Buchrezension: „Die Rückkehr der echten Rechten. Handbuch für die wahre Opposition.“

Verfasst von Rolf Gradmann

In Europa scheint sich ein Paradigmenwechsel aufgrund der zunehmenden Wahlerfolge der europäischen Rechten und der wachsenden Protestbewegungen anzubahnen. Um diese Anfangserfolge nicht nur als vorübergehendes Phänomen  erscheinen zu lassen, hat der bekannte schwedische Aktivist der Neuen Rechten und Begründer der metapolitischen Plattform Motpol Daniel Friberg 2015 ein Handbuch verfasst, das als Leitfaden für die rechte Opposition bzw. jeden identitären Aktivisten in Europa dienen soll. Im Folgenden soll hier einmal auf die wesentlichen Inhalte bzw. Aussagen Fribergs eingegangen und diese besprochen werden.

Der Autor gilt innerhalb der Neuen Rechten mitunter als Vordenker und ist, wie bereits geschildert wurde, Initiator der metapolitischen Plattform Motpol, die gute Vorarbeit für den späteren Erfolg der konservativ-rechten Parteien in Skandinavien leistete. Daher ist es ein Bedürfnis, in Form einer Rezension mitzuteilen, was der Autor den Identitären an Ratschlägen zu bieten hat.

Metapolitik als Grundlage des Paradigmenwechsels

Im ersten Drittel des Buches beschreibt der Autor die Gründe für das Erstarken der Linken und den Niedergang der Alten Rechten. Dabei geht er auf die Rolle der Metapolitik ein und betont zu Recht, wie fundamental sie für eine politische Wende ist.  In diesem Zusammenhang verdeutlicht er, dass der Linksruck, welcher seit Jahrzehnten nahezu in ganz Westeuropa Einzug gehalten hat, niemals ohne die metapolitische Akzentuierung zum Erfolg gebracht worden wäre. Die Bedeutung der Metapolitik hätte bereits auch der italienische Kommunist Antonio Gramsci erkannt, der in ihr die Erklärung fand, weshalb im Italien der 20er Jahre eine kommunistische Revolution zum Scheitern verurteilt war. „Gramsci zufolge musste zuerst die kulturelle Hegemonie des Bürgertums gebrochen werden, um die Gesellschaft für die Idee einer kommunistischen Machtübernahme empfänglich zu machen.“[i]

Dass Gramscis Strategien eine Gesellschaft tatsächlich komplett umgestalten kann, wird uns vom Autor am Beispiel der Frankfurter Schule mit ihrer Kritischen Theorie sichtbar, welche als maßgebende metapolitische Ideenfabrik den aktuell herrschenden linksgrünen Zeitgeist zu verantworten hat. Diesbezüglich bemerkt Friberg treffend, dass ihr und der darauffolgenden 68er-Studentenbewegung um Rudi Dutschke der Marsch durch die Institutionen bis hin zu den Massenmedien gelang, der die linke Kulturhegemonie auf Dauer sicherstellen konnte.[ii] Wie sehr sich die „marcusianische“ Metapolitik auf kulturelle Bereiche bisher auswirkte, ist mitunter sehr deutlich an sog. genderkonformen Begrifflichkeiten zu erkennen. Als Beispiel braucht man nur die Begriffe „TeilnehmerInnen“ oder „StudentInnen“ aufzuführen, von der mittlerweile nahezu jede Institution Gebrauch macht. Diese konnten sich nur durch die von der Frankfurter Schule geforderten absoluten „Gleichstellung“ von Mann und Frau durchsetzen.

 Gemeinsame Zielsetzung zwischen Finanzoligarchie und Frankfurter Schule

Wichtig ist aber auch, dass der Autor neben der Rolle der Metapolitik ganz klar verdeutlicht, wer von der derzeitigen links-grünen Multi-Kulti-Politik die wirklichen Profiteure sind. Denn so erwähnt Friberg zu Recht, dass die „marcusianische Linke“ nicht im Entferntesten noch mit dem klassischen Marxismus zu vergleichen wäre und durch die dogmatische Forderung und Förderung von sexuellen und ethnischen Minderheitenrechten und des Individualismus eher „mit politisch-ökonomischen Interessen und Neigungen im Westen“ zusammenfielen. „Die Glaubenssätze der marcusianischen Linken, wonach Klassenkampf und wirtschaftliche Umverteilung durch einen Kultus des Individuums und seltsame Arten der identitären (Minderheiten-)Politik abgelöst würden, stimmten mit dem Konzept des Idealkonsumenten überein, welches Oligarchen des neuen liberalen Weltmarktes entworfen hatten.“[iii] Dieser Punkt kann, wenn es um Kapitalismuskritik geht, nicht oft genug erwähnt werden, um vermeintlichen Antikapitalisten von links zu verdeutlichen, als wessen Handlanger sie mit ihrer asylromantischen Politik agieren! Ein konkretes Beispiel dafür, inwiefern die Ideen der Frankfurter Schule mit Interessen der Plutokratie (Geldherrschaft) einhergehen, bleibt der Autor dem Rezipienten allerdings schuldig.

Metapolitik von rechts

Dieses Kapitel widmet sich der metapolitischen Arbeit von „rechts“. Dabei geht der Autor nochmals auf die Wichtigkeit derselben ein und betont, dass jedem parlamentarischen Kampf ein metapolitischer Kampf vorauszugehen hat, der den parlamentarischen erst legitimiert und unterstützt. Im Zusammenhang mit Gramscis Erkenntnissen betont der Autor, wie wichtig es ist, die bürgerliche Mitte für eine bestimmte Ideologie zu gewinnen, denn selbst die alleinige Kontrolle über Polizei und Justiz, ohne den bürgerlichen Konsens, würde eine Revolution zum Scheitern verurteilen. Eine beherrschende soziale Schicht bestimmt immer den öffentlichen Diskurs und kontrolliert, wie Sprache genutzt wird.[iv] Eventuell will der Autor auch damit zum Ausdruck bringen, dass bei der derzeitigen bürgerlichen Mitte bestimmte politische Begriffe, die zumeist bei alten Rechten gebraucht wurden, lieber zu vermeiden und dafür neue zu finden sind. Denn die Arbeit mit der Sprache ist ein grundlegender metapolitischer Baustein! Als Beispiel wäre „Rassentrennung“ zu benennen, der vom „aufgeklärten“ Bürgertum der Moderne auf klare Ablehnung stößt, wohingegen der ersatzweise gebrauchte Begriff Ethnopluralismus wohl weniger anstößig sein dürfte. Schon allein der Klang dieses Wortes wirkt sich wahrscheinlich auf die Gesellschaft positiver aus als das kantige Wort „Rassentrennung“. Bereits wegen seiner intellektuellen Erscheinung hat der Begriff in einer „akademisierten“ Gesellschaft bessere Chancen als der althergebrachte! Als Vergleich wäre nochmals auf die erfolgreiche gesellschaftliche Umwälzung der Frankfurter Schule einzugehen, welche in einer damals noch traditions- und kulturbewussten Umgebung ihre Ideen niemals zur Durchsetzung hätte bringen können, wenn sie ihren Kulturmarxismus nicht unter dem Tarnbegriff der Kritischen Theorie verbreitet hätte. Um nicht auf kontraproduktive Begriffe der vergangenen Jahre zurückzugreifen, liefert der Autor in seinem Werk gleich ein „Metapolitisches Wörterbuch“ mit, das den größten Teil des Buches ausmacht. Kurz und knapp, aber ausreichend werden die wichtigsten Begriffe identitärer Kreise definiert. Es beinhaltet beispielsweise Wörter, wie Egalitarismus, Ethnomasochismus und Xenophilie. Darunter finden sich auch einige Begriffe eines der maßgebenden metapolitischen Vordenkers, nämlich Guillaume Faye, wieder. So beispielsweise Archäofuturismus.[v] Allerdings sucht man den vom Autor selbst verwendeten Begriff „Ethnopluralismus“ und die dazugehörige Definition leider vergebens. Auch andere von identitären Kreisen häufig gebrauchte Begriffe, wie „Austauschpolitik“ oder „der große Austausch“ finden leider keinerlei Erwähnung. Weitere Themen umreißen den Umgang mit der Linken und Geschlechterfragen des 21. Jahrhunderts, auf welche allerdings nicht weiter eingegangen werden soll, weil es den Rahmen einer Rezension sprengen würde.

Aufbau, Sprache sowie Verständlichkeit

Der Aufbau des Buches und seine Kapitelwahl sind logisch aufgebaut und auch die Sprache ist relativ leicht verständlich. Nur hin und wieder bedient sich der Autor Fremdwörtern, die allerdings in dem „Metapolitischen Wörterbuch“ genauer definiert werden. Auch auf verschachtelte Sätze versuchte der Autor möglichst zu verzichten, was einen freundlichen Lesefluss erlaubt.

Rezipienten bzw. Zielgruppe

Wie oben eingangs bereits festgestellt wurde, dient Fribergs Buch als Leitfaden für den politischen Aktivisten in identitären Gruppen, ohne wissenschaftlichen Anspruch. Denn auf umfangreiche Fußnoten und Literaturhinweise verzichtet der Autor lieber, welche bei einem knappen politischen Leitfaden bzw. Handbuch gerade für junge Aktivisten auch gar nicht zwingend notwendig sind. Es soll einfach einen Einblick in die Möglichkeiten der politischen Arbeit aufzeigen.

Zusammenfassung

Alles in allem gestaltet sich Fribergs Werk als gelungener Ratgeber für den politischen Kampf innerhalb der Europäischen Rechten! Dieses Buch sollte vor allem in der Bibliothek eines jungen Aktivisten nicht fehlen!

Quellen:

[i] Daniel Friberg, Die Rückkehr der echten Rechten. Handbuch für die wahre Opposition, Berlin 2016, S. 3.

[ii] Vgl. ebd.

[iii] A.a.O., S. 5.

[iv] Vgl. a.a.O., S. 17-20.

[v] Vgl. a.a.O., S. 53-93.

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