es handelt sich vielmehr um den Glauben daran, dass die weißen Völker für den Erhalt des Kosmos (also der Ordnung) essentiell sind.

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