Donald Trump und die Krise des Liberalismus

-Verfasst von Moritz Meerheym-

Als der New Yorker Immobilien-Milliardär Trump im Juni 2015 erklärte für das Amt des 45. US-Präsidenten kandidieren zu wollen, wurde darüber noch gelacht – am lautesten wohl in den Redaktionsstuben auf dieser Seite des Atlantiks. Man wähnte sich bereits unangefochten auf der Siegerseite der Geschichte. Man kannte nichts anderes als den steten „Fortschritt“ unter westlicher Sonne. Dem Lachen folgte am 9. November 2016 fassungsloses Schweigen. Nach einem einzigartig polarisierenden Wahlkampf gegen die Kandidatin der Demokraten und Frontfrau des Globalismus, Hilary Clinton, hatte es der Republikaner Trump unerwartet geschafft, die Wahl zu einem Plebiszit gegen den Neoliberalismus und die Politik der offenen Märkte zu machen und auf diese Weise die Mehrheit in wichtigen Schlüsselstaaten hinter sich zu versammeln. Die größten Verlierer dieses Wahlkampfes waren die linksliberalen Mainstreammedien, die wenig mit einem unabhängigen Journalismus zu haben, sondern vielmehr als einseitige politische Interessenvertretungen zugunsten der Clintons fungierten.

Inwiefern Trump seinen Versprechen (kein Freihandelsabkommen mit Europa, Annährung an Russland, Errichtung einer Mauer an der Grenze zu Mexiko etc.) Taten folgen lassen wird, kann heute noch niemand sagen. Und natürlich ist kaum zu erwarten, dass er schon morgen den Abzug aller US-Soldaten und Atomwaffen aus Deutschland anordnen wird. Doch schon jetzt zeichnet sich ab, dass sich die Funktionseliten der Bundesrepublik Deutschland bei der Abschaffung des eigenen Volkes nicht mehr ohne weiteres auf die bisher eingeübte transatlantische Solidarität verlassen können. Daher ist zu erwarten, dass Trumps Sieg auch nach Europa ausstrahlen und der politischen Rechten im Wahljahr 2017 kräftigen Rückenwind geben wird. Jedoch ist natürlich nicht davon auszugehen, dass das Establishment nun einfach die Segel streichen wird. Im Gegenteil: Mit dem Argument, man habe die eigene „fortschrittliche“ Politik lediglich schlecht kommuniziert und geschlafen, während sich die „extreme Rechte“ still und heimlich modernisierte, zeigt sich das Establishment weiter uneinsichtig und wird nichts unversucht lassen, um mit seiner völkerfeindlichen Agenda fortzufahren.

Die sich abzeichnenden zunehmenden Spannungen sind dabei untrennbar mit der inzwischen vielerorts weit fortgeschrittenen Ethnomorphose verbunden. In diesem Zusammenhang zeigt sich die eigentliche Krise des westlichen Liberalismus: Überfremdung und immer weitergehende „Ausdifferenzierung des Lebensverhältnisse“ führen zunehmend in Richtung einer postdemokratischen und kulturlosen Gesellschaft. Kulturlos, da diese Gesellschaft immer weniger über gemeinsame Werte und Traditionen verfügt. Die extreme Polarisierung der US-Gesellschaft im Zusammenhang mit der Wahl von Donald Trump dürfte diesbezüglich erst ein erster Vorgeschmack sein. Dass sich vor dem Hintergrund dieser Entwicklung nun ausgerechnet die deutsche Kanzlerin Angela Merkel und ihre BRD-Hofschranzen als Hüter der „aufgeklärten Moderne“ und der  „westlichen Wertegemeinschaft“ aufschwingen, kann durchaus als Treppenwitz der Geschichte verstanden werden.

 

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